Über den Wolken – wird es heuer früher Winter?

Wenn ich an einem freien Tag frühmorgens aus dem Fenster blicke und die Landschaft zeigt sich nur „grau in grau“, fällt es mir zunehmend schwerer, mich für eine Wanderung zu motivieren. Trüb und schwer hing der Nebel auch an diesem 09.11.2017 über dem Tal, fast schien es daraus ein bisschen zu nieseln. Das Wetter-Panorama im Frühstücksfernsehen ließ aber die Hoffnung aufkeimen, dass oberhalb dieser dichten Nebelwand die Sonne scheinen könnte.

In größeren Höhen oberhalb von 1.600 Meter Seehöhe gibt es bereits nennenswerte Schneemengen.

In größeren Höhen oberhalb von 1.600 Meter Seehöhe gibt es bereits nennenswerte Schneemengen.

Und so machte ich mich zum zweiten Mal innerhalb einer Woche auf den Weg durch die Öfen ins Kemetgebirge, um „von hinten“ auf den Stoderzinken aufzusteigen.

Meine "Dreiviertel-Runde" über den Stoderzinken (entgegen dem Uhrzeigersinn).

Meine „Dreiviertel-Runde“ über den Stoderzinken (entgegen dem Uhrzeigersinn).

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Im Gedanken überfliege ich die zwar nicht sonderlich zahlreichen, aber zum Teil großartigen Wanderungen der letzten beiden Monate. Auch einige neue Gipfel(chen) waren wieder dabei. Ich hoffe, in den nächsten Wochen die Zeit zu finden, noch über die eine oder andere Tour ausführlicher zu berichten.

Dachsteinblick über den Wolken

Dachsteinblick über den Wolken

Heute möchte ich aber kurz einige Eindrücke meiner ersten Wanderung in den Schnee im heurigen Herbst schildern.

Dichter Nebel und schlechte Sicht bei der Stoderalm

Dichter Nebel und schlechte Sicht bei der Stoderalm

Oberhalb von etwa 1.500 Meter nimmt die Schneehöhe am Weg über den Rotwandschlag merkbar zu. 20 cm und mehr dürften es hier schon sein und ab der Stoderalm versankt ich stellenweise fast bis zu den Knien im Schnee. Klingt jetzt zwar dramatisch, wenn man aber weiß, dass AlpenYetis kurze Haxn haben, relativiert sich die Höhe gleich wieder auf geschätzte 40 cm. Auf Grund bin ich aber meistens nicht mehr gekommen. Die Schneeschuhe wären auf jeden Fall kein Fehler gewesen.

Auf der Schipiste Richtung Gipfel

Auf der Schipiste Richtung Gipfel

Vorbei an der Brünnerhütte – noch immer im dichten Nebel. Viel Hoffnung hatte ich ja nicht mehr, heute doch noch in die Sonne zu gelangen. Dann aber – kurz unterhalb der Bergstation des Gipfelliftes – erste Sonnenstrahlen. Und abrupt wurde es wärmer.

Kurz vor der Gipfellift-Bergstation gelange ich endlich in die wärmende Sonne

Kurz vor der Gipfellift-Bergstation gelange ich endlich in die wärmende Sonne

Und kurz darauf stand ich im strahlenden Sonnenschein. Um mich herum ein endlos scheinendes, beeindruckendes Nebelmeer. Keine glatte Fläche – immer wieder erhoben sich „Blasen“ – so als ob in den mehr als 1.000 Höhenmeter darunter liegenden Dörfern aufgestaute „Gasansammlungen“ nach oben treten würden.

Blick über "Nebel-Blähungen" in die Schladminger Tauern mit der Hochwildstelle (links) und dem Höchstein (rechts)

Blick über „Nebel-Blähungen“ in die Schladminger Tauern mit der Hochwildstelle (links) und dem Höchstein (rechts)

Sogar am Stoder-Plateau gab es auffallend viel Schnee. Ich war schon im Hochwinter bei geringeren Schneehöhen hier heroben, nachdem der Wind ganze Arbeit geleistet hat. Dieser Schnee aber dürfte bei recht windarmen Verhältnissen gefallen sein.

Nur der Kammspitz ragt aus dem Nebelmeer heraus

Nur der Kammspitz ragt aus dem Nebelmeer heraus

Welch ein Schaugenuss! Weit und breit konnte sich nur der benachbarte Kammspitz inselgleich aus dem Nebelmeer herausschälen. Fast eine Stunde verbrachte ich an diesem Nachmittag beim Gipfelkreuz am Stoderzinken, ehe ich wieder in das zähe Grau eintauchte und auf der Südseite des Stoderzinken ins Tal hinabstieg.

Beim Gipfelkreuz am Stoderzinken

Beim Gipfelkreuz am Stoderzinken

Nachdem in den nächsten Tagen jetzt auf den Bergen klirrende Kälte und bis zu weiteren 40 cm Neuschnee prognostiziert wird, bin ich neugierig, ob wir heuer wieder einmal einen „früheren“ Winter erleben. Mich juckt es jedenfalls jetzt schon gehörig, von den Wanderschuhen auf Schneeschuhe oder Tourenschi umzusteigen.

Abstieg zurück in den Nebel

Abstieg zurück in den Nebel

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Nebelmeer über dem Gröbminger Land (Klick zur Vergrößerung)

Nebelmeer über dem Gröbminger Land (Klick zur Vergrößerung)

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