Am Samstag, den 10.07.2010 durfte ich bei herrlichstem Wanderwetter wieder ein neues Tourengebiet kennen lernen, welches – obwohl nicht weit von markierten Pfaden entfernt – dennoch alles andere als überlaufen ist, und mit seiner prächtigen, landschaftlichen Vielfalt sowie den herausragenden Ausblicken eine überaus große Anziehungskraft ausübt.

Das Tourengebiet

Bundesland: Steiermark
Tourenregion: Steirisches Salzkammergut
Wandergemeinde: Grundlsee
Ausgangspunkt: Schachen
Gebirgsgruppe: Totes Gebirge

Das Tourengebiet nördlich vom Grundlsee

Das Tourengebiet nördlich vom Grundlsee

Der Routenverlauf

Grundlsee / Schachen – Gößler Alm – Aiblsattel – Dreibrüderkogel-Südgipfel – Dreibrüdersee – Gößler Alm – Gößl – Schachen

Der Routenverlauf vom Grundlsee über die Gößler Alm zum Dreibrüdersee

Der Routenverlauf vom Grundlsee über die Gößler Alm zum Dreibrüdersee

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304 

Die Wegbeschreibung

Aufbruch beim schottrigen „Parkplatz für Pühringerhütte-Geher“ im Ortsteil Schachen. Hier erspart man sich das sonst in der Gemeinde Grundlsee übliche (meines Erachtens aber durchaus wohlfeile) Park-Entgelt, erhält dafür aber ein bis zum späteren Nachmittag über und über mit Staub bedecktes Auto (mich persönlich störts nicht wirklich).

Zu meiner Verwunderung scheint es hier jede Menge Berechtigte zu geben, die sich den Anstieg in die umliegende Bergwelt mittels Auffahrt auf besagter Staub-Forststraße verkürzen. 3 Autos und 4 Mopeds/Motorräder innerhalb weniger Minuten ließen mich schon an eine größere Veranstaltung auf irgendeiner Alm glauben (hat sich dann aber nicht bewahrheitet).

Bald schon schweift der Blick über den Grundlsee und dem an seinem Nordost-Ufer gelegenen Schloß.

An der Weggabelung „Pühringerhütte über Lahngangseen“ – „Gößler Alm – Salzofen – Wildgößl“ halte ich mich links und nach einem kurzen Abschnitt durch teilweise dichteren Wald komme ich an einem Jagdhaus vorbei. Wenig später quere ich einen Forstweg (von hier würde man zur Zimitzalm gelangen). In der Folge führt ein serpentinenreiches Steiglein – zunächst noch über einen freien Schlag, später durch den Wald – zunehmend steil Richtung Gößler Alm mit ihren vielen kleinen verstreut liegenden Hütten hinauf.

Die Gößler Alm ist erreicht

Die Gößler Alm ist erreicht

Die Ausblicke auf die beeindruckenden Süd- bzw. Südostwände von Backenstein, Reichenstein und Siniweler sind famos. Zahlreiche Singvögel stimmen im Wald ihr schönstes Lied an, ein Specht klopft im Takt dazu.

Reichenstein und Siniweler im Toten Gebirge

Reichenstein und Siniweler im Toten Gebirge

Von der Gößler Alm ist es nicht mehr weit hinauf in den Aiblsattel, doch was sich in der Folge an landschaftlicher Schönheit entfaltet, läßt mich kaum mehr weiterkommen: Vor dem tiefblauen Himmel fast blendende hellgraue, schroffe Felsen, leuchtend grüne, saftige, blumenreiche Wiesen und dazu der unbeschreiblich schöne Ausblick über den dunklen Grundlsee hinweg auf die im frühen Morgenlicht gleißenden Gletscher am Dachsteingebirge.

Dunkler Grundlsee - heller Dachstein

Dunkler Grundlsee - heller Dachstein

Wenig später taucht eine kleine Hütte an einem märchenhaft idyllischen Almplatzerl auf, eine kleine Quelle spendet herrlich erfrischendes, kühles Bergwasser, welches mir vor allem am Nachmittag beim Rückweg Erfrischung und neue Lebensgeister spenden wird.

Und im Hintergrund ragt bereits mein Gipfelziel auf – zumindest den vorderen (rechten) dieser beiden so unnahbar wirkenden Felszacken wollte ich heute besteigen. Und das auf einem überraschend einfachen, steinmandlgekennzeichneten Steiglein.

Idyllische Lichtung vor dem Dreibrüderkogel

Idyllische Lichtung vor dem Dreibrüderkogel

Zu meiner großen Freude und Überraschung fand ich auf dem aussichtsreichen Felsturm sogar ein Gipfelkreuz vor.

Am bizarr zerklüfteten Gipfel mit bestem Ausblick in alle Richtungen lasse ich mich zunächst einmal zur Rast nieder.
Nach kulinarischer Stärkung und Befriedigung meiner Schaulust ließ mich der eindrucksvolle Tiefblick in den Dreibrüderkessel mit seinem verlockenden, grün-schimmernden Dreibrüdersee wieder aufbrechen.

Begleitet von flatternden Schmetterlingen und summenden Hummeln stieg ich wieder zurück auf den markierten Pfad, der in der Folge weiter auf Salzofen und Wildgössl führen würde.

Da mir diese Gegend aber schon vertraut war und ich überdies in der zunehmenden Hitze heute (nach meiner gestrigen „Langtour“ in den Schladminger Tauern auf Schimpelspitz und Schönkarlspitz) keine allzu weite Tour unternehmen wollte, verließ ich den markierten Wanderweg bald wieder und folgte einem steinmandlgesäumten Steig nordwärts parallel zum langgezogenen, mehrgipfeligen Dreibrüderkogel mit seinen eindrucksvollen Felswänden.

Nach etwa 20 Minuten hatte ich den idyllisch und lieblich eingebetteten Dreibrüdersee erreicht, wo ich mich in der Folge zu einem äußerst entspannenden, fast 3-stündigen Schläfchen niederließ (irgendwie muß man ja ordentliche Wanderzeiten zusammen kriegen 😉 ).

Dreibrüdersee - Herrliches Kleinod in der Karstlandschaft

Dreibrüdersee - Herrliches Kleinod in der Karstlandschaft

Nach und nach tauchten in dieser Zeit weitere – in Summe 5 – Wanderer beim See auf, blieben aber nicht lange bzw. verstreuten sich unauffällig im Gelände, so dass von Überfüllung wahrlich keine Rede sein konnte.

Ein leichtes Lüfterl spendete Abkühlung, wurde die Hitze dennoch zu groß, half eine kurze Kneippkur im anfänglich als eisig empfundenen See, der aber mit jedem neuerlichen „Tauchgang“ an Wärme zuzunehmen schien.

Derart erfrischt und wieder erwacht machte ich mich auf den Rückweg, der mit entlüfteten Schuhen und – zumindest kurzzeitig – schweißlos äußerst angenehm vonstatten ging. Eine neuerliche Erfrischung wartete bei der bereits zuvor erwähnten kleinen Quelle im Umfeld einer Hütte nahe dem Aiblsattel.

Für den Abstieg im untersten Abschnitt wählte ich jetzt die Variante über den „Breuer Franzl Steig“ nach Gößl, wo bei der kleinen Kapelle gerade eine Festivität – vermutlich eine Hochzeit – im Gange war.

Parfumduftverströmende, liebreizend gekleidete Damen und stattliche Männer schienen vor dem Gotteshaus zu warten. Nunmehr wieder verschwitzt und mit salzigem Gesicht wagte ich kaum an der fotogenen Gruppe vorbeizuschreiten.

Wenige Minuten später stand ich am Ostufer des Grundlsees in Gößl, wo gerade ein Schifferl beim Ablegen war.
Die im 20° warmen (kühlen) Wasser herumpritschelnden Badegäste machen Lust, dem See badenderweise zu begegnen.

Zurück beim Grundlsee

Zurück beim Grundlsee

Ich belasse es aber beim optischen Vergnügen und entlang der Grundlseestraße gings zurück zum Ausgangspunkt in Schachen.

Fazit

Eine äußerst empfehlenswerte, nicht allzu lange und kaum nennenswerte Schwierigkeiten aufbietende Wandertour in einer keineswegs überlaufenen Gegend.

Weitere Wanderschmankerln mit Ausgangspunkt beim Grundlsee

Weitere vom Grundlsee aus erreichbare Wanderziele im Toten Gebirge

 

Weitere Informationen zur Tour

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenbuch

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

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1 Kommentar on Wandertour Dreibrüdersee – Dreibrüderkogel-Südgipfel

  1. […] Ausgangspunkt der Tour lag schon wie bei meiner vorletzten Wanderung (auf den Dreibrüderkogel) am Nordostufer des Grundlsees im Ortsteil Schachen. Aufbruch noch vor Sonnenaufgang, der Mond […]

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