Vom Gosausee zum Gosaugletscher

Die heutige (21.07.2016) Wandertour teilte sich sowohl landschaftlich als auch wettermäßig in verschiedene Abschnitte.

Bestes Wanderwetter mit tiefblauem Himmel und strahlendem Sonnenschein beim Start beim Vorderen Gosausee. Obwohl – vom strahlenden Sonnenschein bekamen wir im nordwestseitig ausgerichteten Taleinschnitt am ersten Streckenabschnitt nicht viel mit.

Neben dem Vorderen Gosausee Richtung Südosten in den Talschluß. Unser Tourenziel - der Große Gosaugletscher liegt noch in weiter Ferne.

Neben dem Vorderen Gosausee Richtung Südosten in den Talschluß. Unser Tourenziel – der Große Gosaugletscher liegt noch in weiter Ferne.

Dementsprechend rasch versuchten wir, diesen Wegabschnitt hinter uns zu bringen, zumal dort in der Ferne der Große Gosaugletscher umringt von eindrucksvollen Berggipfeln lockte. Derart angespornt waren wir im Talschluss beim Hinteren Gosaussee verwundert, wie schnell wir die knapp 6 Kilometer und mehr als 200 Höhenmeter hinter uns gebracht haben.

Sonne beim Hinteren Gosausee. Auf der rechten Bildseite: Das Tor in eine andere Welt?

Sonne beim Hinteren Gosausee. Auf der rechten Bildseite: Das Tor in eine andere Welt?

Hier beim Hinteren Gosausee empfing uns die Sonne. Sie und eine noch etwas steife und deshalb warnend pfauchende Kreuzotter.

Kreuzotter beim Hinteren Gosausee

Kreuzotter beim Hinteren Gosausee

Beim Hinteren Gosausee beginnt der Weg nun ordentlich zu steigen. In vielen Serpentinen schlängelt sich das Steiglein geschickt über steile Felspassagen bergwärts. Bei der am Ostufer des Sees liegenden Hohen Holzmeisteralm werden wir am Nachmittag über eine alternative Abstiegsroute wieder herunterkommen.

Bereits jetzt am frühen Vormittag kamen uns etliche Absteiger von der Adamekhütte entgegen.

Tiefblick zu den Gosauseen. Von Westen ziehen bereits erste Wolken heran.

Tiefblick zu den Gosauseen. Von Westen ziehen bereits erste Wolken heran.

Wir genießen die herrlichen Tiefblicke über die Gosauseen, müssen aber leider feststellen, dass sich die aus Westen angekündigten Wolken jetzt doch früher heranpirschen, als vorhergesagt. Noch aber – bis ca. gegen 10:00 Uhr morgens – können wir uns über eindrucksvolle Felsimpressionen erfreuen.

Felsimpressionen

Felsimpressionen

Vorbei an der „Grobgesteinhütte“ (1.638) zum Wegpunkt „Am Hohen Riedl“ (1.809). Die Landschaft wird zunehmend karger, felsiger. Grau ist die dominierende Farbe – nun recht rasch auch am Himmel. Innerhalb weniger Minuten bedecken dichte Wolken den vor kurzem noch so schön-blauen Himmel.

Noch ist es grün im Gelände und blau am Himmel. Beides sollte sich jetzt rasch ändern.

Noch ist es grün im Gelände und blau am Himmel. Beides sollte sich jetzt rasch ändern.

Vorbei an der Weggabelung Hoßwandscharte-Adamekhütte. Jetzt wählen wir einmal die Route zur Adamekhütte, beim Abstieg werden wir dem Weg dann ein kurzes Stück Richtung Hoßwandscharte folgen.

Die Adamekhütte kommt ins Blickfeld. Zumindest soweit es die Wolken erlauben.

Die Adamekhütte kommt ins Blickfeld. Zumindest soweit es die Wolken erlauben.

Adamekhütte im Nebel

Adamekhütte im Nebel

Vorbei an der Adamekhütte folgen wir dem blau gekennzeichneten Gletscherweg in einer Mondlandschaft. Die Sichtweite beträgt zeitweise nur wenige Meter.

Eintauchen in den Nebel am blau markierten Gletscherweg zum Großen Gosaugletscher

Eintauchen in den Nebel am blau markierten Gletscherweg zum Großen Gosaugletscher

Über glattgeschliffene Felsen und Schuttgestein gelangen wir zum Rand des Großen Gosaugletschers. Allerorts hört man Gurgeln und Plätschern kleinerer Bäche, die aus dem Gletscher austreten. Stellenweise weiß man nicht, befindet man sich noch in einem Schuttfeld oder bereits auf dem sandbedeckten schwarz-schimmernden Gletschereis.

Kleine Bächlein sprudeln aus dem Gletschereis.

Kleine Bächlein sprudeln aus dem Gletschereis.

Wolkenfetzen ziehen über den Gletscher. Kurz geben sie den Blick frei auf die steil aufragenden Felswände der umliegenden Gipfel, nur um kurz danach wieder alles einzuhüllen und zu verbergen.

Am Gosaugletscher: Eis, Schuttfelder, glattgeschliefene Felsplatten und schroffe Gipfel

Am Gosaugletscher: Eis, Schuttfelder, glattgeschliefene Felsplatten und schroffe Gipfel

Erst als uns der auffrischende Wind schön langsam wieder zum Gehen antrieb, lichteten sich die Wolken und wir bekamen zumindest ansatzweise Eindrücke, wie schön die Landschaft hier ist (wenn nur der Anmarsch nicht so lange wäre).

Bei unserer Umkehr wird es allmählich wieder klarer. "Schee war´s wenn´s schee war".

Bei unserer Umkehr wird es allmählich wieder klarer. „Schee war´s wenn´s schee war“.

Beim Rückweg an der Adamekhütte vorbei, meinte das Wetter, es müßte ein paar Tropfen ausleeren. Aber nur kurz und sehr wenig und bei unsere Abzweigung Richtung Hoßwandscharte war das ganze auch schon wieder vorbei, so dass wir getrost den langen Umweg Richtung Nordwesten in Angriff nehmen konnten.

Über gut markierte, glatte Felsplatten. Blick zurück zum Gosaugletscher.

Über gut markierte, glatte Felsplatten. Blick zurück zum Gosaugletscher.

Bei meinem ersten Besuch an diesem Ort bei der Wandertour über den Hohen Ochsenkogel auf das Niedere Kreuz konnte ich die eindrucksvollen, glatten Felsplatten in einem besseren Licht bewundern. Aber auch heute konnten uns die Zeugnisse des einstigen Meeres begeistern.

Wir schreiten über glatte Felsplatten - gesäumt von unzähligen "Kuhtritt"-Muscheln.

Wir schreiten über glatte Felsplatten – gesäumt von unzähligen „Kuhtritt“-Muscheln.

Schon bald stehen wir wieder vor einer Weggabelung. Der Weg Richtung „Beim Kreuz“ war mir bereits von meiner Bergtour auf Hoßwand und Hoßkogel bekannt. Nicht mehr in Erinnerung war mir die Tatsache, dass dieser Wegabschnitt als „Schwer“ gekennzeichnet ist.

Wegabschnitt zum "Kreuz", bei dem man lange Zeit auf gleichbleibender Höhe unterwegs ist.

Wegabschnitt zum „Kreuz“, bei dem man lange Zeit auf gleichbleibender Höhe unterwegs ist.

Bei der Weggabelung „Beim Kreuz“, bei der ich am 24.08.2009 Richtung Norden (und später Osten) nach Hallstatt abgestiegen bin, folgten wir heute dem Routenverlauf nach Süden. Endlich wieder ein neues, noch unbekanntes Wegstück. Und eines das sich in der Folge als landschaftlich wirklich sehr schön herausstellen sollte.

Interessantes Gelände beim Abstieg zum Hinteren Gosausee

Interessantes Gelände beim Abstieg zum Hinteren Gosausee

Bald schon können wir erste Tiefblicke zum Hinteren Gosausee erhaschen, die uns ebenso begeistern wie die Blicke bergwärts Richtung höchster Dachsteingipfel, dort wo wir vor wenigen Stunden noch oben standen, auf Grund der Wolken aber leider nicht viel sahen.

Tiefblicke zum Hinteren Gosausee

Tiefblicke zum Hinteren Gosausee

Dachsteinblick

Dachsteinblick

In der Folge schlängelt sich das Steiglein angenehm durch den Wald und schon bald stehen wir unten beim Hinteren Gosausee, wo wir in der Nähe der Hohen Holzmeisteralm das erste Mal heute eine kleine Pause machen (abgesehen vom Fotografier-Aufenthalt am Gosaugletscher). Und hier schließt sich auch unser Rundweg wieder.

Rast am Hinteren Gosausee

Rast am Hinteren Gosausee

Nachdem es bis kurz nach 10:00 Uhr bestes Wanderwetter gab und danach bis etwa 14:30 Uhr dichte Wolken dominierten folgte ca. 3 Stunden wieder Sonnenschein, der erst bei unserem Weg zurück zum Ausgangspunkt wieder von vermehrt aufkommenden Wolken behindert wurde.

Letzter Blick zurück zur Hohen (Hinteren) Holzmeisteralm

Letzter Blick zurück zur Hohen (Hinteren) Holzmeisteralm

So abwechslungsreich wie das Wetter waren auch die heutigen großartigen Landschaftsimpressionen und Wandererlebnisse.

Die Gosaulacke – zwischen Hinterem und Vorderem Gosausee gelegen – ist derzeit wohl einiges größer als „normal“ bzw. als in den Karten verzeichnet. Am Vorderen Gosausee vorbei, wo ein Sportklettersteig mittels langer Hängeleiter über eine überhängende Wand beschritten werden muss.

Zurück beim Vorderen Gosausee. Weit im Hintergrund der Gosaugletscher.

Zurück beim Vorderen Gosausee. Weit im Hintergrund der Gosaugletscher.

Gosaugletscher im Zoom-Blick

Gosaugletscher im Zoom-Blick

Insgesamt waren wir an diesem Tag 11 Stunden unterwegs. Und jede von ihnen lohnend, auch wenn uns das Wetter nicht immer gnädig gestimmt war.

Der Routenverlauf ab dem Hinteren Gosausee

Der Routenverlauf ab dem Hinteren Gosausee

Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV – Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

1.600 Höhenmeter und 33 Kilometer mussten unsere Haxn aushalten. Insbesondere der Umweg zum „Kreuz“ war etwas mühsam (u.a. latschenverwachsene Felsspalten und spitze, zerfressene Felsplatten) und bei der AlpenYetin nicht ganz sturzfrei (nur Abschürfungen). Aber das abwechslungsreiche Gelände ist derart eindrucksvoll, dass ich hoffe, dass wir bald wieder einmal hier unterwegs sein können. Allerdings nur bei stabilem Wetter.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Gosaugletscher

Gosaugletscher

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