Meinen heutigen Tourenbericht möchte ich mit einem Zitat aus meinem letzten Artikel über die Ankogelgruppe beginnen:

Durch Seilbahnen übererschlossene Gras-Gipfel (zumindest suggerieren mir das die Landkarten) zwischen Großarler und Gasteiner Tal erzeugen leichte Abwehrhaltung. Aber vielleicht täuscht mich das auch nur und ich gewinne bei besserer Ortskenntnis ein positiveres Bild.

Heute (27.06.2011) haben die AlpenYetin und ich das prächtige Wetter genutzt, um eben einige dieser „Gras-Gipfel“ mit Seilbahn-Unterstützung zu erwandern. Und ich muss schon zugeben: Sooo schlecht finde ich die Möglichkeit des einfachen und raschen Aufstieges mit Unterstützung der Bergbahn jetzt doch nicht – zumal wir jetzt nach mehrwöchiger Wanderpause ziemlich Kondition eingebüßt hatten.

1.160 Höhenmeter in 15 Minuten – die Zeitersparnis ist enorm. Von der Kraftersparnis, die man dann für herrliche Gebirgskamm-Wanderungen nutzen kann, ganz zu schweigen.

Am Kleinen Paarsee mit Blick zum Hochkönig

Am Kleinen Paarsee mit Blick zum Hochkönig

Das Tourengebiet

Bundesland: Salzburg
Tourenregion: Gasteiner Tal
Wandergemeinde: Dorfgastein
Ausgangspunkt: Bergstation Fulseck-Bergbahn
Gebirgsgruppe: Ankogelgruppe
Tourengebiet Dorfgastein - Fulseck - Schuhflicker - Paarseen

Tourengebiet Dorfgastein - Fulseck - Schuhflicker - Paarseen

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Der Routenverlauf

Dorfgastein / Bergstation Fulseck – Kreuzkogel – Fulseck – Arltörl – Schuhflicker (Arlspitze) – Schuhflickersee – Hochegg – Urkübl – Haßeck – Kleiner Paarsee – Gasteiner Höhe – Bergl – Mühlbach – Dorfgastein

Die Tourbeschreibung

Hätte uns die Wetterprognose für heute nicht  exzellentes Bergwetter vorhergesagt und hätten wir bei der Anfahrt nicht schon durch Wolkenlücken blauen Himmel durchschimmern sehen, hätten wir vermuten können, es erwartet und uns auch heute wieder ein Regentag.

So aber waren wir guter Dinge, als wir unsere heutige Wanderung im nebelig-trüben Dorfgastein als einzige Passagiere der ersten Gondelauffahrt um 8:30 Uhr starten. Eine überaus freundliche, junge Dame an der Kassa ließ die 16 Euro für das Ticket pro Person besser verdauen. Spätestens, als wir bereits wenige Minuten später aus dem Nebel herauskommen und von herrlichem, wolkenlosem Himmel in Empfang genommen werden, ist der Bergbahn-Tarif gänzlich vergessen.

Unter uns im saftig-grünen Almgebiet erkennen wir fleißige Wanderer, die den Anstieg in Eigenkraft schaffen wollen.

Eine Viertelstunde nachdem wir auf ca. 870 Meter in Dorfgastein gestartet waren, stehen wir – nach einmal Umsteigen bei der Mittelstation – auf ca. 2.030 Meter Höhe fast am höchsten Punkt des Fulsecks.

Herrlicher Ausblick vom Kreuzkogel

Herrlicher Ausblick vom Kreuzkogel

 

Der erste Abschnitt unserer heutigen Wandertour führt uns südwärts zum nahe gelegenen Kreuzkogel. Großartige Ausblicke auf die schneebedeckten Gipfel zwischen Großglockner und Großem Wiesbachhorn im Westen. Südwestlich die bereits bestiegenen 3.000-er zwischen Schareck, Hohem (Rauriser) Sonnblick und Hocharn.

Rechts unter uns das Gasteiner Tal, links unter uns das Großarl Tal. Und weiter südlich die heuer im Rahmen einer Schitour überschrittenen Gipfel von Frauenkogel und Gamskarkogel.

Am liebsten wären wir an diesem gemütlichen Aussichtsplatz sitzen geblieben, zumal unsere Beine nach der „längsten Pause seit Anbeginn unserer Wandererzeit“ ziemlich schwer waren. Aber andererseits hatten wir heute noch eine seeeehr lange Tour vor uns und der Ausblick über unser geplantes Wandergebiet im Norden zum Schuhflicker (Arlspitze) und weiter westwärts über Hochegg und Urkübl zum Haßeck war nicht weniger verlockend.

Also gings zunächst wieder zurück zum „Gipfelstadel“ am Fulseck, wo uns ein „räudiges“ Gipfel-Katzerl begrüßt. Im ersten Augenblick hatten wir das mitleiderregend zerrupfte junge Tier für ein Meerschweinchen oder eine Mischung aus Murmeltier und Ratte gehalten.

Mittlerweile hatten sich mit den nächsten Gondeln bereits gut und gerne zwei Dutzend weitere Wanderer eingefunden. Und das an einem Montag außerhalb der Ferienzeiten um 9:30 morgens. Ich möchte lieber nicht wissen, wie es hier in der Urlaubszeit oder an Wochenenden „wurlt“.

Über das Fulseck führt uns der angenehm begehbare Wanderweg in leichtem Auf und Ab Richtung Norden über das Kieserl zur kleinen, idyllischen Kapelle im Arltörl (1.797).

Am Weg vom Arltörl zum Schuhflicker

Am Weg vom Arltörl zum Schuhflicker

 

Ein sehr aufmerksames Wanderer-Paar fragt uns, ob wir Angst vor ihrem freilaufenden Hund hätten, was wir als Hundeliebhaber, die selbst gelegentlich mit „Leihhunden“ unterwegs sind (z.B. mit Hunden auf den Kochofen), natürlich verneinten. Durch diese Begegnung lernten wir eine für uns bislang noch nicht bekannte Hunderasse kennen: Einen großen, neugierigen Richback oder Ridgeback.

Im Arltörl halten wir kurz bei der Kapelle inne, ehe uns der Weg nun über mehr als 400 Höhenmeter zum Gipfelkreuz am Schuhflicker (Arlspitze) hinauf führte.

Die Schwierigkeit des Steiges wird auf den Wandertafeln mit SCHWARZ bewertet, eine Schwierigkeit, mit der ich nicht konform gehe. Es gibt in der Tat im obersten Gipfelbereich einige leicht ausgesetzte Stellen, an denen man nicht ausrutschen darf – vor allem beim schönen Tiefblick auf den Schuhflickersee.

Ich halte die zu hoch gegriffene Schwierigkeitsbeurteilung SCHWARZ (=schwierig), die wohl der leichten Erreichbarkeit mit Hilfe der Bergbahn geschuldet ist, aber deshalb gefährlich, als man nicht glauben darf, dass man sich nach Besteigung des Schuhflickers nun wirklich alle SCHWARZE Touren zutrauen dürfe.

Zuletzt etwas felsig auf den Schuhflicker

Zuletzt etwas felsig auf den Schuhflicker

 

Die Gipfeljause nehmen wir allein ein. Ein Paar hat den Gipfel kurz vor unserer Ankunft verlassen, eine Familie mit 3 kleinen Jungs kommt erst kurz nach unserem Aufbruch hinauf, als wir bereits am Weg hinunter zum Schuflickersee sind. Doch schon bald wartet der nächste Anstieg hinauf auf das Hochegg, das sich nach Osten als unzugängliche Felswand zeigt, über die Südwestseite aber auf zwar steilen, aber relativ einfachen Wiesenhängen erreicht werden kann.

Ab dem Hochegg wird der Wanderweg nun einfacher. Lang zieht sich der Steig direkt am breiten Kammverlauf über alpenblumenbewachsene Wiesen mit besten Tiefblicken auf beide Seiten Richtung Westen zum Urkübl.

Von hier dreht der Weg nun nach Norden. Oberhalb der Paarseen führt die Markierung auf teilweise recht schlammigem Steiglein hinauf zum Haßeck (2.119). Das Gipfelkreuz steht etwas nördlich auf einer vorgelagerten Anhöhe mit bestem Ausblick über das Salzach-Tal zwischen Scharzach-St. Veit und St. Johann im Pongau.

Tiefblick auf Schwarzach-St. Veit im Pongau

Tiefblick auf Schwarzach-St. Veit im Pongau

 

Ein Gruppe von Kühen mit kleinen Kälbern machte uns mit ihrem Verhalten sehr deutlich, dass sie unsere Anwesenheit nicht gerade schätzten, und so ließen wir sie schon bald wieder allein.

Obwohl wir uns durch die Bergbahn den langen Anstieg erspart hatten, machte sich der lange Wandertag und die warmen Temperaturen nun doch allmählich bemerkbar. Deshalb verzichteten wir auf einen Abstieg zum Großen Paarsee, den Plan dem Luxkogel mit dem großen, weitum sichtbaren Sendemast einen Besuch abzustatten, haben wir ohnehin schon längst verworfen.

Der letzte Anstieg des heutigen Tages mit den etlichen Auf- und Abschwüngen sollte uns über den Kleinen Paarsee hinauf zum Gipfelkreuz auf der Gasteiner Höhe (1.994) führen, die einen herrlichen Ausblick über das Gasteiner Tal bietet.

Der Abstieg zurück ins Tal verlief für mich sehr schmerzhaft. Meine Knie waren solch große Distanzen wohl nicht mehr gewohnt (schließlich sollten wir am Ende des Tages auf 2.220 Abstiegs-Höhenmeter verweisen können). Heute mußte Ingrid einmal ständig auf mich warten, wenn ich meine Beine unter dem Vorwand interessanter Foto-Motive wieder einmal entlasten wollte.

Am auch um 19:00 Uhr noch gut gefüllten Schwimmbad vorbei erreichten wir wieder den großen Parkplatz beim Ausgangspunkt in Dorfgastein.

Abstieg zurück ins Tal nach Dorfgastein

Abstieg zurück ins Tal nach Dorfgastein

Weitere Wandertouren in diesem Gebiet bzw. auf Nachbargipfel

Ausgangspunkt Großarl-Tal

Ausgangspunkt Großarl-Tal

Weitere Informationen zur Tour

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

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1 Kommentar on Wandertour Kreuzkogel – Schuhflicker – Hasseck – Paarseen

  1. […] auch noch gerne die Kalte Mauer besuchen, sofern es meinem Knie nach den gestrigen Schmerzen am Schuhflicker in der Ankogelgruppe heute besser gehen sollte. Beim Rückweg am Leopoldsteiner […]

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