Fenix 2 – Die Zeit scheint noch nicht reif zu sein

Ich habe ja schon einige Male über meine unter dem Christbaum gefundene GPS-Uhr Garmin Fenix 2 berichtet und sie bisher eigentlich immer verteidigt, auch wenn ich mich nur schwer mit der einen oder anderen Unzulänglichkeit abfinden konnte.

Mein zweites Fenix-2-Modell

Mein zweites Fenix-2-Modell

Mein erstes Exemplar – eben das Weihnachtsgeschenk – war leider schon nach 3 Wochen nicht mehr zum Starten zu bewegen – Totalausfall. Eine Recherche in diversen Foren ergab rasch, dass ich mit diesen Problemen nicht alleine war. Nun Garmin schickte mir anstandslos ein neues originalverpacktes Modell.

Also noch einmal das ganze Spielchen von vorne: Das aktuelle Firmware-Update aufspielen und die Uhr so konfigurieren, dass sie mit meinen Wander-Vorlieben gut übereinstimmte. Mit der verschachtelten Menü-Struktur war ich mittlerweile ja schon vertraut. Allerdings wollte ich in dieser Disziplin der Grundeinstellung nicht wirklich Routine entwickeln.

Ja, schön war sie, diese Uhr – zumindest in meinen Augen. Also neuerlich ran ans Testen.

Leider zeigte sich sehr rasch, dass auch meine zweite Fenix 2 bei der Anzeige der zurückgelegten Distanz diesselben großen Abweichungen zeigte, wie mein erstes Modell. Also in dieser Hinsicht keine Verbesserung.

Was mich aber jetzt wirklich ärgerte: War die GPS-Höhe bei meinem ersten Modell noch erfreulich genau, so leistete sich die „Neue“ jetzt doch immer wieder gröbere Schnitzer. Sie schien wesentlich sensibler auf Abschattungen durch Bäume oder Gebäude zu reagieren und dementsprechend gab es auch beim aufgezeichneten Track vermehrt Ausreisser. Ärgerlich bei einer Uhr mit diesem hohen Preis.

Mit Beginn der neuen Wandersaison wurde die Fenix 2 immer unzuverlässiger. Eventuell liegt das auch an den zunehmend dichter werdenden Wäldern. Es bedurfte aber keiner dichten Laubwälder – es reichten bereits lichte Nadelwälder, um die Garmin-GPS-Uhr „aus der Spur“ zu bringen.

Trackabweichung bei der Tour auf den Kammspitz

Trackabweichung bei der Tour auf den Kammspitz

Track-Vergleich Fenix 2 und Oregon 450t - beide Geräte von Garmin

Track-Vergleich Fenix 2 und Oregon 450t – beide Geräte von Garmin

Nun ich gehöre – zumindest bei einer GPS-Uhr – sicherlich nicht zu den Genauigkeitsfanatikern. Nach 10 Jahren Erfahrung mit 7 GPS-Geräten bzw. Höhenmesser-Uhren habe ich mich mit den technischen Grenzen dieser Geräte vertraut gemacht und mehrheitlich war ich immer zufrieden. So würde mich die Track-Abweichung laut obiger Abbildung von der Wanderung auf den Kammspitz auch nicht sonderlich stören.

Ein Vergleich der Fenix-2 mit meinem Oregon 450t zeigt mir aber, dass Garmin das besser kann – Siehe den Track-Vergleich von der Wandertour über den Obersee zum Dürrenstein.

Sobald das Gelände nicht mehr ganz freie Sicht nach oben zuläßt – wie beispielsweise am Weg durch das Seetal zum Obersee – wird die Fenix 2 unzuverlässig (roter Track). Der blaue Oregon-450-Track ist dagegen beim Auf- und Abstieg ziemlich ident. Erst oberhalb der Waldgrenze wird auch die Fenix wieder genau. Interesant war allerdings, dass ich während des einstündigen Schläfchens am Dürrenstein fast einen halben Kilometer zurückgelegt haben soll.

Irgendwie habe ich durch diese Ungenauigkeiten und Unzuverlässigkeiten die Freude und auch die Geduld mit der teuren Fenix 2 verloren. Zu aufwändig war die jeweilige Nachbearbeitung am PC, um aus den Phantasiezahlen der Fenix 2 eine halbwegs realistische Tourenstatistik zu ermitteln. Die angezeigten Kilometer waren mehrheitlich um 10 bis 15 Prozent zu hoch.

Und wenn ich im Garmin-Forum lese, welche Probleme die Besitzer der Nachfolge-Exemplare Fenix 3 jetzt haben, glaube ich fast, dass die Zeit einfach noch nicht reif ist für diese Technologie.

Nun, das Faß zum Überlaufen brachte dann ein Spaziergang entlang des Salza-Stausees. Hier spielte die Uhr völlig verrückt. Zugegeben, das Gelände – der enge Taleinschnitt – ist nicht einfach. Aber die Wanderroute, welche die GPS-Uhr hier anzeigte, war einfach nur Müll. Ich würde mir nicht zutrauen, so mir nichts, Dir nichts mehrfach Jesus-gleich über den Stausee zu laufen und senkrechte Felswände in Direttissima-Linie zu bewältigen.

Phantasiezahlen und Track-Ausreisser am Salza-Stausee.

Phantasiezahlen und Track-Ausreisser am Salza-Stausee.

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Am Salza-Stausee: Für GPS-Geräte kein einfaches Gelände (Klick zur Vergrößerung)

Am Salza-Stausee: Für GPS-Geräte kein einfaches Gelände (Klick zur Vergrößerung)

Nun, meine zweite Fenix 2 ist jetzt wieder bei Garmin. Vielleicht handelt es sich ja „nur“ um einen Hardware-Fehler. Sollte allerdings die aktuelle Uhren-Technik noch nicht mehr hergeben, werde ich wohl künftig ausschließlich auf ein GPS-Handheld-Gerät setzen.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Barometrische Höhe: 780 Meter (entspricht der Höhe laut Landkarte) - GPS-Höhe: 379 Meter

Barometrische Höhe: 780 Meter (entspricht der Höhe laut Landkarte) – GPS-Höhe: 379 Meter

Barometrische Höhe: 773 Meter (Höhe laut Landkarte ca. 775) - GPS-Höhe: 916 Meter

Barometrische Höhe: 773 Meter (Höhe laut Landkarte ca. 775) – GPS-Höhe: 916 Meter

 

 

 

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