Der Schatz am Silberkarsee

Für das Jubiläum der mittlerweile 10. Wanderung mit der lieben Isabella haben wir wieder ein sehr schönes Tourenziel im Dachsteingebirge ausgesucht. Der Routenverlauf von Ramsau-Rössing durch die Silberkarklamm zur Silberkarhütte und weiter zum Silberkarsee versprach abwechslungsreiche, landschaftliche Schönheit. Lediglich ein drohendes Donnerwetter ab den frühen Nachmittagsstunden könnte uns den Genuss vereiteln.

Unsere Wanderroute im Dachsteingebirge entgegen dem Uhrzeigersinn

Unsere Wanderroute im Dachsteingebirge entgegen dem Uhrzeigersinn

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Deshalb starteten wir bereits zeitig in der Früh bei noch einstelligen Temperaturen (9,5 °C). Die teilweise rutschigen Holzsteige führen uns unschwierig neben dem derzeit besonders wasserreichen, rauschenden Bach durch die Klamm hinauf. Nach Bärenschützklamm und Günster Wasserfall heuer bereits mein 3. Klammbesuch, und … ja … die Silberkarklamm gefällt mir am besten.

Etliche Passagen der Steiganlage mussten nach dem schneereichen Winter erneuert werden.

Etliche Passagen der Steiganlage mussten nach dem schneereichen Winter erneuert werden.

Trotz des Schattens wird es nach dem oberen Klammende merkbar wärmer und bald stehen wir bei der Silberkarhütte, um die Klammgebühr von 4,20 Euro pro Person zu entrichten.

Im frühmorgens noch schattigen Silberkar

Im frühmorgens noch schattigen Silberkar

Da Isa eine begeisterte Geocacherin ist, lag es natürlich auf der Hand, dass sie den dort versteckten „Schatz“ hob. Um beim Aufstieg nicht zu viel Zeit zu verlieren, stand als Fix-Cache eigentlich nur jener oben beim Silberkarsee am Tagesplan, wenn sich aber noch ein Versteck quasi im Vorbeigehen finden ließe, konnten wir durchaus eine Ausnahme machen. Die rindssuppenkochende Hüttenwirtin erzählt, das vor wenigen Tagen ein Wanderer beim Weg vom Guttenberghaus auf einem harten steilen Schneefeld ausgerutscht ist und „sauba ausgschaut hot“. Harte Bergschuhe und Wanderstöcke würden auf keinen Fall ein Fehler sein.

Aufstieg zur Silberkarhütte - rechts darüber das weitere Aufstiegsgelände

Aufstieg zur Silberkarhütte – rechts darüber das weitere Aufstiegsgelände

Ab der Silberkarhütte wird der Steig steiler, lässt sich aber dennoch gut und einfach begehen. Eine Gams unterhalb der Felsen sorgte für Kurzweil. Wenig später trafen wir auf ein Bankerl, wo Isa neuerlich fündig wurde. Noch ein kurzes Stück weiter, noch vor der kleinen Wiesenfläche mit gutem Ausblick zur Wasenspitze, überholen wir einen Wanderer. Ansonsten war es an diesem Feiertag recht einsam. Dafür dürfte auch der Schnee oben am Plateau sorgen.

Gams beim Aufstieg nach der Silberkarhütte

Gams beim Aufstieg nach der Silberkarhütte

Eine zweite Gams lässt sich kurz neben einer in den Latschen verborgenen Jagdhütte blicken, eine Blindschleiche schlängelt sich hurtig durch´s Gras. Noch ein letzter Aufschwung und wir stehen bei der Weggabelung Grubach.

Bei der Weggabelung Grubach

Bei der Weggabelung Grubach

Anstatt der Dachstein-Königsetappe direkt westwärts hinüber zur Feisterscharte zu folgen, bevorzugen wir den Abstieg zum landschaftlich außergewöhnlich schönen Silberkarsee (auch Hölltalsee oder Seetalsee genannt). Wasser gibt es jetzt wieder genug (kein Vergleich mit der ausgetrockneten „Pfütze“, die wir im Herbst 2006 hier vorgefunden hatten).

Abstieg in den Felskessel zum Silberkarsee

Abstieg in den Felskessel zum Silberkarsee

Wir machten es uns auf der Wiese am Westufer gemütlich, genossen die Jause und die wärmende Sonne, die nun aber zusehends von Wolken verdeckt wurde. Der fix anvisierte Geocache war aber nicht aufzufinden – er dürfte noch unter dem stellenweise meterdicken Junischnee verborgen sein. Wenig später kamen vier Wanderer aus Richtung Guttenberghaus herunter, um ebenfalls an der Geocache-Suche zu scheitern. Dafür genehmigte sich einer von ihnen ein erfrischendes Bad im Silberkarsee. Brrrrrr.

Selbst der Schnee konnte einen "Badegast" nicht aufhalten

Selbst der Schnee konnte einen „Badegast“ nicht aufhalten

Einer der Wanderer erzählte uns, dass sie beim Abstieg Steigeisenunterstützung in Anspruch genommen hatten. Darauf konnten wir nicht zurückgreifen, ich wollte mir aber selbst ein Bild von den Schneeverhältnissen machen. Bereits direkt hinter dem See begannen im Seetal-Graben kompakte Schneefelder mit gutem Trittfirn. Bei solchen Verhältnissen hätte ich keine Bedenken. Und da sich auch die Geländesteilheit in Grenzen hielt, fanden wir eigentlich recht gute Aufstiegsbedingungen vor.

Aufstieg im teilweise schneebedeckten Seetal bei noch guten Wetterbedingungen

Aufstieg im teilweise schneebedeckten Seetal bei noch guten Wetterbedingungen

Aufstieg auf kurzen, steileren Schneefeldern im guten Trittfirn.

Aufstieg auf kurzen, steileren Schneefeldern im guten Trittfirn.

Ein Gamsrudel beäugte unsere Schritte, während wir aus dem Seetal Richtung Süden zur Feisterscharte abzweigten.

In der Feisterscharte - vorbei am Eselstein

In der Feisterscharte – vorbei am Eselstein

Hier trafen wir auf erste Wanderer, deren Häufigkeit bis zum Guttenberghaus und vor allem beim Abstieg hinab ins Tal zunehmen sollte. Beim Guttenberghaus hielten wir kurz inne – es gab für Isa wieder einen Schatz zu heben 🙂 .

Von der Feisterscharte hinunter zum Guttenberghaus

Von der Feisterscharte hinunter zum Guttenberghaus

Danach geht´s flott weiter, kurzzeitig eintretendes Nieseln lässt uns die Regenjacken auspacken, nur damit wir kurz darauf mit Durchdrängen der Sonne wieder ins Schwitzen geraten. Unseren Durst stillen wir bei der Lärchbodenalm, wo wir auch die legendäre Lärchbodenschnitte genießen. Und überdies hatte Isa hier wieder „einen Schatz zu heben“. Schön langsam mussten wir uns konzentrieren, um den Überblick über ihre Anzahl nicht zu verlieren.

Blick hinab zur Lärchbodenalm (links unten)

Blick hinab zur Lärchbodenalm (links unten)

Und auch die Hinweise zu den Geocaches machten uns allmählich konfus.  Wie war das noch „Unten beim dreckigen Bach, pflücke mich und schau zum Pfau.“ oder so ähnlich. Isa hat den Geocache natürlich gefunden. 3 Radler und eine Lärchbodenschnitte später brachen wir wieder auf. Von Regengefahr war jetzt überhaupt keine Spur mehr. Beim Abstieg „stolperten“ wir „im Basislager“ über einen weiteren Geocache.

6 Geocaches, etliches Getier und unzählige Alpenblumen säumten unseren Weg.

6 Geocaches, etliches Getier und unzählige Alpenblumen säumten unseren Weg.

Beim Ghf. Feisterer wartete unser 2. Auto, welches uns den eher faden Hatscher zum Parkplatz der Silberkarklamm ersparte. Die dadurch eingesparten Kräfte setzten wir lieber für einen kurzen letzten Aufstieg zum sechsten Geocache an diesem Tage ein.

Felsen und Schnee im Seetal

Felsen und Schnee im Seetal

Fazit der Tour: Als ich am Beginn meiner Wanderleidenschaft vor fast 20 Jahren ein Bild des grünschimmernden, in einem Felskessel eingebetteten Silberkarsees entdeckte, war das Liebe auf den ersten Blick. Aber nicht nur der See selbst, sondern auch die ihn umgebende Landschaft übt auf mich eine ungeheure Faszination aus – das Gebiet könnte durchaus einem Winnetou-Film entsprungen sein. Und auch die Silberkarklamm gehört für uns zu den schönsten unter den Klammen (übertrumpft höchstens noch von den Ötschergräben). Aber wenn man so eine nette Begleitung hat, ist es ohnedies einerlei, wo man geht – es ist überall traumhaft 🙂 .

Wasenspitze

Wasenspitze

Wandertouren mit Isabella:

  1. 31.08.2013: Lungauer und Steirische Kalkspitze (13,5 Kilometer, 1.065 Höhenmeter)
  2. 30.12.2013: Schneeschuhtour auf die Eiskarlschneid (10,3 Kilometer, 880 Höhenmeter)
  3. 18.04.2014: Schneeschuhtour auf Rossfeld und Guschen (13 Kilometer, 450 Höhenmeter)
  4. 28.09.2014: Von der Tauplitzalm auf das Große Tragl (17,7 Kilometer, 845 Höhenmeter)
  5. 28.12.2014: Schneeschuhtour über die Viehbergalm Richtung Hochmühleck (13,1 Kilometer, 730 Höhenmeter)
  6. 12.09.2015: Über die Zimitzalm auf den Dreibrüderkogel (18 Kilometer, 1.270 Höhenmeter)
  7. 13.09.2015: Admonter Kaibling – Riffel (8,8 Kilometer, 935 Höhenmeter)
  8. 27.02.2016: Skitour Rumplertour – Gjaidstein-Umrundung (31,3 Kilometer, 1.015 Höhenmeter)
  9. 17.08.2018: Schwarzbeergenuß und Luftsprünge bei den Goldlacken (20 Kilometer, 1.330 Höhenmeter)
  10. 20.06.2019: Silberkarklamm – Silberkarsee – Guttenberghaus – Lärchbodenalm (17,1 Kilometer, 1.430 Höhenmeter)
Impressinen aus der Silberkarklamm

Impressionen aus der Silberkarklamm

Frühere Besuche am Silberkarsee (Hölltalsee):

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Am Westufer des Silberkarsee´s

Am Westufer des Silberkarsee´s

Ingrid und Isa unterhalb der Bildmitte im Junischnee. Rechts der Bildmitte im Schatten der Silberkarsee.

Ingrid und Isa unterhalb der Bildmitte im Junischnee. Rechts der Bildmitte im Schatten der Silberkarsee.

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