Lange Wege auf den Talkenschrein

Mindestens ein bis zwei Dutzend Wanderer haben wir am 25.09.2016 am Talkenschrein-Gipfel in den Rottenmanner- und Wölzer Tauern angetroffen. Doch von Norden über die lange Route von Donnersbachwald waren wir die einzigen. Soweit wir das überblicken bzw. erfragen konnten kamen die übrigen Wanderer aus Süden über die Neunkirchner Hütte, die wir vor 10 Jahren auf unserer höhenmeterreichen Wanderung auf Schoberspitze, Rettlkirchspitze und Hochstubofen gestreift haben.

Lange Anstiege aus dem Norden auf den Talkenschrein

Lange Anstiege aus dem Norden auf den Talkenschrein

Wandertouren im Umfeld des Talkenschrein (rot = aktuelle Tour) (Klick zur Vergrößerung)

Wandertouren im Umfeld des Talkenschrein (rot = aktuelle Tour) (Klick zur Vergrößerung)

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Noch länger als unser heutiger Anstieg war der Routenverlauf, den ich 2008 von Mößna im Großsölktal über den Talkenschrein zum Alker wählte. Aber kommen wir zurück zur Wanderroute mit dem Ausgangspunkt bei der Mengbrücke in Donnersbachwald. Einmal war ich auf dieser Route bereits unterwegs – damals aber mit Tourenski. Auch von meiner Skitour auf das Laubtaleck war mir das Gebiet im unteren Abschnitt bereits bekannt, aber wieder nur mit „Schneeauflage“.

Über die Schwarzaalm Richtung Alker. Aufstieg rechts herum, Abstieg links herunter.

Über die Schwarzaalm Richtung Alker. Aufstieg rechts herum, Abstieg links herunter.

Ingrid kannte die Gegend noch gar nicht und auch ich wollte mich nun einmal bei aperen Verhältnissen hier umsehen. Sowohl beim Aufbruch als auch beim Rückweg wurde unsere Wanderung zwischen Riedleralm und Schwarzaalm und darüber hinaus vom eindrucksvollen Röhren etlicher Hirsche begleitet. Man hatte den Eindruck, alle 200 Meter müsste ein kapitaler Hirsch in den Büschen versteckt sein.

Auf der Forststraße zum Schwarzaboden.

Auf der Forststraße zum Schwarzaboden.

Das lockte auch einige Geländewagen zum Schwarzaboden, von wo die Wandermarkierung nun steiler über Hohlwege und Waldsteige bergwärts führt. Bei der Weggabelung Idlereckscharte-Blaufeldscharte folgen wir der Route Richtung Süden um die Westseite des Alker herum. Ein Schild weist auf Steinschlaggefahr hin.

Steinschlaggefahr auf der Westseite des Alker.

Steinschlaggefahr auf der Westseite des Alker.

Herrliche Impressionen empfangen uns, als wir vom nordseitigen Schatten auf das sonnenbestrahlte Plateau zwischen Alker und Gamskarspitze sowie dem bereits von einigen Schitouren bekannten Hochwart treffen. Auch ein paar Gämsen gefällt dieses Gebiet. Einige fotogene Lacken mit tollen Spiegelungen verleiten zur einen oder anderen längeren Fotopause. Weiter oben erkennen wir jetzt die ersten von Süden herauf kommenden Wanderer am Schlussanstieg auf den Talkenschrein.

Ausblick zum Hochwart (rechts) - einem tollen Schiberg.

Ausblick zum Hochwart (rechts) – einem tollen Schiberg.

In der Idlereckscharte wird der Ausblick frei zu den höchsten Gipfeln der Rottenmanner und Wölzer Tauern – die sich bloß um einen Meter unterscheidenden Erhebungen von Greim und Rettlkirchspitze. Aber auch Krautwasch und Melleck liegen eindrucksvoll vor uns. Und natürlich auch der heuer bereits besuchte Hochstubofen. Und dahinter beginnen dann schon bald die unzähligen Gipfel der Schladminger Tauern.

Ausblick von der Idlereckscharte Richtung Westen, wo etliche Wanderer von Süden heraufkommen.

Ausblick von der Idlereckscharte Richtung Westen, wo etliche Wanderer von Süden heraufkommen.

Wie bereits erwähnt, alleine waren wir nicht beim Gipfelkreuz am Talkenschrein. Durchaus amüsant gestalten sich die Gespräche manch anderer Gipfelstürmer, wenn beispielsweise eine Wanderin einen bequemen Rastplatz für sich reklamiert, weil sie bereits beim letzten Besuch hier gesessen sei oder ein Mann und seine Frau darüber diskutieren, ob zuerst der Tee oder der Schnaps getrunken werden soll 🙂 .

Beim Gipfelkreuz am Talkenschrein.

Beim Gipfelkreuz am Talkenschrein.

Nach kurzer Pause verlassen wir das Getümmel wieder. Weglos steigen wir Richtung Südosten ab – teilweise etwas steiler – um zum Schobersee hinüber zwu wandern. Von hier drehen wir wieder Richtung Norden zum Zagelsee, der einem „zerfransten Schmetterling“ ähnelt. Den Abstieg zum tiefblau herauf leuchtenden Fischegelsee ersparen wir uns dann aber doch und begnügen uns stattdessen mit seinem Anblick.

Tiefblick zum Zagelsee am Weg zum Schobersee

Tiefblick zum Zagelsee am Weg zum Schobersee

Es folgt ein weiterer Anstieg hinauf zur Blaufeldscharte und zwischen Alker und Laubtaleck geht es zurück zur bereits vom Morgen bekannten Schwarzaalm, die nun aber in der milden Herbstsonne liegt, welche die Bäume, Büsche und Gräser in den typischen Herbstfarben zum Leuchten bringt. Ja und dann kommt wieder das Hirschröhren am Weg zurück zum Auto.

Impressionen beim Schobersee

Impressionen beim Schobersee

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Zum Fischegelsee sind wir nicht mehr abstiegen.

Zum Fischegelsee sind wir nicht mehr abstiegen.

Anstieg in die Blaufeldscharte

Anstieg in die Blaufeldscharte

Panoramablick vom Talkenschrein. Links die Schoberspitze (Klicke zur Vergrößerung)

Panoramablick vom Talkenschrein. Links die Schoberspitze (Klicke zur Vergrößerung)

 

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