Wie mich CORONA zu Fall brachte – Déjà-vu im linken Knie

Also zunächst einmal: Corona ist wohl vermutlich nur in meiner eigenen Gedankenwelt für meine aktuelle Situation verantwortlich. Dafür darf man aber das „zu Fall bringen“ beinahe wörtlich so verstehen.

Und das kam laut meiner Theorie so:
Der mit Corona zusammenhängende Lockdown und damit einhergehend eine extreme Kurzarbeit von nur 4 Arbeitsstunden pro Woche ermöglichte mir im Zusammenhang mit einer unüblich stabilen und langanhaltenden Schönwetterphase im April einen absoluten Höhenmeter-Rekord in einem einzigen Monat, den es in dieser Form für mich sicher nicht mehr geben wird.

Denn nur durch Corona lagen ja auch die sich noch immer in hervorragenden Zustand befindlichen Skipisten brach und waren abgesehen von den üblichen Verdächtigen und notorischen „Skitouren bis in den Sommer Geher“ weitgehend verwaist.

Und selbst das ungewöhnlich sonnige Aprilwetter bringe ich mit Corona in Zusammenhang: Weniger Abgase aus (Flug-)Verkehr und Industrie = weniger Luftverschmutzung = weniger Dreck in der Atmosphäre, an den sich Wassertröpfchen hätten anhaften können.

Mit diesem persönlichen Höhenmeter-Rekord dürfte der Grundstein für mein Déjà-vu im linken Knie und die Renaissance der Krücken gelegt worden sein.

In meinem letzten Tourenbericht über die Zinkwand-Besteigung habe ich ja erzählt, dass ich jetzt seit einigen Wochen von Kniebeschwerden geplagt werde. Nicht sonderlich schlimm, eher lästig bis kraftraubend, weil man instinktiv Knie-entlastende Körperhaltungen einnimmt, die dafür an anderen Stellen wieder für verstärkte Verspannungen führen.

Heute mehr als 4 Wochen nach dieser letzten Tour (eine so lange Berg-Zwangspause hatte ich die letzten 20 Jahre nicht mehr) und ziemlich genau 1 Monat nach Auftauchen „richtiger Schmerzen“ kann ich gar nicht mehr genau sagen, wann das Ganze eigentlich begonnen hat. Auf Grund einiger Erinnerungen an anstrengende / „krampfhafte“ Touren dürfte der Beginn aber irgendwann zwischen Ende August und Anfang September 2020 liegen.

Da ab einem gewissen Alter (das Alter wurde übrigens bei den Arztbesuchen in den letzten Wochen auffallend oft ins Treffen geführt) Bergtouren um die 2.000 Höhenmeter und bis 30 Kilometer aber schon einmal generell „in die Knochen gehen können“, habe ich den ersten Beschwerden beim „in die Hocke gehen“ sowie der schleichend zunehmenden Kniegelenksversteifung anfangs keine besondere Bedeutung beigemessen.

Nun wie dem auch sei, auch in den Tagen nach dieser ebenfalls gar nicht so kleinen Bergtour mit meinem Bergkameraden Martin auf die Zinkwand konnte ich mit meinem Kniebeschwerden eigentlich recht gut umgehen. Aus Eitelkeit versucht man natürlich das unwillkürliche Hatschen etwas zu verbergen. Auch das zunehmend schwerer fallende Aufstehen aus dem Sitzen wird gekonnt mit etwas Schwung kaschiert. Natürlich muss man dazu schon ein verdammt harter Hund sein (Chuck Norris würde vor Neid erblassen) 🙂 .

Dennoch verzichtete ich 5 Tage später an einem schönen Spätsommertag Ende September auf eine Wanderung mit Ingrid bzw. ließ sie alleine ziehen, um meine Haxn zu schonen. Vor allem den beleidigteren linken. Raus an die frische Luft wollte ich dennoch. Also widmete ich mit einem anderen, noch ganz jungen Hobby – der „Pflanzerei“.

Und natürlich war auch dafür – wie könnte es Zwanzigzwanzig anders sein – der berüchtigte Virus ausschlaggebend: Denn Corona brachte im Frühling auch weniger Lärm, der wiederum laut Experten unter Umständen die heurige Explosion in der Vogelpopulation ermöglichte. Und eines dieser „überschüssigen“ Vogelpaare (Amseln) hat sich auch bei uns auf der Terrasse ein Haus gebaut und für Nachwuchs gesorgt. Die Eiablage und die Aufzucht der Jungen hat mich derart für die Vogelwelt begeistert, dass ich mehr über deren Verhalten und ihre Ernährung in Erfahrung bringen wollte.

Also entstand von jetzt auf gleich ein neues Hobby: Die Vogelbeobachtung, das Studieren ihres Sozialverhaltens, die Beschäftigung mit ihren bevorzugten Nahrungsmitteln. Dadurch kam ich dann mit Vogelschutz- und Vogelnährgehölzen in Kontakt, begann mich aber auch generell für tierfreundliche Naturgärten (Bienen, Schmetterlinge, Igel, Eidechsen, Mauswiesel, etc.) zu interessieren.

Also begann ich mein „Projekt Naturgarten 2030“: Ich nehme mir vor, dass in den nächsten 10 Jahren zumindest in einem Teil unserer „grünen Wüste“ (Rasen, der lästigerweise regelmäßig gemäht werden muss, sonst aber nichts hergibt) ein „wilder Naturgarten“ entsteht, in dem es eine Freude ist, dem regen Kreuchen und Fleuchen verschiedenster Tiere zuzusehen.

Also ward das nächste Hobby geboren: Ich mutierte zum „Gärtner“. Meine Lektüre bestand fortan nicht mehr aus Bergsteigerberichten diverser Berglegenden wie Messner oder Kammerlander. Meine neuesten Ikonen heißen jetzt Berthold und Ploberger.

Nach und nach begann ich Löcher in den Rasen zu buddeln und Gewächse zu pflanzen, die Ingrid und mir einmal fast ganzjährig eine Buntheit in den Garten zaubern sollen, die aber auch der Insekten- und Tierwelt den Speiseplan erweitern und idealerweise auch uns die eine oder andere gesunde Nascherei ermöglichen sollen: Wildrosen mit Hagebutten, Aronia, Felsenbirnen, Zierapfel stehen bereits im „Essgarten“, eine Wildblumenwiese beginnt gerade zu wuchern und auf der anderen Gartenseite in unserer „Giftecke“: Ein Efeustrauch und Liguster – begehrt bei Bienen und Amseln.

Immer wieder, wenn ein Strauch einzusetzen war, merkte ich schon die eine oder andere Ermüdung und ein Ziehen im Rücken und in den Kniepartien. Und genau an jenem Donnerstag, den 24.09.2020 war ich wieder einmal in unserem kleinen (um nicht zu sagen winzigen) Garten zugange, um eine etwas verkümmerte Felsenbirne zu pflanzen, der ich den Namen „Kripperl“ gab (steht zwar auch in der Steiermark, hat aber nichts mit dem „Kripperl der Steiermark“ zu tun und auch nicht zu verwechseln mit unserem auf der Terrasse eigentümlich wachsenden Ahornbäumchen, den ich „Krüppihaxn“ nenne).

Eigentlich war dieses Kripperl am prominentesten Platz in unserem Garten vorgesehen, das was mir da aber von Praskac geliefert wurde, grenzt für mich an Frechheit – überlicherweise würde man so eine Pflanze, behaftet von braunen, ausgetrockneten, eingerollten bzw. krankhaft aussehenden „Blättern“ und kaum wahrnehmbaren Wurzelballen wohl auf den Misthaufen werfen. Im Online-Handel lässt sich aber wohl alles gut verkaufen.

Meiner Reklamation – unterlegt mit etlichen Bildern – folgten nur oberlehrerhafte Ratschläge, wie ich die Pflanze aufzupäppeln hätte. Nun gut, das ist aber ein anderes Thema zu dem ich auch noch sehr viel zu schreiben hätte.

Vordergrund: Das „Kripperl“ in der Steiermark stammt vom „Praskac-Pflanzenland“ in Tulln. Rechts dahinter ebenfalls eine verwandte Amelanchier (Felsenbirne) …
… die ich von der sehr empfehlenswerten Baumschule Eggert im hohen Norden Deutschlands bezogen habe.
Das ist übrigens der „Krüppihaxn“ auf der Terrasse. Lange Zeit war der „Stamm“ rechts des langen Stengels der mit Abstand längste Ast. Aber irgendwann und in kürzester Zeit hat dann der linke zum Anschieben begonnen und ich bringe es einfach nicht über´s Herz, sie wieder zurecht zu stutzen.

Zurück zu meiner Pflanzarbeit: Neben dem Setzen des Strauches habe ich auch noch einige kleinere Natursteine in einem anderen Gartenbereich verlegt, und dabei freute ich mich noch richtig, weil die Knieschmerzen erträglicher waren als erwartet bzw. kaum vorhanden waren.

Wie meist an meinen kreativen Garten-Tagen fotografierte ich auch dieses Mal die Entwicklung unseres Naturgartens und setzte mich am Nachmittag an den Computer, um die Bilder zu betrachten sowie um mein „Gartentagebuch“ zu vervollständigen (ja – neben meinem Tourentagebuch habe ich jetzt auch ein solches).

Danach begann ich am Notebook mit dem Schreiben meines Blog-Artikels über die Zinkwand-Wanderung. Und als ich nach einigen Stunden aufstehen wollte … knickte mein linkes Bein mit einem heftigen Schmerz ein und nur durch geistesgegenwärtiges Aufstützen auf dem Schreibtisch bin ich einem Sturz entgangen.

Verda..t (oder wie man heutzutage häufig hört: „what the f..k“), was war das: Ist mir der Fuß beim langen Sitzen eingeschlafen? Nein, da fehlte das typische „Wurln“ und ich hatte auch das volle Gefühl im Bein (in diesem Augenblick dacht ich mir: leider). Noch ein Versuch – und die Erkenntnis, das geht einfach nicht. Die Schmerzen beim Aufsteigen waren kaum auszuhalten. Zudem hatte ich das Gefühl, mein Bein würde sich beim Knie nach hinten durchdrücken. Ich wäre aber auch heute noch nicht in der Lage, den Ärzten die Frage zu beantworten, ob es ein stechender, ein schneidender, ein brennender oder sonstwie zu bezeichnender Schmerz war. Es hat halt einfach ziemlich weh getan.

Das war also am 24.09.2020. Auf Grund meiner Erfahrungen mit denselben Beschwerden vor 11 Jahren wollte ich mir den Arzt-Marathon dieses Mal aber ersparen, da er damals ja ohnehin nichts gebracht hat und die Schmerzen nach einigen Wochen von alleine abklangen. Damals war ich aber auch noch ein „junges Bürschchen“ von nicht einmal Mitte Vierzig.
Als dieses Mal aber auch nach 11 Tagen noch immer kein „menscheinähnliches“ Gehen ohne Unterstützung einer Krücke möglich war (manchmal waren sogar deren zwei erforderlich), fasste ich den Entschluss, einen praktischen Arzt aufzusuchen, zumal ich mich mittlerweile generell etwas angegriffen fühlte. Der Schmerz wanderte scheinbar im Bein herum und durch Ausgleichsbewegungen begannen auch Hüfte, Leiste, Rücken, Nacken sowie das andere Knie zu schmerzen. Und am ganzen Körper Muskelkater, als ob ich beim Gewichte-Stemmen Höchstleistungen erbracht hätte. Und dazu ständig das flaue Gefühl einer leichten Übelkeit.

05.10.2020: Vom praktischen Arzt gab es a) die Überweisung ins Krankenhaus und b) den Ratschlag einer Blutuntersuchung, um etwaige Entzündungen zu erkennen (Rheuma, Gicht).

Am 06.10.2020 ging´s ins Krankenhaus. Zunächst das Gespräch mit einem sehr kompetent wirkenden Arzt. Danach die Untersuchung. Das Bein in jene Richtung gedreht, und dann in diese, dort gedrückt, gestreckt, in die Hocke gepresst. Die üblichen, mich seit längerem begleitenden „Schmerzchen“ sowie das Steifheitsgefühl, aber nichts Erwähnenswertes.
Ich fasse Vertrauen, lasse das Bein richtig locker und folge allen Anweisungen, aber keine der Fragen nach Schmerzen musste ich mit Ja beantworten. Ich dachte mir schon – „Super“ der berühmte „Vorführeffekt“. Und dann nahm der Arzt mein Bein wieder, beugte es leicht und führte zusätzlich eine Drehbewegung durch, mit gleichzeitigem Druck auf eine bestimmte Stelle an der Knie-Innenseite: „Aaaarrr“. Doch kein Vorführeffekt. Genau das war der mittlerweile gefürchtete Schmerz, der mich beim Gehen richtig einsacken lässt.

Der Arzt lächelte zu seinem jungen Assistenten und meinte: „Der typische Meniskusschmerz, wenn man auf den Gelenkspalt drückt“. Er wollte noch weitere Tests durchführen. Ich verweigerte. Aber nicht so, dass ich es ihm versagte, sondern dadurch dass ich unwillkürlich alle Muskeln anspannte und verkrampfte. Das war es für´s Erste.

Nächster Akt: Röntgen. Auch das ging sehr rasch. Kaum Wartezeiten heute im Krankenhaus. Alle Patienten tragen brav Mund-Nasen-Masken, wobei es aber einige dabei belassen, diese als reinen „Kinnwärmer“ einzusetzen. Eintritt ins Krankenhaus erhält man sowieso nur durch Anmeldung über eine Glocke und anschließender Fieber-Messung. Als Zeichen der „Unbedenklichkeit“ erhält man – jungen Kälbern gleich – ein gelbes Pickerl auf die Kleidung (wenigstens nicht ins Ohr gestanzt).

So zurück zur Untersuchung. Nach dem Röntgen, wieder nur wenige Minuten Wartezeit. Selber Arzt, anderes Behandlungszimmer. Verständlich und geduldig (wirklich ganz toll) erklärt er mir das Röntgenbild – keinerlei Schäden erkennbar – sowie die vermutete Verletzung und die weitere Vorgangsweise: Diagnose: Laes. men. med. gen. sin. s.i. (bis auf das abschließende s.i. konnte ich alles entziffern), aber er hat es mir ohnehin auch so erklärt.

Einen Meniskusschaden hatte ich bisher eigentlich immer mit einer Sportverletzung in Zusammenhang gebracht. Das sei – so der Arzt – aber eher bei jungen Leuten der Fall 🙂 .
Mit einer dezenten Geste in Richtung meines Geburtsdatums am Bildschirm klärte er mich auf, dass der Meniskus bei älteren Personen ein Verschleißteil sei 🙂 . Er zählte auch die Symptome auf, die mich wohl ohne Operation erwarten würden, die ich aber in den letzten Wochen längst erfahren habe (das steife, schmerzende Knie vor allem beim Aufstehen nach längerem Sitzen; das Gefühl, es würde etwas im Knie klemmen; die besondere Belastung beim in-die-Hocke gehen; im Tagesverlauf zunehmende Schmerzen und ein Anschwellen des Knies, usw.).

Was sind die nächsten Schritte: MRT-Untersuchtung. Im Krankenhaus nur bei Bezahlung von 190 Euro möglich. Hätte ich noch immer die höllischen Schmerzen von vor 11 Tagen gehabt, hätte ich es gemacht, wenn ich sofort einen Termin erhalten hätte. So aber war ich heute ja sogar schon ohne Krücke ins Krankenhaus gekommen (wobei das mehrstöckige Parkhaus ohne Lift und mit dem langen Umweg zum Haupteingang schon eine kleine Herausforderung war). Und beim Wort „Operation“ zuckte ich auch etwas zusammen, weil da in meinem Kopf ein Film ablief, der da hieß: „Ohne Meniskus keine großen Bergtouren mehr“.

Also wollte ich a) Zeit gewinnen und b) Geld sparen (190 Euro empfinde ich ehrlich gesagt nicht mehr als Pappenstiel, zumal ich zu jener Generation gehöre, ich noch immer alles in Schilling umrechnet. Und mehr als 2.600 Schilling für eine Untersuchung, obwohl ich seit mehr als 3 Jahrzehnten Krankenversicherung zahle?).

Kein Problem: Überweisung für ein Röntgeninstitut erhalten. Wir haben noch immer den 06.10.2020. Termin-Vereinbarung im Röntgen-Institut: 8 Tage später. Ist zwar eine ganze Weile, das Knie ist aber derzeit ohnehin recht schmerzfrei. Und noch immer hoffe ich auf eine ähnlich rasche und positive Entwicklung wie 2009.

12.10.2020: Nächster Termin beim praktischen Arzt. Blutabnahme. Das Knie schmerzt in letzter Zeit wieder etwas mehr, aber kein Beinbruch. Krücken verwende ich fast nur bei längeren Gehwegen wie z.B. die 200 Meter vom Firmenparkplatz ins Büro, in Innenräumen komme ich fast immer ohne aus. Morgens geht („läuft“ wäre übertrieben) es meist besser, im Tagesverlauf nimmt das „Zwicken“ zu – Schmerzmittel erster Wahl ist für mich immer der „Eisbeutel“ (Coolpack-Gelpack). Eine ganze Tube Voldadol habe ich bereits aufgebraucht, mittlerweile bin ich beim Traumeel. Eine elastische Bandage erleichtert das „Über-den-Tag-Kommen“ im Büro.
Aber krank fühle ich mich ja nicht, also kann ich auch ganz normal arbeiten. Lediglich das Stehen beim Kaffeeautomaten ist etwas anstrengender als sonst 🙂 .

14.10.2020: MRT-Untersuchung im Röntgeninstitut um 07:10 Uhr frühmorgens. Geht eigentlich recht rasch und tut überhaupt nicht weh. Wenige Stunden später finde ich meine Bilder bereits online – nicht schlecht. Lediglich der Befund fehlt noch.

15.10.2020: Der Befund ist immer noch nicht online, das Knie tut wieder ein bisschen mehr weh. Eigentlich würde ich gerne zur „Wiedervorstellung mit Befund zur Besprechung des weiteren Procederes“ ins Krankenhaus fahren. Anruf im Röntgeninstitut – Auskunft: Der Befund kann 2 bis 3 Tage dauern.

17.10.2020: Samstag – für mich ein normaler Arbeitstag im Home-Office (ich bin ja der, der Donnerstags nie kann 🙂 ). Heute habe ich das erste Mal wirklich das Gefühl, dass das Knie weniger schmerzt. Auch die Muskeln im Ober- und Unterschenkel lassen sich gezielter „steuern“. Also normales Gehen in Innenräumen ist heute erstmals fast völlig schmerzfrei möglich … solange ich mit dem Knie nicht eine Drehbewegung mache. Dann zwickts. Ebenso beim Treppensteigen. Und aufpassen muss ich, damit mir das Knie nicht nach hinten wegknickt (zumindest habe ich dieses komische Gefühlt) – also das Bein sicherheitshalber nie ganz durchstrecken, sondern immer leicht angewinkelt lassen.

Ich versuche, auf Grund von Internet-Berichten und Videos irgendetwas auf meinen MRT-Bildern zu erkennen. Schon eine tolle Sache. Aber für Laien absolut unverständlich. Also warte ich weiter auf den Radiologen-Befund.

18.10.2020: Keine Ahnung, ob es die berühmte Zeit ist, die alle Wunden heilt, oder ob Traumeel bei mir besser wirkt als Voltadol oder ob es die Schonung des Beines an diesem arbeitsfreien Sonntag ist. Aber wieder scheint es ein bisschen aufwärts zu gehen und ich träume beim Ansehen der Winter-Bilder im Wetterpanorama-Fernsehen bereits von ersten Schneeschuhtouren. Der Radiologiebefund ist am Sonntag auch noch nicht verfügbar (hatte ich am Wochenende aber auch nicht wirklich erwartet).

Noch aber muss ich mich damit begnügen, die Spatzen zu beobachten, die sich in immer größeren Ansammlungen über die ausgelegten Körner hermachen und uns das ganze Terrassengeländer vollga..en 🙂 .

Eine der wenigen Freizeitvergnügungen, denen ich derzeit nachgehen kann: Durch das Küchenfenster die Spatzen am Terrassengeländer beobachten.

19.10.2020 – am frühen Montag-Vormittag gleich wieder der Blick auf „Bilder-Befunde„. Siehe da, der Radiologie-Befund ist online. Da war der Arzt wohl am Wochenende fleißig. Den im Befund beschriebenen Meniskus-Riss habe ich nach mehrtägigem „Youtube-Studium von MRT-Aufnahmen“ mittlerweile auch schon diagnostiziert 🙂 . Aber da stehen auch noch andere Dinge, bei denen ich erst „Dr. Google“ konsultieren musste:

  • Gelenkserguss.
  • Kleine rupturierte Bakerzyste.
  • Mukoide Degeneration des medialen Meniskushinterhornes und der Zona intermedia.
  • Weiters findt sich hier ein deutlicher relativ breiter in die tibiale Gelenksfläche einstrahlender Einriss.
  • Dichtes kleinflächiges Knochenmarksödem an der Innenkante, sowohl des medialen Femurkondyls als auch des Tibiakondyls.
  • Der Außenminiskus o.B.
  • Normale Darstellung des Gelenksknorpels und der Strukturen des Bandapparates.
Irgendwo auf dieser kleinen Auswahl aus meinen Dutzenden MRT-Bildern müssten die Erkenntnisse des Radiologen verborgen sein.

Mein Fehler war: Dr. Google vor dem Gespräch mit einem Arzt zu befragen. Das klang ja alles nach mehrwöchigem, wenn nicht sogar mehrmonatigem Ausfall meiner Bergtouren. Ich sah schon die Skitourensaison in Gefahr.

Dieses auführliche Gespräch konnte ich mit einer Oberärztin im Krankenhaus Schladming am 21.10.2020 nachholen. Da hat man dann gleich ein besseres Gefühl. Dem „Gelenkserguss“ und der „rupturierten Bakerzyste“ hat die Ärztin keine besondere Bedeutung beigemessen.

Die zwei Schmerzen-hervorrufenden „Problemzonen“ dürften der Meniskusriss und vor allem das Knochmarksödem sein, dessen Behandlung jetzt einmal im Vordergrund steht und die eigentlich ganz einfach ist: Schonung und Schmerztabletten für die nächsten 2 Wochen. Im Idealfall ist dann auch eine Meniskus-Operation hinfällig.

Schonung ist OK, aber natürlich habe ich gegen die Schmerztabletten sofort Einspruch erhoben. So harte Burschen wie meinereiner (und vermutlich auch Chuck Norris) benötigen so einen Firlefanz nicht 🙂 . Erst mit ihrem Argument, dass das bei mir natürlich nicht gegen die Schmerzen, sondern nur zur Entzündungshemmung gedacht ist, hat sie mich dann doch überredet.

So und nun habe ich in dieser längsten Aktivitätspause, seit ich denken kann, enorm viiieel Zeit für Home-Office (das letzte Vergnügen, das mir noch geblieben ist – naja so schlimm ist es gottseidank nicht: Siehe weiter oben – Vogelbeobachtung) und warte halt bis zum 4. November auf meinen nächsten Termin in der Knieambulanz.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

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