Schneeschuhtouren auf Gumpeneck, Kleinmölbing und Hochmühleck

Die Schneeschuh-Saison 2017/2018 ist eröffnet. Definitiv. Ja selbst mit Tourenschi gibt es im Gelände für diese Jahreszeit schon erstaunlich gute Verhältnisse. Und das noch vor dem meteorologischen Winter, der am 01.12. beginnt.

Ausblick vom Gumpeneck über die schneebedeckten Gipfel der Rottenmanner und Wölzer Tauern

Ausblick vom Gumpeneck über die schneebedeckten Gipfel der Rottenmanner und Wölzer Tauern

Ich musste erst meine Tourendatenbank befragen, um zu ermitteln, in welchen früheren Jahren wir Ende November bereits so respektable Schneemengen hatten. Denn einzig das Jahr 2007 wird mir diesbezüglich ewig in Erinnerung bleiben (zumindest solange Alzheimer noch nicht zugeschlagen hat). Damals startete die Schneeschuh-Saison bereits im September mit einer Tour, setzte sich im Oktober im 2 Touren fort und gipfelte in einem in den letzten 15 Jahren unerreichten November mit 2 Schneeschuhwanderungen und 5 Schitouren – in Summe also insgesamt 10 Winterwanderungen im meteorologischen Herbst.

Einsame Spur im Toten Gebirge zwischen Liezener Hütte und Kleinmölbing

Einsame Spur im Toten Gebirge zwischen Liezener Hütte und Kleinmölbing

Eigentlich hätte ich ja bereits am 09.11.2017 bei meiner „Nebel-Aktion“ am Stoderzinken die Schneeschuhe gut gebrauchen können. Ein Woche später habe ich sie dann mitgenommen. Es ging auf einen meiner traditionellen „Frühwinter-Gipfel“ – das Gumpeneck in den nördlichen Rottenmanner und Wölzer Tauern.


Schneeschuhwanderung über den Blockfeldspitz auf das Gumpeneck

10 Mal bin ich in den letzten 14 Jahren am Gipfel des Gumpeneck gestanden. Aus allen 4 Himmelsrichtungen habe ich den markanten „Grashügel“ dabei bestiegen – hauptsächlich in den Wintermonaten. Jetzt zum 5. Mal mit Schneeschuhen und zum 2. Mal vom Wachlinger aus. Soviel zur Statistik.

Wolkenhaube über dem Gumpeneck

Wolkenhaube über dem Gumpeneck

Beim Aufbruch am frühen Vormittag versteckte sich der Gipfel noch unter einer Wolkenhaube, während die gegenüberliegenden Nordalpen den ganzen Tag über strahlenden Sonnenschein genossen.

Blick vom Blockfeldspitz über das wolkenfreie Gröbminger Land mit Stoderzinken (links) und Kammspitz (rechts)

Blick vom Blockfeldspitz über das wolkenfreie Gröbminger Land mit Stoderzinken (links) und Kammspitz (rechts)

Zunächst auf der Forststraße, später diese entlang des markierten Sommerweges durch den Wald abkürzend, gelangte ich auf die Höhe der Schönwetterhütte. Ab hier war es an der Zeit, die Schneeschuhe anzulegen, ja selbst mit Tourenschi wäre es überraschenderweise schon recht gut gegangen. Und es gab auch bereits eine Spur vom Vortag, der ich nun bis zum Gipfel folgte.

Ich folge einer Schispur vom Vortag auf das Gumpeneck

Ich folge einer Schispur vom Vortag auf das Gumpeneck

Ab der Gumpenalm gelange ich endlich in die Sonne, allerdings bläst mir hier zeitweise auch frischer Wind entgegen. Und immer wieder treibt dieser Wind Wolkenschwaden über den Gipfel.

Schneidiger Wind am letzten Gipfelhang. Beim Gipfelkreuz selbst ist es aber recht angenehm.

Schneidiger Wind am letzten Gipfelhang. Beim Gipfelkreuz selbst ist es aber recht angenehm.

Besonders schneidig wird das Lüfterl am letzten Gipfelhang. Kurz nach mir kommt ein Schitourengeher zum Gipfelkreuz, bei dem der kalte Wind jetzt kaum zu spüren ist. Nur gelegentlich verhüllen heranziehende Wolken den prächtigen Ausblick.

Der Schitourengeher, der kurz nach mir auf den Gipfel gekommen ist, verschwindet bei der Abfahrt in den Wolkenschwaden.

Der Schitourengeher, der kurz nach mir auf den Gipfel gekommen ist, verschwindet bei der Abfahrt in den Wolkenschwaden.


Schneeschuhwanderung über die Liezener Hütte auf den Kleinmölbing

Wie das Gumpeneck zählt auch die Liezener Hütte im Toten Gebirge mit den zahlreichen umliegenden Gipfelmöglichkeiten (Raidling, Kleinmölbing, Querlstein, Schafberg) zu meinen traditionellen Schneeschuhtouren-Zielen.

Die herrlichen Schneepyramiden der "Mölbinge"

Die herrlichen Schneepyramiden der „Mölbinge“

Eigentlich hatte ich für diesen Tag den Hochmölbing vorgesehen. Aber dafür war ich erstens zu spät aufgestanden, zweitens erlaubte die Schnee- und Eisauflage ab dem Gasthof Panoramablick auf 1.040 Meter Seehöhe keine Weiterfahrt nach Schönmoos und drittens überraschte mich ab der Langpoltenalm eine unverspurte, anstrengende Schneeauflage – teilweise patzig schwer, teilweise knietiefer Bruchharsch.

Oberhalb der Waldgrenze war der windgepresste Schnee leichter zu begehen.

Oberhalb der Waldgrenze war der windgepresste Schnee leichter zu begehen.

So ist es letztendlich „nur“ der Kleinmölbing geworden.

Die Schatten werden jetzt schon früh länger. Beim Gipfelkreuz am Kleinmölbing war Endstation. Der Hochmölbing war noch zu weit entfernt.

Die Schatten werden jetzt schon früh länger. Beim Gipfelkreuz am Kleinmölbing war Endstation. Der Hochmölbing war noch zu weit entfernt.

Bei jedem Besuch bin ich wieder auf´s Neue begeistert, wenn sich beim Zustieg über das Hochtor die schneebedeckten Pyramiden der „Mölbinge“ über dem welligen Plateau um die Liezener Hütte herausschälen.

Der Weg ist das Ziel. Ich liebe diese einsamen Schneeschuhwanderungen oberhalb der Baumgrenze.

Der Weg ist das Ziel. Ich liebe diese einsamen Schneeschuhwanderungen oberhalb der Baumgrenze.

Eine Gams war bei meiner Annäherung an den letzten Gipfelhang nicht sonderlich beunruhigt. Eher schien sie einen verständnislosen, mitleidigen Blick für den verrückten Wanderer zu haben, der sich hier müden Schrittes durch den Schnee kämpfte.

Kurze Tage gegen Ende des Jahres

Kurze Tage gegen Ende des Jahres

Beim Kleinmölbing war Endstation. Viel zu weit war der Tag bereits fortgeschritten, als dass ich noch zum Hochmölbing hätte hinüber wandern können. Und selbst mit dieser „Kurztour“ (immerhin aber mehr als 20 Kilometer und fast 1.200 Höhenmeter) bin ich beim Abstieg in die Finsternis gekommen.


Schneeschuhwanderung über die Viehbergalm auf das Hochmühleck

Das nächste Tourenziel – die Viehbergalm – steht im Winter mittlerweile bereits 20 Mal in meinem Tourenbuch – 11 Mal mit Schneeschuhen und 9 Mal mit Tourenschi. Und entsprechend finden sich auch zahlreiche Berichte hier auf meinen Wanderseiten.

Tiefe Fahrzeugspuren auf der Viehbergalm.

Tiefe Fahrzeugspuren auf der Viehbergalm.

Heuer war aber etwas anders: Ein „lustiger Jägergehilfe“ wollte mir am Nachmittag um 14:30 Uhr den Durchgang durch das Gelände der Viehbergalm mit der Begründung verwehren, dass das hier alles Jagdgebiet sei. Meinem Einwand, dass hier ein markierter Wanderweg verlaufe, entgegnete er mit der Gegenfrage: „Und wie lange gilt der?“.

Mein 14. Besuch beim Gipfelkreuz am Hochmühleck

Mein 14. Besuch beim Gipfelkreuz am Hochmühleck

Nun, von einer zeitlichen Beschränkung eines Wanderweges und insbesondere über die Viehbergalm hätte ich noch nichts gehört. Weder was die Tageszeit noch was die Jahreszeit betrifft. Natürlich bin ich ganz normal weitergegangen, was der „nette Herr“ in seinem verrauchten Pickup mit lautstarkem Protest quittierte.

Die nächste Schneefront zieht heran

Die nächste Schneefront zieht heran

Wenig später – beim Abstieg zwischen Viehbergalm und Wurf – wurde ich von einem Geländewagen mit 2 Insassen überholt. Hier hat sich also wohl jemand bei Ausübung seiner Jagdleidenschaft gestört gefühlt.


Mittlerweile hat es wieder ein wenig Neuschnee gegeben und die Temperaturen sinken in den Nächten teilweise in den zweistelligen Minusbereich. Dieses Jahr dürften wir also wirklich einen frühen Winter bekommen, denn so schnell wird die Schneedecke jetzt nicht mehr weggehen und schön langsam wird wohl auch die Lawinengefahr zum Thema werden.

Frühabendlicher Tiefblick über Liezen

Frühabendlicher Tiefblick über Liezen

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

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