Ramsauer Rand-Berge

Neues Monat – neues Motto: Die Juli-Touren 2021 führten uns allesamt ins Dachsteingebirge und mit einer einzigen Ausnahme waren wir immer in den Ramsauer „Rand-Bergen“ unterwegs.

Bisherige Monatsberichte:

Beginnen wir mit der „Ausnahme“ in der Monatsmitte: Die Wetterprognose war nicht sonderlich stabil und so wählten wir eine noch „offene Routen-Verbindung“ am südöstlichen Ausläufer des Dachsteingebirges. Zwischen Niederstuttern und Espang gab es noch eine Lücke von ca. 330 Entfernungsmetern und kaum 40 Höhenmetern.

Zwischen Espang und Niederstuttern gab es noch eine Lücke zu füllen. Wir wählten mit der Wolkengrube nicht unbedingt den kürzesten und einfachsten Weg dazu.

Aber den kürzesten Weg wollten wir nicht wählen. Stattdessen schwebte mir eine Wiederholung meiner im September 2012 begangenen Route vor, die mich damals von Niederstuttern über die Grimminghütte zur Wolkengrube und weiter über den Feiglstein und den Stutterner Berg wieder zurück nach Niederstuttern führte.

Mit einigem Abstand unterhalb der Grimming-Südwände

Heute wollten wir aber nach Espang absteigen, wo wir zu diesem Zwecke ein 2. Auto positioniert hatten. Die Tour war durchschnittlich. Die Landschaft war am Fuße der steilen Grimming-Südwände zwar eindrucksvoll, beim Abstieg begann es aber teilweise recht stark zu regnen. Das begleitende Gewitter blieb gottseidank in den Tauern hängen.

Wir beobachteten mehrere Gämse in den Schneefeldern der Wolkengrube.

Luserwand – Kleiner Miesberg

So jetzt aber zu den interessanteren Touren nordöstlich der Ramsau: Als Anschlußtour zu unserer Kufstein-Überschreitung im Juni war am 8. Juli die westlich gelegene Luserwand unser Gipfelziel. Ausgehend vom Burgstaller in Ramsau-Rössing folgten wir der Wegmarkierung Richtung Stornalm zweigten aber oberhalb des Forststraßen-Endes nach links ab.

Den Kufstein im Hintergrund haben wir im letzten Monat besucht. Heute heißt unser erstes Gipfelziel Luserwand.

Über das unmarkierte aber gut begehbare Gelände namens „Kehr“ erreichten wir die ausgedehnten Latschenhänge auf der Ostseite der Luserwand. Neben einigen kleineren Verhauern fanden wir aber immer wieder einen akzeptablen Durchschlupf und konnten schließlich die großartigen Ausblicke auf einem meiner Winter-Lieblingsziele genießen – dieses Mal im Sommer.

Blick von der Luserwand zum Dachstein

Noch hatten wir aber heute nicht genug. Über das „berinderte“ Roßfeld stiegen wir im zunehmend steiler werdenen Gelände noch vor der Miesscharte zum Gipfelbuch am Kleinen Miesberg auf. Auch hier wieder großartige Ausblicke – vor allem nach Osten zu Stoderzinken, Kammspitz und Grimming sowie über das weitläufige Dachsteinplateau „Am Stein“ im Norden bis zum Krippenstein.

Neugierige Rinder am Roßfeld

Die Wolken wurden nun zunehmend dichter und dunkler, so dass wir keine weitere Gipfelbesteigung mehr ins Auge fassten. Nach der Luserpfanne wählten wir deshalb den Abstieg hinab zur Luseralm, wo wir eine kurze Rast einlegten, nachdem sich das Gewitter doch noch eine Zeitlang zurückhalten würde.

Entlang dem Luserbach führte uns die weitere Route schließlich wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Lackner Miesberg – Hölltalsee – Silberkarklamm

2 Tage später – gleicher Startpunkt (Burgstaller in Ramsau-Rössing) aber eine neue Anstiegsroute, auf der wir vor Jahren bereits einmal abgestiegen sind: Und zwar über den markierungslosen Steig über den Luserriedel. Wenig später erreichen wir den markierten Steig, der von der Luseralm heraufführt. Ein kurzes Stück folgen wir der dem Wanderweg Richtung Luserpfanne, ehe wir wieder weglos und teilweise steil und kurzzeitig durch ein Latschenfeld auf den Lackner Miesberg (2.232) aufsteigen.

Am Luserriedel Richtung Lackner Miesberg (der höchste Punkt links). Rechts der niedrigere Große Miesberg.

Inmitten einer großartigen Landschaft, die einem Western entsprungen sein könnte, führt uns die Route später oberhalb der Latschenzone unschwierig zum höchsten Punkt mit dem Gipfelbuch. Hier gönnen wir uns eine längere Rast und genießen die großartigen Ausblicke.

Durch zerklüftete Felsen – wie in einem Karl May Film …
… hinauf zum Gipfelbuch am höchsten Punkt am Lackner Miesberg.
Unter uns der grün schimmernde Hölltalsee, an dem wir einige Stunden später vorbeikommen werden.

Nach der Rast und Stärkung ging es weiter Richtung Nordwesten über die Mieserscharte bis zur Lackenmoosalm, wo die Schiabfahrt vom Hunerkogel nach Gröbming vorbeiführt. Hier dreht die Route Richtung Südwesten bis zum Postenhaus „Bei der Hand“, wo wir abermals abbiegen. Südwärts führt die Route bis zum oberen Eingang hinunter ins Seetal.

Beim Postenhaus „Bei der Hand“ …
… dreht unsere Route nun Richtung Süden. Vor uns links der Sinabell.

Großartige Landschaftseindrücke mit herrlichen Tiefblicken zum Hölltalsee / Silberkarsee, die leider von aufkommenden Wolken etwas beeinträchtigt werden. Aus diesem Grund haben wir auch auf ein erfrischendes Bad im See verzichtet und uns nur kurz ausgeruht, ehe wir den Gegenanstieg zur Weggabelung Grubach in Angriff nahmen.

Herrliche Landschaftsimpressionen am Weg …
… am Weg durch das Seetal zum Hölltalsee, auch Silberkarsee genannt.
Blick zurück zum Hölltalsee beim Gegenanstieg Richtung Grubach.

Von der Weggabelung Grubach geht es auf breitem, steinigem Weg abwärts bis zur Silberkarhütte und die Silberkarklamm hinaus, für die wir aber heute angesichts der bereits langen Tour nicht mehr viel Zeit aufbrachten. Zumal auch noch ein langer Straßenhatscher vom Silberkar-Parkplatz zurück zum Wanderer-Parkplatz beim Burgstaller auf uns wartete.

Großartige Landschaft bei der Weggabelung Grubach
Beim Silberkarklamm-Parkplatz liegt noch ein längerer Straßenhatscher zurück zum Auto vor uns.

Silberkar – Sinabell

Bei der 3. Tour in diesem Gebiet starteten wir beim nun großzügig ausgebauten Parkplatz unterhalb vom Ghf. Feisterer (Tages-Parkgebühr 3 Euro): Über den Panoramaweg 1 erreichten wir den mir bis dato unbekannten Höhenweg, der in westeitiger Umgehung der Silbarkarklamm direkt zur Silberkarhütte führt.

Über den Höhenweg erreichen wir …
… die Silberkarhütte. Rechts unterhalb der Bildmitte. Darüber erkennt man den Zick-Zack-Steig der rechts von der Wasenspitze hinauf zur Weggabelung Grubach führt.
Das Dach der Silberkarhütte fügt sich geschmeidig in die Landschaft ein, um Lawinen keine Angriffsfläche zu bieten.

Hier hatten wir den Anschluss zu unserer Lackner Miesberg-Tour, der wir bis zur Weggabelung Grubach folgten. Dort begann dann der neue Wegabschnitt nördlich um die Wasenspitze bis zur Feisterscharte. Den kurzen Anstieg über 150 Höhenmeter hinauf zum Gipfelkreuz am Sinabell ließen wir natürlich nicht aus. Auch für ein Päuschen war hier an windgeschützter Stelle Zeit.

Von der Weggabelung Grubach (vorne rechts der Lackner Miesberg) wandern wir …
… westwärts zur Feisterscharte.
Zwischendurch kann man einen herrlichen Tiefblick zum Hölltalsee erhaschen. Rechts der Lackner Miesberg.

Der Abstieg führte uns über die Feisterscharte und das Guttenberghaus hinab zum Ausgangspunkt. Wieder eine großartige Bergtour. Dass es aber noch schöner geht, sollte die letzte Juli-Tour beweisen, die gute Chancen hat, zumindest zur „Tour des Sommers 2021“ gekürt zu werden.

Gipfelkreuz am Sinabell
Hinter einer Geländekante als Windschutz verzehrten wir unsere Jause und genossen den Ausblick auf Scheichenspitze (links) und Eselstein.
Beim Abstieg vom Sinabell zum Guttenberghaus …
… kam uns eine größere Gruppe Wanderer entgegen.
Blick zurück zum Sinabell – am Weg in die Ramsau.

Hohe Rams – Scheichenspitze

Bei der nächsten Wanderung am 29. Juli wählten wir bewusst keine direkte Anschlußtour – den Aufstieg zum Guttenberghaus mit anschließender Besteigung des Eselsteins würden wir ein anderes Mal nachholen. Heute hatten wir folgende Traumroute gewählt, die an alpiner landschaftlicher Schönheit kaum mehr zu überbieten ist: Vom Gasthof Edelbrunn stiegen wir über den Jungfrauensteig zum unteren Eingang ins Edelgrieß.

Der Nebel über der Ramsau lichtet sich nur zögerlich. Ansonsten aber gab es heute das perfekteste aller möglichen Wanderwetter.

Die großartige Scheichenspitze, die vom Ort Ramsau aus Richtung Norden gesehen das gesamte Panorama einnimmt, zu den „Rand-Bergen“ zu zählen, ist fast ein bisschen ungerecht. Und auf unserer heutigen Route mit etlichen Gegensteigungen haben sich auch mehr als 1.900 Höhenmeter aufsummiert. Aus diesem Grund – und weil diese Tour auch das Zeug zur Sommertour 2021 hat, habe ich gute Lust, sie in einem separaten Artikel zu würdigen.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV – Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

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