35.000 Höhenmeter in einem Monat

Heute gibt´s wieder einmal ein bisschen Statistik (ist ja in Zeiten von Corona generell sehr modern).

Seit 01.01.2004 zeichne ich meine Touren in meiner Tourendatenbank auf, was mir alle möglichen Übersichten und Vergleiche ermöglicht – das ergibt Ende April 2020 bereits insgesamt 196 volle Monate zur Auswertung. Für reine Sportler unnütze Zeitverschwendung, für „Datenfetischisten“ aber das pure Vergnügen.

April 2020: Vom Pulver-Neuschnee auf der Planai am 1. April ...

April 2020: Vom Pulver-Neuschnee auf der Planai am 1. April …

In der aktuellen Corona-Situation kann man ja vielerorts hören und lesen, dass wir uns derzeit in besonderen, noch nie dagewesenen Ausnahmezeiten befinden. Anfangs konnte ich aber bei mir nicht feststellen, dass sich so wesentlich etwas geändert hätte. Mittlerweile aber hat sich diese „neue Normalität“ auch bei mir niedergeschlagen.

... bis zu schon aperen Verhältnissen am 30. April über der Planneralm.

… bis zu schon aperen Verhältnissen am 30. April über der Planneralm.

Noch nie zuvor war ich nämlich a) so intensiv zum „dringend erforderlichen Füße-Vertreten“ draußen und b) seit den 1980-er-Jahren hatte ich nie mehr eine Frisur zu der im Vergleich der Haarschnitt des Struwwelpeter perfekt gestylt wirkt.

Und so nach und nach wurde mir bewusst, dass es sich bei meiner Höhenmeterleistung im April 2020 wohl um ein einmaliges Ereignis handeln wird: Denn die Kombination aus a) noch nicht zu alten Knochen, b) durch Corona-Kurzarbeit extrem viel Freizeit, c) die derzeit fehlenden Freizeit-Alternativen, d) optimal präparierte und dennoch verwaiste Skipisten und e) dem zweitsonnigsten April der Messgeschichte dürfte es in dieser Zusammensetzung so wohl nicht mehr so schnell geben.

Ohne die "Leih-Ski" wäre die vielen Touren nicht möglich gewesen, nachdem meine eigenen Felle bei den mehrfachen Wiederaufstiegen pro Tag nicht mehr halten wollten (so nosse Felle sind scho a Luada ;-).

Ohne die „Leih-Ski“ wäre die vielen Touren nicht möglich gewesen, nachdem meine eigenen Felle bei den mehrfachen Wiederaufstiegen pro Tag nicht mehr halten wollten (so nosse Felle sind scho a Luada ;-).

Denn selbst mit zunehmender Klimaerwärmung (Punkt e) und „irgendwann“ auch einer Pensionierung (Punkt b) heißt das nicht, dass auch die Skipisten wieder so einsam sein werden (Punkt d) und die Knochen werden auf keinen Fall jünger (Punkt a).

Mit jeder Tour wurde mir bewusster, dass sich hier (für mich) etwas Einmaliges anbahnen könnte. Spätestens als ich am 12. April bereits 11 Skitouren – mehrfach mit über 2.000 Höhenmetern – in den Beinen hatte und auch für die nachfolgenden Tage nach einem kurzen Zwischentief wieder herrliches Wetter prognostiziert wurde.

Gipfelkreuz auf der Schoberspitze

Gipfelkreuz auf der Schoberspitze

Um die Monatsmitte habe ich dann begonnen, mir erste Auswertungen vorzubereiten und diverse Ergebnisse herauszurechnen:

  1. Wie viele Höhenmeter habe ich im April 2020 zurückgelegt?
  2. Wie viele Höhenmeter mache ich eigentlich durchschnittlich in einem Monat?
  3. Was waren in den letzten mehr als 16 Jahren meine stärksten und schwächsten Wandermonate?
  4. Gibt es im Jahreskreislauf tendenziell stärkere und schwächere Monate?
Schneeschuhwanderung im Plannerkessel am Monatsletzten

Schneeschuhwanderung im Plannerkessel am Monatsletzten

1.) Höhenmeter im April 2020

  • 22 Touren (21 Skitouren, 1 Schneeschuhwanderung)
  • Insgesamt 35.195 Höhenmeter.
22 Wandertouren im April 2020 sorgten für einen neuen persönlichen Höhenmeter-Rekord.

22 Wandertouren im April 2020 sorgten für einen neuen persönlichen Höhenmeter-Rekord.

 

2.) Höhenmeter-Durchschnitt über alle Monate

  • Jänner 2004 bis April 2020 ergibt 196 Touren.
  • In dieser Zeit habe ich 1.713.134 Höhenmeter zurückgelegt.
  • Ergibt einen gerundeten Durchschnitt pro Monat von 8.740 Höhenmeter.
Die Höhenmeter-Entwicklung pro Monat zeigt eine "nervöse Fieberkurve". Gelb ist der Durchschnitt über alle 196 Monate eingezeichnet. Der neue Spitzenwert sticht natürlich heraus.

Die Höhenmeter-Entwicklung pro Monat zeigt eine „nervöse Fieberkurve“. Gelb ist der Durchschnitt über alle 196 Monate eingezeichnet. Der neue Spitzenwert sticht natürlich heraus.

 

3.) Höhenmeter Top/Flop-Monate

Was waren zwischen Jänner 2004 und April 2020 eigentlich meine stärksten und schwächsten Monate?

Da gab es eine kleine Überraschung: Denn mit so einer großen Spannweite von bloß 300 Höhenmeter im September 2010 (erklärbar durch 2 Meer-Aufenthalte in Italien und Kroatien) bis zum bisherigen Spitzenreiter von 21.350 Höhenmeter im Mai 2005 hatte ich nicht gerechnet. Der neue Spitzenwert von 35.195 Höhenmetern im April 2020 liegt gleich noch einmal 64,84% über dem bisherigen Führenden.

Der April 2020 liegt deutlich vor meinen bisherigen Spitzenmonaten, vorwiegend aus den Anfangsjahren meiner Wanderzeit.

Der April 2020 liegt deutlich vor meinen bisherigen Spitzenmonaten, vorwiegend aus den Anfangsjahren meiner Wanderzeit.

 

4.) Schwächste und stärkste Monate im Jahreskreislauf

Hier folgte die zweite Überraschung. Ich hatte zwar damit gerechnet, dass ein Frühjahrsmonat in der Skitourensaison vorne liegt, aber den Oktober hätte ich auch ganz vorne eingeordnet. Die Stärke des August ist ebenfalls etwas verwunderlich, da wir uns in diesem Monat ja meist in südlichen Gefilden am Meer befinden. Hier dürften sich aber unsere Krk-Wanderurlaube in den letzten Jahren bereits auswirken.

Die Höhenmeter-Verteilung im Jahreskreislauf: Spitzenreiter April vor August, November und Dezember bilden die Schlusslichter.

Die Höhenmeter-Verteilung im Jahreskreislauf: Spitzenreiter April vor August, November und Dezember bilden die Schlusslichter.

 

1. Platz auf der Reiteralm :-)

1. Platz auf der Reiteralm 🙂

Abschließend zur Klarstellung: Diese Statistiken sollen nicht beweisen, welch toller Hecht ich bin, denn ich kenne Skitourengeher, die solch einen Schnitt über mehrere Monate halten, während ich schon ziemlich froh bin, dass es jetzt Anfang Mai endlich einmal unwirtliches, regnerisches Wetter gibt und ich meine Oberschenkel auf der Couch hochlagern kann 🙂 .

Und überhaupt: Im Vergleich mit richtigen Sportlern erscheinen meine Höhenmeter ohnehin lächerlich gering.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

An den meisten Tagen im April 2020 war es sonnig. An den wenigen unbeständigen Tagen habe ich pausiert - mit Ausnahme des letzten Tages im April in den Rottenmanner und Wölzer Tauern. Und jetzt Anfang Mai freue ich mich sogar über den Regen.

An den meisten Tagen im April 2020 war es sonnig. An den wenigen unbeständigen Tagen habe ich pausiert – mit Ausnahme des letzten Tages im April in den Rottenmanner und Wölzer Tauern. Und jetzt Anfang Mai freue ich mich sogar über den Regen.

 

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