Skitouren-Abschluss in Tirol – Teil II

6. Mai 2016 – unser zweiter Schitag im Tuxertal und es gab viele Wiederholungen zum Vortag.

  • Neuerlich den Wecker um 06:00 Uhr gestellt, so dass er zeitgleich mit den nahen Kirchenglocken läutete.
  • Neuerlich ein zaghafter, neugieriger Blick aus dem Fenster auf den Hintertuxer Gletscher – das Wetter war wieder perfekt 🙂
  • Neuerlich die Anfahrt zur Seilbahn-Talstation und neuerlich eine große Menschenansammlung – gefühlsmäßig aber nicht mehr so stark wie gestern (und viele der braungebrannten Gesichter kamen uns bereits bekannt vor)

Heute haben wir aber auf die Tagesskikarte um 50 Euro verzichtet und uns stattdessen mit der Berg- und Talfahrt zum Tuxer-Ferner-Haus um 21 Euro begnügt. Nachdem wir das leidige Gedränge bei den Gletscherbussen hinter uns gebracht hatten, empfing uns in 2.600 Meter Seehöhe strahlender Sonnenschein mit angenehmen Temperaturen.

Skitourengeher am Weg auf den Hohen Riffler. Die Wolken über dem Schwarzbrunner Kees verziehen sich bereits.

Skitourengeher am Weg auf den Hohen Riffler. Die Wolken über dem Schwarzbrunner Kees verziehen sich bereits.

Gestern haben wir auf Grund fehlender Spuren auf den Hohen Riffler (3.231 ) verzichtet (auch wenn im Tagesverlauf zahlreiche Gipfelaspiranten hinüber gespurt hatten), heute waren es die über das Schwarzbrunner Kees einfallenden Wolken, die uns nicht zu diesem Gipfelbesuch animierten. Während sich einige andere Skitourengeher davon nicht abhalten ließen, erklärten wir einen anderen, sogar noch 23 Meter höheren, aber völlig unschwierigen Gipfel zu unserem Ziel: Den Falschen Kaserer – eingekeilt zwischen dem prägnanten Olperer im Süden und dem Großen Kaserer im Norden.

Falscher Kaserer: Ein unscheinbarer Mickerich zwischen Olperer (links) und Großem Kaserer (rechts)

Falscher Kaserer: Ein unscheinbarer Mickerich zwischen Olperer (links) und Großem Kaserer (rechts)

Über zerfahrene Gletscherhänge und teilweise am Pistenrand stiegen wir südwärts höher und auch heute merkten wir wieder luftmäßig deutlich die große Höhe. Der Schnee war heute nicht mehr ganz so locker pulvrig wie gestern. Nordwestlich der Gefrorenen-Wand-Spitzen karrten Pistengeräte immer wieder merkwürdige Rollen heran. Diese entpuppten sich als Planen, mit denen in der Folge der Gletscher abgedeckt wurde, um das Abschmelzen im Sommer zu verhindern.

Während neben uns der Hintertuxer Gletscher mit großen Planen vor der Sommerhitze geschützt wird, steigen wir am Pistenrand der Wildlahnerscharte entgegen.

Während neben uns der Hintertuxer Gletscher mit großen Planen vor der Sommerhitze geschützt wird, steigen wir am Pistenrand der Wildlahnerscharte entgegen.

Weiter südwärts gelangten wir auf 3.075 Meter Höhe zur aussichtsreichen und gut besuchten Gletscherhütte. Von hier ging es weiter Richtung Westen dem markanten Olperer entgegen. Eine Zeitlang beobachteten wir fasziniert eine Gruppe junger Snowboarder und Schifahrer, die eindrucksvoll ihre wagemutigen Kunststücke auf Puckelpisten und Sprungschanzen vorführten.

Tollkühne Ski-Kunststücke

Tollkühne Ski-Kunststücke

Beinahe sommerlich wirkten die Temperaturen, als wir die Wildlahnerscharte erreichten. Eine 4-köpfige Bergsteigergruppe war gerade dabei, den Olperer über den ausgesetzten Nordgrat zu erklimmen. Von Westen kamen gerade Skitourengeher unterhalb riesiger Gletschereiswände herauf. Wir wählten dagegen den Aufstieg auf den Falschen Kaserer, 3.254 Meter hoch, harmlos und einfacher ersteigbar und dabei ein herrlicher Aussichtsplatz.

Gipfelsteinmann am Falscher Kaserer

Gipfelsteinmann am Falscher Kaserer

Beim großen Gipfel-Steinmandl lässt es sich gut rasten und den Ausblick genießen. Erst als später leichter Wind auffrischte und das Olperer-Gipfelkreuz zum Pech für die 4 Bergsteiger in Wolken hüllte, stiegen wir wieder ab, um in der Folge, fast 1.300 Höhenmeter zur Sommerbergalm abzufahren.

Ausblick vom Falschen Kaserer Richtung Westen in die Stubaier Alpen (Klick zur Vergrößerung)

Ausblick vom Falschen Kaserer Richtung Westen in die Stubaier Alpen (Klick zur Vergrößerung)

Ein Hubschrauber zog bei unserer Ankunft im Almgebiet gerade seine Kreise und zu Hause mussten wir dann im Internet von einem schweren Unfall eines Mädchens lesen.

Der Nachmittag war noch zu jung, um mit der Seilbahn bereits wieder ins Tal hinunter zu fahren und so beschlossen wir, noch einmal ein Stück Richtung Tuxer-Joch-Haus aufzusteigen. Rasch ließen wir die laute Apres-Ski-Musik hinter uns und stiegen im bereits stillgelegten Skigebiet inmitten eindrucksvoll glänzender Firnhänge Richtung Westen während uns einige Murmeltiere mit ihren schrillen Pfiffen begleiteten und eine Gams am Pistenrand sich nicht sonderlich beeindrucken ließ.

Skitourengeher unter dem Olpererferner

Skitourengeher unter dem Olpererferner

Auf den ostseitig ausgerichteten Hängen war der Schnee jetzt am Nachmittag natürlich schon sehr weich, aber dennoch ließ er sich bei der Abfahrt noch erstaunlich gut befahren. Bis zur Ski-Bergstation am Tuxer Joch sind wir aufgestiegen. Nur allzu gerne hätten wir das weiter südlich leuchtende Gipfelkreuz besucht, aber die Zeit war nun doch schon so weit fortgeschritten, dass wir Sorge hatten, nicht mehr mit Seilbahn-Unterstützung nach Hintertux hinunter zu kommen. Und ganz ins Tal reichten die Schneereserven nicht mehr, so dass wir wohl oder übel zu Fuß hätten absteigen müssen.

Firnglanz im stillgelegten Skigebiet zum Tuxer Joch

Firnglanz im stillgelegten Skigebiet zum Tuxer Joch

Aber morgen ist auch noch ein Tag.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Zillertaler Alpen

Zillertaler Alpen

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