Schneeschuhtouren auf einen neuen und einen bekannten Gipfel

Am Beginn des heutigen Beitrages möchte ich ein wenig mit Statistiken langweilen 🙂 : Etwas mehr als 1.900 Gipfelbesuche zeigt meine Tourendatenbank in den letzten 14 Jahren auf insgesamt 1.195 verschiedene Gipfel. Und wenn ich nicht allzu weit fahren möchte, ist es schon relativ schwierig einen neuen Gipfel zu finden, auf dem ich a) noch nie zuvor gestanden bin und b) der mir auch von den Schwierigkeiten her einen Aufstieg erlaubt. Nur 34 waren es im letzten Jahr, und das auch nur, weil wir für unsere Wanderungen auf der Insel Krk und in Vorarlberg doch ziemlich weit gefahren sind.

Schitourengeher unterhalb vom Schafdach am Weg auf den Kammkarlspitz in den westlichen Rottenmanner und Wölzer Tauern

Schitourengeher unterhalb vom Schafdach am Weg auf den Kammkarlspitz in den westlichen Rottenmanner und Wölzer Tauern

Hoher Raschberg – Feuerkogel – Sonnkogel

Unlängst habe ich eine Schneeschuhwanderung im Toten Gebirge unternommen, bei der eigentlich wieder das Motto „Der Weg ist das Ziel“ gelten sollte. Im Prinzip wusste ich beim Aufbruch in Oberlupitsch nördlich der Pötschenpaßstraße noch gar nicht genau, welche Route ich eigentlich nehmen wollte. Als groben Plan hatte ich mir die Vordersandlingalm und die Lambacher Hütte vorgenommen, die sich bei früheren Schneeschuhtouren bereits als sehr lohnenswerte Ziele erwiesen hatten. Und dann ergaben sich unerwarteter Weise doch gleich 3 neue Gipfel, einer davon sogar mit Gipfelkreuz.

Schneeschuhrunde im Uhrzeigersinn auf neue Gipfel im Toten Gebirge

Schneeschuhrunde im Uhrzeigersinn auf neue Gipfel im Toten Gebirge

Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEVBundesamtes für Eich und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

War es bei der Fahrt ins Salzkammergut noch weitgehend sonnig, so hielt sich just bei meinem Startpunkt hartnäckiger (Hoch)nebel, der jegliche Aussicht verhinderte und auch für leichtes Frösteln sorgte. Da ich mir bei diesem dichten, grauen Wuzzel keine großen Hoffnungen machte, weiter oben in die Sonne zu gelangen – schließlich liegt die Lambacher Hütte auch nur auf 1.432 Meter Höhe, wollte ich an diesem Sonntag wenigstens eine „ordentliche“ Runde absolvieren.

Nur kurz war es mir heute vergönnt, den sonnigen Ausblick über den feucht-kalten Nebel zu genießen

Nur kurz war es mir heute vergönnt, den sonnigen Ausblick über den feucht-kalten Nebel zu genießen

Und so folgte ich dem Wegweiser Richtung Halleralm ohne genau zu wissen, wohin mich die meist geräumte Forststraße bringen würde. Ich glaubte mich aber erinnern zu können (eine Wanderkarte hatte ich dieses Mal nicht mit), dass von der Halleralm ein Weg auf die Lambacher Hütte führt.

Von Oberlupitsch durch den Wald und über Forststraßen zur Halleralm

Von Oberlupitsch durch den Wald und über Forststraßen zur Halleralm

Nun die Halleralm erwies sich nicht als Alm im klassischen Sinne, sondern um einen Gasthof, bei dem zahlreiche Autos parkten. Und tatsächlich zeigte ein Wegweiser ein Stück weiter westlich dann nach Norden zur Lambacher Hütte. Perfekt, so würde sich eine schöne Rundwanderung ergeben. „Ortschaft Pichlern, Gemeinde Goisern, pol. Bezirk Gmunden, Oberösterreich“ informierte eine Tafel an einem alten Holzhaus.

Eindrucksvoll thront die Raschberghuette - einem Adlerhorst gleich - auf einem Felsen

Eindrucksvoll thront die Raschberghütte – einem Adlerhorst gleich – auf einem Felsen

Zu meiner Freude kam ich wider Erwarten unterhalb der auf einem Felsen thronenden Raschberghütte nun doch in die Sonne. Wegweiser zeigen deutlich die Route zur Lambacher Hütte. Doch ich wollte zunächst jenem „Hügel“ einen Besuch abstatten, der in meinem GPS-Gerät als Hoher Raschberg bezeichnet wurde. Die Ausblicke über die Nebeldecke wurden mit jedem Schritt eindrucksvoller und zu guter Letzt konnte ich mich überraschenderweise am Hohen Raschberg auch über ein Gipfelkreuz freuen.

Gipfelkreuz am Hohen Raschberg

Gipfelkreuz am Hohen Raschberg

Jetzt war meine Neugierde geweckt. Vielleicht würden sich ja auch auf den Gipfelchen in der Nähe – dem Feuerkogel und dem Sonnkogel – auch solche Gipfelzeichen finden. Nun, diese Gipfel erwiesen sich dann doch als ungeschmückt. Und mittlerweile war auch der Nebel wieder so dicht geworden, dass ich ohne GPS-Gerät nicht zur Lambacher Hütte gefunden hätte.

Nur wenige Meter Sicht bei der Lambacher Hütte erforderte den Einsatz des GPS-Geräts zur Orientierung

Nur wenige Meter Sicht bei der Lambacher Hütte erforderte den Einsatz des GPS-Geräts zur Orientierung

Von hier geht es dann nur noch bergab. Vorbei an der Vordersandlingalm folge ich dem markierten Wanderweg zurück zum Ausgangspunkt.

Dichter Nebel auch bei der Vordersandlingalm

Dichter Nebel auch bei der Vordersandlingalm


Kammkarlspitz

Ganz anders zeigte sich das Wetter wenige Tage später im Großsölktal bei einer weiteren Schneeschuhtour, dieses Mal aber auf einen Gipfel, den ich bisher bereits 5 Mal besucht hatte – bislang jedes Mal mit Tourenschi. Und heute habe ich mich angesichts der perfekten Pulverschneeverhältnisse selbst bemitleidet, weil ich „nur“ mit Schneeschuhen unterwegs war.

Sperre der Sölkpaßstraße - bis zur Hansenalm (und weiter) ist die Zufahrt aber bereits möglich

Sperre der Sölkpaßstraße – bis zur Hansenalm (und weiter) ist die Zufahrt aber bereits möglich

Die im letzten Jahr bei einem Unwetter schwer beschädigte Sölkpaßstraße ist zumindest auf der Ennstaler Seite schon wieder hergestellt. Der Sölkpaß selbst ist bei den auch Ende März noch winterlichen Verhältnissen natürlich noch gesperrt, eine Zufahrt bis zur bereits geöffneten Hansenalm oder weiter zur Mautneralm ist aber schon ohne Weiteres möglich. Besonders geländegängige SUV´s mit ausreichend Bodenfreiheit sind bereits bis zur Bergrettungshütte nach der Hüttfeldalm hinauf gefahren.

Im Talschluss nach der Erzherzog-Johann-Hütte geht es in einem Linksbogen Richtung Osten und später Richtung Norden.

Im Talschluss nach der Erzherzog-Johann-Hütte geht es in einem Linksbogen Richtung Osten und später Richtung Norden.

Dort ist dann aber Ende März (und auch noch Mitte April) endgültig Schluss mit dem Auto und es geht mit Tourenschi oder bei mir eben mit Schneeschuhen weiter Richtung Süden zur Erzherzog-Johann-Hütte und in einem weiten Linksbogen westlich vom Schafdach (wo ich Schitourengeher sowohl im Aufstieg als auch bei der Abfahrt erkenne) wieder Richtung Norden in das Kar vor dem Kammkarlspitz.

Bei den heutigen perfekten Pulverschneeverhältnissen bedaure ich, "nur" mit Schneeschuhen unterwegs zu sein.

Bei den heutigen perfekten Pulverschneeverhältnissen bedaure ich, „nur“ mit Schneeschuhen unterwegs zu sein.

Beim Gipfelkreuz am Kammkarlspitz bin ich alleine. Die vor mir aufgestiegenen Schitourengeher fahren bei meiner Ankunft bereits wieder ab.

Beim Gipfelkreuz am Kammkarlspitz

Beim Gipfelkreuz am Kammkarlspitz

Beim Abstieg schweife ich noch etwas im Kar herum. Zunächst Richtung Tischfeldspitze und dann angesichts der zahlreichen Lawinenabgänge vorsichtshalber über die Mahdfeldhütte und am Waldrand hinab zur Winkleralm und den weiten Weg zurück nach St. Nikolai im Sölktal.

Zurück über Mahdfeldhütte

Zurück über Mahdfeldhütte

Im Zuge des langen und eher langweiligen Rückmarsches – ab der Mautneralm auf der Sölkpaßstraße – hat man natürlich genügend Stoff zum Grübeln. Und so machte ich mir Gedanken darüber, wie viele Gipfel es bislang wohl sein mochten, die ich bisher sowohl mit Schneeschuhen UND auch mit Tourenschi besucht hatte. Der Kammkarlspitz war der 54. Gipfel (und in diesem Winter sollte zumindest noch ein weiterer folgen).

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

 

 

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