Erholungstour zu den Langbathseen

Seit 20 Jahren sprechen wir davon, dass wir unseren Sommerurlaub gerne einmal in Österreich verbringen würden, anstatt ins südliche Ausland (Kroatien, Italien) zu „flüchten“, wenn das Wetter doch endlich einmal längere Zeit schön und stabil bleiben würde. Und heuer – 2018 – war es nun tatsächlich so weit.

Beim Hinteren Langbathsee

Beim Hinteren Langbathsee

Aber jeden Tag Schönwetter im Urlaub kann auch ganz schön anstrengend sein. Zumindest wenn man es darauf angelegt hat, an jedem schönen Tag eine Wandertour in einem anderen Gebiet in Österreich zu absolvieren. Vor allem das sehr zeitige Aufstehen bei längeren Anfahrten war auf Dauer ermüdend. Deshalb war nach der gestrigen Bergtour auf die Wildlochhöhe über 25 Kilometer und mehr als 1.700 Höhenmeter für heute Regeneration angesagt.

Nicht jede "Alm" und jeder "See" entspricht dann den Erwartungen.

Nicht jede „Alm“ und jeder „See“ entspricht dann den Erwartungen.

Und über diese Wanderung – eher ein Foto-Spaziergang – muss auch nicht viel geschrieben werden. Einzige Vorgabe war: Wir wollten eine uns noch nicht bekannte Gegend mit einem Gewässer anschauen, wo eine harmlose Rundwanderung möglich ist. Als Ziel haben wir uns die Langbathseen bei Ebensee in Oberösterreich ausgesucht. Dort in der Nähe hatten wir mit den Sonnsteinen und dem Erlakogel heuer ja bereits einige neue Gipfel kennengelernt. Den Vorderen und Hinteren Langbathsee habe wir aber noch nie gesehen.

Beeren am Wegesrand

Beeren am Wegesrand

Anfahrzeit etwas mehr als 1 Stunde – gerade noch im Rahmen. Am östlichen Ende des Vorderen Langbathsees gibt es ausreichend Parkflächen. Kostenlos, wohlgemerkt – heutzutage schon eine große Seltenheit, die sich allerdings dann etwas relativiert, wenn man im Langbathsee-Stüberl einkehrt und dort mit völlig überzogenen Preisen für Mini-Portionen konfrontiert wird (der Kritik bei Tripadvisor schließen wir uns vollinhaltlich an).

Schön ist es ja bei den Langbathseen. Und die überzogenen Preise im Stüberl muss man halt als Parkgebühr betrachten.

Schön ist es ja bei den Langbathseen. Und die überzogenen Preise im Stüberl muss man halt als Parkgebühr betrachten.

Vorbei an einigen Lamas gehen wir am Nordufer des herrlich grün-schimmernden Vorderen Langbathsees entlang. Am anderen – südwestlichen – Ufer liegt einsam das ehemalige Jagdschloss von Kaiser Franz-Josef, das man einem Inserat auf Willhaben zufolge wohl „sehr günstig“ mieten kann.

Lama beim Vorderen Langbathsee

Lama beim Vorderen Langbathsee

Vom Vorderen zum Hinteren Langbathsee steigt die Schotterstraße auf 1,5 Kilometer ca. 70 Höhenmeter an. Also auch absolut kinderwagentauglich – und deshalb von den Kleinsten auch sehr stark besucht. Die gesamte Runde um die beiden Seen soll 8 Kilometer betragen. Uns war das zu wenig – Erholungstour hin oder her. Und so folgten wir, ohne auch nur im Geringsten zu wissen, wohin uns das führen würde, den Wegweisern zum Taferlkaussee bzw. der Großalm. See und Alm klangen gut – vor Ort fanden wir dann aber nicht unbedingt das vor, was wir uns unter den beiden Begriffen vorgestellt hatten.

Das Geländeprofil unserer heutigen Wanderung mit 2 "Anstiegen"

Das Geländeprofil unserer heutigen Wanderung mit 2 „Anstiegen“

Zunächst führt ein gutes Steiglein im schattigen Wald aufwärts. Eine Ringelnatter entzieht sich diskret unseren Blicken. Mehrmals queren wir die Forststraße, auf denen sich zahlreiche Mountainbiker ein Stelldichein geben. E-Bike sei Dank kommen jetzt auch wohlbeleibtere Menschen auf die Forststraßen. Normale, mit Eigenkraft angetriebene Mountainbikes gibt es so gut wie gar keine mehr. Auf einer Anhöhe (Lueg) geht es nun nordwärts etwa 200 Höhenmeter bergab. Was war das? Eine Straße. Mit gar nicht einmal wenig Verkehr. Und die Großalm entpuppte sich als das, was wir einen Landgasthof bezeichnen würden.

Die Großalm - an einer Straße gelegen.

Die Großalm – an einer Straße gelegen.

Sei´s wie´s sei. Wir folgen nun der Straße Richtung Westen. Auch hier einige strombetriebene Radler. Und dann der Taferklaussee. Naja. Man muss ihn nicht gesehen haben. Eine schlammig-braune große Pfütze. Wir umrunden den See und halten uns nun an den Wegweiser zum Hinteren Langbathsee. 1 3/4 Stunden soll der entfernt liegen. Ist das möglich? Wir hatten nicht mit dem Anstieg von 630 auf 960 Meter Seehöhe gerechnet. Ganz so lange haben wir zwar nicht gebraucht, die Steilheit des Weges hat uns in der Mittagshitze aber nun trotz schattenspendendem Wald ganz schön zum Schwitzen gebracht.

Kann man besuchen, muss man aber nicht. Den Taferklaussee.

Kann man besuchen, muss man aber nicht. Den Taferklaussee.

Endlich geht es bergab. Herum um den Hinteren Langbathsee. Eine Teenager-Kreuzotter kreuzt unseren Weg. Im heurigen ausgeprägten Schlangenjahr keine große Überraschung mehr.

Kleine Kreuzotter direkt am Wanderweg

Kleine Kreuzotter direkt am Wanderweg

Einige Badegäste am und im See. Den hier abzweigenden Schafluckensteig auf den Brunnkogel haben wir bereits im Tourenplanbücherl vermerkt.

Hinterer Langbathsee

Hinterer Langbathsee

Auf der Südseite der beiden Langbathseen ging es nun zurück zum Ausgangspunkt – mit der eingangs erwähnten Einkehr beim Langbathsee-Stüberl (waren das jetzt wirklich nur 2 oder doch 3 Kugeln Eis im mickrigen Becher unter dem Schlag – um 8,20 Euro).

Viele Klein(st)-Kinder bei den Langbathseen

Viele Klein(st)-Kinder bei den Langbathseen

Letztendlich hat die heutige Erholungstour doch wieder mehr als 17 Kilometer und über 500 Höhenmeter ergeben. Aber die Beine waren jetzt frisch für die morgige anspruchsvolle Bergtour in Tirol (Bericht folgt).

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

"Getier" am Wegesrand

„Getier“ am Wegesrand

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