Skitouren-Abschluss in Tirol – Teil III

7. Mai 2016 – unser dritter Schitag am Hintertuxer Gletscher. Während wir vor 2 Tagen bei den Gefrorenen-Wand-Spitzen den höchsten Punkt des Schigebietes erreichten und gestern vom Tuxer-Ferner-Haus ausgehend den 3.254 Meter hohen Falschen Kaserer besuchten, haben wir heute das Gletschergebiet genaugenommen gar nicht bestiegen, auch wenn es wieder einige Parallelen zu den Vortagen gab.

  • Der Wecker läutete zeitgleich mit den Kirchturmglocken um „Null Sechshundert“. Heute waren die „Haxn“ aber noch eine Spur müder als gestern und es wäre uns nicht unrecht gewesen, wenn uns einige Wolken eine Ausrede geboten hätten, noch ein bisschen im Bett verbleiben zu können.
  • Das Wetter war aber „gnadenlos“: Blau und wolkenlos strahlte der Himmel über dem weiß glänzenden Gletscher.
  • Wieder gab es das Gedränge bei der Seilbahn zu erdulden – aber entweder hatten wir uns schön langsam daran gewöhnt oder heute waren weniger Leute unterwegs als an den beiden vorangegangen Tagen.
Unterwegs zwischen den Zillertaler und Tuxer Alpen

Unterwegs zwischen den Zillertaler und Tuxer Alpen

Bei der Seilbahn-Karte haben wir neuerlich ein wenig abgerüstet. Um 11 Euro „irgendwas“ gibt es die Berg- und Talfahrt zur Sommerbergalm. Von dort auf etwas über 2.000 Meter Seehöhe geht es direkt mit den Tourenski los – zunächst wieder auf der bereits von gestern bekannten Route über das schon eingestellte Schigebiet Richtung Westen.

Aufstieg von der Sommerbergalm vorbei am Tuxer-Joch-Haus

Aufstieg von der Sommerbergalm vorbei am Tuxer-Joch-Haus

Von der Bergstation am Tuxer Joch, dort wo wir gestern am späteren Nachmittag wieder umkehrten, geht es unschwierig über hügeliges Gelände weiter nach Süden. Hier hatten wir die einzige Menschenbegegnung des heutigen Tages – ein Skitourengeher machte sich bereits wieder auf zur Abfahrt hinab zur Sommerbergalm. Über einen letzten Schlußhang geht es hinauf zum Gipfelkreuz auf der Weißen Wand – einem herrlichen Aussichtspunkt:

Gipfelkreuz auf der Weißen Wand

Gipfelkreuz auf der Weißen Wand

Südöstlich tummeln sich die Schifahrer am Hintertuxer Gletscher. Im Nordosten der grüne Taleinschnitt des Tuxertales, wo wir unsere Unterkunft bezogen haben, darüber die schneebedeckten Gipfel der Tuxer Alpen. Im Süden beeindruckende Gipfelblicke in die Zillertaler Alpen und im Westen reihen sich die Gipfel der Stubaier Alpen aneinander.

Ausblick von der Weißen Wand ins grüne Tuxertal

Ausblick von der Weißen Wand ins grüne Tuxertal

Von der Weißen Wand ist es nicht mehr weit zur Frauenwand (2.541 Meter hoch). Wegen des leicht spürbaren Windes fahren wir aber gleich wieder ein Stück Richtung Weiße Wand ab, um uns zwischen den beiden Erhebungen eine „Schlafstätte“ zu schaufeln, wo wir uns ein gutes Stündchen zu einem Schläfchen niederlassen.

Beim Tuxer-Joch-Haus

Beim Tuxer-Joch-Haus

Bei dem heutigen Prachtwetter und den warmen Temperaturen war der Schnee bei unserem Aufbruch natürlich schon ziemlich weich. Auf sonnenabgewandten Hängen aber ließ es sich noch immer gut gleiten und so beschlossen wir, vom Tuxer-Joch-Haus noch ein kleines Stück in das Weitental hinabzufahren.

Wiederanstieg vom Weitental zum Tuxer Joch

Wiederanstieg vom Weitental zum Tuxer Joch

Wie bereits erwähnt war weitum keine Menschenseele zu entdecken. Aber immer wieder machten Murmeltiere mit ihren Warnrufen auf sich aufmerksam. Bei näherer Betrachtung gab es zahlreiche Löcher im Schnee und dazwischen Trippelspuren, welche die Höhlen miteinander verbanden.

Murmeltiere sind bereits eifrig zugange

Murmeltiere sind bereits eifrig zugange

Neuerlicher Aufstieg vom Weitental zum Tuxer Joch, wo wir eine weitere Schlafpause in der angenehmen Frühlingssonne genossen, ehe wir am späteren Nachmittag vom Tuxer-Joch-Haus entlang der Schipiste wieder hinab zur Sommerbergalm fuhren, von wo uns der „Gletscherbus“ (=Seilbahn) talwärts nach Hintertux brachte, wo sich die Touristen im Winter-Outfit mit jenen in kurzen Hosen und Leibchen vermischten.

Verdiente Schläfchen am Vormittag und Nachmittag

Verdiente Schläfchen am Vormittag und Nachmittag

Dieser mehrtägige Aufenthalt am Hintertuxer Gletscher war ein würdiger Skitouren-Abschluss der Winter-Saison 2015/2016 (die eigentlich ohnehin erst im Jänner 2016 begonnen hat). Dank der guten Schneelage oberhalb von 2.000 Metern Seehöhe bin ich mit so sauberen Schischuhen und Schiern in den Sommer gegangen, wie niemals zuvor. Denn üblicherweise sind Frühjahrstouren ja doch von längeren Zustiegen zu Fuß geprägt – nicht selten auch über schlammiges Gelände.

Firnglanz bei unserer letzten Skitour im Winter 2015/2016.

Firnglanz bei unserer letzten Skitour im Winter 2015/2016. Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut.

Bei einem meiner nächsten Artikel kann ich dann bereits über Wandertouren berichten – darunter auch wieder für uns vollkommen neue Gipfel.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Kreuz beim Tuxer Joch

Kreuz beim Tuxer Joch

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