Schitouren – Geht noch was?

Auf die Frage im Artikel-Titel bin ich versucht, mit dem Werbespruch einer großen Supermarktkette zu antworten: „Ja, natürlich„. Aber auch der großartige Spruch des legendären Monaco Franze würde gut passen: „A bissal was geht immer„. Und man muss sich dazu noch nicht einmal in die Westalpen begeben.

Während die meisten Tourenkameraden die Schi schon längst „eingesommert“ und auf das Fahrrad umgesattelt haben, zieht es mich noch nach wie vor in die schneebedeckten Berge. Und Schnee gibt es auch Ende April noch immer genug – auch wenn man zum Starten schon ziemlich hoch rauf muss.

Blick vom Kaiblingloch über die Bärfallspitze und den Hauser Kaibling ins grüne Ennstal. (Klick zur Vergrößerung)

Blick vom Kaiblingloch über die Bärfallspitze und den Hauser Kaibling ins grüne Ennstal. (Klick zur Vergrößerung)

Und so liegt dieser Winter, obwohl er für mich schitourentechnisch erst sehr spät am 22. Jänner 2016 begonnen hat, in der Statistik mit 26 Skitouren im 13-Jahresvergleich ziemlich weit vorne.

Seit meinem letzten Tourenbericht von der Schwarzkopf-Tour sind noch 9 weitere Schiwanderungen hinzugekommen.

Bei besten Butterfirn-Verhältnissen über die stillgelegte Schipiste auf den Hauser Kaibling.

Bei besten Butterfirn-Verhältnissen über die stillgelegte Schipiste auf den Hauser Kaibling.

Zum einen nutzten wir auch heuer wieder „in den letzten Zügen liegende“ oder bereits stillgelegte Schipisten zum Aufsteigen in höhere noch schneereiche Regionen (z.B. Hauser Kaibling und weiter auf die Bärfallspitze, Planai, über die Fageralm auf den Hinteren Fager oder der „Dauerbrenner“ Galsterbergalm-Pleschnitzzinken), während es unten im Tal bereits saftig-grüne Wiesen gibt.

Am Weg von der Fageralm auf den Hinteren Fager

Am Weg von der Fageralm auf den Hinteren Fager

Und zum anderen gab es auch zwei großartige Frühjahrsklassiker:

Das Dachsteinplateau hatten wir heuer ja vergleichsweise inflationär oft besucht. Nach dem 06.02., dem 27.02. und dem 17.03. waren wir auch am allerletzten Schibetriebstag der Krippenstein-Bahn am 03.04.2016 noch einmal auf der Rumplerroute zum Hunerkogel unterwegs, um anschließend über die Gjaidalm (eines der letzten Biere bekommen) nach Obertraun abzufahren bzw. die Schi die letzten 20 Minuten zu tragen.

Der Hohe Sonnblick über Kolm Saigurn

Der Hohe Sonnblick über Kolm Saigurn

Ja und dann ergab sich nach einigen Jahren endlich wieder einmal ein Ausflug in das großartige Raurisertal mit dem „Schitourenzentrum“ Kolm-Saigurn. In den letzten 10 Jahren durfte(n) ich (wir) uns hier schon über einige wirklich hervorragende Schitouren erfreuen. Und auch am 21.04.2016 gab es wieder sensationell gute Bedingungen. Das Wetter vom feinsten, kein bis kaum Wind. „Kurze-Leibchen-Temperaturen“ selbst noch in über 2.500 Meter Seehöhe am Gipfel des Kolmkarspitz.

Ingrid (winzig - links der Bildmitte) im weiten, hügeligen Kolmkar

Ingrid (winzig – links der Bildmitte) im weiten, hügeligen Kolmkar

Bei unserem ersten Besuch am Kolmkarspitz mussten wir noch bei der Mautstelle Bodenhaus aufbrechen. Am 21.04.2016 war die Auffahrt auf der Mautstraße (9 Euro Mautgebühr) bis zum Parkplatz Lenzanger auf ca. 1.550 Meter Seehöhe möglich.

Winzige Menschlein im alpinen Gelände

Winzige Menschlein im alpinen Gelände

Bisherige Schitouren mit Start beim Parkplatz Lenzanger

Erstaunlicherweise (vielleicht auch wegen der jüngsten Schneefälle) war es bereits direkt vom Parkplatz möglich, mit Schiern aufzusteigen und im Rauriser Urwald bis auf 2 ganz kurze Unterbrechungen auch abzufahren. Das Flachstück von der Durchgangalm Richtung Filzenalm war am frühen Morgen auf dem harten, tragfähigen Harschdeckel rasch zurückgelegt.

Am Rückweg bei der Durchgangalm mit Blick zurück zum Kolmkarspitz

Am Rückweg bei der Durchgangalm mit Blick zurück zum Kolmkarspitz

Und auch am weiteren Wegverlauf gestattete der gefrorene Schnee, dass man im herrlichen, weiten, nur mäßig steilen Kolmkar beliebig seine Spuren ziehen konnte. Etliche tiefe Spurrillen zeigten aber, dass es tagsüber schon ganz schön weich werden dürfte. Und so war es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich bei unserem Aufstieg (vor, neben und nach uns waren ca. 20 weitere Schitourengeher unterwegs) die ersten Abfahrer bereits wieder talwärts bewegten.

Gipfelparade vom Schareck über den Sonnblick und Hocharn zum Ritterkopf (Klick zur Vergrößerung)

Gipfelparade vom Schareck über den Sonnblick und Hocharn zum Ritterkopf (Klick zur Vergrößerung)

Die Landschaftsimpressionen sind einfach überwältigend. Über die sanften Hügel des Kolmkars zur Kolmkarscharte und schließlich über einen kurzen Aufschwung zum Schlußhang-Anstieg. Diesen ließen wir aber zunächst „rechts liegen“ und begaben uns stattdessen auf die kleine Erhebung des einsamen Seekopf-Gipfels (2.413) mit besten Ausblick über das Aufstiegsgebiet und die Durchgangalm hinüber zu den markanten Gipfeln von AlteckHohem Sonnblick, Hocharn und Ritterkopf.

Ausblick vom Seekopf über das bisherige Aufstiegsgebiet

Ausblick vom Seekopf über das bisherige Aufstiegsgebiet

Nördlich des Seekopfs unten in einem Kessel konnten wir ansatzweise den noch zugeeisten Oberen Bockhartsee erblicken, in dem wir letzten Sommer ein herrlich-erfrischendes Bad in über 2.000 Meter Seehöhe genommen hatten.

Nach kurzer Pause verlassen wir den einsamen Gipfel, um auf den viel besuchten Kolmkarspitz aufzusteigen. Aber trotz der Besucher findet man am Gipfelplateau leicht ein freies Plätzchen. Einfach großartig dieser Ausblick. Im Süden der Gratverlauf, der sich vom Niedersachsenhaus über den Neunerkogel und die Herzog-Ernst-Spitze zum markanten Schareck zieht. Im Norden der Silberpfennig und noch weitere bereits von früheren Schitouren bekannte Gipfelnamen wie Kalkbretterkopf, Türchlwand. Und noch weiter vorne, aber vermutlich nicht sichtbar müsste wohl der Rührkübel liegen.

Ingrid genießt den Ausblick am Kolmkarspitz

Ingrid genießt den Ausblick am Kolmkarspitz

Im Osten viele bekannte Gipfel der Radstädter Tauern wie Mosermandl und Faulkogel. Auch das markante Dachstein-Dreigestirn Torstein, Mitterspitz und Hoher Dachstein war bei der heutigen tollen Sicht bestens erkennbar. Und das alles bei angenehmen milden Frühjahrstemperaturen.

Am Kolmkarspitz

Am Kolmkarspitz

Aber es hilft nichts. Irgendwann muss man wieder aufbrechen, wenn man nicht im tiefen, feuchten Schnee stecken bleiben will. Aber dank der west- bzw. leicht nordseitigen Ausrichtung des Abfahrtsgeländes hatten wir auch am frühen Nachmittag noch recht gute Abfahrtsverhältnisse. Allzu lange dürfte es unterhalb der Durchgangalm im Rauriser Urwald vermutlich aber nicht mehr gehen.

Ingrid bei der Abfahrt

Ingrid bei der Abfahrt

Normalerweise müsste man nach so einer tollen Frühjahrstour die Schi ja eigentlich „an den Nagel hängen“. Aber nix is fix – schau mer mal.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Einsam war es heute nicht. In der Kolmkarscharte mit Blick zum Schareck.

Einsam war es heute nicht. In der Kolmkarscharte mit Blick zum Schareck.

 

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