Am Saalfeldner Höhenweg über Persailhorn, Mitterhorn und Breithorn

Mehr als 13 Jahre sind seit unserem ersten Besuch am Persailhorn mittlerweile vergangen. Damals – in der Anfangszeit unseres Wanderenthusiasmus – als wir uns auch noch mehr für Klettersteige begeistern konnten, waren wir von Saalfelden / Bachwinkl am „Normalweg“ zur Peter-Wiechenthalerhütte hinauf gewandert und sind in der Folge an „tropfenden Felsen“ über den Wildental-Klettersteig zum kleinen Gipfelkreuz am Persailhorn aufgestiegen, welches damals ein Stück im frischen August-Schnee vergraben war. Abgestiegen sind wir dann über den Südwand-Klettersteig und über die Aufstiegsroute ging´s zurück zum Ausgangspunkt.

Unterwegs am Saalfeldner Höhenweg. Die AlpenYetin behauptet, der dicke Rucksack war schuld, dass sie fast stecken geblieben ist.

Unterwegs am Saalfeldner Höhenweg. Die AlpenYetin behauptet, der dicke Rucksack war schuld, dass sie fast stecken geblieben ist.

Dieses Mal hatten wir andere Pläne. Eine Rundwandwanderung sollte es werden. Ausgangspunkt war wieder Saalfelden, allerdings etwas weiter südöstlich beim Parkplatz in der Bürgerau, von wo aus wir dem einfachen Almsteig zur Steinalm folgten.

Am Weg von Saalfelden zur Steinalm - vorbei am Kühloch.

Am Weg von Saalfelden zur Steinalm – vorbei am Kühloch.

Ab der Steinalm wird der Steig steiler und auch spannender. An einigen Stellen sind interessante sandbedeckte Felsen und Gräben zu queren. Drahtseile bzw. Leitern unterstützen dabei an den ausgesetzteren Stellen. Zwischendurch gibt es längere Quergänge durch Latschengassen, die in der Früh noch allesamt im Schatten lagen. Tagsüber dürfte es sonst hier durch die südseitige Ausrichtung wohl recht warm werden.

Am gut versicherten Steig von der Steinalm zur Wiechenthaler Hütte.

Am gut versicherten Steig von der Steinalm zur Wiechenthaler Hütte.

Generell waren die Temperaturen heute sehr angenehm, nur kurzzeitig sorgte ein frisches Lüfterl oberhalb der Peter-Wiechenthaler-Hütte, an der wir nicht direkt vorbeigekommen sind, für leichtes Frösteln.

Bei der Peter-Wiechenthaler-Hütte (rechts auf der Anhöhe im Schatten) kommen wir nicht direkt vorbei. Im Hintergrund die Loferer und Leoganger Steinberge.

Bei der Peter-Wiechenthaler-Hütte (rechts auf der Anhöhe im Schatten) kommen wir nicht direkt vorbei. Im Hintergrund die Loferer und Leoganger Steinberge.

Bei den Weggabelungen ließen wir die im Jahr 2005 beschrittenen Klettersteige rechts und links liegen und folgten stattdessen der „Normalroute“ über den Saalfeldner Höhenweg. Höhenweg – klingt irgendwie ganz putzig. Aber auch diese Route hat es für einen „Wanderweg“ ganz schön in sich.

Am felsigen Saalfeldner Höhenweg. Einmal mit Drahtseilunterstützung ...

Am felsigen Saalfeldner Höhenweg. Einmal mit Drahtseilunterstützung …

Mehrmals benötigt man die Hände, um über leicht ausgesetzte Felspassagen drüber zu kommen. Aber auch hier sind die schwierigsten Stellen mit Drahtseilen entschärft.

... und einmal ohne Seilunterstützung (aber nur im untersten Schwierigkeitsgrad).

… und einmal ohne Seilunterstützung (aber nur im untersten Schwierigkeitsgrad).

Endlich kommen wir aus dem Schatten raus in die Sonne. Ein traumhafter Rundumblick ist der Lohn für die Mühen des Aufstiegs. Das imposante Steinerne Meer mit dem Großen Hundstod und dem Watzmann im Norden. Im Westen die Loferer und Leoganger Steinberge mit dem anspruchsvollen Birnhorn (vor allem mit Schneeauflage auf den Felsbändern).
Im Süden erstreckt sich das anfangs noch nebelbedeckte, später aber grüne Tal um Saalfelden bis zum Zeller See – darüber die gletscherbedeckten Dreitausender der Hohen Tauern, unter denen vor allem das Große Wiesbachhorn und der Großvenediger hervorstechen.

Am frühen Morgen war Saalfelden noch unter der Nebeldecke verborgen. Im Hintergrund die gletscherbedeckten Dreitausender der Hohen Tauern.

Am frühen Morgen war Saalfelden noch unter der Nebeldecke verborgen. Im Hintergrund die gletscherbedeckten Dreitausender der Hohen Tauern.

Und im Osten zeigt sich nun der weitere Wegverlauf über die imposanten Felsgipfel von Mitterhorn und Breithorn.

Bald aber zeigt sich das Grün bis zum Zeller See.

Bald aber zeigt sich das Grün bis zum Zeller See.

Das kleine Gipfelkreuz von 2005 scheint es nicht mehr zu geben – stattdessen thront jetzt eine große Marienstatue am höchsten Punkt des Persailhorns. Und zu ihren Füßen eine einladende Sitzmöglichkeit. Ein ausgezeichneter Platz für eine Rast und Jause. Oder um einen Wanderer zu zitieren, der sich neben uns auf der Bank niedergelassen hat: „Ein Träumchen“.

Gipfelzeichen am Persailhorn

Gipfelzeichen am Persailhorn

Gestärkt starten wir nun den Übergang zum Mitterhorn. Zunächst geht es über brüchiges Gestein ein kurzes Stück abwärts, ehe Seilsicherungen und leichte Kletterstellen wieder aufwärts führen.
Ein Gelände ganz nach unserem Geschmack. In anregender Turnerei gelangen wir auf das Mitterhorn, welches kurz zuvor noch von einer „großen Menschentraube“ überschritten wurde, die nun am Weg auf das Ahlhorn war.

Größere Bergsteiger-Ansammlung beim Abstieg vom Mitterhorn.

Größere Bergsteiger-Ansammlung beim Abstieg vom Mitterhorn.

Einer jungen Bergsteigerin, die wir am Persailhorn getroffen haben und die eigentlich ebenfalls Richtung Norden über das Ahlhorn zur Weißbachlscharte wandern wollte, war der Massenauflauf eindeutig zu viel und kurzfristig entschied sie sich, ebenfalls wie wir zum Breithorn zu gehen und über das Riemannhaus Richtung Süden abzusteigen. Beim Gipfelkreuz am Mitterhorn waren wir ganz allein.

Nur ganz kurz hatten wir Gesellschaft beim Gipfelkreuz am Mitterhorn. Danach waren wir ganz alleine oben.

Nur ganz kurz hatten wir Gesellschaft beim Gipfelkreuz am Mitterhorn. Danach waren wir ganz alleine oben.

In aller Ruhe konnten wir das grandiose Felsplateau des Steinernen Meeres überblicken. Im Osten unter uns erkennen wir deutlich das Riemannhaus, der markante Sommerstein kommt aus diesem Blickwinkel aber noch gar nicht zur Geltung. In jeder Hinsicht hervorragend zeigt sich die formschöne Schönfeldspitze, deren besonderes Gipfelkreuz mir noch gut von meinem Besuch im Jahr 2006 in Erinnerung ist. Eigentlich wäre dieser herrliche Gipfel auch heute in der engeren Auswahl gestanden, ich fürchtete aber an diesem Sonntag, der seinem Namen alle Ehre machte, den großen Trubel.

Großartiger Ausblick über das Steinerne Meer. Hinten links die markante Schönfeldspitze. Links unterhalb der Bildmitte das Riemannhaus am Fuße des Sommersteins.

Großartiger Ausblick über das Steinerne Meer. Hinten links die markante Schönfeldspitze. Links unterhalb der Bildmitte das Riemannhaus am Fuße des Sommersteins.

Vom Mitterhorn geht es zunächst wieder ein Stück bergab. Auch hier hilft ein Drahtseil über glatte Felsen hinweg. Danach folgt ein schmales, ausgesetztes, aber unschwieriges Steiglein an der Westseite der schroffen Felswände der Docken.

Ein ausgesetztes, schmales aber unschwieriges Steiglein führt an den schroffen Felswänden der Docken vorbei.

Ein ausgesetztes, schmales aber unschwieriges Steiglein führt an den schroffen Felswänden der Docken vorbei.

Und zuletzt geht es wieder einfach aufwärts auf das Breithorn, mit 2.504 Metern der höchste Punkt unserer heutigen Wanderung. Zu meiner Überraschung sind wir nun auch bei diesem Gipfelkreuz ganz alleine.

Beim Gipfelkreuz am 2.504 Meter hohen Breithorn.

Beim Gipfelkreuz am 2.504 Meter hohen Breithorn.

Den ganzen Tag über haben wir hier viele Wanderer gesehen und auch bei meinem ersten Besuch vor 12 Jahren war der Gipfel stark bevölkert. Diese Beliebtheit verdankt der Berg seiner leichten Erreichbarkeit über das Riemannhaus, von dem aus unzählige Steinstufen heraufführen. Aber bei unserer Ankunft waren wir ganz alleine (und auch am Persailhorn waren wir kurz ganz allein, ehe 5 weitere Wanderer nachkamen).

Den ganzen Tag über war viel Bewegung am Breithorn erkennbar. Bei unserer kurzen Rast waren wir aber alleine.

Den ganzen Tag über war viel Bewegung am Breithorn erkennbar. Bei unserer kurzen Rast waren wir aber alleine.

Mühelos geht es abwärts zum bestens besuchten Riemannhaus, über dem sich markant der Sommerstein erhebt. Und auch der weitere Abstiegsverlauf ist nicht wirklich schwierig, obwohl das Gelände von unten aus der Ferne „unbegehbar“ scheint.

Abstieg zum Riemannhaus am Fuße des Sommersteins.

Abstieg zum Riemannhaus am Fuße des Sommersteins.

Die in den Fels gehauenen Stufen und betonierten Stiegen mit der Seilsicherung auf jeder Seite erleichtern den Abstieg ungemein.

Steiles, aber gut gesichertes Gelände beim Abstieg vom Riemannhaus.

Steiles, aber gut gesichertes Gelände beim Abstieg vom Riemannhaus.

Während der Großteil (eigentlich alle anderen) der Wanderer zum Parkplatz Richtung Maria Alm absteigt, folgen wir nun dem hervorragend angelegten Ramseider Steig vorbei am erfrischenden Fürstenbründl Richtung Westen zurück zu unserem Ausgangspunkt oberhalb von Saalfelden.

Unterwegs im Steinernem Meer

Unterwegs im Steinernem Meer

Fazit der Tour:

Eine Traumtour in (fast) jeder Hinsicht (ein kleiner See wäre die einzige Steigerungsmöglichkeit, die uns noch einfallen würde).

Traumgelände für alle, die gerne im kahlen, schroffen Felsgelände unterwegs sind.

Traumgelände für alle, die gerne im kahlen, schroffen Felsgelände unterwegs sind.

Relativ anspruchsvolle und anregende aber dank vieler Sicherungen gut zu meisternde Felspassagen. Imposante Ausblicke in eine ungemein faszinierende Fels- und Steinlandschaft. Zudem war das Wetter heute einfach perfekt.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

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