Bei den Steinkreisen am Bürserberg

Einen Tag nach den beeindruckenden Erlebnissen bei der Hundeschlittenfahrt mit Husky-Toni waren wir wieder am Bürserberg-Tschengla unterwegs. In der Nacht hatte es zu schneien begonnen und so präsentierte sich das Wetter heute von einer völlig anderen Seite.

Gestern noch milde Frühlingstemperaturen, heute frisch verschneite Landschaft. Und auch den ganzen Tag über hielt der Schneefall an, auch wenn er im Tagesverlauf zunehmend schwächer wurde. Bei der Abfahrt von unserer Unterkunft in Brand waren die Wiesen zwar von Neuschnee bedeckt, die Straßen aber aper.

Aufstieg vom Plateau in Tschengla Richtung Schillersattel.

Aufstieg vom Plateau in Tschengla Richtung Schillersattel.

Das sollte sich bei der Auffahrt auf den Bürserberg aber ändern und der letzte Straßenabschnitt nach den großen Hotels wurde dann tatsächlich zur fahrtechnischen Herausforderung. Ich lobte eben noch meine aktuellen Winterreifen („so gute hatte ich überhaupt noch nie„), und die etwas steilere, schmale Straße näherte sich auch bereits ihrem oberen Ende, wo sie wieder flach zum Wanderparkplatz Tschengla/Ronaalpe ausläuft.

Unterwegs am Klampera Sättele. Im Hintergrund die Mondspitze.

Unterwegs am Klampera Sättele. Im Hintergrund die Mondspitze.

10 Meter noch, 8 Meter – plötzlich drehen die Räder durch. Langsam zurückrollen und nochmal mit Gefühl anfahren. 7 Meter, 5 Meter – Aus. Das Auto rutschte selbständig wieder bergab. Irgendwie konnte ich dann nach rechts wegbiegen – vermutlich ein Parkplatz mit Neuschneedecke. Umdrehen und im Rückwärtsgang problemlos hinauf. Geschafft. Hoffentlich würde das bei der Nachhausefahrt gutgehen. Es ging. Am Nachmittag waren die Straßen trotz leichtem, ganztägigen Schneefall schon wieder aper.

Bei einem markanten Baum verließen wir die Markierung Richtung Schillersattel und folgten dem Forstweg nach Norden.

Bei einem markanten Baum verließen wir die Markierung Richtung Schillersattel und folgten dem Forstweg nach Norden.

So jetzt aber – Schneeschuhe anschnallen. Über die bereits von gestern bekannte Landschaft im Umfeld des Husky-Camps folgten wir, den gestern befahrenen Weg mehrfach abkürzend, einer Markierung bzw. einsamen Schispur Richtung Schillersattel. Der Skitourengeher kam uns bald schon von oben entgegen. Es dürfte in der Nacht vor Einsetzen des Schneefalls noch eine Zeitlang hoch hinauf geregnet haben, denn bis über 1.600 Meter Höhe brach man im neuschneebedeckten Altschnee ein. Darüber aber gab es herrliche Pulver-Verhältnisse auf tragfähigem Harschdeckel.

An der steilen Nordseite der Mondspitze. Tiefblick zur Furklaalpe.

An der steilen Nordseite der Mondspitze. Tiefblick zur Furklaalpe.

Bei einem markanten, abgestorbenen Baum, bei dem wir gestern kurz Halt gemacht hatten, ging es weiter auf der heute von gut 10 Zentimeter Neuschnee bedeckten Forststraße bis zur Nordseite der Mondspitze. Der Aufstieg schien uns aber mit Schneeschuhen zu gefährlich, an einige Stellen waren kleinere Schneerutsche abgegangen und auch die Sicht war alles andere als gut.

Am Klamperschrofen - AlpenYetin: Ist das ein Gipfel? (Denn dann ist da obligatorische Gipfel-Busserl Pflicht ;-) )

Am Klamperschrofen – AlpenYetin: Ist das ein Gipfel? (Denn dann ist da obligatorische Gipfel-Busserl Pflicht 😉 )

Also hielten wir auf den Sattel zu, auf dem gestern mit dem Hundeschlitten der Umkehrpunkt war (auch wenn die Hunde eigenmächtig bereits eine frühere Stelle als „Tourdach“ und Umkehrstelle auserkoren hätten). Waren wir hier am „Klampera Sättele„? (Klingt fast gleich niedlich wie unten am Bürserberg das „Dorflädele“).

Tiefblick auf das 1.200 Höhenmeter niedriger gelegene Nenzing. Der Tiefblick wurde immer wieder von Wolkenschwaden verwehrt.

Tiefblick auf das 1.200 Höhenmeter niedriger gelegene Nenzing. Der Tiefblick wurde immer wieder von Wolkenschwaden verwehrt.

Über dem Sattel eine kleine, einfach besteigbare Hügelkuppe. Klamperschrofen (1.755 Meter hoch) war in der Landkarte verzeichnet. Die AlpenYetin fragt gleich nach: Ist das ein Gipfel? Denn dann ist das obligatorische Gipfel-Bussi Pflicht.

Von hier bot sich – wenn es die Wolken zuließen – ein schöner Tiefblick über Nenzing. Aber noch etwas erregte unsere Neugier. Auf dem weiter östlich gelegenen Hügel, mit 1.753 Meter fast gleich hoch wie der Klamperschrofen, schien ein markanter Turm (Sender?) zu thronen.

Am Schwarzkopf

Am Schwarzkopf

Also von einem Hügel – einfach – runter, und auf den nächsten Hügel – mit etwas mehr Mühe, weil sehr verwachsen – wieder aufwärts. Der Schwarzkopf, so nennt sich die „sendeturmbewachsene“, splendide Hügelkuppe wehrte sich etwas. Aber schließlich gewährte sie uns doch Zutritt.

Und auch hier wieder die Frage: Ist das ein Gipfel? 🙂 .

Bei der Furklaalpe geben die Wolken den Blick frei auf die Mondspitze. Rechts über die weißen Schneefelder sind wir aufgestiegen.

Bei der Furklaalpe geben die Wolken den Blick frei auf die Mondspitze. Rechts über die weißen Schneefelder sind wir aufgestiegen.

Ob es hier heroben war oder an einer anderen Stelle vermag ich nicht mehr zu sagen: Jedenfalls fielen uns aus einiger Höhe und Entfernung die Steinkreise auf. Also abwärts, an der Furklaalpe vorbei und der Wandermarkierung durch Wald über Lichtungen, Schläge und Almwiesen folgend talwärts zur Ronaalpe und weiter zu den geheimnisvollen Steinkreisen.

Neolithisch“ sollen sie sein. Puuh – erst einmal nachgoogeln, was war das noch einmal schnell 😉 . Aber laut Wikipedia sind sie eh nur angeblich „neolithisch“, wurden aber vermutlich erst vor wenigen Jahren dort aufgestellt. Mit dieser Einschätzung werden die Tourismusverantwortlichen wohl keine Freude haben.

Die Steinkreise am Bürserberg

Die Steinkreise am Bürserberg

Aber einerlei, ob angeblich oder wirklich „neolithisch“. Faszinierend sind die Steinkreise allemal.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Fazinierende Steinkreise

Fazinierende Steinkreise

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.

*