Als ich vor einigen Jahren mein Projekt 1001Gipfel aus der Taufe gehoben habe, habe ich eigentlich nicht ernsthaft daran geglaubt, diese Idee einmal verwirklichen zu können.

Zumindest nicht so schnell (in weniger als 8 Jahren).

Noch Anfang dieses Jahres habe ich keinen Gedanken daran verschwendet und selbst um die Jahresmitte habe ich in einer groben Hochrechnung eine erfolgreiche Umsetzung frühestens 2012, eher aber erst im Jahr 2013 als realistisch angesehen.

Durch zahlreiche „Gipfelsammeltouren“ in den letzten Wochen, die mir durchaus einige Energie abverlangt haben, ist „das Ereignis“ jetzt aber doch wesentlich früher eingetreten als erwartet.

„Das Ereignis“: 1000 verschiedene Gipfel in der näheren Umgebung meines Heimatortes Gröbming zu besteigen.

Wie soll man solch ein Ereignis würdig zelebrieren? Einen besonderen Gipfel in Österreich – z.B. den Großglockner – besteigen? Eine Gemeinschaftstour mit 50 Bergkameraden? Ein lautes Event?

Nein.

Ich wollte es so machen, wie mir meine Wandertouren am liebsten sind. Gemeinsam mit meiner AlpenYetin sollte ein stiller Berg abseits viel begangener Moderouten besucht werden.

Lediglich die Namen der heutigen Gipfel Nummer 1.000 und 1.001 sollten etwas Besonderes, Nicht Alltägliches sein. Einen Lärchkogel oder einen Gamskogel – in Österreich dutzendfach vorhanden – wollten wir definitiv nicht.

Ein Name mit Symbolkraft wäre schön oder zumindest ein ziemlich einzigartiger Name. Und da sind mir bei meiner gestrigen Überschreitung vom Gamskogel über den Amachkogel und weiter über das Kesseleck zum Glaneck und Lahneck 2 unscheinbare, aber dennoch ob ihrer Höhe „herausragende“ Graserhebungen in den Seckauer Tauern aufgefallen, auf die all unsere Anforderungen und Wünsche gut passen würden.

Großer Ringkogel und Pletzen zwischen Gaalgraben und Ingeringgraben.

Am heutigen Tage schließt sich der Kreis meines Projektplanes. Kreis = Ring: Großer Ringkogel würde da vorzüglich passen.

Seltener Name: Was gibt es besseres als Pletzen, wo sich die diversen Wanderliteratur-Autoren noch nicht einmal einig sind, ob es nun „der Pletzen“ oder „die Pletzen“ heißt, wenngleich der Großteil der 2. Variante den Vorzug gibt.

Modeberge sind das mit Sicherheit auch keine, habe sie doch weder rekordverdächtige Abmessungen noch einladende Hütten in ihrer Nähe. Überdies ist die Zufahrt von Knittelfeld in den Gaalgraben auch nicht gerade ein Katzensprung.

Die Gipfelziele waren also gefunden. Die Wahl des Anfahrtsweges war auch nicht sonderlich schwer, hatte ich doch bei unserer Wanderung vom Ingeringgraben auf den Hochreichhart geschworen, nie mehr über das Sommertörl fahren zu wollen.

  • Anfahrt über Wald am Schoberpaß – St. Michael: 149 km – 1 Std. 40 Min.
  • Rückfahrt über Judenburg und Hohentauern: 138 km – 1 Std. 55 Min.

Bei der Anfahrt haben wir in Knittelfeld die falsche Ausfahrt erwischt und kamen so in den ungeplanten Genuß, Seckau näher kennenzulernen ;-). Über Ingering II und Gaal ging es dann in den Gaalgraben.

 

Am Plateau der Pletzen

Am Plateau der Pletzen

 

Das Tourengebiet

Bundesland: Steiermark
Tourenregion: Gaalgraben
Wandergemeinde: Gaal
Ausgangspunkt: Bauernhof Gaalreiter
Gebirgsgruppe: Seckauer Tauern

Tourengebiet Gaalgraben - Pletzen

Tourengebiet Gaalgraben - Pletzen

Routenverlauf Gaalreiter - Ringkogel - Pletzen

Routenverlauf Gaalreiter - Ringkogel - Pletzen

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Der Routenverlauf

Gaalgraben / Gaalreiter – Repenstein – Ochseneben – Kleiner Ringkogel – Großer Ringkogel – Pletzen – Am Anstiegsweg zurück

Die Tourbeschreibung

Wir starten unsere heutige (16.10.2011) Wanderung ein kleines Stück unterhalb vom Bauernhof Gaalreiter (Familie Reumüller).

Der Wanderweg führt durch den Hof, wo eine Kuh gerade lautstark versucht, ihren Juckreiz an einem aus Bürsten gebastelten „Kratzbaum“ zu lindern.

Ein kurzes Stück folgen wir dem Forstweg Richtung Osten, ehe in einer scharfen Kehre die leicht zu übersehende Markierung an einem Bankerl vorbei auf eine Wiese und bald in den Wald hinein führt.

Einige Male werden in der Folge Forststraßen überschritten, ehe man weiter oben auf eine große freie Wiesenfläche trifft, die am Rande einer gesperrten wissenschaftlichen Versuchsfläche überschritten wird.

 

Oberhalb der Waldgrenze zum Repenstein

Oberhalb der Waldgrenze zum Repenstein

 

Bald läßt man auch die letzten Waldbäume hinter sich und über freie von hohem, braunen Gras bewachsene Almflächen und zwischen Latschengassen erreichen wir die zuvor bereits mehrfach auf Wegweisern angeschriebene Erhebung des Repenstein.

Von hier geht es weiter über die Ochseneben und den kaum als eigenständigen Gipfel wahrnehmbaren Kleinen Ringkogel auf den an seiner Südostflanke schneebedeckten Großen Ringkogel (2.277), der von einem auffallend hohen Gipfelkreuz gekrönt wird.

Ein Wandererpaar, welches uns kurz zuvor überholt hat, sucht gerade hinter einem hohen Steinwall Schutz vor dem kalten Wind.

Wir vermerken nur kurz unsere Jubiläumstour im Gipfelbuch und schreiten dann gleich weiter Richtung Norden.

Zunächst kaum 80 Höhenmeter abwärts und dann wieder etwa 150 Höhenmeter bergan auf die Pletzen, wo wir zu unserer freudigen Überraschung ein kleines Gipfelkreuz antreffen.

 

Gipfelkreuz auf der Pletzen

Gipfelkreuz auf der Pletzen

 

2 Wanderer machen es sich gerade hinter großen Steinblöcken gemütlich, brechen dann aber bald auf.

Der Ausblick ist großartig, lediglich der kalte Wind läßt uns etwas zusammenkauern.

Ein Zugeständnis an das heutige Jubiläum: Ein bis mehrere Schlucke vom mitgebrachten Zirbenschnaps :-).

Fast eine Stunde genießen wir die Einsamkeit am Berg, ehe uns die Kälte wieder zum Abstieg nötigt.

Zurück in die Senke und hinauf auf den Großen Ringkogel. Verlockend leuchtet der schon leicht vereiste Sundlsee aus dem Kar im Osten herauf. Bei angenehmeren Temperaturen und etwas mehr Zeit (wir sind heute untypisch spät gestartet) hätten wir ihm wohl einen Besuch abgestattet.

2 Wanderer mit Hund halten sich gerade am Großen Ringkogel auf, aber schon bald sollten sie unseren Spuren talwärts folgen.

Beim Kleinen Ringkogel kommt mein mobiles Gipfelkreuz zum Einsatz, welches ich vorsichtshalber für die Pletzen mitgenommen habe, in Unkenntnis der Tatsache, dass es da oben ohnehin ein schönes Kreuz gibt.

Über den Anstiegsweg geht es wieder zurück zum Ausgangspunkt.

 

Vom Kleinen zum Großen Ringkogel

Vom Kleinen zum Großen Ringkogel

 

Fazit: Durchaus eine schöne, würdige und sehr gut zu uns passende Jubiläumstour, die wir heute mit besonderer Dankbarkeit absolviert haben.

1001 verschiedene Gipfel (in Summe mehr als 1.350 Gipfelbesuche) in 8 Jahren.

Nicht unbedingt ein großer Verdienst.

Wirklich sportliche Bergwanderer werden sich jetzt vielleicht denken: „1001 Gipfel in 8 Jahren. Schön und gut, aber was hat er eigentlich in der zweiten Hälfte dieser Zeit gemacht“ 😉

Eine Frage allerdings muss ich mir aber zumindest im „Meischberger´schen Sinne“ nicht stellen: „Wo woar mei Leistung

 

Bisherige Wandertouren in den Seckauer Tauern

 

Weitere Informationen zur Tour

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

 

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4 Kommentare on Jubiläumstour Großer Ringkogel – Pletzen

  1. […] ich vor zwei Tagen bei meiner Jubiläumstour Großer Ringkogel und Pletzen mein Projektziel 1001 Gipfel erreicht habe und es bis zu meinem nächsten größeren Jubiläum […]

  2. […] Jubiläumstour Großer Ringkogel – Pletzen (16.10.2011) […]

  3. […] Jubiläumstour Großer Ringkogel – Pletzen (16.10.2011) […]

  4. […] So zum Beispiel beim Erreichen der 10.000-Kilometergrenze oder auch bei der Besteigung meines 1.000 Gipfels. […]

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