Ein Winter der Rekorde – oder zumindest fast

Dieser Winter hatte es in sich (und er gibt auch Mitte März noch nicht auf). Nicht nur von der Schneemenge her, auch skitourentechnisch war es für mich ein Winter der Rekorde – zumindest bis zum 17. Februar mit der Rumplertour. Die Saison ist zwar noch lange nicht aus, da ich gerne die letzten Schneereste noch bis Anfang Mai ausreize, um der Pollenbelastung in den Tälern zu entkommen.

Tiefblick vom Ausseer Zinken auf Bad Aussee

Tiefblick vom Ausseer Zinken auf Bad Aussee

Aber bei mittlerweile schon zweistelligen Plusgraden muss man doch schon deutlich höher starten und findet auch nicht mehr die konstant guten Schneebedingungen vor wie im Hochwinter.

Auch bei suboptimalem Wetter kann man im Hochwinter hervorragende Touren unternehmen, so wie hier am Weg auf das Loskögerl.

Auch bei suboptimalem Wetter kann man im Hochwinter hervorragende Touren unternehmen, so wie hier am Weg auf das Loskögerl.

Aber werfen wir einmal einen Blick zurück auf die vergangene Winterstatistik, die bei mir immer mit dem 1. Jänner startet, und die geprägt ist von den „üblichen Verdächtigen“ sowie etlichen „Wiederholungen“ wie beim Sixpack auf den Hirzberg oder den 5 Touren auf den Stoderzinken.

Skitouren im Jänner und Februar 2019. Hauptsächlich Dachsteingebirge und Schladminger Tauern und ein bisschen Rottenmanner und Wölzer Tauern.

Skitouren im Jänner und Februar 2019. Hauptsächlich Dachsteingebirge und Schladminger Tauern und ein bisschen Rottenmanner und Wölzer Tauern.

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Im Englitztal auf den Plöschmitzzinken

Wir starten – noch vor den großen Schneefällen, aber dennoch schon bei ausreichender Schneehöhe – mit der Neujahrstour durch das Englitztal auf den Plöschmitzzinken. Die Tour ist im untersten Abschnitt geprägt von patzigem, bremsenden Schnee, im Mittelteil mit gutem Pulverschnee wartet dichter Nebel mit Sichtweiten unter 10 Meter und oberhalb der Baumgrenze empfängt uns böiger Sturm. Aus diesem Grund und auch wegen der Einwehungen ersparen wir uns die letzten 90 Höhenmeter am Gipfel-Steilhang.

Schlechte Sicht und starker Wind am Weg auf den Plöschmitzzinken

Schlechte Sicht und starker Wind am Weg auf den Plöschmitzzinken

Ab den Folgetagen kam dann Schnee, Schnee, Schnee. Verbunden mit starkem Wind wurde kurzzeitig sogar die höchste Lawinenwarnstufe 5 ausgerufen und die Ennstal-Bundesstraße war deshalb tagelang gesperrt.

Am Neujahrstag bei der Hangofenhuette

Am Neujahrstag bei der Hangofenhuette

Das ließ natürlich keine größeren Unternehmungen zu. Es blieb bei den gefahrlosen Anstiegen von Moosheim auf den Michaelerberg (und mit abnehmender Lawinengefahr schließlich bis zum Kochofen) sowie auf Skitouren von Pruggern ins Galsterberg-Schigebiet.

Vom Tal weg auf die Gipfel von Kochofen, Kalteck und Pleschnitzzinken.

Vom Tal weg auf die Gipfel von Kochofen, Kalteck und Pleschnitzzinken.

Michaelerberg

Wie der Hirzberg stand auch der Michaelerberg gleich 6 Mal am Tourenplan – immer dann, wenn nach starken Schneefällen die Lawinengefahr größer wurde. Die Strecke von Moosheim (Bahnhof Gröbming) über die vom Wirt des Michaelerberghauses präparierte Route lässt ich auch bei höheren Lawinenwarnstufen gefahrlos begehen. Vor etwa 40 Jahren gab es hier noch eine Schipiste – die Schifahrer wurden damals mit Kleinbussen zum Michaelerberghaus transportiert.

Wald- und Wiesen-Tour auf den Michaelerberg

Wald- und Wiesen-Tour auf den Michaelerberg

Mit Nachlassen der Lawinenwarnstufen drang ich immer höher bergwärts vor, beim Gipfelkreuz am Kochofen (1.916) stand ich allerdings nur einmal.

Beim Gipfelkreuz am Kochofen. Im Hintergrund Stoderzinken und Kammspitze

Beim Gipfelkreuz am Kochofen. Im Hintergrund Stoderzinken und Kammspitze

Galsterberg

Am Galsterberg gab es heuer für mich eine Premiere. Ich startete erstmals direkt von Pruggern aus. Auch hier ist der junge AlpenYeti vor ca. 45 Jahren über eine Schipiste talwärts „gebrettert“ und auch heuer – allerdings nach meinen 2 Besuchen – ließ es die Schneemenge zu, dass wieder einmal direkt bis ins Tal präpariert wurde.

Aufstieg auf den Pleschnitzzinken

Aufstieg auf den Pleschnitzzinken

Mein erster Aufstieg auf das Kalteck (an dem Tag fanden am Rand der Schipiste Lawinensprengungen statt) hat mir derart imponiert, dass ich wenige Tage später mit Ingrid noch einmal von Pruggern aufgebrochen bin. Dieses Mal auf den Pleschnitzzinken. Dabei summieren sich immerhin mehr als 1.400 Höhenmeter.

Abfahrt vom Pleschnitzzinken. Bis ins Tal sind es mehr als 1.400 Höhenmeter.

Abfahrt vom Pleschnitzzinken. Bis ins Tal sind es mehr als 1.400 Höhenmeter.

Ausseer Zinken

Was wäre ein Winter ohne Aufstieg vom Ödensee auf den Ausseer Zinken. 8 Mal steht diese Tour mittlerweile in meinem Tourenbuch (einmal davon mit Schneeschuhen).

Über die Handleralm auf den Ausseer Zinken.

Über die Handleralm auf den Ausseer Zinken.

Ältere Beispiele:

Und auch heuer gab es wieder besten Pulverschnee.

Fast schon zuviel Schnee in den Hohlwegen vom Ödensee Richtung Ausseer Zinken.

Fast schon zuviel Schnee in den Hohlwegen vom Ödensee Richtung Ausseer Zinken.

Luserwand

Wie Plöschmitzzinken, Kochofen, Pleschnitzzinken, Ausseer Zinken, Stoderzinken, Hirzberg und Rumplertour zählt auch die Luserwand zu den jährlichen Skitour-Fixpunkten (bisher 9 Mal, davon 4 Mal mit Schneeschuhen). Heuer habe ich mich wieder einmal für den „längsten“ Anstieg entschieden. Anstatt beim ehemaligen Ghf. Burgstaller in Ramsau-Rössing bin ich vom Wandererparkplatz nahe der Kneippanlage in Weißenbach bei Haus aufgebrochen.

Auf der Forststraße von Weißenbach bei Haus zum Burgstaller in Ramsau-Rössing

Auf der Forststraße von Weißenbach bei Haus zum Burgstaller in Ramsau-Rössing

Auf der für den öffentlichen Verkehr offiziell nicht freigegebenen, aber geräumten Forststraße (Schneefahrbahn) steige ich zunächst zum Burgstaller auf. Und von dort folge ich 2 frischen und einigen bereits wieder eingeschneiten, älteren Schispuren Richtung Stornalm. Die Alm lasse ich – anders als meine 2 Vorgänger, die mir unterwegs begegnen – rechts liegen und spure stattdessen durch die „Kehr“ zum Roßfeld und über die Nordseite zum Gipfelbuch der Luserwand.

Gipfelbuch auf der Luserwand

Gipfelbuch auf der Luserwand

Die Sicht ist zwar nur suboptimal, immer wieder schneit es leicht und auch der eisige Wind erfordert einige Überwindung, die Schneeverhältnisse sind aber im oberen Abschnitt toll. Nur weiter unten wird es schon teilweise etwas weich.

Suboptimale Sicht bei der Luserwand

Suboptimale Sicht bei der Luserwand

Einige ältere Wintertouren zur Luserwand:

Herrliche Schneebedingungen oberhalb der Baumgrenze und im oberen Waldbereich.

Herrliche Schneebedingungen oberhalb der Baumgrenze und im oberen Waldbereich.

Dromeisspitz

Der nächste Winter-Klassiker auf die Nummer 9 meiner persönlichen Gipfelliste mit bisher 13 Besuchen (zuletzt am 10.11.2018 im Zuge einer Wandertour-Überschreitung vom Kochofen über das Spateck zum Schusterstuhl).

Am Gipfel des Dromeisspitz. Links hinten der Große Knallstein.

Am Gipfel des Dromeisspitz. Links hinten der Große Knallstein.

Beispiele für frühere Wintertouren auf den Dromeisspitz:

Eindrucksvolle Scheemassen auf der Schladminger Alm

Eindrucksvolle Scheemassen auf der Schladminger Alm

Wolfnalmspitze

Insgesamt 9 Mal steht die Wolfnalmspitze bisher in meinem Tourenbuch – allesamt Skitouren.

Kurz unterhalb der Wolfnalmspitze

Kurz unterhalb der Wolfnalmspitze

Wieder perfekte Pulverschneeverhältnisse von unten bis ganz oben.

Beispiele aus den Anfangsjahren:

Abfahrt von der Wolfnalmspitze im herrlichen Pulverschnee

Abfahrt von der Wolfnalmspitze im herrlichen Pulverschnee

Fazit:

Jänner und Februar 2019 waren geprägt vom „Brennen„: Anfangs brannten die Handflächen von der ungewohnten Schneeschaufel-Arbeit. Als sich endlich Schwielen gebildet hatten, brannten die Unterarme, weil sich der Schnee schon mehr als 2 bis 3 Meter neben dem Haus auftürmte und nur mehr mit viel Schwung hinauf befördert werden konnte. Danach brannten die Oberschenkel von den vielen Skitouren mit Spurarbeit. Und schließlich brannten die Lungenflügel vom quälenden Husten (Erklärung folgt).

Flach zum Ausseer Zinken

Flach zum Ausseer Zinken

Ich kann zwar bei meiner Tourenstatistik nicht mit so manch anderem Rekord mithalten (17 Touren in 18 Tagen 😉 ), aber auch die 24 Skitouren vom 01.01.2019 bis zum 17.02.2019 reichten für mich zu einem persönlichen Rekord seit Beginn meiner Aufzeichnungen (am 01.01.2004).

Altausseer See (links) und Grundlsee (rechts)

Altausseer See (links) und Grundlsee (rechts)

29.210 Aufstiegshöhenmeter und 440 Kilometer hatte ich noch nie zuvor in den ersten 48 Tagen des Jahres zurückgelegt. Würde man die Anstrengungen des beinahe schon täglichen Schneeschaufelns auch noch hinzuzählen kämen noch wesentlich eindrucksvollere Rekorde heraus.

Am Weg zur Wolfnalmspitze

Am Weg zur Wolfnalmspitze

So, das war´s dann aber auch. An Tag 48 – bei der Rumplertour – kratzte es schon im Hals und leichte Kopf- und Ohrenschmerzen kündigten eine Erkältung an, die sich dann ziemlich stark entwickeln sollte. Das hohe Fieber war zwar nach 2 Tagen wieder weg, der starke, schmerzhafte Husten und Kurzatmigkeit haben mich jetzt aber schon 4 Wochen im Griff und verhinderten bisher körperliche Aktivitäten am Berg.

Schladminger Alm

Schladminger Alm

Aber es geht auf jeden Fall aufwärts (zumindest gesundheitlich) und an anderer „Front“ zeigt sich ein Lichtblick: Die Schwellung an meinem rechten Ringfinger, den ich mir bei der Wanderung auf Mitterkogel und Kopfwand verletzt hatte, hat sich jetzt nach 4 1/2 Monaten so weit zurückgebildet, dass der Ehering wieder passt 🙂 . Und auch die Steifheit und gelegentliche Schmerzen bei „falschen“ Bewegungen stören mittlerweile kaum noch.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Gipfelpanorama mit der Hochwildstelle über dem Sattental

Gipfelpanorama mit der Hochwildstelle über dem Sattental

 

 

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