Im Angesicht der Dachstein-Südwände

Mit Ausnahme des bereits separat beschriebenen Klettersteig-Abenteuers in Johnsbach gab es wie in den ersten 7 Monaten des Jahres 2021 auch im August wieder ein durchgängiges Thema: Bei 3 Wandertouren waren wir im Umfeld der Landesgrenze Steiermark-Salzburg unterhalb der eindrucksvollen Dachstein-Südwände unterwegs.

Bisherige Monatsberichte:

Ganz hoch hinaus ging es im August zwar nicht und trotz Urlaubs hielt sich die Tourenanzahl wetterbedingt im überschaubaren Rahmen, dafür aber waren die Ausblicke und vor allem Auf- und Einblicke in die senkrecht in den Himmel ragenden Dachstein-Südwände sehr beindruckend.

Die 3 August-Touren unterhalb der Dachstein-Südwände (rot markiert) schlossen sich im Westen nahtlos an die bisherigen Wanderrouten (blau) an.

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV – Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Dachsteinsüdwandhütte

Die erste August-Wanderung führte uns vom völlig überfüllten Parkplatz an der Landesgrenze Steiermark-Salzburg (Dachsteinruhe, Bachlalm) zur Glösalm, wo wir die zur Hunerkogel-Dachsteinseilbahn-Talstation führende Mautstraße überquerten.

Durch den Einschnitt in Bildmitte sind wir heuer bereits durch das Edelgrieß zur Scheichenspitze auf- und wieder abgestiegen.

Weiter ging es Richtung Osten und zuletzt südwärts zur Brandalm mit dem schmucken Dachstein-Kircherl, das wir bereits bei unserer großartigen Bergwanderung auf die Scheichenspitze kennenlernten. Somit war der Anschluß zu unseren bisherigen Touren hergestellt und wir konnten wieder umkehen und uns den Dachstein-Südwänden annähern.

Beim schmucken Dachstein-Kircherl mit dem eisernen Gedenkbuch an die Dachstein-Toten

Über die bestens besuchte Talstation führt ein gut ausgebauter Pfad zur Dachsteinsüdwandhütte wo wir eine kurze Rast einlegten. Den Plan, durch das Tor zur Bachlalm zu wandern, ließen wir bald wieder fallen, um uns stattdessen selbst in Gras fallen zu lassen und im Umfeld der Maralm ein Schläfchen zu genießen.

Dachsteinsüdwandhütte

Über die Schaidlalm und die für den öffentlichen Verkehr gesperrte Bachlalm-Straße erreichten wir schließlich wieder unseren Ausgangspunkt.

Aufblick zum durch die Seilbahn erschlossenen Hunerkogel

Raucheck – Eiskarlschneid

Bereits einen Tag spät brachen wir schon wieder vom selben Parkplatz auf. Und heute ging es auf der Bachlalm-Straße aufwärts bis zur Schaidlalm. Entlang eines Forstweges und zuletzt am markierten Wandersteig folgten wir unserer gestrigen Abstiegsroute und beäugten bereits neugierig unser 1. Gipfelziel – das Raucheck.

Beim Aufstieg betrachten wir neugierig die spitze Felspyramide des 2.192 Meter hohen Raucheck, das sich als „Vorgipfelchen“ der mächtigen Dachsteingipfel richtig mickrig ausmacht

Anstatt zur Dachsteinsüdwandhütte aufzusteigen, hielten wir uns heute aber westwärts. Durch eine felsblockübersäte Western-Landschaft erreichten wir schließlich den aufsteilenden Anstieg hinauf zum Tor, wo wir mit zwar nicht schleunigem aber gleichmäßigem Schritt einige Wanderer überholten.

Nahe an die Felswände mit den Klettersteigen heran und dann westwärts …
… Richtung Tor, wie der Sattel zwischen Raucheck (Bildmitte) und Torstein (rechter Bildrand) heißt.

Beim Tor – dort wo alle rasten – hielten wir uns aber nicht länger auf, sondern folgten gleich dem ansatzweise erkennbaren und mit zahlreichen Steinmandln gekennzeichneten ansonsten aber unmarkiertem Steig zum kleinen Gipfelkreuz am Raucheck, wo wir uns nun ein Schläfchen im Gras gönnten.

Beim kleinen Gipfelkreuz am Raucheck

Neugierige und wohl auch hungrige Alpendohlen leisteten uns Gesellschaft und wir genossen die Ruhe hier am Gipfel, ca. 150 Höhenmeter über dem gut besuchten Durchgang beim Tor.

Unsere spätere Abstiegsroute vom Tor durch das Rauchkar zur Eiskarlschneid (die Grünfläche links auf halber Bildhöhe)

Beim Abstieg überprüften wir, wer nun Recht hatte mit seiner Steinmandl-Zählerei/Schätzerei. Während Ingrid auf bloß 2 bis 3 beharrte, nahm ich einmal großzügig 20 an. Und es waren … zwanzig 🙂 (Nun gut, das eine oder andere könnte auch eine natürliche Anhäufung von Steinderln gewesen sein).

Steinreich fühlten wir uns im unteren Ausläufer des Windlegerkars

Durch das Rauchkar erreichten wir die weiten Schotterfelder am unteren Windlegerkar. Später stiegen wir in recht direkter Linie zum hohen Gipfelkreuz auf der Eiskarlschneid.

Ausblick zum Torstein (rechts). Links davon – durch die Bildmitte – führt die Wanderroute steil ins Windlegerkar hinauf.

Der Abstieg erfolgte am markierten Wanderweg über den Sulzenhals und die Bachlalm-Straße. Zuletzt „wild“ durch den Wald hinunter zum glasklaren Marbach, wo wir zur Erfrischung eine Kneippkur einlegten.

Abstieg ins Almgebiet und auf der Bachlalm-Straße zurück zum Ausgangspunkt

Rötelstein-Überschreitung

Die letzte Wanderung im August sollte abermals eine Anschlußtour werden. Dieses Mal starteten wir aber in Filzmoos. Bei der stillliegenden Jausenstation Rettensteinhütte folgten wir dem Wanderweg zur Sulzenalm. Kralehenhütte und Wallehenhütte liegen nicht weit voneinander entfernt.

Kuhherde am Sulzenhals. Von hier führt der zunehmend alpiner werdende Steig auf der Nordseite auf den Rötelstein.

Immer noch unschwierig führt der Steig nun aufwärts durch ein kleines Wäldchen und zuletzt recht schlammig zum Sulzenhals. Ab dort wird es etwas alpiner und steiniger / felsiger.

Das steile, steinige Terrain erfordert vor allem im Abstieg ein vorsichtes Setzen der Schritte.

Über die Nordseite schlängelt sich der Steig bergwärts. Erst ganz oben wird das breite, flache Plateau wieder „wiesiger“ und grüner. Alleine sind wir nicht beim Gipfelkreuz. Keine Chance auf ein „Allein-Foto“. Für die Jause weichen wir deshalb etwas weiter Richtung Westen aus.

Herlicher Ausblick zur nahegelegenen Bischofsmütze.

Für den Abstieg wählen wir den trockenen und wirklich sehr schönen Steig über den Westgrat. Nur an wenigen Stellen wird es kurz etwas felsiger und man nimmt gerne die Hände für das Gleichgewicht.

Für den Abstieg wählen wir den schönen Steig …

Das Wetter ist mittlerweile auch besser geworden, die höheren Bergspitzen haben ihre Wolkenhauben abgelegt und wir genießen den Abstieg über die Ahorneggalm zurück zum Ausgangspunkt.

… über den Westgrat.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

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