Wir kriegen Nachwuchs – das Amsel-Tagebuch

Zunächst einmal: Der Nachwuchs ist noch nicht da, aber wir sind guter Hoffnung.

Ergänzung am 18.05.2020: Mittlerweile sind die Küken geschlüpft.

Ergänzung am 02.06.2020: Alle 5 Küken haben das Nest verlassen (auch wenn eines vorerst noch auf der Terrasse bleibt).

Ergänzung am 09.06.2020: 2 (bis 3) Küken laufen und flattern in den Gärten herum.

Ergänzung am 14.06.2020: Es sind definitiv nur mehr 2 Küken. Sie sind jetzt schon sehr selbstständig. Eilin hat seit mehreren Tagen einen lahmen Flügel und kann nicht mehr fliegen.

Ergänzung am 30.06.2020: Nach genau 2 Monaten wird die Amsel-Saga geschlossen, nachdem sich die jungen Amsel-Teenager nun schon eine Woche nicht mehr zeigen und auch Eilin bereits einige Tage nicht mehr auftauchte.

Orientierung in der Amsel-Saga

Der Haus-Bau

Zuvor musste aber erst einmal das „Haus“ gebaut werden. Leider sind wir uns jetzt im Nachhinein nicht mehr ganz einig, an welchem Datum alles genau begonnen hat. Ich meine, es war der 29.04.2020, während Ingrid eher vom 30.04.2020 ausgeht (jedenfalls stammt von diesem Tag um 18:40 Uhr ihr erstes Handy-Foto).

Nun – am 29.04.2020 hatten jedenfalls unsere „Jungen“ den Aufstelltermin für ihr Fertigteilhaus. Aber justament an diesem Tag regnet es nach zuvor wochenlang anhaltender Trockenheit. Deshalb musste der Termin um einen Tag verschoben werden, am 30.04.2020 war aber alles unter Dach und Fach – erstaunlich wie schnell aus dem Nichts so ein Bau entsteht.

Zeitgleich mit diesem Ereignis – etwa 87 Kilometer Luftlinie weiter südwestlich: Auf unserer Terrasse: Die AlpenYetin weckt mich mit den Worten:

„Bei uns baut ein Vogel ein Nest.“

Schlaftrunken registrierte ich die Worte zwar, maß ihnen aber keine weitere Bedeutung zu, da wir bereits vor einigen Jahren unter der Dachrinne ein kleines Vogelnest hatten. Es war aber nicht sonderlich gut einsehbar und nur die regelmäßig ein- und ausfliegenden Elternvögel machten uns auf den Standort aufmerksam.

Ein Amselnest auf unserer Terrasse

t Ein Amselnest auf unserer Terrasse

Erst beim Blick auf die Terrasse war mir klar, was Ingrid meinte. Eine Amsel brachte immer wieder größere und kleinere Zweige, Blätter und Gräser heran und legte sie auf einem Querbalken nieder. Man konnte gut zusehen, wie das Nest merkbar wuchs. Welch eine Symbolik: Unsere Jungen bauen und exakt am selben Tag wird auch bei uns gebaut.

Durch das Fenster kann ich das Amsel-Männchen beobachten, wie es liebevoll sein ...

Durch das Fenster kann ich das Amsel-Männchen beobachten, wie es liebevoll sein …

Wie gesagt, ich bin ja der Meinung, dass alles am 29.04.2020 begonnen hat. Am späten Nachmittag des 30.04.2020 war das Nest jedenfalls schon deutlich in die Höhe gewachsen, es war interessant zu beobachten, wie geschickt sich die Amsel beim Nestbau mit den Schwanzfedern bei der Dachschräge abstützte. Jetzt im Nachhinein könnte ich auch nicht mehr sagen, ob es das Weibchen oder das Männchen war, welches die Bauarbeiten ausführte.

... Amsel-Weibchen im Nest betrachtet ...

… Amsel-Weibchen im Nest betrachtet …

Kurz überlegten wir, nach dem Ablegen der ersten Zweige diese wieder zu entfernen, da wir nicht sicher waren, wie sich der Standort „kotmäßig“ auf unseren Sommer auf „Terrassien“ auswirken würde. Aber natürlich brachten wir es nicht über´s Herz. Und zu guter Letzt freuten wir uns richtig.

... und ihm immer wieder einen kurzen Besuch abstattet.

… und ihm immer wieder einen kurzen Besuch abstattet.


Das Amsel-Tagebuch

  • 29.04.2020: Der Nestbau beginnt (könnte aber auch der 30.04.2020 frühmorgens gewesen sein). Nachtrag: Mittlerweile sind wir uns ziemlich sicher, dass alles erst am 30.04.2020 losgegangen ist.
  • 30.04.2020: Das Nest ist in seiner endgültigen Größe fertig.
  • 01.05.2020: Das Amsel-Pärchen zeigt sich heute nicht – wir sind etwas enttäuscht und holen im Internet erste Informationen über das Verhalten der Vögel ein, vielleicht wird es ja nur ihr Sommerhaus.
  • 02.05.2020: Bereits am frühen Vormittag halten sich immer wieder beide Amseln im (Weibchen) und am (Männchen) Nest auf. Immer wieder wird zurechtgezupft und zurechtgedrückt. Jetzt sind wir uns sicher: Hier wird wohl für Nachwuchs geplant. Ich positioniere meine Kamera und mache immer wieder Fotos und Videos. Das Nest ist aber leer.
  • 03.05.2020: Am Morgen ist das Weibchen wieder im Nest. Als sie es verlässt, nutze ich ihre Abwesenheit für einen Blick ins Nest: Und da … liegt … in einer wohlgeformten tiefen Mulde … ein Ei.
  • 03.05.2020: Selber Tag – Nachmittag. Das Weibchen hat das Nest wieder verlassen. Kurzer Blick => Hip Hip Hurra – Ei Nummer 2 ist da.
  • 03.05.2020: Ein fremder Vogel (ähnliche Größe, aber schlanker als „unser Weibchen“ mit leicht gekrümmten Schnabel) stolziert über das Geländer – und scheint Blicke auf das Nest zu werfen. Wir lassen den unerwünschten Gast nicht aus den Augen und sind bereit, im Ernstfall „unser Nest“ mit allen Mitteln zu verteidigen 🙂
  • 04.05.2020: Frühmorgens zwischen 06:00 und 07:30 Uhr – Enttäuschung / leichte Angst, da sich das Weibchen seit gestern schon mehr als 16 Stunden nicht mehr gezeigt hat. Und nein, wir können es nicht übersehen haben, da wir unsere Hälse schon wesentlich häufiger zur Terrasse rausstrecken als in den Fernseher, auf das Tablett, auf´s Handy oder in die Zeitung zu schauen. „Unser“ Männchen (vermute ich zumindest) sitzt auf der anderen Hausseite auf einem Mauervorsprung.
  • 04.05.2020: Ich muss in die Arbeit, Ingrid hat Urlaub und notiert: Amsel-Weibchen von 8:25 bis 8:45 und wieder ab 9:27 Uhr.
  • 04.05.2020: 15:45 Uhr: Ich komme nach Hause, kenne die neusten Nachrichten noch nicht und blicke traurig zum vogellosen Nest. Sofort die Kamera geholt und erste „Erkundungsvideos“. FREUDE 🙂 – der 4. Mai bringt Ei Nummer DREI
  • 04.05.2020: 16:04 Uhr: Das Männchen erscheint mit einigen Würmern im Schnabel und sucht wohl das Weibchen. Nach längerem Herumschweifen um das Nest und tiefen Blick in das Nest gönnt er sich die Mahlzeit selbst (also ER scheint mir sehr verantwortungsbewusst zu sein, während SIE wohl eher einen flatterhaften, liederlichen Lebenswandel führen dürfte 😉 ).
  • 05.05.2020 / Mittag: Frau Amsel – wie haben sie mittlerweile EILIN getauft (von AmsELIN aber mit noch einem „i“ für „Ei“ – die 2. Silbe ist langgezogen wie bei Eileen) – scheint sich meinen gestrigen Blog-Eintrag zu Herzen genommen zu haben. Denn heute ist sie fast den ganzen Vormittag über brav im Nest gesessen. Ihren Abflug kurz nach Mittag – sie hüpft mittlerweile bei leichtem Regen in Nachbars Garten herum – nutze ich rasch für eine Mini-Video-Sequenz, aus der ich wie gehabt ein Bild extrahiere: Fast wie erwartet – Ei Nummer VIER ist hier 🙂 .
  • 05.05.2020 / Nachmittag: Nachdem Eilin ausgeflogen ist schaut kurz der Amsel-Papa vorbei. Auch für ihn haben wir nun einen Namen. Herr Amsel – der AmslERICH. Sein offizieller Name ist also ERICH, für Freunde aber salopp Erdschi (auch weil er so gern in der Erde nach Würmern gräbt).
  • 05.05.2020 / Präabend ( (c) by Sheldon Cooper): Nachdem Eilin für längere Zeit ausgeflogen ist widme ich mich einmal unseren sonstigen gefiederten Freunden in der Nachbarschaft, die mich in den letzten 50 Jahren herzlich wenig bis gar nicht interessiert haben, und die ich ganz grob in 3 Kategorien einteilte: „Krah“ (alle größeren schwarzen Vögel), „Spotzn“ (alle Kleinen) und „Schwäubn“ (fliegen mit „gespaltenem Schwanz“). Mittlerweile – man hat sich ja kundig gemacht 😉 – sehe ich das natürlich wesentlich differenzierter: Innerhalb kurzer Zeit sind mir heute neben den Amseln (Schwarzdrosseln) aufgefallen (in der Reihenfolge der „Schönheit“): Mehrere farbenprächtige Stieglitz-Pärchen (*schlaumaier-modus-an* auch Distelfink genannt *schlaumaier-modus-aus*), 2 markant schwarz-weiß gezeichnete Bachstelzen, 1 Hausrotschwanz-Männchen, einige Schwalben (keine Ahnung ob Rauch- oder Mehl-), die beim Vorbeiflug ständig Geschwindigkeitsübertretungen begehen, Rabenkrähen in Nachbars Obstgarten bzw. angrenzender Wiese. Einen auffälligen Vogel konnte ich noch nicht richtig identifizieren – er läuft bei mir vorerst unter Buchfink (könnte aber auch ein Kleiber gewesen sein). Ja und dann gibt es da auch noch einige Gärten weiter, vielleicht in 100 Meter Luftlinie – den FEIND: Elstern. Zwar sehr schön, aber sie würden „unser Gelege“ fressen, was Ingrid und ich mit aller Vehemenz verhindern wollen.
  • 05.05.2020 / Nacht: Spätabends in der Finsternis der nun schon obligatorische Kontrollblick, der bisher immer nur ein leeres Nest vorgefunden hat. Die Terrassenlampe kann zwar den Nest-Standort nicht ausleuchten bzw. wirft gerade dort einen Schatten, aber heute kann ich zum ersten Mal schemenhaft Konturen ausmachen. Das wird doch nicht … oder doch? Ich möchte sie nicht blenden und leuchte nur ganz kurz mit der Taschenlampe nach oben. Tatsächlich, Eilin übernachtet heute – nach dem 4. Ei – wohl zum allerersten Mal im Nest. Ist sicher kein Fehler, sollen die Temperaturen doch wieder, wie bereits vor 2 bis 3 Nächten, gegen 0°C wandern. Eigentlich hätte sich das laut Internet ja bereits nach dem 3. Ei machen sollen – sie wird das aber wohl nicht gegoogelt haben.
  • 06.05.2020 / Morgen: Um 06:30 Uhr war Eilin nicht im Nest – vermutlich ist sie kurz zur Morgentoilette ausgeflogen. Um 08:00 Uhr sitzt sie brav im Nest, etwas später fliegt sie bei sehr kaltem Nordwind, aber Sonnenschein wieder weg. „Natürlich“ erkennt mein geübtes Vogelauge nun auch schon viele weitere gefiederte Bekannte. Heute habe ich auch das Hausrotschwanz-Weibchen (braun, im Gegensatz zum eher schwarz-grauen Männchen) auf der Straße gesehen. Er sitzt lieber oben am Dachfirst und beobachtet das Geschehen. Einen Haussperling (oder Spatz) konnte ich fotografieren, ich wusste gar nicht, dass die so verschiedene Farbvarianten und auch so eine schöne Zeichnung haben können. Leider fehlt mir aber das erforderliche Tele-Objektiv.
  • 06.05.2020 / 09:15 Uhr: Als ich in Eilin in einer anliegenden Wiese bei der Futtersuche beobachte scharwenzelt Erdschi in Nachbars Garten herum und beäugt misstrauisch mein Tun in der Nähe des Nests. Überrascht vernehme ich plötzlich seine mir bereits vertrauten Laute (schwer zu beschreiben). Er hat sich von hinten ins Nest geschlichen, wohl um nach dem Rechten zu sehen. Einige Insekten im Schnabel, wohl für seine Liebste gedacht. Und wie am 04.05. um 16:04 frisst er sie auch heute selber, nachdem er niemanden vorfindet. Kurz setzt er sich selbst ins Nest, aber bald darauf erschein Eilin. Sie „beschnäbeln“ sich und lösen einander ab. Man erkennt jetzt ganz deutlich die zunehmende Ernsthaftigkeit bei ihrer Brutpflege.
  • 06.05.2020 / 11:20 Uhr: Eilin fliegt weg (wie sich bald herausstellt nur für 8 Minuten). Generell werden ihre Ausflugszeiten jetzt merklich weniger und kürzer. Ich nutze diese Gelegenheit gleich, um wieder einmal einen Video-Blick ins Nest zu erhaschen. Und o Freude: Das 5. Ei liegt in der tiefen Nestmulde.
  • 06.05.2020: Zwischenzeitlich entdecke ich wieder eine neue Vogelart auf Nachbars Traktorscheunen-First: Es dürfte eine Kohlmeise sein.
  • 07.05.2020: Am frühen Morgen entdecke ich die vermutete Kohlmeise neuerlich, dieses Mal auf dem Nachbar-Wohnhaus.
  • 07.05.2020 15:00 Uhr: Es wird immer schwieriger, das Nest unbewacht anzutreffen. Einen kurzen Ausflug von Eilin nutze ich für einen Kontrollblick mit der vorbereiteten Kamera, den ich ja platzbedingt immer im Blindflug vornehmen muss. Dazu habe ich die schmale 8 Jahre alte Kompaktkamera an einem langen Einbeinstativ befestigt und schiebe dieses über den schmalen Bereich zwischen Dach und Nest, tunlichst ohne dieses zu berühren. Irgendwo habe ich gelesen, dass Amseln die Eier immer zwischen 10:00 und 15:00 Uhr legen. Keine Ahnung, wie Amseln die Uhrzeit so genau wissen und eigentlich rechnete ich auch nicht mit einem weiteren Ei, nachdem das Gelege bereits gestern die typische Standardanzahl von 5 Eiern beinhaltete. Einbahnstativ zurückgezogen, Video kontrolliert – Überraschung: Im Nest liegen jetzt sechs Eier. Der einzige Wermutstropfen: Der beschränkte Platz und Weitwinkel reicht mittlerweile nicht mehr, um alle 6 Eier komplett ins Bild zu bekommen 🙂 .
  • 08.05.2020 16:45 Uhr: Gegen 17:00 Uhr ist jeden Tag ein zuverlässiger Zeitpunkt, an dem Eilin das Nest verlässt. Nur um sicher zu gehen habe ich wieder kurz ins Nest gefilmt. Das Gelege ist komplett – es ist bei den 6 Eiern geblieben. Eilin sitzt jetzt fast den ganzen Tag über geduldig auf den Eiern, heute scheint sie etwas unter der Temperatur von +24°C bei kaum Wind ein wenig zu leiden. Zumindest interpretiere ich ihren geöffneten Schnabel dahingehend. Gelegentlich fallen ihr beim Brüten die Augen zu.
  • 08.05.2020 Frühabend: Nachdem sich im Nest nichts Neues tut, beobachte ich wieder einmal durch das Fernglas die Vogelwelt in den 4 Lieblingsgebieten unserer Amseln in der Nachbarschaft (mir ist ja nach wie vor schleierhaft, warum sich kein Vogel auf unserem schmalen Rasenstreifen aufhalten will. Naja, Rasen ist vielleicht etwas zu wohlwollend formuliert. Und wenn auch die „inneren Werte“ unseres „Rasens“ so sind, wie er äußerlich ausschaut, dann verstehe ich die Vögel 😉 . In den 4 Lieblingsgebieten unserer Amseln geht es aber kurz vor und nach Sonnenuntergang hoch her. Im Blumengarten der Nachbarin, an den sandigen, spärlichen Grünstreifen neben der Straße (selbst da halten sich die Vögel lieber auf, als in unserem Garten), am Holzlagerplatz mit einigen Bäumen eines anderen Nachbarn und schließlich im großen Obstgarten des dritten Nachbarn. Und dort entdecke ich ein größeres „Etwas“, das sich den Stamm hinauf bewegt. Im Fernglas erkenne ich einen wunderschön gezeichneten größeren Vogel, den ich eindeutig als Buntspecht identifiziere. Als „Kenner“ weiß ich jetzt: Es ist natürlich ein Weibchen. Natürlich 🙂 . Noch etwas entdecke ich, was mir ein wenig Sorgen bereitet: Eine Katze streunt immer wieder in der Gegend herum – genau auf den angeführten Lieblingsorten unserer Amseln. Das könnte noch zu schicksalshaften Ereignissen führen, wenn unsere Kleinvögel einmal das Nest verlassen haben aber auf Grund des zu kurzen Schwanzes noch nicht fliegen können.
  • 08.05.2020 nach Sonnenuntergang: Es wird schon recht duster. Eilin ist noch einmal ausgeflogen und trifft sich in Nachbars Garten mit Erdschi. Als es schon fast finster wird, kehrt sie wieder zurück – er im Schlepptau. Kurz pfeifen sie sich noch ein Abschiedslied, das Gutenacht-Bussi entfällt vermutlich, weil ich mich wieder auf der Terrasse herumtreibe. Dann fliegt er in sein Nachtlager.
  • 09.05.2020 – Mittag: Alles gut – keine besonderen Vorkommnisse. Eilin sitzt nahezu unentwegt im Nest. Nur gelegentlich fliegt sie kurz weg, um sich die „Flügel zu vertreten“ oder einen Toilettenplatz aufzusuchen. Denn im Umfeld des Nestes achtet sie auf peinliche Sauberkeit um ihren Feinden ja keinen Hinweis auf ihr Gelege zu liefern. Es ist auch interessant  zu beobachten, wie sie das Nest immer aus verschiedenen Richtungen anfliegt, um keinen Verdacht für Fressfeinde und Eierdiebe zu liefern. Mich akzeptiert sie mittlerweile auf der Terrasse. Das anfängliche Gezeter habe ich jetzt schon einige Tage nicht mehr vernommen. Geht aber unten auf der Straße jemand vorbei, streckt sich sofort den Kopf um besser zu sehen oder duckt sich ins Nest. Eine ähnliche Stellung schiebe ich aber eher auf die Müdigkeit: Gelegentlich steckt sie den Schnabel tief ins Nest und verweilt so – vielleicht dreht sie aber auch nur die Eier um.
  • 09.05.2020: /* Insider — */ In der Nähe des Nests treibt sich mittlerweile ein weiterer Gast herum (Siehe Foto ganz unten, am Ende des Artikels) 🙂 Über dessen Absichten bin ich mir noch nicht ganz sicher. /* — Insider */
  • 10.05.2020 – Muttertag: Zur Feier des Tages erscheint Erdschi am Nachmittag sogar 2 Mal hintereinander beim Nest, um der werdenden Amsel-Mama ein kurzes, fast scheues Liedchen zu trällern. Ich habe ja die Theorie, dass er noch ein recht junges unerfahrenes Männchen ist, während sie schon auf viel Lebenserfahrung zurückblicken kann.
  • 11.05.2020 – 06:30 Uhr: AUFREGUNG am frühen Morgen. Eine große Krähe auf unserer Terrasse. Das Nest ist unbewacht. Ich weiß aber nicht, ob Eilin vorher geflohen ist oder die Krähe ihre Abwesenheit für eine Erkundung genutzt hat. Denn die Krähe ist der Todfeind der Amselkinder. Noch lieber als die Eier zu stehlen frisst sie aber die frisch geschlüpften Amselbabys bzw. bringt diese wiederum ihrem Nachwuchs. Natürlich verjage ich das schwarze Ungeheuer. Nur gut, dass ich mir am Vortag von der Haus-Baustelle unserer Jungen einen Stock mitgenommen habe. Eigentlich wollte ich ihn ja im Büro zur Abstandsmessung verwenden, wofür er sich mit seinen 87 cm an der längeren, spitzen Stelle am ausgestreckten Arm hervorragend geeignet hätte. So aber wird er jetzt für die Flugabwehr verwendet. Und eins ist klar: Ich werde mit allen Kräften darauf achten, dass zwischen Krähe und Amselnest immer mindestens ein Abstand für einen „Baby-Elefanten“ bleibt, wie neuerdings der Ur-Meter bezeichnet wird.
  • 11.05.2020 – 16:30 Uhr: Als ich am Nachmittag von der Arbeit nach Hause komme nutze ich eine kurze Abwesenheit von Eilin um einen Sicherheits-Videoblick ins Nest zu werfen. Das Gelege ist vollständig. Ein Ei unterscheidet sich allerdings in der Farbe deutlich von den 5 anderen. Es wirkt wesentlich farbloser und blasser. Keine Ahnung ob das etwas zu bedeuten hat, ob es nicht befruchtet ist oder nicht bebrütet wird.
  • 11.05.2020 – Präabend ( (c) by Sheldon Cooper): Unter einer Dachrinne – vielleicht 5 Meter schräg unter dem Amselnest – entdecke ich ein weiteres Vogelnest. Gut versteckt in einer Nische. Mir war zwar schon vor einem Tag so, als ob ich von dort leises Vogelgezwitscher vernehme, aber heute sind fast im Minutentakt beide Spatzen-Eltern – das eher mausgraue Weibchen und das wunderschön gezeichnete Männchen – mit gefülltem Schnabel ins Nest geflogen.
  • 12.05.2020 – 09:30 Uhr: In der Nacht ist ein starker Sturm mit intensivem Regen über uns hinweggezogen. Kurz hat es sogar so ausgesehen, als würde es noch einmal schneien und tatsächlich sind die umliegenden Berge leicht „angezuckert“. Einige Nestbestandteile liegen auf der Terrasse herum und zwischen den Balken hängen weitere Zweige herunter. Im Großen und Ganzen dürfte das Nest das Unwetter aber unbeschadet überstanden haben und Eilin brütet auch ganz normal. Mittlerweile sind wir auch so vertraut miteinander, dass sie sich überhaupt nicht mehr irritieren lässt, wenn ich knapp unter ihrem Nest stehe.
  • 13.05.2020 – 20:50 Uhr: Eilin sitzt mit wenigen, kurzen Unterbrechungen den ganzen Tag über geduldig und fürsorglich im Nest. Ich habe richtig Mitleid mit ihr, wenn ihr vor Müdigkeit wieder einmal die Augen zufallen oder sie das Köpflein im Nest vergräbt. Sobald die Sonne durch die Wolken kommt und es etwas wärmer wird, öffnet sie den Schnabel. Ich bin schon schwer in Versuchung, ihr ein Schälchen mit Wasser hinzustellen oder ihr einige Früchte (Äpfel, Heidelbeeren, Erdbeeren), Rosinen oder Haferflocken zu kredenzen. Immer wieder steht sie auf, um entweder die Eier oder sich selbst zu wenden. Man kann ihr fast ansehen, wie anstrengend es ist, den ganzen Tag im Nest zu verbringen. Sobald aber die Abenddämmerung anbricht – derzeit bei uns ca. um 20:30 Uhr – da hält es sie nicht mehr im Nest. Bei diesen Lichtverhältnissen wird sie magisch nach draußen gezogen. Nur gestern war sie schon eine halbe Stunde früher dran – vermutlich wegen der kälteren Temperaturen. In der Nachbarschaft sind wieder einige Feinde aufgetaucht. Wahrscheinlich halten mich die Nachbarn (spätestens jetzt) für verrückt, weil ich so häufig mit dem Fernglas auf der Terrasse stehe und die Umgebung inspiziere. Die Krähe macht mir etwas Sorgen. Heute hat sie sich in einem Baum in unserer Nähe niedergelassen und das Nest längere Zeit beäugt. Eine weitere Katze hat für große Unruhe bei kleineren Vögeln gesorgt, als sie auf ein Garagendach gesprungen ist. Auch dich werde ich im Auge behalten. An unserer Grundstücksgrenze ist für euch alle Endstation.
  • 14.05.2020: Keine besonderen Vorkommnisse. Der Abendausflug erfolgte heute wegen der schlechtwetterbedingt früher anbrechenden Dunkelheit bereits eine halbe Stunde früher.
  • 15.05.2020 – 14:00 Uhr: Ich weiß nicht, ob es Zufall ist, mit dem feuchten Wetter zusammenhängt oder bereits verstärkte Aktivitäten im Zusammenhang mit der nahenden Küken-Geburt sind, die ich eigentlich frühestens in 2 bis 3 Tagen erwarten würde: Aber so lange wie heute habe ich Erdschi überhaupt noch nie in Sichtweite des Nestes gesehen. Er scheint den leichten Nieselregen geradewegs zu genießen, tänzelt auf den umliegenden Dachfirsten herum und trällert harmonische Melodien. Schließlich lässt er sich auf der Spitze des höchsten Baumes in der Umgebung nieder und gibt seine schönsten Lieder zum Besten. Auch über das Lieblingsessen des Eltern-Paares konnte ich heute neue Erkenntnisse gewinnen: Während Erdschi eher die kleinen Würmer bevorzugt und einen großen Regenwurm nach dem Herauspicken sogar verschmäht, scheint Eilin die fetten, langen Würmer zu lieben, von denen sie sich immer wieder kleine Stückchen abhackt.
  • 16.05.2020: Erdschi hat sich zwar auch heute wiederholt im Umfeld des Nests gezeigt, seine gestrigen melodischen Gesänge dürften aber weniger seiner Holden gewidmet sondern eine Ode an den ohne Wind schnurgerade vom Himmel fallenden Dauer-Nieselregen gewesen sein. Einmal landet das Amsel-Männchen auf dem Terrassen-Geländer, wohl weil ich ihm nicht ganz geheuer bin, als ich am Boden herumkrieche, um das Spatzennest unter der Regenrinne durch eine Ritze des Balkons zu filmen. Ansonsten geht alles seinen gewohnten Gang.
  • 17.05.2020 – Mittag: Eilin scheint uns mittlerweile wirklich sehr zu vertrauen. Selbst heute Vormittag, als Ingrid und ich in ihrer in den letzten Tagen gewählten Einflugschneise stehen, lässt sie sich nicht davon abhalten, ihr Gelege anzufliegen. Nur ihren sonst üblichen großen Anflugbogen musste sie etwas abkürzen und kaum mehr als 1 Meter an uns vorbei landet sie im Nest. Kein schrilles Gezeter, kein aufgeregtes Tak-Tak-Tak. Wir sind schon neugierig, ob sich das nach Ankunft der Küken ändern wird. Heute haben wir wieder ein neues Verhalten kennen gelernt. Bei der Nahrungssuche trifft sich Eilin mit einem Amsel-Männchen – wir gingen eigentlich von Erdschi aus. Es gesellte sich aber mehrfach ein weiteres Amsel-Weibchen aus dem West-Revier hinzu. Ist da ein ménage à trois am Laufen? Auch im Osten gibt es ein Amsel-Pärchen. Im Norden sehe ich nur bis zu einem höhen Haus, aber von der anderen Bach- und Straßenseite sind gelegentlich schöne Amselgesänge zu vernehmen. Einzig der Süden ist amselfrei: Nach einem Obstgarten, folgt offenes Wiesengelände – das Revier junger Kälber und der Krähen.
  • 17.05.2020 – 21:00 Uhr: Eilin ist heute wieder zur gewohnten Uhrzeit zum Nachtplauscherl mit Erdsch geflogen. Der Nachmittag verlief im Großen und Ganzen normal – mit 2 kurzen Ausnahmen: Gab es am Vormittag ein Dreier-Treffen zwischen Eilin und einem weiteren Amsel-Weibchen sowie einem Männchen, so spielte sich die Geschlechterverteilung am Nachmittag umgekehrt ab. Eilin – gefolgt von 2 Männchen. Anders als beim vormittäglichen friedlichen Stelldichein stritten sich jetzt die beiden Amsel-Hähne aber lautstark. Bereits vor einer Woche konnte ich so einen Kampf beobachten, als beide Männchen flügelschlagend vom Boden immer höher aufstiegen. Heute lieferten sie sich ein Verfolgungsduell in der Luft. Am späteren Nachmittag dann die nächste Auseinandersetzung. Die besonders melodisch klingende Nord-Amsel (meine Vermutung) wurde von einer anderen Amsel (vermutlich Erdsch) angegriffen. Die Attacke war aber rasch wieder vorüber, die Nordamsel flog über Bach und Straße ihr Revier an.
  • 18.05.2020 – 15:00 Uhr: Bereits vor einer Woche habe ich als selbsternannter Amsel-Gynäkologe den Geburtstermin des ersten Babys für den heutigen Tag errechnet und am 15. Mai in diesem Blog auch darauf hingewiesen. Deshalb war ich natürlich höchst gespannt, als ich heute von der Arbeit nach Hause kam und Eilin gerade nicht im Nest saß. Erstmals seit 10 Tagen nutzte ich deshalb rasch die Gelegenheit und habe wieder einmal einen Video-Blick ins Nest gewagt: Und oh Jubel und Hurra – das erste Küken 🙂 ist heut da. Zwar noch nackt und schiach, aber trotzdem sehr niedlich. Für Dich, kleiner Piepmatz haben wir den Namen „Stevie Urcle“ (sprich: Stiewi Örkl) auserkoren. Papa Amsel trällert im nahen Obstgarten auf einem Baum sitzend mit stolzgeschwellter Brust seine allerschönsten Melodien und Harmonien.
  • 18.05.2020 – 18:35 Uhr: Eilin sitzt sehr unruhig im Nest. Auf und nieder, links herum und rechts herum. Manchmal öffnet sie den Schnabel und es sieht so aus, als ob sie etwas hervorwürgen würde – dann senkt sie den Schnabel in das Nest. Ist das die erste Form der Fütterung? Beim nächsten Ausflug packe ich wieder rasch die kleine Kamera – und siehe da: Amsel-Baby Nummer 2 sitzt noch halb im Ei 🙂 . Da kann es natürlich nur einen Namen geben: Calimero.
  • 18.05.2020 – 20:00 Uhr: Es geht jetzt Schlag auf Schlag. Eilin fliegt weg, kommt wieder, fliegt weg. Ich kann nicht anders – Blick ins Nest: Amsel-Nachwuchs Drei und Vier sind hier 🙂 . Namen haben wir noch keine, weil es so rasch gegangen ist. Wo ist Erdschi? Wenn der nicht bald beim Nest auftaucht und seinen Vaterpflichten nachkommt, kriegt er es mit mir zu tun.
  • 18.05.2020 – 21:11 Uhr: Die letzte Amsel – die am schönsten in der ganzen Gegend singende Nord-Amsel – verstummt. Danach ist noch einige Male Kuckucksrufen zu hören, dann legt sich Stille über die ländliche Landschaft. Erdschi ist nicht mehr aufgetaucht.
  • 19.05.2020 – 07:00 Uhr: Nach wie vor sind erst 4 Küken geschlüpft und liegen mit den 2 verbliebenen Eiern kreuz und quer im Nest. Eilin bringt jetzt gelegentlich winzige Würmchen ins Nest. Von Erdschi gibt es nach wie vor keine Spur. Wenn er mir unter die Augen kommt werde ich ihm einmal ordentlich die Ohren langziehen. Dann ist es vorbei mit seiner Schönheit, dann kann er höchstens noch Bundeskanzler werden. Für die Küken Nummer 3 und 4 haben wir mittlerweile die Namen Max & Moritz ausgewählt. Ingrids Einwand, dass wir bisher nur Jungen-Namen haben, ist zwar berechtigt, wir werden die Amsel-Kinder später aber ohnehin nie unterscheiden und tatsächlich identifizieren können. Und überhaupt: Wurde eigentlich bei Calimero jemals geklärt, welchen Geschlechts er/sie/es ist? Vor 2 Tagen am Abend habe ich einen neuen Vogelgesang vernommen. Ich bin mir nicht sicher, aber es könnte sich tatsächlich um ein Rotkelchen gehandelt haben. Ziemlich sicher bin ich mir allerdings seit heute bei den zwischen den Steinen im uralten Nachbarstall in einem Loch nistenden Nachbarn: Das müssten definitiv Kohlmeisen sein.
  • 19.05.2020 – 09:30 Uhr: Grässliches Kreischen bei der Nord-Amsel (das ist die, die am Allerschönsten in der Gegend singt): 2 Elstern durchkämmen dort die Bäume. Dieses Mal ist es mir gelungen, sie mit meinem bescheidenen Teleobjektiv zu erwischen.
  • 19.05.2020 – 09:55 Uhr: Nachdem ich Eilin eine Weile beobachtet habe, wie sie Eierschalen gefressen hat, habe ich ihren nächsten Ausflug ausgenutzt, um einen kurzen Blick ins Nest zu erhaschen. Und wie vermutet, erkennt man jetzt fünf lange Amsel-Hälse, die einen viel zu großen und schweren Kopf zu tragen haben 🙂 sowie das letzte verbliebene Ei.
  • 19.05.2020 – 15:40 Uhr: Auf dem Dach unserer Terrasse erhob sich ein Gepolter. In einer Mulde sammelt sich dort das Wasser, welche diverse Kleinvögel gerne für ein Bad nutzen. Heute aber war es wesentlich lauter. Schnell schraubte ich eine kleine Kamera auf ein Einbeinstativ und navigierte sie im Blindflug nach oben, als plötzlich eine große Krähe vom Dach abhob. Das Gerumpel war aber noch nicht vorüber und ich konnte eine 2. Krähe filmen, die die Kamera wohl nicht sofort wahrgenommen hat. Bald aber erhob auch sie sich in die Lüfte. Ich hab´s euch schon einmal gesagt: Unser Haus ist tabu für euch, solange die Kleinen im Nest sind.
  • 19.05.2020 – 16:44 Uhr: Eilin ist mittlerweile im Höchsteinsatz – man kann ihr die Erschöpfung auch ein bisschen ansehen. Im Nest sitzen, die Jungen wärmen, ausfliegen, mit kleinen Würmern wieder kommen. Ein dieser Nahrungssammelausflüge nutze ich wieder für einen Blick ins Nest. Das letzte Ei ist verschwunden. Aber mir scheint, als ob ich im Gewusel der nackten, mit leichtem Flaum bedeckten Körperchen nur 5 Schnäbel erkennen kann. Leises Piepsen ist aus dem Nest zu hören. Also wenn ich mich nicht verzählt habe, dürfte Eilin das letzte Ei mangels Befruchtung/Bruterfolges entsorgt haben.
  • 19.05.2020 – 19:50 Uhr: Unermüdlich schafft die fürsorgliche Amsel-Mama Eilin Futter für den zaghaft piepsenden Nachwuchs heran. Gerade konnte ich sie beobachten, wie sie keine 10 Meter von mir entfernt einen dicken fetten Regenwurm wie einen zähen Kaugummi aus der Wiese geholt hat. Eilin hat ja immer schon die fetten Würmer bevorzugt und ich dachte auch, dass sie diesen nahrhaften Protein-Snack wohl selbst verzehren wird. Ja, einige Stücke hat sie sich schon gegönnt, den Großteil des Wurmes hat sie aber auf die Straße gezerrt und dort in ganz kleine Stückchen filetiert, diese in den Schnabel aufgenommen und ihren Babys ins Nest gebracht.
  • 19.05.2020 – 21:00 Uhr: Ein aufregender, ereignisreicher Tag in der Vogelwelt ist zu Ende gegangen – heute wetterbedingt eine Viertelstunde früher. Ich habe neue Vogel-Nachbarn fotografieren können (Kohlmeise, Rauchschwalbe) , habe Feinde in der Nachbarschaft beobachtet (Elstern, Krähen, Katzen) und das letzte Küken ist geschlüpft (das sechste Ei dürfte es nicht geschafft haben). Mittlerweile haben wir Angst, dass Erdschi etwas passiert sein könnte. Denn die gestrigen schönen Gesänge in der Nähe des Nests am Tag der Geburt von 4 seiner Kinder stammten definitiv nicht von ihm (wie eine Analyse der Fotos und Videos ergeben hat). Die letzten „bestätigten Sichtungen“ stammten von Sonntag (2 Tage her), als ich einige heftige Amsel-Hahnenkämpfe und Verfolgungsjagden beobachtet hatte. Hoffentlich hat sich Erdschi vom dominanten West-Männchen nicht einschüchtern oder gar verjagen bzw. verletzen lassen. Erdschi – melde Dich: Dein Familie braucht Deine Unterstützung bei der Nahrungsbeschaffung!
  • 19.05.2020 – Tagesabschluss: Neben den Vogelbeobachtungen gab es jetzt am Abend noch ein weiteres Ereignis und zwar eine versuchte Rettungsaktion: Eine verstörte Katze, die zuvor von einem Hund über ein großes frisch gejauchnetes Feld gejagt wurde, ist irgendwie auf unser Hüttendach gelangt und traute sich nicht mehr herunter. Zwar zählt sie zu den Feinden unserer Amseln, aber Ihr jämmerliches Miauen erregte doch unser Mitleid. Wir schafften es aber nicht, sie über die Leiter zum Abstieg zu animieren, sie zog sich durch eine Dachverbindung in die Nachbar-Scheune zurück, wo sie auch zu Hause ist. Sicherheitshalber haben wir ihr noch einen Gartentisch so platziert, dass sie im Notfall doch vom Dach springen könnte, nicht aber ohne ihr zuvor das Versprechen abzunehmen, unsere Amseln gefälligst in Ruhe zu lassen.
  • 20.05.2020 – Morgen: Mir gelingen wieder 2 neue Vogelsichtungen. Während des Fotografierens konnte ich das noch gar nicht erkennen, die vergrößerten Darstellungen am Monitor zeigen aber ganz deutlich einen Blaufink und einen … „weiß nicht genau“: Am ehesten Girlitz oder Grünfink (Fotos gibt´s unten bei den „gefiederten Vogelnachbarn“). Für die auf einem gelben Kabel sitzende Rauchschwalbe (heute von vorne) war ich leider zu langsam. Übrigens haben wir heute ganz früh (kurz nach Mitternacht) den Namen für unser 5. Küken festgelegt: Pippi (nach Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf) – möge unsere Nachzüglerin auch so stark werden wie ihre Namensgeberin.
  • 20.05.2020 – Mittag: Findet Erdschi. Allmählich machen wir uns große Sorgen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Amsel-Papa nach seiner anfänglich so übernatürlich großen Fürsorglichkeit jetzt plötzlich so ein verantwortungsloser Banause geworden sein soll. Viel eher fürchte ich, dass er sich vom dominanten West-Männchen einschüchtern und dauerhaft verscheuchen ließ oder dass noch Schlimmeres passiert ist. Apropos Schlimmeres: Im Nord-Sektor sorgt wieder eine Elster für aufgescheuchtes Vogelgezwitscher. Und noch einmal apropos Schlimmeres. Das dominante Amsel-Paar aus dem West-Revier hat mittlerweile auch den gesamten Süden in Beschlag genommen, von dem ich am 17.05.2020 zu Mittag noch geschrieben habe, er sei amselfrei. Und seit heute sind diese „Großgrundbesitzer“ so dreist, und vereinnahmen auch noch den schmalen, kargen Grünstreifen neben der Straße, auf dem Eilin ihre Würmer sammelt. Es gibt zwar keine Feindseligkeiten, aber vielleicht ist das der Grund, warum Eilin zur Nahrungssuche jetzt immer weit außerhalb meines Blickfeldes wegfliegt. Zumindest sehe ich sie nicht mehr so oft in unserer Nähe. Auch ein weiteres, etwas kleinere Amsel-Männchen im Nordwesten hat der West-Silberrücken heute von einem Baum vertrieben. Eilin, landbesitzmäßig ohnehin bis jetzt schon ein Habenichts (wie auch wir, deshalb ja auch die große Sympathie 😉  ) , und nun ist ihr dieses winzige Refugium auch nicht mehr vom Amsel-Nachbarn vergönnt. Sie könnte ja noch auf unseren Rasen ausweichen, aber unerklärlicherweise 😉 wird der ja von allen Lebewesen verschmäht (selbst von den Pflanzen und Unkraut).
  • 20.05.2020 – 17:00 Uhr: Eilin verlässt jetzt immer häufiger und länger das Nest. Ihre hungrigen Küken verlangen ihr wohl alles ab. Länger als 10 Minuten sitzt sie nur selten bei ihren Nackedeis im Nest, was heute bei dem kalten Nordwind und Temperaturen mit Tendenz zur Einstelligkeit vielleicht gar nicht so gut ist. Aber als fürsorgliche Alleinerzieherin und einzige Ernährerin muss sie auch bei Wind und Wetter raus, das hilft nix. Aber so wie ich die Amseln kenne, macht ihnen leichter Nieselregen gar nichts aus – im Gegenteil. Und einige ihrer Ausflüge nutze ich für Videoblicke ins Nest. Nachdem ich mir jetzt einige Videos in Super-Zeitlupe angesehen habe, glaube ich fast, dass ich mich gestern verzählt habe. Mir scheint so, als ob da im Gewusel aus langen Hälsen, blinden Augen, kleinen Schnäbeln und von Gänsehaut (oder heißt das hier Amselhaut) überzogener nackter Haut – geziert von ein paar im Wind flatternden Flaumfedern doch sechs Küken (?) zu finden sind. Allerdings hat der Autofokus meiner billigen, altersschwachen Kompaktkamera einige Probleme, vor allem wenn die Schnäbelchen der größeren Küken emporschnellen, sobald ich mit der Stativstange bei einem Balken anstoße. Was bei den Videos am Tag 3 bzw. 2 für die jungen Amseln auf dieser Welt aber bereits deutlich erkennbar ist: Es gibt 3 merkbar größere Küken. Das Vierte hat etwas Abstand. Und dann gibt es noch die kleine Pippi. Wenn sich die 3 bis 4 Größeren aufrichten, kommt unter dem gesamten „Vogelhaufen“ noch etwas Winziges 🙂 zum Vorschein. Aber ganz sicher bin ich mir noch nicht, deshalb möchte ich mit einer Namensvergabe auf jeden Fall noch zuwarten. Einen weiteren Schnabel zu stopfen macht es halt für die tapfere Einzelkämpferin Eilin nicht einfacher.
  • 20.05.2020 – 21:12 Uhr: Heute ist der Tod über das Amsel-Land gezogen: Und zwar in Form eines Turmfalken, in den Fängen eine große Maus und im Schlepptau eine schmarotzerische Elster. Als ich nach Eilin sehen wollte, die das Nest zur Nahrungssuche für ihre Jungen verlassen hatte, bemerkte ich zufällig am bedeckten Himmel einen großen, mir unbekannten Vogel. Ziemlich zeitgleich kam auch Eilin aufgeregte Laute von sich gebend mit vollem Schnabel zurück, flog aber nicht das Nest an. Aus Nachbarsgarten im Süden weitere aufgeregte Amsel-Laute: Das „West-Amselpaar“. Da erst bemerkte ich, dass sich der große Greifvogel in einem hohen Obstbaum, etwa 30 Meter entfernt, niedergelassen hatte. Und noch etwas stach mir ins Auge: Das schwarz-weiße Gefieder einer perfiden Elster. Im selben Baum. Nur wenige Meter, wenn überhaupt, vom Turmfalken entfernt. Überall in den Bäumen aufgeregtes Gezwitscher und Gezeter. Eilin wartete nach wie vor am Dach des Nachbarhauses im Norden und gab ihre typischen Warnrufe von sich, die sich in den ersten Tagen im Nest auch bei mir benutzt hatte (als wir noch keine so guten Freunde waren). Der Turmfalke (dass es einer war, wusste ich erst durch eine nachträgliche Internet-Recherche) schien etwas zu rupfen und fressen. Der Wind wehte Feder oder Fellstücke davon. Dreibeinstativ raus auf die Terrasse. Kamera drauf und eingeschalten und den Turmfalken gefilmt und zwischendurch auch fotografiert. Mein alte defekte Kamera geholt – zum Filmen taugt sie noch. Hektik. Eilin ist ganz aufgeregt – mittlerweile sitzt sie in unserer Regenrinne. Die kleinen Würmchen noch immer im Schnabel. Für die alte Kamera brauch ich noch ein besseres Zoom-Objektiv. Wieder rein und wieder raus. Eilin hat sich mittlerweile ins Nest getraut und sitzt ganz nieder gebückt auf ihren Jungen. Ah, ich brauch zum Filmen für die 2. Kamera noch ein Stativ. Wieder rein – Einbeinstativ (das Gute) geholt – wieder raus. Die neue Kamera läuft ohnehin und filmt alles mit. Endlich ist auch die 2. Kamera einsatzbereit. Stress pur. Durch das Fernglas erkenne ich jetzt, dass es sich um keinen Vogel sondern „nur“ um eine Maus handelt. Die West-Amseln zetern – sie ist Richtung „Tatort“ geflogen, er sitzt feige im Garten der Nachbarin auf einem Zaunpfahl. Wie bereits geschrieben – eine Dreiviertelstunde dauert dieses blutige Schauspiel. Nachdem sich der Turmfalke verzogen hat, labt sich die Elster an den letzten Brocken. Gedanken an Erdschi kommen mir in den Sinn. Hat auch ihn so ein tragisches Schicksal seiner wartenden Familie entrissen? Und wartet heute irgendwo eine Mausefamilie auf den Vater oder noch schlimmer: Gibt es da draußen hungrige Mäusemäuler, die ihre Mutter nie mehr sehen werden? Mittlerweile ist es wieder still geworden. Die letzte Amsel (wie immer die besonders schön klingende Nord-Amsel) hat um 21:09 Uhr ihr Nachtlied beendet, einmal noch meldet sich ein Hausrotschwanz, um das letzte Wort im Garten zu haben. 3 Minuten später verklingt auch der letzte Kuckucksruf im nahen Wald. Unsere Gedanken sind bei Erdschi.
  • 21.05.2020 – 09:44 Uhr: Jetzt sind wir uns sicher: Im Nest befinden sich 6 Amsel-Küken. Für unser winziges Nachzügler-Nesthäkchen haben wir den Namen Ylvi ausgewählt 🙂 .
  • 21.05.2020 – 18:30 Uhr: Nahezu pausenlos schafft Eilin Würmer für ihren Nachwuchs heran. Aber zum Zug scheinen immer nur die größten Schreihälse mit den längsten Schnäbeln zu kommen.
  • 21.05.2020 – 21:30 Uhr: Zum letzten Mal ist Eilin heute erst in der Abenddämmerung um 21:09 Uhr mit einem Schnabel voller Würmer zu ihrer Kinderschar zurückgekehrt, zu einem Zeitpunkt, als die Fledermäuse bereits ihre Verstecke verlassen haben. Um 21:12 Uhr verklingt das letzte Amsellied – wie sollte es anders sein – von der melodischen Nord-Amsel. 2 Minuten später verstummte auch der Kuckuck im südlichen Wald. Bei einer kleinen Wald- und Wiesen-Wanderung haben wir heute wieder neue Vogelarten kennengelernt, die ich aber erst identifizieren muss. Von der Terrasse aus gelang es mir heute erstmals, Stieglitze abzulichten. Leider waren sie sehr weit entfernt und die Lichtverhältnisse unterdurchschnittlich. Einen weiteren unbekannten Vogel am Vormittag konnten wir ebenfalls noch nicht einordnen. Am späteren Nachmittag und Früh-Abend hielt sich 2 Mal eine große Krähe auf dem Nachbardach auf, keine 15 Meter Luftlinie zu unserem Amsel-Nest. Und das dominante West-Männchen, welches sein Revier immer weiter vergrößert, wurde heute 2 Mal von einer Elster gejagt. Einmal ebenfalls nicht allzu weit entfernt von „unserem“ Nest. Aber unsere 7-köpfige Amsel-Belegschaft konnte einen weiteren Tag unbeschadet überstehen.
  • 22.05.2020 – 12:00 Uhr: Eilin unternimmt jetzt immer längere Ausflüge, um die hungrigen Schnäbel ihrer bettelnden Jungen stopfen zu können. Manchmal fliegt sie sofort wieder weg, wenn sie ihre erste Wurmlieferung bei den Kleinen abgeladen und deren Kacksi verspeist hat. Lässt sie sich doch einmal im Nest nieder, um die Jungen zu wärmen, fallen ihr häufig sofort die Augen zu. Sie dürfte ziemlich müde sein, muss sie doch ganz alleine die Arbeit leisten, die sich die Amsel-Eltern normalerweise untereinander aufteilen. Die für ihren Eigenbedarf bereitgestellte Futterstelle mit Apfel, Erdbeeren, Kirschen, Rosinen und Haferflocken hat sie nicht angerührt.
  • 22.05.2020 – 21:15 Uhr: Nachtruhe ist eingekehrt in der Vogelwelt an diesem noch recht lauen Abend. In der bereits bestens einstudierten Reihenfolge wurde es still: Zuerst alle anderen Vögel, dann um 21:07 Uhr die letzte Amsel (natürlich die Nord-Amsel). Dann musste wieder wie gewohnt der Hausrotschwanz das letzte Wort im Garten haben. Und zuletzt – 2 Minuten später – verklang auch der letzte Kuckucksruf im nahen Wald. Mittlerweile haben die flott flatternden Fledermäuse das Regiment übernommen. Eilin hat heute Schwerstarbeit verrichtet und beinahe ohne Unterbrechung Futter für ihre hungrigen Jung-Schnäbel herangeschafft. Hoffentlich schafft sie das auch weiterhin. 2 Nachbarn waren ihr wohl insofern behilflich, als heute eifrig Rasen und Wiesen gemäht wurden. Unglaublich wie viele Würmer so ein einziger kleiner Vogel an einem Tag aus dem Boden zieht. Und wenn man sich jetzt vorstellt, wie viele Vögel es gibt, die es ihm gleichtun. Da müssen wir Menschen ja eigentlich auf einer riesigen brodelnden Masse an Würmern leben. Sobald die Mama auftaucht, und manchmal wenn der Hunger zu groß wird auch zwischendurch, schnellen die kleinen Köpflein mit weit geöffnetem Schnabel nach oben. 4 Schnäbel sind meist zu sehen – ich hoffe die beiden Nachzügler vom 2. Tag, Pippi und die kleine Ylvi, kommen auch gelegentlich zum Zug. Man erkennt bereits, dass sich die Augen allmählich zu öffnen beginnen (Amselkinder werden ja blind geboren). Die auf der gestrigen Wanderung fotografierten und gehörten Vögel konnte ich alle ziemlich eindeutig identifizieren: Haubenmeise, Tannenmeise und Mäusebussard habe ich bildlich festgehalten. Den auch schon auf früheren Wanderungen deutlich vernommenen Zilpzalp haben wir auch gehört. Heute konnte ich wieder eine Reihe der bereits bekannten Nachbar-Vögel fotografieren. Am meisten freue ich mich über das Foto des Stieglitz-Pärchens.
  • 23.05.2020 – Tagesbericht: Mittlerweile könnten wir unseren Fernseher wirklich schon von den GIS-Gebühren abmelden. Denn aktuell wird nur noch „Amsel“ geschaut 🙂 . Für heute war die Wetterprognose eigentlich gar nicht so rosig, aus dem Grund habe ich mir auch keine Wandertour vorgenommen. Stattdessen bin ich etliche Stunden auf der Terrasse gesessen und habe die Vogelwelt beobachtet. Aber eigentlich wär es ein Traum-Tourentagerl gewewesen. Egal, was hat sich heute getan? Eilin leistet Schwerstarbeit – wenn ich nur helfen könnte. Ich hoffe sie hält auch weiterhin durch. Am Vormittag hat sie wirklich beinahe ununterbrochen Würmer, Raupen, Käfer, Spinnen, Fliegen, Schnecken und was weiß ich noch alles herbeigeschafft und pro Lieferung auch nicht besonders lange gebraucht. Wie bereits gestern kommt es auch heute zu einer leichten Streiterei mit dem dominaten Amsel-Männchen im Westen, welches ich nun Theoderich der Große genannt habe. Aber Eilin hat sich nichts gefallen lassen und ihn forsch in die Schranken gewiesen. Das sollte sich aber gegen Mittag rächen, als Theoderich heimtückisch aus vollem Flug kommend über sie herfiel. Ich hatte schon Sorge, dass ihr etwas geschehen ist, da ich sie nach dem Wegflug von Theoderich nicht mehr sehen konnte. Aber bald schon hüpfte sie wieder durch das hohe Gras der Kälberwiese. 2 Mal kommt heute ein neugieriger Spatz zum Amselnest. Das erinnert mich auch an die Bachstelze die mir vor einigen Tagen auf dem Terrassengeländer stehend beim Pflanzen eines Baumes zugesehen hat. Heute ist es mir gelungen, die jungen Spatzenkinder unter unserer Dachrinne durch eine 3 Millimiter-Ritze in der Terrassen-Wand zu filmen. Ab Mittag wird Eilin´s „Jagderfolg“ rapide dürftiger. Das dürfte der nicht vorhergesagt großen Hitze geschuldet sein. Innerhalb von 2 Stunden findet sie nur 2 Würmer und sitzt dann erschöpft mit geöffnetem Schnabel bei ihrem Nachwuchs im Nest, der entweder auch mit der Hitze oder mit Hunger / Durst zu kämpfen hat. Heute habe ich wieder jenen Vogel gesehen, den ich vor 2 Tagen fotografieren konnte. Damals hatte ich an eine Farbpigment-Störung bei einem Spatzen gedacht. Nachdem ich ihn heute aber wieder singen hörte, war ich mir sicher: Das ist definitiv kein Spatzen-Schreihals. Bei der Internet-Recherche kam ich dann auf einen Vogel, dessen Namen ich bislang noch nie gehört habe: Es dürfte ein Bluthänfling sein. Am späteren Nachmittag verdunkelt sich der Himmel innerhalb einer halben Stunde, Sturm kommt auf und schon bald beginnt es zu regnen. Eilin´s Gefieder plustert sich im Wind auf und wir haben schon die Befürchtung, das Nest und seine Bewohner könnten Schaden erleiden. Aber ales OK. Nachdem es in kurzer Zeit von 27 ° auf 15 ° Celsius abgekühlt und der Wind sich fast komplett gelegt hat, fliegt Eilin wieder aus. In kürzester Zeit kommt sie mehrmals mit randvoll gefülltem Schnabel voller jetzt leicht zu erbeutender Würmer zurück. Ihre Kinder danken ihr es aber nur dadurch, dass sie noch fordernder betteln – ihr Piepsen ist jetzt schon sehr deutlich zu hören. Auch ihre Augen haben sich ein weiteres Stück geöffnet. Der leichte Nieselregen animiert jetzt auch die Amsel-Männer zu ihren schönsten Liedern. Ich brauche es mittlerweile nicht mehr zu erwähnen: Die Nord-Amsel singt am Schönsten.
  • 24.05.2020 – Tagesbericht: Nach dem gestrigen Kaltlufteinbruch hat es massiv abgekühlt. Bis Mittag bewegen sich die Temperaturen nur im einstelligen Bereich, immer wieder peitscht der Wind aus Süden leichten Regen fast waagrecht über unseren überdachten Terrassenboden. Vormittags ist Eilin deshalb meist im Nest. Ab Mittag unternimmt sie dann häufigere Ausflüge und am Nachmittag wird es zwischendurch sogar recht sonnig bei nur mäßigem Wind. Waren es nach dem Regen überwiegend Regenwürmer – darunter ganz fette Exemplare, welche die Jungen ungeteilt fast nicht schlucken konnten, so ging am Nachmittag der Hauptanteil in Fliegen, Käfer und Raupen über. Sobald Eilin ausfliegt begebe ich mich mit Fernglas auf die Terrasse. Und wenn ich sehe, dass der Schnabel bereits ziemlich gut gefüllt ist, versuche ich einen guten Foto-Standort einzunehmen. Grundsätzlich lässt sich Eilin von mir nicht aus der Ruhe bringen, nur wenn ich mit dem langen Einbeinstativ und aufgeschraubter Kamera auf erhöhter Position auf einer Bank stehend auf sie warte, äußert sich leichte Unruhe. Heute hat sie mich erwischt, als ich wieder einmal von oben direkt ins Nest filmen wollte. Das war dann auch ihr zuviel – schrilles Tixen war die Folge. Sie beruhigte sich aber rasch wieder. Es war ohnehin das letzte Mal, dass ich versucht habe, in dem schmalen Bereich zwischen Dach und Nest von oben zu filmen. Zu große sind die Küken mittlerweile – und ganz neu seit heute: Sobald sie ein lauteres Geräusch hören, wie z.B. das Zuklappen unserer Fliegengittertür, schnellen sie wie angespannte Pfitschipfeile nach oben. Die 2 bis 3 Größten stoßen dabei durchaus auch schon einmal mit dem Schnabel am Dach an. Auch beim Füttern ist die Größe jetzt nicht mehr unbedingt von Vorteil. Nicht selten wechselt Eilin den Standort, wenn der Platz oben nicht mehr reicht, um dem Jungen etwas in das Schnäbelchen zu geben. Davon profitieren die Kleineren. Allerdings – und das macht uns doch etwas Sorgen – haben wir heute immer maximal 5 Schnäbel gleichzeitig gesehen. Also entweder haben sie sich reihum abgewechselt oder eines der Jungen ist zu schwach, um nach oben zu kommen. Ansonsten gedeihen sie aber prächtig. Sie wirken jetzt nicht mehr ganz so nackt und rosa, sondern färben sich allmählich dunkel. Und auch mit den Flügelchen beginnen sie schon zu schlagen. Wenn Eilin im Nest sitzt, um sich auszuruhen und die Kleinen zu wärmen, schauen auf der Seite um sie herum kleine Schnäbelchen heraus. Mit Feinden gab es heute keine Probleme, sogar Theoderich gab sich neben ihr handzahm, wenn sie zufällig einmal gleichzeitig im gleichen Garten in ihrem typischen beidbeinigen Hüpfen nach Nahrung suchten. Bei den Vogel-Nachbarn konnte ich heute filmen, wie sich Herr Spatz und Frau Spatz „lieb hatten“ 🙂 . Da gibt´s bald irgendwo das nächste Nest. Jetzt hoffen wir, dass wir in den nächsten Tagen doch noch alle 6 Küken quicklebendig im Amsel-Nest sitzen sehen.
  • 24.05.2020 – Nachtrag: Nach „Redaktionsschluss“ – kurz vor Einbruch der Dunkelheit – gab es noch einige interessante Vorgänge zu beobachten: Ich war gerade dabei, Eilin (zumindest glaube ich es, dass sie es war) im „West-Revier“ bei der Futtersuche zu beobachten, als sie von einem weiteren Amsel-Weibchen – ich gehe von Theoderichs Frau aus – einen Angriff auf Eilin startete. Diese überflog unsere Zufahrtsstraße und landete auf der gegenüberliegenden Wiese. Dort wurde sie neuerlich attackiert. Dieses Mal von einem Amsel-Männchen. Ich vermute, es war Theoderich. Da kam ein weiteres Männchen hinzu, der zuerst Theoderich und dann auch Eilin angriff. Jeder gegen jeden. Bald aber hüpften alle wieder friedlich nebeneinander durch die frisch gemähte Wiese und horchten am Boden nach Regenwürmern. Als Eilin schließlich ins Nest zurückkehrte, rechten sich  2 Küken wieder besonders hoch. Sie wollte diese beiden aber partout nicht füttern, sondern die kleineren im Hintergrund mit den mitgebrachten „Mehlspeisen“ beglücken. Immer wieder versuchten die beiden Großen ihr die Würmer abzuluchsen und sie versuchte um die beiden herum zu kommen. Schließlich waren die beiden Frechdachse aber erfolgreich und stibitzten ihr die gesamten Mitbringsel aus dem Schnabel. Eilin machte sich flugs wieder auf den Flug um erneut zu suchen und sammeln. Dabei streifte eine Katze durch die Gegend. Lautes Tixen war die Folge und in kurzer Zeit stimmten mehrere Amseln ein, darunter auch Theoderich, der sich zu Eilin gesellte, die ob des Stresses ihren Schnabelinhalt auf der Straße verlor.. Als sich die Aufregung wieder gelegt hatte, kam Eilin mit vollem Schnabel zurück ins Nest. Und wieder schien sie ganz gezielt einzelne Kinder für die Fütterung auszusuchen und wich den anderen Gierschlündern geschickt aus. Vielleicht war es Zufall aber vielleicht weiß eine Amsel-Mutter doch genau, welches Junge bereits wie viel erhalten hat oder benötigt.
  • 25.05.2020: Sauwetter, bei dem man keinen Hund vor die Tür jagt und auch keine Amsel. Einstellige Temperaturen, der strömende Dauerregen kommt mehr waagrecht als senkrecht daher. Aber es hilft nichts. Eilin muss als Allein-Ernährerin raus, auch wenn es wohl besser wäre, sie würde ihrem Nachwuchs Nestwärme zugute kommen lassen. Ein Gutes hat die nasse Witterung aber: Wenn Eilin ausfliegt, dann kommt sie immer mit besonders fetten Regenwürmern zurück. Die hat sie ja immer schon geliebt, im Gegensatz zu Erdschi, der mehr die dünnen Würmchen bevorzugt hat. Und diese Essgewohnheit wird sie wohl auch an ihre Kinder weitergeben.
  • 25.05.2020: Zur Haupt-Jagd- und Sammel-Zeit von Eilin schüttet es wie aus Kübeln. Eilin kann schon längere Zeit keine Nahrung mehr heranschaffen. Sie hat merkbar Mühe, ihre Kinder unter ihr im Zaum zu halten. Mehrmals schaffen es die kleinen Racker sie auszuheben – zumindest sieht es so aus. Es war auch tagsüber oben am Terrassenbalken so dunkel, dass ich keine vernünftigen Fotos hinbekommen habe, somit lässt sich auch nicht sagen, wie viele Schnäbelchen es heute (noch) waren, die bei jedem lauteren Geräusch aus dem Nest hochfahren und ihr jämmerlicheres Gepiepse erklingen lassen: Hunger Hunger, Muss kacken, Kalt, Hunger, Hunger, Kalt, Muss kacken, Hunger, Hunger … Ich habe mich deshalb heute zu einem drastischen Schritt entschieden, mit dem ich heute begonnen habe und den ich morgen näher erläutern möchte. Am Abend fliegt Eilin in einer Regenpause noch einmal aus – viel zu spät für ihre Verhältnisse. Sie dürfte auch keinen Erfolg bei der Essenssuche mehr gehabt haben. Bei der Rückkehr machte sie dann einen „verwirrten Eindruck“. Im Finstern trifft sie beim Anflug das Nest nicht und schreckt zurück, als ihre Kinder emporschnellen. Sie flattert zur nahen Regenrinne. Nimmt noch einmal Maß und findet wieder nicht ins Nest, sondern streift den senkrechten Balken darunter. Wieder flattert sie weg, landet am Terrassengeländer und verharrt dort eine längeren Moment. Hilflos muss ich ihr zusehen, wie sie zu ihren wimmernden Kindern in die Dunkelheit hinaufblick. Beim 3. Anlauf klappt es schließlich. Im Schnabel hatte sie jedenfalls keine guten Essens-Nachrichten. Im Dunkel kann ich ansatzweise erkennen, wie sie ihr Gefieder schützend über die kleinen Köpflein unter ihr im Nest ausbreitet. Eilin ist für mich die fürsorglichste und liebevollste Amsel-Mutter. Aber zugegeben, das sagen ja alle Leute über ihre Amseln und allzu viele Amsel-Mütter kenne ich auch nicht. Ich leide und bange mit Eilin und hoffe, daß sie bei den heutigen Wetter-Kapriolen ihre physischen und psychischen Grenzen nicht überschritten hat.
  • 26.05.2020 – Tagesbericht: Gestern habe ich einen „drastischen Schritt“ erwähnt, den ich heute näher erläutern wollte. Allein mir fehlt die Zeit – ich werde es morgen versuchen. Kurz vorweg: Der Plan hat grundsätzlich funktioniert und seinen Zweck erfüllt – allerdings habe ich Eilin wohl durch einen dummen Fehler dermaßen erschreckt, dass sie seitdem nicht mehr das Nest anfliegt, solange ich auf der Terrasse stehe, sondern stattdessen Angstlaute in angemessener Entfernung von sich gibt. Vielleicht erklärt das auch ihre gestrige Verwirrung am Abend, als sie erst im 3. Versuch ins Nest fand. Was war heute los: Das Wetter war wieder durchwachsen, der Regen aber bei weitem nicht mehr so stark und andauernd. Von den Bergen schaut frischer Schnee herunter, die Tages-Höchsttemperaturen erreichten nur mit Müh und Not zweistellige Werte. In der Früh jagt ein Amsel-Weibchen unsere Eilin auf der dreieckigen Ost-Wiese. Es ist die Frau von Theoderich dem Großen – dem Beherrscher des West-Reviers. Nun kommt auch noch er selbst heran und sie verjagen Eilin. Die West-Amselin nenne ich ab sofort Katharina die Große. Wenig später kommt ebendiese auf unser Terrassengeländer und betrachtet Eilins Nistplatz. Am Nachmittag kann ich mir deren Neugier und feindseliges Verhalten besser erklären: Sie schafft Zweige und Moose in einen dicht bewachsenen Obstbaum im Süd-Revier. Der Amsel-Kenner weiß, was das bedeutet: Hier wird ein Nest gebaut. Und damit haben Theoderich und Katharina endgültig alle Himmelsrichtungen bis auf den Norden besetzt, dort wo die besonders schön singende Amsel wohnt, die ich ab sofort Placido Domingo nenne. Noch ein Nest wird wohl gebaut: Ein Spatzen-Männchen hat getrocknete Grashalme im Schnabel. Vielleicht ist es der Spatzen-Mann, den ich in den letzten Tagen beim Liebesspiel gefilmt habe.
  • 27.05.2020: Gottseidank – Eilin hat sich wieder von ihrer Schwächephase in den letzten beiden Tagen sichtlich erholt und auch ihren 5 Küken geht es bestens (das sechste sehen wir schon einige Tage nicht mehr). Das dürfte zum einen mit dem heutigen idealen „Amselwetter“ zusammenhängen. Zwischen 16 und 18 Grad Celsius hat sie sich im Nest immer am wohlsten gefühlt, wenn ich ihre Mimik richtig deute. Und heute hatte es 17°. Zum anderen könnte ihre wiedergefundene alte Stärke mit meiner „Rettungsaktion“ zusammenhängen, die ich vor 2 Tagen gestartet habe. Zunächst einmal bekenne ich öffentlich: Ich habe einen Vogel 🙂 . Und dann gibt es eine Warnung: Wer einen schwachen Magen hat, sollte die nächsten Zeilen überlesen und erst wieder beim Eintrag für den 28.05.2020 fortfahren. Was war also der „drastische Schritt“, den ich vor 2 Tagen erwähnt habe? Nun die durch das schlechte Wetter und durch den Verlust ihres Mannes gehandicapte Amsel-Mutter, die ein überdurchschnittlich großes Gelege als Alleinerzieherin und Alleinernährerin durchbringen muss, benötigte meines Erachtens dringend Unterstützung. 1 Küken dürfte sie bereits verloren haben – auch wenn wir bisher unter dem Nest nichts gefunden haben. Aber von den anfangs einmal 6 Schnäbelchen sind jedes Mal nur mehr 5 zu sehen und das kleinste Amsel-Baby hinkt den Größten in der Entwicklung bereits deutlich hinterher. Um den Verlust des zweiten Ernährers auszugleichen, habe ich mich zu der verrückten Tat entschlossen, Regenwürmer zu kaufen und Eilin bei der Fütterung unter die Flügel zu greifen. Details dazu möchte ich euch ersparen, aber man kann sich wohl vorstellen, dass so ein Wurm nicht freiwillig und mit großem Jubel in einen Vogel-Schnabel springt. Also nicht aus freien Stücken und in keinem Fall im ganzen Stück. Aber wie der Amsel-Mutter klarmachen, dass das Zusatz-Futter für sie und ihre Jungen gedacht ist. Also rauf auf den Balken, auf dem ihr Nest liegt. Ein Dreiviertelmeter ist kein Problem, so weit vertraut sie mir schon. Als ich aber den wurmgefüllten Untersetzer auf etwa 40 cm näherschiebe, flüchtet sie tonlos aus dem Nest. Ich machte mir schwere Vorwürfe, da sie auch in der Folge nicht mehr zum Nest zurück  kam, wenn ich auf der Terrasse stand und dabei etliche Minuten ihre Angstlaute in der Ferne von sich gab. Was hatten wir in den letzten Wochen in diversen Foren alles gelesen von aggressiven Amseln, die ihren Nachwuchs auch gegen Menschen verteidigen. Bei Eilin war davon (fast möchte ich sagen: leider) keine Spur. Sie ist so friedfertig und sanftmütig – und ich vermute, dass sie sich auch deshalb bei der gutherzigen Ingrid ihren Nistplatz gesucht hat. Wofür brauchte sie aber mich: Nun in der derzeitigen Situation erfülle ich 2 Funktionen: 1.) Ich beschütze ihr Nest und 2.) ich schaffe jetzt auch Nahrung heran, so wie es sich für ein Amsel-Männchen gehört. Nach einiger Zeit kam Eilin wieder zurück zum Nest, nachdem ich mich ins Haus zurückgezogen hatte. Etwa 5 Minuten saß sie nur im Nest und schaute in Richtung der ungewohnten Schüssel, die ich jetzt in ungefähr 30 cm vom Nest entfernt platziert hatte, als sie einmal nicht in der Nähe war. Plötzlich erhebt sie sich, trippelt zum Schüsselchen, nimmt sich ein Wurmstück heraus, bringt es zurück zum Nest und beginnt ihre Kinder zu füttern. Riesenfreude. Sie hat meine Unterstützung angenommen. Wieder und wieder geht sie am Balken zur Schüssel, nimmt ein Wurmstück heraus und bringt es zu ihrer Kinderschar. Ab und an gönnt sie sich auch selbst ein Stück. In etwa 1 Bissen für die Kinder, 1 Bissen für die Mama. Übrigens: Man kann nur ganze, lebende Würmer kaufen, denn die im Tierbedarfshandel zu kaufenden getrockneten Mehlwürmer werden für kleine Amsel-Schnäbel nicht empfohlen. Es müssen schon fette, saftige Regenwürmer sein, so wie sie auch Mama tagtäglich dutzendfach nach Hause bringt. Ich war überglücklich, zumal Eilin jetzt bei strömenden Regen nicht mehr ausfliegen muss und sich besser um die Nestpflege und das Wärmen ihrer Kleinen kümmern kann. Immerhin hat es in den letzten Tagen auf den Bergen kräftig geschneit, die umliegenden Berge sind wieder weiß. Meine Annäherung an das Nest hat sie aber so schockiert, dass sie auch gestern noch nur ins Nest zurückflog, wenn ich nicht auf der Terrasse war. Ihren Unmut machte sie mit aufgeregten Rufen deutlich. Erst heute scheint sich ihre Angst gelegt zu haben und es scheint wieder alles beim Alten zu sein. Mittlerweile hat sie bereits an die 40 dicke, fette, saftige Regenwürmer an ihre Kinder verfüttert bzw. sich auch selbst genehmigt. Wer weiß, was die als Anglerzubehör kosten, wird mir – zu Recht – den Vogel zeigen 🙂 . Aber im Wachstum der Kinderschar zeigen sich in den letzten 2 Tagen deutliche Fortschritte und auch Eilin scheint es wieder gut zu gehen. Immer wieder geht sie zwischendurch zur Schüssel nachschauen, ist nichts drin (und ich möchte sie ja nicht mästen, sondern nur bei Schlechtwetter unterstützen), fliegt sie aus zum Würmersammeln. Heute habe ich eine besonders große fleischige nervige Fliege erschlagen und sie auf Gut Glück in die Schüssel gelegt. Auch diese wurde an ein Junges verfüttert. Wenn sie dann bei ihren Kinderlein im Nest sitzt, schauen rund um sie entzückende, kleine Schnäbelchen heraus. Allmählich wächst ihr Federkleid und die Größeren schlagen auch schon eifrig mit den Flügeln. Wenn Eilin von der Jagd zurückkehrt ist so ein Gerangel und Gepiepse im Nest, dass es nur mehr eine Frage der Zeit ist, bis das erste Küken aus dem Nest auf den Terrassenboden fällt. Vorsichtshalber haben wir bereits einige Pflanzen darunter platziert, unter anderem den von Amseln so geliebten Efeu. Was war sonst noch los. Heute hat sich ein neues Amsel-Männchen in der Gegend gezeigt. Der war aber nicht lange da: Theoderich, der seine Katharina keine Sekunde aus den Augen lässt und mittlerweile das gesamte West- und Süd-Revier kontrolliert, hat ihn umgehend verjagt. 2 Spatzen gaben sich wieder dem öffentlichen Liebesspiel hin und 1 Spatz (vielleicht ohnehin einer der beiden) kam später mit einer Blume (ehrlich) im Schnabel zurück. Ich vermute einen Nestbau.
  • 28.05.2020: Der gestrige Sonnentag ist schon wieder Geschichte, heute haben wir es tagsüber häufig mit miserablem Regenwetter zu tun, mit Tageshöchsttemperaturen zur Mittagszeit unter 11 Grad. Dennoch bleibt Eilin nur selten im Nest, sondern karrt pausenlos Regenwürmer und Raupen heran. Ihr scheint es wieder prächtig zu gehen. Auch unsere Beziehung ist wieder vollkommen im Lot, ich darf unter dem Nest stehen, wenn sie zur Landung ansetzt, ohne dass sie sich aufregt. Einige Male landet sie sogar neben mir auf dem Terrassengeländer und hüpft erst dann hinauf zu ihren wartenden Schlingeln. Trotz ihres Höchsteinsatzes habe ich ihr als „Amsel-Stiefpapa“ dennoch wieder einige Regenwürmer angeboten, um sie beim Regen moralisch zu unterstützen und ein bisschen zu entlasten. Und sie hat dieses Angebot auch wieder gerne angenommen. Wobei wir folgende Vereinbarung haben: Nachschub gibt es immer dann, wenn das Schüsselchen zumindest 2 Anflüge lang leer ist. Sie geht regelmäßig nachschauen, bringt einem ihrer Kinder einen Happen und genehmigt sich auch selbst mindestens jeden 2 Bissen. Außer bei den Fliegen – die kriegen immer die Jungen. Lustigerweise nimmt sie auch vor ihrem Abflug gerne einen Snack mit auf den Flug. Im Nest wird es schon sehr eng. Die Amsel-Kinder wachsen und gedeihen prächtig, ihr Federkleid wird dichter – Kälte leiden dürften sie vermutlich jetzt auch bei einstelligen Temperaturen nicht mehr. Selst das Kleinste hat jetzt größenmäßig aufgeholt. Manches Mal schlagen sie so heftig mit den kleinen Flügelchen, dass wir jedes Mal Angst haben, sie würden aus dem Nest fallen. Zumindest ist jetzt schon jeden Tag damit zu rechnen. Die Küken koten genau so viel, wie sie fressen. Aber im und um das Nest und auf unserer Terrasse ist alles blitzsauber. Sobald eines der Jungen das Hinterteil in die Höhe streckt und das weiße Kotpatzerl herauskommt, nimmt es die Amsel-Mama Eilin in den Schnabel. Meist frisst sie es, seit gestern ist aber auch zu beobachten, dass sie die letzte Kacke vor dem Abflug im Schnabel behält und sie außerhalb des Nestes ablädt. Bei einer ihrer Rückkehren hat sie ein Männchen im Schlepptau, welches sich neben dem Nest niederlässt. Zuerst vermutete ich Theoderich, der sie in böser Absicht verfolgt hat und kurz darauf neuerlich am Terrassengeländer Platz nimmt. Aber etwas später hält sich in der Nähe von Theoderich ein zweites etwas kleineres Amselmännchen auf. Erdschi wird es wohl eher nicht sein? Ein neuer Verehrer von Eilin? Am Nachmittag wird Eilin dann gar von 2 Amsel-Männchen auf der Ost-Wiese umgarnt, während der ahnungslose Platzhirsch Theoderich auf der West-Wiese nach Würmern sucht. Erst eine Elster in Nachbars Nussbaum beendet die aufkeimenden Frühlingsgefühle. Generell habe ich den Eindruck, dass die Vogelwelt gerade in den zweiten Frühling kommt. Die bereits einige Male beobachteten Spatzen, die unsere Regenrinne als Kuschelzimmer benutzen, konnte ich heute wieder mit Zweigen und Gräsern im Schnabel beobachten.
  • 29.05.2020: Kühl, grau in grau, aber kein Regen. So zeigte sich das Wetter heute. Um 12:45 hatte es nur 9,9 Grad Celsius. Bis 18:00 Uhr stieg das Thermometer auf 11,6°. Für die Kleinen ist das aber kein Problem mehr, ihrem Federkleid kann man beinahe beim Wachsen zusehen. Eilin war heute im Dauereinsatz beim Würmersammeln. Wenn sie einmal im Nest bleibt, dann höchstens für wenige Minuten. Das Verhalten der Jungen hat sich bei lauten Geräuschen jetzt grundlegend geändert. Reagierten sie vor wenigen Tagen auf laute Geräusche, wie z.B. auf das Zufallen unserer Fliegengittertür oder wenn der Postmann seine Autotür zuschlug, noch mit reflexartigem, abruptem Hochschnellen der Köpfe, so verhalten sie sich jetzt genau umgekehrt. Immer wieder flattert eines der Amsel-Kinder ein wenig mit den Flügeln, hören sie uns aber aus der Wohnung kommen, ducken sie sich ganz eng ins Nest. Gutes Verhalten für die nahe Zukunft 🙂 . Denn allzu lange dürfte es jetzt ohnehin nicht mehr dauern, bis die Größten das Nest verlassen. Ansonsten hat sich heute in der Vogelwelt nicht viel bzw. nur das Übliche getan. Eilin fliegt Essenslieferung um Essenslieferung heran, von mir kamen noch 18 Regenwürmer hinzu, die sie wieder gerne angenommen hat. Theoderich lässt seine Katharina nicht aus den Augen. Placido Domingo ist wieder der Letzte, der seine schönen Arien nach 21:00 Uhr beendet. Um diese Zeit hatten wir auch noch ein schönes Erlebnis. Als Eilin nämlich von ihrem obligatorischen Abenddämmerungs-Ausflug nach 21:00 Uhr wieder zurückkehrte, beehrte uns auch noch ein Igel.
  • 30.05.2020: Der Abschied der ersten Jungvögel naht mit Riesenschritten bzw. Flügelschlägen. Sie werden wohl nur noch warten, bis es endlich etwas wärmer wird. Denn für Ende Mai ist es nach wie vor viel zu kühl. Grau in Grau zeigt sich heute abermals der Himmel, gelegentlich lassen sich ein paar Regentropfen blicken, 11,1 Grad Celsius hat es um 14:00 Uhr. Eilin ist auch heute wieder höchst aktiv und bringt Regenwurmladung um Regenwurmladung. Ihre regelmäßigen Blicke ins „Wurmschüsserl“ sollen mir wohl klarmachen, dass sie gegen Nachschub meinerseits nichts einzuwenden hätte. Und aus diesem Grund möchte ich hier zunächst ein dreifaches Hoch auf den Regenwurm ausbringen. Genau 1 Monat ist es jetzt her, dass wir unsere netten Untermieter bei uns haben. Und in dieser Zeit habe ich nicht nur sehr viel über Vögel im Allgemeinen und Amseln im Besonderen gelernt, sondern bin auch ein kleiner „Regenwurm-Experte“ geworden. War vorher für mich Regenwurm wie Regenwurm, manche halt kleiner, andere größer, so wurde ich mittlerweile eines Besseren belehrt. DEN Regenwurm gibt es nämlich gar nicht und sein Name soll auch nichts mit Regen zu tun haben. Allein in Österreich gibt es laut Wikipedia 54 Arten, worunter der Tauwurm für mich der „klassische Regenwurm“ ist. Daneben gibt es noch den Kompostwurm Eisenia in mehreren Unterarten: Zum Beispiel Eisenia foetida oder fetida geschrieben bzw. auch den Eisenia hortensis auch Dendrobena genannt (Riesen-Rotwürmer). Die 2 Arten mit denen ich in der letzten Woche eingehend Bekanntschaft gemacht habe sind einerseits der Tauwurm, den man zu stolzen Preisen z.B. im Anglerzubehörhandel kaufen kann und andererseits der Dendrobena, den man von Wurmfarmen sogar im gängigen Onlinehandel in Halbtausender-Einheiten wesentlich günstiger erwerben kann. Der Tauwurm ist größer und erstaunlich stark, der Dendrobena (Eisenia hortenis) ist trotz seiner Bezeichnung Riesen-Rotwurm um einiges kleiner, aber viel quirliger. Amseln mögen beide. Wie serviert man einer kleinen Amsel nun so einen Wurm? Keine Ahnung wie man es richtig macht. Ich habe einige Informationen im Internet gefunden und halt der Frau Mama bei der Jagd und Fütterung zugesehen. Und so lange ein Elternteil da ist, soll dieser das Füttern übernehmen. Ich war nur der mehr oder weniger anonyme Spender und „Aufbereiter“. Denn eines ist klar: So ein Wurm springt selten aus freien Stücken und niemals in einem Stück in einen Jung-Amsel-Schnabel, soviel habe ich bei Eilin schon gelernt. Im Internet habe ich gelesen, dass noch etwas Erde am Wurm(stück) haften soll. Das habe ich so praktiziert – nur meine Amsel-Mutter hat das so wohl nicht gelesen. Denn die erdigen Filets hat sie immer selbst gegessen und ich nehme nicht an, dass sie ihren Kleinen die besonderen Leckerbissen nicht vergönnt war. Vielmehr schien mir, als würde sie aussortieren. Die schmutzigen Teile für sich selbst und die sauberen für den Nachwuchs. Beim Wegfliegen in den letzten Tagen nahm Eilin häufig ein Kotsackerl ihrer Jungen im Schnabel mit. Genauso nahm sie sich aber auch gerne einen Happen mit auf den Weg. Aber nie beides gemeinsam. Allerdings hat sie manche dieser Wurmstücke demonstrativ unter unserer Terrasse auf der Straße, in einem Sandhaufen oder in einer Wiese mehrmals am Boden hin und her gewälzt und gerieben, so als würde sie die Erde abputzen wollen. Und warum direkt vor meinen Augen? Um mir zu zeigen, wie sie ihre Würmer gefälligst serviert haben möchte? Ich entferne jetzt jedenfalls die Erde so gut es geht. Aber Vergnügen ist die „Zubereitung“ keines. Im Gegenteil: Ich leide mit den „regen Würmern“ und ich danke jedem einzelnen Wurm dafür, dass er für die kleinen Amseln in den Wurmhimmel geht. Was war sonst noch los: Die männliche Ost-Amsel hat sich heute wieder einmal blicken lassen. Theoderich lieferte sich eine Verfolgungsjagd mit einer anderen männlichen Amsel. Dann war Theoderich gleich mit 3 Weibchen zu sehen, ob eine davon Eilin war, kann ich nicht sagen. Die Spatzen-Balz geht weiter, ebenso ihr Nestbau. Wenn Eilin beim Wegfliegen ein Kotsackerl eines ihrer Jungen mitnimmt und dieses ablegt, wischt sie sich mehrmals links und rechts den Schnabel ab. Entweder an einem Dachfirst oder z.B. auf einem Bretterzaun. Auch Theoderich hat sich heute den erdigen Schnabel an einem Stein abgeputzt (oder greift er mittlerweile sogar schon Steine an oder kämpfte er mit einer Schnecke). Was Eilin Liebesleben betrifft: Am Vormittag hatte sie zwar kurz einen männlichen Begleiter, diesem schien sie aber nicht sonderlich viel Beachtung geschenkt zu haben. Und auch ihre gestrigen Verehrer sind nicht mehr erschienen. Eine 5-fache Mutter scheint nicht so interessant zu sein für die liebestollen Amsel-Männchen. Und als ihr in der Abenddämmerung am Dachfirst der Traktorscheune ein Männchen zu nahe gekommen ist, hat sie dieses verjagt. Aber ein bisschen Eindruck dürfte er – auf einem Dachfirst wartend – doch gemacht haben, denn wieder viel zu spät startete sie noch einmal los. Zunächst rutschte sie in der Dunkelheit fast von der Waaghütte ab und später benötigte sie wieder 3 bis 4 Anflüge, ehe sie vom Terrassengeländer in den dunklen Bereich mit  ihrem Nest traf. Ich hatte schon Angst sie würde gegen einen Balken knallen und sich verletzen. Aber Angst um sie habe ich ohnehin jetzt schon genau ein Monat 🙂 .
  • 31.05.2020 – 19:00 Uhr: Monatsende – Ende des  Monats Mai und Ende des ersten Monats von Eilin bei uns. Heute ist alles beim Alten: Wetter trüb und regnerisch, die Tageshöchstwerte rangeln zwischen Einstelligkeit und Zweistelligkeit – nur dass der Regen heute von Norden anstatt von Süden über die Terrasse peitscht und sich im Wind besonders unangenehm anfühlt. Der Hunger unserer Amselkinder scheint unstillbar, was vielleicht auch damit zusammenhängt, dass Eilin heute wesentlich weniger häufig Nahrung als bisher und auch kleinere Portionen heranschafft. Meine heute zugefütterten 108 (!) Würmer waren im Nu verputzt. Es gab allerdings auch nur die kleineren Riesen-Rotwürmer ( Eisenia hortensis auch Dendrobena genannt) , die Tauwürmer sind aufgebraucht, etwa 10 Stück habe ich in unseren Garten ausgesetzt, als Wiedergutmachung für ihr großes Opfer zugunsten unserer Amseln. Bei den Kompostwürmern (Dendrobena) habe ich gleich 500 an der Zahl im Garten ausgestreut, in kürzester Zeit waren alle im Boden verschwunden. Im Amselreich herrschte heute meist Frieden und Eintracht. In der Früh 2 Männchen ohne Konkurrenzkampf und 1 Weibchen. Später 2 Weibchen friedlich nebeneinander. Nur Theoderich ließ es sich wieder einmal nicht nehmen, ein anderes Männchen zu verjagen. Er mimt halt doch den uneingeschränkten Platzhirsch in diesem Revier.
  • 31.05.2020 – Monatsabschluss: Eigentlich wollte ich den Monat bereits mit dem vorhergehenden Eintrag abschließen. Aber in den letzten 2,5 Stunden haben sich noch einige Dinge ereignet, darunter ein sehr wesentliches markantes Ereignis. Zunächst war es heute am frühen Abend ungewöhnlich leise in der Vogelwelt, nur um mit Einbruch der Dämmerung zu besonders klangvoller Sangesfreude zu explodieren. In dieser Zeit besuchte uns wieder ein Igel in unserem Garten. Das wäre aber nicht das besonders Bemerkenswerte am heutigen Abend gewesen. Eilin kommt nach langer Pause zurück, bleibt aber wie bereits gestern am Dachfirst der Traktorscheune sitzen und gibt neuartige Laute von sich, die ich erstmals gestern von ihr vernahm. Einige Minuten verbrachte sie dort, kam kurz zum Nest zur Fütterung, und flog dann zu einem großen Baum im Obstgarten, den sie auch in den letzten Tagen schon mehrmals angeflogen ist. Ihr folgte ein Amsel-Mann. Ich wartete, damit sich das gestrige Malheur mit dem „Nichttreffen des Nestes“ in der Dunkelheit nicht wiederholen würde – ich hielt heute nämlich eine Taschenlampe bereit. Die nach der gespenstischen Stille am frühen Abend wieder besonders melodisch singenden Amseln verstummten. Auffallend lange – bis 21:30 Uhr – war noch ein Kuckucks-Dreigesang zu hören. Zwei im Norden, einer im Südwesten. Um 21:33 Uhr ist es schon sehr finster und für mich wird es zur Gewissheit: Nach fast einem Monat – seit dem 05.05.2020, als sie das 4. Ei gelegt hat – wird Eilin heute Nacht erstmals nicht mehr im Nest schlafen.
  • 01.06.2020: Auszug – Vom Nestling zum Ästling. Heute war ein Tag, bei dem man nicht recht wusste, soll man sich freuen oder traurig sein (was sich nicht ganz vermeiden lässt). Um 05:30 Uhr der 1. Blick zum Amselnest. Bereits zu dieser frühen Stunde herrscht reges Treiben bei den 5 kleinen Rackern, nachdem sie die erste Nacht ohne Mama im Nest verbringen mussten. Vor allem die beiden Größten – Stevie und Calimero – kratzten, putzten und schüttelten ihr Federkleid, welches sie voller Stolz zur Schau stellen. Auch Eilin kommt bereits mit den ersten Futterlieferungen. Heute sollen die Temperaturen endlich einmal deutlich zweistellig werden. Bis zu 19 Grad Celsius wird das Thermometer steigen. Am Vormittag unternimmt vor allem Stevie erste Ausgehversuche am Balken des Terrassendaches, auf dem das Nest liegt. Einige Male fliegt Eilin vom Nests auf den Terrassenboden, wo sie sich zwischen den Bäumchen und Pflanzen umzusehen schien. Zunächst meinte ich, sie würde das Terrain auf Eignung für ihre Kleinen inspizieren. Am Tagesende denke ich aber, sie wollte den Kleinen zeigen, wie sie über Etappen die mehreren Meter vom Terrassendach bis zum Garten überwinden können. Tagsüber bereitete ich wie auch in den vergangenen Tagen immer wieder einige Würmer zu. Heute gab es Dendrobena-Auflauf mit insgesamt 88 Stück Riesen-Rotwürmern (Eisenia hortensis), garniert mit etwas Wurmerde. Mehrmals erschrecken Ingrid (die sich doch nicht zu einer kleinen Wanderung durchringen konnte) oder ich (der ich heute auf keinen Fall das Haus verlassen wollte) – je nachdem wer gerade als erster zum Fenster oder durch die Terrassentür raus sah: Schon wieder torkelte ein Amsel-Kind am Nestrand oder über den Balken oder latschte einfach durch den Wurmteller. Seit dem Schlüpfen der ersten Nestlinge sind heute genau 14 Tage vergangen. Genau der Zeitraum, nach dem der Amsel-Terminplan das Verlassen des Nests voraussagt. Insgeheim hoffte ich aber, die Kleinen würden uns heute noch erhalten bleiben und erst morgen bei noch schönerem Wetter durchstarten. Nach dem Essen war ich gerade wieder dabei, Würmer zuzubereiten, als ich das neuartige Rufen von Eilin vernahm, welches sie seit etwa 2 Tagen von sich gibt. Mit Würmern im Schnabel steht sie auf einem Dachfirst oder auf einem Zaun. Ich vermute, es handelt sich um Lockrufe, um den Nachwuchs zu ermuntern, das Nest zu verlassen. Und während ich versuchte, die exakte Lage ihrer Laute zu orten und mich umsah, glaubte ich sie unter der Terrasse auf der Straße zu sehen. Aber irgendwie sah sie ein bisschen anders aus. Moment … da fehlt ja der Schwanz. Das kann nur eines unserer Küken sein! Und tatsächlich: Stevie hatte das Nest still und heimlich verlassen und hockte jetzt unten auf Straße, ängstlich und verloren. Keine Ahnung wie er da runter gekommen ist. Sofort stürmte ich los, da immer wieder Autos viel zu schnell an unserem Haus vorbeifahren. Der kleine Vogel würde unmöglich ausweichen können. Als ich unten bei ihm war, hat er sich gerade im hohen Gras an der Traktorscheune verkrochen. Ich ließ ihn in Ruhe, aber er wollte schon wieder auf die Straße – und in einiger Entfernung schlich gerade die rote Katze herum. Stress pur – für den Vogel auch. Nun irgendwann schlug er einen Weg ein, der ihn zu halbwegs sicheren Örtlichkeiten im West-Revier führen würde. Und während wir ihm noch nachsahen … bereits das nächste Küken am Boden. Es flüchtet in die Nachbar-Garage, und versuchte, sich ganz hinten im Halbdunkel zu verstecken. Nur keine Angst kleiner Calimero. Wir sind schon wieder weg. Als wir ein wenig in der Gegend herum spazieren, entdecken wir Eilin im West-Revier, wie sie gerade einen Holzstapel ansteuert. Und unter dem Holzstapel: Stevie. Er wird von ihr gefüttert. Wir gehen zurück auf die Terrasse, von wo wir gut auf die Nachbar-Garage hinuntersehen können. Der kleine Calimero hockt noch immer ganz hinten, flattert aber schon ganz schön mit den Flügelchen und bringt auch schon etliche Zentimeter an Höhe zusammen. Dabei gibt er klägliche Laute von sich. Ca. 20 Meter entfernt, Eilin mit Würmern im Schnabel. Auch sie scheint das Junge zu rufen und es dauert nicht lange und sie findet auch ihren 2. Ästling, wie die Jungvögel nach Verlassen des Nests genannt werden, solange sie noch nicht fliegen können. Auch er wird mit Würmern versorgt. Bald darauf taucht sie schon wieder neben uns im Nest auf, um ihre 3 verbliebenen Kinder mit Würmer zu versorgen und ihren Kot aufzunehmen. Meist frisst sie ihn, das letzte Kotpaket wird mitgenommen, worauf dann immer das mehrfache Abwischen des Schnabels – meist an einem Dachfirst – folgt. Jetzt hat sie Vollstress. Wenn sie doch nur so einen tüchtigen Mann an ihrer Seite hätte, der heute neben ihr im Obstgarten einmal Würmer im Schnabel sammelt und wegfliegt. Kurz habe ich gehofft, es wäre Erdschi – eine Ähnlichkeit war nämlich vorhanden, es dürfte sich um ein jüngeres Männchen gehandelt haben. Und: Es wurde erstaunlicherweise nicht von Theoderich attackiert. Laut Internet-Recherche werden fütternde Männchen auch in fremden Revieren geduldet. Mehrmals tauchen beide Ästlinge am späteren Nachmittag / frühen Abend wieder auf. Stevie einmal bei uns im Garten. Ich hätte ihn gar nicht bemerkt, hätte er nicht nach seiner Mutter gerufen. Und dann kommt endlich Calimero aus der Garage heraus, und kommt herüber unter unsere Terrasse wo er längere Zeit verweilt, zum Nest herauf blickt und herzerweichend piepst. Lange halte ich das nicht aus. Ich hole ihn wieder rauf. Nur für eine Nacht. Also runter – er steht gefährlich auf der Straße, zappelt aber bei meinem Näherkommen davon. Gottseidank in dieselbe Richtung, die auch Stevie heute genommen hat, und wo es sicher bessere Versteckmöglichkeiten gibt. Als ich Calimero aus den Augen verliere, kann ich wieder kurz Stevie beobachten, der hinter seiner Mutter in der West-Wiese nachzappelt. Lieber Stevie, lieber Calimero – wir wünschen euch nur das Beste in dieser Welt. Möget ihr viele schöne Amsel-Jahre vor euch haben, und vielleicht schaut ihr ja gelegentlich bei uns vorbei. Auf der Terrasse ist es jetzt ruhig geworden. Eilin kommt nicht mehr so häufig, sie muss sich ohne Vater, der diese Aufgabe normalerweise übernehmen würde, ja auch noch um die beiden Ästlinge kümmern. Und wenn sie Nahrungsnachschub bringt, dann ist nicht mehr das kräftige, fast schon gierige „Schreien“ zu hören, sondern nur mehr ein vergleichsweise hohes Piepsen. Obwohl Moritz jetzt auch schon richtig aufgeblustert aussieht. Kurz dachten wir sogar, er würde auch noch heute das Nest verlassen – aber morgen dürfte es auf jeden Fall so weit sein. Pippi und vor allem Ylvie sind in der Entwicklung noch weiter hinten. Bei der Nachzüglerin Ylvie rechne ich keinesfalls vor Mittwoch mit einem Abschied. Das Nest sieht jetzt fast leer aus. Dort, wo sich vor 2 Tagen noch die Amsel-Mutter mit 5 Kindern aufgehalten hat, sind jetzt nur mehr die kleinsten drei Küken verblieben. Jetzt ist es an Dir lieber Moritz: Pass gut auf Deine beiden kleinen Schwestern auf und wärme sie gut in der kommenden Nacht.
  • 02.06.2020: Mit dem Nimbus des VV (=Vogel-Verrückten) behaftet, lässt es sich leicht zugeben, dass ich heute beim Aufwachen um 05:07 Uhr sofort zum Amsel-Nest hinaus gesehen habe. Moritz ist gerade eifrig beim Putzen und Pflegen seines Federschmucks – so wie wir es gestern schon bei Stevie und Calimero vor dem Verlassen des Nests gesehen haben. Ich bin aber noch zu müde, um aufzubleiben, 2 Stunderln Schlaf sind noch drin. Um 07:15 Uhr heißt es für mich aber Tagwache. Ein Blick zum Nest – ich seh nur 2 Schnäbel. Da … auf dem Terrassengeländer tapst etwas tollpatschig unser Moritz herum. Vor und zurück. Genau zur richtigen Sekunde aufgestanden. Ein Blick nach links, ein Blick nach rechts und wieder ein Blick nach links: Und dann beweist uns Moritz, dass er der beste Flieger unter unseren Amsel-Küken ist. Von unserer Terrasse landet er am Nachbar-Hausdach. In der Folge flattert er hinauf bis zum First und schaut auf der anderen Seite ins Ost-Revier hinunter. Nein, falsche Richtung. Zu uns musst Du herschauen. Deine Mama und die beiden größeren Brüder sind im West-Revier. Er scheint uns verstanden zu haben, flattert los, und landet auf unserem Hausdach. Schon ein Stück besser. Dann aber passiert es, er rutscht am Blech abwärts, kann sich nicht mehr erfangen und landet in der Regenrinne. Dort hört man dann seine verzweifelten Piepser, während seine Mama Eilin auf der andern Seite unseres Hauses, am Dachfirst der Traktorscheune stehend, nach ihm ruft. Plötzlich beginnt er in der Regenrinne in Richtung des todbringenden Abflussloches zu wandern, das ihn direkt in den Boden und Kanal leiten würde. Jetzt ist schnelles Handeln angesagt. Mit einer mehr als fragwürdigen Leiter (sollte ich nicht abstürzen, würde ich mir wohl am scharfen Rost eine Blutvergiftung zuziehen) gelange ich als Sitzriese gerade hinauf zum Rand der Regenrinne. Herausheben würde ich den Kleinen so aber nicht können. Zu Gefahrenminimierung gelingt es mir aber, 2 große Garten-Zierkugeln in die Rinne zu stecken. Zum Loch würde er also in der Rinne nicht mehr gelangen. Wieder hinauf in die Wohnung. Drüben ruft noch immer Eilin, wohl den Kleinen suchend. Diesen sehe ich jetzt direkt unter meinem Büro-Fenster. Von hier kann ich ihm mit einem Stück Karton auch Starthilfe geben, er flattert … und landet … wieder in einer Regenrinne. Dieses Mal in jener der Nachbarin. Schon erstaunlich, wie unterschiedlich unsere 3 bisherigen Ästlinge sind. Der Erste – Stevie – bevorzugt das Verstecken im hohen Gras. Der Zweite – Calimero – liebt das Halbdunkel der Garage. Und der Drittgeschlüpfte – Moritz – scheint ein Regenrinnen-Fetischist zu sein. Nun dort wo er jetzt sitzt, ist es weniger gefährlich. Das Abflussrohr endet bereits über dem Boden, und um durch das Kanalgitter zu fallen dürfte er bereits zu dick sein (hoffentlich). Einige Zeit werfen wir noch Blicke zu ihm hinüber, aber irgendwann ist der dann verschwunden. Die nette Nachbarin erzählte, soweit ich ihr Englisch richtig verstanden habe, dass Moritz von seiner „mother“ abgeholt wurde (Ingrid: mother und nicht Marder J ). Seit den frühen Morgenstunden klettert Pippi immer wieder aus dem Nest – irgendwie scheint es aber noch nicht der richtige Zeitpunkt zu sein und sie hüpft wieder zurück zur kleinen Ylvie. Ich bin am späteren Vormittag gerade dabe, in einer Homeoffice-Pause einige Würmer zuzubereiten (heute gibt es Riesen-Rotwurm-Rohkost), da fallen mir einige Kotpatzerln auf. In den ersten 15 Tagen ging genau eines auf den extra dafür aufgestellten und von Amseln so geliebten Efeu nieder. Heute – da Eilin nicht mehr so häufig vorbeischaut – und auch beim Ausflug von Moritz ging aber offenbar doch etwas daneben. Allerdings wäre mir das in der Früh noch nicht aufgefallen. Eilin gibt mir auf dem Terrassengeländer stehend mit ihrem Duck-Duck-Duck zu verstehen, dass sie anwesend ist. Sie fliegt hinauf zum Nest. Füttert die kleine Ylvie. Sucht den 2. Schnabel, um dort die restlichen Würmer unterzubringen. Schaut verdutzt. Da ist niemand mehr. Sie stutzte. Sie stutze sogar 2 Mal (um mit Heinz Erhard zu sprechen). Ich ebenfalls. Auch 2 Mal. Da war keine Pippi mehr im Nest. Jetzt war mir auch klar, woher die Kotpatzerln kamen – denn am frühen Morgen nach dem Ausflug von Moritz wären mir die noch nicht aufgefallen. Hoffentlich ist sie irgendwo gut gelandet und alles hat sich in Wohlgefallen aufgelöst. Denn im Nachbargarten wird schon wieder Rasen gemäht. Obwohl der nicht einmal so hoch ist, wie unserer NACH dem Mähen. Geht ja einfach, so auf dem kleinen Mähtraktor sitzend. Pippi ist das erste Küken, welches wir beim Ausflug nirgends mehr gesehen haben. Ingrid darf sich im Arzt-Wartezimmer langweilen und ich habe leider falsche Prioritäten gesetzt und mich voll und ganz der Arbeit im Homeoffice gewidmet. Schade. Und auch gut – denn mir gehen allmählich die Würmer aus und neue möchte ich jetzt doch nicht mehr anschaffen. Die bisherigen haben mich ohnehin ein kleines Vermögen gekostet. Aber in Zeiten, wo Aktienkurse einbrechen und man für Sparguthaben teilweise schon etwas bezahlen muss, ist es vielleicht gar nicht so schlecht, sich um alternative Anlageformen umzusehen. Und wer weiß, ob nicht Regenwürmer in Zeiten der Klimakatastrophe das Gold der Zukunft sind J . Und überhaupt: Man gönnt sich ja sonst nichts. Jetzt sitzt die kleine Ylvie ganz alleine und verloren im großen Nest. Grundsätzlich sind ihre Federn schon recht gut ausgebildet – aber von der Statur her war sie gegen die anderen im wahrsten Sinne des Wortes eine „halbe Portion“. Jetzt haben wir also nur noch unser kleinstes Scheißerchen – ebenfalls im wahrsten Sinne des Wortes. Denn beim Kacken ist sie schon eine ganz Große J . Im Laufe des Nachmittags höre ich immer wieder Rufe von Eilin, mit Würmern in Schnabel und aus irgendeiner Ecke ist als Antwort das Piepsen eines ihrer Kinder zu hören, denen sie dann die Mahlzeit bringt. In der Garage hat sich wieder eines versteckt. Calimero ist gestern am späten Nachmittag von dort ja in sicherere Gefielde abgebüchst. Und wenn es nicht Calimero ist, ist es sicher Pippi. Denn Moritz hat schon viel besser fliegen können, als das in der Garage präsentierte Geflattere von Wand zu Wand. Gelegentlich schaut Eilin beim Nest vorbei und bringt der kleinen Ylvie so viele Würmer mit, dass diese jetzt allein gar nicht mehr alle verspeisen kann. Auch die von mir dargebotenen Würmer nimmt sie allesamt vor dem Wegflug mit in den Schnabel, entweder um sich selbst daran zu stärken oder aber um sie einem ihrer anderen hungrigen Schnäbel etwas mitzubringen. Auch den heutigen beiden „Auszüglingen“ wünschen wir alles Beste in ihrem hoffentlich langen Amsel-Leben. Am Nachmittag hat wieder etwas kräftigerer Wind eingesetzt, Ylvie versteckt sich tief unten im Nest und kommt nur heraus, wenn Mama vorbeischaut. Gegen 15:30 Uhr höre ich aber weinerliches Piepsen – im Nest sehe ich aber niemanden mehr. Ist die mickrige Ylvie auch schon abgeflogen? Nein, sie sitzt auf dem Balken neben dem Wurmschüsserl und ruft nach der Mutter. Eilin kommt auch gelegentlich mit einem fetten Regenwurm vorbei. Ylvie sollte sich dann bis zum Einbruch der Dunkelheit nicht mehr ins Nest setzen. Sie steht davor mit Blick auf die Garage, wo sich das Geschwisterchen aufhält. Eilin eilt den ganzen Nachmittag über von Ästling zu Ästling. Ruft auf der Waaghütte, wartet auf dem Traktorscheunenfirst, fliegt in den Garten der Nachbarin und sucht unter dem Holzstoß des Nachbarn. Dazwischen heißt es Würmer suchen – der Stress wird noch nicht weniger. Die Kleinen können erst in einigen Tagen richtig fliegen – von Moritz einmal abgesehen. Mit Einbruch der Dunkelheit verlässt der „Garagling“ sein Versteck und kommt zu uns in den Garten. Allerdings beginnt es ein halbe Stunde später zu regnen – hoffentlich hat er ein trockenes, katzenfreies Platzerl gefunden. Und heute Nacht muss unser „Zorterl“ und Nesthäkchen Ylvie ganz alleine verbringen. Ins Nest ist sie nicht mehr, sie steht stur davor – schließlich möchte die „große Dame“ jetzt auch schon ein Ästling sein. Und von da oben kackt sie jetzt alles herunter, was die 2 Wochen davor die Mama großteils weggegessen und teilweise ausgeflogen hat. Da heißt es nun: Ylvie allein zu Haus. Gute Nacht liebe Familie Amsel – wo auch immer ihr euch alle gerade befindet.
  • 03.06.2020 – Morgen: Ylvie hat uns heute am frühen Morgen verlassen. Zuvor wurde sie noch einmal von Eilin gefüttert, die ihr auch noch die von mir kredenzten, gestern übrig gebliebenen Würmer in das Schnäbelchen steckt. Seit gestern, als alle ihre Geschwisterchen das Nest verlassen haben, hat Ylvie noch einmal merkbar an Größe zugelegt. Jetzt musste sie sich auch nicht mehr gegen die Größeren durchsetzen und zusätzlich kam ihr auch meine Unterstützungsgabe allein zugute. Um 07:00 Uhr entdeckte ich Eilin, wie sie eines ihrer Kinder neben dem Hauseingang der Nachbarin füttert. Welches Küken es war, ist jetzt unmöglich mehr zu sagen. So stark, wie sie sich von einem Tag auf den anderen verändern. Um 07:20 Uhr bei bestem Amselwetter und 11° C (die nächtlichen Regenschauer hatten sich verzogen und für feuchte und damit regenwurmreiche Wiesen gesorgt, nun kam die Sonne durch) war es dann so weit: Ich war gerade dabei, Ylvie noch einige der verbliebenen Riesen-Rotwürmer zu servieren und schob ihr heute eine größere Würmschüssel auf den Balken, damit die extrem quirligen Kerlchen nicht wieder alle herausspringen. Das war wohl genau die Starthilfe, die sie brauchte, um sich für den endgültigen Abflug und Abschied zu motivieren. Ylvie flattert los in die große weite Welt, während Ingrid und ich ihr zusehen. Zunächst hinunter auf die gefährliche Straße. Ich natürlich wie der Blitz hinterher (über die Treppe) – denn da kann sie unmöglich bleiben. Als ich aber unten ankomme, ist sie bereits am Weg Richtung West-Revier, dort wo ich auch Stevie und Calimero vermute. Gute Entscheidung. 5 Wochen hatten wir jetzt die Amseln zu Gast. Viel ist in dieser Zeit passiert. Viel Schönes, aber auch so manche Aufregung. Wir haben euch sehr ins Herz geschlossen. Nun ist es aber ruhig geworden auf unserer Terrasse. Ungewohnt. Auch Dir kleines Nesthäkchen Ylvie wünschen wir nur das allerbeste Amsel-Leben, das man sich vorstellen kann. Vielleicht magst ja auch Du einmal in den nächsten Jahren bei uns vorbeischauen und eventuell ein Nesterl bauen. Wir würden uns sehr freuen. Gegen Mittag entdecke ich Eilin mit gut gefülltem Schnabel, als sie unter dem Zaun in unseren Garten kommt. Von hier startet sie dann ihren Flug Richtung Südosten. Auf dieser Route konnte ich sie schon mehrfach beobachten. Hier vermute ich Moritz und Pippi. Ganz abschließen möchte ich diesen Bericht heute noch nicht, obwohl schon alles erzählt ist. Denn ich hoffe doch stark, dass ich auch in den nächsten Tagen gelegentlich noch ein würmersammelndes Amsel-Weibchen und stummelschwänzige Amsel-Kinder entdecke. Ende der Woche werden die Kleinen dann wohl bereits fliegen können und in der nächsten Woche mit der eigenen Nahrungssuche beginnen. In meiner Wurmbox konnte ich noch einige Wurmansammlungen entdecken – ich danke eurem Volk für die hingebungsvolle Unterstützung. Denn immer wenn ich auf die Terrasse raus bin und gerufen habe, „ich brauche Freiwillige“, hörte ich nur ein fröhliches „Nimm mich, Nimm mich“ und schon hatte ich eine Hand voller Würmer. Ihr Übriggebliebenen braucht euch nun aber nicht mehr zu opfern. Gezählte 39 Würmer (Riesen-Rotwürmer / Dendrobena / Eisenia hortensis) habe ich (nach den Hunderten vor einigen Tagen) nochmals in unserem Garten in die Freiheit entlassen. Erstaunlich, mit welcher Geschwindigkeit die sich in der Erde vergraben.
  • 03.06.2020 – Nachmittag: Eilin muss noch einmal beim Nest gewesen sein. Denn die vor dem Abflug von Ylvie noch einmal gut gefüllte Wurmschüssel (dieses Mal habe ich einen großen Ton-Untersetzer genommen) ist aber Nachmittag ziemlich ausgeleert. Noch immer zucke ich zusammen, wenn ich irgendwo das aufgeregte Duck-Duck-Duck (oder lautet es doch eher Tack-Tack-Tack) einer Amsel in der Umgebung höre und ich kurz darauf eine Elster oder eine Katze (heute war es wieder einmal die rote) sehe. Im Tagesverlauf kann ich immer wieder Eilin beim Würmersammeln auf ihren Stammplätzen beobachten. Außer ihr gibt es in der Gegend nur das Amsel-Weibchen Katharina, aber die sammelt noch keine Würmer sondern dürfte erst beim Brüten sein. Auf Grund von Eilins Rückflugrouten kann ich erahnen, wo sie ihre Kinder versteckt hat. Zum einen im Südosten jenseits des Nachbarhauses irgendwo in Stallnähe. Dort haust leider auch eine Katze (diejenige, der ich am 19.05. bei einer versuchten Rettungsaktion das Versprechen abgenommen habe, sie dürfe unsere kleinen Amseln nicht anrühren). Und zum anderen irgendwo im Westen oder Nordwesten. Üblicherweise teilen sich Amsel-Mama und Amsel-Papa die Kinder bei der Fütterung untereinander auf. Bei uns muss Eilin alleine tätig werden. Denn nun kann ich sie als Stiefvater nicht mehr unterstützen. Ein fremdes Amsel-Männchen thront kurz auf der Traktorscheune. Auch sonst zeigen sich wieder etliche Vögel. Neben den häufigen Bachstelzen erkenne ich auch eine Kohlmeise im Obstgarten auf einem Baum.
  • 04.06.2020: Heute habe ich Eilin nie mit Sicherheit gesehen. Wie mag es ihr gehen, wo könnten die Küken sein? Einige fremde Männchen sind im Revier zu sehen. Auch Theoderich und Katharina zeigen sich kurz, sammeln aber (noch) keine Würmer. Am Abend ist es eventuell doch noch Eilin, die sich wieder einmal kein Blatt vor den Schnabel nimmt und Theoderich am Stall-Dachfirst ordentlich die Meinung geigt. Aufregung gibt es auch im Hause Rotschwanz, und zwar gleich zwei Mal kurz hintereinander. Zunächst fällt mir das Hausrotschwanz-Männchen auf, dass vor einem der Stallfenster auf der Stelle zu flattern scheint. Was mag es da wohl zu sehen geben? Blick durch das Fernglas: Sitzt da hinter der Fensterscheibe in Vogel-Junges? Am Foto und Video ist es dann ganz deutlich zu sehen. Ja – es ist ein Hausrotschwanz-Küken, welches im Stallinneren flattert und offensichtlich aufgeregt piepst (nur zu sehen, nicht zu hören). Etwas später aufgeregtes Gekreische bei beiden Hausrotschwänzen (Mann und Frau). Wenige Sekunden später huscht die Nachbar-Stallkatze um die Ecke. Ich rufe ihr, sie schaut sich um, sieht mich aber nicht. Noch einmal rufe ich. Wieder das gleich. Beim dritten Mal aber schaut sie zu mir hoch und ergreift fluchtartig das Weite. Etwas später huscht die dreifärbige Katze oben beim Transformator vorbei. Die (Vogel-)Welt ist gefährlich. Heute singt Theoderich am schönsten und längsten (bis 21:25 Uhr) und übertrumpft damit sogar Hausrotschwanz (wahrscheinlich wegen der Aufregungen schon früher ins Bett gegangen) und Kuckuck.
  • 05.06.2020: Der Foto- und Video-Tag beginnt mit einem lustigen Erlebnis. Ein Bachstelzen-Pärchen im leichten Regen auf dem Traktorscheunendach. Er scharwenzelt – den Schwanz aufgefächert – um sie herum. Hüpft hinauf und hüpft hinunter, tänzelt und trippelt. Sie verjagt ihn. Mehrmals wiederholt sich das Schauspiel. Er wäre in höchster Erregung, doch sie scheint nicht in Stimmung zu sein 🙂 . Eilin – heute endlich wieder einmal ganz sicher: Sie hat Würmer im Schnabel (Katharina, das 2. Weibchen im Revier sammelt noch immer nicht). Im Obstgarten „spielt“ Theoderich – wie auch bei Katharina schon einige Male zu beobachten – mit Würmern. Er zieht sie aus der Erde. Wälzt und schüttelt sie etliche Male hin und her, frisst aber nicht sondern lässt sie liegen und fliegt schlussendlich weg. Mehrere Male kann ich heute Verfolgungsjagden 2-er Amsel-Männchen beobachten. Der Verfolger dürfte jedes Mal Theoderich sein, der sogar würmersammelnde Männchen nicht in sein Revier lässt (ich hatte nämlich im Internet gelesen, dass fütternde Männchen sehr wohl geduldet werden). Im Obstgarten tummeln sich heute wieder einmal die quirligen, bunten Stieglitze. Etliche Male kann ich jetzt Eilin beobachten, wie sie sehr erfolgreich und rasch hintereinander Würmer zu ihren Jungen ins West-Revier bringt (Rückflugzeiten ca. 14:25, 14:30 , 15:10, 16:40, 16:58). Weitere Male dann um 17:05, 17:14, 17:19, 17:30, 17:38 Uhr. Noch einmal gibt es 2 Verfolgungsjagden – Theoderich jagt einem anderen Männchen nach. Ein weiterer Fütterungsflug von Eilin um 18:10 Uhr. Heute ist ihr Lieblingswetter: Kaum Wind, nach Niederschlag am Vormittag ist es jetzt am Nachmittag trocken, um 18:17 zeigt das Thermometer 18:17 Uhr. Später wieder Männchen-Verfolgungsjagden. Leicht hat er es ja auch nicht, der dominante Theoderich. Heute kann ich eine neue Vogelart fotografieren. Es entpuppt sich als Gartenrotschwanz.
  • 06.06.2020: Abermals ist Eilin heute in Höchstform. Den 4. Juni dürfte sie als Ruhetag genutzt haben. Denn wie gestern kann ich auch heute Flug um Flug beobachten, und jedes Mal viel Nahrung im Schnabel. Das zeigt mir, dass auf jeden Fall noch einige Küken wohlbehalten sind. Denn das Südost-Revier steuert sie jetzt nicht mehr an. Vielleicht hat sie ja all ihre Kinder zur einfacheren Fütterung an einem sicheren Ort zusammengezogen. Nur allzu gerne wüsste ich, wo sie sich verstecken. Auf Grund ihrer Flugroute „unterhalb aller Radare“ Richtung Westen vermute ich die Kleinen im großen West-Revier, eventuell auch im Nordwesten. Ich schaue jetzt beileibe nicht jede Minute aus dem Fenster bzw. sitze permanent auf der Terrasse. Aber besonders am Vormittag war Eilin heute im nicht zu übersehenden Dauereinsatz. Zumindest folgende Rückflugzeiten habe ich in meiner „Stricherlliste“ vermerkt: 9:04 (Insekten), 09:09 (Würmer), 09:18 (Würmer), 9:32 (Würmer), 9:39 (Würmer – verjagt von Theoderich). Alle 5 Rückflüge ins (Nord-?)West-Revier. 9:43 Würmer, 9:46 (Schnabelinhalt nicht gesehen), 9:49 (Schnabelinhalt nicht gesehen, verjagt von Katharina). Zwischendurch haben Ingrid und ich dann eine kleine Wanderung über den Freienstein unternommen (Siehe OLS). 17:32 – ein Amsel-Weibchen sitzt am Zaun (früherer Startplatz von Eilin ins Nest). Um 18:30 Uhr stimmt Theoderich herrliche Gesänge an. Beginnen seine Küken jetzt mit dem Schlüpfen – zumindest hätte ich den Geburtstermin für diese Tage errechnet, wenn ich das Amsel-Verhalten richtig deute. Um 18:57 Uhr: Eilin ist schwer beladen mit Würmern. Um 19:17 Uhr verjagt Theoderich ein Amsel-Männche, so wie er es einst auch mit Erdschi gemacht hat. Und danach wieder sein eigen artiges Verhalten: Er holt sich im Obstgarten einen fetten Wurm aus der Wiese … und … lässt ihn einfach liegen. Etwas später verjagt er abermals eine wurmsammelndes Männchen (zuerst dachte ich in der Abenddämmerung, es sei Eilin). Um 20:15 – rechtzeitig zur Prime Time – fängt Eiling ganz frisch einen Wurm und Insekten. Sonstiges aus der Vogelwelt: Um 08:35 Uhr ließ sich am Morgen der Bluthänfling wieder einmal kurz blicken. Zu kurz, als dass ich rechtzeitig den Fotoapparat gezückt hätte.
  • 07.06.2020: Der Tag hat so verheißungsvoll begonnen, endete dann aber doch etwas traurig. Bei wesentlich schönerem Wetter als prognostiziert, war die Vogelwelt wieder außerordentlich aktiv. Zumindest solange es nicht zur warm wurde. Wie in den letzten beiden Tagen: Eilin bringt Wurmladung um Wurmladung, garniert mit in den Schnabel gesprungenen Insekten, ins West-Revier. Heute wollten Ingrid und ich einmal genauer erkunden, wo ihre Kinder versteckt sein könnten. Einmal meinte ich sie auch aus dem Südost-Revier kommend gesehen zu haben, mit Würmern ist sie aber seit 4 Tagen nicht mehr in diese Richtung geflogen. Einmal nimmt sie auf einem Kabel Platz und hält Ausschau, aber entweder war das nur eine kurze Rast oder sie findet ihre Küken dort nicht mehr (eine Stallkatze hat dort ihr Refugium). In meinen Notizen habe ich vermerkt: 9:35 Uhr – Eiling fliegt aus dem Obstgarten-West weg, Würmer mit Fragezeichen. Weiter geht es: 9:55 Uhr: Würmer im Obstgarten-West; 10:25 Uhr: Würmer im Obstgarten-West. Ich sitze gerade am Computer, als Ingrid laut ruft. „Ein Amsel beim Nest“. Ich springe auf – tatsächlich: Ein Männchen begutachtet das Nest und schreitet in der Folge das Terrassengeländer ab. Gibt es schon wieder Interessenten? Ingrid fordert gleich vehement: Wenn wir wieder eine Amsel kriegen (was uns beide sehr freuen würde), dann gibt es aber keine Wurm-Zusatzfütterung 🙂 . OK, versprochen. Solange beide Elternteile füttern. Um 10:45 Uhr dann die große Freude: Da hüpfen 2 Vögel mit kurzem Schwanz im Obstgarten-Süd umher. Einer kann schon sehr gut fliegen, der andere noch nicht so gut. Moritz und Pippi, die ich beide im Südost-Revier vermutete? Wir freuen uns ganz toll über diese Sichtung. Die Auswertung der Fotos und Videos ergab später aber: Es waren Stare, ein Elternvogel und ein Junges. Diese Vögel werden folgendermaßen beschrieben: Purpur-glänzenden Gefieder, kurzer Schwanz und langer Schnabel. Der kurze Schwanz hatte uns irritiert und an unsere stummelschwänzigen Ästlinge denken lassen. Wir nutzten die unerwartet schönen Vormittags- und Mittagsstunden jetzt direkt in den Gärten für weitere Beobachtungen und konnten jetzt eindeutig zuordnen, wohin Eilin ihre Wurmladungen jedes Mal brachte. Es ist der schönste Vogelgarten im ganzen Ort im Nordwesten noch vor dem Bach. Rasentrimm-Ästheten dürfte der chaotisch wirkende Wildwuchs an Bäumen, Sträuchern, Blumen und Gräsern ein Gräuel sein, für uns und sicher auch für die vielen sich dort aufhaltenden Vögel muss es wohl ein Paradies sein. Am Vormittag bis 12:15 steuert Eilin mehrere Male mit gefülltem Schnabel diesen herrlichen  Garten an. Auf der Straßenseite umrankt von hohen farbenprächtigen Bäumen auf der anderen Seite nach einer Wildblumenwiese folgt der plätschernde Bach, in dem sich auch Gänse/Enten (muss erst identifiziert werden) gerne aufhalten. 12:35 Uhr: Eilin fliegt wieder eine Riesen-Wurmladung und ein im Vorbeigehen gefangenes Insekt aus dem Obstgarten-Süd zum „Vogelgarten“. Bei einem unserer Streifgänge ist das Krächzen einer Elster zu hören, die ich heute endlich einmal im Flug filmen konnte. Etwas später gesellt sich eine zweite hinzu. 12:45 Uhr: 2 Amsel-Weibchen streiten (ich vermute Eilin und Katharina?). Um 12:51 Uhr sitze ein Amsel-Weibchen (Eilin?) mit Würmern im Schnabel auf unserem Gartenzaun und hüpft in den Obstgarten. Kurz darauf taucht ein 2. Weibchen (Katharina?) ohne Würmer gleich daneben auf, „duckert“ und fliegt in einen der Obstbäume. 13:05Uhr: Definitiv wieder Eilin mir ihrer graziösen Schlankheit (im Gegensatz zur „rundlicheren“ Katharina). Ich sehe ihr zu, wie sie 3 fette Würmer aus dem Obstgarten-Boden zieht, sie mit einigen Insekten garniert und ins nun bekannte Nordwest-Revier ins „Vogelparadies“ fliegt. In der Nachbar-Garage könnte ein Nestbau im Gange sein. Immer wieder beobachten wir Amseln, Männchen und Weibchen, die hineinfliegen und unterhalb des Daches verweilen. Eine Nachschau ergibt eine kleinen Kranz aus Zweiglein und Gräsern. Falls das kein verfallendes Alt-Nest ist, könnt hier tatsächlich gebaut werden. Wird Theoderich das zulassen? 13:54 Uhr: Eilin fliegt 2 fette Regenwürmer aus dem Obstgarten-Süd (Nähe Elisabeth-Zaun) ins Vogelparadies. 15:25 Uhr: Als ich wieder einmal Eilin beim Würmersammeln beobachte, informiert mich unsere nette, englische Nachbarin, dass an ihrem Zaun „a dead blackbird“ liegt. Ich hole meinen Fotoapparat, habe ehrlich gesagt Herzklopfen. Blackbird – der englische Name für Amsel. Aber es war dann tatsächlich ein black bird – ein schwarzes erwachsenes Männchen. Keines unserer Jungen. War es Theoderich, oder eines der vielen Männchen, die er Tag für Tag verjagt, selbst wenn sie für ihren Nachwuchs Würmer sammeln? Etwas später beobachte ich Theoderich und Katharina. Es muss also ein fremdes Männchen sein. Woran es wohl gestorben ist? „Maybe a cat“, meinte unsere Nachbarin. Maybe. Oder Theoderich – so wie ich es schon bei Erdschi vor 3 Wochen vermutete. Um 16:48 Uhr. Eine Elster fliegt von ihrem Stammplatz – dem höchsten Baum weit und breit – im Nord-Revier ab über das Vogelparadies.
  • 08.06.2020: Beim Frühstück um 06:49 Uhr sehe ich aus dem Fenster wie eine männliche und eine weibliche Amsel gemeinsam ein weiteres Amsel-Weibchen bekämpfen und verjagen. Etwas später ist der 2. Angriff noch heftiger: Das Amsel-Männchen verkrallt sich im Obstgarten-Westteil unter heftigem Flügelschlagen mehrere Sekunden im Federkleid des Weibchens. Ich befürchte Schlimmes. Sollten das das dominante und aggressive Amsel-Paar Theoderich und Katharina gewesen sein, die da unsere Eilin attackiert haben? Zeitgleich sitzt ein weiteres Amsel-Männchen auf dem Garagendach im Westen und sieht dem Treiben zu. Wenig später am Stall-Giebel im Osten – dem allerhöchsten Dach in der ganzen Gegend – ein weiteres Amsel-Männchen. Was ist denn heute los? Ich bin erleichtert, als ich um 08:06 Eilin mit Würmern im Schnabel sehe. Allerdings sehe ich sie nicht fliegen, nur laufen. Um 08:29 Uhr befindet sich Theoderich im West-Revier, als die Amsel am höchsten Stalldach-Giebel zu schönsten Gesängen ansetzt. Das kann Theoderich natürlich nicht auf sich sitzen lassen, fliegt ebenfalls auf die Ostseite und nimmt am wesentlich niedrigeren Hühnerstall Platz, um ebenfalls mit Gesängen (allerdings nicht ganz so schönen) zu kontern. Im weiteren Laufe des Vormittags habe ich dann nur sehr wenig Zeit, die paar Mal wo ich aber dennoch zum Fenster rausschaue, scheint sich nichts zu tun. Ich habe den Eindruck, als würde sich die Vogelwelt dem nichtssagenden, wieder einmal trüb-feucht-kalten Wetter anpassen. Um 12:05 Uhr entdecke ich Eilin im West-Revier mit einem Wurm im Schnabel. Aber wieder scheint sie nur zu Fuß unterwegs zu sein. Hat sie Probleme mit einem Flügel? So nichtssagend der Vormittag war (wie gesagt – nur ein Eindruck: Ich hatte nur wenig Zeit), so ereignisreich entwickelte sich der Nachmittag: Um 13:05 Uhr entdeckte ich zum allerersten Mal überhaupt gleichzeitig 2 würmersammelnde Amsel-Weibchen. A im Obstgarten-West und B im West-Revier sowie später im Obstgarten-Süd. Wer war die zweite neben Eilin? Katharina? Der Vogel im Obstgarten-West flog dann aber ziemlich weit im Westen Richtung Norden. Ein bisher noch nie gesehenes Amsel-Weibchen? Im Obstgarten-Süd – ja das war Eilin. Was hatte sie da am Rücken? Graue Federn ragten aus dem Rücken, der rechte Flügel hing auffällig weit hinunter. Hatte Theoderichs Angriff am Morgen doch ernsthafte Spuren hinterlassen. Ich weiß es nicht, habe aber Eilin seit diesem hinterhältigen Überfall bis jetzt nie mehr fliegen gesehen. Und auch jetzt fliegt sie nicht zurück in ihren Vogelgarten / das Vogelparadies sondern läuft über die Straße zu den Holzstößen im West-Revier. Was ist denn das für ein Vogel, der dort in einem kleinen Baum sitzt? Moment mal … Fernglas her … Foto mit dem Tele-Objektiv. Das kann doch nicht … oder doch? Jetzt bin ich mir absolut sicher: Das ist eines unserer Amsel-Küken, dass da im kleinen Baum sitzt, unter dem Eilin jetzt über die Wiese hüpft. Ich packe Fotoapparat und Fernglas zusammen, um nach unten zu laufen.  Da sitzen tatsächlich gleich 2 unserer Küken. Zweifellos. Und gelegentlich werden sie von Eilin gefüttert. Warum haben sie heute das Vogelparadies verlassen? Gibt es Unterricht in Wurmjagd oder Flugunterricht? Wobei: Fliegen sehe ich Eilin noch immer nicht. Irgendetwas dürfte mit ihrem rechten Flügel nicht mehr stimmen. Die Arme. Ist sie nicht mehr imstande ins Vogelparadies zur Fütterung zu fliegen und hat deshalb ihre Jungen hier im unsicheren West-Revier zusammengerufen. Was hat die arme Eiling nur für ein Schicksal zu ertragen. Aber nach wie vor sammelt sie eifrig Würmer für ihren Nachwuchs. Und die beiden können schon recht gut fliegen – zumindest einige Meter über dem Boden legen sie schon etliche Meter zurück. Vorsicht, wenn ihr über die Stodertraße ins Vogelparadies fliegt. Die Sorgen werden nicht kleiner. Ca. um 14:20 tummeln sich dann gleich 3 Jungvögel mit Eilin. Sollte es tatsächlich so sein, wie ich immer vermutet habe: Stevie, Calimero und Ylvie haben wir nämlich gesehen, als sie im West-Revier verschwunden sind, während Moritz und Pippi im Revier der Stallkatze im Südosten untergekommen sein müssten. Dieses Gebiet steuert Eilin aber jetzt schon einige Tage nicht mehr an. Um 15:22 Uhr überfliegt ein falkenartiger/habichtartiger? Greifvogel die Gegend, gejagt/verfolgt von einer Schar kleinerer Vögel (Spatzen?). Etwas später gehe ich wieder nach unten und komme einem der Küken so ganz nahe, während ein anderes zurück ins Vogelparadies fliegt. Der kleine Piepmatz macht bereits erste Pickversuche. Recht erfolgreich ist er aber noch nicht. Ein drittes Küken sitzt unter dem schutzgebenden Holzstoß, von dem ich schon vor einigen Wochen gemutmaßt habe, dass er ein gutes Jungvogelversteck abgeben könnte. Hier wird das Küken von Eilin gefüttert. Noch immer macht sie keine Anstalten, zu fliegen. Theoderich hat derweil schwer mit dem neuen Dominator im Ost-Revier zu kämpfen. Zumindest wurde mir heute von schweren Kämpfen der Amseln berichtet. Gelegentlich fliegt er zwar Scheinangriffe hinauf auf den höchsten Punkt des höchsten Gebäudes in der ganzen Gegend (Stall-Gibel im Osten). Aber er dreht jedes Mal kurz vorher ab. Und dann – wie zum Hohn – stimmt der neue Ost-Revier-Herrscher herrliche Melodien an und schaut auch noch supercool und etwas größer als Theoderich aus: OK – Dich nenne ich jetzt Adriano Celentano – Spitzname: Karlsson vom Dach. Theoderich lässt sich nicht lumpen und läuft am Hühnerstall am frühen Abend aber ebenfalls zur Gesanges-Höchstform auf. Welch ein großartiges Duell. Mindestens ein weiteres Männchen treibt sich jetzt unter unsere Terrasse umher. Wenn das Theoderich wüsste. Und ganz am Westrand des West-Reviers scharwenzelt ein viertes Männchen in der Nähe von Eilin umher, die dort gerade ihre Kleinen füttert. Welche ein Männer-Überschuss. Eines der Küken zeigt uns bereits einen gekonnten Flug in einen der kleineren Obstbäume. Eilin ist nach wie vor mit hängendem rechten Flügel nur zu Fuß unterwegs. Um 20:05 Uhr holt Eilin einen großen, ziemlich dagegen haltenden Regenwurm aus der Erde. Beim Versuch, vom Holzstapel wegzufliegen, stürzt sie aber nach wenigen Metern wieder ab. In der Abenddämmerung schleicht die rote Katze heran, als Eilin ihre Küken gerade füttert. Nun, als Amsel-Ersatz-Papa muss ich da natürlich einschreiten. Amsel-Warnrufe im West-Revier. Die Jungen teils in den niedrigeren Bäumen oder auf den Holzstößen. Ich verjage das rote Luder, das ausgerechnet ins Vogelparadies flüchtet. Die Jungen sind aber ohnehin nirgends mehr zu sehen. Eilin aber macht mir Sorgen. Sie wirkt apathisch und lässt mich auf wenige Meter herankommen. Hoffentlich dürfen wir sie bald wieder fliegen sehen. Mit Einbrechen der Dunkelheit entschwindet sie zu Fuß meinen Blicken. Mir scheint aber, ein Männchen hätte sie abgeholt.
  • 09.06.2020: Während Theoderich um 06:40 Uhr am Stall-Giebel im Westen sitzt, hüpft eine Elster auf dem Hausdach im Vogelparadies herum. Kein Tag mehr ohne Aufregung. Unsere Jungen kann ich aber Gottseidank unten im West-Revier beim Holzstoß erkennen. Zumindest zu zweit scheinen sie zu sein. Leider muss ich heute wieder einmal ins Büro – schließlich muss Geld verdient werden, um den „Regenwurm-Kredit“ zurückzahlen zu können. Die nachfolgenden Geschehnisse beruhen daher auf einer Erzählung von Ingrid: Die 2 Küken hüpfen nach meiner Abfahrt über die Straße (wollen sie mir nach?) in den Nachbargarten, wo Eilin bereits wartete. Dann sind alle 3 in unseren Garten, wo ihnen Eilin scheinbar „Pick-Unterricht“ gibt. Sie werden aber noch immer von Eilin gefüttert. Dann fliegt ein drittes Küken vom Holzstoß auf einen Baum in den Obstgarten, klammert sich dort etwas tollpatschig fest, fliegt schließlich weiter in den Garten der Nachbarin, wo kurz darauf Eilin und die beiden anderen Ästlinge dazu stoßen. Als ich dann am Nachmittag von der Arbeit nach Hause komme, werde ich zunächst von Theoderichs Gesängen empfangen. Er wird sich bis zum frühen Abend immer wieder harmonischste Sing-Duelle mit Adriano Celentano (vulgo Karlsson vom Dach) liefern. Und ich muss ehrlich zugeben: Heute geht für mich Theoderich als klarer Sieger hervor. Und dann entdecke ich Eilin. Ihr rechter Flügel hängt noch weiter und schiefer hinunter als gestern, die aufgerupften Federn am Rücken sind heute aber nicht mehr sichtbar. Sie geht sehr sparsam mit ihren Bewegungen um, versteckt sich meist hinter Blumen und hohen Gräsern im Nachbargarten. Nur selten kommt sie hervor, fängt einen Wurm – allerdings viel weniger als noch vor 2 Tagen – und ruft 2 ihrer Küken zur Fütterung. Die Kleinen – obwohl: so klein sind sie gar nicht mehr – picken schon selbst recht eifrig lassen sich aber dann aber doch lieber von Mama füttern. Wo ist das 3. Küken? Sind das 2 der 3 Küken, die wir gestern im West-Revier beobachtet haben? Oder haben gar auch die 2 Küken aus dem Südost-Revier überlebt. War die rote Katze, das widerwärtige Luder, am Ende gestern im Vogelparadies doch noch „erfolgreich“? Hat die Elster heute Morgen zugeschlagen? Fragen über Fragen. Sicher ist nur, dass Ingrid heute früh mit ihrem Handy noch 3 Küken fotografieren konnte. Und leider scheint es traurige Gewissheit zu sein, dass Eilin´s Flügelverletzung so schwerwiegend ist, dass sie nicht mehr fliegen kann.
  • 10.06.2020: Neuer Tag, neue Aufregungen und neues Leid. Dazwischen einige wunderschön anzuschauende, herzige Momente. Zwischen 06:45 und 07:15 beobachte ich 2 Küken im an unseren Garten angrenzenden Nachbarin-Garten beim Frühstück (sie, also die Küken, und ich). 2 Amsel-Männchen liefern sich auf einem Hausdach im Norden ein Duell „wer zuerst wegschaut hat verloren“. Schließlich geht Theoderich als Sieger hervor, der andere – ich vermute Adriano / Karlsson vom Dach – zieht ab. Um 08:30 Uhr füttert Eilin ihren Nachwuchs. Um 08:50 Uhr die nächste Amsel-Alphamännchen-Revierabgrenzung. Theoderich am Hühnerstall-Zaun, Adriano am Nussbaum. Mir wurde ja berichtet, dass vor einigen Tagen hier heftige Hahnenkämpfe stattgefunden haben, bei denen die aggressiven Männchen mit Krallen und Schnäbeln aufeinander losgegangen sind und vom Boden immer höher in die Luft stiegen. In einer Home-Office-Pause um etwa 10 Uhr beobachte ich Eilin, wie sie mit prall gefülltem Schnabel (Würmer und Insekten) im Obstgarten-Süd umherschweift und offensichtlich ihre beiden noch verbliebenen Kinder sucht. 2 Mal probiert sie abzuheben, doch jeder Flugversuch scheitert kläglich nach einem halben Meter und sie sackt wieder ab. Während sie im höheren Gestrüpp um die Obstbäume umherschweift bzw. sich versteckt, verliert sie nach und nach ihren Schnabelinhalt. Den letzten Wurm scheint sie dann sogar richtig entnervt auszuspucken. Um 11:50 Uhr höre ich die Küken intensiv nach ihrer Mama rufen. Jetzt habt ihr also Hunger, aber vor 2 Stunden, als eure Mama euch gerufen hat, hattet ihr ja keine Zeit. Die Kleinen picken zwar schon recht eifrig und fangen auch bereits den einen oder anderen kleinen Wurm oder Käfer, die dicken fetten Regenwürmer von Mama, direkt in den Schnabel serviert, sind aber doch noch am besten und nahrhaftesten. Und pünktlichst zur Mittagszeit um 12:00 Uhr ist es soweit: Eilin füttert ihre Jungen, auch heute wirkt es wieder deutlich so, als ob sie den Kindern Unterricht erteilt. So gibt sie ihnen die Würmer z.B. immer häufiger nicht direkt in den Schnabel, sondern legt sie vor ihnen ab, so dass sie selbst picken müssen. Sie ist nicht nur eine äußerst fürsorgliche und liebevolle Mutter, sondern auch eine ausgezeichnete Lehrerin. Nur beim Fliegen kann sie ihnen leider nichts mehr beibringen, seitdem ihr rechter Flügel lahm herunterhängt. Heute noch mehr als in den vergangenen Tagen. Hoffentlich muss sie nicht leiden. Nach der Fütterung zieht sie sich in ein Versteck in einem Holzstoß im West-Revier zurück. Erst gegen 17:15 Uhr kann ich das weitere Geschehen wieder verfolgen. Eher zufällig entdecke ich die fette Katharina, die Eilin mehrere Minuten lang über die Straße und durch einige Gärten verfolgt. Eilin hat natürlich ausschließlich zu Fuß keine Chance, wenn sie Abstand gewinnt, fliegt Katharina einfach ein Stück. Ich kann das ganze Geschehen mit der Kamera filmen, als Katharina einen schrillen Schrei ausstößt, worauf Theoderich auftaucht, der ja bereits vorgestern Eilin heftigst attackiert hat, und den ich neben dem Verschwinden von Erdschi auch für den verletzten/lahmen Flügel von Eilin verantwortlich mache. Jetzt verfolgt das dominante Paar gemeinsam die arme Eilin, die sich im Obstgarten hinter Baumwurzeln versteckt. Wirklich wie besessen (man sieht es ganz deutlich im Video) suchen Theoderich und Katharina nach Eilin, wobei das Männchen die brutale Arbeit heute ausschließlich seinem Weib, dem widerwärtigen Luder, überlässt. Diese fällt flügelschlagend mehrere Sekunden über Eilin her, laute Schreie sind zu hören, schwer zu sagen ob aus Schmerz oder aus Aggression. Schließlich lässt Katharina von Eilin ab und fliegt davon. Theoderich verlässt den Tatort etwas später und beginnt wie zum Hohn, Melodien anzustimmen. Heute hasse ich ihn dafür. Eilin kommt nicht mehr unter den bemoosten und brennesselverwachsenen Baumwurzeln hervor. Ich befürchte das Schlimmste, starre eine Viertelstunde mit dem Fernglas zum Tatort – aber es rührt sich nichts. Ingrid und mir schmerzt das Herz angesichts der vielen Schicksalsschläge, welche diese arme („unsere“) Amsel-Familie zu ertragen hat, insbesondere als die jungen Küken im Nachbarin-Garten wieder piepsend nach ihrer Mutter rufen. Und dann riesengroße Freude, als wir gegen 19 Uhr Eilin doch wieder entdecken. Außer dem hängenden Flügel sind keine neuen Verletzungen sichtbar. Und sie hüpft wieder durch den Obstgarten und sammelt Würmer. Ingrid hat sicher Recht, wenn sie meint, Eilin ist eine tapfere Kämpferin. Allerdings teile ich ihre positive Meinung nicht immer: Dass nämlich die anderen nicht mehr erscheinenden Küken bereits alle flügge und in neue Gebiete ausgeflogen sind und dass Eilin sicher nur eine Zerrung im Flügelbereich hat, die spätestens in wenigen Wochen wieder komplett ausheilt. In der Abenddämmerung hat Eilin schon wieder den Schnabel voller Würmer, und wie am frühen Morgen reagieren ihre Küken auch jetzt nicht auf ihr Rufen und Suchen, so dass sie zumindest einen Teil der Mahlzeit selbst verzehrt. So sind eben die Teenager, sich lieber irgendwo in den Bäumen herumtreiben und dann in der Nacht jammern, wenn der Magen knurrt. Noch bevor es richtig dämmrig wird (und das passiert um diese Jahreszeit erst recht spät), zieht sich Eilin wieder in einen der Holzstöße in ein hoffentlich gemütliches und sicheres Nachtquartier zurück. Wir wünschen Dir eine gute, schmerzfreie Nacht liebe Eilin. Bei den verbliebenen zwei Küken (in Ingrid‘s Gedankenwelt sind die anderen drei ja bereits selbstständig unterwegs) gehe ich in meiner Phantasie davon aus, dass es sich und die kleine Ylvie (das Nachzügler-Nesthäkchen) und um den großen Stevie (der Erstgeschlüpfte) handelt, der auf seine Schwester aufpasst. Dass auch heute wieder 2 Elstern im Vogelparadies, dem ehemaligen Aufenthaltsort der Küken, ihr Unwesen getrieben haben, ist angesichts der sonstigen Ereignisse ja fast ebenso keine Erwähnung mehr wert, wie der Greifvogel, der unter wüsten Beschimpfungen vieler Kleinvögel über den Wiesen südlich des Obstgartens gekreist ist.
  • 11.06.2020: Um 07:55 Uhr sehe ich im Gartenparadies kurz ein dunkles Küken – es dürfte Stevie sein. 10 Minuten später wird er von Eilin gefüttert, als beide ohne für mich erkennbaren Grund flüchten. Stevie fliegt in einen Obstgarten-Baum, die flugunfähige Eilin rennt hurtig zu ihrem neuen Stammplatz auf einem der Holzstöße. Um 08:50 Uhr sind dann beide Küken mit Eilin zu sehen. Die beiden flattern und fliegen herum – eines fast auf unsere Terrasse, wo es ein wenig erschrickt, weil wir oben stehen. In der Folge wird auch Ylvie gefüttert. Im Gegensatz zu den letzten regenreichen Tagen gibt es am heutigen erstmals wieder sonnigeren Tag keine Würmer, sondern es ist Insektenzeit. Auch in der übrigen Vogelwelt tut sich bei diesem Wetter wieder mehr. Einen Star im Obstgarten kann ich sehr gut ablichten, die Stieglitze auf unserem Parkplatz sind leider nicht so geduldig und wollen offenbar nicht gern fotografiert werden. Der weitere Vormittag und Nachmittag verlief dann ereignislos. Generell tat sich in der Vogelwelt nicht viel, was wohl dem warmen Wetter geschuldet war, auch wenn manchmal die Wolken etwas dichter wurden. Um 18:20 Uhr dann eine nette Szene: Stevie nimmt ein Vogelbad. Um 19:00 Uhr war schließlich Abendfütterung angesagt, Eilin versammelte ihre beiden verbliebenen Küken um sich. Und dann geschah es schon wieder. Die dominante, aggressive Katharina begann so wie gestern, die flügellahme Eilin zu verfolgen. Und das obwohl sie gerade dabei war, ihre Ästlinge zu versorgen. Da wurde es sogar der sanftmütigen Ingrid zu viel. Sie ging in den Obstgarten und verjagte das widerwärtige Katharina-Luder. Es ist generell an der Zeit, dieser feisten, aggressiven, widerlichen, hinterfotzigen, bösartigen, geizigen und neidischen Großgrundbesitzer-Drecksbagage einmal eine auf´s Mal respektive den Schnabel zu geben. Ingrid war erfolgreich, Katharina floh auf ein Dach während Eilin wieder der Würmer-Jagd nachgehen konnte. Da stieß auch noch Theoderich hinzu, fast hatte es den Anschein, er würde auf Ingrid losfliegen. Aber er und Katharina verzogen sich dann zuerst auf den Baum, unter dem Ingrid stand und hauten dann Richtung Norden ab. Nicht ohne in der Folge dort höhnische Gesänge von sich zu geben. Na warte, Bursche. Eilin füttert ihre Jungen, die Kleine mehr als den schon recht selbständigen Großen. Die letzte Ladung – 3 fette, saftige Regenwürmer – die sie mit ihrer unnachahmlichen Technik in kürzester Zeit aus dem Boden zog, bleibt dann wieder übrig. Ihr Nachwuchs tauchte nicht mehr auf.
  • 12.06.2020: Zur gewohnten Zeit um 06:50 Uhr zeigt sich Eilin und zumindest 1 Küken, welches später – ebenfalls wie gewohnt – auf einen Obstgarten-Baum fliegt. Trotz der vielen Attacken von Katharina in den letzten Tagen und ihres lahmen Flügels kümmert sich Eilin weiterhin rührend um ihre Kinder und bringt ihnen fette Würmer zum Frühstück. Das 2. Küken hält sich meist fast unsichtbar in einem der Gebüsche versteckt. Kann es nicht fliegen? 2 Amsel-Männchen haben schon am frühen Morgen Streß und zeigen eine tollkühne Verfolgungsjagd. Nach einer ausgedehnten Wandertour im Postalm-Gebiet kommen wir erst wieder um 19:20 Uhr nach Hause. Stevie ist allein im Obstgarten auf selbständiger Futtersuche. Katharina fliegt in dem Y-förmigen Baum im Obstgarten und Theoderich singt im Nebenbaum ganz links. Sollte es wieder einen Angriff auf Eilin gegeben haben. An diesem Tag sehen wir sie nicht mehr.
  • 13.06.2020: Um 06:55 Uhr – ihre bevorzugte Frühstückszeit – tummeln sich die beiden Amsel-Küken Stevie und Ylvie in Nachbarins Gartenparadies. Eilin ist aber nicht zu sehen. Wie gestern liefern sich auch heute 2 Amsel-Männchen eine Verfolgungsjagd. Ob die dritte beteiligte Amsel ein Männchen oder ein Weibchen war, konnte ich nicht mehr mit Sicherheit feststellen. Um 08:10 Uhr dann endlich die erhoffte Sichtung von Eilin. Der rechte Flügel hängt schon so weit runter, dass sie bald draufsteigen wird. Fürsorglich füttert sie ihre beiden Küken. Zwar wirken die zwei, insbesondere der große Stevie, schon recht selbständig, sie scheinen aber nach wie vor die Fütterung durch die Mama sehr zu genießen. Auch am Nachmittag um 16:30 Uhr, als wir von einer Tuchmoarkar-Wanderung zurückkommen, füttert Eilin ihren Nachwuchs. Im weiteren Tagesverlauf ist sie dann aber nicht mehr zu sehen. Um 20:10 Uhr sind die beiden Elstern nun auch in den Obstgarten gekommen. Vor allem im Obstbaum ganz links zieht sich auch Stevie gerne zurück. Auch Ylvie flattert manches Mal dort hinauf, aber nach wie vor habe ich den Eindruck, dass sie noch keine gute Fliegerin ist. Womöglich hatte sie als Nachzüglerin von ihrer Mama, die jetzt ja seit 08.06.2020 flugunfähig ist, zu wenig Flugstunden bekommen. Heute startet sie aus unserem Garten … einen … ja was war es eigentlich. Ingrid meinte, es hätte so ausgesehen, als ob Ylvie einen Schlaganfall erlitten hätte. Sie erfängt sich aber wieder und trippelt in das Gartenparadies, wo es viele hervorragende Versteckmöglichkeiten gibt. Und dann um 20:50 Uhr – aus Richtung Südosten ertönen Warnrufe (kommen die von Eilin?): Ylvie hebt ab und fliegt in den Baum, in dem vor nicht allzu langer Zeit die beiden Elstern Platz genommen hatten. Der Grund für die Warnrufe: Die rote Katze schleicht durch das Gartenparadies. Mein lautes Klatschen treibt sie aber rasch in die Flucht, das widerwärtige Luder. Um 21:10 Uhr dann noch einmal Katharina und Theoderich auf dem Hausdach der Nachbarin. Gemeinsam fliegen sie ins Nordrevier. Und wieder einmal zweifle ich, ob das überhaupt noch Theoderich und Katharina sind, oder gar das Paar aus dem Nord-Sektor jetzt auch im Süden die Herrschaft übernommen hat.
  • 14.06.2020: Mindestens eine Viertelstunde halten sich Eilin und die beiden Küken in unserem Garten auf und suchen nach Würmern. Die gute Jägerin Eilin wird selbst hier fündig. Im Obstgarten sammelt sie ohnehin immer in Rekordzeit die Beute für ihre Kinder. Am Nachmittag dann schon wieder ein Angriff von Katharina auf Eilin. Sie verfolgt und verjagd die Arme in ihren Heckenstrauch im Gartenparasdies. Die Küken verstecken sich ängstlich hinter Sträuchern. Theoderich sitzt auf dem Dach und schaut blöd. Ich beginne bei Amazon nach Drohnen zu googeln, denn irgendwie muss ich diese beiden heimtückischen Biester Theoderich und Katharina bekämpfen. Um 18:50 Uhr gibt es die Abend-Fütterung im Gartenparadies. Eilin nimmt dem rufenden Stevie mehrmals einen Regenwurm weg. Will sie ihm beibringen, wie man die Würmer richtig mehrmals hin und her wälzt? Oder ist er für die scheue Ylvie gedacht? Als Theoderich in den Obstgarten fliegt, verziehen sie die beiden Küken in den „Zaubergarten“, einem im Südosten gelegenen, für uns nicht einsehbaren Abschnitt im Gartenparadies. Eilin kommt ihnen bald danach mit dem Schnabel voller Würmer hinterher.
  • 15.06.2020: Um 05:10 Uhr ist Stevie allein im Obstgarten. Etwas später, um 05:25 Uhr streift Ylvie in unserem Garten umher. Um 06:11 Uhr erscheint dann endlich auch Eilin im Paradiesgarden (wie ich nun das Gartenparadies unserer netten englischen Nachbarin nenne).  In den nächsten Minuten wandert Eilin mit den beiden Küken zuerst zu den Holzstößen im West-Revier und später in den Paradiesgarden. Stevie wirkt schon sehr selbstständig. Da heute der Büroalltag wieder seinen Tribut fordert, komme ich erst um ca. 16:50 Uhr zu den weiteren Beobachtungen. Zu sehen ist aber vorerst nicht viel, eher zu hören. Aufgeregte Amsel-Warnrufe (ja ich reagiere noch immer empfindlich darauf). Ein Amsel-Männchen wandert vom Paradiesgarden in den Zaubergarten (der südöstlichste – von mir nicht einsehebare – Bereich des Paradiesgarden). Um 19:36 Uhr dann die erste Sichtung nach der Arbeit: Eilin im Gardenparadies, die beiden nun gar nicht mehr so kleinen Kleinen in unserem Garten. Und während Eilin alleine in den Zaubergaraten wandert, streifen die beiden Kinder weiter herum. Insbesondere Ylvie erkundet unseren Parkplatz, den schmalen Grünstreifen gegenüber der Straße, dort wo dereinst ihre Mutter so viele Würmer für die damals noch Nestlinge gefunden hat, und schließlich geht es wieder über unseren Garten zurück in den Paradiesgarden, wo sie sich gemeinsam noch bis ca. 19:55 Uhr aufhalten. Heute habe ich nur mehr eine einzige Fütterung durch Eilin gesehen, in deren Genuß Ylvie gekommen ist. Unsere Küken werden flügge Teenager.
  • 16.06.2020: Bereits um 05:55 Uhr wird Eilin von einem Amsel-Männchen aus dem Obstgarten verjagt und unter lautem Tixen bis zu den Holzstößen im West-Revier verfolgt. Stevie entdecke ich 10 Minuten später allein im Obstgarten. Von den erwachsenen weiblichen Amseln kann ich ihn jezt nur mehr auf den zweiten Blick und am unterschiedlichen Schnabel identifizieren, so groß ist er mittlerweile geworden. Um 06:08 Uhr scheinen Katharina (auf dem Hüttendach im Paradiesgarden) und Theoderich (u. a. beim Brunnen im Norden sowie bei den Holzstößen im West-Revier) systematisch nach Eilin zu suchen. Stevie versteckt sich. Sind das 2 Starte im südlichsten Obstbaum ? Um 06:38 Uhr sehe ich Eilin mit Würmern im Schnabel. Ihre Kinder sind aber nirgends zu sehen – sie frißt die Mahlzeit selbst. 07:14 Uhr: Neuerlich Eilin mit Würmern. Dieses Mal hat sie auch ihre beiden Küken dabei. Ylvie wird wieder einmal gefüttert und Stevie erhält einen großen Wurm vor sich hingelegt. Auch heute heißt es wieder ab ins Büro – deshalb gibt es die nächste Sichtung erst wieder um 16:55 Uhr: Stevie und Ylvie gemeinsam im Obstgarten bei der selbständigen Nahrungssuche. Das Geschwisterband dürfte noch sehr stark sein. Am Südrand des Obstgartens versteckt sich eine Katze im hohen Gras. Sie dürfte aber eher auf Mäuse- denn auf Vogel-Jagd sein.
  • 17.06.2020: Nachdem ich um 08:40 Uhr nur die leisen Rufe unserer Amseln gehört habe, entdecke ich Stevie mit einer weiblichen, erwachsenen Amsel (nicht Eilin, evtl. Katharina?) im Obstgarten auf selbstständiger Nahrungssuche und er fliegt dann in einen Obstbaum, während sich Ylvie, vom Holzstoß im West-Revier kommend, im südlichen Paradiesgarden hinter Pflanzen verkriecht. 9 Minuten später sehe ich Ylvie neuerlich: Und heute hat sie wieder ganz deutlich diese eigenartigen nervösen Zuckungen beim Gehen. Nicht so „epileptisch“ wie vor ca. einer Woche bei einem Flugversuch in unserem Garten, aber ganz normal dürfte dieses Verhalten eher nicht sein, zumindest konnte ich es noch nie bei einer der anderen Amseln beobachten. Obwohl ich heute wieder mehr Zeit hatte, war den ganzen Tag über nichts zu beobachten. Erst gegen 17:30 Uhr halten sich Eilin und Ylvie längere Zeit in Paradiesgarden und in unserem Garten auf. Ylvie bettelt im Alter von 30 Tagen nach wie vor bei Eilin um Nahrung, recht ergiebig dürften die Gaben aber nicht mehr sein. Beide Amseln, Mutter wie Tochter nutzen unseren Gartenzaun als erhöhten Aussichtsplatz. Eilin ist sogar ganz hinauf geflattert. Um 18:05 Uhr sorgt das Erscheinen von Theoderich und Katharina dafür, dass sich „unsere“ Amseln zurückziehen (Ylvie fliegt in einen der Obstgartenbäume, Eilin versteckt sich hinter hohen Pflanzen). Mit etwas Verspätung zeigt sich Stevie erst um 19:00 Uhr im Obstgarten. Ihm scheint im Gegensatz zu Ylvie das Alleinsein nichts mehr auszumachen und er zieht auch schon ziemlich erfolgreich Würmer aus der Wiese. In der Abenddämmerung lauert die Nachbarkatze südlich des Obstgartens im hohen Gras (sie hat aber ohnehin eher den Ruf, eine Mäusejägerin zu sein).
  • 18.06.2020: Heute Morgen vernehmen Ingrid und ich „unbekannte Vogelstimmen“. Und tatsächlich tummelt sich da zwischen 09:20 und 10:00 Uhr eine größere Star-Ansammlung im Obstgarten. Bis zu 8 Tiere – Erwachsene im Prachtkleid und in unauffälligem Mausgrau gefärbte Jugendliche – waren gleichzeitig am Boden. Auch einer unserer Teenager (ich konnte nicht eindeutig feststellen, ob Stevie oder Ylvie) hielt sich in ihrer Nähe auf. Bei einem ihrer Formationsflüge konnte ich am Foto bis zu 11 Stare zählen. Ein sehr idyllisches Familienbild. Später zeigten sich Ylvie und Eilin, die aber in der Folge ein x-tes Mal von Katharina Richtung Südwesten verjagt und verfolgt wurde. Um 17:30 zeigt sich Stevie abermals alleine im Obstgarten. Bei ihm ist die Abnabelung von seiner Mutter bereits deutlich merkbar. 2 Stunden später nimmt er nach einem Kurzbesuch in unserem Garten eines seiner geliebten, ausgiebigen Vogelbäder im Paradiesgarden – unterbrochen nur von einigen Schlucken (Bade-)Wasser ins Schnäbelchen. In der Abenddämmerung schleicht wieder die Nachbar-Stallkatze im südlichen Obstgarten herum.
  • 19.06.2020: Als ich um 08:10 Uhr auf die Terrasse komme, ist es auffallend ruhig in den Gärten. Der Grund ist schnell entdeckt. Die beiden Elstern streifen umher und halten sich längere Zeit in den Obstbäumen im Süden sowie ihrem Stamm-Aussichtsplatz im Nord-Revier auf. Um 12:30 Uhr sitzt Stevie direkt unter der Terrasse in unserem Garten bei der Waaghütte. Eine Viertelstunde später entdecke ich Katharina (?) im Obstgarten. Auch um 19:45 Uhr entdecke ich ein (dasselbe?) Amsel-Weibchen beim Würmer-Sammeln im Obstgarten (sie jätet ziemlich ungestüm den gesamten Wiesenboden durch). Nach erfolgreicher Suche/Jagd fliegt sie die Beute ins Nord-Revier. Ab 20:30 Uhr beobachte ich ganz fasziniert mindestens eine halbe Stunde lang Stevie, wie er neuerlich unter der Terrasse bei der Waaghütte die dort liegenden Steine und das nach der Mahd liegengelassene Gras ordentlich (eher unordentlich) umwälzt. 2 Mal ist er dabei erfolgreich und kann sich mittelgroße Würmer munden (oder heißt das „schnabeln“?) lassen. Auch das sammelnde Amsel-Weibchen ist wieder im Obstgarten und fliegt ins Nord-Revier. Ja, und dann zeigt sich Eilin – unten am schmalen Grünstreifen gegenüber der Straße am Zaun. Abgesehen von ihrer Flugunfähigkeit macht sie eigentlich wieder einen besseren Eindruck. Falls sie sich wegen der kühlen Temperaturen nicht nur aufblustert, scheint sie auch wieder besser genährt zu sein. Raschen Fußes trippelt sie ins West-Revier, wo sie auf ihrem Stamm-Holzstapel Stellung bezieht. Fast wirkt es so, als würde sie für den später auftauchenden Stevie (?) Wache halten, damit dieser in Ruhe nach Würmern suchen kann. Stevie zieht sich schließlich mit Einbruch der Dunkelheit in einen der höheren Bäume im West-Revier zurück, während sich Eilin zu Fuß auf den Weg Richtung Vogelparadies macht. In der Abenddämmerung kommt wieder die Stall-Katze mit einem „grauen Etwas“ im Maul von der Südwiese zurück. Sicher nur eine Maus. Sicher. Etwas später dann aber – ebenfalls im Obstgarten – die als „Vogelfresserin“ verschrieene 2-färbige Katze mit dem buschigen Schwanz. Gerüchteweise wird sie von ihrer Besitzerin immer zur Vogelbrutzeit ausgelassen, damit sie sich den Bauch voll schlagen kann. Ylvie war heute nie zu sehen.
  • 20.06.2020: Der letzte astronomische Frühlingstag 2020 zeigte sich wettermäßig (wie die meiste Zeit im Mai und Juni) wieder von einer besonders grausligen Seite. Immer wieder Regen, den der starke Wind eher waagrecht als senkrecht heranbläst. Feucht, kalt, ungemütlich. So ist es kein Wunder, dass sich auch in der Vogelwelt nicht allzu viel abspielte. Aber genau 1 Stunde zwischen 14:10 und 15:10 Uhr konnte ich Stevie beobachten, fotografieren und filmen wie er – genau wie gestern – direkt unter unserer Terrasse im Garten sitzt und allenthalben das gemähte und liegengelassene Gras umwühlt. Heute morgen beim Frühstück hatte ich ihm 3 Erdbeeren auf diesen Platz hinunter geworfen, von denen er sich jetzt immer wieder kleine Stücke herauspickt. Das rote Katzenluder streift wenige Meter entfernt im Nachbarin-Garten herum. Mittlerweile habe ich sie aber so weit „dressiert“, dass ein lauter Ruf oder ein Klatschen von mir ausreicht und sie fluchtartig das Weite sucht. Komm Du mir nur einmal in unseren Garten! Das Wetter wird noch unwirtlicher und so entdecke ich Stevie erst um 19:30 Uhr ein zweites Mal. Er zieht gerade vom südlichen Paradiesgarden ins West-Revier, als Theoderich in der Wiese im Obstgarten sitzend seine lautstarken Gesänge anstimmt und sogar beim Wegfliegen ins Vogelparadies nicht mehr verstummt. Um 20:35 Uhr finden sich 2 Amsel-Männchen im Paradiesgarden ein und laufen eine Weile mit einem Abstand von vielleicht einem Meter hintereinander und nebeneinander herum. Eilin habe ich den ganzen Tag über nicht gesehen. Ylvie ist bereits den 2. Tag in Folge verschollen?
  • 21.06.2020: Kaum zu glauben, aber der 1. Sommertag 2020 hatte noch scheußlicheres Sauwetter zu bieten als der gestrige letzte astronomische Frühjahrstag. Insofern musste ich wahrscheinlich froh sein, Stevie zumindest für ganz kurze Momente zu sehen. Um 09:05 Uhr durchwandert er unsere „Ländereien“ bei der Suche nach Würmern. Die angebotenen Äpfel, Kirschen und Rosinen hat er verschmäht, von einer Erdbeere hat er sich aber wieder ein kleines Stück herausgezwickt. Es dauert dann bis 15:10 Uhr ehe er sich neuerlich (wirklich nur sehr) kurz blicken lässt (Bei nachträglicher Foto-Analyse könnte es aber auch Ylvie gewesen sein? Lebt sie noch?). Dafür konnte ich 10 Minuten später ein Amsel-Männchen (Theoderich?) im Obstgarten bei der ziemlich unergiebigen Nahrungssammlung (Insekten) beobachten, den gefangenen Wurm hat er gleich an Ort und Stelle selbst verspeist. Um 16:55 Uhr entdecke ich das Amsel-Männchen neuerlich im Obstgarten. Es sammelt einige dünne Würmchen (im Gegensatz zur „Fetten-Wurm-Liebhaberin“ Eilin) und fliegt Richtung Osten davon. Stevie hat zwischenzeitlich die 4 Rosinen und 1 Kirsche schnabuliert (ich nehme halt an, dass er es war), deshalb habe ich neuerlich 16 Rosinen ausgelegt und gemeinsam mit einer Erdbeere, einer Kirsche und einem halben Apfel auf eine „Kahlstelle“ im Rasen gelegt. Einen besonderen Rasen habe wir ja ohnehin nicht, aber Stevie macht sich einen Sport daraus, bei der Suche nach Würmern größere Stellen im Durchmesser von mehr als 10 cm komplett bis auf die Erde aufzuwühlen und „auszurasieren“. Um 20:05 Uhr kommt das würmersammelnde Männchen wieder, fängt nach einigen schönen Strophen auf der Traktorhütte sitzend im Obstgarten einen mittelgroßen Wurm, zerteilt diesen in 4 kleine Stücke und fliegt damit Richtung Nordosten davon. Stevie habe ich heute bis auf die zwei kurzen Male nicht mehr gesehen, aber er hat sich eine weitere Erdbeere aus dem Nahrungsangebot herausgepickt. Die scheint er auf jeden Fall sehr gerne zu mögen.
  • 22.06.2020: Heute gab es erstmals seit mehr als 50 Tagen keine einzige Sichtung „unserer“ Amseln. Da ich arbeitsbedingt aber tagsüber nicht zu Hause war und frühmorgens auch der Wind noch äußerst lästig blies, kann es schon sein, dass Eilin oder Stevie irgendwann am Vormittag vorbei geschaut hätten. Als Ersatz habe ich am späteren Nachmittag halt andere Amseln und Vogelarten beobachtet. 2 Amsel-Männchen im Westrevier um ca. 15:45 Uhr. Die einzeln auf den diversen Dächern herumsitzenden und singenden Männchen erwähne ich schon gar nicht mehr. Etwas interessanter: Wir haben in diesem Jahr bereits die 2. Brut der Familie Haussperling vulgo Spatz unter der Dachrinne. Möglicherweise dasselbe Paar wie im Mai. Die Küken sind auch schon zu hören. Gegen 19:00 wieder 2 Amsel-Männchen und ein Weibchen, dieses Mal im Obstgarten. Herr Spatz füttert seinen Nachwuchs unter der Regenrinne neben unserer Terrasse. Etwas später ein Amsel-Weibchen im Obstgarten, die anschließend ins Nord-Revier fliegt. 1 ½ Stunden dann noch einmal derselbe Vorgang. Und schließlich gegen 21:00 Uhr ein würmersammelndes Amsel-Männchen im Obstgarten mit Flugziel Nord-Revier. Hier dürfte es also definitiv Amsel-Nachwuchs geben. Von der von mir ausgelegten Nahrung sind 4 Rosinen und 1 Erdbeere weniger. Die Äpfel werden weiterhin verschmäht.
  • 23.06.2020: Um 06:30 Uhr entdecke ich zu meiner Freude Stevie im Paradiesgarden (bei späterer Analyse der Fotos und Videos glaube ich aber eher, dass es Ylvie war). Es gibt Streit mit einem fremden Weibchen, die aus dem Obstgarten kam (auch nach späterer Bildmaterialanalyse: Es könnte sich um Eilin und um keine Auseinandersetzung, sondern um einen Futterbettelversuch seitens Ylvie gehandelt haben). Schön langsam verliere ich den Überblick. Aber dann eine Viertelstunde später mit absoluter Sicherheit: Eilin 🙂 !  Ein schlanker größerer Vogel (ich sage halt einmal „Sperber“ – so wie ich früher zu jedem kleineren Vogel Spatz gesagt habe) fliegt über den Obstgarten und wird dabei von einem Schwarm kleinerer Vögel begleitet / verfolgt und beschimpft. Ich lege heute 18 Rosinen aus – verteilt auf 4 „Verstecke“.
  • 24.06.2020: Von den gestern ausgelegten 18 Rosinen sind heute am späteren Vormittag nur mehr 3 da, neuerlich fülle ich mit zusätzlichen 18 Rosinen und 2 Erdbeeren auf. Irgendwer muss sich die Naschereien ja holen, obwohl ich jetzt schon einige Tage niemanden mehr dabei beobachten konnte. Die Äpfel liegen noch immer unberührt herum. Ich habe die Apfelhälften zwar gestern in kleinere Teile geschnitten, aber scheinbar finden sie nicht den Geschmack unserer Gäste (zugegeben, ich habe noch keinen der „guten“ Äpfel sondern ein paar „Kümmerlinge“ hinausgelegt). Am Abend waren von den insgesamt 21 Rosinen nur mehr 7 da. Jetzt muss ich mich wirklich einmal auf die Lauer legen, wer sich da an ihnen gütlich tut, denn mir wäre heute wieder kein „Besuch“ aufgefallen (aber viel Zeit zum Beobachten hatte ich neben dem Home-Office auch nicht). Die noch nicht vollständig durchgereiften, dafür aber umso teureren heimischen Erdbeeren wurden ebenfalls verschmäht. Um Dreiviertelacht 1 Amsel-Paar im frisch gemähten West-Revier. Ansonsten keine Sichtungen.
  • 25.06.2020: Ich beobachte zeitgleich 3 Amseln. Eine fliegt von unserem Garten in einen Baum. Es könnte Ylvie gewesen sein. Die 2. Amsel fliegt vom Garten unter der Terrasse ebenfalls in einen Baum. War es Stevie? Vielleicht war es auch nur mein Wunsch, die Beiden wieder einmal gesehen zu haben. Bei der 3. Amsel – einem Weibchen – bin ich mir aber ganz sicher. Es ist die unverwechselbare Eilin! Um 12:50 Uhr singt ein Amsel-Männchen lautstark auf der Traktorhütte mit Wurm und Insekt im Schnabel. Es fliegt aber auffallend lange Zeit nicht weiter. Wartet es, bis die beiden Elstern und die zwei Krähen von den Bäumen im Nord-Revier verschwunden sind? Ich lege abermals 20 Rosinen in den Garten, obwohl ich noch immer nicht weiß, wer sich eigentlich an ihnen gütlich tut. Ab 20:15 Uhr treiben sich viele Amseln in unserer Gegend herum. Ist heute das Prime-Time-Fernsehen so miserabel? Die meisten Amseln zeigen sich paarweise und abgesehen von der Nahrungssuche fliegen sie durch die Lüfte. Beides trifft auf Eilin ja nicht mehr zu, als sie einsam mit lahmem Flügel vom Paradiesgarden ins West-Revier läuft.
  • 26.06.2020: Im West-Revier dürfte ein neues Paar eingezogen sein. Katharina im südlichen Paradiesgarden sitzend und Theoderich auf dem Hausdach wirken müde. Haben sie die ewigen Revierkämpfe ausgelaugt. Oder ist das überhaupt Theoderich, der da mit zerrupften Schwanzfedern etwas desolat ausschaut? Mittlerweile verliere ich den Überblick. Um 13:30 Uhr kommt ein großes schlankes Amsel-Männchen (definitiv nicht Theoderich) vom Paradiesgarden in unseren Garden – den Schnabel weit geöffnet. Die Hitze dürfte ihm nicht behagen. Es fliegt zur Nachbarhaus und trinkt dort aus der Regenrinne. Abends ist Katzen-Time: Die dreifärbige West-Katze mit Maus im Maul, die zweifärbige Stallkatze aus dem Osten maust ebenfalls. Sie fängt fast täglich ihre Mahlzeit (oder ihr Spielzeug) selbst. Abends sitzt Katharina wieder lange Zeit regungslos im Paradiesgarden. Um 20:20 Uhr erblicke ich für wenige Augenblicke eine junge Amsel im West-Revier, die knapp über dem Boden hinwegfliegt. Ich erlaube mir in meiner romantischen Phantasie einzubilden, dass es Ylvie war. Bei der Stallhütte im Süden wurde heute im Spatzennest in einer Kabelöffnung eifrig gefüttert. Der neugierig in die weite Welt blickende Nachwuchs scheint schon recht groß.
  • 27.06.2020: Im West-Revier ist definitiv ein neues Paar eingezogen. Sie scheint noch ganz jung zu sein. Zusätzlich entdecke ich auch noch ein sehr großes, dunkles Weibchen mit langem, gebogenem, gelbem Schnabel. Fast schon ein Mannweib. Die gestern beobachteten Spatzen-Jungen in der Stallhütte im Süden sind heute gemeinsam mit ihren Eltern ausgeflogen. Noch etwas unbeholfen tapsen sie im hohen Gras im Obstgarten umher. Die Ost-Katze war wieder bei der Mäusejagd erfolgreich.
  • 28.06.2020: War das Ylvie im West-Revier (eher nicht, sondern das junge neue Weibchen). Aber Eilin könnte um 18:15 Uhr schimpfend-schnatternd (oder grüßend?)bei meinem Auto vorbeigelaufen sein.
  • 29.06.2020: Keine Sichtungen „unserer“ Amseln.
  • 30.06.2020: Nachdem es auch heute keine keine Sichtungen „unserer“ Amseln gegeben hat und die zuverlässige Erkennung der Jungen überhaupt schon etliche Tage her ist, schließe ich hiermit nach genau 2 Monaten das Kapitel „Amsel-Nachwuchs“. Es war eine sehr schöne Zeit mit vielen interressanten Erlebnissen, die ich nur durch die Corona-Kurzarbeit so intenviv verfolgen konnte.

Natürlich würde ich mich freuen, die Amsel-Kinder gelegentlich noch einmal zu sehen, auch wenn Statistiker für die Vögel im ersten Lebensjahr leider nur eine Überlebenswahrscheinlichkeit von 31 Prozent ermittelt haben. Je nachdem von welcher Basis man das ermittelt (gelegte Eier, geschlüpfte Küken, ausgeflogene Ästlinge) bedeutet das für unsere Amsel-Kinder: Es werden statistisch nur zwischen 1,55 und 1,86 das erste Lebensjahr erreichen. So waren nach dem Ausflug von Ylvie kurz hintereinander gleich mehrere Gefahren zu sehen. Die rote Katze in nicht einmal 100 Meter Entfernung. Die Elster im Nord-Revier. Ein Traktor und mehrere Autos auf der Straße. In meiner Gedankenwelt werden es unsere jungen Amseln aber jener beringten Amselin auf Helgoland gleichtun, die nachweislich mindestens 22 Jahre und 3 Monate alt wurde.

Was fehlt sonst noch: Ich werde wohl nie wissen, was das genau für ein grauer Vogel mit zartem Schnabel ist, den ich erstmals am 07.06.2020 und in der Folge noch einige Male erblickt habe. Bei meinen Internet-Foto-Vergleichen bin ich mehrer Male über den Sumpfrohrsänger gestolpert.

Ebenso wird es ein Geheimnis bleiben, wer sich zuletzt an den vielen Rosinen gelabt hat (ich habe die Haussperlinge im Verdacht, die sich im Drüberfliegen immer wieder rasch einen Happen mitgenommen haben).

Und dann noch ein bisschen Wurm-Statistik – bei meinen Fütterungen hat unsere Amsel-Familie in Summe 375 „Beutetiere“ verzehrt:

  • 62 Tauwürmer
  • 310 Dendrobena (Eisenia hortensis, Riesen-Rotwürmer)
  • 3 Fliegen

Cirka 550 Würmer wurden in unserem Garten in die Freiheit entlassen, den einen oder anderen hat sich aber zumindest noch Stevie und auch Eilin noch geholt.

Amsel-Nest

Nach 2 Monaten „Corona-Frühling mit Eilin“ ist alles erzählt – die Amsel-Saga kann geschlossen und die Fotoapparate wieder weggepackt werden.

Ganz zum Schluss: Es war einmal …

Eigentlich muss jetzt nur mehr das Geheimnis von Gwendolyn gelüftet werden. Es ist schon fast 3 Jahrzehnte her, der AlpenYeti´sche Nachwuchs damals noch ein Kindergartenkind (ob Blumenkind oder Sonnenkind entzieht sich jetzt meiner Kenntnis, womöglich hat er aber auch bereits die Volksschule besucht), da erzählte ich ihm immer allerlei Geschichten und Reime. Irgendwann kam ich dann auf eine Amsel, die sich mit einer Schnecke rauft, bis beide im Hühnerdreck landen. Leider kann ich diese damals nur handschriftlich zu Papier gebrachte Geschichte nicht mehr auffinden. Allerdings erhielt ich etwa 16 Jahre später zu einem runden Geburtstag ebenfalls ein Gedicht von meinem Junior und meiner Liebsten – mit Bezug zu meinen Kindergarten-Erzählungen. Und da wir jetzt selbst eine Amsel im Haus hatten, durfte natürlich eine Schnecke nicht fehlen.

Gedicht von Amsel und Schneck

Gedicht von Amsel und Schneck


Amsel-Mama und Amsel-Papa

Am 5. Mai - nach dem 4. Ei - haben wir dem Amsel-Weibchen den Namen EILIN gegeben.

Am 5. Mai – nach dem 4. Ei – haben wir dem Amsel-Weibchen den Namen EILIN gegeben.

Nach dem vierten Ei hat Eilin das Nest bereits wesentlich seltener und kürzer verlassen.

Nach dem vierten Ei hat Eilin das Nest bereits wesentlich seltener und kürzer verlassen.

Als Eilin am 5. Mai nachmittags wieder einmal ausgeflogen ist, schaut Herr Amsel vorbei - von uns nun Erich oder kumpelhaft ERDSCHI genannt.

Als Eilin am 5. Mai nachmittags wieder einmal ausgeflogen ist, schaut Herr Amsel vorbei – von uns nun Erich oder kumpelhaft ERDSCHI genannt.

Während Eilin einen Ausflug zur Futtersuche in einer angrenzenden Wiese nutzt ...

Während Eilin einen Ausflug zur Futtersuche in einer angrenzenden Wiese nutzt …

... scharwenzelt Erdschi mit vollem Schnabel in Nachbarsgarten unter unserer Terrasse herum und läßt mich nicht aus den Augen.

… scharwenzelt Erdschi mit vollem Schnabel in Nachbarsgarten unter unserer Terrasse herum und läßt mich nicht aus den Augen.

Und schließlich nimmt er mit vollem Schnabel das Nest in Beschlag, verschlingt die Insekten aber selber, nachdem er trotz seiner eindringlichen Laute niemanden angetroffen hat und bleibt ...

Und schließlich nimmt er mit vollem Schnabel das Nest in Beschlag, verschlingt die Insekten aber selber, nachdem er trotz seiner eindringlichen Laute niemanden angetroffen hat und bleibt …

... bis er von seiner Liebsten abgelöst wird. Seit dem 4. Ei kommt Ernsthaftigkeit in die Brutpflege.

… bis er von seiner Liebsten abgelöst wird. Seit dem 4. Ei kommt Ernsthaftigkeit in die Brutpflege.

Eilin wartet "schimpfend" auf der Regenrinne, bis ich endlich von der Terrasse verschwinde, damit sie gefahrlos ins Nest kann.

Eilin wartet „schimpfend“ auf der Regenrinne, bis ich endlich von der Terrasse verschwinde, damit sie gefahrlos ins Nest kann.

Pass gut auf Eilin - da draussen auf der Straße streift immer eine Katze umher

Pass gut auf Eilin – da draussen auf der Straße streift immer eine Katze umher

Erdschi dagegen - nomen est omen - bevorzugt erdiges Terrain

Erdschi dagegen – nomen est omen – bevorzugt erdiges Terrain

Und schon wieder muss Eilin schimpfen, weil da diese 2 Gestalten auf "ihrer" Terrasse stehen. Oder ärgert sie sich nur, weil Erdschi, dieser Hallodri, heute gar nicht mehr auftaucht?

Und schon wieder muss Eilin schimpfen, weil da diese 2 Gestalten auf „ihrer“ Terrasse stehen. Oder ärgert sie sich nur, weil Erdschi, dieser Hallodri, heute gar nicht mehr auftaucht?

Eilin schnattert sich in Rage

Eilin schnattert sich in Rage

OK wir verziehen uns ja schon und lassen Dir zur Versöhnung noch ein gutes Pappi am Geländer.

OK wir verziehen uns ja schon und lassen Dir zur Versöhnung noch ein gutes Pappi am Geländer.

Während Eilin mittlerweile gar nicht mehr aufgeregt ist, wenn ich in Nestnähe komme ...

Während Eilin mittlerweile gar nicht mehr aufgeregt ist, wenn ich in Nestnähe komme …

... und sie sich auch bei ihren Anflügen nicht mehr daran stört, wenn ich auf der Terrasse stehe ...

… und sie sich auch bei ihren Anflügen nicht mehr daran stört, wenn ich auf der Terrasse stehe …

... reagiert Erdschi noch immer sehr scheu auf meine Anwesenheit und verzieht sich immer recht rasch.

… reagiert Erdschi noch immer sehr scheu auf meine Anwesenheit und verzieht sich immer recht rasch.

Eilin in Nachbarsgarten - möglicherweise das Aufzuchtrevier für ihre Jungen.

Eilin in Nachbarsgarten – möglicherweise das Aufzuchtrevier für ihre Jungen.

Einer der Startplätze für den Anflug ins Nest.

Einer der Startplätze für den Anflug ins Nest.

Noch so ein Anflug-Startplatz aus einer anderen Himmelsrichtung

Noch so ein Anflug-Startplatz aus einer anderen Himmelsrichtung

Unsere nette Familie Amsel. Wir würden ihnen so sehr wünschen, dass sie zumindest einen Teil ihres Geleges durchbringen.

Unsere nette Familie Amsel. Wir würden ihnen so sehr wünschen, dass sie zumindest einen Teil ihres Geleges durchbringen.

19.05.2020: Schön langsam mache ich mir Sorgen um Erdschi. Denn das schön singende Männchen im südlich gelegenen Obstgarten hat sich bei genauerer Foto-Analyse nicht als Erdschi herausgestellt, sondern um das dominante Männchen aus dem West-Sektor, der nun auch das Süd-Revier in Beschlag genommen hat.

19.05.2020: Schön langsam mache ich mir Sorgen um Erdschi. Denn das schön singende Männchen im südlich gelegenen Obstgarten hat sich bei genauerer Foto-Analyse nicht als Erdschi herausgestellt, sondern um das dominante Männchen aus dem West-Sektor, der nun auch das Süd-Revier in Beschlag genommen hat.

24.05.2020: Nach dem gestrigen kurzen Kampf mit Eilin, gibt sich heute die männliche "West-Amsel", die ich mittlerweile "Theoderich der Große" benannt habe, wieder umgänglicher.

24.05.2020: Nach dem gestrigen kurzen Kampf mit Eilin, gibt sich heute die männliche „West-Amsel“, die ich mittlerweile „Theoderich der Große“ benannt habe, wieder umgänglicher.


Das Gelege

Erste "Nestbeschau" am 02.05.2020 - möglicherweise war da schon das 1. Ei im Nest. Mit der größeren Kamera hatte ich aber den richtigen "Dreh" noch nicht heraus und konnte nicht in die Tiefe des Nests hinabblicken.

Erste „Nestbeschau“ am 02.05.2020 – möglicherweise war da schon das 1. Ei im Nest. Mit der größeren Kamera hatte ich aber den richtigen „Dreh“ noch nicht heraus und konnte nicht in die Tiefe des Nests hinabblicken.

Am Morgen des 3. Mai liegt im Nest das 1. Ei - aber mittlerweile bin ich mir nicht mehr so sicher, ob das nicht schon am Nachmittag des 2. Mai nach meiner "Erstbeschau" gelegt wurde.

Am Morgen des 3. Mai liegt im Nest das 1. Ei – aber mittlerweile bin ich mir nicht mehr so sicher, ob das nicht schon am Nachmittag des 2. Mai nach meiner „Erstbeschau“ gelegt wurde.

Am Nachmittag des 3. Mai - da ist schon Ei Nummer 2. Wenn das so weiter geht, werd ich mir morgen wohl Pflegeurlaub nehmen müssen.

Am Nachmittag des 3. Mai – da ist schon Ei Nummer 2. Wenn das so weiter geht, werd ich mir morgen wohl Pflegeurlaub nehmen müssen.

Am Nachmittag des 4. Mai da waren es schon der Eier DREI

Am Nachmittag des 4. Mai da waren es schon der Eier DREI

5.5.2020: Das Nest füllt sich - Ei 4 ist hier

5.5.2020: Das Nest füllt sich – Ei 4 ist hier

Nach dem 4. Ei - in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai - übernachtet Eilin das erste Mal im Nest. Das Foto entstand in völliger Dunkelheit auf "Verdacht" - Dank ISO 102.400 ist aber schemenhaft etwas zu erkennen.

Nach dem 4. Ei – in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai – übernachtet Eilin das erste Mal im Nest. Das Foto entstand in völliger Dunkelheit auf „Verdacht“ – Dank ISO 102.400 ist aber schemenhaft etwas zu erkennen.

06.05.2020 - kurz vor Mittag: 5 Eier - handelt es sich um ein typisches durchschnittliches Amselgelege, dann ist das Nest nun komplett.

06.05.2020 – kurz vor Mittag: 5 Eier – handelt es sich um ein typisches durchschnittliches Amselgelege, dann ist das Nest nun komplett.

07.05.2020 - 15:00 Uhr: Überraschung - es ist noch ein 6. Ei hinzugekommen.

07.05.2020 – 15:00 Uhr: Überraschung – es ist noch ein 6. Ei hinzugekommen.

11.05.2020: Nach dem Krähen-Erkundungsbesuch habe ich wieder einmal einen Blick ins Nest geworten. Gottseidank sind noch alle Eier da. Nur eines wirkt auffallend blasser als die anderen 5.

11.05.2020: Nach dem Krähen-Erkundungsbesuch habe ich wieder einmal einen Blick ins Nest geworten. Gottseidank sind noch alle Eier da. Nur eines wirkt auffallend blasser als die anderen 5.


Brutverhalten

Das Amsel-Männchen / den Amsel-Hahn – unseren Erdschi – sieht man pro Tag höchstens 1 bis 3 Mal am Nest. Im Nest habe ich ihn überhaupt nur anfangs nach den ersten Eiern und noch vor dem permanenten Brutbeginn gesehen.

Nicht immer sitzt Eilin so munter im Nest ...

Nicht immer sitzt Eilin so munter im Nest …

... gelegentlich fallen ihr auch die Augen zu.

… gelegentlich fallen ihr auch die Augen zu.

Und manchmal vergräbt sie ihr Köpfchen überhaupt ganz im Nest.

Und manchmal vergräbt sie ihr Köpfchen überhaupt ganz im Nest.

Sobald es etwas wärmer wird verschafft sich Eilin mit geöffnetem Schnabel Kühlung.

Sobald es etwas wärmer wird verschafft sich Eilin mit geöffnetem Schnabel Kühlung.

Nur sehr selten - bisher vorrangig noch vor Beginn der durchgängigen Brutzeit - zeigt sich der Amsel-Papa im Nest ...

Nur sehr selten – bisher vorrangig noch vor Beginn der durchgängigen Brutzeit – zeigt sich der Amsel-Papa im Nest …

... lässt sich aber immer bald von der Amsel-Mama ablösen.

… lässt sich aber immer bald von der Amsel-Mama ablösen.

Wenn Eilin in der Abenddämmerung ausfliegt, hält Erdschi am Nachbardach Wache.

Wenn Eilin in der Abenddämmerung ausfliegt, hält Erdschi am Nachbardach Wache.

Für das Muttertagsbussi kam Erdschi gleich 3 Mal

Für das Muttertagsbussi kam Erdschi gleich 3 Mal

15.05.: Heut hält sich Erdschi auffallend lange in Sichtweite des Nestes auf und präsentiert seiner Liebsten die schönsten Melodien. Entweder genießt er nur den Nieselregen oder es tut sich bald etwas im Nest ...

15.05.: Heut hält sich Erdschi auffallend lange in Sichtweite des Nestes auf und präsentiert seiner Liebsten die schönsten Melodien. Entweder genießt er nur den Nieselregen oder es tut sich bald etwas im Nest …

... schließlich lässt er sich auf der Spitze des höchste Baumes in der Umgebung nieder und trällert wunderschöne Ständchen.

… schließlich lässt er sich auf der Spitze des höchste Baumes in der Umgebung nieder und trällert wunderschöne Ständchen.


Die Geburt

18.05.2020 - 15:00 Uhr: Genau wie von mir errechnet ist heute das erste Küken geschlüpft :-)

18.05.2020 – 15:00 Uhr: Genau wie von mir errechnet ist heute das erste Küken geschlüpft 🙂

18.05.2020 - 18:30 Uhr: Amsel-Baby Nummer zwei sitzt noch halb im Ei.

18.05.2020 – 18:30 Uhr: Amsel-Baby Nummer zwei sitzt noch halb im Ei.

18.05.2020 - 20:00 Uhr: Amsel-Küken 3 und 4 sind auch schon hier.

18.05.2020 – 20:00 Uhr: Amsel-Küken 3 und 4 sind auch schon hier.

Es wuselt im Nest. Die Küken Nummer 3 und 4 haben von uns die Namen Max & Moritz erhalten.

Es wuselt im Nest. Die Küken Nummer 3 und 4 haben von uns die Namen Max & Moritz erhalten.

5 dünne, noch schwache Amsel-Hälse, an denen viel zu große schwere Köpflein baumeln, und das letzte im Nest verbliebene Ei.

5 dünne, noch schwache Amsel-Hälse, an denen viel zu große schwere Köpflein baumeln, und das letzte im Nest verbliebene Ei.

Ich habe mir das Video mehrmals in Zeitlupe angesehen und zähle jedes Mal nur 5 Schnäbel - das letzte verbliebene Ei ist nicht mehr zu finden.

Ich habe mir das Video mehrmals in Zeitlupe angesehen und zähle jedes Mal nur 5 Schnäbel – das letzte verbliebene Ei ist nicht mehr zu finden.


Nest-Aufzucht

Tag 3 bzw. 2 auf dieser Welt. Ich habe mir jetzt einige Videos in Super-Zeitlupe ansgesehen und eines der aussagekräftigsten Bilder extrahiert. Eventuell habe ich mich gestern verschaut und es gibt doch 6 Küken im Nest. Leider macht es das trübe Wetter nicht einfacher, im halbdunklen Gewusel aus langen Hälsen, blinden Augen, kleinen Schnäbeln, und von Gänsehaut (oder heißt das hier Amselhaut) überzogener nackter Haut - geziert von ein paar im Wind flatternden Flaumfedern - eine aussagekräftige Zählung durchzuführen.

Tag 3 bzw. 2 auf dieser Welt. Ich habe mir jetzt einige Videos in Super-Zeitlupe ansgesehen und eines der aussagekräftigsten Bilder extrahiert. Eventuell habe ich mich gestern verschaut und es gibt doch 6 Küken im Nest. Leider macht es das trübe Wetter nicht einfacher, im halbdunklen Gewusel aus langen Hälsen, blinden Augen, kleinen Schnäbeln, und von Gänsehaut (oder heißt das hier Amselhaut) überzogener nackter Haut – geziert von ein paar im Wind flatternden Flaumfedern – eine aussagekräftige Zählung durchzuführen.

Aber selbst wenn es einmal kurz etwas heller wird, hat der Autofokus größte Probleme, sobald einige Schnäbelchen emporschnellen, und beinahe den Fotoapparat küssen.

Aber selbst wenn es einmal kurz etwas heller wird, hat der Autofokus größte Probleme, sobald einige Schnäbelchen emporschnellen, und beinahe den Fotoapparat küssen.

21.05.2020 - jetzt sind wir uns sicher: Im Nest liegen 6 Küken. Unser Nesthäcken, eingerahmt und beschützt von ihren Geschwisterchen, heißt Ylvi.

21.05.2020 – jetzt sind wir uns sicher: Im Nest liegen 6 Küken. Unser Nesthäcken, eingerahmt und beschützt von ihren Geschwisterchen, heißt Ylvi.

Nahezu pausenlos schafft Eilin Würmer für ihren Nachwuchs heran ...

Nahezu pausenlos schafft Eilin Würmer für ihren Nachwuchs heran …

... aber zum Zug scheinen immer nur die größten Schreihälse mit den längsten Schnäbeln zu kommen.

… aber zum Zug scheinen immer nur die größten Schreihälse mit den längsten Schnäbeln zu kommen.

Unglaublich wie viele Würmer ein einziger Vogel an einem einzigen Tag heranschaffen kann. Die Augen der Küken beginnen sich bereits leicht zu öffnen.

Unglaublich wie viele Würmer ein einziger Vogel an einem einzigen Tag heranschaffen kann. Die Augen der Küken beginnen sich bereits leicht zu öffnen.

Unentwegt schafft die fleißige Eilin Nahrung für ihre 6 Küken heran. Von links nach rechts: Moritz, Stevie (Urkel - der mit dem längsten Hals), Ylvi (ganz winzig schaut in der Mitte das Schnäbelchen heraus), Max, dahinter Calimero und ganz rechts der weit geöffnete Schnabel von Pippi.

Unentwegt schafft die fleißige Eilin Nahrung für ihre 6 Küken heran. Von links nach rechts: Moritz, Stevie (Urkel – der mit dem längsten Hals), Ylvi (ganz winzig schaut in der Mitte das Schnäbelchen heraus), Max, dahinter Calimero und ganz rechts der weit geöffnete Schnabel von Pippi.

Ich hoffe, dass nicht nur die längsten Hälse genügend Futter bekommen, sonden auch die beiden Nachzüglicher Pippi und Ylvi zum Zug kommen, obwohl sie erst kaum über den Nestrand blicken können.

Ich hoffe, dass nicht nur die längsten Hälse genügend Futter bekommen, sonden auch die beiden Nachzüglicher Pippi und Ylvi zum Zug kommen, obwohl sie erst kaum über den Nestrand blicken können.

Hoffentlich kann Eilin ihre Ausdauer und Kraft beibehalten, denn selbst essen sieht man sie nur sehr selten. Bei ihren Kindern aber sorgt sie für viel Abwechslung: Ob Viererlei vom Wurm (in Braun, rötlich, schwarz und beige) ...

Hoffentlich kann Eilin ihre Ausdauer und Kraft beibehalten, denn selbst essen sieht man sie nur sehr selten. Bei ihren Kindern aber sorgt sie für viel Abwechslung: Ob Viererlei vom Wurm (in Braun, rötlich, schwarz und beige) …

... oder Wurm garniert mit Spinnenbein.

… oder Wurm garniert mit Spinnenbein.

Bunte Raupen in grün ...

Bunte Raupen in grün …

... oder in gelb.

… oder in gelb.

Und gelegentlich gibt´s Fliegen- oder Käfer-Ragout.

Und gelegentlich gibt´s Fliegen- oder Käfer-Ragout.

Manches Mal sind auch Ameisen drunter gemischt.

Manches Mal sind auch Ameisen drunter gemischt.

Wespen habe ich nur selten am Speiseplan gesehen.

Wespen habe ich nur selten am Speiseplan gesehen.

Und diesen Auflauf kann ich gar nicht identifizieren.

Und diesen Auflauf kann ich gar nicht identifizieren.

Vor dem Anflug zum Nest wird noch eingehend die Lage gecheckt.

Vor dem Anflug zum Nest wird noch eingehend die Lage gecheckt.

24.05.2020: Mittlerweile ist es nicht mehr unbedingt von Vorteil, wenn man zu den Größten zählt. Den dann steht unter Umständen das Dach im Wege. Leider zählen wir heute immer nur maximal 5 Schnäbelchen gleichzeitig.

24.05.2020: Mittlerweile ist es nicht mehr unbedingt von Vorteil, wenn man zu den Größten zählt. Den dann steht unter Umständen das Dach im Wege. Leider zählen wir heute immer nur maximal 5 Schnäbelchen gleichzeitig.

Wo ist das 6. Küken?

Wo ist das 6. Küken?

25.05.2020: Selbst Dauerregen kann Eilin nicht davon abhalten, ihren Mutterpflichten und ihrem Fütterungsinstinkt nachzukommen.

25.05.2020: Selbst Dauerregen kann Eilin nicht davon abhalten, ihren Mutterpflichten und ihrem Fütterungsinstinkt nachzukommen.

Seitdem ich Eilin bei der Futterbeschaffung unterstütze und den kleinen Amsel-Kindern den Papa ersetze ...

Seitdem ich Eilin bei der Futterbeschaffung unterstütze und den kleinen Amsel-Kindern den Papa ersetze …

... entwickeln sich die Amsel-Jungen prächtig und genießen es unter der Mama zu sitzen und die Schnäbelchen über den Nestrand zu schieben.

… entwickeln sich die Amsel-Jungen prächtig und genießen es unter der Mama zu sitzen und die Schnäbelchen über den Nestrand zu schieben.

Die Größeren sind jetzt nicht mehr nackt und beginnen der Mama ähnlich zu werden. Wobei das kein Hinweis auf das Geschlecht ist, denn auch junge Amsel-Burschen habe noch nicht das typische schwarze Federkleid und den gelb-orangen Schnabel.

Die Größeren sind jetzt nicht mehr nackt und beginnen der Mama ähnlich zu werden. Wobei das kein Hinweis auf das Geschlecht ist, denn auch junge Amsel-Burschen habe noch nicht das typische schwarze Federkleid und den gelb-orangen Schnabel.

28.05.2020: Eilin kehrt wieder einmal - wie so oft in diesem Mai - im Regen zurück. In "unserer Beziehung" ist wieder alles bestens :-)

28.05.2020: Eilin kehrt wieder einmal – wie so oft in diesem Mai – im Regen zurück. In „unserer Beziehung“ ist wieder alles bestens 🙂

Seit einigen Tagen erhält sie Fütterungs-Unterstützung von einem "anonymen Wurmspender". Die Geschenke nimmt sie gerne an. 30 cm vom Nest entfernt steht häufig ein gefülltes Schüsselchen.

Seit einigen Tagen erhält sie Fütterungs-Unterstützung von einem „anonymen Wurmspender“. Die Geschenke nimmt sie gerne an. 30 cm vom Nest entfernt steht häufig ein gefülltes Schüsselchen.

Schön langsam wird es für die 5 Amsel-Küken und die Amsel-Mama eng im Nest.

Schön langsam wird es für die 5 Amsel-Küken und die Amsel-Mama eng im Nest.

Dem Federkleid kann man jetzt beinahe beim Wachsen zusehen.

Dem Federkleid kann man jetzt beinahe beim Wachsen zusehen.

Regenwürmer vom "Stiefpapa". 1 Tauwurm und 2 Dendrobena.

Regenwürmer vom „Stiefpapa“. 1 Tauwurm und 2 Dendrobena.

Eilin nutzt neuerdings auch gerne mein Auto als Startbasis für den Anflug ins Nest.

Eilin nutzt neuerdings auch gerne mein Auto als Startbasis für den Anflug ins Nest.

Die kleine Ylvi kann sich bei der Fütterung noch nicht gegen ihre größeren Geschwister durchsetzen ...

Die kleine Ylvi kann sich bei der Fütterung noch nicht gegen ihre größeren Geschwister durchsetzen …

... aber der große Stevie dürfte das Nest ohnehin bald verlassen.

… aber der große Stevie dürfte das Nest ohnehin bald verlassen.

30.05.2020: Wie lange werden unsere 5 "Orgelpfeifen" noch gemeinsam im Nest sitzen? Von links nach rechts: Ylvi, Stevie (oben), Calimero, Moritz, Pippi

30.05.2020: Wie lange werden unsere 5 „Orgelpfeifen“ noch gemeinsam im Nest sitzen? Von links nach rechts: Ylvi, Stevie (oben), Calimero, Moritz, Pippi

31.05.2020: Insgesamt 108 Riesen-Rotwürmer-Geschnetzeltes habe ich den Amseln heute kredenzt.

31.05.2020: Insgesamt 108 Riesen-Rotwürmer-Geschnetzeltes habe ich den Amseln heute kredenzt.

Da wusste ich noch nicht, dass Eilin heute das erste Mal seit dem 5. Mai nicht mehr im Nest übernachten würde. Damit ist es an den Beiden Großen - Stevie und Calimero - für die nötige Nestwärme für die Kleineren zu sorgen. Das Gefieder der beiden hat von gestern auf heute wieder deutlich merkbar zugenommen.

Da wusste ich noch nicht, dass Eilin heute das erste Mal seit dem 5. Mai nicht mehr im Nest übernachten würde. Damit ist es an den beiden Großen – Stevie und Calimero – für die nötige Nestwärme für die Kleineren zu sorgen. Das Gefieder der Beiden hat von gestern auf heute wieder deutlich merkbar zugenommen.

Und wenn sich Stevie streckt, ist er im Halbschatten größenmäßig nicht mehr von seiner Mutter zu unterscheiden.

Und wenn sich Stevie streckt, ist er im Halbschatten größenmäßig nicht mehr von seiner Mutter zu unterscheiden.

01.06.2020: Das letzte Mal, dass alle 5 Geschwisterchen mit der Mama beim Nest vereint sind.

01.06.2020: Das letzte Mal, dass alle 5 Geschwisterchen mit der Mama beim Nest vereint sind.

Stevie macht bereits erste Startversuche und latscht durch den Wurmteller.

Stevie macht bereits erste Startversuche und latscht durch den Wurmteller.

Am 02.06.2020 zu Mittag wirkt Eilin etwas verdutzt, weil sie nur mehr ein einziges Küken im Nest vorfindet. Und auch die kleine Ylvie wird wenig später nur mehr außerhalb des Nests stehen, die Terrasse an diesem Tag aber noch nicht verlassen.

Am 02.06.2020 zu Mittag wirkt Eilin etwas verdutzt, weil sie nur mehr ein einziges Küken im Nest vorfindet. Und auch die kleine Ylvie wird wenig später nur mehr außerhalb des Nests stehen, die Terrasse an diesem Tag aber noch nicht verlassen.


Der Auszug – Vom Nestling zum Ästling

Stevie startet als Erster am 01.06.2020 um 16:30 Uhr im Alter von ziemlich genau 14 Tagen (nach dem Schlüpfen) und versteckt sich hinter hohem Gras.

Stevie startet als Erster am 01.06.2020 um 16:30 Uhr im Alter von ziemlich genau 14 Tagen (nach dem Schlüpfen) und versteckt sich hinter hohem Gras.

Lieber Stevie, du solltest Dir etwas mehr Deckung suchen ...

Lieber Stevie, du solltest Dir etwas mehr Deckung suchen …

Stevie bei der Wanderung ins West-Revier ...

Stevie bei der Wanderung ins West-Revier …

... wo er von Eilin zunächst vermutlich unter diesem Holzstoß versteckt wird.

… wo er von Eilin zunächst vermutlich unter diesem Holzstoß versteckt wird.

Calimero folgt ihm eine halbe Stunde später ...

Calimero folgt ihm eine halbe Stunde später …

... bevorzugt das hintere Halbdunkel einer Garage ...

… bevorzugt das hintere Halbdunkel einer Garage …

... wo er von einer Seite ...

… wo er von einer Seite …

... zur anderen flattert ...

… zur anderen flattert …

... und jede Deckung ausnutzt ...

… und jede Deckung ausnutzt …

... um sich zu verstecken.

… um sich zu verstecken.

In der Abenddämmerung traut er sich dann endlich raus, kommt unter die Terrasse und piepst mitleiderregend zum warmen Nest herauf.

In der Abenddämmerung traut er sich dann endlich raus, kommt unter die Terrasse und piepst mitleiderregend zum warmen Nest herauf.

Nach dem ersten aufregenden Ausflugstag gibt es im Nest 2 Schnäbel weniger zu füttern.

Nach dem ersten aufregenden Ausflugstag gibt es im Nest 2 Schnäbel weniger zu füttern.

Dennoch geht der Hauptanteil der Jagderfolge noch zum Nest.

Dennoch geht der Hauptanteil der Jagderfolge noch zum Nest.

Eilin sucht jetzt verstärkt von den Dachfirsten aus nach ihren verteilten Jungen.

Eilin sucht jetzt verstärkt von den Dachfirsten aus nach ihren verteilten Jungen.

1. Juni: Eilin scheint sich am Ende des Tages zufrieden auszuruhen, nachdem ihre ersten beiden Küken erfolgreich das Nest verlassen haben.

1. Juni: Eilin scheint sich am Ende des Tages zufrieden auszuruhen, nachdem ihre ersten beiden Küken erfolgreich das Nest verlassen haben.

Am 1. Juni ist Moritz noch ein Nestling ...

Am 1. Juni ist Moritz noch ein Nestling …

... am frühen Morgen des 2. Juni ist es aber soweit: Blick vom Terrassengeländer nach links ...

… am frühen Morgen des 2. Juni ist es aber soweit: Blick vom Terrassengeländer nach links …

... Blick nach rechts ...

… Blick nach rechts …

... dann geht es mit bereits erstaunlich geübtem Flügelschlag hinüber auf das Nachbar-Dach ...

… dann geht es mit bereits erstaunlich geübtem Flügelschlag hinüber auf das Nachbar-Dach …

... und von dort zurück zu unserem Dach.

… und von dort zurück zu unserem Dach.

Auf unserem Hausdach kann sich Moritz aber nicht lange halten und rutscht hinab ...

Auf unserem Hausdach kann sich Moritz aber nicht lange halten und rutscht hinab …

... in die Regenrinne, von wo ich ihr mit einem Stück Karton Starthilfe gebe.

… in die Regenrinne, von wo ich ihr mit einem Stück Karton Starthilfe gebe.

Von unserer Regenrinne geht es aber schnurstracks in die nächste Regenrinne der Nachbarin. Moritz ist zwar bereits ein guter Flieger, mit dem Zielen beim Landen hapert es aber noch ein bisschen.

Von unserer Regenrinne geht es aber schnurstracks in die nächste Regenrinne der Nachbarin. Moritz ist zwar bereits ein guter Flieger, mit dem Zielen beim Landen hapert es aber noch ein bisschen.

Pippi ist die Vierte und Vorletzte, die es nicht mehr im Nest hält.

Pippi ist die Vierte und Vorletzte, die es nicht mehr im Nest hält.

Von Pippi sehen wir zuletzt nur mehr ein Kotpatzerl auf der Stehleiter ...

Von Pippi sehen wir zuletzt nur mehr ein Kotpatzerl auf der Stehleiter …

... aber vielleicht hat sie uns ja dann am Abend in unserem Garten besucht.

… aber vielleicht hat sie uns ja dann am Abend in unserem Garten besucht.

Eventuell ist aber auch sie der Ästling, der sich später in der Garage zeigt (wie gestern Calimero - oder ist er zurückgekehrt?).

Eventuell ist aber auch sie der Ästling, der sich später in der Garage zeigt (wie gestern Calimero – oder ist er zurückgekehrt?).

Pippi oder Calimero. Moritz eher nicht, denn der kann bereits besser fliegen.

Pippi oder Calimero. Moritz eher nicht, denn der kann bereits besser fliegen.

Aber egal welches der Kinder es auch ist. Hauptsache die Mama findet es ...

Aber egal welches der Kinder es auch ist. Hauptsache die Mama findet es …

... und füttert das kleine Schnäbelchen mit einem fetten Wurm.

… und füttert das kleine Schnäbelchen mit einem fetten Wurm.

Am 03.06.2020 frühmorgens füttert Eilin ein Küken bei der Nachbarin. Es wurde später geholt. Ingrid keine Angst: Es kam "the mother" und nicht "der Marder" :-)

Am 03.06.2020 frühmorgens füttert Eilin ein Küken bei der Nachbarin. Es wurde später geholt. Ingrid keine Angst: Es kam „the mother“ und nicht „der Marder“ 🙂

Etwas später brachte Eilin das Küken ins Südost-Revier, wo es allerdings eine Stallkatze gibt.

Etwas später brachte Eilin das Küken ins Südost-Revier, wo es allerdings eine Stallkatze gibt.

Eilin sucht ihre Kinder vom Dach aus. Wer schreit am lautesten und hat den größten Hunger?

Eilin sucht ihre Kinder vom Dach aus. Wer schreit am lautesten und hat den größten Hunger?

Da sich von den 4 Ästlingen niemand meldet, geht die Mahlzeit per Zwischenlandung am Terrassengeländer ...

Da sich von den 4 Ästlingen niemand meldet, geht die Mahlzeit per Zwischenlandung am Terrassengeländer …

... zur kleinen Ylvie im Nest.

… zur kleinen Ylvie im Nest.

Wieder einmal wird der größte Schreihals gesucht.

Wieder einmal wird der größte Schreihals gesucht.

Und dann verlässt am 02.06.2020 um 16:00 Uhr auch noch unser kleines Neshäkchen Ylvie das Nest und ruft mitleidserregend nach ihrer Mama. Sie geht dann den ganzen Tag nicht mehr ins Nest und beruhigt sich auch wieder, nachdem ihre Mutter einige Male mit Würmern gekommen ist. Bis zum Einbruch der Nacht steht sie auf dem Balken außerhalb des Nests und kackt uns darunter alles voll. Quasi ein Auszug mit Sicherheitsnetz - wir sind aber froh, dass sie noch eine Nacht zum Kräftesammeln in sicherer Umgebung bleibt.

Und dann verlässt am 02.06.2020 um 16:00 Uhr auch noch unser kleines Neshäkchen Ylvie das Nest und ruft mitleidserregend nach ihrer Mama. Sie geht dann den ganzen Tag nicht mehr ins Nest und beruhigt sich auch wieder, nachdem ihre Mutter einige Male mit Würmern gekommen ist. Bis zum Einbruch der Nacht steht sie auf dem Balken außerhalb des Nests und kackt uns darunter alles voll. Quasi ein Auszug mit Sicherheitsnetz – wir sind aber froh, dass sie noch eine Nacht zum Kräftesammeln in sicherer Umgebung bleibt.

Ylvie frühmorgens am 03.06.2020 eine Viertelstunde vor ihrem Abschied. Sie hat die letzte Nacht noch einmal ganz alleine neben dem Nest verbracht und wird heute am frühen Morgen von Eilin noch einmal beim Nest gefüttert. Von gestern auf heute hat das Nesthäkchen noch einmal einen gewaltigen Wachstumsschub gemacht und ist heute fit für ihren großen Abflug in die weite Welt.

Ylvie frühmorgens am 03.06.2020 eine Viertelstunde vor ihrem Abschied. Sie hat die letzte Nacht noch einmal ganz alleine neben dem Nest verbracht und wird heute am frühen Morgen von Eilin noch einmal beim Nest gefüttert. Von gestern auf heute hat das Nesthäkchen noch einmal einen gewaltigen Wachstumsschub gemacht und ist heute fit für ihren großen Abflug in die weite Welt.

Eilin muss nach dem Auszug ihres letzten Nachzüglers Ylvie noch einmal beim Nest gewesen sein. Denn von den 16 Riesen-Rotwürmern, die ich gerade auf den Balken schob, als Ylvie abhob, war am Nachmittag nicht mehr viel übrig.

Eilin muss nach dem Auszug ihres letzten Nachzüglers Ylvie noch einmal beim Nest gewesen sein. Denn von den 16 Riesen-Rotwürmern, die ich gerade auf den Balken schob, als Ylvie abhob, war am Nachmittag nicht mehr viel übrig.

In der Hoffnung, zumindest eines der Küken würde seine Ästlings-Zeit bei uns auf der Terrasse abwarten, habe ich eine kleine Unterkunft vorbereitet.

In der Hoffnung, zumindest eines der Küken würde seine Ästlings-Zeit bei uns auf der Terrasse abwarten, habe ich eine kleine Unterkunft vorbereitet.

Ab Abend des 3. Juni - nach 33 Tagen - ist das Nest wieder leer. Jetzt ist mir auch klar, warum Ylvie die letzte Nacht lieber neben dem Nest stehend verbringen wollte.

Ab Abend des 3. Juni – nach 33 Tagen – ist das Nest wieder leer. Jetzt ist mir auch klar, warum Ylvie die letzte Nacht lieber neben dem Nest stehend verbringen wollte.

Eilin findet ihre in der Gegend verteilten und versteckten Küken durch Rufverständigung und füttert sie.

Eilin findet ihre in der Gegend verteilten und versteckten Küken durch Rufverständigung und füttert sie.

05.06.2020: Eilin sammelt (als einziges Weibchen im Revier) noch immer Würmer ...

05.06.2020: Eilin sammelt (als einziges Weibchen im Revier) noch immer Würmer …

... zwischendurch muss aber auch einmal ein Päuschen erlaubt sein.

… zwischendurch muss aber auch einmal ein Päuschen erlaubt sein.

Da behaupte noch einer, Amsel-Weibchen könnten mit 1 bis 2 Würmern nur einen Bruchteil der Männchen in den Schnabel bekommen.

Da behaupte noch einer, Amsel-Weibchen könnten mit 1 bis 2 Würmern nur einen Bruchteil der Männchen in den Schnabel bekommen.

07.06.2020: Heute haben wir herausgefunden, dass Eilin ihre Kinder in diesem Vogelparadies hinter den prachtvoll roten Bäumen versteckt hat.

07.06.2020: Heute haben wir herausgefunden, dass Eilin ihre Kinder in diesem Vogelparadies hinter den prachtvoll roten Bäumen versteckt hat.

Wäre ich ein Vogel ...

Wäre ich ein Vogel …

... würde ich hier auch gerne leben wollen.

… würde ich hier auch gerne leben wollen.

Amsel-Küken

08.06.2020: Täusche ich mich oder ist das da im Baum etwa …

Amsel-Küken

… nein, tatsächlich: Und nach seiner Landung unter dem Holzstoß steht fest: Es gibt hier nicht nur eines sondern gleich zwei unserer Küken.

Welch eine riesengroße Freude, 2 unserer Küken leben auf jeden Fall noch. Und sie können auch schon recht gut fliegen.

Welch eine riesengroße Freude, 2 unserer Küken leben auf jeden Fall noch. Und sie können auch schon recht gut fliegen.

Amsel-Küken

Ich habe ja davon gelesen, dass Amsel-Küken auch nach dem Auszug aus dem Nest noch einige Wochen in inniger Geschwisterliebe verbunden sind. Umso mehr freut es uns, dass wir wenig später – wenn auch gut versteckt und deshalb nicht in bestem Fotolicht – gleich 3 der Küken entdecken, die nach wie vor von Eilin gefüttert werden. Ich vermute Calimero (1), Stevie (2) und die kleine Ylvie (3), denn diese 3 sind am 01.06.2020 bzw. 03.06.2020 (Ylvie) Richtung West-Revier getrippelt.

Amsel-Weibchen mit Regenwurm

Nur 2 Dinge trüben die heutige riesengroße Freude etwas: Zu einen sind es eben nicht alle, sondern „nur“ 3 unserer 5 Küken, ich hege ja schon einige Tage die Befürchtung, dass die 2 im Südost-Revier versteckten Küken der dort lebenden Katze zum Opfer gefallen sind. Und zum anderen mache ich mir Sorgen um Eilin, die – eventuell seit einer Attacke von Theoderich heute morgen – den rechten Flügel hängen lässt. Einige Federn ragen am Rücken heraus. Und … sie fliegt seitdem nicht mehr.

Amsel-Küken

Die Ästlinge bzw. nunmehr schon flüggen Kinder/Teenager wirken ausgezeichnet genährt.

Amsel-Küken

Selbst das Nesthäkchen, die kleine Ylvie, bekommt schon ein „Wamperl“.

Amsel-Küken

Mittlerweile fangen die kleinen Amseln schon selbst die ersten Würmer bzw. Fliegen, werden aber nach wie vor von Mama-Amsel gefüttert.

Amsel mit verletztem Flügel

Ich mache mir Sorgen um Eilin. Sie kann nicht mehr fliegen. Was ist mit ihrem rechten Flügel passiert?


Im Garten-Paradies („Paradiesgarden“)

Am 08.06.2020 hat sich Eilin am Flügel verletzt und kann nicht mehr fliegen. Vermutlich hat sie aus diesem Grund ihre Kinder aus dem Vogelparadies weggeholt, weil sie die langen Strecken zwischen ihren „Jagdgründen“ im Obstgarten bzw. Nachbarin-Garten und der Kinder-Unterkunft nicht mehr laufend schafft (einen Tag lang hat sie es probiert).

Einen Überbrückungstag lang waren 3 Küken und Eilin im West-Revier unterwegs, seit 09.06.2020 sind nur mehr 2 Küken zu sehen.

Und hier haben sie sich wirklich ein sehr nettes Platzerl ausgesucht, bei unserer ebenso netten, vogel- und pflanzenfreundlichen Nachbarin.

Amsel-Mutter mit Küken

09.06.2020: Eilin scheint den Küken Unterricht zu geben …

Amseln mit Wurm

… und lässt den Wurm mehrmals vor dem Küken fallen. Letztendlich wird der/die Kleine doch noch von der Mama gefüttert.

Amsel mit Küken

Der Amsel-Küken-Unterricht im Nachbarin-Gartenparadies geht weiter. Die kleinere und hellere Ylvie ist deutlich vom größeren, dunklen Stevie zu unterscheiden.

Amsel-Küken

Obwohl die Amsel-Küken selten mehr als 10 bis 15 Meter von unserer Terrasse entfernt sind, muss man schon sehr genau hinschauen …

Amsel-Küken

… um sie mit ihrer guten Tarnfarbe im Gartenparadies zu entdecken.

Amsel-Küken

Am einfachsten geht es noch am Rasen …

Amsel-Küken

… oder auf einem Stein.

Amsel-Küken

Selbst wenige Meter unter mir entdecke ich den kleinen Piepmatz erst, als er sich bewegt.

Amsel-Küken

Noch schwieriger wird es, wenn sie sich im Garten einen höheren Standort suchen …

Amsel-Küken

… oder überhaupt auf einen der Bäume im benachbarten Obstgarten im Süden fliegen.

Amsel-Küken

Das Fliegen bis in die höheren Bäume gelingt Stevie dank seiner schon deutlich entwickelten Schwanzfedern bereits recht gut.

Amsel-Küken

Aber auch Ylvie ist schon ziemlich gut schwanzbefiedert.

Amsel mit Würmern im Schnabel

Trotz ihrer durch eine Flügelverletzung hervorgerufene Flugunfähigkeit kümmert sich Eilin nach wie vor rührend um ihre verbliebenen 2 Küken.

Amsel

Eilin im vogelfreundlichen Garten …

Amsel

… der netten Nachbarin. Hier im Gartenparadies gibt sie ihren beiden Küken Unterricht.

Amsel

Mehrmals am Tag kauert sie sich in einen Holzstoß zurück …

Amsel

… wo sie dann auch die Nacht verbringt (Bildmitte). Der Versuch, etwas höher hinauf zu fliegen, scheitert kläglich. Ingrid und ich leiden mit ihr.

Amsel-Küken

11.06.2020: Ylvie im Nachbarin-Garten …

Amsel-Küken

… und nach einem ihrer seltenen Flugeinlagen auf der Nachbar-Garage.

Amsel-Küken

Aber vorzugsweise versteckt sich Ylvie am Bodern hinter Pflanzen.

Amsel-Küken

Dieser Blickschutz ist aber etwas mager ausgefallen.

Amsel beim Vogelbad

Stevie genießt seine Vogelbäder …

Amsel-Küken

… passt aber auch häufig auf seine kleine Schwester auf. Hoffentlich kann er ihr das Fliegen beibringen.

Amsel-Küken

Die beiden Küken (im Bild Ylvie) sind bei der Nahrungssuche bereits recht selbstständig …

Amsel-Küken bei der Fütterung

… genießen es aber auch im Alter von 28 bzw. 27 Tagen noch immer, wenn sie von der Mama verhätschelt werden. Im Bild Stevie am 14.06.2020 der von Eilin in unserem Garten gefüttert wird.

Amsel mit lahmen Flügel

Mama Eilin kommt ihren Mutterpflichten auch trotz ihres lahmen Flügels fürsorglich nach. Allerdings schaut sie schon sehr mager aus.

Amsel mit Insekten

An heißen Tagen gibt´s Insekten …

Amseln mit Regenwürmern

… die bevorzugte Speise dürften aber Regenwürmer sein.


Die Teenager werden flügge

Cirka 29 Tage nach dem Schlüpfen ist es Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Die beiden verbliebenen Küken Stevie und Ylvie sind nun weitgehend selbstständig, auch wenn sie hin und wieder noch den einen oder anderen Wurm von Mama Eilin in den Schnabel gesteckt oder vor die Füße gelegt bekommen.

Amsel-Mutter mit Küken

Erst auf den 2. Blick kann man unsere Teenager jetzt von erwachsenen Amseln unterscheiden. Den wichtigsten Hinweis neben der Farbe des Federkleids liefert der Schnabel. Im Bild Stevie mit Mama Eilin.

Amsel-Teenager

Auch wenn die Nahrungsaufnahme jetzt weitgehend selbstständig erfolgt, ist das Geschwisterband aber noch sehr eng. Meist sieht man die beiden jungen Amseln gemeinsam bei der Nahrungssuche. Mama Eilin ist nur mehr selten dabei.

Amsel-Teenager

Die beiden Amsel-Teenager Ylvie (links am 17.06.2020) und Stevie (rechts am 18.06.2020) auf unserem Gartenzaun. Die Unterscheidung ist nicht immer ganz einfach, der größere Stevie ist aber etwas dunkler, und hat einen etwas gebogeneren Schnabel.

Amsel beim Vogelbad

Stevie genießt seine Vogelbäder (schlechte Fotoqualität, da nur ein kleines Extrakt aus einem Video).

Amsel

Stevie wühlt am 19.06.2020 mehrmals und längere Zeit die Steine und das gemähte Gras in unserem Garten um. 2 Mal wird er mit einem Wurm belohnt.

Amsel

Abgesehen von ihrer Flugunfähigkeit macht Eilin am 19.06.2020 gar keinen so schlechten Eindruck. Zu Fuß ist sie jedenfalls sehr flink unterwegs.

Amsel mit Erdbeere

20.06.2020: Direkt unter unserer Terrasse pickt Stevie kleine Stücke aus der dargereichten Erdbeere

Amsel mit Erdbeere

Er nascht zwar von der Erdbeere, den zwischenzeitlich gefundenen Wurm verspeist aber aber mit wesentlich mehr Enthusiasmus.

Amsel-Junges

Am 21.06.2020 hielt sich ein Amsel-Teenager das letzte Mal in unserem Garten auf und wandte mir dann zum Abschied den Rücken zu.

Amsel-Junges

Nach einem Tag Funkstille ließ sich am 23.06.2020 endlich wieder einer unserer Amsel-Teenager blicken. Zunächst meinte ich, Stevie zu sehen, aber tatsächlich dürfte es sich um Ylvie handeln.

Amsel-Weibchen

Ganz sicher war ich mir dafür bei Eilin …

Amsel-Weibchen

… nachdem sie unter unserer Terrasse über ihre ehemaligen „Jagdgründe“ gelaufen ist. Hängender rechter Flügel und auf der Schulter ragen helle Federn heraus.


Amsel-Nachbarn

Im Großen und Ganzen wurde bisher seit Erdschi´s Verschwinden am 17.05.2020, einen Tag bevor seine Küken geschlüpft sind, die ganze Gegend um unser Haus von einem einzigen dominanten Amsel-Paar beherrscht. Ich habe sie Theoderich der Große und Katharina die Große genannt.

Das allerletzte Mal, dass ich Erdschi - Eilins Mann - mit Sicherheit gesehen habe, war am 17.05.2020 um 17:00 Uhr, als er mit seiner Eilin turtelte. Dabei wurden sie von einem größeren Männchen gestört und attakiert . Das dominante Männchen (im Bild links) verfolgte Erdschi, der auf diesem Foto bereits hinter dem Holzstoß verschwunden war.

Das allerletzte Mal, dass ich Erdschi – Eilins Mann – mit Sicherheit gesehen habe, war am 17.05.2020 um 17:00 Uhr, als er mit seiner Eilin turtelte. Dabei wurden sie von einem größeren Männchen gestört und attakiert . Das dominante Männchen (im Bild links) verfolgte Erdschi, der auf diesem Foto bereits hinter dem Holzstoß verschwunden war.

Anfangs waren Theoderich und Katharina nur im West-Revier zu Hause, wo Eilin auch nach wie vor auf Futtersuche geht. Im Osten gab es ein anderes Paar, welches ich nun aber auch schon etliche Tage nicht mehr beobachten konnte. Der Süden war amselfrei bzw. wurde von Erdschi und Eilin aufgesucht. Im Norden wird mir die Sicht großteils verstellt, aber von der anderen Bach-/Straßenseite erklingen immer die allerschönsten Gesänge. Den Amsel-Mann habe ich deshalb Placido Domingo genannt, obwohl mir jetzt im Nachhinein Andrea Bocelli auch gut gefallen würde. Theoderich und Katharina haben nach dem Verschwinden von Erdschi nun auch das Süd-Revier in Beschlag genommen, so sie in einem dicht belaubtem Obstbaum auch ihr Nest gebaut haben.

Theoderich hat in jeder Himmelsrichtung 1 bis 2 Lieblings-Aussichtsblicke, von denen aus er seine Holde nie aus den Augen lässt. Ob im Westen ....

Theoderich hat in jeder Himmelsrichtung 1 bis 2 Lieblings-Aussichtsblicke, von denen aus er seine Holde nie aus den Augen lässt. Ob im Westen ….

... oder im Süden, wo er mit Katharina jetzt ein Nest hat.

… oder im Süden, wo er mit Katharina jetzt ein Nest hat.

Und Dachfirst gehört dem dominanten Theoderich sowieso jeder.

Und Dachfirst gehört dem dominanten Theoderich sowieso jeder.

Ob bei Schönwetter ...

Ob bei Schönwetter …

... oder im strömenden Regen.

… oder im strömenden Regen.

Theoderich beherrscht die Straße ebenso ...

Theoderich beherrscht die Straße ebenso …

... wie die Gärten.

… wie die Gärten.

Ob am helllichten Tag ...

Ob am helllichten Tag …

... oder in der Abenddämmerung, wenn bereits die Fledermäuse flattern.

… oder in der Abenddämmerung, wenn bereits die Fledermäuse flattern.

Sein Revier im allgemeinen ...

Sein Revier im allgemeinen …

... und sein Weibchen Katharina im speziellen lässt er nie aus dem Blick.

… und sein Weibchen Katharina im speziellen lässt er nie aus dem Blick.

Nur was Theoderich nachts treibt, entzieht sich meinen Blicken.

Nur was Theoderich nachts treibt, entzieht sich meinen Blicken.

Wo Katharina ist, ist Theoderich nicht fern.

Wo Katharina ist, ist Theoderich nicht fern.

Seit 28.05.2020 kommen jetzt aber auch wieder andere Amsel-Männchen in unsere Gegend. Anfangs dachte ich, Theoderich würde Eilin sogar bis ins Nest verfolgen oder gelegentlich am Terrassengeländer vorbeischauen. Mittlerweile bin ich mir aber nicht mehr so sicher, ob das nicht ein neuer Verehrer ist?

Anfangs dachte ich, Theoderich würde Eilin sogar bis zum Nest verfolgen, ihr auf der Terrasse nachstellen ...

Anfangs dachte ich, Theoderich würde Eilin sogar bis zum Nest verfolgen, ihr auf der Terrasse nachstellen …

... oder sie von der nahen Regenrinne aus stalken.

… oder sie von der nahen Regenrinne aus stalken.

Als ich dann aber definitiv Theoderich im West-Revier sah ...

Als ich dann aber definitiv Theoderich im West-Revier sah …

... und zeitgleich im Ost-Revier (ich überlicke von einem bestimmten Punkt in der Wohnung beide Seiten) gleichzeitig zwei Amsel-Männer um Eilin herumscharwenzeln, frage ich mich, ob es hier bald neue Verehrer gibt (unterer und oberer Bildbereich leicht rechts der Bildmitte).

… und zeitgleich im Ost-Revier (ich überlicke von einem bestimmten Punkt in der Wohnung beide Seiten) gleichzeitig zwei Amsel-Männer um Eilin herumscharwenzeln, frage ich mich, ob es hier bald neue Verehrer gibt (unterer und oberer Bildbereich leicht rechts der Bildmitte).

Wenn ihr euch fragt, wie ich die einzelnen Amseln voneinander unterscheiden kann: Nun, ganz sicher bin ich mir auch oft nicht. Es hilft aber, wenn man die Vögel immer und immer wieder beobachtet, um ihre typischen Plätze zu kennen. Ich mag es mir auch nur einbilden, aber bei den Männchen tue ich mir leichter. Obwohl ich anfangs unseren Erdschi mit Sicherheit desöfteren mit Theoderich verwechselt habe, da ich gar nicht wusste, dass 2 Männchen im gleichen Revier sind. Ein Anhaltspunkt sind markanten gelb-orange gefärbten Schnäbel, die sich auf Fotovergrößerungen leicht unterschiedlich zeigen, was den Farbton und die Krümmung betrifft. Dann scheint es mir auch so, als ob einige (evtl. ältere) Männchen, eine „zerrupftere Frisur“ haben. Sieht man sie nebeneinander kann man mitunter auch Größenunterschiede ausmachen. Die Weibchen sind zwar grundsätzlich noch schwieriger zu unterscheiden, haben aber zumindest in unserem speziellen Fall gerade einen Vorteil: Eilin ist die Einzige im gesamten von mir einsehbaren Gebiet, die aktuell gerade Jungvögel haben dürfte. Denn nur sie sammelt die Würmer im Schnabel, während Katharina oder andere gelegentlich sichtbare Weibchen nur selbst fressen.

Der Schnabel von Erdschi (hier sitzt er im Nest) hatte beispielsweise die typischen schwarzen Farbeinlagerungen, die möglichweise darauf hinweisen, dass er noch ein sehr junges Männchen ist. Auch die Augenringe sind noch jugendlich straff.

Der Schnabel von Erdschi (hier sitzt er im Nest) hatte beispielsweise die typischen schwarzen Farbeinlagerungen, die möglichweise darauf hinweisen, dass er noch ein sehr junges Männchen ist. Auch die Augenringe sind noch jugendlich straff.

Augenring und Schnabel sowie "unordentliche Frisur" sehen bei diesem älter wirkenden Männchen deutlich anders aus. Er hat unsere Eilin am 29.05.2020 mehrmals besucht. Anfangs dachte ich, es sei der aggressive Theoderich, später hätte ich aber auch einen neuen Interessenten/Verehrer nicht ausgeschlossen.

Augenring und Schnabel sowie „unordentliche Frisur“ sehen bei diesem älter wirkenden Männchen deutlich anders aus. Er hat unsere Eilin am 29.05.2020 mehrmals besucht. Anfangs dachte ich, es sei der aggressive Theoderich, später hätte ich aber auch einen neuen Interessenten/Verehrer nicht ausgeschlossen.

Der Schnabel von Theoderich ist oranger als bei vielen anderen Männchen.

Der Schnabel von Theoderich ist oranger als bei vielen anderen Männchen.

Ein anders Indiz: Welche Vögel sind häufig gemeinsam zu sehen, wohin fliegen sie, woher kommen sie, wer sammelt Würmer, wer frisst sie nur, wer streitet oder kämpft mit wem.

Sehe ich Eilin mit einer Wurmlieferung vor unserem Fenster und zeitgleich andere Amseln in der Nähe kann ich ein genauere Zuordnung vornehmen.

Sehe ich Eilin mit einer Wurmlieferung vor unserem Fenster und zeitgleich andere Amseln in der Nähe kann ich ein genauere Zuordnung vornehmen.

Theoderich lässt seine Katharina z.B. nie aus den Augen. Entweder folgt er ihr am Boden auf Schritt und Tritt ...

Theoderich lässt seine Katharina z.B. nie aus den Augen. Entweder folgt er ihr am Boden auf Schritt und Tritt …

... oder er beobachtet ihr Tun am Boden aus erhöhter Aussichtsposition. Sei es nun aus Liebe oder aus purer Dominanz und Kontrollwahn.

… oder er beobachtet ihr Tun am Boden aus erhöhter Aussichtsposition. Sei es nun aus Liebe oder aus purer Dominanz und Kontrollwahn.

Theoderich duldet kein anders Amsel-Männchen neben sich und verjagt auch viele andere Vögel. Und gelegentlich legt er sich auch mit einer Schneck an. Man beachte den gekonnten Kung-Fu-Ausfallsschritt und den Kampfschrei.

Theoderich duldet kein anders Amsel-Männchen neben sich und verjagt auch viele andere Vögel. Und gelegentlich legt er sich auch mit einer Schneck an. Man beachte den gekonnten Kung-Fu-Ausfallsschritt und den Kampfschrei.

Theoderich - der uneingeschränkte Herrscher über die gesamte Gegend.

Theoderich – der uneingeschränkte Herrscher über die gesamte Gegend.

Theoderich liefert sich fast täglich Verfolgungsjagden mit anderen Männchen ...

Theoderich liefert sich fast täglich Verfolgungsjagden mit anderen Männchen …

... er duldet auch keine fütternden Amsel-Männchen auf Würmersuche in seinem Revier.

… er duldet auch keine fütternden Amsel-Männchen auf Würmersuche in seinem Revier.

Ob aber Theoderich (den ich auch für das Verschwinden von Erdschi verantwortlich mache) oder wie die Nachbarin meinte "maybe a cat" für diesen Tot verantwortlich ist, lässt sich nicht sagen.

Ob aber Theoderich (den ich auch für das Verschwinden von Erdschi verantwortlich mache) oder wie die Nachbarin meinte „maybe a cat“ für diesen Tot verantwortlich ist, lässt sich nicht sagen.

2 Amsel-Männchen auf einem Stalldach

Ein neues Alpha-Männchen ist im Ost-Revier eingezogen. Hat Theoderich der Große (links unten) jetzt mit Adriano Celentano (rechts oben) einen ebenbürtigen Gegner oder gar seinen Meister gefunden.

Männliche Amsel singt

Das Gesangs-Duell am 09.06.2020 kann eindeutig Theoderich für sich entscheiden. Durch die Herausforderung von Adriano Celentano läuft er zur Höchstform auf.

Amsel-Männchen auf einem Hausdach

Theoderich (links) hat es nicht leicht mit dem männlichen Neuzugang im Ost-Revier (Adriano Celentano vlg. Karlsson vom Dach)

Amsel

Theoderich kann man seine hinterfotzige Gemeinheit bereits deutlich an den Augen ablesen …

Amsel

… kein Vergleich mit unserem lieblichen Erdschi, für dessen Verschwinden ich Theoderich verantwortlich mache.

Amsel

Aber auch Katharina – Theoderichs Frau – dieses feiste und widerwärtige Luder ist um nichts besser.

Amseln

Am 10.06.2020 verfolgt sie unsere wohl nur „halb so schwere“ …

Amseln

… Eilin, die nach einer vermutlich von Theoderich verursachten Flügelverletzung nicht mehr fliegen kann (links unten mit hängendem Flügel).

Amsel

Katharina das widerwärtige Luder. Aber jetzt hat sie eine mehr als ebenbürtige Gegnerin gefunden …

Obstgarten

… es muss schon viel Ungerechtigkeit passieren, dass es auch Ingrid einmal zu viel wird. Jetzt aber Katharina hast Du eine übermächtige Feindin 🙂

Amsel-Männchen

Wenn mich dieser Kerl nach einem Angriff auf Eilin mit seinen Gesängen verhöhnt, könnte ich ihm eine in die Goschn hauen. Eine Drohne muss her.

Amsel-Paar

14.06.2020: Katharina und Theoderich haben die flügellahme Eilin wieder einmal aus dem Paradiesgarden vertrieben …

Amsel

… die sich daraufhin in ihr Versteck am Holzstoss im West-Revier verkriecht.

Amsel-Männchen

2 Amsel-Männchen laufen ohne erkennbare Aggressionen eine Zeitlang im Nachbarin-Garten nebeneinander und hintereinander herum. (20.06.2020)

Amseln-Maennchen

22.06.2020: Mittlerweile habe ich den Überblick verloren, ob das nun Theoderich oder Adriano Celentano ist oder womöglich ganz ein anderer. Die Würmer, die er und sein Weibchen sammeln, werden jedenfalls ins Nord-Revier geflogen (handelt es sich um Placido Domingo?).


Gefiederte Nachbarn

Mittlerweile entwickeln wir uns ja schon zu laienhaften Vogelkundlern. Und neben unseren Amseln haben wir auch schon einen Blick für die vielen anderen gefiederten Freunde in der Nachbarschaft entwickelt (vermehrt stehen wir jetzt mit dem Fernglas auf der Terrasse). Leider erlaubt es meine Teleobjektiv-Ausstattung nicht, die kleineren und weiter entfernten Vögel optisch gefällig abzulichten.

Ich verlinke deshalb bei den einzelnen Vogelarten auf bessere, schönere Fotos auf anderen Webseiten, ich selbst kann nur mit gruselig verschwommenen, verrauschten, verwackelten Bildern aufwarten.

Unsere sonstigen in den letzten Tagen entdeckten gefiederten Nachbarn in alphabetischer Reihenfolge, die ich schon mit Sicherheit bestimmen konnte:


Bachstelze

Bachstelze

Bachstelze

Bachstelze

Bachstelze

Bachstelze

Bachstelze

Bachstelze

Bachstelze

Bachstelze

Bachstelze

Bachstelze

Bachstelze


Blaumeise

Beim Blick durch das Objektiv habe ich noch gar nicht bemerkt, dass ich eine Blaumeise vor der Linse habe. Erst die Ausschnittsvergrößerung brachte Gewissheit.

Beim Blick durch das Objektiv habe ich noch gar nicht bemerkt, dass ich eine Blaumeise vor der Linse habe. Erst die Ausschnittsvergrößerung brachte Gewissheit.


Bluthänfling

Zuerst hielt ich diesen kleinen Gesellen für eine Farbabweichung bei einem gewöhnlichen Spatz. Erst sein Gesang weckte mein Interesse: Es ist ein Bluthänfling

Zuerst hielt ich diesen kleinen Gesellen für eine Farbabweichung bei einem gewöhnlichen Spatz. Erst sein Gesang weckte mein Interesse: Es ist ein Bluthänfling


Buntspecht

Beim Anblick des Buntspecht-Weibchens bedaure ich es wieder einmal, für die geschätzte Entfernung von 30 bis 40 Meter kein besseres Teleobjektiv zu besitzen.

Beim Anblick des Buntspecht-Weibchens bedaure ich es wieder einmal, für die geschätzte Entfernung von 30 bis 40 Meter kein besseres Teleobjektiv zu besitzen.


Gartenrotschwanz

Der Gartenrotschwanz war nur ganz kurz im Obstgarten. Ich hatte ihn ohne Stativ nur einmal aus der Hand fotografieren können.

Der Gartenrotschwanz war nur ganz kurz im Obstgarten. Ich hatte ihn ohne Stativ nur einmal aus der Hand fotografieren können.


Gebirgsstelze

Erst auf der Fotovergrößerung bemerkte ich, dass es sich bei diesem Vogel gar nicht um den vermuteten Spatz handelt. Stattdessen gehe ich von einer Gebirgsstelze aus.

Erst auf der Fotovergrößerung bemerkte ich, dass es sich bei diesem Vogel gar nicht um den vermuteten Spatz handelt. Stattdessen gehe ich von einer Gebirgsstelze aus.


Girlitz oder evtl. Grünfink

Ob Girlitz oder Grünfink (oder ganz ein anderer) kann ich bei dieser weiten Entfernung und Zoomeinstellung nicht klar beantworten.

Ob Girlitz oder Grünfink (oder ganz ein anderer) kann ich bei dieser weiten Entfernung und Zoomeinstellung nicht klar beantworten.


Haussperling (Spatz)

Haussperling (Spatz)

Haussperling (Spatz)

Haussperling (Spatz) beim Abflug

Haussperling (Spatz) beim Abflug

Haussperling (Spatz) von hinten

Haussperling (Spatz) von hinten

Haussperling (Spatz) von vorne

Haussperling (Spatz) von vorne

Haussperling (Spatz) - Jungvogel

Haussperling (Spatz) – Jungvogel

Unentwegt bringt ein Spatzen-Paar Nahrung für den Nachwuchs unter der Regenrinne.

Unentwegt bringt ein Spatzen-Paar Nahrung für den Nachwuchs unter der Regenrinne.

Auch Nieselregen kann die Spatzen nicht von der pausenlosen Versorgung des zwitschernden Nachwuchses abhalten.

Auch Nieselregen kann die Spatzen nicht von der pausenlosen Versorgung des zwitschernden Nachwuchses abhalten.

Der Spatzen-Vater des Nestes unter der Regenrinne hat jetzt einen neuen Startpunkt für den Anflug auf´s Nest auserkoren. Nur ca. 4 bis 5 Meter von unserem Fenster entfernt kann ich ihn gut beobachten.

Der Spatzen-Vater des Nestes unter der Regenrinne hat jetzt einen neuen Startpunkt für den Anflug auf´s Nest auserkoren. Nur ca. 4 bis 5 Meter von unserem Fenster entfernt kann ich ihn gut beobachten.

Die Redewendung "Schimpfen wie ein Rohrspatz" bezieht sich zwar nicht auf den Haussperling ...

Die Redewendung „Schimpfen wie ein Rohrspatz“ bezieht sich zwar nicht auf den Haussperling …

... aber seitdem wir diesen Untermieter haben, denke ich immer wieder an diesen Satz.

… aber seitdem wir diesen Untermieter haben, denke ich immer wieder an diesen Satz.

Spatzen-Vater kann sich den ganzen Tag über ununterbrochen aufregen ...

Spatzen-Vater kann sich den ganzen Tag über ununterbrochen aufregen …

... wenn Spatzen-Mutter nicht ungehindert zum Nest unter unserer Regenrinne kann, wenn ich auf der Terrasse stehe.

… wenn Spatzen-Mutter nicht ungehindert zum Nest unter unserer Regenrinne kann, wenn ich auf der Terrasse stehe.

Nachdem die Spatzen ihren Nest unter unserer Regenrinne verlassen haben, wird bereits wieder am nächsten Nest gebaut.

Nachdem die Spatzen ihren Nest unter unserer Regenrinne verlassen haben, wird bereits wieder am nächsten Nest gebaut.

Wie lange bauen Spatzen eigentlich an ihrem Nest. Oder ist das schon wieder ein anderer? Der schwarzen Brustzeichnung nach wahrscheinlich schon.

Wie lange bauen Spatzen eigentlich an ihrem Nest. Oder ist das schon wieder ein anderer? Der schwarzen Brustzeichnung nach wahrscheinlich schon.


Hausrotschwanz

Mittlerweile erkenne ich nicht nur unsere Amseln an einigen typischen Lauten sondern bin auch mit dem Gesang des Hausrotschwanzes am Nachbardach vertraut.

Mittlerweile erkenne ich nicht nur unsere Amseln an einigen typischen Lauten sondern bin auch mit dem Gesang des Hausrotschwanzes am Nachbardach vertraut.

Vielleicht derselbe Hausrotschwanz an derselben Stelle.

Vielleicht derselbe Hausrotschwanz an derselben Stelle.

Hausrotschwanz von hinten

Hausrotschwanz von hinten

Hausrotschwanz mit Jause

Hausrotschwanz mit Jause

Hausrotschwanz beim Sprung vom Zehnmeterturm

Hausrotschwanz beim Sprung vom Zehnmeterturm

Hausrotschwanz in Nachbars Obstgarten

Hausrotschwanz in Nachbars Obstgarten

Selten, dass er längere Zeit irgendwo sitzen bleibt ...

Selten, dass er längere Zeit irgendwo sitzen bleibt …

... wenn doch einmal, lässt er seinen mit einem Krächzen beginnenden Gesang zu hören.

… wenn doch einmal, lässt er seinen mit einem Krächzen beginnenden Gesang zu hören.


Kohlmeise

Am 19.05.2020 gelang mir endlich ein Foto einer Kohlmeise. Anfangs ziert sie sich zwar noch ein bisschen und dreht das Köpfchen weg ...

Am 19.05.2020 gelang mir endlich ein Foto einer Kohlmeise. Anfangs ziert sie sich zwar noch ein bisschen und dreht das Köpfchen weg …

... und dann eines mit dem Gesichtchen.

… und dann eines mit dem Gesichtchen.


Rauchschwalbe

Das erste Mal, dass ich eine Rauchschwalbe beim Sitzen erwische.

Das erste Mal, dass ich eine Rauchschwalbe beim Sitzen erwische.

Endlich einmal eine Rauchschwalbe von vorne. Jetzt fehlt nur noch ein Flugfoto - bisher zeigen diese aber immer nur einen leeren Himmel :-)

Endlich einmal eine Rauchschwalbe von vorne. Jetzt fehlt nur noch ein Flugfoto – bisher zeigen diese aber immer nur einen leeren Himmel 🙂

Rauchschwalbe

Rauchschwalbe


Star

Singvogel Star

Bei der 1. Sichtung am 07.06.2020 habe ich vor allem den Jungvogel mit einem unserer Ästlinge verwechselt …

Singvogel Star

… spätestens beim Anblick des seidig glänzenden Gefieders des erwachsenen Singvogels war aber klar, dass es sich um Stare handelt.

Singvogel Star

Singvogel Star

Singvogel Star

Bei der 2. Sichtung am 11.06.2020 war aber sofort klar, um welchen Vogel es sich dabei handelt.

Stare

Am 18.06.2020 werden wir von unbekannten Vogelstimmen geweckt – eine größere Gruppe Stare im Obstgarten.

Star im Prachtkleid

Eines der erwachsenen Tiere im Prachtkleid.


Stieglitz (Distelfink)

21.05.2020: Heute konnte ich endlich einen der farbenprächtigen Stieglitze ablichten, allerdings war der Vogel sehr weit entfernt und die Lichtverhältnisse bescheiden.

21.05.2020: Heute konnte ich endlich einen der farbenprächtigen Stieglitze ablichten, allerdings war der Vogel sehr weit entfernt und die Lichtverhältnisse bescheiden.

Die unruhigen Stieglitze sind nicht so leicht zu fotografieren.

Die unruhigen Stieglitze sind nicht so leicht zu fotografieren.

Ein Stieglitz-Pärchen krallt sich am Nachbarhaus fest.

Ein Stieglitz-Pärchen krallt sich am Nachbarhaus fest.

Die Amsel singt zwar die schönsten Lieder im Garten, am besten gefallen mir aber die quirligen bunten Stieglitze.

Die Amsel singt zwar die schönsten Lieder im Garten, am besten gefallen mir aber die quirligen bunten Stieglitze.

Stieglitz

Stieglitz

Stieglitz

Stieglitze haben kein Sitzfleisch …

Stieglitz

… und/oder werden nciht gerne fotografiert.


Sonstige nette Nachbarn

29.05.2020: Nach 21:00 Uhr, bei der Heimkehr von Eilin, zeigt sich auch ein netter Besucher im Garten der Nachbarin. Bei ISO 25600 lässt sich das Rauschen nicht vermeiden, aber zumindest ein Erinnerungsbild in der Abenddämmerung erstellen.

29.05.2020: Nach 21:00 Uhr, bei der Heimkehr von Eilin, zeigt sich auch ein netter Besucher im Garten der Nachbarin. Bei ISO 25600 lässt sich das Rauschen nicht vermeiden, aber zumindest ein Erinnerungsbild in der Abenddämmerung erstellen.

Am 31.05.2020 - in der Nacht als Eilin erstmals nicht mehr im Nest schläft - besucht uns der niedliche nette Igel neuerlich.

Am 31.05.2020 – in der Nacht als Eilin erstmals nicht mehr im Nest schläft – besucht uns der niedliche nette Igel neuerlich.

Rehe in der Abenddämmerung

Am 14.06.2020 verlassen in der Abenddämmerung 3 Rehe (eines außerhalb des Fotos) den Wald und kommen zur darunterliegenden Wiese.


Vogel-Beobachtungen beim Wandern

Auch beim Wandern widmen wir unseren neu gewonnenen gefiederten Freunden nun wesentlich mehr Aufmerksamkeit. Große Greifvögel sind uns zwar immer schon aufgefallen, in früheren Jahren ab und an auch ein Eichelhäher und einmal meinen wir auch einen Wiedehopf erkannt zu haben. Aber das „unauffälligere Getier“ war eher von untergeordnetem Interesse.

Das hat sich nun geändert. Und insbesondere „amselähnliche“ Vögel erregen seit unserem Nest unsere erhöhte Aufmerksamkeit. Und so konnten wir bei einer Wanderung auf den Lawinenstein über der Tauplitzalm am 07.05.2020 ein Ringdrossel-Paar beobachten.

Allerdings habe ich beim Wandern noch viel weniger als sonstwo ein brauchbares Teleobjekt mit – da bin ich mehr der „Weitwinkeltyp“. Dennoch ist es mir gelungen, bei einer kleinen Rundtour über den Freienstein am 21.05.2020 gleich mehrere neue Vogelarten zu fotografieren: Zunächst einmal kreisen über Gröbming 2 Raubvögel, die ich als Mäusebussard einstufen würde.

Mit meinen bescheidenen Kenntnissen vermute ich hier einen Mäusebussard.

Mit meinen bescheidenen Kenntnissen vermute ich hier einen Mäusebussard.

Diese Art von Raubvogel begnetet mir bei Wanderungen öfter und sie sind auch nicht selten vom Tal aus zu beobachten.

Diese Art von Raubvogel begnetet mir bei Wanderungen öfter und sie sind auch nicht selten vom Tal aus zu beobachten.

Kohlmeise und Blaumeise habe ich mittlerweile ja auch schon zu Hause fotografiert. Dass es aber auch eine Haubenmeise gibt, war mir bislang gar nicht bekannt. Eine der 4 Vogelarten, die wir bei der Freienstein-Runde gesehen haben.

Die Haubenmeise kreischt aufgeregt am Baum umher ...

Die Haubenmeise kreischt aufgeregt am Baum umher …

... und macht uns erst so auf sich aufmerksam.

… und macht uns erst so auf sich aufmerksam.

Aber sie war nicht die einzige Meise auf dieser Tour. Ihr Cousin – die Tannenmeise – war ebenfalls zu sehen und zu hören. Ihr Gesang hatte es Ingrid angetan 🙂 : „Wizi-Wizi-Wizi-Wizi … Wizi-Wizi-Wizi-Wi … Wizi-Wizi-Wizi-Wizi … Wizi-Wizi-Wizi-Wi“. Bei jedem 2. Mal wird also ein bisschen abgekürzt.

Die Tannenmeise hat einen markanten Ruf: Wizi-Wizi-Wizi-Wizi

Die Tannenmeise hat einen markanten Ruf: Wizi-Wizi-Wizi-Wizi

Ja und dann sahen wir auf ebendieser Wandertour noch einen weiteren größeren imposanten Vogel, den ich überhaupt nicht einordnen konnte. Er war äußerst scheu und entkam immer rasch unseren Blicken. Und als es mir doch einmal gelang, ihn abzulichten, versteckte er jedes Mal gekonnt seinen Kopf hinter Ästen oder Nadelbaumzapfen. Sperber war meine erste Einschätzung, aber zugegebenermaßen in absoluter Unkenntnis. Erst nach 2 Tagen Internet-Recherche glaube ich, das Rätsel gelöst zu haben. Und Sperber war gar nicht so grundsätzlich falsch. Denn dem Kuckuck wird nachgesagt, im Flug einem Sperber zu ähneln.

Der vermeintliche Sperber dürfte mit ziemlicher Sicherheit ein Kuckuck gewesen sein.

Der vermeintliche Sperber dürfte mit ziemlicher Sicherheit ein Kuckuck gewesen sein.

Das Pürgschachenmoos (Moor) und die angrenzende Auenlandschaft entlang der Enns ist ein ausgesprochenes Vogelparadies (Besuch am 04.06.2020). Es ist aber schwierig, die vielen zu hörenden Singvögel in den hohen Bäumen auch tatsächlich auszumachen, geschweige denn zu fotografieren. Einige Fotos sind dann aber dennoch gelungen.

Unzählige Male haben wir ihn auf Wanderungen schon gehört, im Pürgschachenmoos aber erstmals bewusst gesehen und fotografiert: Den seinen Namen rufenden Zilpzalp

Unzählige Male haben wir ihn auf Wanderungen schon gehört, im Pürgschachenmoos aber erstmals bewusst gesehen und fotografiert: Den seinen Namen rufenden Zilpzalp


Gefährliche Feinde

Ich hoffe, dass unsere Amseln ihre Kinder unbeschadet aufziehen können, auch wenn in der Nachbarschaft einige Feinde herumziehen.

Einerseits habe ich in etwa 100 Meter Luftlinie entfernt sich einige Male eine Elster gesehen, noch gefährlicher dürfte aber eine streunende Katze sein, die sich immer wieder an den Lieblingsplätzen unserer Amseln herumtreibt.

Streunende Katze auf einem der Lieblingsplätze unserer Amseln ...

Streunende Katze auf einem der Lieblingsplätze unserer Amseln …

Keiner in der Nachbarschaft weiß, wem sie gehört. Aber angeblich kommt sie immer zum Jungvögel-Schmausen.

Keiner in der Nachbarschaft weiß, wem sie gehört. Aber angeblich kommt sie immer zum Jungvögel-Schmausen.

... den wenig später auch Erdschi wieder einmal aufsucht.

… den wenig später auch Erdschi wieder einmal aufsucht.

Ein Krähenpaar führt seit einigen Tagen Erkundungsflüge in den Nachbargärten durch, am 11.05.2020 war eine sogar auf unserer Terrasse.

Ein Krähenpaar führt seit einigen Tagen Erkundungsflüge in den Nachbargärten durch, am 11.05.2020 war eine sogar auf unserer Terrasse.

Auch am 13. Mai beäugt das Hitchcock-Monster längere Zeit vom Nachbarbaum aus unser Amsel-Gelege.

Auch am 13. Mai beäugt das Hitchcock-Monster längere Zeit vom Nachbarbaum aus unser Amsel-Gelege.

In diesem spitzen Schnabel möchte ich unsere Amsel-Jungen nicht sehen.

In diesem spitzen Schnabel möchte ich unsere Amsel-Jungen nicht sehen.

Erkundungstour in den Nachbarbäumen.

Erkundungstour in den Nachbarbäumen.

Eine weitere Katze hat sich heute in der Nachbarschaft eingefunden. Mit ihrem Sprung auf das Garagendach sorgt sie für hysterisches Gezwitscher in den umliegenden Bäumen.

Eine weitere Katze hat sich heute in der Nachbarschaft eingefunden. Mit ihrem Sprung auf das Garagendach sorgt sie für hysterisches Gezwitscher in den umliegenden Bäumen.

18.05.2020: Große Aufregung bei der Nord-Amsel ...

18.05.2020: Große Aufregung bei der Nord-Amsel …

... 2 Elstern durchkämmen die Bäume.

… 2 Elstern durchkämmen die Bäume.

Eine der beiden Krähen im Wassserbad genau über dem Amselnest, nachdem 5 Küken geschlüpft waren. Getrennt werden sie nur durch das Dach.

Eine der beiden Krähen im Wassserbad genau über dem Amselnest, nachdem 5 Küken geschlüpft waren. Getrennt werden sie nur durch das Dach.

Die Krähe hat seit einigen Tagen einen neuen Lieblingsplatz: Am Dach des Nachbarhauses mit Blick zum Amselnest

Die Krähe hat seit einigen Tagen einen neuen Lieblingsplatz: Am Dach des Nachbarhauses mit Blick zum Amselnest

Die Krähen-Gefahr ist jeden Tag allgegenwärtig.

Die Krähen-Gefahr ist jeden Tag allgegenwärtig.

Auf den Feldern dürfen sie sich ruhig auch in Massen aufhalten, solange sie den Wohnhäusern mit ihren Amselnestern fernbleiben.

Auf den Feldern dürfen sie sich ruhig auch in Massen aufhalten, solange sie den Wohnhäusern mit ihren Amselnestern fernbleiben.

Die Katze auf dem (gar nicht so heißen) Blechdach. Sie traut sich nicht mehr herunter. Wenn Du versprichst, unsere Amseln in Ruhe zu lassen, werden wir Dir helfen.

Die Katze auf dem (gar nicht so heißen) Blechdach. Sie traut sich nicht mehr herunter. Wenn Du versprichst, unsere Amseln in Ruhe zu lassen, werden wir Dir helfen.

Katze mit Maus

Ob sie sich an unsere Abmachung gehalten hat oder doch eines unserer Amsel-Küken in ihrem Maul gelandet ist, kann ich nicht sagen. Bei der Mäusejagd war sie aber jedenfalls mehrmals erfolgreich.

Schon wieder durchkämmt eine Elster die Bäume im Nord-Sektor.

Schon wieder durchkämmt eine Elster die Bäume im Nord-Sektor.

Am 20.05.2020 bringt ein Turmfalke den Tod über das Amsel-Land. Gottseidank "nur" für eine Maus.

Am 20.05.2020 bringt ein Turmfalke den Tod über das Amsel-Land. Gottseidank „nur“ für eine Maus.

Eine Dreiviertelstunde dauert das blutige Schauspiel ...

Eine Dreiviertelstunde dauert das blutige Schauspiel …

... dann haben Turmfalke und Elster ihr tödliches Werk vollendet.

… dann haben Turmfalke und Elster ihr tödliches Werk vollendet.

Der Turmfalke verzieht sich, die Elster sorgt noch einige Minuten für Unruhe bei den Amseln.

Der Turmfalke verzieht sich, die Elster sorgt noch einige Minuten für Unruhe bei den Amseln.

28.05.2020: Wieder sorgt eine Elster für Aufregung in der Vogelwelt. Dieses Mal im Ost-Revier am Nussbaum.

28.05.2020: Wieder sorgt eine Elster für Aufregung in der Vogelwelt. Dieses Mal im Ost-Revier am Nussbaum.

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht eine Elster zu sehen oder hören ist.

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht eine Elster zu sehen oder hören ist.

Wir wohnen zwar nicht an einer stark befahrenen Straße ...

Wir wohnen zwar nicht an einer stark befahrenen Straße …

... der Verkehr stellt dennoch eine Gefahr für die kleinen, noch flugunfähigen Vögel dar.

… der Verkehr stellt dennoch eine Gefahr für die kleinen, noch flugunfähigen Vögel dar.

Elster

Wie die Katzen sind auch die vogeltotbringenden Elstern allgegenwärtig.

Elstern

Im Vogelparadies, der Erst-Unterkunft unserer Küken, ist es gleich ein Elstern-Paar …

Elstern

… welches dort sein Unwesen treibt.

Greifvogel

Ob es sich bei diesem am 10.06.2020 südlich des Obstgartens kreisenden und von einer Schar kleinerer Vögel begleiteten und lautstark beschimpften Greifvogel um den Turmfalken vom 20.05.2020 oder einen anderen Spießgesellen handelt, konnte ich nicht feststellen.

Elster

Elster-Alarm am 19.06.2020: Die beiden Elstern streifen zwischen dem Obstgarten …

Elstern

… und ihrem hohen Aussichtsbaum im Norden umher, von dem sie „ziegenartig meckern“.


Bei der Vogel-Bestimmung im Allgemeinen und bei der Suche nach Erklärungen für Amsel-Verhaltensweisen im Besonderen wurde ich vor allem bei folgenden Webseiten fündig:

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Gwendolyn

Bei diesem Besucher, der das Nest nicht mehr aus den Augen lässt, bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob Feind oder Freund :-)

Bei diesem Besucher, der das Nest nicht mehr aus den Augen lässt, bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob Feind oder Freund 🙂

Wieder einmal zeigt sich dieses geheimnisvolle Geschöpf: Ich habe sie Gwendolyn genannt.

Wieder einmal zeigt sich dieses geheimnisvolle Geschöpf: Ich habe sie Gwendolyn genannt.

Gestern war es ein Igel, der uns in der Abenddämmerung besuchte, heute ist es Gwendolyn. Das Bild ist nur dank hoher ISO-Werte so hell.

Gestern war es ein Igel, der uns in der Abenddämmerung besuchte, heute ist es Gwendolyn. Das Bild ist nur dank hoher ISO-Werte so hell.

03.06.2020: Auch Gwendolyn ist erstaunt, über die Ruhe, die nun im Nest herrscht.

03.06.2020: Auch Gwendolyn ist erstaunt, über die Ruhe, die nun im Nest herrscht.

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.

*