10-Gipfel-Runde in den Nockbergen

Die Nockberge finden sich bisher nur sehr spärlich im Tourenalbum. Gipfeltour hatten wir überhaupt erst eine zu verzeichnen, als wir nördlich vom Millstätter See Tschiernock, Hochpalfennock und Tschwierweger Nock besuchten. Vor allem der starke Wind ist uns von damals in Erinnerung geblieben. Den sollten wir heute – am 28.06.2015 (ja, ja ich weiß: ich bin mit meinen Tourenbeschreibungen schon wieder einmal gehörig im Rückstand) – auch wieder ordentlich zu spüren bekommen.

Nach unseren Strandspaziergängen in Lignano wollten wir endlich wieder einmal in die Berge. Im heimatlichen Ennstal war für das Wochenende wieder Schlechtwetter prognostiziert, aber bereits an der Landesgrenze zu Kärnten sollte es den ganzen Tag über heiter bis wolkenlos werden (hat sich dann zwar nicht bewahrheitet, aber im Großen und Ganzen war es OK).

Ziel war der höchste Gipfel der Nockberge – der 2.441 Meter hohe Eisenhut, nicht zu verwechslen mit seinem Namensvetter in den Schladminger Tauern, auch wenn der erste Abschnitt des Anfahrtsweges über den Sölkpaß für uns zunächst derselbe war.

Beim Hinweg hatten wir uns also für die Route über den Sölkpaß entschieden. Bei der Heimfahrt haben wir die 20 Kilometer längere, aber zeitlich ziemlich gleichwertige Strecke über Obertauern gewählt.

Ausgangspunkt unserer 10-Gipfel-Runde war die Turracher Höhe. Schon beim Aussteigen aus dem Auto merkt man die Ausgangshöhe von fast 1.800 Metern. Ziemlich frisch ist es und der Wind verstärkt die Kälte noch einmal. Das Auto-Thermometer zeigte 9 Grad Celsius an. Immerhin „plus“. Einige Spaziergänger trugen bei ihrem Morgenspaziergang sogar Handschuhe.

Für den durchaus fotogenen Turracher See hatten wir nicht viel Blicke übrig. Durch forschen Schritt wollten wir uns erwärmen. Aber auch die Länge der Tour (Statistik am Artikel-Ende) ließ kein längeres Verweilen zu – im Tages- und Tourenverlauf würden sich unsere Schritte ohnehin automatisch verlangsamen.

Aufstieg auf den ersten Gipfel, den 2.208 Meter hohen Schoberriegel – mit Gipfelkreuz. Da das versprochene Schönwetter noch nicht zu sehen war, machten wir uns ohne größere Umschweife auf den Weg zum nächsten, recht nahen Gipfel mit dem sonderbaren Namen Gruft (2.232 – mit „schlankem“ Gipfelkreuz). Ein enger Felsdurchschlupf ist noch reichlich mit Schnee gefüllt und verstärkt den kalten Eindruck nur noch.

Also wieder rasch weiter. Über den Weitentalsattel auf die Kaserhöhe (2.318) – auch mit Gipfelkreuz. Haube und Handschuhe sind längst angezogen. Das Hauptziel – der Eisenhut – ist noch in weiter Ferne und verbirgt sich gelegentlich hinter Wolken. Alleine die sehr positive Wetterprognose für den heutigen Tag in dieser Gegend läßt uns Mut schöpfen.

Ständiger kräftiger Wind (Gegenwind aus allen Richtungen 😉 ) bremst unseren Schritt. Der nächste Gipfel ist die Hoazhöhe (2.319). Hier wartet nur ein Steinmandl – das nächste Gipfelkreuz gibt es dann aber schon wieder auf der Bretthöhe (2.320). Unter uns überblicken wir immer wieder kleinere grünlich schimmernde Seen.

Kurzer Abstieg über Blockgestein, Almrauschblüten säumen den Weg. Ein Paar kommt uns entgegen. Ansonsten ist es heute und hier sehr einsam. Zunächst scheint es so, als würde das Wetter freundlicher werden, aber schon bald wird es finsterer, und kurzzeitig beginnt es sogar leicht zu nieseln. Aber der kräftige Wind sorgt dafür, dass die spärlichen Regentropfen gleich wieder auftrocknen, sobald sie die Kleidung benetzt haben.

Auf der Lattersteighöhe (2.264) gibt es wieder nur ein Steinmandl. Am unscheinbaren Spielriegel (2.176) gibt es nicht einmal das. Irgendwie wird die Wanderung allmählich etwas monoton.

Abstieg in den Rappitzsattel (2.088) und kurz etwas steiler auf einen in den Karten nicht benannten Gipfel. Dafür aber hat der Strassburger Spitz (2.404) sogar ein Gipfelkreuz und ein Gipfelbuch. Welche Gipfel sonst noch alle ein Gipfelbuch hatten, ist uns nicht in Erinnergung geblieben, zumal einige der Gipfelbücher auch ziemlich durchfeuchtet und/oder schimmelig waren.

Nur wenige Minuten brauchen wir für den Übergang zum 2.394 Meter hohen Wintertalernock – ebenfalls wieder mit Gipfelkreuz. Und wieder einmal zieht ein kurzer Nieselschauer über uns hinweg. Nach einer stärkenden Jause an wingeschütztem Ort zwischen grobem Blockgestein geht es wieder zurück zum Strassburger Spitz.

In diesem Gebiet kommen uns jetzt in Summe ca. 5 Wanderer entgegen.

Jetzt wartet noch der letzte und höchste Gipfel der heutigen Wandertour. Am Eisenhut (2.441) gibt es auch wieder ein Gipfelkreuz.

Gipfelkreuz am Eisenhut

Gipfelkreuz am Eisenhut

In meinen alten, ausgelatschten Wanderschuhen kündigt sich eine größere, schmerzhafte Blase auf der Fusssohle an. Bei einer Pause – jetzt zeigt sich wieder öfter die Sonne, der Wind hat nachgelassen und es wird temperaturmäßig fast schon richtig angenehm – genießen wir den Rundumblick, und machen da und dort neue Gipfelziele für künftige Wanderungen in den Nockbergen aus.

Jetzt liegt der lange Rückweg durch das Weitental vor uns. Zunächst zurück in den Rapitzsattel, dann ein Abstieg südlich um die Hanserhütte herum. Die Blase auf der Fusssohle bekundet ihren Unmut über die nun schon so lange dauernde Wanderung. Noch aber zieht sich der Rückweg, wenigstens sind die Temperaturen jetzt sehr angenehm und die Almrauschblüte erfreut das Auge.

Vorbei an den neugierig blickenden Kühen bei der Gillendorferalm und noch einmal aufwärts über den Engeleriegel (muss das sein).

Abwärts zur Gesgeralm und wiederum aufwärts zum Schwarzsee, für den wir nun wirklich nicht mehr viele Blicke erübrigen. Und endlich erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt auf der Turracherhöhe.

Blick auf das "unruhige" Höhenprofil der 10-Gipfel-Runde in den Nockbergen

Blick auf das „unruhige“ Höhenprofil der 10-Gipfel-Runde in den Nockbergen

Fazit: Eine „eigentlich“ sehr schöne Wanderung, auch wenn sich im Laufe der Zeit etwas Monotonie einstellt. Aber natürlich ist es schon etwas Besonderes, soviele Gipfel / Gipfelkreuze an einem Tag zu besuchen. Und der Rückweg durch das Weitental sorgte dann auch landschaftlich für etwas Abwechslung.

Tourenstatistik:

  • 29,3 Kilometer zeigt das GPS-Gerät am Ende das Tages
  • 1.970 Aufstiegs-Höhenmeter hat die Uhr gemessen
  • 11,5 Stunden haben wir blasen- und gegenwindbedingt benötigt

Die Gipfel in der Reihenfolge der Besteigung:

  1. Schoberriegel (2.208) – Gipfelkreuz Nr. 1
  2. Gruft (2.232) – Gipfelkreuz Nr. 2
  3. Kaserhöhe (2.318) – Gipfelkreuz Nr. 3
  4. Hoazhöhe (2.319)
  5. Bretthöhe (2.320) – Gipfelkreuz Nr. 4
  6. Lattersteighöhe (2.264)
  7. Spielriegel (2.176)
  8. Strassburger Spitz (2.404) – Gipfelkreuz Nr. 5
  9. Wintertalernock (2.394) – Gipfelkreuz Nr. 6
  10. Eisenhut (2.441) – Gipfelkreuz Nr. 7

 

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

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