Auf den Namensgeber der Ankogelgruppe

Vor 2 Tagen noch sind wir auf Meereshöhe unterwegs gewesen. Heute (26.08.2016) ging es auf den 3.252 Meter hohen Ankogel. Er ist zwar nicht der höchste Gipfel der Ankogelgruppe, dieser Titel gebührt der 108 Meter höheren Hochalmspitze, dafür aber ihr Namensgeber.

Auf der Arnoldhöhe

Auf der Arnoldhöhe

Von Mallnitz fahren wir hinauf zur Talstation der Ankogelbahn auf ca. 1.270 Meter Höhe. Wir wählten das Ticket über „3 Strecken“, da wir vorhatten, vom Ankogelgipfel bis zur Mittelstation hinab zu wandern, um den schönen Tag möglichst optimal auszunutzen.

Ankogelbahn-Bergstation links unten - etwas oberhalb das neue Hannoverhaus

Ankogelbahn-Bergstation links unten – etwas oberhalb das neue Hannoverhaus

Für den Aufstieg nahmen wir das Angebot der bequemen Beförderung aber gerne bis zur Bergstation in Anspruch. Natürlich ist man an einem prächtigen Schönwettertag hier nicht alleine. Aus diesem Grund stiegen wir auch zunächst entgegen der „Massenströmung“ zum nahen Mausoleum auf der 2.720 Meter hohen Arnoldhöhe hinauf und genossen von hier den Ausblick über unzählige Bergspitzen sowie den Nebel, der am frühen Vormittag die Täler noch verhüllte.

Mausoleum auf der Arnoldhöhe

Mausoleum auf der Arnoldhöhe

Entgegen unseren diversen Wanderkarten befindet sich hier kein altes Hannoverhaus mehr – dieses ist am 02.08.2014, vermutlich nach einem Blitzschlag, einem Brand zum Opfer gefallen (hätte aber ohnedies abgetragen werden sollen).

Über das Steinerkreuz zur Grauleitenspitze

Über das Steinerkreuz zur Grauleitenspitze

Von der Arnoldhöhe führt der Weg dann etwa 50 Höhenmeter abwärts bis zur einer Weggabelung: Zeitlich sollten es sich ausgehen, dass wir vor dem Aufstieg auf den Ankogel auch der über das „Steinerkreuz“ (Gedenkkreuz an Kamillus Steiner, abgestürzt am 31.8.1974) erreichbaren Grauleitenspitze einen Besuch abstatten. Immerhin 2.891 Meter hoch ist dieser einfach zu ersteigende Gipfel, dessen höchster Punkt von etlichen Steinmandl-Kunstwerken geziert wird.

Ingrid am Gipfel der Grauleitenspitze

Ingrid am Gipfel der Grauleitenspitze

Im Hintergrund der Großglockner

Im Hintergrund der Großglockner

In der Ferne erkennen wir Wanderer beim Queren eines Firnfeldes (Lassacher Kees) an der Südwestseite des Kleinen Ankogels. Keine Ahnung, ob es möglich wäre von der Grauleitenspitze direkt in die Radeckscharte abzusteigen – wir sahen definitiv keinen gangbaren Weg. Also geht´s zunächst wieder zurück unter die Arnoldhöhe. Danach folgen wir dem unschwierigen Wanderweg Richtung Osten.

Wanderer beim Queren des Firnfeldes unterhalb des Westrückens, auf dem der Weg auf den Kleinen Ankogel führt (linker Bildbereich).

Wanderer beim Queren des Firnfeldes unterhalb des Westrückens, auf dem der Weg auf den Kleinen Ankogel führt (linker Bildbereich).

Die Orientierung ist einfach, der Weg auf den Ankogel nicht zu verfehlen. Und man ist hier ohnehin nicht alleine unterwegs. Nach einer Weggabelung (wir halten uns links) führt der Steig weiter über Blockgestein und das bereits erwähnte Lassacher Kees bis zum Ansatz des Ankogel-Westrückens. Diesem Rücken folgend gelangt man hinauf auf den Kleinen Ankogel, der für uns eigentlich nicht als eigenständiger Gipfel erkennbar ist.

Über Steinfelder auf den Ankogel

Über Steinfelder …

... und ein Firnfeld auf den Ankogel.

… und ein Firnfeld auf den Ankogel.

Aber durch die separate Benennung dieses „Vorplateaus“ haben auch alle jene einen Dreitausender (3.097 Meter), die sich den Weiterweg nicht mehr zutrauen. Denn ab dem Kleinen Ankogel wird der Steig nun doch deutlich anspruchsvoller. Bei trockenen Verhältnissen zwar nicht allzu schwierig, aber die teilweise Ausgesetztheit des steilen, erdig-steinigen Weges erfordert doch Trittsicherheit und Schwindelfreiheit und bei der einen oder anderen Stelle die Zuhilfenahme der Hände.

Ausblick vom Kleinen Ankogel über das nach Böckstein führende Anlauftal

Ausblick vom Kleinen Ankogel über das nach Böckstein führende Anlauftal

Belohnt wird man beim Gipfelkreuz am Ankogel dann mit einem fulminanten Ausblick. Vor allem die sogenannte „Tauernkönigin“ – die Hochalmspitze – zieht den Blick in ihren Bann.

Großartiger Ausblick vom Ankogel zu Hochalmspitze

Großartiger Ausblick vom Ankogel zu Hochalmspitze

Am Gletscher im Nordwesten erkennen wir 2 Bergsteiger als kleine Punkte. Wenig später werden sie über die Nordseite zum Gipfelkreuz heraufkommen. Mehr als 4 Wanderer sind neben uns aber nie gleichzeitig am Gipfel. Jetzt erst ahnen wir den Grund dafür: Die Zeit ist bereits ziemlich fortgeschritten. Da wir ja noch „eine offene Strecke“ mit der Seilbahn fahren dürfen, müssen wir uns wieder auf den Abstieg machen.

Ankogel-Gipfelkreuz

Ankogel-Gipfelkreuz

Dabei nutzen wir das Firnfeld für eine Abkürzung – während über uns hinweg ein Hubschrauber einige Runden dreht und dann nicht weit von uns entfernt landet. Später erfahren wir, dass einer Wanderin die heutige Hitze zuviel wurde und sie eine Kreislaufschwäche erlitt.

Hubschrauber auf einem kleinen Plateau in Bildmitte

Hubschrauber auf einem kleinen Plateau in Bildmitte

Wegen genau dieser Hitze wollten wir auch den oberen Seilbahn-Abschnitt bis zur Mittelstation zu Fuß bewältigen, denn unten würde es noch heißer werden. Aber trotz Laufschritt über weitere Strecken erreichten wir die Mittelstation in etwa 1.940 Meter Seehöhe erst 3 Minuten, nachdem die letzte Gondel ins Tal abgefahren war.

 

Stappitzer See - Blick durch die Gondelscheibe bei der Abfahrt ins Tal

Stappitzer See – Blick durch die Gondelscheibe bei der Abfahrt ins Tal

Wir hatten aber Glück: Auf Grund des Hubschraubereinsatzes weiter oben gab es einige Personen (Bergretter, Begleiter der Patientin), die mit einer „Sondergondel“ ins Tal abfahren konnten – wir schlossen uns dankbar an.

Fazit der Tour:

Den Ankogel hatten wir uns jetzt schon mehrere Jahre vorgenommen – heuer hat es gepasst. Bei günstigen Verhältnissen läßt sich dieser Dreitausender erstaunlich einfach besteigen. Aber selbst wer sich den letzten Anstieg nicht mehr zutraut kann vom Kleinen Ankogel oder der Grauleitenspitze oder Arnoldhöhe aus großartige Ausblicke genießen.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Nebelfelder am Morgen

Nebelfelder am Morgen

 

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