Eigentlich hatte ich mir für heute (12.07.2011) eine größere Wandertour in den Berchtesgadener Alpen in Salzburg vorgenommen. Da ich aber angesichts der schwülen Hitze etwas mit Motivationsproblemen zu kämpfen hatte, habe ich mir eine alternative Wanderroute in der Kleinsölk auf das GPS-Gerät gespielt, weil hier zumindest das „Wasseraufkommen“ für etwas Abkühlung sorgen würde.

Letztendlich ist es keine dieser beiden Touren geworden. Ich kam zum geplanten Aufsteh-Zeitpunkt um 04:00 Uhr morgens einfach nicht aus dem Bett. Um 05:15 Uhr war es dann vermeintlich schon zu spät für etwas „Größeres“ und allzu weit fahren wollte ich auch nicht mehr. Stattdessen wollte ich das landschaftlich ungemein reizvolle Kleinod der Goldlacken – hoch über dem Pruggerer Sattental – aufsuchen.

Dass es am Ende des Tages mit mehr als 1.800 Aufstiegs-Höhenmeter und 21 Kilometer Wanderdistanz über 6 Gipfel dann doch wieder eine ganz schön große Wandertour geworden ist, hatte seine Ursache schlicht und ergreifend in der Tatsache, dass es oben auf den Bergen angenehme Temperaturen hatte und ich einfach nicht in die Hitze des Tales absteigen wollte.

Ein anderer Grund ist natürlich auch, dass ich mich in dieser meist einsamen Gegend sehr wohl fühle, wie auch ein Überblick über meine Linksammlung am Ende dieses Artikels zeigt.

Eindrucksvolle Gipfel über Stierkarsee und Goldlacken

Eindrucksvolle Gipfel über Stierkarsee und Goldlacken

6 Gipfel waren das heute in Summe – Gipfel, die ich einzeln oder teilweise auch in Kombination in den letzten Jahren schon oftmals besucht habe. Nachfolgend die Anzahl der bisherigen Besteigungen:

Das Tourengebiet

Bundesland: Steiermark
Tourenregion: Sattental
Wandergemeinde: Pruggern
Ausgangspunkt: Parkplatz Sattentalalmen
Gebirgsgruppe: Schladminger Tauern
Tourengebiet Goldlacken - Stierkarkopf - Säuleck - Spateck

Tourengebiet Goldlacken - Stierkarkopf - Säuleck - Spateck

Routenverlauf Sattental - Goldlacken - Stierkarkopf - Säuleck - Spateck

Routenverlauf Sattental - Goldlacken - Stierkarkopf - Säuleck - Spateck

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Der Routenverlauf

Pruggern / Parkplatz Sattentalalm – Goldlacken – Stierkarkopf – Rote Scharte – Sonntagskarspitz – Säuleck – Schusterstuhl – Spateck – Schladminger Törl – Dromeisspitz – Schladminger Alm – Sattental

Anforderungen

Vorweg gleich ein Wort zu den Schwierigkeiten und Anforderungen der heutigen Tour. Diese sind – obwohl die Wanderung vielfach nicht über markierte Wanderwege führt – größtenteils erstaunlich einfach, so dass der trittsichere Wanderer keine nennenswerten Probleme zu erwarten hat.

Kurze Felswand beim Abstieg vom Stierkarkopf

Kurze Felswand beim Abstieg vom Stierkarkopf

Lediglich folgende Schlüsselstellen bedürfen einer Erwähnung:

a) Abstieg vom Stierkarkopf in die Rote Scharte: Die zunehmend steile Wiesenleitn wartet ganz unten mit einer ziemlich steilen Felsplatte auf, die aber gute Tritte und Griffe bietet. Da dieser felsige Abschnitt an der günstigsten – schmalsten – Stelle kaum 4 Meter Höhe misst, können großgewachsene Wanderer „fast drüber hinwegsteigen“.

b) Aufstieg zum Säuleck über die Südflanke: Am letzten Abschnitt am abschüssigen Hang verliert sich der Wild- und Schaftsteig.

c) Beim Übergang vom Säuleck zum Schusterstuhl sollte es auf den Steilwiesen trocken sein.

d) Nordgrat vom Spateck: Es gilt, einige Felszacken zu überklettern – diese sind aber gut mittels Seil gesichert und bereiten bei trockenen Verhältnissen dem geübten Wanderer keine Probleme.

Die Tourbeschreibung

Die heutige Wanderung stand unter dem Motto „Flucht vor der Hitze„.

Beim Start beim Parkplatz der Sattentalalmen am frühen Morgen war von dieser aber noch nicht viel zu merken. +10°C zeigte das Thermometer, leichter Wind, der sich in größeren Höhen noch verstärken und  fast den ganzen Tag über anhalten sollte, sorgte zudem für weitere Abkühlung.

An den Sattentalalmen vorbei in den Talschluß

An den Sattentalalmen vorbei in den Talschluß

Im untersten Bereich ist der Wandersteig stellenweise von großflächigen Vermurungen – vermutlich vom letzten Sommer – verlegt.

Rasch gewinne ich in der frischen Luft an Höhe. Nach 1 1/2 Stunden blicke ich bereits hinab zum Stierkarsee, wenig später komme ich an 2 rastenden Wanderinnen vorbei, die über die Trattenscharte ins Riesachtal absteigen wollen – eine ebenfalls sehr lukrative Wanderung.

Als ich bald darauf die „Wasseraugen der Goldlacken“ erreicht habe, überlege ich kurz, der Hochwildstelle einen Besuch abzustatten, verschiebe diesen Plan dann aber doch auf ein anderes Mal, weil ich heute lieber einen neuen Routenabschnitt am Verbindungskamm zwischen Roter Scharte und Säuleck kennenlernen möchte.

Von den Goldlacken ist es nur mehr ein Katzensprung zum kleinen, schmiedeisenen Gipfelkreuz am Stierkarkopf, wo mich eine größere Gruppe Schafe in Empfang nimmt.

Schaf-Gesellschaft am Stierkarkopf

Schaf-Gesellschaft am Stierkarkopf

Vom Gipfel kann man nicht nur einen fabelhaften Ausblick zum Stierkarsee und das Sattental hinaus genießen, auch der felsige Gebirgsrahmen zwischen Hohem Schareck (1. Schareckspitze) und Hochwildstelle bzw. Umlaufer präsentiert sich hier äußerst eindrucksvoll.

Lange halte ich mich dennoch nicht am Stierkarkopf auf. Einerseits liegt noch ein langer Weg vor mir, andererseits werden die Schafe immer anhänglicher, neugieriger und frecher. Und so sollte es heute auch den ganzen Tag über bleiben. Mit Ausnahme des Schusterstuhl würde ich heute auf jedem Gipfel und auch zwischendurch immer wieder auf Schafe treffen.

Vom Stierkarkopf geht es zunächst am Grasgrat Richtung Nordosten, später über die Steilwiese nach Osten hinunter in die Rote Scharte, auf den letzten paar Metern brauche ich über ein kurzes Felswandl auch meine Hände.

Der nächste Abschnitt – der Aufstieg auf den Sonntagskarspitz – verläuft dann wieder unspektakulär. Der Gipfel, den ich bereits mit Ingrid einmal besucht habe, ehe wir in steilstem Gelände in den Stummerkessel abgestiegen sind, ist in den Landkarten nicht benannt, sondern nur als Punkt 2.291 eingetragen.

Im Vordergrund der grüne Stierkarkopf mit der Abstiegsflanke (von der Bildmitte herunter) in die Rote Scharte. Links hinten: Hohes Schareck. Rechts hinten: Hochwildstelle und Umlaufer

Im Vordergrund der grüne Stierkarkopf mit der Abstiegsflanke (von der Bildmitte herunter) in die Rote Scharte. Links hinten: Hohes Schareck. Rechts hinten: Hochwildstelle und Umlaufer

Auch hier am Gipfel: Schafe 😉

Weiter gehts am Grat, zunächst einfach, Richtung Osten. Steil türmt sich das Säuleck vor mir auf, vor allem der oberste Gratabschnitt scheint aus der Ferne unüberwindbar. Dieser wird dann auch auf einem überraschend einfach begehbaren Schafsteig auf der steilen, abschüssigen Südflanke umgangen.

Beim lediglich etwa 30 cm hohen Gipfelkreuz mit Mini-Gipfelbuch am Säuleck erwarten mich neben Schwärmen von Mücken …. natürlich wieder Schafe ;-), darunter auch einige ganz kleine mit nahezu schneeweisser Wolle.

Vor allem eines der größten Tiere versuchte sich als Beschützer aufzuspielen und mich zu vertreiben. Noch eine halbe Stunde später konnte es sich oben am Grat mit lautstarkem, fast knurrendem Blöcken echauffieren.

Am Weiterweg zum Schusterstuhl wird der Schafsteig, Wildsteig, Wandersteig oder was auch immer ein bißchen deutlicher. Am Gipfel treffe ich … nein dieses Mal nicht auf Schafe, sondern nur auf das bisher schon einige Male besuchte Gipfelkreuz.

Vom Schusterstuhl zum Spateck ist es nicht allzu weit. Am Gipfel … ja genau. Schafe. Vor dem Abstieg über den stellenweise versicherten Nordgrat gönne ich mir noch eine Jause. Der Grat selbst ist bestens markiert. Der geübte, schwindelfreie Wanderer wird hier keine Schwierigkeiten haben.

Über einen Felsturm am Spateck-Nordgrat

Über einen Felsturm am Spateck-Nordgrat

Nach dem Abstieg zum Schladminger Törl wartet mein nächster und für heute letzter Anstieg, etwa 100 Höhenmeter hinauf auf den Dromeisspitz. Am Fuß des letzten, von großen Grasbüscheln gesäumten Gipfelaufbaus treffe ich auf ein hinkendes Schaf, welches nur unwillig seinen Platz räumt.

Von nun an gings bergab. Über das Schladminger Törl hinunter zur Schladminger Alm. Ein Stück auf der markierten Forststraße, weiter unten kurze Stücke quer durch den Wald zu weiteren Forstwegen, die mich direkt zum Ausgangspunkt im Sattental hinunterführen sollten.

Fazit zur Tour: Die Goldlacken sind ein Schmuckstück mit besonderer Ausstrahlung. Bis hierher ist die Tour für jeden halbwegs sportlichen Geher geeignet und empfehlenswert. Hätte ich es bei diesem Tourenziel belassen, hätte sich die Wanderung einen Einser verdient.

Die Gratwanderung über das Säuleck zum Spateck ist zwar auch sehr schön, auf Dauer stellt sich aber doch etwas Monotonie ein. Durch die Bewölkung am Nachmittag konnten die kräftig-grünen Gipfelerhebungen auch nicht richtig zur Geltung kommen.

Bleibt als Gesamt-Bewertung ein guter Zweier.

Goldlacken - Hohes Schareck

Goldlacken - Hohes Schareck

Bisherige Wandertouren zwischen Goldlacken und Spateck

Sommertouren auf Nachbargipfel

Wintertouren auf Nachbargipfel

Weitere Informationen zur Tour

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

 

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1 Kommentar on Wandertour Goldlacken – Stierkarkopf – Säuleck – Spateck

  1. […] ich bereits bei meiner letzten Wandertour über die Goldlacken auf den Stierkarkopf sehnsüchtig zu “IHR”  hinüber gesehen hatte, und ich ”SIE” bereits […]

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