Überschreitung der Drei Brüder: Breitkopf – Schafelkopf – Stolzkopf

Als mir Karl von seinem Plan erzählte, die „Drei Brüder“ in der Glocknergruppe in Salzburg zu überschreiten, war ich sofort begeistert von dieser Idee. Denn diese 3 Gipfel hatte ich überhaupt nicht auf meinem sommerlichen Touren-Radar. Die „Drei Brüder“ waren mir vielmehr eher von Skitouren-Beschreibungen ein Begriff.

Am 18.07.2015 fuhren wir zu dritt – Karl, Christa und meine Wenigkeit – bereits in aller Herrgottsfrühe (Aufstehen kurz nach 3 Uhr) Richtung Westen in das Bundesland Salzburg. An Taxenbach vorbei bis knapp vor Bruck an der Glocknerstraße, wo uns eine schmale Bergstraße bis zu einem Forststraßen-Schranken oberhalb des Feriendorfes Oberreit hinaufführte.

Auf ca. 1.180 Meter Seehöhe starteten wir bei angenehmsten Wandertemperaturen Richtung Erlhofalm. Von dort ging es zunächst noch gemächlich an zahlreichen neugierigen Almkühen vorbei bis zum steilen Bergansatz. In vielen Serpentinen schlängelt sich das schmale Wandersteiglein nordseitig in den Sattel zwischen Breitkopf und Schafelkopf.

Aus diesem Sattel erstiegen wir zuerst den 2.251 Meter hohen Breitkopf, den östlichsten Gipfel der Drei Brüder. Das Gipfelkreuz erreicht man auf den letzten Metern über einen leicht ausgesetzten Gratübergang. Im Tal lichtete sich gerade der Nebel und der Blick konnte über den Zeller See schweifen.

Blick vom Breitkopf zum Zeller See

Blick vom Breitkopf zum Zeller See

Lange hielten wir uns aber nicht am Breitkopf auf. Denn ab den Mittagsstunden konnten laut Wetterprognose bereits heftige Gewitter drohen, und wir hatten ja noch einen längeren Weg vor uns.

Zunächst ging es wieder hinab in den Sattel und von dort auf den höchsten der Drei Brüder – den 2.266 Meter hohen Schafelkopf, wiederum mit Gipfelkreuz. Auch hier wollte sich Christa noch nicht zu einer Jause niederlassen, sondern enteilte hurtig unseren Blicken. Erst beim westlichsten und niedrigsten Dreibrüder-Gipfel, dem Stolzkopf (2.138) konnten wir wieder zu ihr aufschließen.

Blick vom Stolzkopf zu Breitkopf (links) und Schafelkopf

Blick vom Stolzkopf zu Breitkopf (links) und Schafelkopf

Hier gönnten wir uns aber jetzt eine ausgiebige Jause, während wir einigen Paragleitern bei ihren tollkühnen Starts zusahen. Wieder war es Christa, die uns zum Aufbruch ermunterte. 500 Höhenmeter unter uns lockte sie der Kaffee bei der über die Heubergscharte erreichbaren Heubergalm.

Gleich beim Aufbruch vom Stolzkopf hatte Karl Glück im Unglück, als er über eine Steilstufe stolperte und kugelte. Denn hier wäre es sehr steil abwärts gegangen. Außer einer größeren Abschürfung war zunächst nichts bemerkbar. Erst später sollte sich herausstellen, dass er sich die Schulter so stark verletzt hatte, dass eine Operation mit mehrwöchiger Pausierung erforderlich wurde (ich wünsche Dir gute und rasche Besserung).

Bei der bereits erwähnten Heubergalm gab es neben Kaffee auch erfrischenden Radler. Der Rückweg über die Alm- und Forststraße zurück zum Auto war dann nur mehr ein „Katzensprung“.

Insgesamt hatten wir für die ingesamt fast 15 Kilometer lange Rundwanderung mit ca. 1.200 Aufstiegshöhenmetern inklusive unserer Pausen 7,5 Stunden benötigt.

Großglockner (links). In Bildmitte das markante Große Wiesbachhorn.

Großglockner (links). In Bildmitte das markante Große Wiesbachhorn.

Von Gewitter war an diesem Tag übrigens keine Spur. Laut Auskunft von Einheimischen wurden wir sogar mit einem selten schönen und klaren Glocknerblick belohnt.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

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