Richtiger sollte der Titel eigentlich lauten: Buchhinweise oder Buchinformationen.

Denn ob ein Buch wirklich einen Tipp wert ist, vermag wohl niemand auf dieser Welt objektiv und für die gesamte Menschheit verbindlich zu beurteilen – so er nicht Marcel Reich-Ranicki heißt ;-).

Diese Qualitätsbeurteilung wird immer im Auge des Betrachters respektive Lesers liegen und deshalb möge man mir bitte verzeihen, wenn jemand das eine oder andere Buch ganz anders bewerten würde.

Und auch ich habe heute ein Buch in meiner „Leseliste“ der letzten Wochen, welches mir ehrlich gesagt nur eine unterdurchschnittliche Beurteilung wert ist, während es bei Amazon von einem Leser in höchsten Tönen gelobt wird (es handelt sich dabei aber wahrscheinlich nicht um Marcel Reich-Ranicki, bei dem meine bevorzugte Lektüre vermutlich nicht einmal unter den Begriff „Literatur“ fallen dürfte).

Warum ich diese Liste heute veröffentliche, hat 2 Gründe:

Zum einen sucht ja vielleicht der eine oder die andere von Euch noch nach Weihnachtsgeschenkideen, zum anderen suche ich nach dem mehrtägigen Hüten meines Fieberbettes eine leichte Beschäftigung.

Viele Bücher habe ich in den letzten Wochen gelesen, neben einigen Fachbüchern und der unfassbaren Leidensgeschichte der jungen Natascha Kampusch in „3096 Tage“ handelte es sich überwiegend um „Wanderer-, Natur- und Wildnisbücher“.

Wahre Geschichten und Erzählungen von Menschen, die auszogen, um die unbeschreibliche Schönheit der Natur mit all ihren Sinnen zu erfassen, die vielleicht in der Einsamkeit unendlicher Weiten zu sich selbst finden wollten oder Herauforderungen in der unbändigen Wildnis suchten.

Durch einen Klick auf die jeweiligen Bilder oder Links gelangt ihr zu Amazon, wo Ihr weitere Informationen zum jeweiligen Buch findet.

Die Hinweise auf meine Fachbücher möchte ich Euch ersparen, auf das Buch von Natascha Kampusch dagegen – so häufig sie und ihr Werk auch zunehmend kritisiert werden – möchte ich aber unbedingt hinweisen, weil man darin soviel höchst beachtenswerte Willensstärke und Durchhaltekraft vorfindet.

Kampusch-3096 Tage

Natascha Kampusch: 3096 Tage

Eher – oder noch besser: Nur – durch Zufall bin ich auf das nächste Buch gestoßen. Auf der Suche nach Urlaubslektüre in letzter Sekunde stand ich im September in einer großen Buchhandlung meines Vertrauens und griff dort in der Abteilung „Reisen, Abenteuer und Wildnis“ ganz spontan auf ein dünnes gelbes Taschenbuch mit grellroter Schrift.

Genau so schreiend wie die Aufmachung war dann auch der Titel. Erst das Lesen des Rückentextes versicherte mir, dass es sich hier nicht um einen verirrten Ausreisser aus der Erotik-Abteilung handelte.

Obwohl: Deftig ist der Erlebnisbericht einer jungen Israelin auf ihrer Reise durch Südamerika allemal. Geschmacklos aber höchstens 2 bis 3 Mal ;-).

Schlampen im Rucksack

Iris Bahr: Schlampen im Rucksack: Auf der Moomlatz-Route durch Südamerika

Beim nächsten Buch, ich muß es gestehen, habe ich mir bei „etlichen Längen“ etwas schwer getan. Vielleicht hat dieses Buch aber wirklich das hohe Niveau, welches auf einer Amazon-Rezension beschrieben ist, und vielleicht war ich diesem nach „Schlampen im Rucksack“ einfach noch nicht gewachsen.

Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich mit Pferden nicht allzu viel anfangen kann. Genaussowenig wie mit den verwirrenden Gefühlen eines suchenden 19-jährigen Mädchens, welche sie ja selbst nicht richtig zu beschreiben vermag (Ich hätte auf mein „Bauchgefühl“ hören sollen, dass dieses Buch wohl eher nichts für mich ist).

Für Pferdeliebhaber und Abenteurer, für die die Wildnis bereits 2 Stunden hinter dem nächsten Dorf beginnt, vielleicht ganz unterhaltsam:

Frei sein

Vail Fuch: Frei sein – Mein Weg durch die Wildnis zu mir

Nach diesem „Soft-Abenteuer in Schweden“ stieß ich auf einen Autor, von dem ich nun bereits innerhalb kurzer Zeit das dritte Buch lese. Ich mag seinen wortgewaltigen und bildreichen Erzählstil und ich liebe das Bild seiner süßen 1,5 Jahre alten, entzückenden Tochter, mit der er und seine Frau 1 Jahr in der (wirklichen) Wildnis verbracht haben (doch dazu mehr weiter unten).

Nicolas Vanier heißt der Abenteurer und Autor, der seit einigen Jahrzehnten vor allem von den unwirtlichen und frostigen Landschaften des hohen Nordens magisch angezogen wird.

Das erste Buch, das ich von ihm gelesen habe, beinhaltet eine bunte Sammlung verschiedenster Episoden aus all dieser erlebnisreichen Zeit.

Zeit der Wölfe - Ein Abenteurerleben

Nicolas Vanier: Zeit der Wölfe – Ein Abenteurerleben

Nach Nicolas Vanier, der sich im obigen Buch überwiegend auf Hundeschlitten – seltener auf Pferden, Kanus oder Schneemobilen – „herumtrieb“, stieß ich auf einen jungen Österreicher namen Gregor Sieböck, der in wenigen Jahren im wahrsten Sinne des Wortes die halbe Welt zu Fuß erwanderte. Eine beachtliche Leistung, der ich größten Respekt entgegenbringe.

Vom großartigen Erzählstil des Nicolas Vanier allerdings etwas verwöhnt, fand ich in Gregor Sieböcks Schilderungen aber einige Längen. Nichts schlimmes, höchstens ein halber Punkt Abzug – bedeutet noch immer sehr lesenswert, auch wenn mir seine gutgemeinten ökologischen Ansätze grundsätzlich zwar richtig, dann und wann aber doch etwas zu unrealistisch und übertrieben erschienen.

Er aber ist ein optimistischer Bursch, und schon seine Beschreibung im Vorwort durch Herrn Klaus Buttinger, Redakteur der Oberösterreichischen Nachrichten, brachte mich herzhaft zum Lachen:

… als Ende Juni 2003 plötzlich ein Rucksack in meiner Tür stand. Ein riesiger Rucksack. Er hatte sich ein Bürschlein umgeschnallt, das sich als Gregor Sieböck vorstellte. Der Rucksack wollte mit ihm bis nach Tokio gehen.

Der Weltenwanderer

Gregor Sieböck: Der Weltenwanderer – Global Change – Zu Fuss um die halbe Welt

Nach den Pilger- und Wandererfahrungen des jungen Bad Ischlers landete ich wieder bei Nicolas Vanier. In seiner Erzählung „Die weiße Odyssee“ schildert er seine Erlebnisse eines von allen „Experten“ als unmöglich gehaltenen Abenteuers. In weniger als 100 Tagen mit seinem geliebten Hundeschlittengespann 8.600 Kilometer quer Kanada, vom Pazifik zum Atlantik. Über abweisende Berge und trügerisch-vereiste Gewässer.

Etwas „nervig“ wird auf Dauer der „Stress“ auf Grund des Wettlaufes und so ist es im Grund nicht nur ein Abenteuer – das des Nicolas Vanier mit seinen Hunden – sondern auch jenes seiner Begleiter, Freunde und Teamkameraden, die das unmöglich Gehaltene durch ihre Schneemobil-Pisten erst ermöglicht haben. Dass in einer größeren Mannschaft Probleme und Streit nicht ausbleiben, ist wohl unvermeidlich. Auf Dauer wird man als Leser aber in diese unangenehme Gefühlsmischung mit hinein gezogen.

So gesehen wäre es auch ein Buch für Projektleiter – hier gäbe es wohl zahlreiche Ansatzpunkte und Erkenntnisse, wie man ein Projekt nicht leiten und koordinieren darf.

Zu guter Letzt ist es ein Buch für Hundeliebhaber. Und im Gegensatz zu Pferden – siehe weiter oben – finde ich zu Hunden großen Zugang.

Die weisse Odyssee

Nicolas Vanier: Die weiße Odyssee

Nach dem Wettkampf gegen die Zeit suchte ich mir ein ruhigeres, beschaulicheres Buch. Der hohe Norden sollte es dennoch bleiben. Dieses Mal nicht in Kanada, sondern in Alaska.

Der Autor – Fred Hatfield, geboren 1910 – beschreibt hier im Alter von 80 Jahren seine Erinnerungen an sein Leben als Trapper, welches er anfangs alleine, später mit seiner geliebten Frau und seiner reichen Kinderschar in der einsamen Wildnis Alaskas erlebt hat.

Vielleicht nicht ganz so facettenreich und detailliert beschrieben wie bei Nicolas Vanier, zieht einen dieses „ruhige“ Buch dennoch von Anfang an in seinen Bann. Für mich das „schönste“ Buch der letzten 3 Monate.

Nördlich der Sonne - Ein Trapperleben in Alaska

Fred Hatfield: Nördlich der Sonne – Allein in den Wäldern Alaskas. Ein Trapperleben.

Das letzte Buch meiner „Leseliste“ ist wieder von Nicolas Vanier. Da ich erst bei Seite 25 meiner Lektüre angelangt bin, kann ich noch nichts Näheres zum Buch kundtun. Erwarten würde ich mir eine inhaltlich ähnlich schöne Geschichte wie bei Fred Hattfield (voriger Hinweis), gepaart mit der detailreichen, dichten Erzählweise von Nicolas Vanier.

Das Schneekind

Nicolas Vanier: Das Schneekind – Eine Familie unterwegs durch die Schneewüsten Kanadas

Viele Buchtipps, Buchempfehlungen, Buchhinweise, Buchinformationen oder wie immer man es nun auch bezeichnen mag. Vielleicht findet ja jemand Geschmack daran. Ich würde mich jedenfalls über Rückmeldungen freuen.

Ach ja, und noch etwas: Falls ihr mehr als eines der oben genannten Bücher kaufen solltet, muß euch eines klar sein: Mit der Karriere könnte es dann vorbei sein. Denn wenn doch sogar einer der größten selbsternannten österreichischen Bildungsexperten – der Pröll Erwin – öffentlich einbekennt, in seinem ganzen Leben nur ein einziges Buch fertig gelesen zu haben, müssen da ja irgendwelche Nebenwirkungen dabei sein.

Immerhin hat er bei „seinem“ Buch den „Schatz im Silbersee“ von Karl May gemeint und nicht sein Parteibuch. Und scheinbar genügt das ja für zweithöchste Ehren (aber wer weiß, vielleicht hätte es bei mehr Lesen ja vielleicht doch zum Bundespräsidenten gereicht).

Ich wünsche Euch wunderschöne Leseerlebnisse und „wahre Abenteuer im Kopf“.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

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1 Kommentar on Buchtipps für Natur- und Wanderfreunde

  1. […] schon bei meinen Naturbuchempfehlungen im letzten Jahr möchte ich Euch auch heuer kurz vor dem Weihnachtsfest 2011 auf einige meiner […]

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