Überschreitung der Scheichenspitze

War das die Tour des Sommers 2021? Wie bereits bei der Beschreibung meiner Juli-Touren angekündigt, hat es eine Wanderung verdient, besonders hervorgehoben zu werden.

Im Tal gab es noch Nebel – darüber aber herrlicher Sonnenschein und angenehmste Wandertemperaturen.

Ausgangspunkt war der Parkplatz unterhalb vom Gasthof Edelbrunn auf ca. 1.300 Meter Seehöhe. Von hier stiegen wir am Jungfraunsteig zum unteren Eingang ins Edelgrieß auf.

Steinerne Jungfrauen am Jungfraunsteig

Bei angenehmsten Wandertemperaturen wählten wir heute nicht den im Schatten liegenden direkten Anstieg auf die Edelgrießhöhe, sondern entschieden uns stattdessen für die bereits sonnenbestrahlte Route hinauf zum Schneefeld südlich des Koppenkarstein.

Ingrid im noch schattigen Edelgrieß-Abschnitt.
Bald aber kamen wir in die Sonne – Ingrid an der kurzen seilgesicherten Kletterstelle.
Blick zurück über das zuvor durchschrittene Edelgrieß. Links im Schatten werden wir am Nachmittag absteigen.
2 Wanderer queren in Bildmitte ameisengleich das Schneefeld zwischen Koppenkarstein und Türlspitz.

In der imposanten, kargen „Mondlandschaft“ folgten wir nun dem Wegverlauf parallel zur Felsparade zwischen Schmiedstock, Gamsfeldspitze und Scheichenspitze, die wir zuletzt vor 7 Jahren am Ramsauer Klettersteig überschritten haben. Auch der Abstieg durch das langgezogene Landfriedtal eingerahmt von der Hohen Rams im Süden und dem Landfriedstein im Norden sowie dem markanten Eselstein im Osten bietet herrliche Landschaftsimpressionen.

Auf der „oberen“ Edelgrießhöhe“ – Am Nachmittag werden wir dann von der „unteren“ Edelgrießhöhe wieder absteigen (oben rechts im schattigen Bereich).
Blick ins Koppenkar – darüber der Landfriedstein.
Ingrid als winziges „Stricherl in der Landschaft“ rechts der Bildmitte. Über die Felstürme in Hintergrund verläuft der westliche Abschnitt des Ramsauer Klettersteigs.

Ein kurzer einfacher Anstieg in die Gruberscharte, ehe es am Ostabschnitt des Ramsauer Klettersteigs etwas anspruchsvoller wird. Auf Klettersteigausrüstung werden geübte, trittsichere und schwindelfreie Geher hier aber im Aufstieg meist verzichten.

Ingrid am Weg ins …
… Landfriedtal nordlich von Scheichenspitze (links der Bildmitte) und Hoher Rams (außerhalb des linken Bildbereichs)
Aufstieg in die Gruberscharte (rechts vom Eselstein), in der man ganz winzig 2 Wanderer erkennen kann. Nach rechts hinauf verläuft dann unsere weitere Route entlang des östlichen Abschnitts des Ramsauer Klettersteigs.

Nach der Hohen Rams mit hohem Steinmandl geht es wieder ein kurzes Stück bergab, ehe es am Schlußanstieg auf die Scheichenspitze wieder schweißtreibender wird.

Geübte Geher werden am Weg von der Gruberscharte bis zur Scheichenspitze wohl eher auf die Klettersteig-Ausrüstung verzichten.
Dazwischen gibt es ohnehin etliche ungesicherte Gehpassagen. Im Blickfeld: Ingrid (links) und der Eselstein.

Die meisten Felsschwierigkeiten sind durch das Drahtseil gut entschärft, konzentrierter muss man vor allem auf den dazwischen liegenden sandig-steinen Steilhängen gehen.

Steinmandl auf der Hohen Rams. Danach geht´s wieder ein kurzes Stück bergab, ehe es im Schlußabschnitt auf die Scheichenspitze wieder steiler wird.

Schließlich können wir uns beim überdimensionalen Gipfelkreuz auf der 2.667 Meter hohen Scheichenspitze niederlassen und neben einigen anderen Wanderern und Klettersteiggehern bei bestem Wetter unsere Jause genießen.

Rast beim großen Gipfelkreuz auf der 2.667 Meter hohen Scheichenspitze

Lediglich um die höchsten Dachsteingipfel zwischen Koppenkarstein, Hunerkogel und Hohem Dachstein zeigen sich größere Schönwetterwolken. Wie genießen das Wetter, die Landschaft, den Ausblick. Nach längerer Pause – zuletzt sogar ganz alleine – machen wir uns wieder an den Abstieg.

Von der Scheichenspitze genießt man großartige Ausblicke …
… Richtung Osten bis zu den heimatlichen Hausbergen Grimming, Kammspitz und Stoderzinken.
Im Westen thronen die höchsten Dachsteingipfel: Kopppenkarstein (ganz rechts). Im Bereich der Bildmitte Torstein, Mitterspitz und Hoher Dachstein.

Zunächst noch ein Stück am Klettersteig Richtung Westen, bald aber nordwärts über steile Schotterhänge. Und dann durch die flach-hügelige Mondlandschaft zur „unteren“ Edelgrießhöhe. Von hier führt der Steig nun über schottrige Passagen und teilweise brüchige Felsen steil bergab. Mehrheitlich aber gut durch Kletterseile entschärft.

Über seilgesicherte Felspassagen …
… und brüchige Schottersteige …

Weiter unten warten dann ausgedehnte Schotterfelder, die sich weit bequemer im Abstieg als im Aufstieg begehen lassen (1 Schritt nach vorne, 2 zurück 🙂 ). Allerdings verleiten einige Stellen zu Abkürzungen, die in ziemlich steiles Gelände führen könnten (2 Mädels vor uns haben sich verstiegen).

… erreichen wird die steilen Schotterhänge, auf denen es sich bei richtiger Routenwahl (Markierung) recht gut und einfach absteigen läßt.

Am unteren Edelgrieß-Ausgang wählten wir jetzt nicht mehr unseren Aufstiegsweg über den Jungfrauensteig, sondern wollten unsere Runde noch etwas ausschmücken – auch um eine besseren Anschlußmöglichkeit bei späteren Touren zu haben. So kamen wir bei der Austriahütte vorbei und stiegen zur nahegelegenen Brandalm ab.

Vorbei an der Austriahütte und hinab zu nahegelegenen Brandalm

Hier gibt es auch ein nettes Dachsteinkircherl mit einem eisernen Bergsteiger-Gedenkbuch. Kaum ein Jahr, in dem es nicht mindestens einen Toten hier am Dachstein gibt. In den meisten Jahren sind es aber leider wesentlich mehr Bergopfer.

Dachstein-Kircherl bei der Brandalm

Zurück auf dem breit angelegtem Almweg gelangen wir schließlich über den Gasthof Dachsteinhaus wieder zurück zum Ausgangspunkt Edelbrunn.

Am Weg zurück zum Ausgangspunkt. Hat etwa Homer Simpson für diese Skulptur Modell gestanden?

Fazit der Tour: Schon häufig begangen – aber immer wieder faszinierende Landschaftseindrücke. Lediglich am Vormittag gab es auch heute wieder wie bei unserem letzten Besuch lärmende Hubschrauber-Flüge.

Beinahe pausenlose Hubschrauberflüge am Vormittag über Edelgrieß und Koppenkarstein.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

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