Bei der ersten Schitour der neuen Wintersaison 2010/2011 wollte ich heute die Schneeverhältnisse im zum Dachsteingebirge zählenden Kemetgebirge erkunden.

Wer es eilig hat und nicht bis zum Ende dieses – ohnehin nur kurzen – Artikels warten will, dem sei gleich hier am Anfang verraten: Die Schneeverhältnisse sind perfekt. So perfekt, dass ich derzeit die Tourenschi meinen Schneeschuhen vorziehe.

Prächtige Schneeverhältnisse im Kemetgebirge

Prächtige Schneeverhältnisse im Kemetgebirge

Für alle, die etwas mehr Zeit haben, folgt jetzt die Schilderung meiner Schitour.

Die Anfahrt war weniger unterhaltsam. Zwar nur wenige Minuten sind es von mir zum Ausgangspunkt in Gröbming-Winkl / Lend. Aber irgendwie war ich dabei wohl zu unkonzentriert, vielleicht auch etwas zu euphorisch ob des so überraschend und schnell einsetzenden Schönwetters.

Jedenfalls begab es sich, dass mein Auto leicht nach rechts in Richtung Straßengraben abdriftete. Zunächst nur ein bißchen. Nichts dramatisches (dachte ich mir zumindest). Leicht gegenlenken, dann würde ich sicher gleich wieder korrekt auf der Schneefahrbahn stehen (dachte ich mir zumindest). Falsch gedacht.

Immer gieriger nahm der Schneeriedel am Straßengraben mich bzw. mein Auto in Beschlag und wollte es nicht mehr hergeben.

Auch 2 gerade nachkommende Burschen, die eine Schitour zum Hirzberg unternehmen wollten, brachten ihn trotz kräftigem Schieben nicht wieder heraus.

Nun gut – so wichtig ist mir mein Auto auch wieder nicht. Schon gar nicht, wenn sich das Wetter jetzt so positiv zeigte.

Also habe ich mich entschlossen, die Schitour einfach schon 500 Meter vor dem üblichen Ausgangspunkt zu starten. Schi angeschnallt und hinein in die Lend. Über die steile Öfenstraße aufwärts – dort wo sich die Ausläufer von Stoderzinken und Kammspitz fast berühren.

Schnee liegt schon reichlich hier. Wer neue Schi sein eigen nennt, sollte sie bei der Abfahrt durch die Öfen-Schlucht aber besser abschnallen, wenn er unschönes Kreischen des Belages über dem einen oder anderen vereisten Stein vermeiden möchte.

Weiter oben hat ein Schneemobil den Forstweg bis zur Rahnstube „präpariert“.

Schispur-Abzweigungen zum Stoder und zum Hirzberg zeigen die Beliebtheit dieses Gebietes bei Schitourengehern. Eine Wanderin kommt mir zu Fuß aus Richtung Viehberg entgegen. Ein gutes Stück hat sie sich auf der gestern abend wieder mit 5 bis 10 cm neu eingeschneiten Spur über den Wurf hinaufgemüht.

Ich habe also nicht allzu viel Arbeit, die Spur bis zur Viehbergalm zu reaktivieren. Um einiges mühsamer wird es dann Richtung Hochmühleck. Wegen der bereits fortgeschrittenen Stunde und weil ich mich nun doch gedanklich mit dem „Wiederfreibringen“ meines Autos beschäftigte, beschloss ich, bei der „Abfahrtsstelle“ vom Hochmühleck – auf ca. 1.660 Meter Höhe – wieder kehrt zu machen.

Die restlichen 1,5 bis 2 Kilometer Richtung Norden führen in leichtem Auf und Ab durch die Wälder bis zum Gipfelkreuz am Hochmühleck, so dass man auch bei der Rückkehr meist die Felle bis zu dieser „Abfahrtsstelle“ an den Schiern läßt.

Umkehr bei der "Abfahrtsstelle"

Umkehr bei der "Abfahrtsstelle"

Frostig war es heute, gottseidank aber ziemlich windstill – zumindest merkte man den Wind nicht im Wald. So frostig, dass meine Sonnenbrillen innen vereisten.

Stumpf und „hohl“ wirkten meine (ungewachsten) Schi, als sie am kalten Schnee auf der mäßigen Steigung bis zur Viehbergalm laut knirschend zurück glitten. Dort traf ich auf eine weitere Schitourengeherin und auf einige Spuren weiterer Tourengeher, so dass die Route bis zur Alm nun wieder gut gespurt ist.

Über den Wurf – bei abgefahrenen Verhältnissen eher unangenehm zu fahren – kam ich heute dank des lockeren Pulverschnees problemlos zur Rahnstube und auf der Schneemobilspur des Jägers zurück zur oberen Einfahrt in die Öfenstraße.

Ein Jäger beobachtete gerade Gämse durch das Zielfernrohr seines Gewehres. Beide haben wir einen ordentlichen Schreck bekommen, weil wir uns erst im letzten Moment wahrnahmen.

Zu meiner Freude stand mein Auto am Parkplatz in der Lend. Meine Liebste – die AlpenYetin – hatte tagsüber einen hilfsbereiten Bauer gefunden, der mein Vehikel mit dem Traktor wieder aus dem Graben gebracht hat. Herzlichen DANK an Fred.

Weitere Wintertouren zwischen Viehbergalm und Hochmühleck

Weitere Informationen zur Tour 

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum  

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

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1 Kommentar on Schitour Viehbergalm – Hochmühleck

  1. […] ich bei meiner gestrigen Schitour über die Viehbergalm Richtung Hochmühleck bereits vom wunderbaren Pulverschnee begeistert war, wollte ich mir diesen auch heute nicht […]

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