Frostiger Anstieg durch die Notgasse

Der heurige Winter 2016/17 hat im Vergleich zum Vorjahr nicht nur früher begonnen, sondern ist auch in der Heftigkeit der Schneefälle sowie der Tiefe der Temperaturen dem vorigen deutlich überlegen. Auch wenn es noch immer „kein Winter wie früher“ ist, wie man so oft hören kann (obwohl ich mich noch gut erinnern kann, dass es auch vor 40 Jahren schon durchaus den einen oder anderen schneearmen Winter gegeben hat).

Vor dem Jahreswechsel waren Schneeschuhe im Gelände - wie hier am Gumpeneck - die bessere Wahl.

Vor dem Jahreswechsel waren Schneeschuhe im Gelände – wie hier am Gumpeneck – die bessere Wahl.

So ist es auch kein Wunder, dass in dieser Wintersaison bereits Anfang Jänner mehr Skitouren in meinem Tourenbuch stehen, als im Vorjahr Mitte Februar. Während ich bis zum Jahreswechsel zur Schonung der Schi noch notgedrungen auf Pistentouren und Schneeschuhwanderungen setzte, steht mittlerweile einer Tour im Gelände nichts mehr im Wege – abgesehen von den Lawinengefahren – aktuell haben wir oberhalb der Waldgrenze in den Nordalpen Lawinenwarnstufe 4 !

Eine besonders schöne, einsame und auch lawinensichere, aber nichtsdestotrotz recht anstrengende Schiwanderung haben wir am 07.01.2017 im Kemetgebirge unternommen.

Durch die Öfen zur Notgasse.

Durch die Öfen zur Notgasse.

Eisige -20,6° Celsius zeigte das Thermometer am Morgen, als wir eine SMS von Bergfex Heli erhielten, er würde heute durch die Notgasse auf den Stoderzinken spuren. -20,2° C waren es noch immer beim Aufbruch, allerdings wurde uns in der Sonne beim Aufstieg durch die Öfen – wie der Durchschlupf zwischen den Felsen von Stoderzinken und Kammspitze heißt – in der trockenen Kälte rasch warm.

Auf der Forststraße Richtung Rahnstube.

Auf der Forststraße Richtung Rahnstube.

Kein Vergleich mit dem Kältegefühl am nächsten Tag, als wir bei -5°C im Wind bei leichtem Schneefall am Kochofen erheblich mehr froren. Auf der Route Richtung Rotwandschlag führten bereits einige Schispuren hinauf (und herunter).

Am nächsten Tag: Spuren auf der Forststraße auf den Kochofen.

Am nächsten Tag: Spuren auf der Forststraße auf den Kochofen.

Wer im Kemetgebirge unterwegs ist, darf keine rauschenden Abfahrten erwarten. Es ist vielmehr die stille Abgeschiedenheit, welche den Reiz dieser Gegend ausmacht. Wir waren angesichts der Schneemengen froh, den Spuren von Heli folgen zu können (auch wenn sie die eine oder andere „seltsame“, abrupte Richtungsänderung machten ;-).

Aufstieg durch die Notgasse

Aufstieg durch die Notgasse

Die große Kälte machte den Schnee irgendwie „stumpf“, so dass wir auf unserer mehr als 18 Kilometer langen Route auch bergab einiges zu schieben hatten. Besondere Eindrücke gibt es auf dieser atypischen Schitour vor allem in der engen Felsschlucht der Notgasse zu bewundern, auch wenn die altertümlichen Felsbilder im Winter größtenteils unter dem Schnee verborgen liegen.

Beim oberen Ausgang der Notgasse

Beim oberen Ausgang der Notgasse

Vom oberen Ausgang der Notgasse folgen wir der Spur noch ein Stück über die G. Wiesmahd zur Hochwiesmahd und ein Stück weiter, ehe wir uns wieder auf den Rückweg machten.

Fast auf den Tag genau bin ich übrigens auch 2011 auf Schneeschuhen durch die Notgasse abgestiegen.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

 

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