Über den Tappenkarsee auf den Draugstein

Würde man den Draugstein als Hauptziel einer Wandertour aussuchen, käme man wohl nicht unbedingt auf die Idee, diesen Gipfel von Kleinarl aus über den Tappenkarsee anzusteuern. So sind auch mein damaliger Arbeitskollege „Hörbie“ und ich auf der Großarl-/Hüttschlag-Seite aus gestartet, um vom Karteisgraben aus den Gipfelkranz über der Draugsteinalm zu erwandern.

Unser heutiges Hauptziel: Der Tappenkarsee (links hinten erkennt man die Tappenkarseehütte).

Unser heutiges Hauptziel: Der Tappenkarsee (links hinten erkennt man die Tappenkarseehütte).

Heute aber war (wieder einmal) der Tappenkarsee unser Hauptziel, der Draugstein ist uns quasi nur „passiert“. Wenn überhaupt einen Gipfel, dann eventuell den Scheibenkogel oder Maierkogel, maximal den Weißgrubenkopf. Als wir aber nach einer Stunde Wanderzeit von der Schwabalm beim Tappenkarsee eintrafen, lag der Weißgrubenkopf unter einer Wolkendecke. Das weckte Erinnerungen an unsere gestrige Bergtour auf die Ellmauer Halt in Tirol, als ebenfalls bei unserem Eintreffen Nebelschwaden den Ausblick verhinderten.

Wolkenhaube über dem Weissgrubenkopf (rechts)

Wolkenhaube über dem Weissgrubenkopf (rechts)

Also wanderten wir vom See gleich weiter in die entgegengesetzte Richtung zum Draugsteintörl, wo sich auf 2.077 Meter Höhe ein großartiger Ausblick nach Westen zum Draugstein bietet. Mit 2 Stunden ist der Gipfel angeschrieben. Ingrid und ich brauchten nicht lange zu überlegen. Sicher, da gehen wir jetzt rüber. Ingrid war ohnehin noch nicht auf diesem Gipfel und für mich war zumindest der nächste Wanderkilometer bis zur Einmündung des Weges von der Draugsteinalm noch unbekannt.

Vom Draugsteintörl zum Draugstein

Vom Draugsteintörl zum Draugstein

Ein gelegentliches Winderl verhindert zu starkes Transpirieren und schon bald treffen wir im Filzmoossattel ein. Wir erkennen Wanderer, die nach oben steigen und solche die bereits herunter kommen. Einsam ist es heute also nicht hier. Der Weg wird etwas steiler, aber nie wirklich schwierig. Nur zuletzt ist man froh über die Unterstützung eines Drahtseiles, welches über die erdig-rutschigen Steigpassagen hinweghilft.

Kurz vor dem Draugstein-Gipfelkreuz

Kurz vor dem Draugstein-Gipfelkreuz

Oben beim Gipfelkreuz wird es etwas schmaler, aber nicht wirklich zwingend ausgesetzt. Lange bleiben wir nicht oben. Man möchte es kaum glauben, aber in der Höhe und leicht verschwitzt kühlt der Wind den Körper auch an diesem Sommerhitze-Tag rasch aus.

Ausblick vom Draugstein

Ausblick vom Draugstein

Der Rückweg über den Filzmoossattel zum Draugsteintörl ist jetzt eher eine lästige Pflichtübung, aber der weitere Wegverlauf zur Tappenkarseehütte über dem Südufer des Sees ist jetzt wieder neu für uns.

Wieder zurück im Draugsteintörl

Wieder zurück im Draugsteintörl

Und von hier bietet sich auch ein herrlicher Tiefblick über den Tappenkarsee und seinen östlichen Begrenzungsbergen. Rinder und Pferde bevölkern den grünen Almboden mit den mäandernden Zuflüssen des Sees. Schwarzbeeren hätte es heute auch wieder welche gegeben. Irgendwie waren mir diese hier aber „zu würzig“ – mag am Almvieh liegen, welches sich allerorts herumtreibt.

Großartiger Tiefblick zum Tappenkarsee am Weg vom Draugsteintörl zur Tappenkarseehütte.

Großartiger Tiefblick zum Tappenkarsee am Weg vom Draugsteintörl zur Tappenkarseehütte.

Bei der Tappenkarseehütte dreht sich unsere Route nun Richtung Norden. Bald haben wir das Seeufer erreicht und wandern an der Westseite zur nahen Tappenkarseealm, die gerade sehr stark besucht ist.

Almgelände am Südufer des Tappenkarsees

Almgelände am Südufer des Tappenkarsees

Während eine holländische Mama mit der Pinzette aus meinem Schweizer Messer versucht, ihrem Sohn einen fast 1 cm langen Holzspan aus der Handfläche zu entfernen, nutzen wir die Zeit zum „Kneipp-Fußbad“. Beim hurtigen Abstieg am bestens angelegten Steig ins Tal überholen wir gut und gerne mehrere Dutzend Wanderer. Mein GPS hat beim Aufstieg im Umfeld der senkrechten Felswände wieder einmal etwas verrückt gespielt, aber irgendwie habe ich auch den Eindruck, der Steig würde jedes Jahr nach einem Unwetter mit Murenabgang wieder auf einer neuen Route angelegt.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich der Wegverlauf von der Schwabalm zum Tappenkarsee nach jedem Murenabgang leicht verändert. Mag aber auch an den Ausfällen der GPS-Aufzeichnung in der Felsabschattung liegen. (Rot=aktuelle Tour; Blau=frühere Wanderungen).

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich der Wegverlauf von der Schwabalm zum Tappenkarsee nach jedem Murenabgang leicht verändert. Mag aber auch an den Ausfällen der GPS-Aufzeichnung in der Felsabschattung liegen. (Rot=aktuelle Tour; Blau=frühere Wanderungen).

Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV – Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Von der Schwabalm geht es auf der Mautstraße (4,80 Euro) wieder hinaus zum grün schimmernden Jägersee und über Kleinarl und Wagrain fahren wir nach Hause. Mit dieser Tour haben wir jetzt nach Niederösterreich, Kärnten, der Steiermark, Oberösterreich und Tirol in unserem Urlaub mit Salzburg das 6. Bundesland „erwandert“.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Abstieg an einem Wasserfall vorbei.

Abstieg an einem Wasserfall vorbei.

Almidylle zwischen Draugsteintörl und Filzmoossattel.

Almidylle zwischen Draugsteintörl und Filzmoossattel.

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.

*