Dolinen, Schlund und Felsspalten

Schaurig im Sommer, heimtückisch im Winter, gefährlich im Frühling


Unter Dolinen versteht man Spalten, Löcher und Trichter in Karstgebirgen. Die meist durch Erosion entstehenden Einsenkungen, Felsritzen, Klüfte, Schlünde und Höhlen mit Durchmessern von wenigen Zentimetern bis zu etlichen Metern und einer Tiefe bis zu hunderten von Metern stellen für den Wanderer eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar.

Eine umfassendere Begriffs-Definition und Beschreibung finden Sie unter dem Stichwort "Doline" bei Wikipedia.

Worin ist die Gefahr für Wanderer nun begründet ?

In den aperen Sommermonaten ist die von Dolinen ausgehende Gefahr noch überschaubar, wenngleich es auch gelegentlich Berichte von neu einstürzenden Felsspalten gibt. Aber solange die schaurigen Schlunde gut sichtbar sind, hält sich die objektive Gefahr im Sommer und Herbst tatsächlich noch in Grenzen.

Besondere Vorsicht walten lassen muß man aber im Bereich von Latschen, unter deren Gestrüpp nicht selten ein bodenloser Schlund lauert.

Es erübrigt sich die Anmerkung, dass solche Karstgebiete tunlichst nur bei guter Sicht begangen werden sollten.

Schauriger Dolinen-Schlund

Schaurige, unheimliche Löcher, gluckernde und gurgelnde, unsichtbare Bächlein

Ein letztendlich Gottseidank noch positiv ausgegangener Dolinen-Unfall ist aus dem Jahre 1996 aus dem Zentralmassiv des Toten Gebirges überliefert.

Dort ist ein Bergwanderer abseits der markierten Wege im zerklüfteten Karstgestein eingebrochen, als der Fels durch sein Gewicht plötzlich nachgab.

5 Tage lang war er in dem Schlund am Rande eines weiteren, noch tieferen Abgrundes gefangen, ehe ihm unter Aufwendungung seiner letzten Kräfte, selbst die Rettung gelang.


Besondere Gefahr im Frühjahr

In Wintermonaten sind zumindest die kleineren Dolinen zum Beispiel im Toten Gebirge durch die meterhohen Schneemassen eingeschneit und mit stabiler Schneedecke bedeckt.

Die größte Gefahr geht von den Dolinen aber im Frühling aus, wenn die vermeintlich sicheren Schneebrücken unter der Frühjahrssonne im Tagesverlauf aufzuweichen beginnen. Gar nicht bis kaum sichtbar, können sie für den Schitourengeher und Schneeschuhwanderer eine tödliche Gefahr darstellen.

Doline im Winter und Frühling

Derselbe Schlund wie oben im April

Einen besonders tragischen Ausgang nahm das Schicksal eines Linzer Schitourengehers, der im März 1948 - ebenfalls im Toten Gebirge - in eine schier bodenlose Doline gefallen ist.

Bis zu 500 Meter Tiefe soll dieser tödliche Schlund aufweisen, die letzten sterblichen Überreste sowie Ausrüstungsgegenstände konnten erst Jahre nach dem Unfall geortet werden.

Zum Gedenken an den Verstorbenen steht heute östlich von Sturzhahn und den "Tragln" in den sogenannten "Karen" das nach ihm benannte Jungbauerkreuz.

Jungbauerkreuz im Toten Gebirge, Dolinen-Unfall

Jungbauerkreuz im Toten Gebirge


Sollte man das Karstgebiet also grundsätzlich meiden ?

Auf viele erfahrene Alpinisten und Gebietskenner übt das öde, karge, spalten- und dolinenreiche Karstgebirge einen großen Reiz aus. Sie werden sich auch oftmals von etwaigen Gefahren nicht vor Besuchen in abgelegenes Gelände abhalten lassen.

Dolinen-Warnung im Toten Gebirge

Beachtung der Warnungen und Einhaltung markierter Wege wird eindringlich empfohlen

Für den Durchschnittswanderer gilt: Wenn man sich bei guter Sicht und aperen Verhältnissen an die vorgegebenen Markierungen und Wege hält, birgt eine Wanderung im Karstgelände mit Sicherheit nicht mehr oder weniger Gefahren als eine herkömmliche Bergwandertour.

Und faszinierend ist das Gelände allemal - es sei denn man ist "Steinallergiker".

Karrenplatten im Karstgebiet

Bizarr gefurchte Karrenplatten im Karstgebiet


Ein kurzes Video, in dem unter anderem auch einige Dolinen zu sehen sind, gibt es in meiner Wander-Videothek (Wanderbild).

Dolinen im Karst, Große Tragl im Toten Gebirge Großes Tragl - Totes Gebirge
Karst, Dolinen und Schnee

Hauptdarsteller: Michael
22.09.2007          Dauer: 05:25 (Min:Sek)         Größe: 21 MB

Alpine Gefahren

Dolinen



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