Winter-Verlängerung – Noch immer mit Tourenski

Am Beginn der Wintersaison 2015/2016, konnte bzw. wollte ich mich zunächst lange Zeit nicht dazu durchringen, auf die Tourenski zu wechseln. Im Dezember waren auf den Bergen ohnehin noch sommerliche/herbstliche Verhältnisse vorherrschend, die zum Wandern einluden. Und auch zu Beginn des neuen Jahres reichten die Schneehöhen anfangs gerade einmal für Schneeschuhtouren.

Am 28. April waren wir in Zauchensee nicht die einzigen.

Am 28. April waren wir in Zauchensee nicht die einzigen.

Am 22. Jänner – so spät wie noch nie – stieg ich dann endlich auf die (neuen) Tourenski um, und handelte mir bereits auf den ersten Touren ordentliche Kratzer ein. Über den weiteren Verlauf des Schitourenwinters findet man in diesem Blog dann den einen oder anderen Bericht.

Und seit unserem großartigen Ausflug auf den Kolmkarspitz kann ich mich nicht dazu durchringen, die Schi ins Eck zu stellen. Und dann kam der 28. April 2016 und wir konnten uns über die fast besten Pulverschneeverhältnisse der ganzen Saison freuen.

Ingrid beim steilen Schlußanstieg auf den Gamskogel

Ingrid beim steilen Schlußanstieg auf den Gamskogel

Neben uns hatten gut und gerne 50 weitere Schitourengeher dieselbe Idee und auch die Zeit, um mitten unter der Arbeitswoche zu den wenige Tage zuvor stillgelegten Zauchensee-Schipisten zu fahren, um in den 20 bis 30 Zentimetern trockenem Neuschnee auf den Schwarzkopf oder den Gamskogel (unsere Wahl) aufzusteigen.

Die Abfahrt war dann großer Genuß – Ingrid verglich die Verhältnisse mit einem weichen Teppich.

Eine Woche zuvor am Kolmkarspitz

Eine Woche zuvor am Kolmkarspitz

Ein kleine Anekdote am Rande: Als wir genau eine Woche zuvor vom Gipfel des Kolmkarspitz abfuhren, kam uns ein älterer, drahtiger Tourengeher mit braunstgebrannten, nacktem Oberkörper und markantem weißem Haupthaar entgegen. Nun gut, die Temperaturen waren entsprechend angenehm. Heute aber in Zauchensee setzte kurz nach unserem Aufbruch leichter (allerdings nicht störender) Schneefall ein. Das Auto-Außenthermometer zeigte -3°C an.

Und wer kam uns da bei der Abfahrt entgegen: Braunstgebrannter, nackter Oberkörper und markantes weißes Haar. Richtig. Unsere Begegnung von letztem Donnerstag. Also kurz zu ihm gefahren und ihn gefragt, ob er eine Woche zuvor am Kolmkarspitz war. Natürlich war er es. Gelächter, als ich erwähnte, dass ich ihn sofort am „Gewand“ wieder erkannt habe 🙂 .

Er erzählte uns, dass er früher als Junger auch bei -20°C noch so „leichtbekleidet“ unterwegs war. Heute aber sei er ein „Wrack“, „a oids Mandl hoit“. Ich dagegen würde mir wünschen, in 25 Jahren auch noch so fit über die Berge zu schweifen.

Von der Loserhütte auf den Loser (rechts hinten)

Von der Loserhütte auf den Loser (rechts hinten)

2 Tage später war uns besseres Wetter beschert. Und wieder gänzlich andere Schneeverhältnisse. So schnell geht das in dieser Jahreszeit. Und im Gegensatz zur nordseitigen Ausrichtung in Zauchensee waren wir nun südseitig am Loser unterwegs. Start bei der Loserhütte in ca. 1.500 Meter Seehöhe. Morgens noch teilweise tragfähiger Harschdeckel, auf den südostwärts ausgerichteten Hängen, die bereits vom frühen Morgen weg von der Sonne beschienen wurden, war es aber bereits weich.

Aufstieg im Bereich des Loserfenster-Schigebietes, wo bereits einige Dolinen sichtbar werden.

Aufstieg im Bereich des Loserfenster-Schigebietes, wo bereits einige Dolinen sichtbar werden.

Zunächst westlich des Loserfenster-Liftes auf den Hochanger. Kurze Abfahrt mit Fellen und neuerlicher Anstieg auf den einsamen Loser. Lediglich 2 Gämse haben uns am aperen Gipfelplateau eine Zeitlang argwöhnisch beäugt, ehe sie sich „aus dem Staub“ machten. Dafür leisteten uns dann einige aufgeweckte Bergdohlen Gesellschaft.

Vom Hochanger auf den Loser

Vom Hochanger auf den Loser

Der Ausblick war bei dem heutigen Licht gigantisch. Die höheren Berggipfel strahlend weiß – der Blick reichte über das Dachsteinmassiv und dem Gosaukamm mit der von hier nicht ganz so markanten Bischofsmütze sowie dem Hochkönig-Stock bis weit in die Hohen Tauern hinein. Großes Wiesbachhorn und selbst der Großvenediger waren unverkennbar.

Tief unter uns leuchteten die Talwiesen um Altaussee in sattestem Grün, dunkelblau schimmerte der Altausseer See während wir das erste Kuckucksrufen in diesem Jahr vernahmen. Auch vom Hallstätter See konnte man ein Zipfelchen erblicken. Ganz deutlich erkennbar war der Wolfgangsee unter dem noch leicht schneebedeckten Schafberg.

Ingrid wartet bereits beim Loser-Gipfelkreuz

Ingrid wartet bereits beim Loser-Gipfelkreuz

Beste Wetterbedingungen also, ein frisches Lüfterl erforderte allerdings den Anorak. Bei unserem Aufbruch war die Schneedecke schon ziemlich weich und feucht. Lediglich am kurzen, westseitigen Wiederaufstieg auf den Hochanger war der Harschdeckel auch um die Mittagszeit noch hart gefroren.

Tiefblick über Altaussee

Tiefblick über Altaussee

Am Plateau wanderten wir ostwärts bis zum in diesem Winter bereits einmal besuchten Loserfenster. Entlang der Schipiste, die sich unter dem Neuschnee verbarg, fuhren wir hinab zum Augstsee und weiter über die Loseralm zurück zum Ausgangspunkt bei der Loserhütte.

Durchblick beim Loserfenster

Durchblick beim Loserfenster

Da auf Grund eines Drachenflieger-Unfalles die Ausfahrt auf die Loserstraße blockiert war, genossen wir ein kurzes Schläfchen auf der Terrasse der sonnenüberfluteten Loserhütte, die sich derzeit noch im Winterschlaf befindet. Die nicht gerade wohlfeile Maut von 16 Euro muss man dann bei der Abfahrt bezahlen.

Blick über das Tote Gebirge zum Schönberg (links) und Grießkogel (rechts)

Blick über das Tote Gebirge zum Schönberg (links) und Grießkogel (rechts)

Während ich diese Zeilen schreibe, gibt es auf den Bergen neuerlich Neuschneezuwachs. Also schauen wir einmal, ob noch was geht.

Oben Winter - unten Frühling

Oben Winter – unten Frühling

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Herrlicher Ausblick vom Loser (Klick zur Vergrößerung)

Herrlicher Ausblick vom Loser (Klick zur Vergrößerung)

 

 

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