Schneeschuhwandern - Faszination
Naturerlebnis in unberührter Winterlandschaft
Der Reiz des Wanderns "auf Trappers Spuren"
Tiefverschneite Wälder und einsame Winterberge
Seit ich vor vielen Jahren mit dem Schneeschuhwandern begonnen habe -
damals noch als ausgesprochener Exot -
wurde ich schon etliche Male gefragt, was mich denn am Schneeschuhwandern
so reizen würde, ob es schwierig oder anstrengend ist, ob es nicht
ungemütlich kalt sei, ob ich keine Angst vor den vielen Gefahren hätte,
und viele weitere Dinge.
Oft stand wirkliches und tieferes Interesse hinter der Frage, mitunter waren aber auch
nur kopfschüttelndes Unverständnis bzw. bei Schitourengehern auch Überheblichkeit erkennbar
("Besser schlecht gefahren, als gut gegangen", "Ich gehe nicht mit
Schneeschuhen, weil ich Schifahren kann").
Von richtigen Naturliebhabern und Schitourenkönnern bin ich allerdings ohnehin
noch nie belächelt worden, und der eine oder andere ist mittlerweile selbst
gelegentlich als "Watschler" unterwegs.
Der Hauptfaszination des Schneeschuhwanderns macht für mich das große
und intensive Naturerlebnis einer
unberührten Winterlandschaft aus.
Daneben begeistert mich die Möglichkeit, "von vorgebeneben Bahnen abzuschweifen"
(Straßen, Pisten, Wege) und im Einklang mit der Natur seine eigenen Spuren zu
setzen.
Ganzheitliches Wandern im Einklang mit der Natur - Planung, Bewegung, Naturgenuß
Es ist ein sonniger Tag heute - aber dennoch klirrend kalt.
In den letzten Tagen hat es viel geschneit. Trockener, lockerer
Pulverschnee. Kein Schnee mit dem man schnell einen Schneemann baut.
Tief sinke ich im verzauberten Winterwald im Neuschnee ein. Trotz
der Schneeschuhe. Aber ohne sie wäre ein Weiterkommen nahezu unmöglich.
Es macht Spaß, hier im jungfräulichen Schnee zu waten, auch wenn
es ein bißchen anstrengend ist. Keinerlei Spuren.
Ruhig ist es. Entspannend ist es. Die Gedanken fließen. Einmal hier- und
einmal dorthin. Die frische Luft rötet das Gesicht. Unten im Ort
läuten die Kirchturmglocken.
An einem Tag wie heute, da gibt es nicht DAS Ziel, dem man ehrgeizig
hinterher hecheln müßte. Heute gilt mehr denn je:
Der Weg ist das Ziel.
Beim Rückweg ist alles so viel leichter. Ich folge meiner eigenen Spur -
einen halben Meter tief eingegraben. Hin und wieder ertappe ich mich dabei,
wie ich die Schritte in unüblicher Länge setze - einmal ganz kurz, dann wieder
sehr lang.
Man will ja schließlich einen "sauberen", wohlgeformten Weg hinterlassen.