Eisiger Wind bläst über die Gipfel

Eisiger Wind bläst über die Gipfel

Stammbesuchern von „AlpenYetis Wanderseiten“ muss ich die heutige (29.01.2011) Wanderung auf die Luserwand wohl nicht mehr näher erläutern, gehört diese Tour doch wie auch meine letzten beiden Schneeschuhtouren Bachlalm – Eiskarlschneid und Ahornkoglalm – Oberer Tanzboden zu meinen traditionellen Lieblings-Winterzielen.

Leser meines Schneeschuhtourenführer-eBooks Zentral-Österreich finden die detaillierte Routenbeschreibung übrigens im Band Steiermark A auf den Seiten 22 bis 27. Den dort beschriebenen Abstecher zur Stornalm habe ich heute allerdings ausgelassen, dafür ist mit dem Kleinen Miesberg ein neuer Gipfel hinzugekommen.

Nachdem ich nun 4 Mal in Folge mit Schneeschuhen unterwegs war, habe ich heute nach den starken Schneefällen der vergangenen Woche wieder einmal zu meinen Tourenschi gegriffen. Und – ich kann es ruhig vorwegnehmen – die Schneeverhältnisse waren großartig. Ausreichende Pulverschneemengen warten oberhalb von 1.600 Meter Seehöhe.

Herrliche Schneeverhältnisse oberhalb von 1.600 Meter Höhe

Herrliche Schneeverhältnisse oberhalb von 1.600 Meter Höhe

Weiter unten wird man – zumindest im Wald – Steinkontakt nicht vermeiden können. Das war auch der Grund, warum ich für die Abfahrt im unteren Abschnitt die Forststraße gewählt habe – wie auch einige Schitourengeher vor mir. Herzlichen Dank an dieser Stelle für das Spuren (aufwärts, abwärts am Forstweg).

Das Tourengebiet      

Bundesland: Steiermark
Tourenregion: Dachstein Süd
Wandergemeinde: Ramsau am Dachstein
Ausgangspunkt: Ghf. Burgstaller / Rössing
Gebirgsgruppe: Dachsteingebirge

 

Die Tourbeschreibung

-13°C hatte es beim Start – bei der Anfahrt durch das Ennstal wurden am Auto-Thermometer überhaupt -16°C angezeigt.

Zeitgleich mit mir starteten 5 weitere Schitourengeher beim Burgstaller in Rössing, ihrem forschen Tempo vermochte ich aber nicht zu folgen. Und als dann auch noch die Sonne aufging und ich in einen „Fotografierrausch“ verfiel, gab es ohnehin kein zügiges Weiterkommen mehr.

Für den Aufstieg wählte ich wie meine Vorgänger, die eine ausgzeichnete Spur in den Neuschnee legten, den Sommerweg Richtung Stornalm / Kufstein.

Den sonst üblichen Abstecher kurz nach dem oberen Ende der Forststraße hinüber zur Alm hab ich heute aber ausgelassen.

Ausblick zum Kufstein am Weg zur Luserwand

Ausblick zum Kufstein am Weg zur Luserwand

Vom morgendlichen Frost war jetzt in der Sonne schon lange nichts mehr zu merken.

Das sollte sich erst ändern, als ich am Gipfel der Luserwand ankam. Eisiger Wind pfiff über das Plateau.

Kurz nach mir kam ein Schitourenkamerad meines Bruders am Gipfel an.

Herzliche Grüße an dieser Stelle an Joachim – es gibt jetzt übrigens doch ein Gipfelbuch am Kleinen Miesberg – doch dazu später mehr.

Das Gipfelbuch auf der Luserwand

Das Gipfelbuch auf der Luserwand

Während sich Joachim an die Abfahrt machte, folgte ich den Spuren der 5-er-Gruppe vor mir, die den Gipfel längst wieder verlassen hatte. Nach einem Kurzabstecher zur Miesscharte schienen sie nun den Kufstein anzuvisieren.

Die Miesscharte hatte es mir auch angetan. Ich hoffte dort oben ein windgeschütztes Platzerl zu finden.

Ich sollte mich ordentlich täuschen. Mit noch größerer Heftigkeit und Eisigkeit blies mir der Wind Schneekörner ins Gesicht. Beim Zustieg zur Miesscharte war mir so, als ob am markanten Gipfel des Kleinen Miesberges etwas in der Sonne geglänzt hätte.

Trotz aller stürmischen Widrigkeiten stieg ich deshalb am überwiegend abgeblasenen Westrücken auf.

Tatsächlich – eine Gipfelbuchkassette. Das Gipfelbuch ist noch kein Jahr alt (Mai 2010). Der Errichter hat auf der ersten Seite auch seinen Hund unterschreiben lassen :-).

Lange hielt ich mich aber nicht bei diesen unwirtlichen Verhältnissen am Gipfel auf. Als ich wieder zurück in die Miesscharte stieg, erkannte ich drüben auf der Luserwand einige weitere Schitourengeher.

Schnell abfahrbereit gemacht und im tollen Pulverschnee über das Roßfeld talwärts, um dem „sandstrahlenden“ Eiswind zu entkommen. Weiter unten – an windgeschützter Stelle – konnte ich mir jetzt endlich eine kleine Stärkung gönnen.

Abfahrtsfreuden im Pulverschnee

Abfahrtsfreuden im Pulverschnee

Die Abfahrt bereitete großes Vergnügen. Weiter unten wählte ich, wie bereits angemerkt, mangels ausreichender Schneeunterlage im Wald die Forststraße.

Beim Fazit zur Schneeschuhtour Bachlalm – Eiskarlschneid habe ich folgendes angemerkt:  

Die Winterwanderung zur Bachlalm bzw. über den Sulzenhals auf die Eiskarlschneid bietet unvergleichlich schöne Aus- und hochalpine Einblicke – und das alles bei vergleichsweise moderaten (sowohl zeitlich als auch von den Schwierigkeiten her) Zustiegsanforderungen. 

Die Ausblicke von der Luserwand sind – zumindest nach meinem Dafürhalten – noch einmal eine Stufe schöner. Allerdings sind hier die Zustiegsanforderungen doch um einiges höher. Nicht von den Schwierigkeiten her, aber von der Länge.

Weitere Winterwanderungen Richtung Stornalm und Luserwand

Weitere Informationen zur Tour   

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum   

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

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1 Kommentar on Schitour Luserwand – Kleiner Miesberg

  1. […] aber vom Feinsten. Kein Vergleich mehr mit dem heftigen Eiswind, der mich noch gestern auf der Luserwand […]

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