Wir kriegen Nachwuchs – das Amsel-Tagebuch

Der Haus-Bau

Zunächst einmal: Der Nachwuchs ist noch nicht da, aber wir sind guter Hoffnung. Ergänzung am 18.05.2020: Mittlerweile sind die Küken geschlüpft.

Zuvor musste aber erst einmal das „Haus“ gebaut werden. Leider sind wir uns jetzt im Nachhinein nicht mehr ganz einig, an welchem Datum alles genau begonnen hat. Ich meine, es war der 29.04.2020, während Ingrid eher vom 30.04.2020 ausgeht (jedenfalls stammt von diesem Tag um 18:40 Uhr ihr erstes Handy-Foto).

Nun – am 29.04.2020 hatten jedenfalls unsere „Jungen“ den Aufstelltermin für ihr Fertigteilhaus. Aber justament an diesem Tag regnet es nach zuvor wochenlang anhaltender Trockenheit. Deshalb musste der Termin um einen Tag verschoben werden, am 30.04.2020 war aber alles unter Dach und Fach – erstaunlich wie schnell aus dem Nichts so ein Bau entsteht.

Zeitgleich mit diesem Ereignis – etwa 87 Kilometer Luftlinie weiter südwestlich: Auf unserer Terrasse: Die AlpenYetin weckt mich mit den Worten:

„Bei uns baut ein Vogel ein Nest.“

Schlaftrunken registrierte ich die Worte zwar, maß ihnen aber keine weitere Bedeutung zu, da wir bereits vor einigen Jahren unter der Dachrinne ein kleines Vogelnest hatten. Es war aber nicht sonderlich gut einsehbar und nur die regelmäßig ein- und ausfliegenden Elternvögel machten uns auf den Standort aufmerksam.

Ein Amselnest auf unserer Terrasse

t Ein Amselnest auf unserer Terrasse

Erst beim Blick auf die Terrasse war mir klar, was Ingrid meinte. Eine Amsel brachte immer wieder größere und kleinere Zweige, Blätter und Gräser heran und legte sie auf einem Querbalken nieder. Man konnte gut zusehen, wie das Nest merkbar wuchs. Welch eine Symbolik: Unsere Jungen bauen und exakt am selben Tag wird auch bei uns gebaut.

Durch das Fenster kann ich das Amsel-Männchen beobachten, wie es liebevoll sein ...

Durch das Fenster kann ich das Amsel-Männchen beobachten, wie es liebevoll sein …

Wie gesagt, ich bin ja der Meinung, dass alles am 29.04.2020 begonnen hat. Am späten Nachmittag des 30.04.2020 war das Nest jedenfalls schon deutlich in die Höhe gewachsen, es war interessant zu beobachten, wie geschickt sich die Amsel beim Nestbau mit den Schwanzfedern bei der Dachschräge abstützte. Jetzt im Nachhinein könnte ich auch nicht mehr sagen, ob es das Weibchen oder das Männchen war, welches die Bauarbeiten ausführte.

... Amsel-Weibchen im Nest betrachtet ...

… Amsel-Weibchen im Nest betrachtet …

Kurz überlegten wir, nach dem Ablegen der ersten Zweige diese wieder zu entfernen, da wir nicht sicher waren, wie sich der Standort „kotmäßig“ auf unseren Sommer auf „Terrassien“ auswirken würde. Aber natürlich brachten wir es nicht über´s Herz. Und zu guter Letzt freuten wir uns richtig.

... und ihm immer wieder einen kurzen Besuch abstattet.

… und ihm immer wieder einen kurzen Besuch abstattet.


Das Amsel-Tagebuch

  • 29.04.2020: Der Nestbau beginnt (könnte aber auch der 30.04.2020 frühmorgens gewesen sein). Nachtrag: Mittlerweile sind wir uns ziemlich sicher, dass alles erst am 30.04.2020 losgegangen ist.
  • 30.04.2020: Das Nest ist in seiner endgültigen Größe fertig.
  • 01.05.2020: Das Amsel-Pärchen zeigt sich heute nicht – wir sind etwas enttäuscht und holen im Internet erste Informationen über das Verhalten der Vögel ein, vielleicht wird es ja nur ihr Sommerhaus.
  • 02.05.2020: Bereits am frühen Vormittag halten sich immer wieder beide Amseln im (Weibchen) und am (Männchen) Nest auf. Immer wieder wird zurechtgezupft und zurechtgedrückt. Jetzt sind wir uns sicher: Hier wird wohl für Nachwuchs geplant. Ich positioniere meine Kamera und mache immer wieder Fotos und Videos. Das Nest ist aber leer.
  • 03.05.2020: Am Morgen ist das Weibchen wieder im Nest. Als sie es verlässt, nutze ich ihre Abwesenheit für einen Blick ins Nest: Und da … liegt … in einer wohlgeformten tiefen Mulde … ein Ei.
  • 03.05.2020: Selber Tag – Nachmittag. Das Weibchen hat das Nest wieder verlassen. Kurzer Blick => Hip Hip Hurra – Ei Nummer 2 ist da.
  • 03.05.2020: Ein fremder Vogel (ähnliche Größe, aber schlanker als „unser Weibchen“ mit leicht gekrümmten Schnabel) stolziert über das Geländer – und scheint Blicke auf das Nest zu werfen. Wir lassen den unerwünschten Gast nicht aus den Augen und sind bereit, im Ernstfall „unser Nest“ mit allen Mitteln zu verteidigen 🙂
  • 04.05.2020: Frühmorgens zwischen 06:00 und 07:30 Uhr – Enttäuschung / leichte Angst, da sich das Weibchen seit gestern schon mehr als 16 Stunden nicht mehr gezeigt hat. Und nein, wir können es nicht übersehen haben, da wir unsere Hälse schon wesentlich häufiger zur Terrasse rausstrecken als in den Fernseher, auf das Tablett, auf´s Handy oder in die Zeitung zu schauen. „Unser“ Männchen (vermute ich zumindest) sitzt auf der anderen Hausseite auf einem Mauervorsprung.
  • 04.05.2020: Ich muss in die Arbeit, Ingrid hat Urlaub und notiert: Amsel-Weibchen von 8:25 bis 8:45 und wieder ab 9:27 Uhr.
  • 04.05.2020: 15:45 Uhr: Ich komme nach Hause, kenne die neusten Nachrichten noch nicht und blicke traurig zum vogellosen Nest. Sofort die Kamera geholt und erste „Erkundungsvideos“. FREUDE 🙂 – der 4. Mai bringt Ei Nummer DREI
  • 04.05.2020: 16:04 Uhr: Das Männchen erscheint mit einigen Würmern im Schnabel und sucht wohl das Weibchen. Nach längerem Herumschweifen um das Nest und tiefen Blick in das Nest gönnt er sich die Mahlzeit selbst (also ER scheint mir sehr verantwortungsbewusst zu sein, während SIE wohl eher einen flatterhaften, liederlichen Lebenswandel führen dürfte 😉 ).
  • 05.05.2020 / Mittag: Frau Amsel – wie haben sie mittlerweile EILIN getauft (von AmsELIN aber mit noch einem „i“ für „Ei“ – die 2. Silbe ist langgezogen wie bei Eileen) – scheint sich meinen gestrigen Blog-Eintrag zu Herzen genommen zu haben. Denn heute ist sie fast den ganzen Vormittag über brav im Nest gesessen. Ihren Abflug kurz nach Mittag – sie hüpft mittlerweile bei leichtem Regen in Nachbars Garten herum – nutze ich rasch für eine Mini-Video-Sequenz, aus der ich wie gehabt ein Bild extrahiere: Fast wie erwartet – Ei Nummer VIER ist hier 🙂 .
  • 05.05.2020 / Nachmittag: Nachdem Eilin ausgeflogen ist schaut kurz der Amsel-Papa vorbei. Auch für ihn haben wir nun einen Namen. Herr Amsel – der AmslERICH. Sein offizieller Name ist also ERICH, für Freunde aber salopp Erdschi (auch weil er so gern in der Erde nach Würmern gräbt).
  • 05.05.2020 / Präabend ( (c) by Sheldon Cooper): Nachdem Eilin für längere Zeit ausgeflogen ist widme ich mich einmal unseren sonstigen gefiederten Freunden in der Nachbarschaft, die mich in den letzten 50 Jahren herzlich wenig bis gar nicht interessiert haben, und die ich ganz grob in 3 Kategorien einteilte: „Krah“ (alle größeren schwarzen Vögel), „Spotzn“ (alle Kleinen) und „Schwäubn“ (fliegen mit „gespaltenem Schwanz“). Mittlerweile – man hat sich ja kundig gemacht 😉 – sehe ich das natürlich wesentlich differenzierter: Innerhalb kurzer Zeit sind mir heute neben den Amseln (Schwarzdrosseln) aufgefallen (in der Reihenfolge der „Schönheit“): Mehrere farbenprächtige Stieglitz-Pärchen (*schlaumaier-modus-an* auch Distelfink genannt *schlaumaier-modus-aus*), 2 markant schwarz-weiß gezeichnete Bachstelzen, 1 Hausrotschwanz-Männchen, einige Schwalben (keine Ahnung ob Rauch- oder Mehl-), die beim Vorbeiflug ständig Geschwindigkeitsübertretungen begehen, Rabenkrähen in Nachbars Obstgarten bzw. angrenzender Wiese. Einen auffälligen Vogel konnte ich noch nicht richtig identifizieren – er läuft bei mir vorerst unter Buchfink (könnte aber auch ein Kleiber gewesen sein). Ja und dann gibt es da auch noch einige Gärten weiter, vielleicht in 100 Meter Luftlinie – den FEIND: Elstern. Zwar sehr schön, aber sie würden „unser Gelege“ fressen, was Ingrid und ich mit aller Vehemenz verhindern wollen.
  • 05.05.2020 / Nacht: Spätabends in der Finsternis der nun schon obligatorische Kontrollblick, der bisher immer nur ein leeres Nest vorgefunden hat. Die Terrassenlampe kann zwar den Nest-Standort nicht ausleuchten bzw. wirft gerade dort einen Schatten, aber heute kann ich zum ersten Mal schemenhaft Konturen ausmachen. Das wird doch nicht … oder doch? Ich möchte sie nicht blenden und leuchte nur ganz kurz mit der Taschenlampe nach oben. Tatsächlich, Eilin übernachtet heute – nach dem 4. Ei – wohl zum allerersten Mal im Nest. Ist sicher kein Fehler, sollen die Temperaturen doch wieder, wie bereits vor 2 bis 3 Nächten, gegen 0°C wandern. Eigentlich hätte sich das laut Internet ja bereits nach dem 3. Ei machen sollen – sie wird das aber wohl nicht gegoogelt haben.
  • 06.05.2020 / Morgen: Um 06:30 Uhr war Eilin nicht im Nest – vermutlich ist sie kurz zur Morgentoilette ausgeflogen. Um 08:00 Uhr sitzt sie brav im Nest, etwas später fliegt sie bei sehr kaltem Nordwind, aber Sonnenschein wieder weg. „Natürlich“ erkennt mein geübtes Vogelauge nun auch schon viele weitere gefiederte Bekannte. Heute habe ich auch das Hausrotschwanz-Weibchen (braun, im Gegensatz zum eher schwarz-grauen Männchen) auf der Straße gesehen. Er sitzt lieber oben am Dachfirst und beobachtet das Geschehen. Einen Haussperling (oder Spatz) konnte ich fotografieren, ich wusste gar nicht, dass die so verschiedene Farbvarianten und auch so eine schöne Zeichnung haben können. Leider fehlt mir aber das erforderliche Tele-Objektiv.
  • 06.05.2020 / 09:15 Uhr: Als ich in Eilin in einer anliegenden Wiese bei der Futtersuche beobachte scharwenzelt Erdschi in Nachbars Garten herum und beäugt misstrauisch mein Tun in der Nähe des Nests. Überrascht vernehme ich plötzlich seine mir bereits vertrauten Laute (schwer zu beschreiben). Er hat sich von hinten ins Nest geschlichen, wohl um nach dem Rechten zu sehen. Einige Insekten im Schnabel, wohl für seine Liebste gedacht. Und wie am 04.05. um 16:04 frisst er sie auch heute selber, nachdem er niemanden vorfindet. Kurz setzt er sich selbst ins Nest, aber bald darauf erschein Eilin. Sie „beschnäbeln“ sich und lösen einander ab. Man erkennt jetzt ganz deutlich die zunehmende Ernsthaftigkeit bei ihrer Brutpflege.
  • 06.05.2020 / 11:20 Uhr: Eilin fliegt weg (wie sich bald herausstellt nur für 8 Minuten). Generell werden ihre Ausflugszeiten jetzt merklich weniger und kürzer. Ich nutze diese Gelegenheit gleich, um wieder einmal einen Video-Blick ins Nest zu erhaschen. Und o Freude: Das 5. Ei liegt in der tiefen Nestmulde.
  • 06.05.2020: Zwischenzeitlich entdecke ich wieder eine neue Vogelart auf Nachbars Traktorscheunen-First: Es dürfte eine Kohlmeise sein.
  • 07.05.2020: Am frühen Morgen entdecke ich die vermutete Kohlmeise neuerlich, dieses Mal auf dem Nachbar-Wohnhaus.
  • 07.05.2020 15:00 Uhr: Es wird immer schwieriger, das Nest unbewacht anzutreffen. Einen kurzen Ausflug von Eilin nutze ich für einen Kontrollblick mit der vorbereiteten Kamera, den ich ja platzbedingt immer im Blindflug vornehmen muss. Dazu habe ich die schmale 8 Jahre alte Kompaktkamera an einem langen Einbeinstativ befestigt und schiebe dieses über den schmalen Bereich zwischen Dach und Nest, tunlichst ohne dieses zu berühren. Irgendwo habe ich gelesen, dass Amseln die Eier immer zwischen 10:00 und 15:00 Uhr legen. Keine Ahnung, wie Amseln die Uhrzeit so genau wissen und eigentlich rechnete ich auch nicht mit einem weiteren Ei, nachdem das Gelege bereits gestern die typische Standardanzahl von 5 Eiern beinhaltete. Einbahnstativ zurückgezogen, Video kontrolliert – Überraschung: Im Nest liegen jetzt sechs Eier. Der einzige Wermutstropfen: Der beschränkte Platz und Weitwinkel reicht mittlerweile nicht mehr, um alle 6 Eier komplett ins Bild zu bekommen 🙂 .
  • 08.05.2020 16:45 Uhr: Gegen 17:00 Uhr ist jeden Tag ein zuverlässiger Zeitpunkt, an dem Eilin das Nest verlässt. Nur um sicher zu gehen habe ich wieder kurz ins Nest gefilmt. Das Gelege ist komplett – es ist bei den 6 Eiern geblieben. Eilin sitzt jetzt fast den ganzen Tag über geduldig auf den Eiern, heute scheint sie etwas unter der Temperatur von +24°C bei kaum Wind ein wenig zu leiden. Zumindest interpretiere ich ihren geöffneten Schnabel dahingehend. Gelegentlich fallen ihr beim Brüten die Augen zu.
  • 08.05.2020 Frühabend: Nachdem sich im Nest nichts Neues tut, beobachte ich wieder einmal durch das Fernglas die Vogelwelt in den 4 Lieblingsgebieten unserer Amseln in der Nachbarschaft (mir ist ja nach wie vor schleierhaft, warum sich kein Vogel auf unserem schmalen Rasenstreifen aufhalten will. Naja, Rasen ist vielleicht etwas zu wohlwollend formuliert. Und wenn auch die „inneren Werte“ unseres „Rasens“ so sind, wie er äußerlich ausschaut, dann verstehe ich die Vögel 😉 . In den 4 Lieblingsgebieten unserer Amseln geht es aber kurz vor und nach Sonnenuntergang hoch her. Im Blumengarten der Nachbarin, an den sandigen, spärlichen Grünstreifen neben der Straße (selbst da halten sich die Vögel lieber auf, als in unserem Garten), am Holzlagerplatz mit einigen Bäumen eines anderen Nachbarn und schließlich im großen Obstgarten des dritten Nachbarn. Und dort entdecke ich ein größeres „Etwas“, das sich den Stamm hinauf bewegt. Im Fernglas erkenne ich einen wunderschön gezeichneten größeren Vogel, den ich eindeutig als Buntspecht identifiziere. Als „Kenner“ weiß ich jetzt: Es ist natürlich ein Weibchen. Natürlich 🙂 . Noch etwas entdecke ich, was mir ein wenig Sorgen bereitet: Eine Katze streunt immer wieder in der Gegend herum – genau auf den angeführten Lieblingsorten unserer Amseln. Das könnte noch zu schicksalshaften Ereignissen führen, wenn unsere Kleinvögel einmal das Nest verlassen haben aber auf Grund des zu kurzen Schwanzes noch nicht fliegen können.
  • 08.05.2020 nach Sonnenuntergang: Es wird schon recht duster. Eilin ist noch einmal ausgeflogen und trifft sich in Nachbars Garten mit Erdschi. Als es schon fast finster wird, kehrt sie wieder zurück – er im Schlepptau. Kurz pfeifen sie sich noch ein Abschiedslied, das Gutenacht-Bussi entfällt vermutlich, weil ich mich wieder auf der Terrasse herumtreibe. Dann fliegt er in sein Nachtlager.
  • 09.05.2020 – Mittag: Alles gut – keine besonderen Vorkommnisse. Eilin sitzt nahezu unentwegt im Nest. Nur gelegentlich fliegt sie kurz weg, um sich die „Flügel zu vertreten“ oder einen Toilettenplatz aufzusuchen. Denn im Umfeld des Nestes achtet sie auf peinliche Sauberkeit um ihren Feinden ja keinen Hinweis auf ihr Gelege zu liefern. Es ist auch interessant  zu beobachten, wie sie das Nest immer aus verschiedenen Richtungen anfliegt, um keinen Verdacht für Fressfeinde und Eierdiebe zu liefern. Mich akzeptiert sie mittlerweile auf der Terrasse. Das anfängliche Gezeter habe ich jetzt schon einige Tage nicht mehr vernommen. Geht aber unten auf der Straße jemand vorbei, streckt sich sofort den Kopf um besser zu sehen oder duckt sich ins Nest. Eine ähnliche Stellung schiebe ich aber eher auf die Müdigkeit: Gelegentlich steckt sie den Schnabel tief ins Nest und verweilt so – vielleicht dreht sie aber auch nur die Eier um.
  • 09.05.2020: /* Insider — */ In der Nähe des Nests treibt sich mittlerweile ein weiterer Gast herum (Siehe Foto ganz unten, am Ende des Artikels) 🙂 Über dessen Absichten bin ich mir noch nicht ganz sicher. /* — Insider */
  • 10.05.2020 – Muttertag: Zur Feier des Tages erscheint Erdschi am Nachmittag sogar 2 Mal hintereinander beim Nest, um der werdenden Amsel-Mama ein kurzes, fast scheues Liedchen zu trällern. Ich habe ja die Theorie, dass er noch ein recht junges unerfahrenes Männchen ist, während sie schon auf viel Lebenserfahrung zurückblicken kann.
  • 11.05.2020 – 06:30 Uhr: AUFREGUNG am frühen Morgen. Eine große Krähe auf unserer Terrasse. Das Nest ist unbewacht. Ich weiß aber nicht, ob Eilin vorher geflohen ist oder die Krähe ihre Abwesenheit für eine Erkundung genutzt hat. Denn die Krähe ist der Todfeind der Amselkinder. Noch lieber als die Eier zu stehlen frisst sie aber die frisch geschlüpften Amselbabys bzw. bringt diese wiederum ihrem Nachwuchs. Natürlich verjage ich das schwarze Ungeheuer. Nur gut, dass ich mir am Vortag von der Haus-Baustelle unserer Jungen einen Stock mitgenommen habe. Eigentlich wollte ich ihn ja im Büro zur Abstandsmessung verwenden, wofür er sich mit seinen 87 cm an der längeren, spitzen Stelle am ausgestreckten Arm hervorragend geeignet hätte. So aber wird er jetzt für die Flugabwehr verwendet. Und eins ist klar: Ich werde mit allen Kräften darauf achten, dass zwischen Krähe und Amselnest immer mindestens ein Abstand für einen „Baby-Elefanten“ bleibt, wie neuerdings der Ur-Meter bezeichnet wird.
  • 11.05.2020 – 16:30 Uhr: Als ich am Nachmittag von der Arbeit nach Hause komme nutze ich eine kurze Abwesenheit von Eilin um einen Sicherheits-Videoblick ins Nest zu werfen. Das Gelege ist vollständig. Ein Ei unterscheidet sich allerdings in der Farbe deutlich von den 5 anderen. Es wirkt wesentlich farbloser und blasser. Keine Ahnung ob das etwas zu bedeuten hat, ob es nicht befruchtet ist oder nicht bebrütet wird.
  • 11.05.2020 – Präabend ( (c) by Sheldon Cooper): Unter einer Dachrinne – vielleicht 5 Meter schräg unter dem Amselnest – entdecke ich ein weiteres Vogelnest. Gut versteckt in einer Nische. Mir war zwar schon vor einem Tag so, als ob ich von dort leises Vogelgezwitscher vernehme, aber heute sind fast im Minutentakt beide Spatzen-Eltern – das eher mausgraue Weibchen und das wunderschön gezeichnete Männchen – mit gefülltem Schnabel ins Nest geflogen.
  • 12.05.2020 – 09:30 Uhr: In der Nacht ist ein starker Sturm mit intensivem Regen über uns hinweggezogen. Kurz hat es sogar so ausgesehen, als würde es noch einmal schneien und tatsächlich sind die umliegenden Berge leicht „angezuckert“. Einige Nestbestandteile liegen auf der Terrasse herum und zwischen den Balken hängen weitere Zweige herunter. Im Großen und Ganzen dürfte das Nest das Unwetter aber unbeschadet überstanden haben und Eilin brütet auch ganz normal. Mittlerweile sind wir auch so vertraut miteinander, dass sie sich überhaupt nicht mehr irritieren lässt, wenn ich knapp unter ihrem Nest stehe.
  • 13.05.2020 – 20:50 Uhr: Eilin sitzt mit wenigen, kurzen Unterbrechungen den ganzen Tag über geduldig und fürsorglich im Nest. Ich habe richtig Mitleid mit ihr, wenn ihr vor Müdigkeit wieder einmal die Augen zufallen oder sie das Köpflein im Nest vergräbt. Sobald die Sonne durch die Wolken kommt und es etwas wärmer wird, öffnet sie den Schnabel. Ich bin schon schwer in Versuchung, ihr ein Schälchen mit Wasser hinzustellen oder ihr einige Früchte (Äpfel, Heidelbeeren, Erdbeeren), Rosinen oder Haferflocken zu kredenzen. Immer wieder steht sie auf, um entweder die Eier oder sich selbst zu wenden. Man kann ihr fast ansehen, wie anstrengend es ist, den ganzen Tag im Nest zu verbringen. Sobald aber die Abenddämmerung anbricht – derzeit bei uns ca. um 20:30 Uhr – da hält es sie nicht mehr im Nest. Bei diesen Lichtverhältnissen wird sie magisch nach draußen gezogen. Nur gestern war sie schon eine halbe Stunde früher dran – vermutlich wegen der kälteren Temperaturen. In der Nachbarschaft sind wieder einige Feinde aufgetaucht. Wahrscheinlich halten mich die Nachbarn (spätestens jetzt) für verrückt, weil ich so häufig mit dem Fernglas auf der Terrasse stehe und die Umgebung inspiziere. Die Krähe macht mir etwas Sorgen. Heute hat sie sich in einem Baum in unserer Nähe niedergelassen und das Nest längere Zeit beäugt. Eine weitere Katze hat für große Unruhe bei kleineren Vögeln gesorgt, als sie auf ein Garagendach gesprungen ist. Auch dich werde ich im Auge behalten. An unserer Grundstücksgrenze ist für euch alle Endstation.
  • 14.05.2020: Keine besonderen Vorkommnisse. Der Abendausflug erfolgte heute wegen der schlechtwetterbedingt früher anbrechenden Dunkelheit bereits eine halbe Stunde früher.
  • 15.05.2020 – 14:00 Uhr: Ich weiß nicht, ob es Zufall ist, mit dem feuchten Wetter zusammenhängt oder bereits verstärkte Aktivitäten im Zusammenhang mit der nahenden Küken-Geburt sind, die ich eigentlich frühestens in 2 bis 3 Tagen erwarten würde: Aber so lange wie heute habe ich Erdschi überhaupt noch nie in Sichtweite des Nestes gesehen. Er scheint den leichten Nieselregen geradewegs zu genießen, tänzelt auf den umliegenden Dachfirsten herum und trällert harmonische Melodien. Schließlich lässt er sich auf der Spitze des höchsten Baumes in der Umgebung nieder und gibt seine schönsten Lieder zum Besten. Auch über das Lieblingsessen des Eltern-Paares konnte ich heute neue Erkenntnisse gewinnen: Während Erdschi eher die kleinen Würmer bevorzugt und einen großen Regenwurm nach dem Herauspicken sogar verschmäht, scheint Eilin die fetten, langen Würmer zu lieben, von denen sie sich immer wieder kleine Stückchen abhackt.
  • 16.05.2020: Erdschi hat sich zwar auch heute wiederholt im Umfeld des Nests gezeigt, seine gestrigen melodischen Gesänge dürften aber weniger seiner Holden gewidmet sondern eine Ode an den ohne Wind schnurgerade vom Himmel fallenden Dauer-Nieselregen gewesen sein. Einmal landet das Amsel-Männchen auf dem Terrassen-Geländer, wohl weil ich ihm nicht ganz geheuer bin, als ich am Boden herumkrieche, um das Spatzennest unter der Regenrinne durch eine Ritze des Balkons zu filmen. Ansonsten geht alles seinen gewohnten Gang.
  • 17.05.2020 – Mittag: Eilin scheint uns mittlerweile wirklich sehr zu vertrauen. Selbst heute Vormittag, als Ingrid und ich in ihrer in den letzten Tagen gewählten Einflugschneise stehen, lässt sie sich nicht davon abhalten, ihr Gelege anzufliegen. Nur ihren sonst üblichen großen Anflugbogen musste sie etwas abkürzen und kaum mehr als 1 Meter an uns vorbei landet sie im Nest. Kein schrilles Gezeter, kein aufgeregtes Tak-Tak-Tak. Wir sind schon neugierig, ob sich das nach Ankunft der Küken ändern wird. Heute haben wir wieder ein neues Verhalten kennen gelernt. Bei der Nahrungssuche trifft sich Eilin mit einem Amsel-Männchen – wir gingen eigentlich von Erdschi aus. Es gesellte sich aber mehrfach ein weiteres Amsel-Weibchen aus dem West-Revier hinzu. Ist da ein ménage à trois am Laufen? Auch im Osten gibt es ein Amsel-Pärchen. Im Norden sehe ich nur bis zu einem höhen Haus, aber von der anderen Bach- und Straßenseite sind gelegentlich schöne Amselgesänge zu vernehmen. Einzig der Süden ist amselfrei: Nach einem Obstgarten, folgt offenes Wiesengelände – das Revier junger Kälber und der Krähen.
  • 17.05.2020 – 21:00 Uhr: Eilin ist heute wieder zur gewohnten Uhrzeit zum Nachtplauscherl mit Erdsch geflogen. Der Nachmittag verlief im Großen und Ganzen normal – mit 2 kurzen Ausnahmen: Gab es am Vormittag ein Dreier-Treffen zwischen Eilin und einem weiteren Amsel-Weibchen sowie einem Männchen, so spielte sich die Geschlechterverteilung am Nachmittag umgekehrt ab. Eilin – gefolgt von 2 Männchen. Anders als beim vormittäglichen friedlichen Stelldichein stritten sich jetzt die beiden Amsel-Hähne aber lautstark. Bereits vor einer Woche konnte ich so einen Kampf beobachten, als beide Männchen flügelschlagend vom Boden immer höher aufstiegen. Heute lieferten sie sich ein Verfolgungsduell in der Luft. Am späteren Nachmittag dann die nächste Auseinandersetzung. Die besonders melodisch klingende Nord-Amsel (meine Vermutung) wurde von einer anderen Amsel (vermutlich Erdsch) angegriffen. Die Attacke war aber rasch wieder vorüber, die Nordamsel flog über Bach und Straße ihr Revier an.
  • 18.05.2020 – 15:00 Uhr: Bereits vor einer Woche habe ich als selbsternannter Amsel-Gynäkologe den Geburtstermin des ersten Babys für den heutigen Tag errechnet und am 15. Mai in diesem Blog auch darauf hingewiesen. Deshalb war ich natürlich höchst gespannt, als ich heute von der Arbeit nach Hause kam und Eilin gerade nicht im Nest saß. Erstmals seit 10 Tagen nutzte ich deshalb rasch die Gelegenheit und habe wieder einmal einen Video-Blick ins Nest gewagt: Und oh Jubel und Hurra – das erste Küken 🙂 ist heut da. Zwar noch nackt und schiach, aber trotzdem sehr niedlich. Für Dich, kleiner Piepmatz haben wir den Namen „Stevie Urcle“ (sprich: Stiewi Örkl) auserkoren. Papa Amsel trällert im nahen Obstgarten auf einem Baum sitzend mit stolzgeschwellter Brust seine allerschönsten Melodien und Harmonien.
  • 18.05.2020 – 18:35 Uhr: Eilin sitzt sehr unruhig im Nest. Auf und nieder, links herum und rechts herum. Manchmal öffnet sie den Schnabel und es sieht so aus, als ob sie etwas hervorwürgen würde – dann senkt sie den Schnabel in das Nest. Ist das die erste Form der Fütterung? Beim nächsten Ausflug packe ich wieder rasch die kleine Kamera – und siehe da: Amsel-Baby Nummer 2 sitzt noch halb im Ei 🙂 . Da kann es natürlich nur einen Namen geben: Calimero.
  • 18.05.2020 – 20:00 Uhr: Es geht jetzt Schlag auf Schlag. Eilin fliegt weg, kommt wieder, fliegt weg. Ich kann nicht anders – Blick ins Nest: Amsel-Nachwuchs Drei und Vier sind hier 🙂 . Namen haben wir noch keine, weil es so rasch gegangen ist. Wo ist Erdschi? Wenn der nicht bald beim Nest auftaucht und seinen Vaterpflichten nachkommt, kriegt er es mit mir zu tun.
  • 18.05.2020 – 21:11 Uhr: Die letzte Amsel – die am schönsten in der ganzen Gegend singende Nord-Amsel – verstummt. Danach ist noch einige Male Kuckucksrufen zu hören, dann legt sich Stille über die ländliche Landschaft. Erdschi ist nicht mehr aufgetaucht.
  • 19.05.2020 – 07:00 Uhr: Nach wie vor sind erst 4 Küken geschlüpft und liegen mit den 2 verbliebenen Eiern kreuz und quer im Nest. Eilin bringt jetzt gelegentlich winzige Würmchen ins Nest. Von Erdschi gibt es nach wie vor keine Spur. Wenn er mir unter die Augen kommt werde ich ihm einmal ordentlich die Ohren langziehen. Dann ist es vorbei mit seiner Schönheit, dann kann er höchstens noch Bundeskanzler werden. Für die Küken Nummer 3 und 4 haben wir mittlerweile die Namen Max & Moritz ausgewählt. Ingrids Einwand, dass wir bisher nur Jungen-Namen haben, ist zwar berechtigt, wir werden die Amsel-Kinder später aber ohnehin nie unterscheiden und tatsächlich identifizieren können. Und überhaupt: Wurde eigentlich bei Calimero jemals geklärt, welchen Geschlechts er/sie/es ist? Vor 2 Tagen am Abend habe ich einen neuen Vogelgesang vernommen. Ich bin mir nicht sicher, aber es könnte sich tatsächlich um ein Rotkelchen gehandelt haben. Ziemlich sicher bin ich mir allerdings seit heute bei den zwischen den Steinen im uralten Nachbarstall in einem Loch nistenden Nachbarn: Das müssten definitiv Kohlmeisen sein.
  • 19.05.2020 – 09:30 Uhr: Grässliches Kreischen bei der Nord-Amsel (das ist die, die am Allerschönsten in der Gegend singt): 2 Elstern durchkämmen dort die Bäume. Dieses Mal ist es mir gelungen, sie mit meinem bescheidenen Teleobjektiv zu erwischen.
  • 19.05.2020 – 09:55 Uhr: Nachdem ich Eilin eine Weile beobachtet habe, wie sie Eierschalen gefressen hat, habe ich ihren nächsten Ausflug ausgenutzt, um einen kurzen Blick ins Nest zu erhaschen. Und wie vermutet, erkennt man jetzt fünf lange Amsel-Hälse, die einen viel zu großen und schweren Kopf zu tragen haben 🙂 sowie das letzte verbliebene Ei.
  • 19.05.2020 – 15:40 Uhr: Auf dem Dach unserer Terrasse erhob sich ein Gepolter. In einer Mulde sammelt sich dort das Wasser, welche diverse Kleinvögel gerne für ein Bad nutzen. Heute aber war es wesentlich lauter. Schnell schraubte ich eine kleine Kamera auf ein Einbeinstativ und navigierte sie im Blindflug nach oben, als plötzlich eine große Krähe vom Dach abhob. Das Gerumpel war aber noch nicht vorüber und ich konnte eine 2. Krähe filmen, die die Kamera wohl nicht sofort wahrgenommen hat. Bald aber erhob auch sie sich in die Lüfte. Ich hab´s euch schon einmal gesagt: Unser Haus ist tabu für euch, solange die Kleinen im Nest sind.
  • 19.05.2020 – 16:44 Uhr: Eilin ist mittlerweile im Höchsteinsatz – man kann ihr die Erschöpfung auch ein bisschen ansehen. Im Nest sitzen, die Jungen wärmen, ausfliegen, mit kleinen Würmern wieder kommen. Ein dieser Nahrungssammelausflüge nutze ich wieder für einen Blick ins Nest. Das letzte Ei ist verschwunden. Aber mir scheint, als ob ich im Gewusel der nackten, mit leichtem Flaum bedeckten Körperchen nur 5 Schnäbel erkennen kann. Leises Piepsen ist aus dem Nest zu hören. Also wenn ich mich nicht verzählt habe, dürfte Eilin das letzte Ei mangels Befruchtung/Bruterfolges entsorgt haben.
  • 19.05.2020 – 19:50 Uhr: Unermüdlich schafft die fürsorgliche Amsel-Mama Eilin Futter für den zaghaft piepsenden Nachwuchs heran. Gerade konnte ich sie beobachten, wie sie keine 10 Meter von mir entfernt einen dicken fetten Regenwurm wie einen zähen Kaugummi aus der Wiese geholt hat. Eilin hat ja immer schon die fetten Würmer bevorzugt und ich dachte auch, dass sie diesen nahrhaften Protein-Snack wohl selbst verzehren wird. Ja, einige Stücke hat sie sich schon gegönnt, den Großteil des Wurmes hat sie aber auf die Straße gezerrt und dort in ganz kleine Stückchen filetiert, diese in den Schnabel aufgenommen und ihren Babys ins Nest gebracht.
  • 19.05.2020 – 21:00 Uhr: Ein aufregender, ereignisreicher Tag in der Vogelwelt ist zu Ende gegangen – heute wetterbedingt eine Viertelstunde früher. Ich habe neue Vogel-Nachbarn fotografieren können (Kohlmeise, Rauchschwalbe) , habe Feinde in der Nachbarschaft beobachtet (Elstern, Krähen, Katzen) und das letzte Küken ist geschlüpft (das sechste Ei dürfte es nicht geschafft haben). Mittlerweile haben wir Angst, dass Erdschi etwas passiert sein könnte. Denn die gestrigen schönen Gesänge in der Nähe des Nests am Tag der Geburt von 4 seiner Kinder stammten definitiv nicht von ihm (wie eine Analyse der Fotos und Videos ergeben hat). Die letzten „bestätigten Sichtungen“ stammten von Sonntag (2 Tage her), als ich einige heftige Amsel-Hahnenkämpfe und Verfolgungsjagden beobachtet hatte. Hoffentlich hat sich Erdschi vom dominanten West-Männchen nicht einschüchtern oder gar verjagen bzw. verletzen lassen. Erdschi – melde Dich: Dein Familie braucht Deine Unterstützung bei der Nahrungsbeschaffung!
  • 19.05.2020 – Tagesabschluss: Neben den Vogelbeobachtungen gab es jetzt am Abend noch ein weiteres Ereignis und zwar eine versuchte Rettungsaktion: Eine verstörte Katze, die zuvor von einem Hund über ein großes frisch gejauchnetes Feld gejagt wurde, ist irgendwie auf unser Hüttendach gelangt und traute sich nicht mehr herunter. Zwar zählt sie zu den Feinden unserer Amseln, aber Ihr jämmerliches Miauen erregte doch unser Mitleid. Wir schafften es aber nicht, sie über die Leiter zum Abstieg zu animieren, sie zog sich durch eine Dachverbindung in die Nachbar-Scheune zurück, wo sie auch zu Hause ist. Sicherheitshalber haben wir ihr noch einen Gartentisch so platziert, dass sie im Notfall doch vom Dach springen könnte, nicht aber ohne ihr zuvor das Versprechen abzunehmen, unsere Amseln gefälligst in Ruhe zu lassen.
  • 20.05.2020 – Morgen: Mir gelingen wieder 2 neue Vogelsichtungen. Während des Fotografierens konnte ich das noch gar nicht erkennen, die vergrößerten Darstellungen am Monitor zeigen aber ganz deutlich einen Blaufink und einen … „weiß nicht genau“: Am ehesten Girlitz oder Grünfink (Fotos gibt´s unten bei den „gefiederten Vogelnachbarn“). Für die auf einem gelben Kabel sitzende Rauchschwalbe (heute von vorne) war ich leider zu langsam. Übrigens haben wir heute ganz früh (kurz nach Mitternacht) den Namen für unser 5. Küken festgelegt: Pippi (nach Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf) – möge unsere Nachzüglerin auch so stark werden wie ihre Namensgeberin.
  • 20.05.2020 – Mittag: Findet Erdschi. Allmählich machen wir uns große Sorgen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Amsel-Papa nach seiner anfänglich so übernatürlich großen Fürsorglichkeit jetzt plötzlich so ein verantwortungsloser Banause geworden sein soll. Viel eher fürchte ich, dass er sich vom dominanten West-Männchen einschüchtern und dauerhaft verscheuchen ließ oder dass noch Schlimmeres passiert ist. Apropos Schlimmeres: Im Nord-Sektor sorgt wieder eine Elster für aufgescheuchtes Vogelgezwitscher. Und noch einmal apropos Schlimmeres. Das dominante Amsel-Paar aus dem West-Revier hat mittlerweile auch den gesamten Süden in Beschlag genommen, von dem ich am 17.05.2020 zu Mittag noch geschrieben habe, er sei amselfrei. Und seit heute sind diese „Großgrundbesitzer“ so dreist, und vereinnahmen auch noch den schmalen, kargen Grünstreifen neben der Straße, auf dem Eilin ihre Würmer sammelt. Es gibt zwar keine Feindseligkeiten, aber vielleicht ist das der Grund, warum Eilin zur Nahrungssuche jetzt immer weit außerhalb meines Blickfeldes wegfliegt. Zumindest sehe ich sie nicht mehr so oft in unserer Nähe. Auch ein weiteres, etwas kleinere Amsel-Männchen im Nordwesten hat der West-Silberrücken heute von einem Baum vertrieben. Eilin, landbesitzmäßig ohnehin bis jetzt schon ein Habenichts (wie auch wir, deshalb ja auch die große Sympathie 😉  ) , und nun ist ihr dieses winzige Refugium auch nicht mehr vom Amsel-Nachbarn vergönnt. Sie könnte ja noch auf unseren Rasen ausweichen, aber unerklärlicherweise 😉 wird der ja von allen Lebewesen verschmäht (selbst von den Pflanzen und Unkraut).
  • 20.05.2020 – 17:00 Uhr: Eilin verlässt jetzt immer häufiger und länger das Nest. Ihre hungrigen Küken verlangen ihr wohl alles ab. Länger als 10 Minuten sitzt sie nur selten bei ihren Nackedeis im Nest, was heute bei dem kalten Nordwind und Temperaturen mit Tendenz zur Einstelligkeit vielleicht gar nicht so gut ist. Aber als fürsorgliche Alleinerzieherin und einzige Ernährerin muss sie auch bei Wind und Wetter raus, das hilft nix. Aber so wie ich die Amseln kenne, macht ihnen leichter Nieselregen gar nichts aus – im Gegenteil. Und einige ihrer Ausflüge nutze ich für Videoblicke ins Nest. Nachdem ich mir jetzt einige Videos in Super-Zeitlupe angesehen habe, glaube ich fast, dass ich mich gestern verzählt habe. Mir scheint so, als ob da im Gewusel aus langen Hälsen, blinden Augen, kleinen Schnäbeln und von Gänsehaut (oder heißt das hier Amselhaut) überzogener nackter Haut – geziert von ein paar im Wind flatternden Flaumfedern doch sechs Küken (?) zu finden sind. Allerdings hat der Autofokus meiner billigen, altersschwachen Kompaktkamera einige Probleme, vor allem wenn die Schnäbelchen der größeren Küken emporschnellen, sobald ich mit der Stativstange bei einem Balken anstoße. Was bei den Videos am Tag 3 bzw. 2 für die jungen Amseln auf dieser Welt aber bereits deutlich erkennbar ist: Es gibt 3 merkbar größere Küken. Das Vierte hat etwas Abstand. Und dann gibt es noch die kleine Pippi. Wenn sich die 3 bis 4 Größeren aufrichten, kommt unter dem gesamten „Vogelhaufen“ noch etwas Winziges 🙂 zum Vorschein. Aber ganz sicher bin ich mir noch nicht, deshalb möchte ich mit einer Namensvergabe auf jeden Fall noch zuwarten. Einen weiteren Schnabel zu stopfen macht es halt für die tapfere Einzelkämpferin Eilin nicht einfacher.
  • 20.05.2020 – 21:12 Uhr: Heute ist der Tod über das Amsel-Land gezogen: Und zwar in Form eines Turmfalken, in den Fängen eine große Maus und im Schlepptau eine schmarotzerische Elster. Als ich nach Eilin sehen wollte, die das Nest zur Nahrungssuche für ihre Jungen verlassen hatte, bemerkte ich zufällig am bedeckten Himmel einen großen, mir unbekannten Vogel. Ziemlich zeitgleich kam auch Eilin aufgeregte Laute von sich gebend mit vollem Schnabel zurück, flog aber nicht das Nest an. Aus Nachbarsgarten im Süden weitere aufgeregte Amsel-Laute: Das „West-Amselpaar“. Da erst bemerkte ich, dass sich der große Greifvogel in einem hohen Obstbaum, etwa 30 Meter entfernt, niedergelassen hatte. Und noch etwas stach mir ins Auge: Das schwarz-weiße Gefieder einer perfiden Elster. Im selben Baum. Nur wenige Meter, wenn überhaupt, vom Turmfalken entfernt. Überall in den Bäumen aufgeregtes Gezwitscher und Gezeter. Eilin wartete nach wie vor am Dach des Nachbarhauses im Norden und gab ihre typischen Warnrufe von sich, die sich in den ersten Tagen im Nest auch bei mir benutzt hatte (als wir noch keine so guten Freunde waren). Der Turmfalke (dass es einer war, wusste ich erst durch eine nachträgliche Internet-Recherche) schien etwas zu rupfen und fressen. Der Wind wehte Feder oder Fellstücke davon. Dreibeinstativ raus auf die Terrasse. Kamera drauf und eingeschalten und den Turmfalken gefilmt und zwischendurch auch fotografiert. Mein alte defekte Kamera geholt – zum Filmen taugt sie noch. Hektik. Eilin ist ganz aufgeregt – mittlerweile sitzt sie in unserer Regenrinne. Die kleinen Würmchen noch immer im Schnabel. Für die alte Kamera brauch ich noch ein besseres Zoom-Objektiv. Wieder rein und wieder raus. Eilin hat sich mittlerweile ins Nest getraut und sitzt ganz nieder gebückt auf ihren Jungen. Ah, ich brauch zum Filmen für die 2. Kamera noch ein Stativ. Wieder rein – Einbeinstativ (das Gute) geholt – wieder raus. Die neue Kamera läuft ohnehin und filmt alles mit. Endlich ist auch die 2. Kamera einsatzbereit. Stress pur. Durch das Fernglas erkenne ich jetzt, dass es sich um keinen Vogel sondern „nur“ um eine Maus handelt. Die West-Amseln zetern – sie ist Richtung „Tatort“ geflogen, er sitzt feige im Garten der Nachbarin auf einem Zaunpfahl. Wie bereits geschrieben – eine Dreiviertelstunde dauert dieses blutige Schauspiel. Nachdem sich der Turmfalke verzogen hat, labt sich die Elster an den letzten Brocken. Gedanken an Erdschi kommen mir in den Sinn. Hat auch ihn so ein tragisches Schicksal seiner wartenden Familie entrissen? Und wartet heute irgendwo eine Mausefamilie auf den Vater oder noch schlimmer: Gibt es da draußen hungrige Mäusemäuler, die ihre Mutter nie mehr sehen werden? Mittlerweile ist es wieder still geworden. Die letzte Amsel (wie immer die besonders schön klingende Nord-Amsel) hat um 21:09 Uhr ihr Nachtlied beendet, einmal noch meldet sich ein Hausrotschwanz, um das letzte Wort im Garten zu haben. 3 Minuten später verklingt auch der letzte Kuckucksruf im nahen Wald. Unsere Gedanken sind bei Erdschi.
  • 21.05.2020 – 09:44 Uhr: Jetzt sind wir uns sicher: Im Nest befinden sich 6 Amsel-Küken. Für unser winziges Nachzügler-Nesthäkchen haben wir den Namen Ylvi ausgewählt 🙂 .
  • 21.05.2020 – 18:30 Uhr: Nahezu pausenlos schafft Eilin Würmer für ihren Nachwuchs heran. Aber zum Zug scheinen immer nur die größten Schreihälse mit den längsten Schnäbeln zu kommen.
  • 21.05.2020 – 21:30 Uhr: Zum letzten Mal ist Eilin heute erst in der Abenddämmerung um 21:09 Uhr mit einem Schnabel voller Würmer zu ihrer Kinderschar zurückgekehrt, zu einem Zeitpunkt, als die Fledermäuse bereits ihre Verstecke verlassen haben. Um 21:12 Uhr verklingt das letzte Amsellied – wie sollte es anders sein – von der melodischen Nord-Amsel. 2 Minuten später verstummte auch der Kuckuck im südlichen Wald. Bei einer kleinen Wald- und Wiesen-Wanderung haben wir heute wieder neue Vogelarten kennengelernt, die ich aber erst identifizieren muss. Von der Terrasse aus gelang es mir heute erstmals, Stieglitze abzulichten. Leider waren sie sehr weit entfernt und die Lichtverhältnisse unterdurchschnittlich. Einen weiteren unbekannten Vogel am Vormittag konnten wir ebenfalls noch nicht einordnen. Am späteren Nachmittag und Früh-Abend hielt sich 2 Mal eine große Krähe auf dem Nachbardach auf, keine 15 Meter Luftlinie zu unserem Amsel-Nest. Und das dominante West-Männchen, welches sein Revier immer weiter vergrößert, wurde heute 2 Mal von einer Elster gejagt. Einmal ebenfalls nicht allzu weit entfernt von „unserem“ Nest. Aber unsere 7-köpfige Amsel-Belegschaft konnte einen weiteren Tag unbeschadet überstehen.
  • 22.05.2020 – 12:00 Uhr: Eilin unternimmt jetzt immer längere Ausflüge, um die hungrigen Schnäbel ihrer bettelnden Jungen stopfen zu können. Manchmal fliegt sie sofort wieder weg, wenn sie ihre erste Wurmlieferung bei den Kleinen abgeladen und deren Kacksi verspeist hat. Lässt sie sich doch einmal im Nest nieder, um die Jungen zu wärmen, fallen ihr häufig sofort die Augen zu. Sie dürfte ziemlich müde sein, muss sie doch ganz alleine die Arbeit leisten, die sich die Amsel-Eltern normalerweise untereinander aufteilen. Die für ihren Eigenbedarf bereitgestellte Futterstelle mit Apfel, Erdbeeren, Kirschen, Rosinen und Haferflocken hat sie nicht angerührt.
  • 22.05.2020 – 21:15 Uhr: Nachtruhe ist eingekehrt in der Vogelwelt an diesem noch recht lauen Abend. In der bereits bestens einstudierten Reihenfolge wurde es still: Zuerst alle anderen Vögel, dann um 21:07 Uhr die letzte Amsel (natürlich die Nord-Amsel). Dann musste wieder wie gewohnt der Hausrotschwanz das letzte Wort im Garten haben. Und zuletzt – 2 Minuten später – verklang auch der letzte Kuckucksruf im nahen Wald. Mittlerweile haben die flott flatternden Fledermäuse das Regiment übernommen. Eilin hat heute Schwerstarbeit verrichtet und beinahe ohne Unterbrechung Futter für ihre hungrigen Jung-Schnäbel herangeschafft. Hoffentlich schafft sie das auch weiterhin. 2 Nachbarn waren ihr wohl insofern behilflich, als heute eifrig Rasen und Wiesen gemäht wurden. Unglaublich wie viele Würmer so ein einziger kleiner Vogel an einem Tag aus dem Boden zieht. Und wenn man sich jetzt vorstellt, wie viele Vögel es gibt, die es ihm gleichtun. Da müssen wir Menschen ja eigentlich auf einer riesigen brodelnden Masse an Würmern leben. Sobald die Mama auftaucht, und manchmal wenn der Hunger zu groß wird auch zwischendurch, schnellen die kleinen Köpflein mit weit geöffnetem Schnabel nach oben. 4 Schnäbel sind meist zu sehen – ich hoffe die beiden Nachzügler vom 2. Tag, Pippi und die kleine Ylvi, kommen auch gelegentlich zum Zug. Man erkennt bereits, dass sich die Augen allmählich zu öffnen beginnen (Amselkinder werden ja blind geboren). Die auf der gestrigen Wanderung fotografierten und gehörten Vögel konnte ich alle ziemlich eindeutig identifizieren: Haubenmeise, Tannenmeise und Mäusebussard habe ich bildlich festgehalten. Den auch schon auf früheren Wanderungen deutlich vernommenen Zilpzalp haben wir auch gehört. Heute konnte ich wieder eine Reihe der bereits bekannten Nachbar-Vögel fotografieren. Am meisten freue ich mich über das Foto des Stieglitz-Pärchens.
  • 23.05.2020 – Tagesbericht: Mittlerweile könnten wir unseren Fernseher wirklich schon von den GIS-Gebühren abmelden. Denn aktuell wird nur noch „Amsel“ geschaut 🙂 . Für heute war die Wetterprognose eigentlich gar nicht so rosig, aus dem Grund habe ich mir auch keine Wandertour vorgenommen. Stattdessen bin ich etliche Stunden auf der Terrasse gesessen und habe die Vogelwelt beobachtet. Aber eigentlich wär es ein Traum-Tourentagerl gewewesen. Egal, was hat sich heute getan? Eilin leistet Schwerstarbeit – wenn ich nur helfen könnte. Ich hoffe sie hält auch weiterhin durch. Am Vormittag hat sie wirklich beinahe ununterbrochen Würmer, Raupen, Käfer, Spinnen, Fliegen, Schnecken und was weiß ich noch alles herbeigeschafft und pro Lieferung auch nicht besonders lange gebraucht. Wie bereits gestern kommt es auch heute zu einer leichten Streiterei mit dem dominaten Amsel-Männchen im Westen, welches ich nun Theoderich der Große genannt habe. Aber Eilin hat sich nichts gefallen lassen und ihn forsch in die Schranken gewiesen. Das sollte sich aber gegen Mittag rächen, als Theoderich heimtückisch aus vollem Flug kommend über sie herfiel. Ich hatte schon Sorge, dass ihr etwas geschehen ist, da ich sie nach dem Wegflug von Theoderich nicht mehr sehen konnte. Aber bald schon hüpfte sie wieder durch das hohe Gras der Kälberwiese. 2 Mal kommt heute ein neugieriger Spatz zum Amselnest. Das erinnert mich auch an die Bachstelze die mir vor einigen Tagen auf dem Terrassengeländer stehend beim Pflanzen eines Baumes zugesehen hat. Heute ist es mir gelungen, die jungen Spatzenkinder unter unserer Dachrinne durch eine 3 Millimiter-Ritze in der Terrassen-Wand zu filmen. Ab Mittag wird Eilin´s „Jagderfolg“ rapide dürftiger. Das dürfte der nicht vorhergesagt großen Hitze geschuldet sein. Innerhalb von 2 Stunden findet sie nur 2 Würmer und sitzt dann erschöpft mit geöffnetem Schnabel bei ihrem Nachwuchs im Nest, der entweder auch mit der Hitze oder mit Hunger / Durst zu kämpfen hat. Heute habe ich wieder jenen Vogel gesehen, den ich vor 2 Tagen fotografieren konnte. Damals hatte ich an eine Farbpigment-Störung bei einem Spatzen gedacht. Nachdem ich ihn heute aber wieder singen hörte, war ich mir sicher: Das ist definitiv kein Spatzen-Schreihals. Bei der Internet-Recherche kam ich dann auf einen Vogel, dessen Namen ich bislang noch nie gehört habe: Es dürfte ein Bluthänfling sein. Am späteren Nachmittag verdunkelt sich der Himmel innerhalb einer halben Stunde, Sturm kommt auf und schon bald beginnt es zu regnen. Eilin´s Gefieder plustert sich im Wind auf und wir haben schon die Befürchtung, das Nest und seine Bewohner könnten Schaden erleiden. Aber ales OK. Nachdem es in kurzer Zeit von 27 ° auf 15 ° Celsius abgekühlt und der Wind sich fast komplett gelegt hat, fliegt Eilin wieder aus. In kürzester Zeit kommt sie mehrmals mit randvoll gefülltem Schnabel voller jetzt leicht zu erbeutender Würmer zurück. Ihre Kinder danken ihr es aber nur dadurch, dass sie noch fordernder betteln – ihr Piepsen ist jetzt schon sehr deutlich zu hören. Auch ihre Augen haben sich ein weiteres Stück geöffnet. Der leichte Nieselregen animiert jetzt auch die Amsel-Männer zu ihren schönsten Liedern. Ich brauche es mittlerweile nicht mehr zu erwähnen: Die Nord-Amsel singt am Schönsten.
  • 24.05.2020 – Tagesbericht: Nach dem gestrigen Kaltlufteinbruch hat es massiv abgekühlt. Bis Mittag bewegen sich die Temperaturen nur im einstelligen Bereich, immer wieder peitscht der Wind aus Süden leichten Regen fast waagrecht über unseren überdachten Terrassenboden. Vormittags ist Eilin deshalb meist im Nest. Ab Mittag unternimmt sie dann häufigere Ausflüge und am Nachmittag wird es zwischendurch sogar recht sonnig bei nur mäßigem Wind. Waren es nach dem Regen überwiegend Regenwürmer – darunter ganz fette Exemplare, welche die Jungen ungeteilt fast nicht schlucken konnten, so ging am Nachmittag der Hauptanteil in Fliegen, Käfer und Raupen über. Sobald Eilin ausfliegt begebe ich mich mit Fernglas auf die Terrasse. Und wenn ich sehe, dass der Schnabel bereits ziemlich gut gefüllt ist, versuche ich einen guten Foto-Standort einzunehmen. Grundsätzlich lässt sich Eilin von mir nicht aus der Ruhe bringen, nur wenn ich mit dem langen Einbeinstativ und aufgeschraubter Kamera auf erhöhter Position auf einer Bank stehend auf sie warte, äußert sich leichte Unruhe. Heute hat sie mich erwischt, als ich wieder einmal von oben direkt ins Nest filmen wollte. Das war dann auch ihr zuviel – schrilles Tixen war die Folge. Sie beruhigte sich aber rasch wieder. Es war ohnehin das letzte Mal, dass ich versucht habe, in dem schmalen Bereich zwischen Dach und Nest von oben zu filmen. Zu große sind die Küken mittlerweile – und ganz neu seit heute: Sobald sie ein lauteres Geräusch hören, wie z.B. das Zuklappen unserer Fliegengittertür, schnellen sie wie angespannte Pfitschipfeile nach oben. Die 2 bis 3 Größten stoßen dabei durchaus auch schon einmal mit dem Schnabel am Dach an. Auch beim Füttern ist die Größe jetzt nicht mehr unbedingt von Vorteil. Nicht selten wechselt Eilin den Standort, wenn der Platz oben nicht mehr reicht, um dem Jungen etwas in das Schnäbelchen zu geben. Davon profitieren die Kleineren. Allerdings – und das macht uns doch etwas Sorgen – haben wir heute immer maximal 5 Schnäbel gleichzeitig gesehen. Also entweder haben sie sich reihum abgewechselt oder eines der Jungen ist zu schwach, um nach oben zu kommen. Ansonsten gedeihen sie aber prächtig. Sie wirken jetzt nicht mehr ganz so nackt und rosa, sondern färben sich allmählich dunkel. Und auch mit den Flügelchen beginnen sie schon zu schlagen. Wenn Eilin im Nest sitzt, um sich auszuruhen und die Kleinen zu wärmen, schauen auf der Seite um sie herum kleine Schnäbelchen heraus. Mit Feinden gab es heute keine Probleme, sogar Theoderich gab sich neben ihr handzahm, wenn sie zufällig einmal gleichzeitig im gleichen Garten in ihrem typischen beidbeinigen Hüpfen nach Nahrung suchten. Bei den Vogel-Nachbarn konnte ich heute filmen, wie sich Herr Spatz und Frau Spatz „lieb hatten“ 🙂 . Da gibt´s bald irgendwo das nächste Nest. Jetzt hoffen wir, dass wir in den nächsten Tagen doch noch alle 6 Küken quicklebendig im Amsel-Nest sitzen sehen.
  • 24.05.2020 – Nachtrag: Nach „Redaktionsschluss“ – kurz vor Einbruch der Dunkelheit – gab es noch einige interessante Vorgänge zu beobachten: Ich war gerade dabei, Eilin (zumindest glaube ich es, dass sie es war) im „West-Revier“ bei der Futtersuche zu beobachten, als sie von einem weiteren Amsel-Weibchen – ich gehe von Theoderichs Frau aus – einen Angriff auf Eilin startete. Diese überflog unsere Zufahrtsstraße und landete auf der gegenüberliegenden Wiese. Dort wurde sie neuerlich attackiert. Dieses Mal von einem Amsel-Männchen. Ich vermute, es war Theoderich. Da kam ein weiteres Männchen hinzu, der zuerst Theoderich und dann auch Eilin angriff. Jeder gegen jeden. Bald aber hüpften alle wieder friedlich nebeneinander durch die frisch gemähte Wiese und horchten am Boden nach Regenwürmern. Als Eilin schließlich ins Nest zurückkehrte, rechten sich  2 Küken wieder besonders hoch. Sie wollte diese beiden aber partout nicht füttern, sondern die kleineren im Hintergrund mit den mitgebrachten „Mehlspeisen“ beglücken. Immer wieder versuchten die beiden Großen ihr die Würmer abzuluchsen und sie versuchte um die beiden herum zu kommen. Schließlich waren die beiden Frechdachse aber erfolgreich und stibitzten ihr die gesamten Mitbringsel aus dem Schnabel. Eilin machte sich flugs wieder auf den Flug um erneut zu suchen und sammeln. Dabei streifte eine Katze durch die Gegend. Lautes Tixen war die Folge und in kurzer Zeit stimmten mehrere Amseln ein, darunter auch Theoderich, der sich zu Eilin gesellte, die ob des Stresses ihren Schnabelinhalt auf der Straße verlor.. Als sich die Aufregung wieder gelegt hatte, kam Eilin mit vollem Schnabel zurück ins Nest. Und wieder schien sie ganz gezielt einzelne Kinder für die Fütterung auszusuchen und wich den anderen Gierschlündern geschickt aus. Vielleicht war es Zufall aber vielleicht weiß eine Amsel-Mutter doch genau, welches Junge bereits wie viel erhalten hat oder benötigt.
  • 25.05.2020: Sauwetter, bei dem man keinen Hund vor die Tür jagt und auch keine Amsel. Einstellige Temperaturen, der strömende Dauerregen kommt mehr waagrecht als senkrecht daher. Aber es hilft nichts. Eilin muss als Allein-Ernährerin raus, auch wenn es wohl besser wäre, sie würde ihrem Nachwuchs Nestwärme zugute kommen lassen. Ein Gutes hat die nasse Witterung aber: Wenn Eilin ausfliegt, dann kommt sie immer mit besonders fetten Regenwürmern zurück. Die hat sie ja immer schon geliebt, im Gegensatz zu Erdschi, der mehr die dünnen Würmchen bevorzugt hat. Und diese Essgewohnheit wird sie wohl auch an ihre Kinder weitergeben.
  • 25.05.2020: Zur Haupt-Jagd- und Sammel-Zeit von Eilin schüttet es wie aus Kübeln. Eilin kann schon längere Zeit keine Nahrung mehr heranschaffen. Sie hat merkbar Mühe, ihre Kinder unter ihr im Zaum zu halten. Mehrmals schaffen es die kleinen Racker sie auszuheben – zumindest sieht es so aus. Es war auch tagsüber oben am Terrassenbalken so dunkel, dass ich keine vernünftigen Fotos hinbekommen habe, somit lässt sich auch nicht sagen, wie viele Schnäbelchen es heute (noch) waren, die bei jedem lauteren Geräusch aus dem Nest hochfahren und ihr jämmerlicheres Gepiepse erklingen lassen: Hunger Hunger, Muss kacken, Kalt, Hunger, Hunger, Kalt, Muss kacken, Hunger, Hunger … Ich habe mich deshalb heute zu einem drastischen Schritt entschieden, mit dem ich heute begonnen habe und den ich morgen näher erläutern möchte. Am Abend fliegt Eilin in einer Regenpause noch einmal aus – viel zu spät für ihre Verhältnisse. Sie dürfte auch keinen Erfolg bei der Essenssuche mehr gehabt haben. Bei der Rückkehr machte sie dann einen „verwirrten Eindruck“. Im Finstern trifft sie beim Anflug das Nest nicht und schreckt zurück, als ihre Kinder emporschnellen. Sie flattert zur nahen Regenrinne. Nimmt noch einmal Maß und findet wieder nicht ins Nest, sondern streift den senkrechten Balken darunter. Wieder flattert sie weg, landet am Terrassengeländer und verharrt dort eine längeren Moment. Hilflos muss ich ihr zusehen, wie sie zu ihren wimmernden Kindern in die Dunkelheit hinaufblick. Beim 3. Anlauf klappt es schließlich. Im Schnabel hatte sie jedenfalls keine guten Essens-Nachrichten. Im Dunkel kann ich ansatzweise erkennen, wie sie ihr Gefieder schützend über die kleinen Köpflein unter ihr im Nest ausbreitet. Eilin ist für mich die fürsorglichste und liebevollste Amsel-Mutter. Aber zugegeben, das sagen ja alle Leute über ihre Amseln und allzu viele Amsel-Mütter kenne ich auch nicht. Ich leide und bange mit Eilin und hoffe, daß sie bei den heutigen Wetter-Kapriolen ihre physischen und psychischen Grenzen nicht überschritten hat.
  • 26.05.2020 – Tagesbericht: Gestern habe ich einen „drastischen Schritt“ erwähnt, den ich heute näher erläutern wollte. Allein mir fehlt die Zeit – ich werde es morgen versuchen. Kurz vorweg: Der Plan hat grundsätzlich funktioniert und seinen Zweck erfüllt – allerdings habe ich Eilin wohl durch einen dummen Fehler dermaßen erschreckt, dass sie seitdem nicht mehr das Nest anfliegt, solange ich auf der Terrasse stehe, sondern stattdessen Angstlaute in angemessener Entfernung von sich gibt. Vielleicht erklärt das auch ihre gestrige Verwirrung am Abend, als sie erst im 3. Versuch ins Nest fand. Was war heute los: Das Wetter war wieder durchwachsen, der Regen aber bei weitem nicht mehr so stark und andauernd. Von den Bergen schaut frischer Schnee herunter, die Tages-Höchsttemperaturen erreichten nur mit Müh und Not zweistellige Werte. In der Früh jagt ein Amsel-Weibchen unsere Eilin auf der dreieckigen Ost-Wiese. Es ist die Frau von Theoderich dem Großen – dem Beherrscher des West-Reviers. Nun kommt auch noch er selbst heran und sie verjagen Eilin. Die West-Amselin nenne ich ab sofort Katharina die Große. Wenig später kommt ebendiese auf unser Terrassengeländer und betrachtet Eilins Nistplatz. Am Nachmittag kann ich mir deren Neugier und feindseliges Verhalten besser erklären: Sie schafft Zweige und Moose in einen dicht bewachsenen Obstbaum im Süd-Revier. Der Amsel-Kenner weiß, was das bedeutet: Hier wird ein Nest gebaut. Und damit haben Theoderich und Katharina endgültig alle Himmelsrichtungen bis auf den Norden besetzt, dort wo die besonders schön singende Amsel wohnt, die ich ab sofort Placido Domingo nenne. Noch ein Nest wird wohl gebaut: Ein Spatzen-Männchen hat getrocknete Grashalme im Schnabel. Vielleicht ist es der Spatzen-Mann, den ich in den letzten Tagen beim Liebesspiel gefilmt habe.
  • 27.05.2020: Gottseidank – Eilin hat sich wieder von ihrer Schwächephase in den letzten beiden Tagen sichtlich erholt und auch ihren 5 Küken geht es bestens (das sechste sehen wir schon einige Tage nicht mehr). Das dürfte zum einen mit dem heutigen idealen „Amselwetter“ zusammenhängen. Zwischen 16 und 18 Grad Celsius hat sie sich im Nest immer am wohlsten gefühlt, wenn ich ihre Mimik richtig deute. Und heute hatte es 17°. Zum anderen könnte ihre wiedergefundene alte Stärke mit meiner „Rettungsaktion“ zusammenhängen, die ich vor 2 Tagen gestartet habe. Zunächst einmal bekenne ich öffentlich: Ich habe einen Vogel 🙂 . Und dann gibt es eine Warnung: Wer einen schwachen Magen hat, sollte die nächsten Zeilen überlesen und erst wieder beim Eintrag für den 28.05.2020 fortfahren. Was war also der „drastische Schritt“, den ich vor 2 Tagen erwähnt habe? Nun die durch das schlechte Wetter und durch den Verlust ihres Mannes gehandicapte Amsel-Mutter, die ein überdurchschnittlich großes Gelege als Alleinerzieherin und Alleinernährerin durchbringen muss, benötigte meines Erachtens dringend Unterstützung. 1 Küken dürfte sie bereits verloren haben – auch wenn wir bisher unter dem Nest nichts gefunden haben. Aber von den anfangs einmal 6 Schnäbelchen sind jedes Mal nur mehr 5 zu sehen und das kleinste Amsel-Baby hinkt den Größten in der Entwicklung bereits deutlich hinterher. Um den Verlust des zweiten Ernährers auszugleichen, habe ich mich zu der verrückten Tat entschlossen, Regenwürmer zu kaufen und Eilin bei der Fütterung unter die Flügel zu greifen. Details dazu möchte ich euch ersparen, aber man kann sich wohl vorstellen, dass so ein Wurm nicht freiwillig und mit großem Jubel in einen Vogel-Schnabel springt. Also nicht aus freien Stücken und in keinem Fall im ganzen Stück. Aber wie der Amsel-Mutter klarmachen, dass das Zusatz-Futter für sie und ihre Jungen gedacht ist. Also rauf auf den Balken, auf dem ihr Nest liegt. Ein Dreiviertelmeter ist kein Problem, so weit vertraut sie mir schon. Als ich aber den wurmgefüllten Untersetzer auf etwa 40 cm näherschiebe, flüchtet sie tonlos aus dem Nest. Ich machte mir schwere Vorwürfe, da sie auch in der Folge nicht mehr zum Nest zurück  kam, wenn ich auf der Terrasse stand und dabei etliche Minuten ihre Angstlaute in der Ferne von sich gab. Was hatten wir in den letzten Wochen in diversen Foren alles gelesen von aggressiven Amseln, die ihren Nachwuchs auch gegen Menschen verteidigen. Bei Eilin war davon (fast möchte ich sagen: leider) keine Spur. Sie ist so friedfertig und sanftmütig – und ich vermute, dass sie sich auch deshalb bei der gutherzigen Ingrid ihren Nistplatz gesucht hat. Wofür brauchte sie aber mich: Nun in der derzeitigen Situation erfülle ich 2 Funktionen: 1.) Ich beschütze ihr Nest und 2.) ich schaffe jetzt auch Nahrung heran, so wie es sich für ein Amsel-Männchen gehört. Nach einiger Zeit kam Eilin wieder zurück zum Nest, nachdem ich mich ins Haus zurückgezogen hatte. Etwa 5 Minuten saß sie nur im Nest und schaute in Richtung der ungewohnten Schüssel, die ich jetzt in ungefähr 30 cm vom Nest entfernt platziert hatte, als sie einmal nicht in der Nähe war. Plötzlich erhebt sie sich, trippelt zum Schüsselchen, nimmt sich ein Wurmstück heraus, bringt es zurück zum Nest und beginnt ihre Kinder zu füttern. Riesenfreude. Sie hat meine Unterstützung angenommen. Wieder und wieder geht sie am Balken zur Schüssel, nimmt ein Wurmstück heraus und bringt es zu ihrer Kinderschar. Ab und an gönnt sie sich auch selbst ein Stück. In etwa 1 Bissen für die Kinder, 1 Bissen für die Mama. Übrigens: Man kann nur ganze, lebende Würmer kaufen, denn die im Tierbedarfshandel zu kaufenden getrockneten Mehlwürmer werden für kleine Amsel-Schnäbel nicht empfohlen. Es müssen schon fette, saftige Regenwürmer sein, so wie sie auch Mama tagtäglich dutzendfach nach Hause bringt. Ich war überglücklich, zumal Eilin jetzt bei strömenden Regen nicht mehr ausfliegen muss und sich besser um die Nestpflege und das Wärmen ihrer Kleinen kümmern kann. Immerhin hat es in den letzten Tagen auf den Bergen kräftig geschneit, die umliegenden Berge sind wieder weiß. Meine Annäherung an das Nest hat sie aber so schockiert, dass sie auch gestern noch nur ins Nest zurückflog, wenn ich nicht auf der Terrasse war. Ihren Unmut machte sie mit aufgeregten Rufen deutlich. Erst heute scheint sich ihre Angst gelegt zu haben und es scheint wieder alles beim Alten zu sein. Mittlerweile hat sie bereits an die 40 dicke, fette, saftige Regenwürmer an ihre Kinder verfüttert bzw. sich auch selbst genehmigt. Wer weiß, was die als Anglerzubehör kosten, wird mir – zu Recht – den Vogel zeigen 🙂 . Aber im Wachstum der Kinderschar zeigen sich in den letzten 2 Tagen deutliche Fortschritte und auch Eilin scheint es wieder gut zu gehen. Immer wieder geht sie zwischendurch zur Schüssel nachschauen, ist nichts drin (und ich möchte sie ja nicht mästen, sondern nur bei Schlechtwetter unterstützen), fliegt sie aus zum Würmersammeln. Heute habe ich eine besonders große fleischige nervige Fliege erschlagen und sie auf Gut Glück in die Schüssel gelegt. Auch diese wurde an ein Junges verfüttert. Wenn sie dann bei ihren Kinderlein im Nest sitzt, schauen rund um sie entzückende, kleine Schnäbelchen heraus. Allmählich wächst ihr Federkleid und die Größeren schlagen auch schon eifrig mit den Flügeln. Wenn Eilin von der Jagd zurückkehrt ist so ein Gerangel und Gepiepse im Nest, dass es nur mehr eine Frage der Zeit ist, bis das erste Küken aus dem Nest auf den Terrassenboden fällt. Vorsichtshalber haben wir bereits einige Pflanzen darunter platziert, unter anderem den von Amseln so geliebten Efeu. Was war sonst noch los. Heute hat sich ein neues Amsel-Männchen in der Gegend gezeigt. Der war aber nicht lange da: Theoderich, der seine Katharina keine Sekunde aus den Augen lässt und mittlerweile das gesamte West- und Süd-Revier kontrolliert, hat ihn umgehend verjagt. 2 Spatzen gaben sich wieder dem öffentlichen Liebesspiel hin und 1 Spatz (vielleicht ohnehin einer der beiden) kam später mit einer Blume (ehrlich) im Schnabel zurück. Ich vermute einen Nestbau.
  • 28.05.2020: Der gestrige Sonnentag ist schon wieder Geschichte, heute haben wir es tagsüber häufig mit miserablem Regenwetter zu tun, mit Tageshöchsttemperaturen zur Mittagszeit unter 11 Grad. Dennoch bleibt Eilin nur selten im Nest, sondern karrt pausenlos Regenwürmer und Raupen heran. Ihr scheint es wieder prächtig zu gehen. Auch unsere Beziehung ist wieder vollkommen im Lot, ich darf unter dem Nest stehen, wenn sie zur Landung ansetzt, ohne dass sie sich aufregt. Einige Male landet sie sogar neben mir auf dem Terrassengeländer und hüpft erst dann hinauf zu ihren wartenden Schlingeln. Trotz ihres Höchsteinsatzes habe ich ihr als „Amsel-Stiefpapa“ dennoch wieder einige Regenwürmer angeboten, um sie beim Regen moralisch zu unterstützen und ein bisschen zu entlasten. Und sie hat dieses Angebot auch wieder gerne angenommen. Wobei wir folgende Vereinbarung haben: Nachschub gibt es immer dann, wenn das Schüsselchen zumindest 2 Anflüge lang leer ist. Sie geht regelmäßig nachschauen, bringt einem ihrer Kinder einen Happen und genehmigt sich auch selbst mindestens jeden 2 Bissen. Außer bei den Fliegen – die kriegen immer die Jungen. Lustigerweise nimmt sie auch vor ihrem Abflug gerne einen Snack mit auf den Flug. Im Nest wird es schon sehr eng. Die Amsel-Kinder wachsen und gedeihen prächtig, ihr Federkleid wird dichter – Kälte leiden dürften sie vermutlich jetzt auch bei einstelligen Temperaturen nicht mehr. Selst das Kleinste hat jetzt größenmäßig aufgeholt. Manches Mal schlagen sie so heftig mit den kleinen Flügelchen, dass wir jedes Mal Angst haben, sie würden aus dem Nest fallen. Zumindest ist jetzt schon jeden Tag damit zu rechnen. Die Küken koten genau so viel, wie sie fressen. Aber im und um das Nest und auf unserer Terrasse ist alles blitzsauber. Sobald eines der Jungen das Hinterteil in die Höhe streckt und das weiße Kotpatzerl herauskommt, nimmt es die Amsel-Mama Eilin in den Schnabel. Meist frisst sie es, seit gestern ist aber auch zu beobachten, dass sie die letzte Kacke vor dem Abflug im Schnabel behält und sie außerhalb des Nestes ablädt. Bei einer ihrer Rückkehren hat sie ein Männchen im Schlepptau, welches sich neben dem Nest niederlässt. Zuerst vermutete ich Theoderich, der sie in böser Absicht verfolgt hat und kurz darauf neuerlich am Terrassengeländer Platz nimmt. Aber etwas später hält sich in der Nähe von Theoderich ein zweites etwas kleineres Amselmännchen auf. Erdschi wird es wohl eher nicht sein? Ein neuer Verehrer von Eilin? Am Nachmittag wird Eilin dann gar von 2 Amsel-Männchen auf der Ost-Wiese umgarnt, während der ahnungslose Platzhirsch Theoderich auf der West-Wiese nach Würmern sucht. Erst eine Elster in Nachbars Nussbaum beendet die aufkeimenden Frühlingsgefühle. Generell habe ich den Eindruck, dass die Vogelwelt gerade in den zweiten Frühling kommt. Die bereits einige Male beobachteten Spatzen, die unsere Regenrinne als Kuschelzimmer benutzen, konnte ich heute wieder mit Zweigen und Gräsern im Schnabel beobachten.
  • 29.05.2020: Kühl, grau in grau, aber kein Regen. So zeigte sich das Wetter heute. Um 12:45 hatte es nur 9,9 Grad Celsius. Bis 18:00 Uhr stieg das Thermometer auf 11,6°. Für die Kleinen ist das aber kein Problem mehr, ihrem Federkleid kann man beinahe beim Wachsen zusehen. Eilin war heute im Dauereinsatz beim Würmersammeln. Wenn sie einmal im Nest bleibt, dann höchstens für wenige Minuten. Das Verhalten der Jungen hat sich bei lauten Geräuschen jetzt grundlegend geändert. Reagierten sie vor wenigen Tagen auf laute Geräusche, wie z.B. auf das Zufallen unserer Fliegengittertür oder wenn der Postmann seine Autotür zuschlug, noch mit reflexartigem, abruptem Hochschnellen der Köpfe, so verhalten sie sich jetzt genau umgekehrt. Immer wieder flattert eines der Amsel-Kinder ein wenig mit den Flügeln, hören sie uns aber aus der Wohnung kommen, ducken sie sich ganz eng ins Nest. Gutes Verhalten für die nahe Zukunft 🙂 . Denn allzu lange dürfte es jetzt ohnehin nicht mehr dauern, bis die Größten das Nest verlassen. Ansonsten hat sich heute in der Vogelwelt nicht viel bzw. nur das Übliche getan. Eilin fliegt Essenslieferung um Essenslieferung heran, von mir kamen noch 18 Regenwürmer hinzu, die sie wieder gerne angenommen hat. Theoderich lässt seine Katharina nicht aus den Augen. Placido Domingo ist wieder der Letzte, der seine schönen Arien nach 21:00 Uhr beendet. Um diese Zeit hatten wir auch noch ein schönes Erlebnis. Als Eilin nämlich von ihrem obligatorischen Abenddämmerungs-Ausflug nach 21:00 Uhr wieder zurückkehrte, beehrte uns auch noch ein Igel.
  • 30.05.2020: Der Abschied der ersten Jungvögel naht mit Riesenschritten bzw. Flügelschlägen. Sie werden wohl nur noch warten, bis es endlich etwas wärmer wird. Denn für Ende Mai ist es nach wie vor viel zu kühl. Grau in Grau zeigt sich heute abermals der Himmel, gelegentlich lassen sich ein paar Regentropfen blicken, 11,1 Grad Celsius hat es um 14:00 Uhr. Eilin ist auch heute wieder höchst aktiv und bringt Regenwurmladung um Regenwurmladung. Ihre regelmäßigen Blicke ins „Wurmschüsserl“ sollen mir wohl klarmachen, dass sie gegen Nachschub meinerseits nichts einzuwenden hätte. Und aus diesem Grund möchte ich hier zunächst ein dreifaches Hoch auf den Regenwurm ausbringen. Genau 1 Monat ist es jetzt her, dass wir unsere netten Untermieter bei uns haben. Und in dieser Zeit habe ich nicht nur sehr viel über Vögel im Allgemeinen und Amseln im Besonderen gelernt, sondern bin auch ein kleiner „Regenwurm-Experte“ geworden. War vorher für mich Regenwurm wie Regenwurm, manche halt kleiner, andere größer, so wurde ich mittlerweile eines Besseren belehrt. DEN Regenwurm gibt es nämlich gar nicht und sein Name soll auch nichts mit Regen zu tun haben. Allein in Österreich gibt es laut Wikipedia 54 Arten, worunter der Tauwurm für mich der „klassische Regenwurm“ ist. Daneben gibt es noch den Kompostwurm Eisenia in mehreren Unterarten: Zum Beispiel Eisenia foetida oder fetida geschrieben bzw. auch den Eisenia hortensis auch Dendrobena genannt (Riesen-Rotwürmer). Die 2 Arten mit denen ich in der letzten Woche eingehend Bekanntschaft gemacht habe sind einerseits der Tauwurm, den man zu stolzen Preisen z.B. im Anglerzubehörhandel kaufen kann und andererseits der Dendrobena, den man von Wurmfarmen sogar im gängigen Onlinehandel in Halbtausender-Einheiten wesentlich günstiger erwerben kann. Der Tauwurm ist größer und erstaunlich stark, der Dendrobena (Eisenia hortenis) ist trotz seiner Bezeichnung Riesen-Rotwurm um einiges kleiner, aber viel quirliger. Amseln mögen beide. Wie serviert man einer kleinen Amsel nun so einen Wurm? Keine Ahnung wie man es richtig macht. Ich habe einige Informationen im Internet gefunden und halt der Frau Mama bei der Jagd und Fütterung zugesehen. Und so lange ein Elternteil da ist, soll dieser das Füttern übernehmen. Ich war nur der mehr oder weniger anonyme Spender und „Aufbereiter“. Denn eines ist klar: So ein Wurm springt selten aus freien Stücken und niemals in einem Stück in einen Jung-Amsel-Schnabel, soviel habe ich bei Eilin schon gelernt. Im Internet habe ich gelesen, dass noch etwas Erde am Wurm(stück) haften soll. Das habe ich so praktiziert – nur meine Amsel-Mutter hat das so wohl nicht gelesen. Denn die erdigen Filets hat sie immer selbst gegessen und ich nehme nicht an, dass sie ihren Kleinen die besonderen Leckerbissen nicht vergönnt war. Vielmehr schien mir, als würde sie aussortieren. Die schmutzigen Teile für sich selbst und die sauberen für den Nachwuchs. Beim Wegfliegen in den letzten Tagen nahm Eilin häufig ein Kotsackerl ihrer Jungen im Schnabel mit. Genauso nahm sie sich aber auch gerne einen Happen mit auf den Weg. Aber nie beides gemeinsam. Allerdings hat sie manche dieser Wurmstücke demonstrativ unter unserer Terrasse auf der Straße, in einem Sandhaufen oder in einer Wiese mehrmals am Boden hin und her gewälzt und gerieben, so als würde sie die Erde abputzen wollen. Und warum direkt vor meinen Augen? Um mir zu zeigen, wie sie ihre Würmer gefälligst serviert haben möchte? Ich entferne jetzt jedenfalls die Erde so gut es geht. Aber Vergnügen ist die „Zubereitung“ keines. Im Gegenteil: Ich leide mit den „regen Würmern“ und ich danke jedem einzelnen Wurm dafür, dass er für die kleinen Amseln in den Wurmhimmel geht. Was war sonst noch los: Die männliche Ost-Amsel hat sich heute wieder einmal blicken lassen. Theoderich lieferte sich eine Verfolgungsjagd mit einer anderen männlichen Amsel. Dann war Theoderich gleich mit 3 Weibchen zu sehen, ob eine davon Eilin war, kann ich nicht sagen. Die Spatzen-Balz geht weiter, ebenso ihr Nestbau. Wenn Eilin beim Wegfliegen ein Kotsackerl eines ihrer Jungen mitnimmt und dieses ablegt, wischt sie sich mehrmals links und rechts den Schnabel ab. Entweder an einem Dachfirst oder z.B. auf einem Bretterzaun. Auch Theoderich hat sich heute den erdigen Schnabel an einem Stein abgeputzt (oder greift er mittlerweile sogar schon Steine an oder kämpfte er mit einer Schnecke). Was Eilin Liebesleben betrifft: Am Vormittag hatte sie zwar kurz einen männlichen Begleiter, diesem schien sie aber nicht sonderlich viel Beachtung geschenkt zu haben. Und auch ihre gestrigen Verehrer sind nicht mehr erschienen. Eine 5-fache Mutter scheint nicht so interessant zu sein für die liebestollen Amsel-Männchen. Und als ihr in der Abenddämmerung am Dachfirst der Traktorscheune ein Männchen zu nahe gekommen ist, hat sie dieses verjagt. Aber ein bisschen Eindruck dürfte er – auf einem Dachfirst wartend – doch gemacht haben, denn wieder viel zu spät startete sie noch einmal los. Zunächst rutschte sie in der Dunkelheit fast von der Waaghütte ab und später benötigte sie wieder 3 bis 4 Anflüge, ehe sie vom Terrassengeländer in den dunklen Bereich mit  ihrem Nest traf. Ich hatte schon Angst sie würde gegen einen Balken knallen und sich verletzen. Aber Angst um sie habe ich ohnehin jetzt schon genau ein Monat 🙂 .
  • 31.05.2020 – 19:00 Uhr: Monatsende – Ende des  Monats Mai und Ende des ersten Monats von Eilin bei uns. Heute ist alles beim Alten: Wetter trüb und regnerisch, die Tageshöchstwerte rangeln zwischen Einstelligkeit und Zweistelligkeit – nur dass der Regen heute von Norden anstatt von Süden über die Terrasse peitscht und sich im Wind besonders unangenehm anfühlt. Der Hunger unserer Amselkinder scheint unstillbar, was vielleicht auch damit zusammenhängt, dass Eilin heute wesentlich weniger häufig Nahrung als bisher und auch kleinere Portionen heranschafft. Meine heute zugefütterten 108 (!) Würmer waren im Nu verputzt. Es gab allerdings auch nur die kleineren Riesen-Rotwürmer ( Eisenia hortensis auch Dendrobena genannt) , die Tauwürmer sind aufgebraucht, etwa 10 Stück habe ich in unseren Garten ausgesetzt, als Wiedergutmachung für ihr großes Opfer zugunsten unserer Amseln. Bei den Kompostwürmern (Dendrobena) habe ich gleich 500 an der Zahl im Garten ausgestreut, in kürzester Zeit waren alle im Boden verschwunden. Im Amselreich herrschte heute meist Frieden und Eintracht. In der Früh 2 Männchen ohne Konkurrenzkampf und 1 Weibchen. Später 2 Weibchen friedlich nebeneinander. Nur Theoderich ließ es sich wieder einmal nicht nehmen, ein anderes Männchen zu verjagen. Er mimt halt doch den uneingeschränkten Platzhirsch in diesem Revier.
  • 31.05.2020 – Monatsabschluss: Eigentlich wollte ich den Monat bereits mit dem vorhergehenden Eintrag abschließen. Aber in den letzten 2,5 Stunden haben sich noch einige Dinge ereignet, darunter ein sehr wesentliches markantes Ereignis. Zunächst war es heute am frühen Abend ungewöhnlich leise in der Vogelwelt, nur um mit Einbruch der Dämmerung zu besonders klangvoller Sangesfreude zu explodieren. In dieser Zeit besuchte uns wieder ein Igel in unserem Garten. Das wäre aber nicht das besonders Bemerkenswerte am heutigen Abend gewesen. Eilin kommt nach langer Pause zurück, bleibt aber wie bereits gestern am Dachfirst der Traktorscheune sitzen und gibt neuartige Laute von sich, die ich erstmals gestern von ihr vernahm. Einige Minuten verbrachte sie dort, kam kurz zum Nest zur Fütterung, und flog dann zu einem großen Baum im Obstgarten, den sie auch in den letzten Tagen schon mehrmals angeflogen ist. Ihr folgte ein Amsel-Mann. Ich wartete, damit sich das gestrige Malheur mit dem „Nichttreffen des Nestes“ in der Dunkelheit nicht wiederholen würde – ich hielt heute nämlich eine Taschenlampe bereit. Die nach der gespenstischen Stille am frühen Abend wieder besonders melodisch singenden Amseln verstummten. Auffallend lange – bis 21:30 Uhr – war noch ein Kuckucks-Dreigesang zu hören. Zwei im Norden, einer im Südwesten. Um 21:33 Uhr ist es schon sehr finster und für mich wird es zur Gewissheit: Nach fast einem Monat – seit dem 05.05.2020, als sie das 4. Ei gelegt hat – wird Eilin heute Nacht erstmals nicht mehr im Nest schlafen.
  • … Wird hoffentlich fortgesetzt …

 


Amsel-Mama und Amsel-Papa

Am 5. Mai - nach dem 4. Ei - haben wir dem Amsel-Weibchen den Namen EILIN gegeben.

Am 5. Mai – nach dem 4. Ei – haben wir dem Amsel-Weibchen den Namen EILIN gegeben.

Nach dem vierten Ei hat Eilin das Nest bereits wesentlich seltener und kürzer verlassen.

Nach dem vierten Ei hat Eilin das Nest bereits wesentlich seltener und kürzer verlassen.

Als Eilin am 5. Mai nachmittags wieder einmal ausgeflogen ist, schaut Herr Amsel vorbei - von uns nun Erich oder kumpelhaft ERDSCHI genannt.

Als Eilin am 5. Mai nachmittags wieder einmal ausgeflogen ist, schaut Herr Amsel vorbei – von uns nun Erich oder kumpelhaft ERDSCHI genannt.

 

Während Eilin einen Ausflug zur Futtersuche in einer angrenzenden Wiese nutzt ...

Während Eilin einen Ausflug zur Futtersuche in einer angrenzenden Wiese nutzt …

... scharwenzelt Erdschi mit vollem Schnabel in Nachbarsgarten unter unserer Terrasse herum und läßt mich nicht aus den Augen.

… scharwenzelt Erdschi mit vollem Schnabel in Nachbarsgarten unter unserer Terrasse herum und läßt mich nicht aus den Augen.

Und schließlich nimmt er mit vollem Schnabel das Nest in Beschlag, verschlingt die Insekten aber selber, nachdem er trotz seiner eindringlichen Laute niemanden angetroffen hat und bleibt ...

Und schließlich nimmt er mit vollem Schnabel das Nest in Beschlag, verschlingt die Insekten aber selber, nachdem er trotz seiner eindringlichen Laute niemanden angetroffen hat und bleibt …

... bis er von seiner Liebsten abgelöst wird. Seit dem 4. Ei kommt Ernsthaftigkeit in die Brutpflege.

… bis er von seiner Liebsten abgelöst wird. Seit dem 4. Ei kommt Ernsthaftigkeit in die Brutpflege.

 

Eilin wartet "schimpfend" auf der Regenrinne, bis ich endlich von der Terrasse verschwinde, damit sie gefahrlos ins Nest kann.

Eilin wartet „schimpfend“ auf der Regenrinne, bis ich endlich von der Terrasse verschwinde, damit sie gefahrlos ins Nest kann.

Pass gut auf Eilin - da draussen auf der Straße streift immer eine Katze umher

Pass gut auf Eilin – da draussen auf der Straße streift immer eine Katze umher

Erdschi dagegen - nomen est omen - bevorzugt erdiges Terrain

Erdschi dagegen – nomen est omen – bevorzugt erdiges Terrain

Und schon wieder muss Eilin schimpfen, weil da diese 2 Gestalten auf "ihrer" Terrasse stehen. Oder ärgert sie sich nur, weil Erdschi, dieser Hallodri, heute gar nicht mehr auftaucht?

Und schon wieder muss Eilin schimpfen, weil da diese 2 Gestalten auf „ihrer“ Terrasse stehen. Oder ärgert sie sich nur, weil Erdschi, dieser Hallodri, heute gar nicht mehr auftaucht?

Eilin schnattert sich in Rage

Eilin schnattert sich in Rage

OK wir verziehen uns ja schon und lassen Dir zur Versöhnung noch ein gutes Pappi am Geländer.

OK wir verziehen uns ja schon und lassen Dir zur Versöhnung noch ein gutes Pappi am Geländer.

Während Eilin mittlerweile gar nicht mehr aufgeregt ist, wenn ich in Nestnähe komme ...

Während Eilin mittlerweile gar nicht mehr aufgeregt ist, wenn ich in Nestnähe komme …

... und sie sich auch bei ihren Anflügen nicht mehr daran stört, wenn ich auf der Terrasse stehe ...

… und sie sich auch bei ihren Anflügen nicht mehr daran stört, wenn ich auf der Terrasse stehe …

... reagiert Erdschi noch immer sehr scheu auf meine Anwesenheit und verzieht sich immer recht rasch.

… reagiert Erdschi noch immer sehr scheu auf meine Anwesenheit und verzieht sich immer recht rasch.

Eilin in Nachbarsgarten - möglicherweise das Aufzuchtrevier für ihre Jungen.

Eilin in Nachbarsgarten – möglicherweise das Aufzuchtrevier für ihre Jungen.

Einer der Startplätze für den Anflug ins Nest.

Einer der Startplätze für den Anflug ins Nest.

Noch so ein Anflug-Startplatz aus einer anderen Himmelsrichtung

Noch so ein Anflug-Startplatz aus einer anderen Himmelsrichtung

Unsere nette Familie Amsel. Wir würden ihnen so sehr wünschen, dass sie zumindest einen Teil ihres Geleges durchbringen.

Unsere nette Familie Amsel. Wir würden ihnen so sehr wünschen, dass sie zumindest einen Teil ihres Geleges durchbringen.

19.05.2020: Schön langsam mache ich mir Sorgen um Erdschi. Denn das schön singende Männchen im südlich gelegenen Obstgarten hat sich bei genauerer Foto-Analyse nicht als Erdschi herausgestellt, sondern um das dominante Männchen aus dem West-Sektor, der nun auch das Süd-Revier in Beschlag genommen hat.

19.05.2020: Schön langsam mache ich mir Sorgen um Erdschi. Denn das schön singende Männchen im südlich gelegenen Obstgarten hat sich bei genauerer Foto-Analyse nicht als Erdschi herausgestellt, sondern um das dominante Männchen aus dem West-Sektor, der nun auch das Süd-Revier in Beschlag genommen hat.

 

24.05.2020: Nach dem gestrigen kurzen Kampf mit Eilin, gibt sich heute die männliche "West-Amsel", die ich mittlerweile "Theoderich der Große" benannt habe, wieder umgänglicher.

24.05.2020: Nach dem gestrigen kurzen Kampf mit Eilin, gibt sich heute die männliche „West-Amsel“, die ich mittlerweile „Theoderich der Große“ benannt habe, wieder umgänglicher.


Das Gelege

Erste "Nestbeschau" am 02.05.2020 - möglicherweise war da schon das 1. Ei im Nest. Mit der größeren Kamera hatte ich aber den richtigen "Dreh" noch nicht heraus und konnte nicht in die Tiefe des Nests hinabblicken.

Erste „Nestbeschau“ am 02.05.2020 – möglicherweise war da schon das 1. Ei im Nest. Mit der größeren Kamera hatte ich aber den richtigen „Dreh“ noch nicht heraus und konnte nicht in die Tiefe des Nests hinabblicken.

 

Am Morgen des 3. Mai liegt im Nest das 1. Ei - aber mittlerweile bin ich mir nicht mehr so sicher, ob das nicht schon am Nachmittag des 2. Mai nach meiner "Erstbeschau" gelegt wurde.

Am Morgen des 3. Mai liegt im Nest das 1. Ei – aber mittlerweile bin ich mir nicht mehr so sicher, ob das nicht schon am Nachmittag des 2. Mai nach meiner „Erstbeschau“ gelegt wurde.

 

Am Nachmittag des 3. Mai - da ist schon Ei Nummer 2. Wenn das so weiter geht, werd ich mir morgen wohl Pflegeurlaub nehmen müssen.

Am Nachmittag des 3. Mai – da ist schon Ei Nummer 2. Wenn das so weiter geht, werd ich mir morgen wohl Pflegeurlaub nehmen müssen.

 

Am Nachmittag des 4. Mai da waren es schon der Eier DREI

Am Nachmittag des 4. Mai da waren es schon der Eier DREI

 

5.5.2020: Das Nest füllt sich - Ei 4 ist hier

5.5.2020: Das Nest füllt sich – Ei 4 ist hier

 

Nach dem 4. Ei - in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai - übernachtet Eilin das erste Mal im Nest. Das Foto entstand in völliger Dunkelheit auf "Verdacht" - Dank ISO 102.400 ist aber schemenhaft etwas zu erkennen.

Nach dem 4. Ei – in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai – übernachtet Eilin das erste Mal im Nest. Das Foto entstand in völliger Dunkelheit auf „Verdacht“ – Dank ISO 102.400 ist aber schemenhaft etwas zu erkennen.

 

06.05.2020 - kurz vor Mittag: 5 Eier - handelt es sich um ein typisches durchschnittliches Amselgelege, dann ist das Nest nun komplett.

06.05.2020 – kurz vor Mittag: 5 Eier – handelt es sich um ein typisches durchschnittliches Amselgelege, dann ist das Nest nun komplett.

07.05.2020 - 15:00 Uhr: Überraschung - es ist noch ein 6. Ei hinzugekommen.

07.05.2020 – 15:00 Uhr: Überraschung – es ist noch ein 6. Ei hinzugekommen.

11.05.2020: Nach dem Krähen-Erkundungsbesuch habe ich wieder einmal einen Blick ins Nest geworten. Gottseidank sind noch alle Eier da. Nur eines wirkt auffallend blasser als die anderen 5.

11.05.2020: Nach dem Krähen-Erkundungsbesuch habe ich wieder einmal einen Blick ins Nest geworten. Gottseidank sind noch alle Eier da. Nur eines wirkt auffallend blasser als die anderen 5.


Brutverhalten

Das Amsel-Männchen / den Amsel-Hahn – unseren Erdschi – sieht man pro Tag höchstens 1 bis 3 Mal am Nest. Im Nest habe ich ihn überhaupt nur anfangs nach den ersten Eiern und noch vor dem permanenten Brutbeginn gesehen.

Nicht immer sitzt Eilin so munter im Nest ...

Nicht immer sitzt Eilin so munter im Nest …

... gelegentlich fallen ihr auch die Augen zu.

… gelegentlich fallen ihr auch die Augen zu.

Und manchmal vergräbt sie ihr Köpfchen überhaupt ganz im Nest.

Und manchmal vergräbt sie ihr Köpfchen überhaupt ganz im Nest.

Sobald es etwas wärmer wird verschafft sich Eilin mit geöffnetem Schnabel Kühlung.

Sobald es etwas wärmer wird verschafft sich Eilin mit geöffnetem Schnabel Kühlung.

Nur sehr selten - bisher vorrangig noch vor Beginn der durchgängigen Brutzeit - zeigt sich der Amsel-Papa im Nest ...

Nur sehr selten – bisher vorrangig noch vor Beginn der durchgängigen Brutzeit – zeigt sich der Amsel-Papa im Nest …

... lässt sich aber immer bald von der Amsel-Mama ablösen.

… lässt sich aber immer bald von der Amsel-Mama ablösen.

Wenn Eilin in der Abenddämmerung ausfliegt, hält Erdschi am Nachbardach Wache.

Wenn Eilin in der Abenddämmerung ausfliegt, hält Erdschi am Nachbardach Wache.

Für das Muttertagsbussi kam Erdschi gleich 3 Mal

Für das Muttertagsbussi kam Erdschi gleich 3 Mal

15.05.: Heut hält sich Erdschi auffallend lange in Sichtweite des Nestes auf und präsentiert seiner Liebsten die schönsten Melodien. Entweder genießt er nur den Nieselregen oder es tut sich bald etwas im Nest ...

15.05.: Heut hält sich Erdschi auffallend lange in Sichtweite des Nestes auf und präsentiert seiner Liebsten die schönsten Melodien. Entweder genießt er nur den Nieselregen oder es tut sich bald etwas im Nest …

... schließlich lässt er sich auf der Spitze des höchste Baumes in der Umgebung nieder und trällert wunderschöne Ständchen.

… schließlich lässt er sich auf der Spitze des höchste Baumes in der Umgebung nieder und trällert wunderschöne Ständchen.


Die Geburt

18.05.2020 - 15:00 Uhr: Genau wie von mir errechnet ist heute das erste Küken geschlüpft :-)

18.05.2020 – 15:00 Uhr: Genau wie von mir errechnet ist heute das erste Küken geschlüpft 🙂

18.05.2020 - 18:30 Uhr: Amsel-Baby Nummer zwei sitzt noch halb im Ei.

18.05.2020 – 18:30 Uhr: Amsel-Baby Nummer zwei sitzt noch halb im Ei.

18.05.2020 - 20:00 Uhr: Amsel-Küken 3 und 4 sind auch schon hier.

18.05.2020 – 20:00 Uhr: Amsel-Küken 3 und 4 sind auch schon hier.

Es wuselt im Nest. Die Küken Nummer 3 und 4 haben von uns die Namen Max & Moritz erhalten.

Es wuselt im Nest. Die Küken Nummer 3 und 4 haben von uns die Namen Max & Moritz erhalten.

5 dünne, noch schwache Amsel-Hälse, an denen viel zu große schwere Köpflein baumeln, und das letzte im Nest verbliebene Ei.

5 dünne, noch schwache Amsel-Hälse, an denen viel zu große schwere Köpflein baumeln, und das letzte im Nest verbliebene Ei.

Ich habe mir das Video mehrmals in Zeitlupe angesehen und zähle jedes Mal nur 5 Schnäbel - das letzte verbliebene Ei ist nicht mehr zu finden.

Ich habe mir das Video mehrmals in Zeitlupe angesehen und zähle jedes Mal nur 5 Schnäbel – das letzte verbliebene Ei ist nicht mehr zu finden.


Nest-Aufzucht

Tag 3 bzw. 2 auf dieser Welt. Ich habe mir jetzt einige Videos in Super-Zeitlupe ansgesehen und eines der aussagekräftigsten Bilder extrahiert. Eventuell habe ich mich gestern verschaut und es gibt doch 6 Küken im Nest. Leider macht es das trübe Wetter nicht einfacher, im halbdunklen Gewusel aus langen Hälsen, blinden Augen, kleinen Schnäbeln, und von Gänsehaut (oder heißt das hier Amselhaut) überzogener nackter Haut - geziert von ein paar im Wind flatternden Flaumfedern - eine aussagekräftige Zählung durchzuführen.

Tag 3 bzw. 2 auf dieser Welt. Ich habe mir jetzt einige Videos in Super-Zeitlupe ansgesehen und eines der aussagekräftigsten Bilder extrahiert. Eventuell habe ich mich gestern verschaut und es gibt doch 6 Küken im Nest. Leider macht es das trübe Wetter nicht einfacher, im halbdunklen Gewusel aus langen Hälsen, blinden Augen, kleinen Schnäbeln, und von Gänsehaut (oder heißt das hier Amselhaut) überzogener nackter Haut – geziert von ein paar im Wind flatternden Flaumfedern – eine aussagekräftige Zählung durchzuführen.

Aber selbst wenn es einmal kurz etwas heller wird, hat der Autofokus größte Probleme, sobald einige Schnäbelchen emporschnellen, und beinahe den Fotoapparat küssen.

Aber selbst wenn es einmal kurz etwas heller wird, hat der Autofokus größte Probleme, sobald einige Schnäbelchen emporschnellen, und beinahe den Fotoapparat küssen.

21.05.2020 - jetzt sind wir uns sicher: Im Nest liegen 6 Küken. Unser Nesthäcken, eingerahmt und beschützt von ihren Geschwisterchen, heißt Ylvi.

21.05.2020 – jetzt sind wir uns sicher: Im Nest liegen 6 Küken. Unser Nesthäcken, eingerahmt und beschützt von ihren Geschwisterchen, heißt Ylvi.

Nahezu pausenlos schafft Eilin Würmer für ihren Nachwuchs heran ...

Nahezu pausenlos schafft Eilin Würmer für ihren Nachwuchs heran …

... aber zum Zug scheinen immer nur die größten Schreihälse mit den längsten Schnäbeln zu kommen.

… aber zum Zug scheinen immer nur die größten Schreihälse mit den längsten Schnäbeln zu kommen.

Unglaublich wie viele Würmer ein einziger Vogel an einem einzigen Tag heranschaffen kann. Die Augen der Küken beginnen sich bereits leicht zu öffnen.

Unglaublich wie viele Würmer ein einziger Vogel an einem einzigen Tag heranschaffen kann. Die Augen der Küken beginnen sich bereits leicht zu öffnen.

Unentwegt schafft die fleißige Eilin Nahrung für ihre 6 Küken heran. Von links nach rechts: Moritz, Stevie (Urkel - der mit dem längsten Hals), Ylvi (ganz winzig schaut in der Mitte das Schnäbelchen heraus), Max, dahinter Calimero und ganz rechts der weit geöffnete Schnabel von Pippi.

Unentwegt schafft die fleißige Eilin Nahrung für ihre 6 Küken heran. Von links nach rechts: Moritz, Stevie (Urkel – der mit dem längsten Hals), Ylvi (ganz winzig schaut in der Mitte das Schnäbelchen heraus), Max, dahinter Calimero und ganz rechts der weit geöffnete Schnabel von Pippi.

Ich hoffe, dass nicht nur die längsten Hälse genügend Futter bekommen, sonden auch die beiden Nachzüglicher Pippi und Ylvi zum Zug kommen, obwohl sie erst kaum über den Nestrand blicken können.

Ich hoffe, dass nicht nur die längsten Hälse genügend Futter bekommen, sonden auch die beiden Nachzüglicher Pippi und Ylvi zum Zug kommen, obwohl sie erst kaum über den Nestrand blicken können.

Hoffentlich kann Eilin ihre Ausdauer und Kraft beibehalten, denn selbst essen sieht man sie nur sehr selten. Bei ihren Kindern aber sorgt sie für viel Abwechslung: Ob Viererlei vom Wurm (in Braun, rötlich, schwarz und beige) ...

Hoffentlich kann Eilin ihre Ausdauer und Kraft beibehalten, denn selbst essen sieht man sie nur sehr selten. Bei ihren Kindern aber sorgt sie für viel Abwechslung: Ob Viererlei vom Wurm (in Braun, rötlich, schwarz und beige) …

... oder Wurm garniert mit Spinnenbein.

… oder Wurm garniert mit Spinnenbein.

Bunte Raupen in grün ...

Bunte Raupen in grün …

... oder in gelb.

… oder in gelb.

Und gelegentlich gibt´s Fliegen- oder Käfer-Ragout.

Und gelegentlich gibt´s Fliegen- oder Käfer-Ragout.

Manches Mal sind auch Ameisen drunter gemischt.

Manches Mal sind auch Ameisen drunter gemischt.

Wespen habe ich nur selten am Speiseplan gesehen.

Wespen habe ich nur selten am Speiseplan gesehen.

Und diesen Auflauf kann ich gar nicht identifizieren.

Und diesen Auflauf kann ich gar nicht identifizieren.

Vor dem Anflug zum Nest wird noch eingehend die Lage gecheckt.

Vor dem Anflug zum Nest wird noch eingehend die Lage gecheckt.

24.05.2020: Mittlerweile ist es nicht mehr unbedingt von Vorteil, wenn man zu den Größten zählt. Den dann steht unter Umständen das Dach im Wege. Leider zählen wir heute immer nur maximal 5 Schnäbelchen gleichzeitig.

24.05.2020: Mittlerweile ist es nicht mehr unbedingt von Vorteil, wenn man zu den Größten zählt. Den dann steht unter Umständen das Dach im Wege. Leider zählen wir heute immer nur maximal 5 Schnäbelchen gleichzeitig.

Wo ist das 6. Küken?

Wo ist das 6. Küken?

25.05.2020: Selbst Dauerregen kann Eilin nicht davon abhalten, ihren Mutterpflichten und ihrem Fütterungsinstinkt nachzukommen.

25.05.2020: Selbst Dauerregen kann Eilin nicht davon abhalten, ihren Mutterpflichten und ihrem Fütterungsinstinkt nachzukommen.

Seitdem ich Eilin bei der Futterbeschaffung unterstütze und den kleinen Amsel-Kindern den Papa ersetze ...

Seitdem ich Eilin bei der Futterbeschaffung unterstütze und den kleinen Amsel-Kindern den Papa ersetze …

... entwickeln sich die Amsel-Jungen prächtig und genießen es unter der Mama zu sitzen und die Schnäbelchen über den Nestrand zu schieben.

… entwickeln sich die Amsel-Jungen prächtig und genießen es unter der Mama zu sitzen und die Schnäbelchen über den Nestrand zu schieben.

Die Größeren sind jetzt nicht mehr nackt und beginnen der Mama ähnlich zu werden. Wobei das kein Hinweis auf das Geschlecht ist, denn auch junge Amsel-Burschen habe noch nicht das typische schwarze Federkleid und den gelb-orangen Schnabel.

Die Größeren sind jetzt nicht mehr nackt und beginnen der Mama ähnlich zu werden. Wobei das kein Hinweis auf das Geschlecht ist, denn auch junge Amsel-Burschen habe noch nicht das typische schwarze Federkleid und den gelb-orangen Schnabel.

28.05.2020: Eilin kehrt wieder einmal - wie so oft in diesem Mai - im Regen zurück. In "unserer Beziehung" ist wieder alles bestens :-)

28.05.2020: Eilin kehrt wieder einmal – wie so oft in diesem Mai – im Regen zurück. In „unserer Beziehung“ ist wieder alles bestens 🙂

Seit einigen Tagen erhält sie Fütterungs-Unterstützung von einem "anonymen Wurmspender". Die Geschenke nimmt sie gerne an. 30 cm vom Nest entfernt steht häufig ein gefülltes Schüsselchen.

Seit einigen Tagen erhält sie Fütterungs-Unterstützung von einem „anonymen Wurmspender“. Die Geschenke nimmt sie gerne an. 30 cm vom Nest entfernt steht häufig ein gefülltes Schüsselchen.

Schön langsam wird es für die 5 Amsel-Küken und die Amsel-Mama eng im Nest.

Schön langsam wird es für die 5 Amsel-Küken und die Amsel-Mama eng im Nest.

Dem Federkleid kann man jetzt beinahe beim Wachsen zusehen.

Dem Federkleid kann man jetzt beinahe beim Wachsen zusehen.

Regenwürmer vom "Stiefpapa". 1 Tauwurm und 2 Dendrobena.

Regenwürmer vom „Stiefpapa“. 1 Tauwurm und 2 Dendrobena.

Eilin nutzt neuerdings auch gerne mein Auto als Startbasis für den Anflug ins Nest.

Eilin nutzt neuerdings auch gerne mein Auto als Startbasis für den Anflug ins Nest.

Die kleine Ylvi kann sich bei der Fütterung noch nicht gegen ihre größeren Geschwister durchsetzen ...

Die kleine Ylvi kann sich bei der Fütterung noch nicht gegen ihre größeren Geschwister durchsetzen …

... aber der große Stevie dürfte das Nest ohnehin bald verlassen.

… aber der große Stevie dürfte das Nest ohnehin bald verlassen.

30.05.2020: Wie lange werden unsere 5 "Orgelpfeifen" noch gemeinsam im Nest sitzen? Von links nach rechts: Ylvi, Stevie (oben), Calimero, Moritz, Pippi

30.05.2020: Wie lange werden unsere 5 „Orgelpfeifen“ noch gemeinsam im Nest sitzen? Von links nach rechts: Ylvi, Stevie (oben), Calimero, Moritz, Pippi

31.05.2020: Insgesamt 108 Riesen-Rotwürmer-Geschnetzeltes habe ich den Amseln heute kredenzt.

31.05.2020: Insgesamt 108 Riesen-Rotwürmer-Geschnetzeltes habe ich den Amseln heute kredenzt.

Da wusste ich noch nicht, dass Eilin heute das erste Mal seit dem 5. Mai nicht mehr im Nest übernachten würde. Damit ist es an den Beiden Großen - Stevie und Calimero - für die nötige Nestwärme für die Kleineren zu sorgen. Das Gefieder der beiden hat von gestern auf heute wieder deutlich merkbar zugenommen.

Da wusste ich noch nicht, dass Eilin heute das erste Mal seit dem 5. Mai nicht mehr im Nest übernachten würde. Damit ist es an den beiden Großen – Stevie und Calimero – für die nötige Nestwärme für die Kleineren zu sorgen. Das Gefieder der Beiden hat von gestern auf heute wieder deutlich merkbar zugenommen.

Und wenn sich Stevie streckt, ist er im Halbschatten größenmäßig nicht mehr von seiner Mutter zu unterscheiden.

Und wenn sich Stevie streckt, ist er im Halbschatten größenmäßig nicht mehr von seiner Mutter zu unterscheiden.


Amsel-Nachbarn

Im Großen und Ganzen wurde bisher seit Erdschi´s Verschwinden am 17.05.2020, einen Tag bevor seine Küken geschlüpft sind, die ganze Gegend um unser Haus von einem einzigen dominanten Amsel-Paar beherrscht. Ich habe sie Theoderich der Große und Katharina die Große genannt.

Das allerletzte Mal, dass ich Erdschi - Eilins Mann - mit Sicherheit gesehen habe, war am 17.05.2020 um 17:00 Uhr, als er mit seiner Eilin turtelte. Dabei wurden sie von einem größeren Männchen gestört und attakiert . Das dominante Männchen (im Bild links) verfolgte Erdschi, der auf diesem Foto bereits hinter dem Holzstoß verschwunden war.

Das allerletzte Mal, dass ich Erdschi – Eilins Mann – mit Sicherheit gesehen habe, war am 17.05.2020 um 17:00 Uhr, als er mit seiner Eilin turtelte. Dabei wurden sie von einem größeren Männchen gestört und attakiert . Das dominante Männchen (im Bild links) verfolgte Erdschi, der auf diesem Foto bereits hinter dem Holzstoß verschwunden war.

Anfangs waren Theoderich und Katharina nur im West-Revier zu Hause, wo Eilin auch nach wie vor auf Futtersuche geht. Im Osten gab es ein anderes Paar, welches ich nun aber auch schon etliche Tage nicht mehr beobachten konnte. Der Süden war amselfrei bzw. wurde von Erdschi und Eilin aufgesucht. Im Norden wird mir die Sicht großteils verstellt, aber von der anderen Bach-/Straßenseite erklingen immer die allerschönsten Gesänge. Den Amsel-Mann habe ich deshalb Placido Domingo genannt, obwohl mir jetzt im Nachhinein Andrea Bocelli auch gut gefallen würde. Theoderich und Katharina haben nach dem Verschwinden von Erdschi nun auch das Süd-Revier in Beschlag genommen, so sie in einem dicht belaubtem Obstbaum auch ihr Nest gebaut haben.

Theoderich hat in jeder Himmelsrichtung 1 bis 2 Lieblings-Aussichtsblicke, von denen aus er seine Holde nie aus den Augen lässt. Ob im Westen ....

Theoderich hat in jeder Himmelsrichtung 1 bis 2 Lieblings-Aussichtsblicke, von denen aus er seine Holde nie aus den Augen lässt. Ob im Westen ….

... oder im Süden, wo er mit Katharina jetzt ein Nest hat.

… oder im Süden, wo er mit Katharina jetzt ein Nest hat.

Und Dachfirst gehört dem dominanten Theoderich sowieso jeder.

Und Dachfirst gehört dem dominanten Theoderich sowieso jeder.

Ob bei Schönwetter ...

Ob bei Schönwetter …

... oder im strömenden Regen.

… oder im strömenden Regen.

Theoderich beherrscht die Straße ebenso ...

Theoderich beherrscht die Straße ebenso …

... wie die Gärten.

… wie die Gärten.

Ob am helllichten Tag ...

Ob am helllichten Tag …

... oder in der Abenddämmerung, wenn bereits die Fledermäuse flattern.

… oder in der Abenddämmerung, wenn bereits die Fledermäuse flattern.

Sein Revier im allgemeinen ...

Sein Revier im allgemeinen …

... und sein Weibchen Katharina im speziellen lässt er nie aus dem Blick.

… und sein Weibchen Katharina im speziellen lässt er nie aus dem Blick.

Nur was Theoderich nachts treibt, entzieht sich meinen Blicken.

Nur was Theoderich nachts treibt, entzieht sich meinen Blicken.

Wo Katharina ist, ist Theoderich nicht fern.

Wo Katharina ist, ist Theoderich nicht fern.

Seit 28.05.2020 kommen jetzt aber auch wieder andere Amsel-Männchen in unsere Gegend. Anfangs dachte ich, Theoderich würde Eilin sogar bis ins Nest verfolgen oder gelegentlich am Terrassengeländer vorbeischauen. Mittlerweile bin ich mir aber nicht mehr so sicher, ob das nicht ein neuer Verehrer ist?

Anfangs dachte ich, Theoderich würde Eilin sogar bis zum Nest verfolgen, ihr auf der Terrasse nachstellen ...

Anfangs dachte ich, Theoderich würde Eilin sogar bis zum Nest verfolgen, ihr auf der Terrasse nachstellen …

... oder sie von der nahen Regenrinne aus stalken.

… oder sie von der nahen Regenrinne aus stalken.

Als ich dann aber definitiv Theoderich im West-Revier sah ...

Als ich dann aber definitiv Theoderich im West-Revier sah …

... und zeitgleich im Ost-Revier (ich überlicke von einem bestimmten Punkt in der Wohnung beide Seiten) gleichzeitig zwei Amsel-Männer um Eilin herumscharwenzeln, frage ich mich, ob es hier bald neue Verehrer gibt (unterer und oberer Bildbereich leicht rechts der Bildmitte).

… und zeitgleich im Ost-Revier (ich überlicke von einem bestimmten Punkt in der Wohnung beide Seiten) gleichzeitig zwei Amsel-Männer um Eilin herumscharwenzeln, frage ich mich, ob es hier bald neue Verehrer gibt (unterer und oberer Bildbereich leicht rechts der Bildmitte).

Wenn ihr euch fragt, wie ich die einzelnen Amseln voneinander unterscheiden kann: Nun, ganz sicher bin ich mir auch oft nicht. Es hilft aber, wenn man die Vögel immer und immer wieder beobachtet, um ihre typischen Plätze zu kennen. Ich mag es mir auch nur einbilden, aber bei den Männchen tue ich mir leichter. Obwohl ich anfangs unseren Erdschi mit Sicherheit desöfteren mit Theoderich verwechselt habe, da ich gar nicht wusste, dass 2 Männchen im gleichen Revier sind. Ein Anhaltspunkt sind markanten gelb-orange gefärbten Schnäbel, die sich auf Fotovergrößerungen leicht unterschiedlich zeigen, was den Farbton und die Krümmung betrifft. Dann scheint es mir auch so, als ob einige (evtl. ältere) Männchen, eine „zerrupftere Frisur“ haben. Sieht man sie nebeneinander kann man mitunter auch Größenunterschiede ausmachen. Die Weibchen sind zwar grundsätzlich noch schwieriger zu unterscheiden, haben aber zumindest in unserem speziellen Fall gerade einen Vorteil: Eilin ist die Einzige im gesamten von mir einsehbaren Gebiet, die aktuell gerade Jungvögel haben dürfte. Denn nur sie sammelt die Würmer im Schnabel, während Katharina oder andere gelegentlich sichtbare Weibchen nur selbst fressen.

Der Schnabel von Erdschi (hier sitzt er im Nest) hatte beispielsweise die typischen schwarzen Farbeinlagerungen, die möglichweise darauf hinweisen, dass er noch ein sehr junges Männchen ist. Auch die Augenringe sind noch jugendlich straff.

Der Schnabel von Erdschi (hier sitzt er im Nest) hatte beispielsweise die typischen schwarzen Farbeinlagerungen, die möglichweise darauf hinweisen, dass er noch ein sehr junges Männchen ist. Auch die Augenringe sind noch jugendlich straff.

Augenring und Schnabel sowie "unordentliche Frisur" sehen bei diesem älter wirkenden Männchen deutlich anders aus. Er hat unsere Eilin am 29.05.2020 mehrmals besucht. Anfangs dachte ich, es sei der aggressive Theoderich, später hätte ich aber auch einen neuen Interessenten/Verehrer nicht ausgeschlossen.

Augenring und Schnabel sowie „unordentliche Frisur“ sehen bei diesem älter wirkenden Männchen deutlich anders aus. Er hat unsere Eilin am 29.05.2020 mehrmals besucht. Anfangs dachte ich, es sei der aggressive Theoderich, später hätte ich aber auch einen neuen Interessenten/Verehrer nicht ausgeschlossen.

Der Schnabel von Theoderich ist oranger als bei vielen anderen Männchen.

Der Schnabel von Theoderich ist oranger als bei vielen anderen Männchen.

Ein anders Indiz: Welche Vögel sind häufig gemeinsam zu sehen, wohin fliegen sie, woher kommen sie, wer sammelt Würmer, wer frisst sie nur, wer streitet oder kämpft mit wem.

Sehe ich Eilin mit einer Wurmlieferung vor unserem Fenster und zeitgleich andere Amseln in der Nähe kann ich ein genauere Zuordnung vornehmen.

Sehe ich Eilin mit einer Wurmlieferung vor unserem Fenster und zeitgleich andere Amseln in der Nähe kann ich ein genauere Zuordnung vornehmen.

Theoderich lässt seine Katharina z.B. nie aus den Augen. Entweder folgt er ihr am Boden auf Schritt und Tritt ...

Theoderich lässt seine Katharina z.B. nie aus den Augen. Entweder folgt er ihr am Boden auf Schritt und Tritt …

... oder er beobachtet ihr Tun am Boden aus erhöhter Aussichtsposition. Sei es nun aus Liebe oder aus purer Dominanz und Kontrollwahn.

… oder er beobachtet ihr Tun am Boden aus erhöhter Aussichtsposition. Sei es nun aus Liebe oder aus purer Dominanz und Kontrollwahn.

Theoderich duldet kein anders Amsel-Männchen neben sich und verjagt auch viele andere Vögel. Und gelegentlich legt er sich auch mit einer Schneck an. Man beachte den gekonnten Kung-Fu-Ausfallsschritt und den Kampfschrei.

Theoderich duldet kein anders Amsel-Männchen neben sich und verjagt auch viele andere Vögel. Und gelegentlich legt er sich auch mit einer Schneck an. Man beachte den gekonnten Kung-Fu-Ausfallsschritt und den Kampfschrei.


Gefiederte Nachbarn

Mittlerweile entwickeln wir uns ja schon zu laienhaften Vogelkundlern. Und neben unseren Amseln haben wir auch schon einen Blick für die vielen anderen gefiederten Freunde in der Nachbarschaft entwickelt (vermehrt stehen wir jetzt mit dem Fernglas auf der Terrasse). Leider erlaubt es meine Teleobjektiv-Ausstattung nicht, die kleineren und weiter entfernten Vögel optisch gefällig abzulichten.

Ich verlinke deshalb bei den einzelnen Vogelarten auf bessere, schönere Fotos auf anderen Webseiten, ich selbst kann nur mit gruselig verschwommenen, verrauschten, verwackelten Bildern aufwarten.

Unsere sonstigen in den letzten Tagen entdeckten gefiederten Nachbarn in alphabetischer Reihenfolge, die ich schon mit Sicherheit bestimmen konnte:


Bachstelze

Bachstelze

Bachstelze

Bachstelze

Bachstelze

Bachstelze

Bachstelze

Bachstelze

Bachstelze

Bachstelze

Bachstelze


Blaumeise

Beim Blick durch das Objektiv habe ich noch gar nicht bemerkt, dass ich eine Blaumeise vor der Linse habe. Erst die Ausschnittsvergrößerung brachte Gewissheit.

Beim Blick durch das Objektiv habe ich noch gar nicht bemerkt, dass ich eine Blaumeise vor der Linse habe. Erst die Ausschnittsvergrößerung brachte Gewissheit.


Bluthänfling

Zuerst hielt ich diesen kleinen Gesellen für eine Farbabweichung bei einem gewöhnlichen Spatz. Erst sein Gesang weckte mein Interesse: Es ist ein Bluthänfling

Zuerst hielt ich diesen kleinen Gesellen für eine Farbabweichung bei einem gewöhnlichen Spatz. Erst sein Gesang weckte mein Interesse: Es ist ein Bluthänfling


Buntspecht

Beim Anblick des Buntspecht-Weibchens bedaure ich es wieder einmal, für die geschätzte Entfernung von 30 bis 40 Meter kein besseres Teleobjektiv zu besitzen.

Beim Anblick des Buntspecht-Weibchens bedaure ich es wieder einmal, für die geschätzte Entfernung von 30 bis 40 Meter kein besseres Teleobjektiv zu besitzen.


Girlitz oder evtl. Grünfink

Ob Girlitz oder Grünfink (oder ganz ein anderer) kann ich bei dieser weiten Entfernung und Zoomeinstellung nicht klar beantworten.

Ob Girlitz oder Grünfink (oder ganz ein anderer) kann ich bei dieser weiten Entfernung und Zoomeinstellung nicht klar beantworten.


Haussperling (Spatz)

Haussperling (Spatz)

Haussperling (Spatz)

Haussperling (Spatz) beim Abflug

Haussperling (Spatz) beim Abflug

Haussperling (Spatz) von hinten

Haussperling (Spatz) von hinten

Haussperling (Spatz) von vorne

Haussperling (Spatz) von vorne

Haussperling (Spatz) - Jungvogel

Haussperling (Spatz) – Jungvogel

Unentwegt bringt ein Spatzen-Paar Nahrung für den Nachwuchs unter der Regenrinne.

Unentwegt bringt ein Spatzen-Paar Nahrung für den Nachwuchs unter der Regenrinne.

Auch Nieselregen kann die Spatzen nicht von der pausenlosen Versorgung des zwitschernden Nachwuchses abhalten.

Auch Nieselregen kann die Spatzen nicht von der pausenlosen Versorgung des zwitschernden Nachwuchses abhalten.

Der Spatzen-Vater des Nestes unter der Regenrinne hat jetzt einen neuen Startpunkt für den Anflug auf´s Nest auserkoren. Nur ca. 4 bis 5 Meter von unserem Fenster entfernt kann ich ihn gut beobachten.

Der Spatzen-Vater des Nestes unter der Regenrinne hat jetzt einen neuen Startpunkt für den Anflug auf´s Nest auserkoren. Nur ca. 4 bis 5 Meter von unserem Fenster entfernt kann ich ihn gut beobachten.

Die Redewendung "Schimpfen wie ein Rohrspatz" bezieht sich zwar nicht auf den Haussperling ...

Die Redewendung „Schimpfen wie ein Rohrspatz“ bezieht sich zwar nicht auf den Haussperling …

... aber seitdem wir diesen Untermieter haben, denke ich immer wieder an diesen Satz.

… aber seitdem wir diesen Untermieter haben, denke ich immer wieder an diesen Satz.

Spatzen-Vater kann sich den ganzen Tag über ununterbrochen aufregen ...

Spatzen-Vater kann sich den ganzen Tag über ununterbrochen aufregen …

... wenn Spatzen-Mutter nicht ungehindert zum Nest unter unserer Regenrinne kann, wenn ich auf der Terrasse stehe.

… wenn Spatzen-Mutter nicht ungehindert zum Nest unter unserer Regenrinne kann, wenn ich auf der Terrasse stehe.

Nachdem die Spatzen ihren Nest unter unserer Regenrinne verlassen haben, wird bereits wieder am nächsten Nest gebaut.

Nachdem die Spatzen ihren Nest unter unserer Regenrinne verlassen haben, wird bereits wieder am nächsten Nest gebaut.

Wie lange bauen Spatzen eigentlich an ihrem Nest. Oder ist das schon wieder ein anderer? Der schwarzen Brustzeichnung nach wahrscheinlich schon.

Wie lange bauen Spatzen eigentlich an ihrem Nest. Oder ist das schon wieder ein anderer? Der schwarzen Brustzeichnung nach wahrscheinlich schon.


Hausrotschwanz

Mittlerweile erkenne ich nicht nur unsere Amseln an einigen typischen Lauten sondern bin auch mit dem Gesang des Hausrotschwanzes am Nachbardach vertraut.

Mittlerweile erkenne ich nicht nur unsere Amseln an einigen typischen Lauten sondern bin auch mit dem Gesang des Hausrotschwanzes am Nachbardach vertraut.

Vielleicht derselbe Hausrotschwanz an derselben Stelle.

Vielleicht derselbe Hausrotschwanz an derselben Stelle.

Hausrotschwanz von hinten

Hausrotschwanz von hinten

Hausrotschwanz mit Jause

Hausrotschwanz mit Jause

Hausrotschwanz beim Sprung vom Zehnmeterturm

Hausrotschwanz beim Sprung vom Zehnmeterturm

Hausrotschwanz in Nachbars Obstgarten

Hausrotschwanz in Nachbars Obstgarten


Kohlmeise

Am 19.05.2020 gelang mir endlich ein Foto einer Kohlmeise. Anfangs ziert sie sich zwar noch ein bisschen und dreht das Köpfchen weg ...

Am 19.05.2020 gelang mir endlich ein Foto einer Kohlmeise. Anfangs ziert sie sich zwar noch ein bisschen und dreht das Köpfchen weg …

... und dann eines mit dem Gesichtchen.

… und dann eines mit dem Gesichtchen.


Rauchschwalbe

Das erste Mal, dass ich eine Rauchschwalbe beim Sitzen erwische.

Das erste Mal, dass ich eine Rauchschwalbe beim Sitzen erwische.

Endlich einmal eine Rauchschwalbe von vorne. Jetzt fehlt nur noch ein Flugfoto - bisher zeigen diese aber immer nur einen leeren Himmel :-)

Endlich einmal eine Rauchschwalbe von vorne. Jetzt fehlt nur noch ein Flugfoto – bisher zeigen diese aber immer nur einen leeren Himmel 🙂


Stieglitz (Distelfink)

21.05.2020: Heute konnte ich endlich einen der farbenprächtigen Stieglitze ablichten, allerdings war der Vogel sehr weit entfernt und die Lichtverhältnisse bescheiden.

21.05.2020: Heute konnte ich endlich einen der farbenprächtigen Stieglitze ablichten, allerdings war der Vogel sehr weit entfernt und die Lichtverhältnisse bescheiden.

Die unruhigen Stieglitze sind nicht so leicht zu fotografieren.

Die unruhigen Stieglitze sind nicht so leicht zu fotografieren.

Ein Stieglitz-Pärchen krallt sich am Nachbarhaus fest.

Ein Stieglitz-Pärchen krallt sich am Nachbarhaus fest.

Die Amsel singt zwar die schönsten Lieder im Garten, am besten gefallen mir aber die quirligen bunten Stieglitze.

Die Amsel singt zwar die schönsten Lieder im Garten, am besten gefallen mir aber die quirligen bunten Stieglitze.

Stieglitz

Stieglitz


Sonstige nette Nachbarn

29.05.2020: Nach 21:00 Uhr, bei der Heimkehr von Eilin, zeigt sich auch ein netter Besucher im Garten der Nachbarin. Bei ISO 25600 lässt sich das Rauschen nicht vermeiden, aber zumindest ein Erinnerungsbild in der Abenddämmerung erstellen.

29.05.2020: Nach 21:00 Uhr, bei der Heimkehr von Eilin, zeigt sich auch ein netter Besucher im Garten der Nachbarin. Bei ISO 25600 lässt sich das Rauschen nicht vermeiden, aber zumindest ein Erinnerungsbild in der Abenddämmerung erstellen.

Am 31.05.2020 - in der Nacht als Eilin erstmals nicht mehr im Nest schläft - besucht uns der niedliche nette Igel neuerlich.

Am 31.05.2020 – in der Nacht als Eilin erstmals nicht mehr im Nest schläft – besucht uns der niedliche nette Igel neuerlich.


Vogel-Beobachtungen beim Wandern

Auch beim Wandern widmen wir unseren neu gewonnenen gefiederten Freunden nun wesentlich mehr Aufmerksamkeit. Große Greifvögel sind uns zwar immer schon aufgefallen, in früheren Jahren ab und an auch ein Eichelhäher und einmal meinen wir auch einen Wiedehopf erkannt zu haben. Aber das „unauffälligere Getier“ war eher von untergeordnetem Interesse.

Das hat sich nun geändert. Und insbesondere „amselähnliche“ Vögel erregen seit unserem Nest unsere erhöhte Aufmerksamkeit. Und so konnten wir bei einer Wanderung auf den Lawinenstein über der Tauplitzalm am 07.05.2020 ein Ringdrossel-Paar beobachten.

Allerdings habe ich beim Wandern noch viel weniger als sonstwo ein brauchbares Teleobjekt mit – da bin ich mehr der „Weitwinkeltyp“. Dennoch ist es mir gelungen, bei einer kleinen Rundtour über den Freienstein am 21.05.2020 gleich mehrere neue Vogelarten zu fotografieren: Zunächst einmal kreisen über Gröbming 2 Raubvögel, die ich als Mäusebussard einstufen würde.

Mit meinen bescheidenen Kenntnissen vermute ich hier einen Mäusebussard.

Mit meinen bescheidenen Kenntnissen vermute ich hier einen Mäusebussard.

Diese Art von Raubvogel begnetet mir bei Wanderungen öfter und sie sind auch nicht selten vom Tal aus zu beobachten.

Diese Art von Raubvogel begnetet mir bei Wanderungen öfter und sie sind auch nicht selten vom Tal aus zu beobachten.

Kohlmeise und Blaumeise habe ich mittlerweile ja auch schon zu Hause fotografiert. Dass es aber auch eine Haubenmeise gibt, war mir bislang gar nicht bekannt. Eine der 4 Vogelarten, die wir bei der Freienstein-Runde gesehen haben.

Die Haubenmeise kreischt aufgeregt am Baum umher ...

Die Haubenmeise kreischt aufgeregt am Baum umher …

... und macht uns erst so auf sich aufmerksam.

… und macht uns erst so auf sich aufmerksam.

Aber sie war nicht die einzige Meise auf dieser Tour. Ihr Cousin – die Tannenmeise – war ebenfalls zu sehen und zu hören. Ihr Gesang hatte es Ingrid angetan 🙂 : „Wizi-Wizi-Wizi-Wizi … Wizi-Wizi-Wizi-Wi … Wizi-Wizi-Wizi-Wizi … Wizi-Wizi-Wizi-Wi“. Bei jedem 2. Mal wird also ein bisschen abgekürzt.

Die Tannenmeise hat einen markanten Ruf: Wizi-Wizi-Wizi-Wizi

Die Tannenmeise hat einen markanten Ruf: Wizi-Wizi-Wizi-Wizi

Ja und dann sahen wir auf ebendieser Wandertour noch einen weiteren größeren imposanten Vogel, den ich überhaupt nicht einordnen konnte. Er war äußerst scheu und entkam immer rasch unseren Blicken. Und als es mir doch einmal gelang, ihn abzulichten, versteckte er jedes Mal gekonnt seinen Kopf hinter Ästen oder Nadelbaumzapfen. Sperber war meine erste Einschätzung, aber zugegebenermaßen in absoluter Unkenntnis. Erst nach 2 Tagen Internet-Recherche glaube ich, das Rätsel gelöst zu haben. Und Sperber war gar nicht so grundsätzlich falsch. Denn dem Kuckuck wird nachgesagt, im Flug einem Sperber zu ähneln.

Der vermeintliche Sperber dürfte mit ziemlicher Sicherheit ein Kuckuck gewesen sein.

Der vermeintliche Sperber dürfte mit ziemlicher Sicherheit ein Kuckuck gewesen sein.


Gefährliche Feinde

Ich hoffe, dass unsere Amseln ihre Kinder unbeschadet aufziehen können, auch wenn in der Nachbarschaft einige Feinde herumziehen.

Einerseits habe ich in etwa 100 Meter Luftlinie entfernt sich einige Male eine Elster gesehen, noch gefährlicher dürfte aber eine streunende Katze sein, die sich immer wieder an den Lieblingsplätzen unserer Amseln herumtreibt.

Streunende Katze auf einem der Lieblingsplätze unserer Amseln ...

Streunende Katze auf einem der Lieblingsplätze unserer Amseln …

Keiner in der Nachbarschaft weiß, wem sie gehört. Aber angeblich kommt sie immer zum Jungvögel-Schmausen.

Keiner in der Nachbarschaft weiß, wem sie gehört. Aber angeblich kommt sie immer zum Jungvögel-Schmausen.

... den wenig später auch Erdschi wieder einmal aufsucht.

… den wenig später auch Erdschi wieder einmal aufsucht.

Ein Krähenpaar führt seit einigen Tagen Erkundungsflüge in den Nachbargärten durch, am 11.05.2020 war eine sogar auf unserer Terrasse.

Ein Krähenpaar führt seit einigen Tagen Erkundungsflüge in den Nachbargärten durch, am 11.05.2020 war eine sogar auf unserer Terrasse.

Auch am 13. Mai beäugt das Hitchcock-Monster längere Zeit vom Nachbarbaum aus unser Amsel-Gelege.

Auch am 13. Mai beäugt das Hitchcock-Monster längere Zeit vom Nachbarbaum aus unser Amsel-Gelege.

In diesem spitzen Schnabel möchte ich unsere Amsel-Jungen nicht sehen.

In diesem spitzen Schnabel möchte ich unsere Amsel-Jungen nicht sehen.

Erkundungstour in den Nachbarbäumen.

Erkundungstour in den Nachbarbäumen.

Eine weitere Katze hat sich heute in der Nachbarschaft eingefunden. Mit ihrem Sprung auf das Garagendach sorgt sie für hysterisches Gezwitscher in den umliegenden Bäumen.

Eine weitere Katze hat sich heute in der Nachbarschaft eingefunden. Mit ihrem Sprung auf das Garagendach sorgt sie für hysterisches Gezwitscher in den umliegenden Bäumen.

18.05.2020: Große Aufregung bei der Nord-Amsel ...

18.05.2020: Große Aufregung bei der Nord-Amsel …

... 2 Elstern durchkämmen die Bäume.

… 2 Elstern durchkämmen die Bäume.

Eine der beiden Krähen im Wassserbad genau über dem Amselnest, nachdem 5 Küken geschlüpft waren. Getrennt werden sie nur durch das Dach.

Eine der beiden Krähen im Wassserbad genau über dem Amselnest, nachdem 5 Küken geschlüpft waren. Getrennt werden sie nur durch das Dach.

Die Krähe hat seit einigen Tagen einen neuen Lieblingsplatz: Am Dach des Nachbarhauses mit Blick zum Amselnest

Die Krähe hat seit einigen Tagen einen neuen Lieblingsplatz: Am Dach des Nachbarhauses mit Blick zum Amselnest

Die Krähen-Gefahr ist jeden Tag allgegenwärtig.

Die Krähen-Gefahr ist jeden Tag allgegenwärtig.

Die Katze auf dem (gar nicht so heißen) Blechdach. Sie traut sich nicht mehr herunter. Wenn Du versprichst, unsere Amseln in Ruhe zu lassen, werden wir Dir helfen.

Die Katze auf dem (gar nicht so heißen) Blechdach. Sie traut sich nicht mehr herunter. Wenn Du versprichst, unsere Amseln in Ruhe zu lassen, werden wir Dir helfen.

Schon wieder durchkämmt eine Elster die Bäume im Nord-Sektor.

Schon wieder durchkämmt eine Elster die Bäume im Nord-Sektor.

Am 20.05.2020 bringt ein Turmfalke den Tod über das Amsel-Land. Gottseidank "nur" für eine Maus.

Am 20.05.2020 bringt ein Turmfalke den Tod über das Amsel-Land. Gottseidank „nur“ für eine Maus.

Eine Dreiviertelstunde dauert das blutige Schauspiel ...

Eine Dreiviertelstunde dauert das blutige Schauspiel …

... dann haben Turmfalke und Elster ihr tödliches Werk vollendet.

… dann haben Turmfalke und Elster ihr tödliches Werk vollendet.

Der Turmfalke verzieht sich, die Elster sorgt noch einige Minuten für Unruhe bei den Amseln.

Der Turmfalke verzieht sich, die Elster sorgt noch einige Minuten für Unruhe bei den Amseln.

28.05.2020: Wieder sorgt eine Elster für Aufregung in der Vogelwelt. Dieses Mal im Ost-Revier am Nussbaum.

28.05.2020: Wieder sorgt eine Elster für Aufregung in der Vogelwelt. Dieses Mal im Ost-Revier am Nussbaum.


Interessante Vogel-Links

Bei der Vogel-Bestimmung im Allgemeinen und bei der Suche nach Erklärungen für Amsel-Verhaltensweisen im Besonderen wurde ich vor allem bei folgenden Webseiten fündig:

 

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

 

Bei diesem Besucher, der das Nest nicht mehr aus den Augen lässt, bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob Feind oder Freund :-)

Bei diesem Besucher, der das Nest nicht mehr aus den Augen lässt, bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob Feind oder Freund 🙂

Wieder einmal zeigt sich dieses geheimnisvolle Geschöpf: Ich habe sie Gwendolyn genannt.

Wieder einmal zeigt sich dieses geheimnisvolle Geschöpf: Ich habe sie Gwendolyn genannt.

Gestern war es ein Igel, der uns in der Abenddämmerung besuchte, heute ist es Gwendolyn. Das Bild ist nur dank hoher ISO-Werte so hell.

Gestern war es ein Igel, der uns in der Abenddämmerung besuchte, heute ist es Gwendolyn. Das Bild ist nur dank hoher ISO-Werte so hell.

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