Viele Wege auf den Stoderzinken

Neben den 6 Skitouren auf den Hirzberg war im Jänner und Februar 2019 vor allem auch der Stoderzinken ein von mir häufig besuchtes Winter-Gipfelziel. Was vor allem den traumhaften Pulverschneebedingungen in diesen Monaten zu verdanken war.

Meine Skitouren auf den Stoderzinken im Jänner und Februar 2019

Meine Skitouren auf den Stoderzinken im Jänner und Februar 2019

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Der Stoderzinken ist aktuell mit 47 Besuchen seit 01.01.2004 die absolute Nummer 1 in meiner Gipfelliste.

Tour 1: Über den Stoderzinken auf den Hirzberg

Die erste Tour habe ich bereits bei meinen Hirzberg-Schilderungen beschrieben (auch dort war es Tour 1).

Beim Gipfelkreuz am Stoderzinken

Beim Gipfelkreuz am Stoderzinken

Tour 2: Über die Assacher Scharte und die Stoderstraße

Die Route der zweiten Tour habe ich zwar bereits so ähnlich mit Schneeschuhen und auf Wanderungen beschritten, mit Tourenski war es aber Neuland. Was insbesondere dem Umstand zu verdanken war, dass die Stoderstraße wegen des nunmehr stillgelegten Schigebietes heuer erstmals im Winter nicht geräumt wurde. Im Gegenteil, die Straße war eine Zeitlang sogar für Skitourengeher präpariert, ehe sie – wegen der Lawingengefahr zu früh – mit langwierigen und sehr teuren Baggerarbeiten geräumt wurde, um dann erst wieder gesperrt zu werden (wos kost die wöd).

Auf der präpaierten Stoderstraße

Auf der präpaierten Stoderstraße

Am Tag meiner Begehung war die Abfahrt aber noch bis auf die untersten 700 Meter sehr gut möglich. Im Aufstieg habe ich im untersten Abschnitt ohnehin die Route über die Assacher Scharte gewählt.

Der unterste Abschnitt der Stoderstraße war geräumt

Der unterste Abschnitt der Stoderstraße war geräumt

Bis zur Waldgrenze war das Wetter recht passabel, weiter oberhalb aber wurde es stürmisch. Und kurz überlegte ich, ob ich mir den weiteren Aufstieg überhaupt antun sollte oder es wie einige andere Tourengeher auch mit dem Steinerhaus als Tourenziel belassen sollte.

Bei der Kaiserwand geht´s nach rechts hinauf.

Bei der Kaiserwand geht´s nach rechts hinauf.

Nun, hin und wieder muss man dem inneren Schweinehund zeigen, wer der Herr im Haus ist und die eigene Wohlfühlzone hinter sich lassen. Denn schließlich hat man ja auch viel Geld für teure Winter-Funktionskleidung ausgegeben.

Von der Roseggerstatue ist nicht viel zu sehen.

Von der Roseggerstatue ist nicht viel zu sehen.

Am Gipfelplateau hätte es eine Böe fast geschafft, mich beim Fotografieren aus dem Gleichgewicht zu bringen, im Großen und Ganzen war ich aber doch froh, mich für den Gipfel entschieden zu haben.

Sturm am Gipfelplateau

Sturm am Gipfelplateau

Abfahrt dann entlang der Aufstiegsroute bzw. im Mittelteil über die Stoderstraße bzw. schöne breite, freie Wiesen zum Parkplatz beim Abenteuerpark.

Gipfelkreuz am sturmumtosten Stoderzinken

Gipfelkreuz am sturmumtosten Stoderzinken

Tour 3: Standardroute über den Rotwandschlag

Eigentlich hätte es eine besondere Tour werden sollen. Meine Liebste und ich hatten Urlaub und meinen Geburtstag wollten wir am Gipfel des Stoderzinken zelebrieren, dort wo wir vor annähernd 15 Jahren standesamtlich geheiratet haben.

Aber bereits von Anfang an schwächelte Ingrid etwas und noch vor dem Steilaufschwung am Rotwandschlag Richtung Süden musste sie wieder umkehren. Auf halbwegs ebenem Terrain hatte sie zwar keine Probleme, sobald es aber etwas steiler wurde, streikte der Körper. Sie bestand aber darauf, dass ich die Tour fortsetzen soll und so folgte ich ihrer Arbeitskollegin, die uns kurz zuvor überholt hat.

Ingrid´s Umkehrpunkt

Ingrid´s Umkehrpunkt

Noch unterhalb der Stoderalm übernahm dann ich die Spurarbeit. Es hatte wieder einmal recht viel geschneit. Wie so häufig und beinahe schon täglich in den ersten Wochen dieses Jahres.

Von den Hütten auf der Stoderalm ist nicht viel zu sehen.

Von den Hütten auf der Stoderalm ist nicht viel zu sehen.

Gemeinsam stiegen wir dann zum Gipfelkreuz am Stoderzinken auf, ein kurzer Anruf zu Hause – Ingrid ging es gut, sie hat sich dann aber doch medizinisch durchchecken lassen. Der Grund für ihre Erschöpfung lag meiner Meinung nach (auch) in ihrer beruflichen Aufopferung. Wie heißt es so schön: Wer sich in der Arbeit einen Haxen ausreißt, wird in der Freizeit humpeln. Der Tiefblick nach Hause war wegen des dichten Nebels nicht sonderlich ergiebig.

Das Gipfelkreuz am Stoderzinken im dichten Nebel.

Das Gipfelkreuz am Stoderzinken im dichten Nebel.

Und während meine Begleiterin nach Süden abfuhr (über die Route meiner Tour 1),  um zumindest noch ein kurzes Stück in den Genuß der präparierten Stoderstraße zu kommen, wollte ich mir heute den steilen Schlag nördlich der Brünnerhütte anschauen.

Die Schneeverhältnisse waren sehr gut und die Steilabfahrt ein Genuß. Auf der folgenden flachen Forststraße sowie einem kurzen Waldabschnitt konnte ich dank einiger noch nicht allzu sehr eingeschneiter Schispuren fast weitgehend hinausfahren zur Viehbergstraße. Auf dieser ginge es über die Rahnstube und durch die Öfen wieder hinaus zum Ausgangspunkt bzw. heute noch ein Stück weiter.

Zurück im Tal wurde das Wetter besser. Blick zum Stoderzinken.

Zurück im Tal wurde das Wetter besser. Blick zum Stoderzinken.

Da Ingrid ja mit dem Auto nach Hause gefahren ist, ich in der Lend aber noch keinen Handy-Empfang hatte, wollte ich anfangs überhaupt mit den Schiern nach Hause fahren. In Weyern klappte es aber wieder mit dem Empfang und ich ließ mich doch abholen.

Tour 4: Familienwandertag über die Große Wiesmahd

Beim Start an diesem Samstag in der Lend bekam ich fast einen Schock. So viele Autos hatte ich hier überhaupt noch nie gesehen. Skitourengeher mit den kommunizierten Zielen Hirzberg und Stoderzinken und Schneeschuhwanderer, die ebenfalls Richtung Stoderzinken wollten oder die einfachere Route zur Viehbergalm bevorzugten. Teilweise mit hündischer Begleitung.

Tunlichst im Schatten bleiben, um "nasse Felle" zu vermeiden.

Tunlichst im Schatten bleiben, um „nasse Felle“ zu vermeiden.

Ich wußte aber, dass sich das „Getummel“ bald in die verschiedenen Richtungen verzweigen würde, und ich war mir sicher, dass nicht allzu viele Winterwanderer auf unserer Route unterwegs sein würden. Und ich sollte Recht behalten. Denn der weite Umweg über die Große Wieshmahd gehört eher zu den „unüblichen“ Anstiegsrouten auf den Stoderzinken.

Auf der Forststraße zur Gr. Wiesmahd

Auf der Forststraße zur Gr. Wiesmahd

Einige ältere Spuren im „Niemandsland“ – die meisten von mir 🙂 . Solange wir im Schatten blieben, war das Spuren ein Vergnügen. Gelegentlich konnten wir es aber nicht vermeiden, auf sonnige Abschnitte zu kommen. Und dann wurde es mühsam. Anstollen, Anstollen, Anstollen. Die Ski so schwer, dass man sie kaum mehr aus dem Schnee brachte. Es machte nur Sinn, sie abzukratzen, wenn es längere Zeit wieder schattiger blieb. Dann konnte man zumindest halbwegs „befreit“ gehen.

Die Roseggerstatue hält sich noch immer recht bedeckt.

Die Roseggerstatue hält sich noch immer recht bedeckt.

Im ehemaligen Schigebiet waren einige Spuren zu erkennen, allerdings führten keine frischen Spuren auf den Gipfel. Und das obwohl unten beim Ausgangspunkt so viele Autos gestanden sind. Die Temperaturen waren selbst am Gipfelplateau angenehm und es war herrlich windstill. Traumhaft.

Am Stoderzinkenplateau kamen wir endlich ohne Anstollen vorwärts.

Am Stoderzinkenplateau kamen wir endlich ohne Anstollen vorwärts.

Für die Abfahrt wählten Michael, Ingrid und ich jetzt wieder den steilen Schlag nördlich der Brünnerhütte. Ein Stück weiter westlich meiner Abfahrtsroute von Tour 3. Im Auslauf des Steilhanges trafen wir bei der eher flachen Forststraße wieder auf unsere morgendlichen Anstiegsspuren, in denen es sich nun herrlich abfahren ließ.

Tauernblick am Stoderzinken

Tauernblick am Stoderzinken

Tour 5: Auf und Ab über den Großen Schlag

Nachdem ich bei Tour 3 und 4 jetzt zwei Mal über den Schlag nördlich der Brünnerhütte abgefahren bin, wollte ich dieses Mal auch dort aufsteigen. Zumal mir die Anstiegsspur auf der flachen Forststraße dann auch bei der Abfahrt dienlich sein würde. Denn natürlich hatte es in diesem Winter schon wieder so viel geschneit, dass die alten Spuren von vor einer Woche längst wieder verschwunden waren.

Aufstieg über den großen Schlag nördlich der Brünnerhütte.

Aufstieg über den großen Schlag nördlich der Brünnerhütte.

Am Morgen war die Schneedecke an tagsüber sonnenbeschienenen Abschnitten noch leicht harschig, über den Schlag gab es besten Pulver. Heute wählte ich für den weiteren Aufstieg oberhalb der Brünnerhütte den Gipfel-Steilhang bzw. eine gut angelegte Spur leicht westlich davon. Ein junges Paar war kurz vor mir über die Stoderalm heraufgekommen und auch bei meiner Abfahrt kamen 3 weitere Skitourengeher nach.

Brünnerhütte

Brünnerhütte

Ganz so einsam war es heute also nicht, bei der Abfahrt über „meinen“ Schlag war ich aber wieder alleine. Wobei ich allerdings erst einmal zu jenem Schlag kommen musste. Denn im Umfeld der Brünnerhütte leistete die Sonne ganze Arbeit. Im Schatten nimmt man im Pulverschnee Fahrt auf, sobald man aber auf einen sonnigen Hang kommt, wird man abrupt abgebremst und es „zieht einem fast die Schuhe aus“. Mehr als einmal fühlte ich mich wie ein Römer, den Obelix mit einem Kinnhacken aus den Schuhen gekippt und geradewegs in den Himmel befördert hat.

Aufstieg rechts vom Gipfel-Steilhang.

Aufstieg rechts vom Gipfel-Steilhang.

Der steile Schlag ließ sich aber bestens befahren. Nur unten auf der Forststraße entlang der Aufstiegsspure wurde es zäh. Patziger, schwerer Schnee auf den Schiern und den Schuhen – wie ein Schneepflug musste ich mir meinen Weg bahnen. Von „Abfahrt“ konnte heute keine Rede sein. Besser wurde es erst auf der Viehbergstraße.

Heute waren einige Skitourengeher am Stoderzinken unterwegs.

Heute waren einige Skitourengeher am Stoderzinken unterwegs.

Einige große Eisblöcke hatten sich in den Öfen von den steilen Felswänden gelöst und waren gefährlich auf die Straße gedonnert. 2 Tage später wurde deshalb ein behördliches Betretungsverbot ausgesprochen, welches erst Anfang März wieder aufgehoben wurde.

Gipfelwechte

Gipfelwechte

Statistik

Ähnlich wie bei meinen Hirzberg-Touren gilt auch am Stoderzinken: Obwohl zwischen Ausgangspunkt und Gipfel „nur“ 1.120 Höhenmeter liegen, kann man durch „Ausschmücken“ der Route noch einiges mehr an Höhenmetern und vor allem Kilometern herausholen. 6.700 Aufstiegs-Höhenmeter und 110 Kilometer haben sich so auf meinen 5 Skitouren zwischen 24.01.2019 und 16.02.2019 aufsummiert.

Beim Steinerhaus - und schon wieder picken die Felle.

Beim Steinerhaus – und schon wieder picken die Felle.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

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