Kreuz und Quer im Gröbmingerland

Den Wiedereinstieg in das Wandergeschehen im Jänner 2021 nach meinen Kniebeschwerden könnte man zusammenfassen unter dem Titel: „Heimatkunde von der Haustüre weg„. Ob es das in den 1970-er Jahren so benannte Volksschulfach „Heimatkunde“ heute überhaupt noch gibt oder ob es anders bezeichnet wird, ist mir nicht geläufig.

Ich habe jedenfalls meine nähere Umgebung im Gröbmingerland noch nie so gut und eindringlich kennengelernt wie in diesem einen Monat. Ich habe vieles Unbekannte entdeckt, dass es mit Sicherheit so bereits in den letzten 30, 40, 50 Jahren gegeben hat, mir aber bislang nie aufgefallen ist.

Nicht nur so gut wie alle Straßen und Gassen habe ich im Jänner 2021 besucht. Dank winterlicher Schneeverhältnisse und gespurter Winterwanderwege konnten auch zahlreiche Wiesen beschritten werden.

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV – Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Ich habe Straßen inmitten zahlreicher Häuser beschritten, wo ich als Schüler noch über eine kurze Skipiste mit Schlepplift gedüst bin. Ich staune über die große Anzahl der in den letzten Jahren aus dem Boden geschossenen Neubauten.

Erst bei nachträglichem Foto-Studium und Recherche im Internet wusste ich: Das ist ein Wintergoldhähnchen, der kleinste Vogel Europas. Eindeutiges Kennzeichen: Sein gelber Streifen am Haupt.

Immer dabei – meine Kamera. Nicht selten mit dem etwas größeren „Vogel-Objektiv„. Aber meist war ich ohnehin zu langsam für gelungene Aufnahmen. Und wohl auch zu ungeduldig.

Der Fichtenkreuzschnabel mit seinem auffällig orangen Bauch und seinem deutlich gekreuzten Schnabel zeigte sich leider nur von hinten.

Mehr Erfolg hatte ich da schon mit diversen Gebüschen, die sich nicht so flink bewegen 🙂 . Es gelingt mir zunehmend, Wildsträucher zu erkennen und ich bin schon neugierig, wie sich diese im Frühling entwickeln werden.

Anfangs dachte ich noch, die Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum) vor mir zu haben. Mittlerweile tendiere ich aber zum Gewöhnlichen Schneeball (Viburnum opulus). Beides Wildsträucher, die ich wegen ihres großen ökologischen Werts auch auf meinem Pflanzplan für dieses Jahr habe.

Ich tüftle bereits eifrig an meinen Gartenbauplan für 2021. Dabei fällt mir auf, dass ich mein Projekt „Naturgarten 2030“, mit dem ich im Vorjahr begonnen habe und welches ich für 10 Jahre plane, noch immer nicht vorgestellt habe.

Eindruck Ende Jänner 2021: Meine ersten Wildsträucher, die ich im Herbst 2020 gepflanzt habe. Aronia, Kupferfelsenbirnen, Wildrosen und Zierapfel (temporär hat auch der ausrangierte Christbaum ein Plätzchen gefunden und dient derzeit einigen Amseln als Unterstand).

Dann gäbe es noch Interessantes über unsere Vogelwelt zu berichten – insbesondere die Amseln, die uns regelmäßig besuchen und von denen ich bereits 7 an eindeutigen Merkmalen identifizieren kann. Da gibt es zum Beispiel den Oberboss, den wir „Grauschulter“ nennen, und der je nach Lust und Laune alle anderen Vögel vertreibt. Daneben den „Grünschnabel“ den wir ursprünglich wegen seiner schwarzen Farbtupfer am Schnabel eigentlich „Schwarzschnabel“ genannt haben. Diesen Namen hat dann aber ein noch jüngeres Männchen erhalten, welches wirklich noch einen durchgängig schwarzen Schnabel hat. Einer der beiden könnte unser Stevie sein. Das 4. Männchen schließlich ist bereits erwachsen, aber deutlich dünner als die anderen. Er heißt bei uns „Schmalhans„.

Die dominante „Grauschulter“ (graue Flecken oberhalb der Flügelansätze). Er alleine bestimmt, wer neben ihm fressen darf.

Dann haben wir auch noch 3 Amsel-Weibchen: Ein großes, recht dominantes mit je nach Lichteinfall auffällig brauner Kehle, die sich vom helleren grauen Bauch abhebt. Ihr Name: „Braunkehle„. Ein ganz junges Weibchen, das von allen verjagt wird – wir behaupten zumindest einmal, das ist unsere Ylvie.

Auch Braunkehle ist recht dominant und scheint die Nummer 2 in der Hierarchie zu sein. Sie setzt sich auch gegen die jungen Männchen durch.

Und dann noch eine besonders freudige Entdeckung: Eilin hat die letzten Monate trotz ihrer Flügelverletzung überlebt und sie kann sogar wieder einigermaßen gut fliegen, auch wenn ihr rechter Flügel nach wie vor deutlich nach unten hängt und recht zerrupft aussieht. Auch sie wird von den anderen – insbesondere von Grauschulter und Braunkehle – von den ausgelegten Erdnüssen verjagt. Das dürfte auch der Grund sein, weshalb sie sich näher zu unserer Terrassentür traut, wo sie ihre Nahrung für sich alleine hat. Auch stört sie sich nicht daran, wenn wir uns bis auf einen Meter nähern. Noch näher wird aber auch ihr zu eng (vermutlich wegen Corona und dem Babyelefanten 😉 ).

„Unsere“ Eilin mit ihrem deutlich nach unten hängenden rechten Flügel, den sie sich im Juni 2020 verletzt hat. Mittlerweile kann sie aber wieder recht gut damit fliegen …
… auch wenn der Flügel recht zerrupft wirkt. Liebe Eilin, Du hast ohnehin bei uns ein ewiges Wohnrecht 🙂

Mein Knie – um wieder zum Ausgangspunkt zurück zu kehren – wird von Woche zu Woche besser. Mir ist zwar klar, dass „irgendetwas“ geschehen muss, aber im Alltag fühle ich mich nicht mehr eingeschränkt. An Skitouren wäre aber nach wie vor nicht zu denken. Jede Wurzel, an der ich bei meinen Spaziergängen hängen bleibe, mahnt mich eindringlich, nicht übermütig zu werden.

Im Jänner 2021 gehörte der Kulm mit dem Baumhoroskopweg und der Friedensglocke zu meinen „Bergfavoriten“. Stoderzinken (links) und Kammspitze (rechts ein kleines Stück) betrachtete ich nur aus der Ferne.

Aber ich bin zufrieden, so wie es derzeit ist. Anfang Februar haben wir jetzt begonnen, unseren Aktionsradius durch kurze Anfahrten etwas auszuweiten. Nach wie vor in Tal- und Hügellagen, aber Kilometer läppern sich schon ordentlich zusammen. Und so war 2021 – man glaubt es kaum – jener Jänner mit den allermeisten Kilometern seit Beginn meiner Aufzeichnungen. Und da jammert der immer über seine Knieschmerzen? Die Erklärung: Es gab in diesem Jahr dafür wesentlich weniger Höhenmeter, Dank langem Urlaub am Jahresanfang wesentlich mehr Tourentage und durch die Spaziergänge in Talllagen so gut wie keine mühsame Spurarbeit.

Vergleich der Jänner-Tourenstatistik der letzten Jahre. Währnend bisher Höhenmeter und Kilometer immer recht synchron auf und ab gingen, gehen die beiden Werte heuer erstmals deutlich auseinander – zugunsten der Kilometer.

Das nächstes Touren-Update hier im Blog sehe ich einmal für Anfang März vor. Dazwischen möchte ich eventuell noch ein bisschen über unsere Amsel-Population berichten und endlich auch mein Projekt „Naturgarten 2030“ ausführlicher vorstellen. Und eventuell schreibe ich auch noch einmal einen kurzen Erfahrungsbericht über mein Knochenmarködem – denn nach dem nutzlosen Ärzte-Marathon habe auch ich mich vorrangig durch Internet-Berichte aufgebaut und war sehr dankbar, dort mehr über die bei den Provinzärzten wohl nicht so gut bekannte Erkrankung/Verletzung in Erfahrung zu bringen.

Mein erstes größeres Tourenziel im Mai oder Juni – die Überschreitung des Kammspitz.
Und den Grimming nehme ich mir dann für August oder September 2021 vor.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

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