Start in die Wandersaison: Gumpeneck, Zwölferhorn, Trisslwand, Hechlstein, Hochlantsch

Beim Besuch im Salzburger Zoo Hellbrunn hatten wir uns darauf geeinigt, unseren Urlaub zunächst einmal auf Wanderschuhen in den heimatlichen Bergen zu verbrinden (obwohl – einmal möchte ich es noch erwähnen: Ich wäre auch im Juni noch für Skitouren aufgeschlossen gewesen 🙂 ).

Obowohl meine Liebste gefordert hatte, „kein Schnee mehr“ ging es doch nicht ganz ohne Schnee. Die Schneedecke ist aber großteils recht kompakt und lässt sich im weichen Trittfirn gut beschreiten. Wie aber einige teils tragisch verlaufene Unfälle zeigen, darf man die derzeit drohenden Gefahren (Einbruch in die stellenweise noch immer meterhohe Schneedecke, Abstürze beim Queren steiler, harter Schneehänge) aber keinesfalls unterschätzen.

Schladminger Tauern im Juni 2019

Schladminger Tauern im Juni 2019

Deshalb hatten wir für unsere Urlaubstouren harmlosere Ziele ausgesucht und sparen uns die ausgewachsenen und herausfordernden alpinen Unternehmungen für den Hochsommer auf.

Wanderungen in unserer Urlaubswoche Anfang Juni 2019

Wanderungen in unserer Urlaubswoche Anfang Juni 2019


1.) Salzburger Zoo Hellbrunn

Diesen Tierpark-Besuch nehme ich nur der Vollständigkeit in meiner Auflistung auf, einen Bericht dazu gibt es ja in meinem letzten Artikel.


2.) Blockfeldspitz – Gumpeneck

Die erste „richtige“ Wandertour in dieser Sommersaison 2019 unternahmen wir auf einen Gipfel, den wir sonst fast regelmäßig im Frühwinter auf Schneeschuhen besuchen. Das Gumpeneck in den nordwestlichen Rottenmanner und Wölzer Tauern liegt in meiner persönlichen Gipfel-Hitparade mit 12 Besuchen an 10. Stelle. Dementsprechend kann ich mir eine nähere Vorstellung hier ersparen.

Auch wenn sich das Gröbmingerland vom Gipfelkreuz am Gumpeneck aus schon sehr grün zeigt ...

Auch wenn sich das Gröbmingerland vom Gipfelkreuz am Gumpeneck aus schon sehr grün zeigt …

... läßt ein Blick auf die Nachbargipfel erahnen, dass man heuer noch einige Zeit mit Schneeberührung rechnen muss.

… läßt ein Blick auf die Nachbargipfel erahnen, dass man heuer noch einige Zeit mit Schneeberührung rechnen muss.


3.) Spitzeck – Illingerberg – Pillsteinhöhe – Zwölferhorn – Elferstein

Die nächste Wanderung führte uns in die Nähe des Königberger Horns, welches wir im Juni des Vorjahres von Hintersee aus besucht hatten. Ob der Kuckuck, welcher uns bei der Illingerbergalm lautstark begrüßte, derselbe war, wie voriges Jahr, kann nur vermutet werden.

Der erste Abschnitt unserer Wanderroute im Überblick. Etwa in Bildmitte die Illingerbergalm. Links hinauf zum Spitzeck. Rechts der Illingerberg.

Der erste Abschnitt unserer Wanderroute im Überblick. Etwa in Bildmitte die Illingerbergalm. Links hinauf zum Spitzeck. Rechts der Illingerberg.

Für 6 Euro (Münzen bereithalten) darf man die ca. 7 Kilometer lange Almstraße in Anspruch nehmen (2,5 Kilometer auf einem schmalen Asphaltband, der Rest auf staubiger, mitunter steiler Schotterstraße). Auch hier gab es teilweise wieder Schneefelder zu queren. Die steileren Wegabschnitte und insbesondere die zahlreichen Gipfel(chen) waren aber schneefrei.

Paragleiterin über St. Gilgen am Wolfgangsee. Im Hintergrund er Mondsee.

Paragleiterin über St. Gilgen am Wolfgangsee. Im Hintergrund er Mondsee.

Einsam war der erste Wegabschnitt, die (e-)Mountainbiker fahren schneebedingt in der Regel nur bis zur Alm – ein (selbsttretender) Mountainbiker trägt sein Gefährt über die Schneepassagen hinweg. Der Fotoapparat spielte heute wieder einmal verrückt, weshalb es vom Gipfelkreuz am Spitzeck kein Foto gibt. In einer ausgeprägten Kurve geht es weiter hinauf auf den Illingerberg, wo wir noch Reste letzter Schispuren vorfinden.

Auf der Pillsteinhöhe zeigte sich der Fotoapparat wieder einmal gewogen, ein Bild zu machen.

Auf der Pillsteinhöhe zeigte sich der Fotoapparat wieder einmal gewogen, ein Bild zu machen.

Hier und vor allem auf der benachbarten Pillsteinhöhe treffen wir auf erste Wanderergruppen, die von St. Gilgen am Wolfgangsee mit der Seilbahn heraufgekommen sind. Richtig laut wird der Rummel dann aber am höchsten Punkt unserer Gipfelrunde, am 1.521 Meter hohen Zwölferhorn. Nur kurz bleiben wir deshalb beim hohen Gipfelkreuz, während wir einer jungen Paragleiterin beim Starten zusehen. Dutzende Besucher, vorrangig aus Japan, kommen die wenigen Meter keuchend von der Bergstation herauf.

Am Zwölferhorn. Kurz ein Schnappschuss und dann gleich weg.

Am Zwölferhorn. Kurz ein Schnappschuss und dann gleich weg.

Wir steigen bald nordseitig hinunter zum Elferstein und weiter Richtung Sausstallalm. Von hier geht es südostwärts ins Almengebiet, welches wir bereits von unserer Auto-Auffahrt her kennen.

Ausgetretener Fotopunkt über dem Wolfgangsee

Ausgetretener Fotopunkt über dem Wolfgangsee


4.) Ahornkogel – Trisselwand

Selbst bei einem „halbhohen“ Felsgipfel wie der Trisselwand zwischen Altausseer See und Grundlsee gibt es am Plateau noch ausgedehnte Schneefelder zu überqueren. Geparkt wird nahe dem Tressensattel auf ca. 960 Meter Seehöhe für eine Tagesgebühr von 4 Euro (Münzen). Allzuviel ist in dieser Jahreszeit noch nicht los, kein Vergleich mit den Massenwanderungen an schönen Spätherbsttagen. Ganz alleine wird man an einem schönen Tag dennoch nicht sein.

Geschlossene Schneedecke am Plateau zwischen Ahornkogel und Trisselwand

Geschlossene Schneedecke am Plateau zwischen Ahornkogel und Trisselwand

Der Weg im unteren Waldabschnitt ist angenehm trocken. Danach geht es über einen interessanten Felssteig, ehe wir knapp unterhalb vom relativ neuen Gipfelkreuz am Ahornkogel auf die durchgängige Schneedecke treffen, die sich bis zum Gipfelkreuz auf der Trisselwand hinüberzieht. 2 Kletterer kommen kurz nach unserem Eintreffen über die senkrechten Felswände herauf. Etwas später kommen einige (wenige) Wanderer nach. Wir nutzen die milde Sonne für ein Schläfchen, bis uns eine lästige „Gipfelwolke“ leicht frösteln lässt.

Ausblick von der Trisselwand über den Altausseer See. Links hinten das Dachsteingebirge.

Ausblick von der Trisselwand über den Altausseer See. Links hinten das Dachsteingebirge.

Mit etwas Bewegung wird es aber rasch wieder wärmer und weiter unten ist es ohne sommerlich heiß.

Über den trockenen Felssteig Richtung Ahornkogel. Unter uns der Grundlsee.

Über den trockenen Felssteig Richtung Ahornkogel. Unter uns der Grundlsee.


5.) Gwöhnlistein – Hechlstein

Wie die Trisselwand zählt auch der Hechlstein zu unseren regelmäßigen Frühlings- oder Spätherbsttouren, wenn auf den höheren Bergen noch oder schon zu viel Schnee für eine Wandertour liegt. Und auch hier sind wir wieder auf eine geschlossene Schneedecke beim Abstieg über den Normalweg vom Hechlstein gestoßen, die sich aber hervorragend und zeitsparend begehen ließ.

Aufgestiegen sind wir zunächst über den Südanstieg auf den Gewöhnlistein (Gwendlingstein), auf dem wir aber nicht lange verweilten.

Am Gwendlingstein (Gwöhnlistein) mit Blick über das steirische Salzkammergut

Am Gwendlingstein (Gwöhnlistein) mit Blick über das steirische Salzkammergut

Weiter geht es Richtung Osten ein kurzes Stück bergab, ehe der zunehmend interessant werdende Felsanstieg auf den Hechlstein führt. Zuletzt hat der am Westgrat über eine fast senkrechte Felswand hinaufziehende Steig Klettersteig-Charakter. Eine Klettersteigsicherung wird der geübte Berggeher aber nicht benötigen.

Ingrid in anregender Kletterei (links) kurz unterhalb des großen Gipfelkreuzes am Hechlstein-Ostgipfel

Ingrid in anregender Kletterei (links) kurz unterhalb des großen Gipfelkreuzes am Hechlstein-Ostgipfel

Beim Gipfelkreuz am Hechlstein ist es Zeit für ein Päuschen in der angenehm milden Sonne. Wie leicht an Gepäck man bei solchen Touren unterwegs sein kann im Vergleich mit ausgedehnten Skitouren auf 3.000-er, wo man für alle Wettereventualitäten kleidungs- und trinktechnisch vorgesorgt haben sollte.

Unterwegs Richtung Hechlstein-Westgrat

Unterwegs Richtung Hechlstein-Westgrat


6.) Bärenschützklamm – Hochlantsch – Rote Wand

Unsere letzte Urlaubstour war die längste (1.760 Höhenmeter mit mehr als 30 Kilometer) und die erste tatsächlich schneefreie Wanderung in diesem Frühsommer. Den Hochlantsch-Gipfel kannten wir zwar schon von einem früheren Besuch, damals waren wir aber über die Nordseite am Klettersteig aufgestiegen. Heute wollten wir den „längsten Anstieg“ von Westen her kennenlernen.

Aufstieg durch die Bärenschützklamm

Aufstieg durch die Bärenschützklamm

Aufbruch in Mixnitz – durch die sehenswerte Bärenschützklamm geht es mehrere hundert Höhenmeter aufwärts. Kurz nach dem Klamm-Ausstieg und noch vor dem Wirtshaus „Zum Guten Hirten“ das nächste Highlight dieser Tour. Ein prachtvoller Steinbock knapp neben dem Wanderweg lässt sich von uns und den 4 nachkommenden Wanderern und auch durch das „Rattern“ der Fotoapparate nicht irritieren. Lediglich das diffuse Halbdunkel des Waldes verhindert bei mir eine bessere Fotoausbeute. Und natürlich auch mein nicht mehr zeitgemäßer Fotoapparat 😉 .

Majestätischer Steinbock am Wegesrand

Majestätischer Steinbock am Wegesrand

Liebe Ingrid, hätte ich eine bessere Fotoausrüstung, hätte ich wohl auch den zweiten Steinbock gesehen, der nur Deinem Blick vorbehalten war und auch auf keinem meiner sonstigen Fotos zu finden ist 🙂 .

Beim nächsten Wirtshaus „Steirischer Jokl“ erfreut sich Ingrid über eine Baum-Skulptur, ehe wir einige Höhenmeter zu der unterhalb senkrechter Felswände stehenden Kapelle Schüsserlbrunn hinabsteigen. Ebenfalls wieder sehr sehenswert.

Steirischer Jokl: "Bei Brandgefahr Deckel hochheben" steht da auf seiner "Schürze"

Steirischer Jokl: „Bei Brandgefahr Deckel hochheben“ steht da auf seiner „Schürze“

"Nur wenns brennt Du Depp" :-) Niicht überraschend was sich unter der Schürze befindet. Erstaunt war ich nur über die kleinen Dimensionen in diesem Teil der Steiermark.

„Nur wenns brennt Du Depp“ 🙂 Niicht überraschend was sich unter der Schürze befindet. Erstaunt war ich nur über die kleinen Dimensionen in diesem Teil der Steiermark.

Alleine ist man hier natürlich nicht, schon gar nicht an so einem herrlichen Pfingstsonntag. Neben den Bärenschützklamm-Aufsteigern gibt es zahlreiche Klettersteigler. Der überwiegende Anteil der Besucher dürfte aber über die Teichalm heraufgekommen sein.

198 Stufen sind es laut einer Tafel hinab zum Kirchlein Schüsserlbrunn (ich habe nicht nachgezählt)

198 Stufen sind es laut einer Tafel hinab zum Kirchlein Schüsserlbrunn (ich habe nicht nachgezählt)

Kirchlein Schüsserlbrunn

Kirchlein Schüsserlbrunn

Der Teichalm wollten wir nach dem Aufstieg auf den Hochlantsch ebenfalls einen Besuch abstatten. Die 1.300 Höhenmeter, die wir bereits in den Beinen hatten machten sich auf Grund der hervorragenden Wandertemperaturen heute noch nicht bemerkbar, weshalb die Entscheidung eigentlich recht kurzfristig auf diese längste aller Tourenvarianten fiel, die wir heute ins Auge gefasst hatten.

Die letzten Meter zum reichlich bevölkerten Gipfelkreuz am Hochlantsch

Die letzten Meter zum reichlich bevölkerten Gipfelkreuz am Hochlantsch

Am Hochlantsch beim Gipfelkreuz blieben wir nicht lange. Zuviel Rummel, auch wenn, wie eine etwas unsichere Dame meinte, „es hier sehr steinig ist“. Und selbst beim Abstieg zum Teichalmsee kamen uns nach Mittag noch immer zahlreiche Wanderer entgegen. Unsere Jause genossen wir dann auf einem Bankerl neben dem See, wo wir uns darüber amüsierten, wie unterschiedlich die einzelnen Besucher adjustiert waren. Von „fast nackt“ bis dicker Daunenjacke war alles zu finden. Ein leichtes Lüfterl, welches wir hier auf 1.170 Meter als angenehm empfanden, dürfte manchen Besuchern leichte Gänsehaut verursachen, weshalb sie noch zur Wintergarderobe griffen.

Rast beim See auf der Teichalm

Rast beim See auf der Teichalm

Gestärkt und ausgerastet ging es nun zurück. Die vor uns liegenden Aufstiegs-Höhenmeter waren überschaubar (etwa 400), herausfordernder dürften die etwa 15 Kilometer werden. Aber auch jetzt ging es auf Grund der angenehmen Temperaturen noch immer relativ leichtfüßig, nachdem sich die Muskeln nach der Rast am See wieder erwärmt hatten. Lediglich ein kurzes Stück bei der Tyrnauer Alm knallte die Sonne in den steilen Wiesenhang.

Beim Gipfelkreuz auf der Roten Wand

Beim Gipfelkreuz auf der Roten Wand

Sobald wir aber wieder in den die Rote Wand bis zum Gipfelkreuz umgebenden Wald eintauchten, wurde es wieder angenehmer. Und zum Trinken hatten wir vorsorglich auch reichlich mitgenommen, so dass wir uns eine Einkehr ersparen und das Belohnungsbier (habe ich den Begriff nicht unlängst in irgendeiner Werbung gehört?) in aller Ruhe und nach der langen Autofahrt zu Hause genießen konnten.

Eher eintöniger Abstieg zurück nach Mixnitz

Eher eintöniger Abstieg zurück nach Mixnitz

Der Abstieg von der Roten Wand nach Mixnitz über mehr als 1.000 Höhenmeter bietet keine großen Höhepunkte mehr. Der Weg schlängelt sich aber angenehm und sehr gut begehbar talwärts. Ab und an erhascht man einen Blick ins Tal zur Schnellstraße. Und darüber gibt es halt „viel Wald und viel Grün“. Heiß und eher fad gestalteten sich dann die letzten Straßenkilometer zurück zum Auto, wo wir es bedauerten, am frühen Morgen bei den noch recht leeren Parkplätzen ganz hinten im Talschluss geparkt zu haben.

Auch am späten Nachmittag noch hunderte Autos beim langgezogenen Eingang zur Bärenschützklamm. Wir müssen ganz hinein.

Auch am späten Nachmittag noch hunderte Autos beim langgezogenen Eingang zur Bärenschützklamm. Wir müssen ganz hinein.

Wie bereits geschrieben, war diese Tour nicht nur die längste des heurigen noch jungen Wanderjahres, sondern durch die vielen verschiedenen Eindrücke im Großen und Ganzen auch sehr kurzweilig. Dennoch würden wir nach den vielen Vorschußlorbeeren für die Bärenschützklamm die im Vorjahr besuchten Ötschergräben als schöner einstufen, und auch die Silberkarklamm muss sich im Vergleich nicht verstecken.

Der alpine Schaugenuß hält sich in dieser Gegend eher in Grenzen

Der alpine Schaugenuß hält sich in dieser Gegend eher in Grenzen

So, die Wandersaison ist eröffnet, Dank des anhaltenden Schönwetters sind wir doch nicht ans Meer gefahren.

Jetzt hoffen wir halt auf ein rasches Abschmelzen der Schneemengen und auf größere alpine Unternehmungen (obwohl – ich weiß ja nicht, ob ich es nicht bereits irgendwo einmal erwähnt habe: ICH wäre schon noch durchaus auch im Juni zu einer Skitour aufgebrochen 🙂 ).

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

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