Nach einer längeren (viel zu langen) Blog-Abstinenz (und Schreibblockade ?) ist es mir heute ein großes Bedürfnis, wieder einmal einige Zeilen und Gedanken los zu werden.

Anlass dazu ist ein kleines Jubiläum: Seit 5 Jahren ist es nun schon zur liebgewonnenen Tradition geworden, dass ich mit meinem Ex-Arbeitskollegen (lang, lang ist´s her) und nunmehr gutem Foto- und Bergkameraden Martin, einem der Mitbegründer des EnnstalWiki über weglose Routen und nur selten begangene Steige durch die Schladminger Tauern ziehe, um die Einsamkeit der Berge zu genießen und wunderschöne Fotomotive zu erkunden.

Auch heuer lagen wir mit unserer „Hinhaltetaktik“ goldrichtig: Mehrmals haben wir den Wandertermin verschoben, um wirklich beste Wetter- und Lichtverhältnisse zu erwischen.

Noch vor Tagesanbruch machten wir uns autotechnisch auf den Weg zur Ursprungalm, wo unsere Rundwanderung Ausgang und Ende nahm. Noch kurz vor Sonnenaufgang erreichten wir die Giglachseehütte, wo sich Martin für eine längere Zeitraffer-Aufnahme in Stellung brachte.

Die aufgehende Morgensonne erreicht die Lungauer Kalkspitze

Die aufgehende Morgensonne erreicht die Lungauer Kalkspitze

 

Das Tourengebiet

Bundesland: Steiermark
Tourenregion: Giglach
Wandergemeinde: Rohrmoos-Untertal / Pichl-Preunegg
Ausgangspunkt: Ursprungalm
Gebirgsgruppe: Schladminger Tauern

 

Tourengebiet Ursprungalm - Giglachsee - Vetternkar

Tourengebiet Ursprungalm – Giglachsee – Vetternkar

 
Routenverlauf Ursprungalm - Engelkarspitze - Vetternkar - Giglachsee

Routenverlauf Ursprungalm – Engelkarspitze – Vetternkar – Giglachsee

 Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

 

Der Routenverlauf

Ursprungalm – Giglachseehütte – Znachsattel – Hading – Engelkarspitze – Vetternkar – Unterer und Oberer Giglachsee – Preuneggsattel – Ursprungalm

 

Die Tourbeschreibung

Vom frühmorgens noch weitgehend leeren Parkplatz bei der Ursprungalm machen wir uns hurtigen Fußes auf den Weg zum Giglachsee. Einerseits ist es die Vorfreude auf den nahenden Sonnenaufgang, andererseits treibt uns auch das auf über 1.600 Höhenmeter doch noch recht frische Morgenwinderl an.

Kurz nach der Giglachseehütte packt Martin das erste Mal sein „üppiges“ Stativ aus, um mit einigen technischen „Insidertricks“ Zeitrafferaufnahmen für eine Universum-Sendung zu erstellen.

Diese Pause gab uns auch Gelegenheit immer wieder aus dem Augenwinkel unseren weiteren Routenverlauf vom Znachsattel zum Hading zu beäugen.

Entgegen der anfänglichen Skepsis erwies sich die unmarkierte Strecke als „halb so wild“ – über weite Abschnitte konnten wir überhaupt einem schmalen Steig folgen, der den felsigen Grat südlich der Znachspitze umging.

Zum ersten Mal kamen wir nun mit der angenehm wärmenden Sonne in Berührung – ein Hochgenuß.

Ein gemütliches Steiglein in der angenehm wärmenden Sonne

Ein gemütliches Steiglein in der angenehm wärmenden Sonne

 

Martin war begeistert von den tollen Lichtverhältnissen und in der Folge musste ich etliche Male auf diversen Steinen und Felsen Modell stehen, wobei es sich als äußerst vorteilhaft erwies, dass ich gleich diverse Jacken in unterschiedlichen Farben im Rucksack mittrug – eigentlich nur aus Angst vor kalten Höhenwinden. Eine Befürchtung, die sich heute aber angenehmerweise als völlig grundlos erwies.

Ein senkrecht aufragender Felsblock, dessen Besteigung uns zunächst als zu gefährlich erschien, war aber derart verlockend, dass ich noch einmal kehrt machte und den dann doch sehr einfachen Anstieg „über das Hintertürl“ in Angriff nahm.

Martin, der es sonst gewohnt ist, mit professionellen Modellen zu arbeiten, hatte mir mir wohl seine liebe Not 😉

Besonders seine – sagen wir einmal „verhaltene“ – Reaktion auf meine „Usain Bolt“-Geste brachte mich zum Schmunzeln. („Machen wir doch besser wieder eine Jubelgeste„)

AlpenYeti am Weg zur Engelkarspitze - Abgelichtet vom "Ortsfotografen" Martin

AlpenYeti am Weg zur Engelkarspitze – Abgelichtet vom „Ortsfotografen“ Martin

 (Klick auf das Bild für vergrößerte Darstellung)

Als genial konnte man auch den tollen Tiefblick auf die an dunkle Augen erinnernden, noch im Schatten liegenden Giglachseen bezeichnen. Die Ignaz-Mattis-Hütte liegt bereits in der Sonne.

Tiefblick zu den Giglachseen

Tiefblick zu den Giglachseen

 

Weiter geht´s überraschend einfach am Gratverlauf bzw. in die südliche Flanke ausweichend.

Zwar haben wir für den Anstieg auf den 2.518 Meter hohen Gipfel der Westlichen Engelkarspitze ziemlich viel Zeit benötigt, die in Relation zu den kaum 1.000 Aufstiegshöhenmetern lange Wanderzeit war aber vor allem unserer Fotobegeisterung geschuldet.

Am Gipfel fanden wir zu unserer Freude ein Gipfelbuch vor, welches uns zeigte, dass doch immer wieder Einheimische diesen herrlichen Aussichtsberg besuchen.

Während sich im Osten im Umfeld der markanten Erhebungen von Hochgolling und Kasereck dunkle Gipfel der Niederen Tauern aneinanderreihen, weiß im Norden das helle Kalk-Dreigestirn Torstein-Mitterspitz-Hoher Dachstein in der Dachsteingruppe zu begeistern.

Gipfelerhebungen um Hochgolling und Kasereck

Gipfelerhebungen um Hochgolling und Kasereck

 

Im Westen scheint der gletscherbedeckte Großglockner und das Wiesbachhorn zum Greifen nahe.

Großglockner und Wiesbachhorn

Großglockner und Wiesbachhorn

 

Unter uns liegen die in der herbstlich braun-rot-gefärbten Landschaft fast exotisch anmutenden Giglachseen. Wir genießen den Ausblick ebenso intensiv wie die von Martin mitgebrachte köstliche Jause. Nach dutzenden Fotos in alle Himmelsrichtungen machen wir uns bereit für den Abstieg, den wir für eine schöne Rundtour über den steilen, felsblock- und steinübersäten Nordhang hinunter ins Vetternkar vornehmen wollen.

 

Steiniger Abstieg ins Vetternkar

Steiniger Abstieg ins Vetternkar

Im kühlen Schatten der Nordseite sind die Steine und die Wiesensteilhänge recht rutschig und nicht zu unterschätzen. Mit entsprechender Sorgfalt wird der trittsichere Wanderer aber keine Probleme haben.

Unten im Umfeld der Giglachseen dürfen wir uns an prächtigen Herbstfarben und angenehmsten Wandertemperaturen erfreuen.

Leuchtende Herbstfarben beim Abstieg zum Giglachsee

Leuchtende Herbstfarben beim Abstieg zum Giglachsee

Während Martin abermals seine Kamera für Zeitrafferstudien zückt, genieße ich ein kurzes Schläfchen in der Almlandschaft.

Im Bereich der Giglachalm

Im Bereich der Giglachalm

Vorbei an den Giglachseen, in denen sich gar nicht so wenige Fische tummeln, erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt bei der Ursprungsalm, wo wir auf ein kühlendes Erfrischungsgetränk einkehren.

Giglachsee und Steirische Kalkspitze

Giglachsee und Steirische Kalkspitze

 

Fazit: Fast wird es schon zur Gewohnheit, dass die Wandertouren mit Martin zu den Höhepunkten der Sommersaison zählen.

 

Auch der gemütliche Ausklang wird schon zur Tradition

Auch der gemütliche Ausklang wird schon zur Tradition

 

Bisherige Gemeinschaftswanderungen mit Martin

  1. Krügerzinken – 06.08.2008
  2. Wildkarsee – 08.09.2009
  3. StegerkarWildkarHerzmaierkar – 22.08.201
  4. Steinkarzinken – Seekarzinken – Sonntagkarzinken – 10.09.2011

 

Weitere Wandertouren in Rohrmoos

Weitere Informationen zur Tour

Tourenstatistik im Tourenbuch

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

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1 Kommentar on Ein kleines Jubiläum – Engelkarspitze

  1. […] den jährlichen Wandererlebnissen mit meinem guten Foto- und Bergkameraden Martin habe ich es allerdings immer sehr einfach: Die […]

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