Kemetgebirge und Abschluss-Touren – Teil II

Neues Monat – selbes Motto: Auch im November 2021 drehte sich das Hauptthema unserer Wandertouren wie schon im Oktober um das Kemetgebirge zwischen dem Ennstal im Süden und dem Steirischen Salzkammergut im Norden und um Touren, die unsere in diesem Jahr zusammenhängende Routen abschließen sollen.

Die bisherigen Monats-Themen lauteten:

Wieder im Westen bei Filzmoos und dieses Mal auch im Norden zwischen Bad Mitterndorf und Tauplitz. Eine Rundtour von Aich-Assach über das Gradenbachtal bei Weißenbach und hinauf zum Stöderl passt in keines der beiden Themen wirklich richtig, im Sinne des Anzahl-Gleichgewichts nehme ich die Tour bei den Kemetgebirgs-Wanderungen mit.

Rot sind die 6 November-Touren eingezeichnet, die sich grob in 2 Hauptthemen zusammenfassen lassen.

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV – Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Abschluss-Touren

Bachlalm – Nößlerriedel

Erste Schneefleckerln und noch traumhaft gefärbte goldgelbe Lärchen vor dem makellos blau gefärbten Himmel sorgen bei dieser Rundwanderung für herrliche Farbkontraste.

Erste Schneefleckerln Anfang Oktober

Wir starten am Schnitzberg zwischen Filzmoos und Hachau und wandern zunächst auf einer Forststraße nordostwärts Richtung Bachlalm. Der letzte Abschnitt führt dann etwas steiler über einen Schlag bzw. durch den Wald hinauf.

Bei der Bachlalm mit Ausblick zum Rötelstein

Von der Bachlalm steuern wir westwärts den auf der Ostseite schneebedeckten, auf der Westseite aber aperen Nößlerriedel an. Von hier geht’s abwärts zur Weitenhausalm, die in meinen Karten als Nößleralm bezeichnet wird.

Am Weg auf den Nößlerriedel mit bestem Ausblick zu den höchsten Dachsteingipfeln

Talauswärts erreichen wir Filzmoos, wo wir antlang einer Straße bzw. zuletzt auf einem breiten Forstweg wieder zurück zum Ausgangspunkt gelangen.

Von Filzmoos zurück auf den Schnitzberg mit bestem Ausblick zur Bischofsmütze

Simonywarte

Die 2. Abschlußtour – dieses Mal im Norden – führt uns von Krungl in zufälligem Hin und Her zunächst nach Bad Mitterndorf und über Neuhofen wieder zurück nach Zauchen.

Ausblick über Bad Mitterndorf zum Grimming

Hier entscheiden wir uns sponten, die Simonywarte anzusteuern, die „sicherlich nicht so weit entfernt liegt“. Der Weg zieht sich aber und spätestens als wir die Tauplitzalm-Straße queren wird uns bewusst, dass das doch noch ein ganz schöner Hatscher wird.

Simony-Warte

Aber es zahlte sich aus. Weniger der Aufstieg über die Ostseite, als vielmehr die Simonywarte selbst und der folgende Abstieg über die wesentlich angenehmere (weil sonnigere, trockenere) Westseite wieder hinab nach Thörl.

Tierischer Umweg …
… nach Krungl

Aber noch einmal ging es in Zauchen am bereits kurze Zeit zuvor beschrittenen Weg bergan, um über eine alternative Route zurück nach Krungl zu wandern.

Skiflugschanze Kulm

Die dritte Abschluß-Tour im November verband 3 bisherige Wanderungen in diesem Jahr. Die oben beschriebene Simonywarte-Tour, die Lesserner Tour und die großartige Grimming-Überschreitung mit Stefan.

Vom Bahnhof Tauplitz in der Klachau folgen wir auf schneebedeckten Wegen dem Radweg, vorbei an der Skiflugschanze Kulm. Weiter geht es nach Krungl wo wir südwärts abzweigen und auf einer Forststraße in Autospuren den Grimming-Weg erreichen.

Skiflugschanze Kulm

Auf diesem geht es nun der Markierung folgend talwärts nach Kulm und hinaus zum Ausgangspunkt in der Klachau.

Kemetgebire

Stöderl

Beginnen möchte ich meine Beschreibung der Kemetgebirgstouren mit einer Tour, die eigentlich nur zum „Lückenfüllen“ diente, eigentlich gar nicht so richtig zum Kemetgebirge gehört, und zeitlich erst nach den beiden anderen Wanderungen erfolgte.

Am Weg Richtung Finsterangerl

Von Assach folgen wir dem „100-er-Weg“ zum Sonnberg über Weißenbach bei Haus. Bevor es aber hinab zum Wanderer-Parkplatz in der Nähe der Kneipp-Anlage geht, halten wir uns an die Markierung Richtung Norden, hinein ins Gradenbachtal.

Gedenkkreuz oberhalb von Assach

Hier erreichen wir den Anstieg Richtung Stoderzinken. Der Weg dreht nun Richtung Osten. Über das Finsterangerl erreichen wir die Stoder-Straße beim sogenannten Stöderl.

Assacher Scharte

Auf der Straße geht es nun bergab, vorbei an der Saukeixe und ein kleines Stück wieder bergan zur Assacher Scharte, von wo uns dann der markierte Wandersteig wieder hinab ins Tal und zurück zum Auto führte.

Mausbendlloch

Neben dem Bärenloch, welches wir im Oktober besucht hatten, gibt es noch eine zweite mystische Höhle im Kemetgebirge. Das Mausbendlloch, welches seit einigen Jahren ja ansatzweise markiert und gar nicht mehr so schwer zu finden ist.

Ingrid vor dem Mausbendlloch

Etwas Orientierungssinn sollte man dennoch mitbringen, vor allem, wenn man beim Abstieg eine alternative Route wählen möchte. Über die Herkunft des Namens Mausbendlloch gibt es in einem meiner Wanderführer den folgenden Hinweis: Mausbendl bezieht sich auf den Kot der Feldermäuse = „Mausberln“.

Zur Bedeutung der Felsritzbilder habe ich bisher noch keine Erklärungen gefunden, aber dazu habe ich ohnehin meine eigene Theorien:

Theorie 1: In Ermangelung von Höhlenbüchern haben sich hier früher die Vorbeikommenden verewigt.

Heute gibt es ein Höhlenbuch. Früher haben sich hier die Vorkommenden möglicherweise am Fels verewigt (war etwas dauerhafter als die sonst üblichen Urin-Markierungen).

Theorie 2: Möglicherweise war hier aber früher auch eine Schule. Und als Schulfafel-Ersatz wurde in die Felsen geritzt. Etwas schwieriger gestaltete sich für die Klassenordner allerdings das „Tafel-Löschen“.

Schreibunterricht in der steinzeitlichen Schule

Theorie 3: Vielleicht wird in die Felsbilder auch nur viel zu viel hinein geheimnist. Möglicherweise hat hier eine Steinzeit-Dame – nennen wir sie Wilma Feuerstein – nur ihren Nachwuchs abgesetzt. Und dieser hat sich – mit einem Stein bewaffnet – ans „Kratzeln“ gemacht, so wie es einst der AlpenYeti’sche Nachwuchs am neuen Auto gemacht hat.

„Komm kleine Pebbles – Du darfst hier etwas in den Fels zeichnen“ sagte ihre Mutter Wilma.

Theorie 4: Handwerker haben hier ihre verrichtete Arbeit für Abrechnungszwecke dokumentiert oder kreative Konstruktionszeichnungen verewigt.

Guckst Du: Ich habe schon Dutzende Bäume gefällt (oder waren das gar die Aufzeichnungen des Henkers?)
Was wurde er doch damals ausgelacht, ob dieser sinn- und nutzlosen Erfindung eines runden Gegenstandes, den der Erfinder „Rad“ nannte. Rollt doch immer davon, dieses Klump.

Hirzberg

Der Hirzberg ist DER Kemetgebirgs-Berg. Im Winter schon immer und seit es eine inoffizielle Markierung über die Notgasse gibt, auch zunehmend in den Sommermonaten.

Da müssen wir durch / hinauf. Steig gibt’s so gut wie keinen.

Wir haben uns für eine Rundtour entschieden, die etwas Geländekenntnis und guten Orientierungssinn erfordert, vor allem ab der Steilstufe nach dem Zeissenstall.

Aufstieg über die Steilstufe nach dem Zeissenstall

Die gute Nachricht: Meine 2 Latschenverhauer vom letzten Mal oberhalb der Steilstufe über den Ostrücken habe ich dieses Mal nicht wiederholt.

Die schlechte Nachricht: Ich habe 2 neue Latschenverhauer (vermeintliche Abkürzungen) „erforscht“.

Geschafft. Die Latschenfelder liegen hinter uns.

Das Gipfelplateau bietet dann die bekannt herrlichen Ausblicke: Über das waldreiche Kemetgebirge nach Süden und Osten zu den hervorstechenden Gipfeln von Grimming, Kammspitz und Stoderzinken. Zu den gletscher- und im Spätherbst auch bereits schneebedeckten höchsten Dachsteingipfeln im Südwesten.

Ausblick vom Hirzberg-Gipfelplateau über die unwegsamen Latschenfelder zum waldreichen „Hügelland“ des Kemetgebirges. Im Hintergrund Gimming (links) und Kammspitz (rechts).
Immer wieder fasziniert der Blick zu den höchsten Dachsteingipfeln.

Beim Abstieg auf einer Route, die wir umgekehrt bereits im Herbst vor 3 Jahren gegangen sind, folgen wir so gut es geht den Steinmandln und den gelegentlich angebrachten „kleinen“ Markierungen über das Hochtischl hinab zur Notgasse und weiter zur Forststraße.

Das Gipfelkreuz am Hirzberg, DEM Kemetgebirgs-Gipfel. Noch ein langer Weg nach Hause, durch die Öfen-Schlucht zwischen Kammspitz (links) und Stoderzinken (rechts). Im Hintergrund die Niederen Tauern.

Der Forststraße folgen wir nun Richtung Süden und später Richtung Osten und schließlich erreichen wir den markierten Stoderweg über den Rotwandschlag. Hinab zur Viehbergalm-Straße und durch die Öfen zurück zum Ausgangspunkt.

Mittlerweile – Anfang Dezember – gibt es im Kemetgebirge bereits eine üppige Schneeauflage. Ohne Schneeschuhe oder Tourenski gibt es derzeit kein Vorwärtskommen mehr.

Die Notgasse selbst und der zweite häufiger besuchte Kemetgebirgsgipfel – das Hochmühleck – haben wir dann auf Schneeschuhen im Dezember besucht. Berichte davon folgen natürlich noch.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian.

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