Traditions-Skitouren: Wolfnalmspitze und Kochofen

Ursprünglich hätte der Titel lauten sollen: „Eine hab ich noch“ – gemeint war eine Gelände-Skitour im Februar. Aber dann habe ich gemerkt, dass es neben den „Salzburger Köpfen“ und den „Steirischen Zinken“ und den noch gar nicht beschriebenen Pistentouren gleich 2 weitere Traditions-Skitouren in diesem Monat gab. Beide Gebiete und Gipfel habe ich in der Vergangenheit ausgiebig beschrieben, weshalb ich mich heute kurz halten kann.

12 Mal habe ich die Wolfnalmspitze zwischen 2005 und 2022 besucht. Vor allem im oberen Touren-Abschnitt (in der Karte unten im Süden) gibt es dabei 2 Aufstiegsvarianten. Heuer haben wir wieder einmal die westliche Route (rot) gewählt.

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV – Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

27 Mal stand ich in den letzten 18 Jahren bereits am Kochofen. Von den 7 Skitouren finden sich in der obigen Landkarte einige Aufzeichnungen (inkl. GPS-Fehler).

Wolfnalmspitze

Die Wolfnalmspitze ist in der Regel ein Garant für Pulverschnee. Und auch am 14. Februar 2022 wurden wir nicht enttäuscht. Ausgangspunkt war wie üblich der Schaupphof im hinteren Donnersbachwaldtal. In den 2 Jahren seit unserem letzten Besuch hat es hier große bauliche Veränderungen gegeben. Ein großes Hüttendorf wurde aus dem Boden gestampft.

Aufbruch beim Schaupphof – der Routenverlauf auf die Wolfnalmspitze ist auf einer Tafel eingezeichnet

Aufgestiegen sind wir entlang der auf einer ebenfalls neu aufgestellten Landkarte empfohlenen Forststraße. Auf die Waldabkürzung der kurz vor uns gestarteten 2 Tourengeher haben wir verzichtet. Kurz nach uns machten sich 2 weitere Tourengeher auf den Weg und so strebten wir in drei Zweier-Grüppchen im herrlichen Pulverschnee dem Gipfel zu.

Bis zur Wolfnalm folgen wir über mehrere Kehren der Forststraße. Dann geht´s in mäßig steilem und einfach begehbaren Gelände mit tollen Pulverschneeverhältnissen Richtung Süden.

Und auch im Gipfelbereich hielten wir den Respekt-Abstand ein: Wie immer wählten Ingrid und ich den einfachen Vorgipfel mit dem kleinen Nadelbäumchen als unser Tourenziel. Die vor uns Gestarteten hatten bei der Annäherung an den Gipfel im letzten Steilhang auf der Ostseite so ihre liebe Not und stoppten ihren Aufstieg ebenfalls unterhalb des Gipfels. Die dritte Gruppe wählte den Steilhang auf der Westseite und stieg nach Erklimmung der Wechte ganz hinauf auf den höchsten Punkt der Wolfnalmspitze.

Das erste Paar versucht über den Ostgrat auf den Gipfel zu gelangen, hat aber zunehmend mit merkbaren Schwierigkeiten zu kämpfen.
2 andere Tourengeher steigen über die steile Nordflanke auf den Westgrat auf (rechts der Bildmitte) – ihnen gelingt die Gipfelbesteigung.
Ingrid und ich bleiben gleich von vornherein bei „unserer“ Winterstation bei einem kleinen Nadelbaum und halten respektvoll Abstand zu den mächtigen Wechten.

Die Abfahrt entlang der Aufstiegsroute war dann ein Hochgenuss – einerlei, ob man zuvor direkt am Gipfel stand oder sich mit den niedrigeren Vorerhebungen zufrieden gegeben hat.

Ausblick Richtung Nordwesten über den Ahornkogl (links) bis zum Grimming (ganz rechts hinten).

Kochofen

Noch häufiger als auf der Wolfnalmspitze bin ich bisher auf dem Kochofen gestanden – der derzeitigen Nummer 5 meiner Gipfel-Hitparade mit aktuell 27 Besuchen – allerdings verteilt auf alle Jahreszeiten, bei Skitouren ebenso wie bei Schneeschuhtouren und Bergwanderungen. Und so gut wie auf allen Himmelsrichtungen bzw. möglichen Ausgangs- bzw. Zielorten.

Aufbruch beim Bahnhof Gröbming in Moosheim. Der Höhenmesser zeigt etwas zu wenig an.

Das Schöne am Kochofen im Hochwinter: Man startet direkt im Tal beim Bahnhof Gröbming in der nach der Gemeindestrukturreform zur Gemeinde Pruggern-Michaelerberg zählenden Ortschaft Moosheim. Viele Namen für den kleinen Ort mit der auffällig großen Brücken-Zufahrt.

Obwohl es hier schon lange Zeit keinen Schibetrieb mehr gibt, sorgt der Wirt des Michaelerberghauses regelmäßig für perfekte Fahrbedingungen auch für Skitouren-Einsteiger.

Vom Parkplatz weg geht es mit den Tourenski entlang der ehemaligen Schipiste zum 500 Höhenmeter höher gelegenen Michaelerberghaus. Die Zeiten des Schibetriebes liegen zwar schon etliche Jahrzehnte zurück (und fallen noch in AlpenYeti´s Jugend-, Sturm- und Drang-Zeit – wobei sich damals mein Drang nicht unbedingt Richtung Schifahren orientierte 😉 ). Aber dennoch findet man auch heute noch – dem Michaelerberg-Wirt sei Dank – eine häufig bestens präparierte Piste vor, an der sich so manches teure Schigebiet ein Vorbild nehmen könnte.

Blick bergauf Richtung Michaelerberghaus (oberhalb der obersten freien Schneefläche).
Blick bergab. Im linken oberen Bildbereich das Gröbmingerland-Plateau. Im Zentrum thront der Grimming.

Ab dem Michaelberghaus hat man dann zunächst 2 Möglichkeiten: Entweder auf der für Rodler präparierten Forststraße nach links (Südosten) oder direkter und steiler am Sommerweg Richtung Süden. Ich entscheide mich für Option 2.

Ich entscheide mich zunächst für die direkte Route am Sommerweg, wähle dann aber die Route nördlich vom Loskögerl Richtung Osten.

Auch bei der nächsten Wahlmöglichkeit – rechts: Loskögerl / links: Nach Osten Richtung Kniepaß – entscheide ich mich für die 2. Alternative. Der Sommerweg wird hier im Winter aber über eine „Steilleitn“ abgekürzt bzw. vermeidet man so einen Gegenanstieg.

Wie die Route abseits des Sommerweges heißt bzw. ob sie überhaupt einen Namen hat, weiß ich nicht. Ich nenne sie jedenfalls die „Moosheimer Route„, da sie immer wieder auch gerne von den Einheimischen begangen wird.

Zum Schluss wird es auf der Ostseite hinauf auf den Kochofen noch einmal ein kurzes Stück „knackiger“. Die Spuranlage im zunehmend steilen Gelände will vor allem bei höheren Lawinenwarnstufen gut gewählt sein.

Am steilen Schlusshang hält man sich an den zunehmend schmäler werdenden Rücken, auf dem auch der Sommerweg verläuft.
Dachsteinblick (links hinten). Rechts der Kammspitz über Gröbming. Und über dem markanten Felskopf lugt im Hintergrund der Stoderzinken hervor. Links von diesem Felskopf verläuft übrigens auch der oberste, ziemlich steile Abfahrtsabschnitt durch den Wald
Während ich auf meiner Anstiegsspur der erste seit den letzten Schneefällen war und spuren musste/durfte, sind über das Loskögerl bereits einige andere Skitourengeher heraufgekommen.
Herrliche Einsamkeit und Stille beim Gipfelkreuz am Kochofen.

Und während ich sonst so häufig von unangenehmem Wind am Gipfelplateau empfangen wurde, herrschen heute tolle Wetterverhältnisse. Ich genieße die milden Temperaturen und die Stille am Gipfel, ehe ich mich bei besten Pulververhältnissen auf fester tragender Harschoberfläche an die Abfahrt mache.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

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