Weihnachtstour auf den Kammspitz

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich geschrieben, dass Bergtouren auf den Kammspitz im letzten Monat des Jahres ein untrügliches Indiz für schneearme Winter sind und diese im letzten Jahrzehnt immer häufiger werden.

Und tatsächlich scheint es 2015 den bislang trockensten und wärmsten Dezember seit Beginn meiner Tourenaufzeichnungen am 01.01.2004  zu geben. Denn während es in früheren Jahren zumindest schon die eine oder andere Schitour oder zumindest Schneeschuhwanderung gegeben hat, dürfte in diesem Dezember laut aktueller Wetterprognose der Schnee wohl vollends ausbleiben.

Weihnachten 2015 am Kammspitz

Weihnachten 2015 am Kammspitz

Aber kein Grund zum Jammern und Lamentieren. Denn die südseitigen Berganstiege bieten derzeit gute Wanderverhältnisse, die wir in den letzten Wochen auch ausgiebig nutzten: Auf Sinabell und Raidling wären zwar die Schneeschuhe schon sehr hilfreich gewesen, am 12.12.2015 war der Kammspitz aber bereits weitgehend schneefrei und auch auf die Route über die Grabneralm auf die Admonter Warte ließ sich am 20.12.2015 gut zu Fuß bewältigen.

Wie erwähnt, war ich also im Dezember 2015 bereits schon einmal am Kammspitz. Am 12.12.2015 – das war jener denkwürdige Tag, an dem die Welt die Klimaschutzvereinbarung in Paris bejubelte. Sogar von „donnerndem Applaus“ war da die Rede. Aber freute sich wirklich die ganze Welt darüber oder eher nur die in Paris anwesenden Politiker, die sich – passend zur Jahreszeit – selbst beweihräucherten.

Denn geht es nach einem der maßgeblichen Luftverschmutzungsländern – den USA – soll das Abkommen ja bereits im nächsten Jahr wieder „zerfetzt“ werden, sollten die Republikaner an die Macht kommen. Es steht zu befürchten, dass auch diese Vereinbarung nur das ist, was sie eigentlich bekämpfen will: „Heiße Luft“.

Wie zum Hohn zog auch dieses Flugzeug am 12.12.2015 mehr als eine Stunde lang seine luftverschmutzenden Kreise.

Wie zum Hohn zog auch dieses Flugzeug am 12.12.2015 mehr als eine Stunde lang seine luftverschmutzenden Kreise.

Aber laßt mich jetzt auf das eigentliche Thema meines heutigen Artikels zurückkommen. Schon mehrere Jahre lang war es mir ein Bedürfnis, an einem 24. Dezember am Kammspitz zu stehen. Es gab Winter, da wäre mir das im Schnee viel zu mühsam und/oder gefährlich erscheinen. Und so blieb es, wenn ich dann doch am Weihnachtstag oder einen Tag früher oder später unterwegs war, meist bei einer Schitour oder einer Schneeschuhwanderung:

SchneerosenIm vorigen Jahr wäre wettermäßig der Kammspitz auch lohnenswert gewesen. Allerdings hatte ich da – als Spätentschlossener und generell als Einkaufsmuffel – noch Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Aus diesen Fehlern schlauer geworden konnte ich heuer aber bereits schon sehr früh (am 22.12. 😉 ) meine Weihnachtserledigungen als abgeschlossen bezeichnen.

Also würde ich an diesem 24. Dezember 2015 den Rummel in den Einkaufstempeln mit der einsamen Stille der Berge tauschen können.

Stille ja – Einsamkeit nein. Denn ca. 15 bis 20 weitere Wanderer hatten die gleiche Idee, dem Kammspitz am Weihnachtstag einen Besuch abzustatten. Auch wenn es letztendlich nicht alle schafften, das kurze Schneefeld bzw. die Drahtseilsicherungen und Eisenklammern auf den letzten 80 Höhenmetern zu überwinden.

Schon beim Start in Hofmanning war angesichts der vielen Autos klar – heute würde ich nicht alleine am Berg sein. Ob der Besucherandrang oder die ungewöhnliche „Hitze“ der Grund war, dass die Vögel ungewöhnlich heftig und laut zwitscherten, konnte ich nicht ermitteln. Eines aber war klar. Solche Weihnachtswetterbedingungen hatten auch die Tiere des Waldes noch nicht erlebt.

Während ich vor 10 Tagen den Direktanstieg vom Sender weg wählte, entschied ich mich heute für die Route über den Säbelboden. Hunderte blühende Schneerosen zeigten mir, dass auch sie sich wettermäßig nicht mehr auskannten.

Die meisten Wanderer kamen bei meinem Anstieg bereits wieder vom Gipfel herunter. Selbst die, die mich beim Anstieg überholt hatten (man wird nicht jünger). Und so hatte ich – als vorletzter Gipfelbesucher an diesem Weihnachtstag – das Gipfelkreuz 20 Minuten ganz für mich alleine.

Gipfelkreuz am Kammspitz mit Weihnachtsschmuck

Gipfelkreuz am Kammspitz mit Weihnachtsschmuck

Was auch gut so war, denn sonst hätte man mich womöglich für verrückt erklärt, als ich das Gipfelkreuz für ein Foto kurz mit Christbaumschmuck behängte.

Apropos „verrückt“: Auf der roten Christbaumkugel – man kann es am Foto nicht richtig erkennen – stehen die Buchstaben „VW“. Ob das jetzt für „Verrücktes Wetter“, „Verfälschte Werte“ oder „Vröhliche Weihnachten“ 🙂 steht, mag jeder für sich selbst bestimmen.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen fröhliche und besinnliche Weihnachtsfeiertage.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

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