Schleinitz – Südlicher Eintritt in die Schobergruppe

Nachdem wir uns am Vortag südwestlich der Sonnenstadt Lienz in den Lienzer Dolomiten herumgetrieben hatten, wollten wir heute  ihrem nördlichen Hausberg einen Besuch abstatten. Die Schleinitz, im Süden der Schobergruppe gelegen, ist 2.904 Meter hoch und bietet an und für sich ebenfalls einen tollen Ausblick über Lienz,  vor allem aber auch nach Norden zu vielen imposanten Dreitausendern.

Mehr als 2.200 Höhenmeter erhebt sich die Schleinitz im Norden über Lienz

Mehr als 2.200 Höhenmeter erhebt sich die Schleinitz im Norden über Lienz

Wenn – ja wenn es da nicht diese Wolken-Nebel-Suppe gibt, welche den Gipfel wohl gerne umhüllt. Zumindest wurde uns das so erzählt und wir konnten es bei unserem Kurzurlaub auch persönlich feststellen: Aus der Ferne und auch aus nächster Nähe.

Viel Ausblick war uns am Gipfel der Schleinitz nicht gegönnt.

Viel Ausblick war uns am Gipfel der Schleinitz nicht gegönnt.

Für den Start der Tour gibt es von Süden mehrere Ausgangsmöglichkeiten. Am weitesten hinauf gelangen würde man mittels Seilbahnunterstützung auf ca. 2.200 Meter Seehöhe am Zettersfeld. Allerdings war die Seilbahn jetzt in der Vorsaison unter der Woche ebenso wenig in Betrieb, wie diverse Einkehrstätten. Alternativ gibt es auch noch die Möglichkeit der Mautstraße bis zur Rottmannalm auf knapp 1.900 Meter Seehöhe. Aber auch diese Möglichkeit haben wir verschmäht, schließlich hatten wir am Vortag ja „nur“ 1.800 Höhenmeter zurückgelegt 😉 .

Ausgehend von der Faschingalm wandern wir am Zettersfeld Richtung Nordwesten. Unter uns liegt Lienz.

Ausgehend von der Faschingalm wandern wir am Zettersfeld Richtung Nordwesten. Unter uns liegt Lienz.

Und diese Distanz merkten wir auch gleich ganz deutlich, als wir bei der Faschingalm bei 1.670 Meter Höhe starteten. Schwer waren die Beine, müde und ausgelaugt der restliche Körper und unwillig der Geist angesichts der dunklen Wolken, die nach anfänglich sonnigem Morgen alle umliegenden Gipfel bedeckten.

Die Motivitation hält sich in Grenzen, als wir auf das Goiselemandl zusteuerten. Von der Schleinitz dahinter ist nämlich gar nichts zu sehen.

Die Motivitation hält sich in Grenzen, als wir auf das Goiselemandl zusteuerten. Von der Schleinitz dahinter ist nämlich gar nichts zu sehen.

Ehrlich gesagt, fehlte uns anfänglich etwas die Motivation, als wir über teilweise sumpfige Wiesen abseits der Wege entlang der Skipisten aufstiegen. Eine etwas kraftschonendere Aufstiegsmöglichkeit hatten einige andere Wanderer gewählt, die sich mit geländegängigen Fahrzeugen bis zum Steinermandl hinaufkarren ließen.

Am Goisele - einen Gipfel in der Schobergruppe hätten wir wenigstens schon, falls wir jetzt umdrehen sollten.

Goisele-Gipfelkreuz – einen Gipfel in der Schobergruppe hätten wir wenigstens schon, falls wir jetzt umdrehen sollten.

Vor uns eine grüne Graspyramide mit dem irgendwie schwer zu merkenden Namen Goisele (Goiselemandl). Ein Gipfelkreuz hat der Berg auch – also gehen wir einmal da hinauf. Dann hätten wir wenigstens schon einen Gipfel – immerhin 2.433 Meter hoch.

Die Goisele-Gipfelpyramide läßt sich links und rechts umgehen.

Die Goisele-Gipfelpyramide läßt sich links und rechts umgehen.

Kurz wieder am Anstiegsweg zurück und dem Wanderweg über die Neualplschneid folgend Richtung Nordwesten. Die Neualplseen lassen wir rechter Hand liegen, das fahle Licht im Nebel hätte ohnehin keine schönen Fotos versprochen.

Lustige Turnerei über unzählige Steine

Lustige Turnerei über unzählige Steine

Über einen Hügel gelangen wir in ein Kar und nun wird es etwas steiler. An einer kurzen Stelle hilft ein Drahtseil weiter, zwingend ausgesetzt wäre die Stelle aber nicht. Es folgen blocksteinübersäte Wegabschnitte, über die man hinwegturnen muss. Stellenweise gibt es auch noch einzelne Schneefelder, die wir nur ungern queren, angesichts der im darunterliegenden Steinlabyrinth befürchteten Löcher.

Beim Gipfelkreuz auf der Schleinitz reissen die Wolken kurz auif

Beim Gipfelkreuz auf der Schleinitz reissen die Wolken kurz auif

Kurz vor dem Gipfelkreuz öffnet sich die Wolkendecke. Ein zeitlich sehr begrenzter Genuss. Aber immerhin sind die Temperaturen auch hier auf 2.904 Meter Seehöhe überraschend angenehm. Insbesondere wenn die Sonne etwas stärker durch den Nebel dringt. Das Gipfelkreuz steht etwas unterhalb des höchsten Punktes. Den Aufstieg über den „Steinerhaufen“ zum höchsten Punkt ersparen wir uns – gesehen hätten wir ohnehin nichts.

Herrliche Landschaft bei den Neualplseen

Herrliche Landschaft bei den Neualplseen

Etwas später kommen 2 Damen mit Hund über die Nordseite vom Alkuser See herauf. Mit Sicherheit auch ein schönes Gebiet. Gesehen haben wir freilich nichts. Erst als wir uns bereits wieder im Abstieg befinden (2 weitere Wanderer kommen uns entgegen) klart es etwas auf. Über längere Sonnenabschnitte dürfen wir uns dann bei den sehenswerten Neualplseen erfreuen, die uns an die heimatlichen Goldlacken in den Schladminger Tauern erinnern.

Inselchen mit Kreuz im See

Inselchen mit Kreuz im See

Etwa 250 Höhenmeter oberhalb der Seenlandschaft leuchtet ein großes Gipfelkreuz vom östlichen Sattelkopf herab. Da können wir natürlich nicht vorbeigehen, auch wenn die Beine schon ziemlich müde sind. Die Sonne begleitet unsere Schritte, ebenso wie zahlreiche in allen Tonlagen blökende „Rotpunkt“-Schafe.

Schafe-Versammlung

Schafe-Versammlung

Oben im Sattel angekommen zeigt eine Tafel einen relativ einfachen Klettersteig (maximale Schwierigkeit B) auf die Schleinitz. Auf jeden Fall eine überlegenswerte Variante. Wir wussten zwar von dieser Möglichkeit, ich hatte aber irgendwo etwas von einer Schwierigkeit C gelesen und die gehen wir dann doch nur mehr mit Klettersteig-Set, welches wir aber bewusst zu Hause gelassen hatten.

Nach links zum Schleinitzer Klettersteig, nach rechts zum östlichen Sattelkopf.

Nach links zum Schleinitzer Klettersteig, nach rechts zum östlichen Sattelkopf.

Uns blieb aber der kurze Übergang auf den östlichen Sattelkopf mit seinem großen Gipfelkreuz auf einem etwas isoliert stehenden Felsblock.

Beim großen Gipfelkreuz am östlichen Sattelkopf

Beim großen Gipfelkreuz am östlichen Sattelkopf

Im Norden überblicken wir eine herrliche Gipfel-Parade etlicher Dreitausender, von denen wir uns schon einige auf unseren Tourenwunschzettel notiert haben.

Gipfelparade im Norden (Klick zur Vergrößerung)

Gipfelparade im Norden (Klick zur Vergrößerung)

Nach kurzer Rast heißt es heute nur noch: Von nun an ging´s bergab. Ein Highlight am wandertechnisch sehr einfachen Zettersfeld waren noch die vielen Murmeltiere, die teilweise nicht sonderlich scheu waren und uns recht nahe heranließen.

Murmeltiere am Wegesrand - manche stumm, manche schrill rufend

Murmeltiere am Wegesrand – manche stumm, manche schrill rufend

Über leuchtende Almrauschfelder und einem angenehmen Waldsteiglein steigen wir zur Naturfreundehütte ab und über eine Forststraße erreichen wir schließlich wieder unseren Ausgangspunkt bei der Faschingalm.

Abstieg über blühende Almrauschfelder zum Ausgangspunkt bei der Faschingalm

Abstieg über blühende Almrauschfelder zum Ausgangspunkt bei der Faschingalm

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Aufstieg in die Wolken

Aufstieg in die Wolken

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