AlpenYetis Erfahrungsberichte - GPS

Global Positioning System - Persönliche Erfahrungen


Wandern mit GPS

(Letzte Aktualisierung: 16.08.2008)

Neumodischer Blödsinn, wichtigtuerischer Unfug, technischer Schnickschnack oder lebensrettende Notfallausrüstung.

Nach hunderten Touren mit GPS-Unterstützung ist mein Fazit:

Ein GPS-Gerät ist eine nützliche Tourenbereicherung, die zwar in keinem Fall eine gute Wanderkarte und eine sorgfältige Tourenvorbereitung ersetzen kann, die aber die Navigation auf meinen nicht selten in sehr abgelegene Gebiete führenden Wanderungen ungemein erleichtert und vereinfacht.

Wandern ohne GPS ist für mich nicht mehr vorstellbar. Wie und wozu ich das GPS verwende, habe ich in diesem Artikel beschrieben.

Geräte-Empfehlung

Vor der Anschaffung habe ich mich eine Zeitlang in diversen Internet-Foren „rumgelesen“ (interessante GPS-Links bei den Wanderforen), auf was man beim GPS für´s Wandern achten sollte, welche Marken und Modelle es gibt, und welche positiven oder negativen Erfahrungen andere Wanderer mit ihrem GPS schon sammeln konnten.

Seit Dezember 2005 verwende ich beim Wandern nun selbst ein GPS-Gerät und zwar ein Garmin e-trex Vista C (mit Farbdisplay).

Mittlerweile konnte ich auf mehr als 240 Touren umfangreiche Erfahrungen sammeln, muß aber gestehen, dass ich wahrscheinlich aber bei weitem nicht alle Möglichkeiten und technischen Spielereien ausnutze.


Geräte-Alternativen

Neben den verschiedenen Modellen vom Marktführer Garmin gibt es auch noch Maggelan als namhaften Hersteller ür Outdoortaugliche GPS-Geräte.

Daneben besteht auch die Möglichkeit mittels PDA oder Handy zu navigieren, zu deren Zuverlässigkeiten kann ich allerdings nichts sagen, zumal ich befürchten würde, die Geräte im strömenden Regen, im eisigen Schneesturm oder durch kleinere Stöße zu beschädigen.


Einsatzbereiche

Meine Motivationsgründe, das GPS und die Topo Österreich zu verwenden, sind folgende:

  • Orientierung: Ich bin zu jeder Jahreszeit, (fast) bei jedem Wetter sowie zu allen Tages- und Nachtzeiten unterwegs und sehe auf der Karte am Display jederzeit, wo im Gelände ich mich gerade genau befinde.
    Ich kann jederzeit messen, wie weit es bis zur nächsten Hütte bzw. einem sonstigen Orientierungspunkt ist.
  • Statistische Zwecke: Meine ursprüngliche Motivation, mir ein GPS-Gerät zuzulegen war eigentlich meine Vorliebe für Statistik-Daten.
    Insbesondere die Informationen über die zurückgelegten Kilometer sind für mich interessant (die zurückgelegten Höhenmeter lese ich lieber auf meinem Armband-Höhenmesser ab).
  • Tourenplanung: Vor allem in unbekannten Gegenden, fernab jeglicher Zivilisation plane ich eine Tour bereits vorab am PC und spiele mir einen oder auch mehrere alternative „Tracks“ auf das GPS-Gerät.
    Das Abspeichern weiterer interessante Wegpunkte in der näheren Tourenumgebung (Gipfel, Almen, Quellen, Dolinen, ...) kann ich mir Dank der am Display abgebildeten Karte (Topo Österreich) ersparen.
    Bei besonders gefährlichen Stellen (z.B. Felsabstürze, Dolinen) kann man „Warnpunkte“ erstellen, bei deren Näherkommen in einem frei einstellbaren Radius man sich akkustisch vorwarnen lassen kann (nutze ich allerdings sehr selten).
  • Tourennachbereitung: Nach der Tour lade ich mir die aufgezeichneten Daten auf den PC und kann damit auf der elektronischen Karte den exakten Tourverlauf nachvollziehen.
    Das ist besonders interessant, wenn man auch abseits markierter Wege unterwegs ist (besonders bei Schi- und Schneeschuhtouren).

GPS-Karten

Auf Grund der schlechten Kritiken für die Topo Österreich (das ist die digitale Karte, die man auf das GPS-Gerät spielen kann), habe ich mir diese am Beginn nicht zugelegt – mir ging es auch anfangs mehr um statistische Auswertungen und darum, meine Touren auf GPS aufzuzeichnen und am PC in der AMap (und in letzter Zeit zunehmend auch auf der Kompass-3D-Karte) nachzuvollziehen.

Seitdem ich aber die vielgescholtene Topo Österreich mein Eigen nennen, kann ich mir eine Wanderung ohne sie nicht mehr richtig vorstellen, sie bereichert einfach meine Orientierungsmöglichkeiten ganz immens.

Ich habe sogar schon einige Forststraßen in der Topo gefunden, die auf meiner Papierkarte (auch nicht gerade unaktuell) noch nicht verzeichnet waren, einige Male hat mir erst der Blick auf das GPS-Gerät bestätigt, daß ich bereits am (unspektakulären) Gipfel stehe und in etlichen Situationen konnte ich im weglosen Steilgelände auf Grund der Höhenliniendarstellung einen gangbaren Durchschlupf finden.

Ich möchte aber festhalten, dass sich eine Papier-Wanderkarte dennoch immer zusätzlich mit im Gepäck befindet, weil ich auf ihr einfach einen besseren Überblick habe und sie zudem auch noch ziemlich ausfallssicher ist.

Weiters habe ich auch immer einen separaten Höhenmesser und Kompaß mit.


Ausstattungs-Merkmale

Die meisten, der oben genannten Anforderungen erfüllen – abgesehen von der Kartendarstellung – bereits auch recht günstige Geräte.

Für mein „Spielzeug“ kam für mich aber nur ein Farbdisplay mit Kartendarstellung in Frage.

Besonderen Wert legte ich außerdem auf einen elektronischen Kompaß und einen barometrischen Höhenmesser.

Der elektronische Kompaß zeigt mir auch im Stand die Richtung an, falls man ihn nicht hat, muß man sich bewegen, damit aus den GPS-Signalen die Richtung errechnet werden kann.
Das ist aber z.B. im ausgesetzten Gelände nicht immer möglich.

Der barometrische Höhenmesser ist dann nützlich, wenn das GPS einmal keinen Satelliten-Empfang hat.

Wenn ich heute eine Kaufentscheidung zu treffen hätte, würde ich wieder eines der Nachfolgeprodukte meines „alten“ Garmin e-trex Vista anschaffen.

Das einzige Manko meines Gerätes, das mich bisher störte, war der begrenzte Speicher von 20 (oder 24) MB.

Ich kann mir damit zwar die Topo-Karten von „halb Österreich“ auf mein Gerät spielen, aber es ist schon vorgekommen, daß ich an einem Tag im Osten im Hochschwab-Gebiet unterwegs war und am nächsten Tag im Westen in der Venedigergruppe und am dritten Tag schließlich in den Schladminger Tauern - das ganze Gebiet bekam ich dann aber nicht auf das Gerät, und weil ich am Abend nicht noch etwas nachladen konnte (wollte), haben mir halt einige Informationen gefehlt.

Die aktuellen Geräte lassen sich aber mit kleinen Speicherkarten erweitern und haben dieses Problem nicht mehr.


Zuverlässigkeit

Die Anzeigegenauigkeit bei meinen bisherigen Touren ist erstaunlich gut und während der Höhenmesser auf meiner Suunto-Armbanduhr bei „schwierigen“ Wetterverhältnissen (große Kälte, Föhnstimmung, etc.) trotz Kalibrierung beim Start im Gipfelbereich oft über 50 Meter von der tatsächlichen Höhe abweicht, liegt die Ungenauigkeit beim GPS meist nur zwischen 0 und 5 Meter.

In engen Schluchten oder im dichten Wald habe ich bei der einen oder anderen Tour vorübergehend kurze Empfangsaussetzer gehabt (von einigen Sekunden bis wenigen Minuten) und ganz selten spielt die Anzeige komplett verrückt und die Anzeige bewegt sich in wildem Zickzack durch die Gegend.
Das konnte ich bisher aber immer so beheben, dass ich das Gerät kurz ausschaltete.
Nach der Wiederinbetriebnahme war wieder alles OK.


Stromversorgung

Für die Stromversorgung habe ich mir 2 Garnituren wiederaufladbare Batterien zugelegt, die selbst bei großer Kälte durchschnittlich 15 Stunden pro Set halten ( bei wärmeren Temperaturen sind aber auch 20 Stunden durchaus üblich).

Werte, wie man sie sich für die Akkus von Fotoapparat oder Handy nur wünschen könnte.
Ab einer Temperatur von unter minus 15 Grad Celsius, soll das Display Gefahr laufen, einzufrieren, und damit unwiderruflich defekt sein.
Bei einem absoluten Härtetest bei minus 25 Grad hatte ich allerdings noch keine Probleme.

Meine abschließende persönliche Zusammenfassung

Das GPS-Gerät bereichert meine Wanderungen in vielerlei Hinsicht, und ich traue mir auch eher zu, die eine oder andere nicht markierte Variante auszuprobieren.

Das Um und Auf einer Tour im abgelegenen Gelände ist für mich aber immer eine intensive Tourenvorbereitung mittels elektronischer Karten und Papier-Landkarten, so dass ich den ungefähren Tourenverlauf schon vorab im Kopf abgespeichert habe.

Für den Überblick bei Pausen verwende ich nach wie vor die Papierkarte.

Unterwegs aber werfe ich einen regelmäßigen Kontrollblick auf das GPS-Gerät sowie meinen Armband-Höhenmesser. Und das ist bei weitem angenehmer, als ständig die Karte zur Hand zu nehmen – besonders bei unwirtlicheren Wetterverhältnissen wie starkem Wind, peitschendem Regen oder großer Kälte.

Aber selbstverständlich würde ich nie einer aufgezeichneten Route (oder einem Track) blindlings folgen – natürlich wird auch das Gelände vor Ort immer wieder neu beurteilt und bewertet – vor allem im Winter.

Schöne Grüße - Christian / AlpenYeti


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