Kemetgebirge, Ramsauer Almen-Plateau und Abschluss-Touren

Höchste Zeit, dass ich jetzt Anfang Dezember, als der Winter schon Einzug gehalten hat, endlich die Oktober-Touren beschreibe. 10 Wandertouren haben wir im 10. Monat des Jahres 2021 absolviert, darunter auch einige ziemlich große. Aber erstaunlicherweise war nur ein einziger Gipfel (eher ein Gipfelchen) dabei.

Vorschau auf die Dezember-Touren: Schneeschuhwanderung durch die Notgasse

Von diesen 10 Touren reihen sich 9 in unser zusammenhängendes Routengebiet zwischen Filzmoos im Westen und Wörschach im Osten ein. Und diese 9 Wanderungen lassen sich wiederum in 3 Hauptthemen zusammenfassen.

Rot sind die 9 unserer 10 Oktober-Touren eingezeichnet, die sich nahtlos in unser zusammenhängendes Wandergebiet 2021 einfügen.

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV – Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Die bisherigen Monats-Themen lauteten:

Die 3 Tourenziele im Kemetgebirge habe ich ja bereits gesondert behandelt.

Die Kemetgebirge-Touren habe ich bereits in einem separaten Artikel gesondert behandelt.

Der 2. Schwerpunkt waren ebenfalls 3 Wanderungen, ausgehend vom Wandergebiet Edelbrunn in Ramsau am Dachstein auf das darüberliegende Almplateau und ins Umfeld der Hunerkogelbahn-Talstation.

Mitte Oktober am Ramsauer Almenplateau nahe der Hunerkogelbahn-Talstation

Den 3. Schwerpunkt bildeten schließlich 3 „Abschluss-Touren“ – Wanderrouten, die unser zusammenhängendes Tourengebiet in diesem Jahr in Filzmoos und Wörschach abschließen werden.

Ramsauer Almen-Plateau

Brandriedel

Sämtliche 3 Wanderungen in das Almen-Plateau nordwestlich vom Ramsauer Ortszentrum nahmen ihren Ausgang beim Wanderer-Parkplatz Edelbrunn.

Heute sah es zwar noch winterlich beim „Postkastl“ aus, die Steige waren aber bereits weitgehend aper bis gut gespurt.

Der erste Ausflug hatte eigentlich nur den Zweck, nach den frühen Oktober-Schneefällen die Wegverhältnisse für eine größere Gruppenwanderung mit Firmen-KollegInnen zu erkunden.

Das höchste zu Fuß erreichbare Postkastl – 2 Mal wöchentlich wird entleert. Die frei entnehmbaren Ansichtskarten sind links aufbewahrt. Das Porto übernimmt der Tourismusverband Ramsau am Dachstein.

Der Jungfrauensteig bis zum „höchstgelegenen zu Fuß erreichbaren Postkastl“ zeigte sich weitgehend aper bzw. bereits gut gespurt, so dass wir unsere Gruppenwanderung drei Tage später bedenkenlos durchführen konnten, zumal in diesen Tagen ohnehin wieder strahlendes Schönwetter mit leichtem Föhn angekündigt war. Und tatsächlich konnte man auf den diversen Ramsauer Webcams stündlich den Rückzug der Schneedecke mitverfolgen.

Unterwegs am Jungfrauensteig

Der Abstieg erfolgte dann über den Brandriedel auf unmarkiertem, aber deutlichem Steig hinab zum Ghf. Dachsteinhaus und hinaus zum Ghf. Edelbrunn.

Abstieg über den Brandriedel

Dachsteinsüdwandhütte – Brandalm

Am 17. Oktober machte sich dann eine insgesamt 11 köpfige Wanderergruppe auf, um über den Jungfrauensteig zum „Postkastl“ aufzusteigen. Das war aber nur eines von vielen Etappenzielen, den Großteil der Höhenmeter hatten wir damit aber bereits hinter uns gebracht.

Die Jungfrauen (und Jungmänner) am Jungfrauensteig.

Es folgte eine lange „Durststrecke“ hinüber und hinauf zur Dachsteinsüdwandhütte, die bei so manchem Besucher für leichte Ungeduld und Unmut sorgte, der nur mit dem Versprechen gemildert werden konnte, dass es a) ab der Dachsteinsüdwandhütte nur mehr bergab geht und b) ab dann mindestens 3 bis 4 Einkehrmöglichkeiten auf uns warten.

Ohne ausreichende Selbstversorgung hätten wir die „immens weite Distanz“ vom Jungfrauensteig bis zur Dachsteinhütte nicht überstanden. Neben steirischen Bierspezialitäten war auch eine bunt gemischte Abordnung aus Kroatien dabei.

Und wegen dieser Einkehren bei der Dachsteinsüdwandhütte, bei der Walcheralm und bei der Brandalm müssen die weiteren Vorkommnisse aus Datenschutzgründen auch im Verborgenen bleiben.

Die Details dieser sehr fröhlichen Wanderung werden nicht preisgegeben.

Landschaftlich auffällig an dieser Wanderung war die noch nicht eingetretene Herbstverfärbung der Lärchen, die uns auch zur nächsten Tour führt.

Unsere letzte Einkehrstation – die gemütliche Brandalm, bei der wir ausgezeichnet verköstigt wurden. Lediglich Bier zum Mitnehmen gibt es keines – d.h. die letzten langen 30 Minuten bis zum Ausgangspunkt muss man im Bedarfsfall als Selbstversorger überbrücken 🙂

Rosegger-Steig – Hunerkogelbahn-Talstation

Wenige Tage nach unserer Gruppentour zur Dachsteinsüdwandhütte fanden wir uns neuerlich am Ramsauer-Almenplateau ein. Über den Rosegger-Steig wanderten wir zur Austriahütte und weiter hinauf zur gut frequentierten Talstation der Dachsteinbahn auf den Hunerkogel.

Ingrid demonstriert am Roseggersteig ihre überschüssigen Kräfte

Und welche ein Kontrast in der Farbe der Lärchen. Innerhalb weniger Tage hatten sich diese von saftigen Grün zum wunderschönen goldgelben Herbstkleid gewandelt.

Vor einer Woche noch ganz grün – heute bereits goldgelb

Abschluss-Touren

Leistenstein

Unseren einzigen Gipfel im Oktober bestiegen wir am 1. Oktober. Von Stainach folgten wir zunächst dem Forstweg nordwärts zur Leistenalm hinauf. Da ich mir aber schon wieder nicht eingeprägt hatte, wo der direkte Anstieg auf den Leistenstein erfolgt, haben wir den Felsenaufbau auf seiner Nordseite umgangen.

Aufstieg über die Westseite

Und schließlich näherten wir uns von Westen dem 1.480 Meter hohen Gipfel mit Gipfelkreuz.

Es gibt aber auch einen Steig direkt von der Leistenalm herauf

Abgestiegen sind wir dann zunächst Richtung Brandangerkogel und westlich um den Rantenstein herum, fast bis Unterburg. Und dann zurück über die Ruine Stainach zum Auto, das wir beim Schwimmbad geparkt hatten.

Unser einziges Gipfelkreuz im Oktober

Spechtensee – Wörschachklamm

Routenmäßig direkt an unsere Leistenstein-Tour knüpfte die Wandertour über den Spechtensee zur Wörschachklamm an. Eigentlich hat sich diese Tour erst sehr kurzfristig und zufällig ergeben. Denn erst am Morgen vor unserem Aufbruch hatte ich in der Zeitung gelesen, dass die jetzt längere Zeit gesperrte Wörschachklamm wieder geöffnet wurde.

Die Wörschachklamm wurde erst kürzlich wieder freigegeben

Wieder brachen wir beim Stainacher Schwimmbad auf. Nur ein kurzes Stück folgten wir unserer Leistenstein-Route, bald aber schon ging es östlich vom Leistenbach in den Wald hinauf.

Vom Sini(e)rboden geht es bergab zum Spechtensee

Vom Sini(e)rboden, dem höchsten Punkt unserer Tour, ging es dann wieder abwärts zum Spechtensee, den wir umrundeten.

Am Spechtensee tummeln sich etliche Angler

Vom Spechtensee ging es nun, an der Spechtenseehütte vorbei, ostwärts zum oberen Eingang in die Wörschachklamm, deren Steiganlagen komplett saniert worden waren.

Die Steiganlagen in der Wörschachklamm mussten weitgehend neu errichtet werden

Wir durschschritten die Klamm nach unten. Und von Wörschach ging es in der Folge am Fürstensteig wieder zurück nach Stainach.

Hofpürgelhütte – Rinderfeld

Die landschaftlich überragendste und auch größte unserer drei „Abschluss-Touren“ führte uns von der Mautstelle in Filzmoos über die Aualm hinauf zur Hofpürgelhütte.

Ruhiger Anstieg über die Aualm zur Hofpürgelhütte

Wer dieses Gebiet kennt, dem muss man nicht weiter die landschaftlichen Schönheiten anpreisen. Der Gosaukamm – überragt von der Bischofsmütze – gehört für mich mit zu den schönsten Landschaften, die ich kenne.

Bischofsmütze

Einziger Nachteil: An schönen Herbst-Tagen wird man zwischen den Hofalmen, der Hofpürgelhütte und dem Rinderfeld nie alleine unterwegs sein. Und diesen Trubel muss man halt mögen bzw. aushalten. Und so fuhr auch an diesem Tag Auto um Auto an uns vorbei, als wir auf der Mautstraße nordwärts wanderten. Beim Marcheggsattel hatten wir dann endlich beschauliche Ruhe.

Bei der Hofpürgelhütte halten wir uns nicht lange auf. Rasch geht es weiter. Zunächst Richtung Norden, bei der Abwzweigung hinauf zum Steiglpass wendet sich der einfache Wanderweg nun Richtung Osten und führt uns hinüber zum Unteren Rinderfeld.

Blick zum Rinderfeld (oberhalb der Bildmitte). Im Hintergrund ragt der Torstein in den Himmel.

Hier ist es uns aber zu „laut“, deshalb steigen wir noch ein kurzes Stück hinauf zum Oberen Rinderfeld, wo außer den Reißgangscharten-Absteigern kaum mehr Wanderer vorbeikommen. Und hier in der Stille lassen wir uns nun auch für ein längeres Päuschen nieder.

Gosaumkamm und Gosaustein – Zwischen Hofpürgelhütte und Rinderfeld
Unser Jausenplatzerl am ruhigeren Oberen Rinderfeld

Jetzt müssen wir aber erst wieder zurück zum Auto. Dieses steht ja nicht unten bei den Hofalmen, sondern ganz draussen in Filzmoos. Fast direkt und über weite Strecken weglos wandern wir vom Rinderfeld hinüber zur Sulzenalm, wo wir Anschluß zu unser Rötelstein-Überschreitung haben.

Mäander
Der Gosaukamm mit der Bischofsmütze dominiert die Berg-Szenerie
Murmeltiere – nicht sonderlich scheu

Und auf dem von dieser Tour bereits bekannten Weg geht es schließlich hinaus zur Rettensteinhütte und hinab nach Filzmoos zur Mautstelle.

Am Rückweg nach Filzmoos

So und jetzt hoffe ich, auch bald zu den Touren-Beschreibungen der November-Wanderungen zu kommen, denn mittlerweile sind wir im Dezember und bereits auf Schneeschuhen unterwegs.

„Wild“ queren wir auf geradem Wege zur Sulzenalm

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Die AlpenYetis im Sonntags-Gwandl am Ramsauer Almenplateau

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