Vom Lunzer See auf den Dürrenstein

Vor 2 Tagen kratzten wir bereits an der Landesgrenze zwischen der Steiermark und Niederösterreich, die heutige (06.06.2015) Wandertour liegt zur Gänze in Niederösterreich.

Während unsere ersten beiden Wanderungen in den Ybbstaler Alpen im Vorjahr (Kräuterin/Hochstadl und Gamstein) auf steirischer Seite lagen, reisten wir heute über das Gesäuse und Palfau in das niederösterreichische Mostviertel. Vorbei an Göstling an der Ybbs ging es nach Lunz am See, wo wir bereits beim ersten Parkplatz beim Seebad unser Auto abstellten.

Impressionen vom Lunzer See beim Beginn unserer Wanderung

Impressionen vom Lunzer See beim Beginn unserer Wanderung

Eigentlich hätten wir uns eine halbe Stunde Wanderung je Richtung (also in Summe eine Stunde) ersparen können, wenn wir am Nordufer des Lunzer Sees entlang noch weiter ostwärts gefahren wären. Aber dann hätten wir auch einige schöne Fotomotive versäumt und die 3 Euro Parkgebühr wurden auch an anderen Stellen des Sees verlangt, wenn ich das richtig erkannt habe.

Bereits frühmorgens tummelten sich im See erste Schwimmer, begleitet vom Zirpkonzert der Grillen in den angrenzenden Wiesen. Vorbei beim Schloß Seehof (fast bis hierher hätten wir fahren können) folgten wir der anfangs fast eben verlaufenden Forststraße in das Seetal.

Vorbei am Schloß Seehof Richtung Süden.

Vorbei am Schloß Seehof Richtung Süden.

Ein heißer Tag wurde heute prognostiziert, noch aber waren die Temperaturen sehr angenehm – ideal für eine Wanderung. Dazu trugen auch die nordseitige Ausrichtung des Grabens sowie die den Forstweg umgebenden, schattenspendenden Bäume bei, in deren Geäst die zahlreichen Singvögel ihre schönsten Melodien anstimmten.  Kuckucksrufen hallte von den Felswänden im Umfeld des Mittersees wider.

Der Weg beginnt nun zu steigen und nach der Klause führt die breite Forststraße – die Steilheit des Geländes geschickt kaschierend – über mehrere Kehren hinauf zum äußerst fotogenen Obersee, an dessem Ufer gerade eine größere Gruppe Jugendlicher Rast einlegt. So herrlich es bereits hier am Ostufer des Sees ist, seine volle Schönheit wird er erst im Tiefblick ein kleines Stück unterhalb des Dürrenstein-Gipfels entfalten.

Gut angelegt schlängelt sich der Steig vom Obersee durch den Steilwald hinauf zum Leonhardikreuz.

Es dauert nicht lange, bis uns die ausgeruhte Gruppe der jungen Wanderer ein- und schließlich überholt. Eine sympathische Schar jugendlicher Naturliebhaber – eines der Mädchen war am gesamten Anstieg barfuß unterwegs. Erst bei ihrem Abstieg vom Gipfelkreuz am frühen Nachmittag sollten ihre mitgeführten Bergschuhe zum Einsatz kommen.

Almidylle auf der Herrenalm

Almidylle auf der Herrenalm

Beim Leonhardikreuz lassen wir den Wald hinter uns. Vor uns liegen die saftig-grünen Wiesen der Herrenalm, bevölkert von einer Vielzahl von Rindern. Jedes der Tiere schien eine Glocke zu tragen, dementsprechend lautstark war die „musikalische“ Geräuschkulisse.

Der Weg ab der Herrenalm ist recht einfach, es gibt kaum mehr steilere Anstiege, dafür aber ist es noch ein sehr langer Weg bis zum weithin sichtbaren Gipfel des Dürrenstein. Wir treffen jetzt immer wieder auf Wanderer, die in der Ybbstaler Hütte übernachtet haben und sich bereits beim Abstieg Richtung Lunzer See befinden.

Neben den zahlreich am Wegesrand blühenden Alpenblumen treffen wir allmählich auch auf kleinere Schneefelder. Und dann – der großartige Tiefblick auf den Obersee.

Großartiger Tiefblick auf den Obersee

Großartiger Tiefblick auf den Obersee

Durch Latschengassen hindurch und an Dolinen vorbei führt uns der Weg nun hinauf zum Gipfelkreuz am Dürrenstein (1.878), wo wir uns zu einer längeren Gipfelrast niederlassen. Interessanterweise habe ich – zumindest wenn ich meiner GPS-Uhr Garmin Fenix 2 Glauben schenken darf – während eines Schläfchens fast einen halben Kilometer zurückgelegt (Schlafwandeln ?). Auf Grund dieser aber auch anderer Ungenauigkeiten ist nun auch mein 2. Modell dieser GPS-Uhr bereits wieder am Weg zum Hersteller zwecks Abklärung eventueller Hardware-/Software-Fehler.

Auch wenn wir uns bei der Gipfel-Gemütlichkeit und den angenehmen Temperaturen innerlich ein bißchen dagegen wehrten, mussten wir doch wieder an den Abstieg denken, schließlich hatten wir noch einen langen Weg vor uns. Zwar wäre eine Rundtour über die Ybbstaler Hütte und den Lechnergraben sehr attraktiv gewesen, wir folgten beim Anstieg dann aus Zeitgründen aber unserer bereits bekannten Anstiegsroute.

Insofern gibt es bezüglich der Landschaftseindrücke auch nichts wesesentlich Neues zu berichten. Mit Ausnahme des kleinen Wasserfalls kurz nach dem Obersee. Über ein Steiglein geht es wenige Meter hinunter zu einer Felsnische, in der sich das erfrischend plätschernde Wasser ergießt. Ob das jetzt aber wirklich der Lugwigfall war, würde ich auf Grund der überschaubaren Fallhöhe dann doch eher bezweifeln.

Hinaus über den Mittersee und zum Lunzer See und entlang dessen Nordufer zurück zum Ausgangspunkt. Im Schutz schattenspendender Bäume war die Hitze erträglich, aber man merkt dann allmählich schon die Länge der Tour: 1.330 Aufstiegs-Höhenmeter und insgesamt 31 Kilometer hat die Tour aufzuweisen. (Gemessen mit meinem zuverlässigen Garmin Oregon 450t, denn die Distanzangaben der Fenix 2 lagen mit 34,9 Kilometer weit darüber – kein Wunder, wenn ich mit ihr sogar „im Schlaf“ Kilometer mache 😉 ).

Die AlpenYetin am Dürrenstein-Gipfel

Die AlpenYetin am Dürrenstein-Gipfel

Fazit der Tour:

Landschaftlich sehr abwechslungsreiche und großartige Wanderung auf einen nicht allzu hohen Gipfel. Abgesehen von der Länge der Tour gibt es keine nennenswerten Schwierigkeiten, lediglich der Abschnitt zwischen Obersee und Herrenalm ist stellenweise etwas steiler und abschüssiger, durch den gut angelegten Steig aber angenehm begehbar.

Die Tour-Höhepunkte:

  • Lunzer See
  • Mittersee
  • Obersee (sowohl beim See als auch der Tiefblick auf ihn)
  • Herrenalm (viele Tiere mit lautstarkem Glockengebimmel)
  • Gipfel-Rundsicht

Wir sind uns ziemlich sicher, dass wir heute nicht zum letzten Mal in dieser Gegend waren. Beim nächsten Mal werden wir aber die Anstiegsroute über den Lechnergraben und die Ybbstaler Hütte erkunden.

Und in nicht allzu großer Entfernung haben wir bereits wieder 2 neue Gipfelziele entdeckt, denen wir vielleicht noch heuer, aber spätestens im nächten Jahr einen Besuch abstatten wollen.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Die Dürrenstein-Tour auf der Landkarte

Tourengebiet Lunzer See - Dürrenstein

Tourengebiet Lunzer See – Dürrenstein

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Impressionen von der Wandertour Lunzer See – Obersee – Dürrenstein

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