Zum Gipfelkreuz am Mittereck

Bei meinem letzten Besuch am Mittereck in den östlichen Schladminger Tauern am 16. Oktober 2007 war es dort oben noch sehr einsam. Das könnte einerseits daran gelegen haben, dass Mitte Oktober generell weniger Wanderer unterwegs sind als Mitte August (unsere heurige Tour fand am 14.08.2016 statt).

Eine viel plausiblere Erklärung dürfte allerdings sein, dass das neue Gipfelkreuz jetzt deutlich mehr Bergfreunde anzieht. Denn im Jahr 2007 zierte nur ein ausgewachsenes Stoamandl den höchsten Punkt des 2.469 Meter hohen Gipfels.

Rot der Routenverlauf vom 14.08.2016 aus der Kleinsölk über die Tuchmoaralm. Blau meine Route vom Oktober 2007 mit Ausgangspunkt bei St. Nikoklai im Großsölktal

Rot der Routenverlauf vom 14.08.2016 aus der Kleinsölk über die Tuchmoaralm. Blau meine Route vom Oktober 2007 mit Ausgangspunkt bei St. Nikoklai im Großsölktal

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Ein weitere Wandertour in dieser Gegend war unsere Gjoadeck-Überschreitung im August 2004.

Beim morgendlichen Aufbruch auf der Forststraße zur Tuchmoaralm

Beim morgendlichen Aufbruch auf der Forststraße zur Tuchmoaralm

Unsere heurige Tour nahm ihren Ausgang beim kleinen Parkplatz an der Weggabelung Striegleralm – Tuchmoaralm, dort wo ein Schranken die Auffahrt auf der Forststraße zur Tuchmoaralm verhindert. Zumindest für jene, die sich nicht in der glücklichen Lage befinden, über einen entsprechenden Schlüssel verfügen können, so wie es heute bei mindestens 15 bis 20 Autobesitzern der Fall war.

Ein Auto nach dem anderen brauste staubaufwirbelnd an uns vorbei und wir dachten schon an ein Almfest oder eine Bergmesse ob des starken Andrangs. Aber auch zu Fuß haben wir für den moderat ansteigenden 4 Kilometer langen Zustieg auf 400 Höhenmetern keine Stunde benötigt.

Die letzten Schneefälle liegen noch nicht lange zurück (schließlich haben wir Hochsommer)

Die letzten Schneefälle liegen noch nicht lange zurück (schließlich haben wir Hochsommer)

Nach der Tuchmoaralm allerdings geht es steil zur Sache. Das Steiglein windet sich aber derart geschickt über unzählige Kehren die Wiesenhänge hinauf, dass man deren Steilheit nie wirklich spürt – und beim Abstieg ist es ein Genuß, am weichen, trockenen Waldboden talwärts zu schreiten. Trotz Hochsommer und Schönwetter war es bisher fast kühl (schließlich hatte es vor wenigen Tagen in den Hochlagen noch geschneit) – das änderte sich schlagartig, als wie in die Sonne kamen.

Und dann kam das erste Highlight der heutigen Tour ins Blickfeld: Der Seekarlsee – dessen Farbe man eher in der Karibik als in den Alpen vermuten würde. Welch ein Farbenkontrast auch zur letzten Wanderung, wo dichte Nebelschwaden lange Zeit den Ausblick verwehrten und für Frösteln sorgten. Sozusagen vom Fluch des Elendbergs zu den Farben der Karibik – in Luftlinie kaum 17 Kilometer voneinander getrennt.

Das See-Ufer wird bevölkert von etlichen kleineren und größeren Grüppchen von Wanderern. Fotoapparate klicken fast pausenlos.

Herrliche Farbe des Seekarlsees

Herrliche Farbe des Seekarlsees

Unsere weitere Route führt uns hinauf in die Seekarlscharte auf 2.302 Meter Seehöhe. Von hier ist es nicht mehr weit auf den Gipfel, der heute – wie bereits erwähnt – sehr gut besucht ist.

Ingrid ist schon oben und es zeichnet sich ab: Wir sind nicht allein

Ingrid ist schon oben und es zeichnet sich ab: Wir sind nicht allein

Der Grund für den starken Andrang am Mittereck dürfte das neue Gipfelkreuz sein.

Gipfelkreuz am Mittereck - vom Juni 2016

Gipfelkreuz am Mittereck – vom Juni 2016

Ungeachtet der vielen Besucher gönnen wir uns – etwas abseits – ein längeres Schläfchen in der Sonne. Und so ergibt es sich, dass wir später sogar ganz alleine am Gipfel verweilen und anschließend in aller Ruhe den tollen Ausblick genießen können.

Panoramablick Richtung Westen (Klick zur Vergrößerung)

Panoramablick Richtung Westen (Klick zur Vergrößerung)

Direkt unter uns liegt die Tuchmoaralm. Kaum zu glauben, dass das mehr als 900 Höhenmeter sind.

Tuchmoaralm

Tuchmoaralm

Der besondere Blickfang aber auch aus dieser Höhe: Der Seekarlsee, flankiert von vielen Wanderern.

Tiefblick zum Seekarlsee

Tiefblick zum Seekarlsee

Beim Abstieg von der Seekarlscharte zurück zum Seekarlsee.

Die Seekarlseen

Die Seekarlseen

Bei unserer Rückkehr zum Seekarlsee haben sich gerade 2 Wanderer zu einem kurzen Bad ins erfrischende kühle Nass auf 2.140 Meter Seehöhe gewagt.

"Badegäste" im Seekarlsee - im Hintergrund die hellen Kalkfelsen des Dachsteingebirges

„Badegäste“ im Seekarlsee – im Hintergrund die hellen Kalkfelsen des Dachsteingebirges

Diese lohnenswerte Wanderung war für die nächsten 2 Wochen unsere letzte in den Alpen. Denn dann ging es südwärts auf die Insel Krk. Und auch dort sollten wir tolle „Karibik-Impressionen“ genießen können (mehr davon im nächsten Bericht).

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Erfrischendes Bad im Seekarlsee

Erfrischendes Bad im Seekarlsee

 

 

 

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