Flucht vor der Hitze auf den Baumgartlkopf

Auch am letzten Tag dieses heißtesten Juni aller Zeiten, in dem ein Hitzerekord dem nächsten folgt, haben wir uns den eigenen Ratschlag vom letzten Beitrag zu Herzen genommen: „Ein möglichst früher Aufbruch und/oder ein möglichst hoher Ausgangspunkt“. Als wir zum Gehen gekommen sind, war es zwar schon 08:00 Uhr, durch die große Ausgangshöhe von 2.400 Meter war aber Schwitzen zunächst kein Thema – im Gegenteil. Zeitweise kräftiger Wind sorgte am Morgen nach einigen schweißtreibenden Wochen erstmals wieder kurzzeitig für leichtes Frösteln, welches wir aber gelassen hinnahmen, im Wissen, dass uns am Nachmittag unten im Tal wohl wieder unerträgliche Hitze erwarten würde. Und tatsächlich – nach Hermagor am Donnerstag mit 38,1°C war heute Innsbruck der Hitzepol mit einer abermaligen Juni-Rekord-Steigerung auf 38,5° Celsius. Eigentlich traurig, auch wenn diese Rekorde in den Medien zelebriert werden, als sei diese bedenkliche Entwicklung etwas Erstrebenswertes.

Wir starten unsere Hitzefluchttour beim in der Früh noch weitgehend leeren Parkplatz Fuschertörl.

Ausgangspunkt Parkplatz Fuschertörl

Ausgangspunkt Parkplatz Fuschertörl

Noch waren es vor allem Radfahrer (zunehmend mit Motor- aber auch noch mit Muskel-Antrieb) und lautstark „aufgasende“ Motorradfahrer, die jetzt in der Kühle des jungen Morgens für Betrieb auf der Glocknerstraße sorgen, als wir den kurzen Anstieg hinauf zur Edelweißspitze in Angriff nahmen. Es ist jetzt schon mehr als 25 Jahre her, dass wir zuletzt hier oben auf 2.572 Meter Seehöhe standen. Damals haben wir noch der radelnden Zunft angehört und sind mit dem Mountainbike von Bruck an der Glocknerstraße heraufgekommen.

Die Glocknerstraße beim morgendlichen Aufbruch. Links der Brennkogel.

Die Glocknerstraße beim morgendlichen Aufbruch. Links der Brennkogel.

Die Glocknerstraße am Nachmittag bei unserer Rückkehr. Rechts die Edelweißspitze.

Die Glocknerstraße am Nachmittag bei unserer Rückkehr. Rechts die Edelweißspitze.

Mit 1,5 Stunden ist die Route von der Edelweißspitze zum Baumgartlkopf angeschrieben. Eine größere Tour wollte ich mir heute nicht aufbürden, nachdem ich am Vortag (Bericht folgt eventuell noch) 1.900 Aufstiegs-Höhenmeter zurückgelegt hatte und die Beine entsprechend noch ein bisschen müde waren.

Von der Edelweißspitze auf den Baumgartlkopf (Bildmitte). Der unschwierige Weg verläuft auf der rechten Bildseite.

Von der Edelweißspitze auf den Baumgartlkopf (Bildmitte). Der unschwierige Weg verläuft auf der rechten Bildseite.

Bereits wenige Meter unterhalb der Edelweißspitze Richtung Nordosten läßt man den Rummel hinter sich. Anfangs sind es noch lautstarke Motorräder, die man vernimmt, bald aber ist es angenehm still. Die Anzahl der Wanderer, auf die wir in den kommenden Stunden treffen, bleibt einstellig. Am Steig wechselt sich auffallend feiner weißer Sand mit silberglänzendem Sand.

Einsamer, schöner Steig auf Kendlkopf (links), Baumgartlkopf (Bildmitte) und Hirzkarkopf (rechts).

Einsamer, schöner Steig auf Kendlkopf (links), Baumgartlkopf (Bildmitte) und Hirzkarkopf (rechts).

Der Ausblick Richtung Westen ist geprägt von den Gipfeln und Gletschern um das Große Wiesbachhorn. Auch das markante Trapez der Hohen Dock ist mir noch in guter Erinnerung, obwohl diese Wandertour bereits fast 13 Jahre zurückliegt.

Vom Brennkogel über die Hohe Dock zum Großen Wiesbachhorn (v.l.n.r.)

Vom Brennkogel über die Hohe Dock zum Großen Wiesbachhorn (v.l.n.r.)

Links die Hohe Dock

Links die Hohe Dock

Der Normalweg weicht dem Kendlkopf auf der Ostseite aus, wir wollen ihn aber überschreiten (auch sehr einfach).

Der Normalweg weicht dem Kendlkopf auf der Ostseite aus, wir wollen ihn aber überschreiten (auch sehr einfach).

Nach der Überschreitung des Kendlkopfes kehren wir zum ausgetretenen Steig zurück und erreichen bald darauf das Gipfelkreuz am 2.623 Meter hohen Baumgartlkopf, von wo sich ein toller Rundumblick genießen lässt. Sei es hinab ins Tal nach Zell am See, hinüber zum von Skitouren bekannten Hocharn oder natürlich zum alle anderen Gipfel überragenden Großglockner.

Immer wieder erhascht man auf dieser Route einen Blick auf ein "Spitzerl" des im Hintergrund liegenden Großglockners. Links davor die auffallend formschöne Pyramide des Sinwellecks.

Immer wieder erhascht man auf dieser Route einen Blick auf ein „Spitzerl“ des im Hintergrund liegenden Großglockners. Links davor die auffallend formschöne Pyramide des Sinwellecks.

Zell am See

Zell am See

Ausblick vom Baumgartlkopf zu Kendlkopf (links) und Edelweißspitze (Bildmitte). Links hinten der Brennkogel.

Ausblick vom Baumgartlkopf zu Kendlkopf (links) und Edelweißspitze (Bildmitte). Links hinten der Brennkogel.

Gipfelkreuz am Baumgartlkopf. Hinten der schneebedeckte Hocharn. Ganz links der Ritterkopf.

Gipfelkreuz am Baumgartlkopf. Hinten der schneebedeckte Hocharn. Ganz links der Ritterkopf.

Wir machen uns schließlich wieder auf den Weiterweg. Bevor es aber zurückgeht, wollen wir auch noch dem nächsten Gipfelkreuz weiter nordöstlich einen Besuch abstatten. Vom Hirzkarkopf hat man einen sehr schönen Ausblick über das aus dem Raurisertal hereinziehende Seidlwinkltal. Im Hintergrund erkennt man trotz Dunst deutlich die höchsten Dachsteingipfel und selbst den Grimming.

Nächster Halt: Hirzkarkopf. Rechts das Seidlwinkltal

Nächster Halt: Hirzkarkopf. Rechts das Seidlwinkltal

Für den Rückweg entscheiden wir uns ganz kurzfristig für eine weglose Variante über einige Schneefelder durch das anschließend grün leuchtende Baumgartlkar, in der Hoffnung, dass wir so ohne gröbere Schwierigkeiten bis zur Fuscherlacke kommen würden.

Wegloser Abstieg ins grüne Baumgartlkar.

Wegloser Abstieg ins grüne Baumgartlkar.

Auf blumenreichen Wiesen geht es Hügel ab und Hügel auf

Auf blumenreichen Wiesen geht es Hügel ab und Hügel auf

Hier sind wir endlich sicher, dass wir problemlos bis zur Fuscherlacke in Bildmitte kommen würden.

Hier sind wir endlich sicher, dass wir problemlos bis zur Fuscherlacke in Bildmitte kommen würden.

Beim gutbesuchten Gasthof Fuscherlacke kehren wir beim Mankeiwirt auf erfrischenden Radler und köstlichen Kaiserschmarrn ein.

Einkehr beim Mankeiwirt

Einkehr beim Mankeiwirt

Nach dieser kulinarischen Stärkung geht es entlang der Fuscherlacke hinauf zum Fuscher Törl und von dort zum nahen Ausgangs-Parkplatz.

Restschneefelder bei der Fuscherlacke

Restschneefelder bei der Fuscherlacke

Fuscher Törl

Fuscher Törl

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

 

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