Tourlos in den Jahreswechsel

Mit meinem Optimismus am Traditionstourentag 8. Dezember war ich etwas zu voreilig. Diesen und einige weitere längere Spaziergänge hat mir mein Knie wieder übel genommen und zwischenzeitlich waren sogar wieder Krüken angesagt.

Derzeit muss ich mich noch mit Spaziergängen begnügen. Aber auch da gibt es viel zu sehen. Auf solch prächtige Hagebutten freue ich mich auch schon in meinem Garten.

Aber seit Weihnachten geht es jetzt deutlich bergauf. Meine Liebste hat mir die besten Genesungswünsche zum Christ(ian)kindl geschenkt. Möglicherweise weil sie mich schön langsam wieder aus dem Haus haben will 🙂 . Aber offenbar sind ihre Wünsche (und natürlich auch meine) tatsächlich in Erfüllung gegangen.

Erste zaghafte Höhenmeter-Versuche. Die traditionelle Dezember-Tour auf das Gumpeneck (links) ist zwar noch unereichbar. Auf den Kirchturm kann ich aber schon hinunterschauen.

Kurz vor Weihnachten und zuletzt heute standen noch einige Arzttermine am Programm. Mittlerweile habe ich bei 11 Besuchen in 2 Krankenhäusern und 4 Arztpraxen bereits 8 Ärzte „verschlissen“. Und allmählich reicht es mir.

Erstaunlich wieviel leuchtend rote „Vogel-Mahlzeiten“ es auch Ende Dezember noch im Tal gibt (früher war ich um diese Zeit ja immer auf den schneebedeckten Bergen unterwegs).

Erstens schäme ich mich, dass ich seit fast 35 Jahren nur in eine Pflichtversicherung einzahle. Zumindest wurde mir mehrfach zwischen den Zeilen vermittelt, dass es erfolgversprechende Behandlungen wohl nur in einer privat zu bezahlenden Wahlarztpraxis gibt.

Interessanterweise hat fast jeder Kniespezialist in einem Krankenhaus eine solche „nebenbei laufen“. Da kann ich mir schon vorstellen, dass die Motivation zur Behandlung eines Pflichtversicherten im Krankenhaus nicht sonderlich groß ist. Oder sind das schon die Auswirkungen der Kurz´schen Zerstörung des österreichischen Gesundheitssystems?

Wie dem auch sei. Scheinbar bin ich nur ein Simulant, dessen Knie jetzt schon mehr als 4 Monate nur aus Jux und Tollerei geschwollen ist. Denn im Gegensatz zu den unsichtbaren Schmerzen lässt sich die Anschwellung ja nicht leugnen. Auch wenn einer der „Kniespezialisten“ im Krankenhaus Schladming meinte, an der Knie-Außenseite könne nichts weh tun, denn davon steht nichts im MRT-Befund.

Er hat´s gut. Er braucht nicht unbedingt ein Knie zum Vorwärtskommen.

Da war der heutige „Knie-Experte“ im Krankenhaus Schwarzach im Pongau schon ehrlicher. Auf meine Frage, ob er sich nicht die MRT-Bilder anschauen wolle, kam die Antwort: Davon versteht er nichts, er müsse dem Befund des Radiologen vertrauen, und bei diesem steht nur etwas von einem Meniskusriss und dem Knochenmark-Ödem auf der Knie-Innenseite.

So verlässt sich jetzt also seit etlichen Arztbesuchen jeder Mediziner nur auf den MRT-Befund des Radiologen. Der mit mir kein einziges Wort gewechselt hat, sowie keine Ahnung von der Vorgeschichte und meinen Beschwerden hat. Denn diese beschränken sich mittlerweile nicht nur auf die erwähnte Knie-Innenseite sondern umfassen bereits fast das gesamte linke Bein von der Leiste beginnend bis über die Wade hinunter.

Frischer Pulverschnee

Mag sein, dass das alles mit dem Knie zusammenhängt – ich merke ja selbst wie „schief“ ich mittlerweile gehe. Möglicherweise hängt mein instabiles Knie mit Muskelschwund zusammen. Aber ich hätte zumindest von einem dieser Spezialisten doch mehr Ratschläge erwartet, als Schmerztabletten und Krüken zu verwenden.

Erst wenn man in der freien Natur genau hinschaut, erkennt man, was da so alles kreucht und fleucht.

Der Meniskus muss operiert werden, ja. OK – dann machen wir es. Ach so, geht ja nicht: Weil das das Knochenmarködem wieder verschlimmert. Neben einer weiteren Vermutung (der vierten vom vierten Kniespezialisten) – es könnte alles von der Wirbelsäule ausgehen – habe ich heute wenigstens eine klare Aussage erhalten, auch wenn sie mir nicht gefällt: Mit Bergsteigen werde ich nicht mehr glücklich werden, ich soll besser auf das Fahrrad umsteigen.

Wenn ich künftig eher Radfahren soll, muss ich mir halt auch Foto-Motive im Tal suchen.

Ich neige zum Jammern, ich weiß. Dass soll man aber nicht überbewerten. Eigentlich bin ich doch recht zufrieden. Denn wie bereits geschrieben, kann ich seit Weihnachten auf Krüken verzichten und habe ich schon einige schöne Foto-Spaziergänge unternommen, bei denen ich versuchte, meinem neuen Hobby – „Vögeln zuschauen“ – nachzugehen.

Diese Elstern-Population von zumindest 10 Vögeln (2 saßen etwas abseits) beobachte ich nun schon geraume Zeit.

Unglaublich was sich da so alles in unseren Gärten und an den Waldrändern herumtreibt und mir bisher meist entgangen ist. Ich werde sicherlich in nächster Zeit einmal einen eigenen Bericht darüber verfassen. Und bei diesen „Herumtreibereien“ kommen tatsächlich auch so einige Schritte zusammen, die meinen „Jungen“ die Aussage entlockten, ich würde mit hatschertem Bein mehr Kilometer zusammenbringen, als die meisten Gesunden.

Amseln zählen neben Krähen und zahlreichen „Spatzen-Gangs“ zu den häufigsten Vögeln.

In Dezember gibt es also noch keine Tourenbeschreibung – mein fester Vorsatz aber für das neue Jahr: Nachdem ich ja nur ein wehleidiger Simulant bin, werde ich mein „Tourenprogramm“ mit Jänner 2021 wieder aufnehmen. Skitouren sind aber undenkbar, auch Schneeschuhwanderungen kann ich mir noch unmöglich vorstellen, ich möchte aber allmählich wieder beginnen, ausgetretene Waldwege zu begehen.

Noch treibe ich mich in Talnähe – und damit häufig im Nebel – umher. Bald aber möchte ich wieder auf die Nebeldecke hinabschauen.

Abschließend noch die obligatorische Jahres-Statistik (hier geht´s zu jener für 2019), die heuer trotz der Tatsache, dass das Jahr 2020 für mich wandertechnisch nur 9,5 Monate dauerte, dennoch ein ganz akzeptables Resultat liefert.

Die Jahres-Statistiken 2004 bis 2020. Obwohl mir heuer 3,5 Monate fehlen, liegt 2020 dennoch im Mittelfeld.

Der folgende Vergleich der einzelnen Monate von 2020 (blau) mit dem Durchschnitt von 2004 bis 2019 (orange) zeigt, dass bereits Mai und Juni etwas schwächelten (trotz Corona-Kurzarbeit). Im August gab es noch ein letztes Aufbäumen, damals kündigten sich aber die Knieprobleme bereits an und ab der großartigen Tour auf die Zinkwand am 19.09.2020 war dann endgültig Schluß.

Die mögliche Ursache für meine aktuellen Knieprobleme könnten im grün markierten Monat April liegen.

So nun aber blicke ich mit Zuversicht nach vorne. Euch allen ein gutes, unfallfreies und gesundes neues Jahr 2021.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

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