Dachstein – 1 Mal rauf und 2 Mal runter

Ein Dachstein-Besuch im Winter mit Schi verspricht großartige Landschaftsimpressionen und herrliche, lange Abfahrten.

Ein Dachstein-Besuch gehört bei uns zu den Schitouren-Höhepunkten jeder Winter-Saison.

Aber natürlich darf man angesichts dieser Superlativen keine Einsamkeit erwarten.

Winterlandschaft im Umfeld der Gjaidalm

Winterlandschaft im Umfeld der Gjaidalm

Dieses Jahr haben wir uns den Dachstein wieder 2 Mal „gegeben“:

Beim ersten Mal ging es von der Südseite mit der Gondel auf den Hunerkogel. Wir durften uns über die nette Begleitung der „Weltreisenden“ Angelika freuen, mit der wir bereits einmal vom selben Ausgangspunkt eine lange Wanderung zum Ahornsee in Angriff genommen hatten. Da Angelika per Alpin-Ski unterwegs ist (in perfekter Eleganz), haben wir uns bei dieser Dachsteinüberquerung für die reine Abfahrt auf der österreichischen National-Skiroute vom Hunerkogel nach Obertraun entschieden.

Bergdohle vor den Dachstein-Dirndln

Bergdohle vor den Dachstein-Dirndln

Beim zweiten Mal wählten Ingrid und ich die umgekehrte Richtung: Auffahrt mit der Seilbahn von Obertraun auf den Krippenstein. Und von dort ging es mit den Tourenschi auf der Rumplertour hinauf zum Hunerkogel. Die Abfahrt erfolgte wieder auf der gleichen Route wie beim ersten Besuch.

2 lange Abfahrten also und ein kurzer, recht unschwieriger Aufstieg, der sich mit Liftunterstützung noch einmal vereinfachen läßt – doch der Reihe nach:


Österreichs National-Skitour wartet!

So lautet der verlockende Titel auf der Dachstein-Website. Angelika war ein diesbezüglicher Zeitungsartikel ins Auge gesprungen, als sie gerade von Südafrika nach Hause gekommen war. Da die Abfahrt vom Hunerkogel nach Obertraun auch durchaus mit Alpin-Ski zu bewältigen ist, wollte Sie diesen landschaftlichen Leckerbissen auch einmal versuchen. Und ziemlich kurzfristig haben wir dann einen Termin am nächsten Tag samt entsprechender Reservierung des Bus-Rückreisetickets von Obertraun in die Ramsau organisiert. Auch wenn Angelika zunächst beim Blick auf die wolkenverhangenen Berge noch etwas skeptisch schien. Doch die Wetter-Prognose für den Folgetag war bestens – und wir vertrauten ihr.

Dachstein-Dreigestirn Torstein - Mitterspitz - Hoher Dachstein

Dachstein-Dreigestirn Torstein – Mitterspitz – Hoher Dachstein

Am Sonntag, dem 19.02.2017 fuhren wir mit dem Auto hinauf in die Ramsau und weiter zur Talstation der Hunerkogel-Bahn, die uns in wenigen Minuten 1.000 Höhenmeter hinauf befördern würde. 22,50 Euro kostet die einfache Bergfahrt (wenn man wie wir AlpenYetis keine Ski-Saisonkarte hat). 16,50 Euro hat man für den Bus-Rücktransfer zu bezahlen.

Bei der Hunerkogel-Talstation

Bei der Hunerkogel-Talstation

Mit an Bord der Gondel ein Filmteam mit eindrucksvoller Kamera- und Stativ-Ausstattung, welches für die ORF3-Sendung „Berggespräche“ (mit Sailer und Speer) drehen sollte. Allzu viele Winter-Sportler finden sich noch nicht bei der ersten Gondel auf den Hunerkogel ein. Im Tagesverlauf sollten es aber doch wieder einige hundert Bergliebhaber sein, die dem Dach der Steiermark und Oberösterreichs einen Besuch abstatten. Mindestens 3 Busse haben alleine in Obertraun gewartet, um die Schi-Abfahrer wieder zurück nach Schladming bzw. in die Ramsau am Dachstein zu bringen.

Wir waren heute nicht das einzige Filmteam am Dachstein :-)

Wir waren heute nicht das einzige Filmteam am Dachstein 🙂

Oben bei der Bergstation auf fast 2.700 Meter Höhe wurden wir – wie so oft – von starkem Wind empfangen. Dazu noch knapp zweistellige Minus-Temperaturen. Aber die traumhaften Ausblicke auf die frisch eingeschneite Gipfelwelt und über das teilweise nebelbedeckte Ennstal erwärmten uns von innen.

Nebel über dem Ennstal, dahinter die schneebedeckten Gipfel der Niederen und Hohen Tauern.

Nebel über dem Ennstal, dahinter die schneebedeckten Gipfel der Niederen und Hohen Tauern.

Bevor wir uns auf die Abfahrt machten, durfte natürlich ein Besuch am Skywalk sowie über die Hängebrücke zur Treppe ins Nichts nicht fehlen. Etwas enttäuschend war dieses Mal aber der kurze Abstecher in den Eispalast. Etliche der Eisskulpturen haben viel von ihrer vollen Pracht verloren und müssen erst wieder „wachsen“.

Ingrid und Angelika auf der Treppe ins Nichts

Ingrid und Angelika auf der Treppe ins Nichts

Nach eine kurzen Abfahrt zu den Dachstein-Dirndln steigen wir – am mächtigen Windkolk vorbei – etwa 100 Höhenmeter wieder aufwärts, wobei wir die Schi auf dem präparierten Wanderweg einfach tragen.

Vorbei an den Dachstein-Dirndln

Vorbei an den Dachstein-Dirndln

Das Gipfelkreuz leuchtet weiß vom Hohen Dachstein herunter, etliche Gipfelaspiranten werden sich heute an diesem Berg versuchen. Wir bleiben „eine Etage tiefer“ und wandern zum Kreuz bei der Dachsteinwartehütte hinüber, von wo sich beste Einblicke in die eindrucksvoll-gefurchte Dachstein-Südwand bieten. Nach Süden fällt der Fels unter unseren Füßen schaurig mehrere hundert Höhenmeter fast senkrecht ab.

Einige Bergsteiger und Tourengeher am Hohen Dachstein

Einige Bergsteiger und Tourengeher am Hohen Dachstein

Der starke Wind lädt nicht unbedingt zum Verweilen ein und auch die Vorfreude auf die nun folgende mehr als 20 Kilometer lange Abfahrt über mehr als 2.000 Höhenmeter lässt und die Schi schon bald wieder anschnallen. Und los geht´s. Herrliche Schneeverhältnisse erwarten uns auf der präparierten Route Richtung Norden. Der Wind hat für einen samtenen Schneeteppich gesorgt.

Abfahrt über einen weichen Schneeteppich auf der präparierten Piste.

Abfahrt über einen weichen Schneeteppich auf der präparierten Piste.

Der Besuch am Dachstein hat eine so große Vielzahl an Naturschönheiten zu bieten, dass es sehr schwierig ist, ein besonderes Highlight hervorzuheben. Einer der landschaftlichen Höhepunkte ist aber jedes Mal wieder das Schöberl, ein markanter Felskegel im Umfeld der Simonyhütte, der wir heute ebenfalls einen Besuch abstatten werden. Nur ein kurzes Stück sind die Ski von der Abzweigung Richtung Osten zu tragen.

Vorbei am markanten Schöberl

Vorbei am markanten Schöberl

Neben der Simonyhütte genießen wir von der lieblichen Dachsteinkapelle den prächtigen Ausblick. Mächtig über uns im Süden die Gletscherhänge. Unter uns im Norden das unendlich scheinende Wellental, durch welches wir uns in der Folge zur Gjaidalm hinunter schlängeln werden.

Bei der Dachsteinkapelle neben der Simonyhütte

Bei der Dachsteinkapelle neben der Simonyhütte

Im untersten Abschnitt war noch zu wenig Schnee, als dass die Route hätte durchgängig präpariert werden können. Dennoch können wir uns nicht erinnern jemals so tolle Pulverschneeverhältnisse genossen zu haben. Bei etlichen der Dachstein-Abfahrer dürfte sich der Genuß ob der gelegentlichen Gegensteigungen in Grenzen gehalten haben. Vor allem Kinder lagen oder saßen immer wieder am Pistenrand im Schnee, weil sie die Kräfte allmählich im Stich ließen.

Hügeliges Hochplateau zwischen Simonyhütte und Krippenstein

Hügeliges Hochplateau zwischen Simonyhütte und Krippenstein

Wahrscheinlich war es dieser geringfügig erhöhte Kraftaufwand, der einen der Abfahrer zu einer Beschwerde verleitete, weil die Route nicht durchgängig gespurt war (Siehe dazu auch eine Beschwerde bei unsere zweiten Abfahrt).

Die nicht durchgängig präparierte Route führte zu so manchem Sturz

Die nicht durchgängig präparierte Route führte zu so manchem Sturz

Bei der Gjaidalm machten aber auch wir Rast. Nicht so sehr aus Müdigkeit, als vielmehr um das schöne Wetter hier heroben noch auszunutzen, ehe wir ins Tal zum Bus hinabfuhren. Und natürlich auch um den köstlichen Topfenstrudel bei der netten, sympathischen Wirtin zu genießen.

Von der Gjaidalm gelangt man mit kurzer Liftunterstützung auf die Schipiste vom Krippenstein nach Obertraun

Von der Gjaidalm gelangt man mit kurzer Liftunterstützung auf die Schipiste vom Krippenstein nach Obertraun

Der letzte Abschnitt führt uns dann auf der Schipiste hinab nach Obertraun auf 600 Meter Seehöhe, wo der Bus für die Rückfahrt bereits auf uns wartet. Einziger Wermutstropfen war die nun fast 2 Stunden dauernde Rückfahrt zur Hunerkogel-Talstation. Aber diese Zeit kann man gut für ein bisschen Dösen nutzen, und auch dazu, die wunderschönen Erlebnisse des heutigen Tages noch einmal Revue passieren zu lassen.

Traumhafte Alpinlandschaft

Traumhafte Alpinlandschaft


Die klassische Rumplertour

Bei unserem 2. Besuch am Dachstein am 12.03.2017 nutzten wir das Rumpler-Ticket (20 Euro) für den Anstieg auf der klassischen Rumplertour. Mit der Seilbahn ging es dieses Mal von Norden auf den Krippenstein. Während wir bei unseren beiden Besuchen im Vorjahr jeweils die völlig überfüllte Frühaufsteher-Gondel um 07:30 Uhr wählten, hatten wir heute mit der ersten „Normal-Gondel“ um 08:30 Uhr wohl die bessere Entscheidung getroffen.

Aufbruch am Krippenstein

Aufbruch am Krippenstein

Die Seilbahn-Gondel war nicht einmal zur Hälfte gefüllt, und ebenso einsam gestaltete sich dann nach der kurzen Abfahrt Richtung Gjaidalm der Aufstieg über die ehemalige Kaserne Oberfeld auf der Rumplerroute. Nicht zu vergleichen mit den Massenaufläufen im Vorjahr. Wieder gab es frischen Pulverschnee, die Route aber bereits bestens gespurt. Eigentlich wollte ich heute weniger fotografieren, schließlich kannten wir das Gebiet bereits gut genug und wir hatten auch keine weiteren „Mitgeher“ bei uns. Aber diesen Vorsatz konnte ich nicht lange einhalten. Zu faszinierend waren die Eindrücke.

Die Rumplertour ist gut gespurt.

Die Rumplertour ist gut gespurt.

Neben den Schitourengehern waren auch ein paar Schneeschuhwanderer Richtung Hunerkogel unterwegs. So sehr ich auch selbst das Schneeschuhwandern schätze, heute aber waren mir die Tourenschi bei weitem lieber.

Ziemlich einsam war unser heutiger Aufstieg auf der Rumplerroute

Ziemlich einsam war unser heutiger Aufstieg auf der Rumplerroute

Anfangs war es ziemlich warm, so dass wir noch glaubten, auf jeden Fall viel zu viel Kleindung mitzuhaben. Doch bald schon mussten wir nach und nach zu unseren Kleidungsreserven greifen. Ziemlich flott – fast überraschend schnell – erreichten wir die auf 2.290 Meter Seehöhe gelegene Talstation des Mitterstein-Sessellifts, dessen Benutzung im „Rumplerticket“ ebenso inkludiert ist, wie auch der nachfolgende Schladminger-Schlepplift hinauf zum Eispalast.

Großartige Landschaftsimpressionen

Großartige Landschaftsimpressionen

Die weitere Abfahrt zurück nach Obertraun folgt eigentlich meiner Beschreibung vom ersten Dachstein-Besuch – mit folgenden Unterschieden:

  • Bei der Dachsteinwartehütte war es fast angenehm mild – was uns zu einem längeren Aufenthalt und dem Füttern der Bergdohlen animierte.
  • Den Aufstieg zur Simonyhütte ersparten wir uns heute ebenso wie die Einkehr bei der gut besuchten Gjaidalm.
  • Die Piste war dank der Schneefälle der letzten Tage heute durchgängig präpariert. Wer wollte, konnte jederzeit ein unverspurtes Fleckerl neben der Piste finden. Völlig unverständlich war uns deshalb das Gesudere eines Abfahrers, weil heute die Route durchgängig gespurt war (Siehe auch Beschwerde vom ersten Besuch).
Freche Bergdohlen fressen bei der Dachsteinwartehütte aus der Hand

Freche Bergdohlen fressen bei der Dachsteinwartehütte aus der Hand


Zusammenfassung: Ich weiß nicht, wie viele gleichartige Fotos ich jetzt schon am Dachstein gemacht habe. Aber solange uns die Landschaft auch weiterhin so fasziniert und in ihren Bann zieht, werde ich wohl auch weiterhin immer und immer wieder Bilder dieser unvergleichlichen, tollen Gegend machen.

Nachfolgend noch eine Liste bisheriger „Dachstein-Winter-Besuche“ (mit Ausgangspunkt am Hunerkogel oder am Krippenstein):

 

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

 

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